CD Cover Rembetika
CD Rembetika

Kapital – Verbrechen

Zwei Biere weniger

Sendemanuskript

 

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Mittwoch, 17. Dezember 2008, 19.00 bis 21.00 Uhr

Wiederholt:

Donnerstag, 18 Dezember 2008, 10.00 bis 12.00 Uhr

Zusammenfassung:

In der Magazinsendung reicht die Spannweite von Repressions­agenten und Folter­perfektionierern über Geschichts­deuterinnen und Krisengewinnler bis hin zu den Menschen, die diesen ganzen Unsinn nicht mehr ertragen und sich Gedanken über eine Welt machen, die den Menschen und nicht ihren Profitgötzen verpflichtet ist.

Die Sendung ist dem Darmstädter Ober­bürgermeister Walter Hoffmann gewidmet. Dieser hatte, laut Frankfurter Rundschau am 3. Dezember 2008, tags zuvor im Finanz­ausschuß „gescherzt“, die neuen Gebühren für die Nutzung von Darmstadts Stadt­bibliothek entsprächen „nicht mal zwei Glas Bier“. Es soll Menschen geben, die sich aufgrund der von Walter Hoffmann zu seiner Zeit als Bundestags­abgeordneter mitbeschlossenen „Agenda 2010“ schon heute kein so teures Glas Bier mehr leisten können. Eine solche Aussage ist schlicht unverschämt. So reden Menschen, die sich geistig längst dem großen Geld zugehörig fühlen und die auf die Benutzung der Stadt­bibliotehk nicht angewiesen sind, weil sie sich ohnehin alle Bücher leisten können, die sie lesen wollen.

Besprochene Bücher und Zeitschriften:

Playlist:

Die in der zweistündigen Sendung gespielten Musiktitel entstammen der CD „Rembetika. Songs of the Greek Underground. 1925 – 1947“.

 


 

Inhaltsverzeichnis

 


 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

heute mit dem Alltag und Geschichte Magazin und folgenden Beiträgen.

Ich werde über Datensammler und Folterperfektionierer reden, über Geschichtsumdeuter und Mussolini-Fanclubs, über vom Internationalen Währungsfonds als Medizin verabreichte Tuberkulose, über den Westwall und seine militarististischen Mythen, über die nationale Frage im Fußball, über ein Kongreßzentrum, welches das Lesen verleidet, und über Medienkompetenz im Zeitalter des Internets. Hierbei werde ich vier Zeitschriften, zwei Bücher und eine Vorlesung vorstellen, und mir hierzu zwei Stunden Zeit lassen. Musik gibt es auch zu hören, aber nicht weil mir inhaltlich nichts einfällt, sondern weil ich zugebe, daß es anstrengend ist, mir zwei Stunden konzentriert zuzuhören. Ich denke jedoch, daß ich eine interessante Mischung zusammengestellt habe.

Die Musik entstammt der Doppel-CD Rembetika – Songs of the Greek Underground. Es handelt sich hierbei um Titel aus den Jahren 1925 bis 1947, als das Rembetiko die Musik des kulturellen und politischen Untergrundes in Griechenland war. Ein bißchen Bohème ist auch dabei, es geht um Drogen, die Liebe und überhaupt das ganze Leben, das einen ankotzt. Aber es geht auch um die Sehnsucht nach Glück und einem besseren Leben, in dem man und frau nicht ausgebeutet wird und vor die Hunde geht. Während der deutschen Okkupation und des nachfolgenden Bürgerkrieges entfaltete das Rembetiko auch eine dezidiert politische Note. Die Doppel-CD wurde 2001 bei Trikont verlegt und wurde mir von Cornelia Roch zur Verfügung gestellt.

Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte ist Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

Jäger und Sammler

Besprechung von  Die Rote Hilfe, Heft 4/2008, 84 Seiten, € 2,00

Eine kapitalistische Gesellschaft benötigt den Staat als Instrument der Klassen­herrschaft. Er sorgt für eine kapitalkonforme Infrastruktur, bildet in Schulen und Universitäten das benötigte Humankapital aus, moderiert die knallharte kapitalistische Konkurrenz mit Gesetzen und Gerichten; er führt Kriege, wenn es um Rohstoffe und Märkte geht, und er diszipliniert die Arbeits­armee mittels Polizei und Justiz, sofern diese auf die Idee kommt, gegen die Zumutungen einer modernen durch­geknallten Leistungs­gesellschaft zu rebellieren. Der Staat ist der ideelle Gesamt­kapitalist, der den Laden auch in Zeiten der Krise in Ordnung hält. Manchmal gibt er sich demokratisch, manchmal ist er autoritär.

Zuweilen erhält er auch den Auftrag, die Klassen­verhältnisse neu zu regulieren. Dann wird das Personal – wie 1933 geschehen – ausgetauscht, um nach innen für Ruhe und nach außen für Ordnung zu sorgen. Das nennt man und frau dann Faschismus. Zur Zeit leben wir – zumindest in Deutschland – in einer Demokratie, jedoch in einer, die nach ihrem eigenen Selbst­verständnis eine wehrhafte ist. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Der Staat wehrt sich gegen alle diejenigen, die das Ordnungs­prinzip einer kapital­hörigen Gesellschaft nicht begreifen wollen.

Der G8-Gipfel in Scheinheiligendamm im vergangenen Jahr hat wieder einmal gezeigt, daß die Grenzen des Rechtsstaats sehr flexibel gehandhabt werden können. Regimegegner werden einfach einkassiert und mit durch nichts begründeten Vorwürfen eingeknastet. Nur drei Prozent der durch die Polizei eingeleiteten Ermittlungsverfahren hielten einer juristischen Überrüfung stand, was im Umkehrschluß bedeutet, daß 97% aller Ermittlungen rein willkürlich durchgeführt worden sind. Neben Verhaftungen gab es Platzverweise, Hausdurchsuchungen und andere Einschüchterungs­maßnahmen, die mit dafür sorgen sollten, daß die Vertreterinnen und Repräsentanten der herrschenden Klassen weltweit ungestört die Geschicke der Weltwirtschaft ausbaldowern können.

Doch es ist nicht nur die Repression anläßlich des G8-Gipfels in Heiligendamm, die beunruhigt. Überhaupt lassen die Schäubles dieser Republik keinen Anlaß aus, den Rechtsstaat auf den Stand der technischen und militärischen Möglichkeiten zu bringen. Ausufernde Daten­sammlungen gehören genauso dazu wie das BKA-Gesetz oder die Verwendung der Bundeswehr zur innenpolitischen Einsatz. Und zum Anlaß muß man oder frau dann nicht einen exotischen G8-Gipfel nehmen, es reicht auch ein normaler Castor­transport aus – oder eine Kundgebung gegen Neonazis.

Die Notstands­gesetze der 60er Jahre wurden in den 70ern als Anti-Terror-Gesetze weitergeführt und werden seither Stück für Stück den antizipierten Bedürfnissen einer angeblich bedrohten Gesellschaft angepaßt. Bürgerrechte gelten hierbei als Fremdwort. Wer die vielen US-amerikanischen Polizei- und Antiterror-Serien gegen den Strich sieht, kann sich leicht ein Bild von der Selbst­verständlichkeit machen, mit der unsere Privatsphäre systematisch demoliert werden soll.

Einzelne Bausteine der zunehmend totaleren Kontrolle bestehen jedoch nicht nur in den staatlichen Daten­sammlungen bei Polizei und Geheimdiensten. Auch Sozial- und Arbeitsämter leisten ihren Beitrag, genauso wie Banken und Finanzämter. Sollte dies nicht ausreichen, wird Google sicherlich behilflich sein; und letztlich gibt es ja auch so daten­freundliche Konzerne wie die Telekom oder den freien Markt, auf dem man und frau gegen cash ohnehin beliebige Daten aus unserem Privatleben einkaufen kann.

Denken wir noch ein Stück weiter. Die Zukunft gehört den RFID-Chips, die uns überallhin begleiten. Sie sagen uns und vor allem Dritten, was wir einkaufen, womit wir bezahlen, wo wir uns aufhalten, mit wem wir verkehren, was wir essen und wovon wir leben. Verknüpft ergeben diese Daten genau das, was die Stasi oder die Gestapo nur allzu gerne gehabt hätten. Ein Horrorszenario? Wir werden sehen. Nicht alles, was möglich ist, wird auch umgesetzt. Nicht alles funktioniert so, wie es sich die Datenkraken vorstellen. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – und der Tag dürfte nicht mehr fern sein, in dem das Daten­screening allgegenwärtig ist.

Cover Die Rote HilfeWenn wir dann noch die Hirnforschung mit einbeziehen, dann fragt sich, wann der Sach­bearbeiter im Arbeitsamt, die Streifen­polizistin auf der Straße, der Staatsanwalt im Gerichtssaal oder der neue Chef beim Vorstellungs­gespräch uns bitten werden, doch einmal einen Blick in unsere Köpfe werfen zu dürfen. Eine Verschwörungs­theorie? Ein von der US Defence Intelligence Agency herausgegebener Report wirft einen Blick in unsere Zukunft. Demnach soll in den nächsten 20 Jahren die Entwicklung neuer Arzneimittel und Technologien vorangetrieben werden, die beispielsweise mittels einens Scans unserer Gehirn­aktivität unsere kleinen Geheimnisse, Lügen und Wahrheiten aufdecken können.

Am Montag konnten wir im Onlineportal Telepolis einen Artikel über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Hinrnforschung lesen. Demnach soll es möglich sein, einzelne Laute wie a, i oder u über einen Hirnscan im Computer­tomografen zu erkennen. Ist Gedankenlesen in ferner Zukunft vielleicht dann doch einmal möglich?

Was bislang nur vereinzelt in den Zukunfts­visionen Hollywoods zu sehen war, wird Wirklichkeit. So heißt es in diesem Report unter anderem: „Auch Folterkonzepte können durch Entwicklungen auf diesem Gebiet verändert werden.“ Und weiter: „Es ist möglich, dass eines Tages eine Technologie entwickelt wird, die aus einem Gefangenen ohne jede bleibende Nebenwirkung Informationen extrahieren kann.“ Das alles natürlich unterstützt durch den Einsatz gehirnverändernder Medikamente und Drogen; wobei hier der Übergang fließend ist.

Dann muß der Kanzlerkandidat der SPD Frank-Walter Steinmeier auch nicht mehr so tun, als wisse er nichts von den Foltermethoden der CIA, obwohl diese spätestens seit den 60er Jahren einschlägig bekannt sind. Die richtigen Bücher zu lesen bildet eben.

Noch sind wir nicht so weit. Aber die Ansätze sind vorhanden und auch der Wille, die Ansätze zur Serienreife zu bringen. Flankiert wird diese Entwicklung durch neue Waffen wie Taser, also Elektroschock-Geräte, durch Datenv­erknüpfungen wie bei der neuen Gesundheits­karte, den Mautstellen mit ihren Videokameras zur Erfassung von Autokennzeichen, durch das uns vom Finanzamt zugesandte Personen­kennzeichen oder durch die mit Bundes­trojanern aufwendig inszenierte Online­durchsuchung. Freundlicher­weise verraten wir ohnehin jetzt schon allen daran interessierten Menschen und Organisationen, wo wir uns aufhalten und mit wem wir reden, indem wir unsere Datenspuren per Handy, E-Mail und in sozialen Netzwerken überall verbreiten.

Nun zähle ich all dies nicht deswegen auf, um Angst und Schrecken zu verbreiten, sondern damit wir hierauf besser vorbereitet sind und dagegen vorgehen können. Keine Datenspuren zu hinterlassen ist nicht unmöglich; Computer-Festplatten und E-Mails lassen sich verschlüsseln. Handys kann frau ausschalten oder es so handhaben wie ich: ich habe keins. Payback-Karten sind am besten als Plastikmüll aufgehoben. Und dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich zu organisieren und sich kollektiv zu wehren.

Spätestens hier kommt dann die Rote Hilfe ins Spiel, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, Menschen und Gruppen im Kampf gegen die staatliche Repressions­maschine zu unterstützen. Drei- bis viermal pro Jahr gibt sie ihre gleichnamige Zeitschrift heraus, die recht umfassend über neue repressive Trends informiert, aber auch über die Möglichkeiten, der Repression zu begegnen. Einzelne der gerade benannten Zukunfts­visionen habe ich der aktuellen Ausgabe dieser Zeitschrift entnommen. Die Zeitschrift ist über die Webseite der Roten Hilfe zu beziehen; und im Gegensatz zu manchen Lifestyle-Hochglanzblättern ist sie sogar mit 2 Euro pro Ausgabe recht preiswert.

Das kürzlich erschienene Heft 4 für dieses Jahr behandelt nicht nur die Daten­sammelwut und Repressions­maßnahmen in Deutschland, sondern geht zudem auch auf internationale Entwicklungen ein. Die Webseite der Roten Hilfe ist ganz einfach über www.rote-hilfe.de aufzurufen.

 

Tanz den Mussolini

Besprechung von: Mittelweg 36, Heft 5, Oktober/November 2008, 96 Seiten, € 9,50

Wer die Vergangenheit deutet, definiert auch die Zukunft [1]. Diesem Motto scheint sich ein Diskurs im Italien Berlusconis verschrieben zu haben, der daran geht, die Geschichte Italiens unter dem Faschismus Mussolinis neu zu schreiben und zu bewerten. Während Deutschland seit etwa Mitte der 90er Jahre daran geht, eine Art Erinnerungs­kultur zu betreiben, nicht nur, aber auch um hieraus die moralische Berechtigung zum humanitären Kriegseinsatz in aller Welt zu ziehen, gehen die Uhren in Italien anders. Der in Luzern lehrende Zeit­historiker Aram Mattioli beschreibt in einem in der Zeitschrift Mittelweg 36 nachzu­lesenden Aufsatz, wie die italienische Geschichte umgedeutet wird, ohne daß sich hierbei großer Widerstand regt.

Vielleicht ist es sinnvoll, auf die Grundlagen des bisherigen Geschichts­verständnisses und seine Wurzeln einzugehen, um diese neuere Entwicklung besser verstehen zu können. Der italienische Faschismus, also der korporative Klassenstaat unter seinem Duce Mussolini, war in erster Linie ein Instrument des im internationalen Vergleich unter­entwickelten Kapitalismus. Seine Aufgabe betsand darin, die Gesellschaft zu modernisieren und die Klassenkämpfe im Gefolge des 1. Weltkriegs einzudämmen. Weit weniger brutal angelegt als sein deutsches Pendant, ging er dennoch brutal gegen Regimegegner vor. Dennoch wird geschätzt, daß auch dieser vergleichsweise milde Faschismus eine Million Menschen das Leben gekostet hat.

Verdrängt wird hierbei – übrigens auch im kollektiven Gedächtnis Italiens – die italienische Kolonialgeschichte in Libyen und vor allem der brutale Versuch, Äthiopien zu erobern. Aram Mattioli schreibt, ohne zu übertreiben, gerade diesem Feldzug die Funktion eines Experimentier­feldes der Gewalt zu, so auch der Titel seines vor zwei Jahren erschienen Buchs zu diesem Thema. Schwere Kriegs­verbrechen wurden begleitet von systematischen Giftgas­einsätzen; eine Politik, welche die Grenzen des Machbaren für den kommenden Weltkrieg auslotete. Als Verbündete der Nazi-Wehrmacht hinterließen italienische Truppen auch in Jugoslawien, Albanien und Griechenland ihre blutigen Spuren.

Cover Mittelweg 36Der italienische Staatskonsens von 1945 konnte jedoch auf einzelnen Bruchlinien dieser faschistisch-imperialistischen Gemengelage aufbauen. Dem Sturz Mussolinis im Juli 1943 folgte die deutsche Okkupation und die hiergegen gerichtete Resistenza. Der Widerstand gegen die Nazi-Besatzer konnte nach Kriegsende leicht als nationaler Befreiungs­krieg umgedeutet werden.

Der Kalte Krieg beförderte den Mythos, die italienischen Partisanen selbst hätten die deutschen Besatzer besiegt – ein Mythos übrigens, der von den reaktionären Christdemokraten bis zu den, zumindest noch in den 50er Jahren, stalinistischen Kommunisten reichte. Auf einmal wollte keine und niemand mehr beim Aufbau einer faschistischen Gesellschaft mitgewirkt haben. Der jährlich begangene National­feiertag am 25. April half bei dieser Verdrängungs­leistung. Zwar gelang es dadurch, faschistische Nostalgiker an den Rand zu drängen, doch gleichzeitig wusch dieser Konsens auch die faschistischen Täter weiß.

In den 90er Jahren verblaßte dieser Mythos. Einer der Gründe dürfte der Zusammenbruch des sich nach dem 2. Weltkrieg etabliert habenden Parteiensystems gewesen sein. Während die Träger dieses Konsenses nach und nach wegstarben, drängte eine neue Historikerinnen- und Politiker­generation auf neue Sichtweisen. Die Deutung der Jahre zwischen 1943 und 1945 als inneritalienischer Klassenkrieg ging einher mit dem Erstarken der sich um Silvio Berlusconi scharenden neuen italienischen Rechten. Was zuvor undenkbar schien, wurde 1994 Wirklichkeit. Die italienischen Neofaschisten kamen als Koalitions­partner an die Macht. Nicht nur, daß der MSI etwa ein Siebtel aller Stimmen bekam, nein, es wurde hoffähig, wenn deren Chef Gianfranco Fini Mussolini als den größten Staatsmann des 20. Jahrhunderts bezeichnete.

Aram Mattioli gibt uns in seinem 19-seitigen Aufsatz eine solide Darstellung einer Entwicklungslinie, die veranschaulicht, daß rechte und faschistische Deutungsmuster kaum voneinander zu unterscheiden sind. Diese Muster sind derart normal, daß eine Getränke­firma Weinflaschen mit Hitler- und Mussolini-Etiketten vertreiben kann oder faschistische Politiker der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg öffentlich geehrt werden. Die Stärke der Rechten verweist auf die Schwäche der Linken, die durchaus auch etwas mit der verlogenen Haltung zur Geschichte der Resistenza zu tun haben mag.

Tatsächlich jedoch hat auch in Italien die Linke keine Antworten auf die durchgeknallte neoliberale Offensive in Wirtschaft und Gedanken. Hinzu kommt, daß mit Berlusconis Offensive der Gedanke hegemonial wird, daß nicht der Faschismus, sondern der Kommunismus das unmenschlichste Unternehmen der Geschichte gewesen sei. Diese Geschichts­deutung geht einher mit einer Integration der neo­faschistischen Rechten in die Mitte der Gesellschaft. Dem entsprechend werden auch neue Gedenktage eingeführt, in denen die Nachfahren der Täter sich als Opfer, etwa von Titos Partisanen, gerieren können. Dies alles ist, so Aram Mattioli, höchst besorgniserregend.

Die Oktoberausgabe der Zeitschrift Mittelweg 36 befaßt sich auf den übrigen 80 Seiten mit Rudi Dutschkes Bücherkiste, mit der Deutung sozialer Unsicherheit, mit einem gravierenden Mißverständnis hinsichtlich des Schriftstellers W.G. (Winfried Georg Maximilian) Sebald, sowie mit dem Selbstmord des türkischen Flüchtlings Cemal Kemal Altun während seines Asylverfahrens 1983 in Berlin. Unmenschlichkeit hat eben viele Facetten; einigen hiervon wird in der Zeitschrift aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung nachgegangen. Das Oktoberheft mit seinen 96 Seiten kostet 9 Euro 50; und dieser Tage erscheint das aktuelle Dezemberheft der Zeitschrift.

 

Kranke Geschäfte

Besprechung von : Pharma-Brief, Nr. 8, Oktober 2008

Wir machen unsere Geschäfte nicht, um Leben zu retten, sondern um Geld zu verdienen. Leben zu retten geht uns nichts an.

Dieser Satz stammt nicht von mir, obwohl ich ihn kaum besser formulieren könnte. Ausgesprochen hat ihn Urs Flueckiger, der Südkorea-Direktor des Pharmakonzerns Roche, nachdem er aufgefordert worden war, die Kosten eines Medikaments gegen AIDS zu senken. Oder, wie es schon vor rund einhundertsechzig Jahren der Bankier und kurzzeitige preußische Finanzminister David Hansemann formuliert hatte:

Bei Geldfragen hört die Gemütlichkeit auf.

Während jährlich Zigmillionen Menschen verhungern und krepieren, werden die Banker von heute mit milliarden­schweren Rettungspaketen für ihre Ungemütlichkeit belohnt. Dabei gibt es noch einige ganz andere Anhaltspunkte dafür, wie kapitalistische Wirtschafts­politik ganz direkt krank macht. Der im Oktober 2008 erschienene Pharma-Brief der BUKO Pharma-Kampagne berichtet beispielsweise über eine Studie, die ganz direkt belegt, wie die Struktur­anpassungs­programme des Internationalen Währungsfonds in insgesamt 21 Ländern Osteuropas und der früheren Sowjetunion Tuberkulöse fördern und die daraus resultierende Sterblichkeit erheblich erhöhen.

Cover Pharma-BriefZwar habe der IWF keine direkten Einfluß­möglichkeiten auf die nationalen Investitionen in das Gesundheits­wesen, doch offensichtlich einen starken indirekten Effekt. Eine weitere Studie zu den Folgen der IWF-Politik in Afrika kam zu ähnlichen Schluß­folgerungen. Vielleicht sollten wir angesichts der bevorstehenden Wahl zum Bundes­präsidenten darüber nachdenken, daß ein gewisser Horst Köhler von Mai 2000 bis März 2004 geschäfts­führender Direktor, also Chef, dieser krankheits­verursachenden Organisation gewesen ist. Dies qualifiziert ihn gewiß zu einer moralischen Instanz in einem kapitalistischen und vor allem kapital­hörigen Gemeinwesen wie dem unseren.

Überhaupt sind dringend benötigte Arzneimittel in den Ländern der Dritten Welt entweder nicht verfügbar oder schlicht zu teuer. Der Pharma­industrie mag dies recht sein, denn was bringt das schon, in lebensrettende Medikamente zu investieren, die keine Rendite einbringen? Das mag sich auch der US-Senat gedacht haben, als er beschloß, daß Pharmaunternehmen, die Medikamente gegen Tropen­krankheiten entwickeln, zukünftig mit einem Gutschein belohnt werden können. Mittels dieses Gutscheins können sie eine schnellere Zulassung eines anderen, gewinnträchtigen Medikaments erreichen.

Der Haken dabei: die US-amerikanische Zulassungs­behörde FDA ermöglicht schon jetzt eine beschleunigte Zulassung für Medikamente, die einen Fortschritt in der Therapie versprechen. Was im Umkehrschluß bedeutet: den Gutschein benötigt nur, wer keinen Fortschritt in der Medizin anbietet, sondern nur Geld mit einem Medikament verdienen will, dessen Nutzen zweifelhafter Natur ist. Womit wir wieder bei der Aussage des Managers von Roche sind, daß es aufs Geldverdienen ankommt und nicht darauf, Leben zu retten. [2]

Es wäre ja auch verwunderlich, wenn eine Gesellschaft, die Tuberkulose verbreitet, an die Gesundheit der Menschen denken würde. Hierzu paßt die Meldung, daß die Tabak­industrie internationale Handels­abkommen gezielt dazu nutzt, das gesundheits­schädliche Qualmen auch gegen den Willen nationaler Regierungen durchzusetzen. Ein Glimm­stengelverbot, so die Tabakindustrie, verletze das internationale Abkommen zum Schutz des geistigen Eigentums (TRIPS), und das Werbeverbot für gesundheits­schädlichen Qualm stelle einen Verstoß gegen das Dienstleistungs­abkommen GATS dar. Tja, und genau dafür wurden diese Abkommen ja auch geschlossen.

In den frühen 1990er Jahren hatten die Tabakmultis den illegalen Verkauf steuerfreier Zigaretten in Kanada unterstützt. Zwar müssen jetzt zwei Unternehmen eine Milliarde Dollar als Kompensation an die Regierung zahlen, doch halten kanadische Ärztinnen und Ärzte diese Summe angesichts des angerichteten Schadens für lächerlich wenig. Die durch die illegale Steuerfreiheit provozierten niedrigen Zigarettenpreise hätten bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren zu signifikant mehr Raucherinnen und Rauchern geführt; diese Zahl ging erst wieder zurück, nachdem die Zigaretten­steuer wieder voll zur Wirkung kam. Nun halte ich es für bigott, wenn der Staat am gesundheits­schädlichen oder gar tödlichen Konsum mit verdient. Doch die Tabaklobby hat einen langen Arm und benötigt ihre Drogenjunkies, weil sonst die Gemüt­lichkeit aufhört.

Mehr hierzu findet sich in der Oktober­ausgabe des Rundbriefs der BUKO Pharma-Kampagne namens Pharma-Brief. Die aktuelle Dezember­ausgabe beschäftigt sich mit nutzloser, aber profitabler Pharmawerbung, miserablen hygienischen Bedingungen und damit, wie es der Pharma­industrie ermöglicht wird, Verbraucherinnen­schutz zu betreiben. Beziehen kann man oder frau den Pharma-Brief über die Webseite www.bukopharma.de[3]

 

Siegfried und die Drachenzähne

Besprechung von : Karola Fings und Frank Möller (Hg.) – Zukunftsprojekt Westwall, Rheinische Edition 2008, 128 Seiten, € 18,00

1935 begann das national­sozialistische Deutschland, an seiner Westgrenze Befestigungs­anlagen zu errichten, die später als Westwall in die Geschichte eingegangen sind. Nach dem Sieg der Alliierten stellte sich die Frage nach dem Umgang mit diesem Relikt eines entfesselt geführten Krieges. Da weder ein militärischer Nutzen erkennbar noch eine Erinnerung an diese Vergangenheit gewünscht war, wurden viele der zum Westwall gehörenden Monumente gesprengt, abgetragen, verbuddelt oder zerstört.

Buchcover Zukunftsprojekt WestwallAls der Kalte Krieg mit dem Zusammen­bruch des Realen Sozialismus gewonnen war und Deutschland seine volle Souveränität zurückerhalten hatte, stellten sich manche Fragen neu. Nicht nur, daß man und frau sich dem Ausland gegenüber geläutert zeigen wollte. Auch innenpolitisch war Erinnerung angesagt. Hinzu kam eine Aufwertung der Denkmal­pflege und aufgrund des gewachsenen zeitlichen Abstandes auch eine Neubewertung der Westwall­reste als Zeitdokument.

Nun ist der Westwall nicht ein Boden­denkmal wie jedes andere. Auch wenn seine noch vorhandenen Reste in Nordrhein-Westfalen durch die Denkmal­pflege zunächst einmal wie jedes Denkmal erfaßt, beschrieben und inventarisiert wurden, so ließ sich ein gewisses Unbehagen im Umgang mit der Materie nicht abstellen. Zudem waren inzwischen einzelne dieser Monumente durch Einzel­initiativen der musealen Nutzung zugeführt worden, wobei das Schwer­gewicht nicht auf den Verbrechen des National­sozialismus, sondern in der Begeisterung für tödliches Kriegs­spielzeug lag. Außerdem hatten sich inzwischen in einzelnen Bunkeranlagen bedrohte Tier- und Pflanzenarten eingenistet und für sich eine ökologische Nische gefunden. Aspekte des Naturschutzes waren daher ebenfalls zu berücksichtigen.

Nun ist ein Westwall­bunker sicherlich kein schützenswerter natürlicher Raum wie beispielsweise eine Bachwiese. Hier muß sich Naturschutz historisch und politisch rückversichern, um nicht mit durchaus nachvollziehbaren Argumenten eine dem Massenmord verbundene Anlage unhistorisch erfahrbar zu machen. Und da wir im Kapitalismus leben, dem beim Geldverdienen die Beweggründe herzlich egal sind, entdeckten findige Gemeinden den Westwall als Tourismus­attraktion. Spätestens hier galt es einzuschreiten. Beklagt wird eine Enthistorisierung des Westwalls, die sich darin ausdrückt, die verbrecherischen politischen sowie ideologischen und wirtschaftlichen Zusammen­hänge, denen die Anlage ihre Existenz verdankt, gezielt auszublenden.

Ein guter Grund also, eine Tagung durchzuführen. Diese fand unter dem Thema Zukunftsprojekt Westwall im Mai 2007 in Bonn statt. Der Band zur Tagung ist vor kurzem in der Rheinischen Edition von Karola Fings und Frank Möller herausgebracht worden. Die der Tagung zugrunde liegende Fragestellung lautete, wie sich die verschiedenen Interessen mit einem verantwortungs­bewußten Umgang mit den Überresten dieser NS-Anlage verknüpfen lassen.

Das Interessante an dem Tagungsband ist, daß in den hier versammelten Aufsätzen nicht nur die mit dem Westwall verbundenen Mythen und Propaganda-Absichten aufgedeckt werden, sondern zudem diese Grenzanlage auch in ihrer Funktion als Mittel der Umgestaltung von Landschaften, Siedlungs­strukturen und Lebens- und Arbeits­zusammenhängen betrachtet wird. Der Westwall wird somit nicht nur als militärisches Bollwerk gesehen, sondern auch als gewaltige Infrastruktur­maßnahme, um althergebrachte Zusammen­hänge aufzubrechen und sie der national­sozialistischen Ideologie gemäß neu zu gestalten. Die Eroberung des Lebensraums im Osten war mit der Umgestaltung des Lebensraums im Westen verbunden.

Der interdisziplinär arbeitende Historiker und Medien­wissenschaftler Frank Möller zeigt uns den Westwall als mythisch überhöhte Schutzanlage, die nach Jahrzehnten zu einem bewunderten Zeugnis deutscher Ingenieurskunst mutiert ist. Hierbei belegt er, daß schon unter den Nazis Mythos und Realität zu diesem rund 630 Kilometer langen Bauwerk auseinander­gedriftet waren. Während die Nazis ihr Wunderwerk propagandistisch ausschlachteten, sah die Wirklichkeit nüchtern betrachtet ganz anders aus: Der überstürzt durchgeführte Masseneinsatz von Menschen und Material führte zu enormen Preis­steigerungen, Abrechnungs­betrug und Pfusch am Bau.

Die Arbeitskräfte waren, anders als [von den Nazis] dargestellt, überhaupt nicht begeistert, sondern aus dem ganzen Reich zwangsweise rekrutiert. Disziplin­losigkeit, Desertion, Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung und Alkoholismus waren verbreitet; es kam sogar zu vereinzelten Streiks für bessere Arbeits­bedingungen und höhere Löhne.

 

Faszination im Bild

Die Landserhefte der 50er Jahre griffen die Faszination soldatischer Tugenden und Heldentaten auf und bedienten sich hierbei durchaus der von den National­sozialisten herrührenden Westwall-Rhetorik. Von hier ist es nicht weit zu modernen geschichts­revisionistischen Vorstellungen, wonach der Westwall notwendig war, um Deutschland vor den Folgen des Versailler Vertrages zu schützen. Die hiermit verknüpfte Umdeutung von Tätern zu Opfern findet sich in nicht wenigen musealen Einrichtungen wieder.

Der Psychologe Hermann-Josef Burk befaßt sich mit der Faszination des Westwalls. Alles mußte, einem rücksichtslos manischen Affekt folgend, gigantisch groß sein. Naziarchitektur war immer auch monumental. Dementsprechend wurden gewaltige Mengen an Zement und anderen Bau­materialien verwendet, die andernorts dann gefehlt haben. Unter normalen Umständen hätten die Kosten für dieses, unter militärischen Gesichts­punkten weitgehend wertlose Projekt den Staats­bankrott hervorgebracht. Da die Nazirechnung jedoch eine Verschuldung mit einkalkulierte, die man mit den erraubten, erpreßten und zusammengeplünderten Werten eines entfesselten Vernichtungs­krieges zu begleichen dachte, kam es nicht dazu.

Der Historiker Christoph Raas bettet den Bau des Westwalls in eine in mehreren Ländern Europas einsetzende Festungs­mentalität ein, die darauf vertraute, sich durch stark befestigte Abwehrsperriegel besser verteidigen zu können. Das national­sozialistische Deutschland war hierbei eher ein Nachzügler dieser Entwicklung nach dem 1. Weltkrieg. Die meisten dieser Festungs­anlagen erwiesen sich schnell als wertlos, beispielsweise die französische Maginot-Linie. Dennoch war der Westwall nicht nur eine propagandistisch überhöhte Fassade aus Beton. Beim Rückzug aus dem besetzten Frankreich bot der Westwall durchaus Halt; er verlängerte den vielleicht schon im Spätherbst 1944 möglichen Durchbruch der alliierten Armee um etwa ein halbes Jahr. Ein halbes Jahr weiteren Mordens.

Der historische Geograf Andreas Dix zeigt uns den Bau des Westwalls als Teil einer Raumplanung und Strukturpolitik, die zum Teil widersprüchlich, zum Teil auch tastend verlief, aber tiefe Spuren in der Landschaft und in der Siedlungs­struktur hinterließ. Eifel und Hunsrück galten schon vor den Nazis als Notstands­gebiet. Der Nürburgring wurde 1927 nicht zufällig mitten in die Eifelhügel gepflanzt. Er brachte nicht nur die Moderne in die Eifeldörfer, sondern modelte bewußt gewachsene Strukturen marktkonform um. Als Fazit hält Andreas Dix fest:

Der Westwall stellt mit seinem großdimensionierten Eingriff einen der ersten Ansatzpunkte für die allumfassend gedachte ländliche Strukturpolitik des NS-Staates dar. [4]

Der Kabarettist und Filmemacher Achim Konejung führt uns den Westwall im Propagandafilm vor. Anhand von Filmmaterial, das er in US-Archiven recherchieren konnte, konnte er feststellen, wie die Nazis das Rohmaterial für Film­aufnahmen verwendet hatten. Die Manipulations­techniken reichten bis dahin, für einen Westwallfilm ein Munitions­depot bei Magdeburg zu filmen, weil nur dort die Kulissen für einen gigantisch überhöhten Film vorhanden waren. Auch wenn die Nazis und die Alliierten in ihren Kriegsfilmen propagandistische Ziele verfolgten und deshalb alle ihnen bekannten Manipulations­techniken einsetzen, so gab es doch einen Unterschied:

[Die deutschen] Lügen waren so dreist und menschenverachtend, dass sie nur mit dem schneidenden Herrenmenschenton des Übergermanen und einer vernebelnden Bildersprache an die Volksgenossen zu bringen waren. [5]

Dennoch verfehlten diese Bilder auch bei den Alliierten nicht ihre Wirkung. Die Siegfried-Linie mit ihren Drachenzähnen wurden so lange als ernsthaftes militärisches Hindernis betrachtet, bis die ersten Panzer im Herbst 1944 relativ leicht die Sperrlinien überfuhren.

Bis zum Beginn des "Westfeldzuges" sollten diese Bilder fester Bestandteil der Berichterstattung bleiben. Und so hatte der Westwall in den Augen des deutschen Publikums einen Großteil seiner Wirkung bereits erbracht: Der Feind hatte nicht angegriffen. Im Ausland – der Film war in vierzehn Sprachen weltweit zur Aufführung gekommen – ließ „Der Westwall“ allerdings den Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren. [6]

Hierauf aufbauend konnte die Wehrmacht Polen überfallen, im Vertrauen darauf, daß auch ein nicht wirklich verteidigungs­bereiter Westwall mit dieser Bildersprache ausreichend abschreckend wirken würde.

Weitere Aufsätze des Tagungsbandes vertiefen den Befund als denkmal­pflegerische Bestands­aufnahme oder in seiner Bedeutung für den Denkmal- und Naturschutz. Vorgestellt werden weiterhin einzelne museale Konzepte, um hieran Stärken und Schwächen herauszuarbeiten. Karola Fings, stellvertretende Direktorin im NS-Dokumentationszentrum in Köln, liefert daran anschließend einige kritische Anmerkungen zur derzeitigen Musealisierungs­praxis.

Die Zeit der Zerstörung dieses NS-Erbes ist vorbei; dennoch kann schon allein aus finanziellen Gründen der Denkmal­schutz nicht alles konservieren. Die Frage der Museums­pädagogik stellt sich hier genauso wie die Frage, wie die Westwall­reste in ihrem historischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kontext einzubinden sind. Hier ist noch einiges zu tun, ehe vielleicht doch das nackte ökonomische Interesse an der Ausschlachtung einer seines Kontextes entkleideten Vergangenheit siegt.

Der von Karola Fings und Frank Möller in der Rheinischen Edition herausgebrachte Tagungsband trägt den Titel Zukunftsprojekt Westwall. Er umfaßt 128 Seiten und kostet 18 Euro.

 

Das nationale Eigentor

Besprechung von : Dietrich Schulze-Marmeling / Hubert Dahlkamp – Die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft, Verlag Die Werkstatt 2008, 511 Seiten, € 26,90

Nationalismus ist eine feine Sache. Schon Rosa Luxemburg wußte, daß die nationale Begeisterung dem Klassenkampf abträglich ist, weil die Massen nicht gegen ihre Ausbeuter kämpfen, sondern gegeneinander. In ihrer Abrechnung mit dem sozial­demokratischen Theoretiker und Politiker Karl Kautsky schrieb sie 1915:

Der welthistorische Appell des Kommunistischen Manifests erfährt eine wesentliche Ergänzung und lautet nun nach Kautskys Korrektur: Proletarier aller Länder, vereinigt euch im Frieden, und schneidet euch die Gurgeln ab im Kriege!

Fußballerisch betrachtet heißt dies: Jedes in einem Länderspiel bejubelte Tor ist ein Eigentor des Proletariats.

Als die kapitalistische Wirtschafts­weise im 15. und 16. Jahrhundert zu ihrem Siegeszug antrat, führte dies in Europa zu einer Neugestaltung und Neuformierung staatlicher Gewalt. Die feudalen Herrschafts­gebiete des Mittelalters wandelten sich zu Nationalstaaten; das Lehnswesen wurde ersetzt durch Manufaktur­betriebe, Handelsbörsen und die weltweiten Plündertouren der Eroberer aus Frankreich, England, Spanien, Portugal und den Niederlanden. Mit der Französischen Revolution wurde der Nationalstaat als die perfekte Waffe der Bourgeoisie festgeschrieben. Protektionismus nach innen, Freihandel nach außen. Wenn der einheimische Markt nicht stark genug ist, helfen ihm Gewehre und Kanonenboote nach.

Buchcover Die Geschichte der Fußball EuropameisterschaftSchon die Entstehungs­geschichte des modernen Fußballs ist nicht frei von nationalistischen Untertönen. Als undeutscher Sport war er Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts verpönt. Während des 1. Weltkriegs diente er der Wehr­ertüchtigung, allerdings soll es in den Feuerpausen auch Spiele zwischen einzelnen feindlichen Armee-Einheiten gegeben haben. Das war nicht gerne gesehen und wurde unterbunden. Hingegen wurden Fußballspiele zwischen National­mannschaften vor und nach dem 1. Weltkrieg in der Öffentlichkeit durchaus als Ausweis eigener Überlegenheit kommuniziert. Nationalismus wurde in den Fußball gegossen, was sicherlich harmloser ist, als sich gegenseitig abzumurksen.

Nach dem 2. Weltkrieg diente – zumindest in Europa – das Spiel mit dem runden Leder zwar immer noch als nationals Standort­bestimmung, jedoch auch als Möglichkeit, in einen friedlichen Wettstreit miteinander zu treten. Während dies auf Vereinsebene Mitte der 50er Jahre mittels des Europapokals der Landesmeister auf Anhieb gut gelang, hatte die Europa­meisterschaft der Nationen anfangs einen schweren Stand. Lange stand sie im Schatten der Fußball-Welt­meisterschaft, vielleicht auch, weil ihr die brasilianische Folklore gefehlt hat.

Erst mit der Finalrunde während der Europa­meisterschaft 1972 gelang es diesem Event, ein wenig aus dem Schatten der anderen Wettbewerbe herauszutreten. Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp haben nun im Verlag Die Werkstatt die über 500 Seiten dicke Geschichte der Fußball-Europa­meisterschaft zusammengetragen, nacherzählt und kommentiert. Wer ihre Geschichte der Fußball-Welt­meisterschaft oder der deutschen Nationalmannschaft kennt, weiß, worauf er oder sie sich einläßt, nämlich auf eine fachlich ausgewiesene und gleichzeitig angenehme Lektüre. Nationalistisch aufgemotzte Lageberichte finden wir hier jedenfalls nicht.

Natürlich besaß auch die Fußball-Europa­meisterschaft Vorbilder. Schon im 19. Jahrhundert trugen die britischen Fußball-Verbände Turniere untereinander aus, lange bevor 1902 das erste offizielle Länderspiel auf dem Kontinent anberaumt wurde. Noch bevor die Europäer auf die Idee kamen, ein Kontinentalturnier auszutragen, hatten die Südamerikaner schon einige Jahrzehnte Erfahrung hiermit; vielleicht auch ein Grund für ihre fußballerische Überlegenheit. Hugo Meisl, ein visionär denkender österreichischer Sport­funktionär, bemühte sich in den 30er Jahren um friedliche europäische Wettbewerbe, in einer Zeit also, als alle Warnsignale auf einen bevorstehenden Krieg hindeuteten. Erst die Zerschlagung des Nazi-Faschismus machte so gesehen den Weg frei für nationale Fußball­schlachten, die keine Toten forderten.

Der fast fünf Zentimeter dicke Band versammelt alle Turniere, alle Spiele, und geht auch auf die vorangegangenen Qualifikationen ein. Während mich manchmal das Gefühl beschleicht, daß bei einigen Spielen dürre Statistiken in wohlklingende Spielberichte übersetzt wurden, ist an anderer Stelle deutlich zu bemerken, daß hier ein tatsächlicher tagesaktueller Spielbericht die Grundlage gebildet hat.

Als Weihnachtsgeschenk ist dieses Buch sicherlich mehr als nur einen Gedanken wert, zumal auch die Europa­meisterschaft dieses Sommers mit über 70 Seiten nicht zu kurz kommt. Wer allerdings ästhetische Farbbilder von den Kulissen des Spektakels in Österreich und der Schweiz erwartet, sollte lieber zu einem der vielen schnell und manchmal auch zu hastig aufgelegten Bildbände greifen. Bei Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp geht es ruhiger und besonnener zu, was der tiefgründigen Analyse dann auch gut bekommt.

Was die deutschen Fußball-Nationalisten sicherlich nicht gerne lesen werden: ihre Nationalelf wird weder überhöht noch übertrieben kritisch dargestellt. Und eine nüchterne Darstellung in einer von Event zu Event hypenden Hysterie ist sicherlich nicht das Verkehrteste. Deshalb noch einmal die Daten zum Buch: Auf 511 Seiten erzählen Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp – so auch der Titel des Bandes – Die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft. Das Buch ist in dem für seine Qualität zudem einschlägig bekannten Verlag Die Werkstatt erschienen und kostet 26 Euro 90.

 

Kohle, Banken, Kohle

Besprechung von : Lunapark21, Heft 4/2008, Ausgabe Winter 2008/2009, 72 Seiten, € 5,50

Daß die Krise ausgebrochen ist, pfeifen nicht mehr nur die Spatzen von den Dächern. Allenthalben sprießen Rettungspläne hervor, die jedoch merkwürdiger­weise ausgerechnet den Sektor schützen sollen, der sich am meisten verzockt hat. Ich glaube, ich mache das demnächst auch mal so. Ich gehe nach Wiesbaden ins Kasino, verzocke dort mein Arbeitslosen­geld und bekomme anschließend ein Rettungspaket geschnürt, um wieder nach Wiesbaden zurückkehren zu können. Nun gibt es zwischen mir und einer Bank nur einen gewichtigen Unterschied. Ich bin dazu auserkoren, Profit zu erwirtschaften, und nicht, Profit zu verprassen.

Häufig ist von der Gier und der Spekulations­sucht von Managern und Aktienbesitzern die Rede. Nichts wäre falscher. Georg Fülberth faßt den Sachverhalt in der neuesten Ausgabe der ökonomie­kritischen Zeitschrift Lunapark21 lakonisch zusammen:

Die Spekulation ist keine entbehrliche Zutat zum Kapitalismus, sondern Voraussetzung gleichermaßen der Akkumulation wie der Krise. Sie gehört zu seinem Kern. [7]

Ja, es ist eine üble Blase, und sie funktioniert nach üblen Blasenkriterien. Der Kapitalismus ist eben keine soziale Veranstaltung. Friedrich August von Hayek, der Stammvater des Neoliberalismus, erklärte 1979 an der Universität Freiburg, daß das Soziale kein Ideal sei, sondern die Regeln einer freien Wirtschaft ihres Inhalts beraube. Dafür bekam er einen Nobelpreis. Deshalb werden die Rettungspakete für die Banken auch von einer kleinen Gruppe von Bankern diktiert. Den Parlamenten kam dann nur noch die Aufgabe zu, diese Rettungspakete in Windeseile durchzu­winken. Der Staat ist eben zuallererst der ideelle Gesamt­kapitalist und sorgt für die trockenen Schäfchen – der Bourgeoisie.

Das muß man und frau sich einfach einmal auf der Zunge zergehen lassen. Während bei jeder sozial nützlichen Ausgabe jeder Euro dreimal umgedreht wird, wenn nicht ohnehin vorher erklärt wird, es sei kein Geld da, werden auf einmal lustig Milliarden und Abermilliarden Euro und Dollar aus der Tasche gezogen. Roland Koch, brutalst möglicher Sanierer auf Kosten hessischer Sozial­einrichtungen, entdeckt auf einmal sein Herz – für Opel. Da fließen die Millionen, die es angeblich gar nicht gibt, auf einmal ganz locker dahin.

Die hierdurch mit einem Mal als nützlich angesehene Staats­verschuldung muß natürlich von irgend­jemandem bezahlt werden. Und ratet mal, wer das sein mag. Zahlen jetzt die Banken mehr Steuern als Dividenden? Werden Vermögens­steuern erhöht oder, falls abgschafft, wieder eingeführt? Kaum zu erwarten, oder? Die Soziologin und freie Journalistin Mag Wompel bringt den Sachverhalt in ihrem einleitenden Beitrag unter dem Titel Opfer für die Banken oder Opfer der Banken auf seinen profitablen Punkt:

Alle überschlagen sich im Reparatur­betrieb des Kapitalismus, obwohl dieser – gerade deswegen – wunderbar funktioniert: für die Reichen. Auch Linke kritisieren "Misstände" und wollen das System, zu dem diese gehören, schützen durch Staat, Finanzaufsicht, Knast, Moral, Spaßverbot („Casino schließen“), Wirtschaftswachstum, Regulierung und Zivilisierung. Fördern UND fordern bleibt den Hartz-IVern vorbehalten. Am hilflosesten gebärden sich die Gewerkschafts­führungen mit protektionistischen Konjunktur­programmen, ersten Tarif­konzessionen und korporatistischer Solidarität mit den Banken, nicht ihren lohn­abhängigen Opfern. [8]

Irgendwie auch köstlich: da strampelt sich das Kapital drei Jahrzehnte lang ab, ganz neoliberal den Reichtum von unten nach oben umzuverteilen, und dann kommt die Finanzkrise – und die Umverteilung geht noch schneller, noch effektiver und vor allem so intransparent, daß wir nur staunen können. Anstatt nun dabei auch noch zu helfen, das Kapital vor seinen eigenen desaströsen Auswirkungen zu retten bzw. es noch mehr zu bereichern, sollten wir etwas ganz Anderes bedenken. So bemerkt Mag Wompel ganz richtig:

Menschen brauchen Güter und Infrastruktur, sie brauchen weder Geld noch Lohnarbeit, noch eine „Realwirtschaft“, die sich um diese Bedürfnisse nicht kümmert, und keine Produktions­weise, die diesen Bedürfnissen entgegensteht. Dieser aktuelle Sachzwang ist also nicht unserer. Unsere – solidarischen – Bedürfnisse sind unser Sachzwang. Schon möglich, dass eine Revolution nicht auf der Tagesordnung steht (und eine solche, die eine Verelendung als Voraussetzung hat, wäre keine emanzipatorische). Übersetzt man aber „Revolution“ wörtlich, dann steht just dies an: die Umwälzung der bestehenden Verhältnisse. Denn unser Sachzwang heißt: internationaler Widerstand und politische Streiks. [9]

Hiermit ist auch klar umrissen, daß Lunapark21 sich wenig um die Interessen des Kapitals kümmert, sondern den Menschen verbunden ist, die schon unter dem ganz normal funktionierenden Kapitalismus zu leiden haben und jetzt in der Krise erst recht verarmen, verhungern, verelenden. Und so erfahren wir von dreihundert Meter tief in die Erde gebohrten riesigen Kratern, um im Norden von Bangladesh Kohle zu fördern. Zigtausende Menschen, die dort mehr schlecht als recht lebten, werden vertrieben. Im Nachbarland Indien werden ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht, um den Tourismus zu fördern. Damit ein paar Wohlstands­kinder aus den reichen Metropolen indische Exotik einpfeifen können, sitzen Tausende auf der Straße ohne Hoffnung auf ein besseres Leben, denn Jobs sind rar und, wenn vorhanden, dann auch hunds­miserabel bezahlt. So die Nachrichten aus Delhi.

Armutsproduktion der ganz eigenen Art findet derzeit in Osteuropa statt. Das Modell des Bierdeckel-Ökonomen Paul Kirchhof feiert als flat tax längst Erfolge. Anfang des Jahres haben Bulgarien, Albanien und teilweise auch Tschechien den Einheits­steuersatz eingeführt. Die Slowakei war schneller. Hier beträgt schon seit einigen Jahren der einheitliche Steuersatz 19% auf alle Abgaben. Während davon – wie beabsichtigt – die wenigen Reichen profitieren, wurde für die meisten Menschen des kleinen Landes der Steuersatz auf lebens­notwendige Produkte, auch Mehrwert­steuer genannt, fast verdoppelt. Martin Bruncko, 27-jähriger Chefberater des damaligen Finanzministers Ivan Miklos, fand nun, daß "alle gleich" seien. Kein Wunder, daß der Think Tank des slowakischen Neoliberalismus nach Friedrich August von Hayek benannt ist.

Was die kommende Wirtschaftskrise für die rund eine Milliarde schon jetzt hungernden Menschen bedeutet, will ich hier an dieser Stelle lieber nicht ausmalen. Es ist so grotesk. Weltweit werden genügend Lebensmittel und Medikamente produziert, um allen Menschen auf diesem Globus ein sorgenfreies Leben zu garantieren – und was geschieht? Im Namen des allgegen­wärtigen Marktes und des derzeit etwas wackelnden Profits krepieren jedes Jahr zehn Millionen Kinder. In den nächsten Jahren werden es wohl ein paar mehr sein. Nicht zuletzt dank der Kapitalspritzen und Bürgschaften für notleidende Abzocker.

 

Scharf kalkuliert

Werfen wir kurz einen Blick auf Schnuckelstadt, ich meine: Darmstadt. Umverteilung funktioniert hier ein wenig anders, ist aber ähnlich durchgeknallt. Da stellt sich die lokale Bourgeoisie mit Hilfe ihrer Kommunal­politik ein Kongreßzentrum neben die Wörnerbrücke vor das Schloß, das von vornherein so kalkuliert ist, daß es Verluste einfährt. (Die Bänker hatten ja wenigstens bei ihren faulen Krediten noch gedacht, ihr Geschäfts­modell wirft Gewinn ab.) Damit nun in Darmstadt sich der Kongreß­besucher wohlfühlt, bekommt er nebenan ein Hotel hingesetzt. Damit sich die Kongreß­teilnehmerin wohlfühlt, wird fast nebenan aus dem Jugendstilbad eine Wellness­oase gemacht. Diese ist zwar für Hartz IV-Empfängerinnen unbezahlbar; aber wer dem Staat auf der Tasche liegt, hat eben kein Recht aufs Relaxen. Gefördert werden die Reichen, gefordert wird alleine von uns. Und das Gesocks bleibt dann praktischer­weise ausgeschlossen.

Wörnerbrücke mit DarmstadtiumNun muß das Geld, das so ein Kongreßzentrum verpraßt, irgendwoher zugeschossen werden. Eine Reichensteuer ganz im Sinne des Verursacher­prinzips wird es selbst­verständlich nicht geben. Zum Glück gibt es aber Dienstleistungen, die in einer modernen Wissens­gesellschaft, um nicht zu sagen: in einer Wissenschaftsstadt, zwingend erforderlich sind. Täglich hören wir, wie dumm unsere Schülerinnen und Schüler sind, weil ihre Eltern ihnen nicht genügend vorlesen. PISA läßt grüßen.

Bei Radio Darmstadt haben findige junge Menschen aus dieser Not eine Tugend gemacht und verbreiten Medien­kompetenz. Und das geht so. Sie lesen ganz beliebige Meldungen aus dem Internet ab und, da sie diese Meldungen mitunter selbst nicht verstehen, setzen sie nach einigen Sekunden Denkpause noch ein vergewisserndes „Genau“ hintendran. Ich werde euch zum Schluß der Sendung solch eine Internet­vorlesung vorspielen, damit ihr versteht, mit welcher Intention dieser Sender mit 70.000 Euro im Jahr bezuschußt wird. Die hessische Landesmedienanstalt, von der dieses Geld stammt, erhält es nach einem Verteil­schlüssel aus den in Hessen abgeführten Rundfunk­gebühren. Sie fördert hiermit nämlich sehr bewußt die Medienkompetenz junger Menschen. Da nun Eltern heutzutage ihren Kindern nicht mehr vorlesen, springen die jungen Ersatzeltern aus dem Sendehaus am Steubenplatz ein.

Nun soll es hier nicht um die Medienkompetenz bei Radio Darmstadt gehen, sondern um die Lesekompetenz in dieser Stadt. Wir alle werden zum „lebenslangen Lernen“ verknackt und bevölkern deshalb unter anderem die Stadtbücherei. Clever, wie unsere Stadtoberen sind, machen sie aus der Lesenot ein Geschäfts­modell. Wie wäre es, denken sie sich, wenn wir den Menschen das Lesen verleiden? Menschen, die lesen, entwickeln womöglich eigene Gedanken und lesen gar eine ökonomie­kritische Zeitschrift wie Lunapark21. Was also tun?

Genau. Ab 2009 müssen alle Benutzerinnen und Benutzer der Stadtbibliothek in der Stadt der Wissenschaft ihren Beitrag dafür leisten, damit das Hotel- und Gaststätten­gewerbe von den vielen Kongreß­teilnehmern und Konzert­besucherinnen im Darmstadtium profitieren kann [10]. Drei oder vier Millionen Euro kalkulierter Verlust pro Jahr sind wahrlich nicht von Pappe. Und selbst wenn die erwarteten 100.000 Euro Mehr­einnahmen aus der Stadtbibliothek allenfalls einen Tropfen auf den heißen Stein auf der kahlen Fläche vor dem Darmstadtium bedeuten, so motivieren sie uns, also sie, weitere derartige Einnahme­quellen zu ersinnen.

Cover Lunapark21Oberbürgermeister Walter Hoffmann, der sich ja schon als jubelnder Befürworter der Schröderschen Agenda 2010 hervorgetan hat, findet, wir sollen uns nicht so anstellen. Es seien ja, so meinte er kürzlich im Finanzausschuß, nur zwei Gläser Bier, auf die wir verzichten sollen, wenn wir lesen wollen [11]. Diese Bemerkung ist schlicht wirtschafts- und standortfeindlich. Treten Sie zurück, Walter Hoffmann! So geht das nicht. Gerade in einer Zeit, in der die lokalen Brauereien in Darmstadt und Pfungstadt mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, sollen wir noch weniger Bier trinken, um die Konjunktur der heimischen Wirtschaft abzuwürgen? Andererseits ist es natürlich löblich, wenn sich Walter Hoffmann, der bei jedem Bieranstich mittenmang dabei ist, sich in Zeiten der Krise Sorgen um den grassierenden Alkoholismus in dieser Republik macht.

Nur – so ziemlich jede Preis­erhöhung oder Sozial­kürzung wird uns auf diese Weise verkauft. Wir sollen halt bei jeder Kürzungs­runde immer ein, zwei Biere weniger trinken. Naja, irgendwann wird es so weit kommen, daß aus dieser Minus­rechnung eine Plus­rechnung wird. Ich trinke ja kein Bier, aber mal angenommen, ich würde. Wenn ich den Standort Darmstadt monatlich mit, sagen wir mal, zwanzig Bieren unterstütze und jedesmal, wenn Gelder gekürzt werden, zwei weniger trinken soll, dann muß ich ja irgendwann auf Bier verzichten, das ich gar nicht trinke. Und da doppeltes Minus laut Schul­arithmetik Plus ergibt, verdiene ich auch noch daran. Und das, was ich beim Nichttrinken nicht vorhandenen Biers verdiene, kann ich ja dann dem notleidenden Darmstadtium spenden. Leider fällt solch ein Blödsinn nicht nur einem Sozial­demokraten wie Walter Hoffmann ein.

Denn auch andernorts wird meine Solidarität eingefordert, wenn es um die Prestige­projekte der lokalen Wirtschaft geht. Ins (ehemalige) Zentralbad kann ich nicht gehen, weil die ARGE zu schlecht zahlt. Die Alternative eines geöffneten und wohl­tempertierten Bessunger Bades wird dem Genossenschafts­modell der Genossen um Hanno Benz geopfert. Das Hochschulbad ist aufgrund jahrelanger Nicht­instandhaltung derart marode, daß es geschlossen wird. Ist ja klar: lieber Protzbauten, als das Bestehende zu erhalten. Mit Protz kann man prunken (oder: mit Prunk kann man protzen?), während mit dem Bewahren und Erhalten nützlicher und der Allgemeinheit dienender Einrichtungen kein einziges Lorbeerblatt zu ernten ist. Und da die Protzer und Prunker nicht ihr eigenes Geld ausgeben, sondern unseres, ist es ihnen auch egal, wer die Zeche anschließend zahlen darf. Also du und ich.

Die Lobeshymne auf die ein oder zwei Biere, auf die das anvisierte Abzock-Publikum doch gerne verzichten könnte, wird nicht nur von Politikern gesungen. Uli Hoeneß, der Manager des gewiß nicht armen FC Bayern München, vertraute der Wirtschaftswoche seine Vision einer Zwangs­abgabe für den deutschen Fußball in Höhe von zwei Euro im Monat an. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen solle damit in die Lage versetzt werden, die Bundesliga­vereine zu subventionieren.

„Meine große Hoffnung ist, dass die Leute irgendwann bereit sind, zwei Euro im Monat für Fußball zu bezahlen. Das ist nicht mal eine halbe Schachtel Zigaretten oder ein kleines Bier in der Kneipe.“

Uli Hoeneß kommt reichlich spät. Denn das eine oder andere Bier, auf das wir verzichten müssen, ist schon an andere Absahner vergeben. Interessant hingegen ist, daß bislang noch keine und niemand dieser gewiß nicht karg lebenden Meinungs­führer auf die Idee gekommen ist, wir könnten zugunsten ihrer Geschäfts­interessen das Frühstück oder Abendbrot ausfallen lassen, wir könnten ja mal zu Fuß zur Arbeit (soweit vorhanden) oder an die Uni gehen, oder wir könnten ja mal darauf verzichten, ins Fußball­stadion zu gehen.

Quelle: Wirtschaftswoche, 14. März 2009. Siehe hierzu auch den Telepolis-Artikel von Peter Mühlbauer am 16. März 2009: FC Bayern München will neue Zwangsabgabe.

Wie gut, daß Hoffmanns Vorgänger Peter Benz mit seiner Protz- und Prunkvision eines hochmodernen Fußballstadions für einen dem Abstieg [12] nahen Viertligisten nicht durchgekommen ist. Es gibt Dimensionen der Über­heblichkeit, da wird einem schwindelig. Es scheint jedoch, als haben die Verantwortlichen selbst in dieser Stadt bemerkt, daß nicht genügend Tafelsilber vorhanden ist, das sich veräußern läßt, und daß die Gebühren­schraube nicht beliebig gedreht werden kann, wenn man oder frau wiedergewählt werden möchte.

Und damit komme ich wieder auf Lunapark21 zurück.

 

Gespreizte Sicherheit

Das nicht aus den eigentlich zu bildenden Rücklagen gewartete Hochschulbad findet sich selbstverständlich auch in ganz anderen Dimensionen wieder. Die Deutsche Bahn, deren Börsengang mit nachfolgender profitabler Ausplünderung politisch gewollt ist, bereitet sich auf ihr Unternehmen Zukunft zielstrebig vor. Im Juli 2008 brach der Radsatz eines ICE beim Verlassen des Kölner Haupt­bahnhofs. Inzwischen wissen wir: Radsätze dieser Bauart sind dem Verschleiß auf deutschen Hoch­geschwindigkeits­strecken nicht gewachsen. In diesem Zusammenhang stellte sich jedoch noch etwas ganz anderes heraus. Damit die ICE-Flotte möglichst profitabel durch deutsche Lande jagt, wurde kräftig an der Wartungs­schraube gedreht.

Ein in der Zeitschrift Lunapark21 teilweise abgedrucktes internes Dokument belegt, daß die Wartungs­intervalle drastisch – ja, und jetzt kommt eine hübsche Orwellsche Floskel – „gespreizt“ worden sind. Das Dokument verkündet unter dem Wortschwall „Optimierung Fristen und Revisionen“ eine Intervall­spreizung bei den Laufwerks­kontrollen um 82%, bei den Fristen um 100% und bei den Revisionen immerhin noch um 18% – und das in nur zwei Jahren, nämlich zwischen 2003 und 2005. Mehr Intervall­spreizung, also weniger Wartung bedeutet mehr Züge, die fahren, bedeutet geringere Anschaffungs­kosten für eingesparte Zugeinheiten und wird erkauft mit Fahren auf Verschleiß.

Die „Optimierung der Wartung“ begann just zu dem Zeitpunkt, als Mehdorn und der damals für eine zweite Legislatur­periode gewählte Bundeskanzler Schröder den Kurs der Bahn an die Börse beschleunigten. [13]

Vergessen wir hierbei nicht, daß es erst kurz zuvor, nach der ICE-Katastrophe von Eschede 1998, strikte Vorgaben für eine verbesserte Wartung gegeben hatte. Diese wurden nun zugunsten des Börsengangs wieder verwässert.

Die Borg unserer Bourgeoisie erklären uns allenthalben: Widerstand hiergegen ist zwecklos. Im Orwellschen Sprachgebrauch wird hieraus das TINA-Syndrom von Maggie Thatcher: „There is no alternative.“ Dabei gibt es durchaus den einen oder anderen kleinen Erfolg zu vermelden. So gibt es in einzelnen Lidl-Filialen inzwischen Betriebsrätinnen, auch wenn der Kampf um das Recht am Arbeitsplatz die Grenzen der psychischen wie physischen Belastbarkeit oftmals überschreitet. Wir lernen daraus: wenn wir nicht solidarisch mit dem Kapital sind, sondern untereinander, dann sind Erfolge möglich. Und hierzu gibt es in der Tat keine Alternative.

Stellen wir uns einfach einmal vor, was geschehen würde, wenn wir das viele Klimpergeld, das den Banken und wohl demnächst auch einigen Konzernen in den Rachen geworfen wird, einfach auf uns alle umverteilen würden. Thomas Kuczynski stellt hierzu fest, daß wenn wir alle, Kinder und Greise mitgerechnet, jeweils 6.000 Euro als Weihnachts­geschenk bekämen, dann entspräche das so ziemlich der Summe, für die die Bundesregierung bürgt, zugunsten der Banken und deren faulen Krediten. Das wäre ein Konjunktur­programm! Aber das geht ja nicht. Wer nicht arbeitet, darf kein Geld bekommen, außer – er ist Kapitalist.

Ich finde, es lohnt sich, mehr als nur einen Blick in diese soeben mit ihrem vierten Heft erschienene Zeitschrift zu werfen. Das Einzelheft kostet 5 Euro 50 und ist sowohl über den Buchhandel und Zeitschriftenhandel als auch über die Webseite des Projekts zu beziehen: www.lunapark21.net.

 

PISA-Prüfung bestanden

Jingle Alltag und Geschichte

In den vergangenen beiden Stunden hörtet ihr das Alltag und Geschichte Magazin mit verschiedenen Beiträgen zu Datensammlern, Geschichtsumdeutern, Naturdenkmalschützerinnen, Krankmachern, Bäderschließern und Krisengewinnlern.

Vorgestellt habe ich zu modernen Foltermethoden mit integriertem Datenabgleich die Zeitschrift Die Rote Hilfe. Die postmoderne Umdeutung der faschistischen Geschichte Italiens findet sich in der Zeitschrift Mittelweg 36 aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung. Daß schon der ganz normale, meinetwegen auch „Rheinische“ Kapitalismus extrem ungesund ist, belegt die BUKO Pharma-Kampagne mit ihrem Pharma-Brief. Den durch die Finanzkrise offen sichtbaren globalen Schwelbrand betrachtet kenntnisreich die ökonomiekritische Zeitschrift Lunapark21.

Die Problematik, ein Naziprojekt unter Naturschutz stellen, diskutierten im Mai 2007 Historikerinnen, Denkmalpfleger und Verbandsvertreter. Nachzulesen im von Karola Fings und Frank Möller herausgegeben Band Zukunftsprojekt Westwall, der in der Rheinischen Edition erschienen ist. Eine andere Problematik stellen nationalistisch aufgegeilte Fußball­spiele dar. Von Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp stammt hierzu Die Geschichte der Fußball-Europa­meisterschaft aus dem Verlag Die Werkstatt.

Die Musik zur Sendung entstammte der CD Rembetika – Songs of the Greek Underground, erschienen bei Trikont.

Ich danke der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt für ihre Unterstützung bei der Produktion dieser Sendung. Die einzelnen Beiträge können in den kommenden Tagen auf meiner Webseite noch einmal nachgelesen werden: www.waltpolitik.de. Im Anschluß folgt eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt.

Und nun der versprochene Beitrag aus der Medien­kompetenz­abteilung unseres Darmstädter Lokalradios. Die folgende Internet­vorlesung wurde am 22. Oktober 2008 von der Wissenschaftsredaktion von Radio Darmstadt gestaltet. Sie zeigt sehr schön, daß dieser Sender seine Lizenz offensichtlich so versteht, daß ihm nichts Eigenes einfallen muß, wenn es doch das weltweite Datennetz gibt, aus dem man seine Beiträge nach Belieben klauen kann. Erstens handelt es sich bei dem folgendem Beitrag um ein Plagiat und zweitens um eine Urheber­rechts­verletzung.

Daß sich der Sprecher dieser Tatsache bewußt ist, könnt ihr sogar hören. Er versucht nämlich, den ihm vorliegenden Text im Moment des Vorlesens so zu verändern, daß keine und niemand das Plagiat bemerkt. Hierbei verheddert er sich immer wieder derart hoffnungslos, daß er es dann doch vorzieht, sich am Originaltext entlangzuhangeln. Und nachdem er eine Passage auf diese skurrile Weise vorgetragen hat und vor allem, nachdem er auch selbst verstanden hat, worum es geht, sagt er uns: „Genau.“

Der Beitrag ist durchaus kein Einzelfall. Immer wieder klauen unsere Radiospielkinder ihre Beiträge aus diversen Nachrichten­portalen und geben sie als eigene geistige Schöpfung aus. Manchmal gaukeln sie ihren Hörerinnen und Hörern dabei sogar vor, an den Orten zu sein, über die in einer geklauten Meldung berichtet wird. [14]

Dazu Timotheus G. aus Berlin

Es folgte die Einspielung eines Zusammenschnitts verschiedener Nachrichten­texte, die während eines am 18. Oktober 2008 von der Unterhaltungsredaktion gestalteten Sendetages von mehreren Mitgliedern der Jugendredaktion YoungPOWER gesprochen wurden. Anzuhören über den nebenstehenden Player.

Ich kritisiere das nicht, denn wer bin ich auch, dem Sender Vorhaltungen für sein zuweilen nicht lizenz­gerechtes Programm zu machen? Ich stelle diese Plagiats­inflation nur fest, zum Beispiel auf meiner Webseite, und dort auf meinen Dokumentationsseiten über Radio Darmstadt. Diese Seiten möchte der Anwalt von RadaR im Auftrag seiner Mandantschaft deswegen auch aus dem Internet verbannen. Die Wahrheit über Radio Darmstadt ist halt unangenehm zu lesen und muß daher zensiert werden. Angeblich sei dies eine Schmähkritik. Wenn also die Darstellung gar nicht in Frage gestellter Tatsachen eine Schmäh­kritik darstellen soll, dann müssen wir uns eigentlich fragen, was so schmählich am Programm von Radio Darmstadt ist.

Das hessische Landesmedienanstalt findet das [mit Plagiaten angereicherte Programm] hingegen offensichtlich ganz toll, denn es vermittelt dringend benötigte Medien­kompetenz. Die dahinter stehende Logik ist nämlich ganz einfach: Wenn du nicht integrations­willig bist und das Internet zu deiner Heimat machst, dann bringen wir das Internet eben zu dir, ob du uns nun zuhören willst oder auch nicht. In diesem Fall ist es die Wissenschaftsredaktion von Radio Darmstadt, die uns fremde Texte vorliest. Es könnte aber auch die Unterhaltungsredaktion, die Musikredaktion, die Auslandsredaktion, die Kulturredaktion, die Jugendredaktion Young Power oder die Lokalredaktion VorOrt sein.

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die Landes­medienanstalt noch nach einem zündenden Motto für den nächst­jährigen Bürgermedienpreis sucht. Ich hätte da einen Vorschlag. Prämiert doch die besten Beiträge zum Thema Plagiat. Die Sendenden von Radio Darmstadt würden garantiert konkurrenzlos alle Preise abräumen und nicht nur einen einzigen, wie dieses Jahr geschehen. Nur das Vorlesen müssen sie hierzu noch ein bißchen perfektionieren.

Anfügen möchte ich noch, daß ich den folgenden Beitrag von Axel Tillemans aus dokumentarischen Gründen sende, und verweise auf die am 22. Oktober selbst­verständlich nicht genannte Quelle, nämlich das Portal www.wissenschaft.de. Und jetzt viel Spaß – bei RadaR heißt das ja immer: viel Spaß mit dem folgenden Beitrag, also daher: viel Spaß – bei der Vorlese­übung eines Wissenschafts­redakteurs, der in seinem Studium an einer Darmstädter Hochschule zur Zeit lernt, daß, wenn er in seiner Diplomarbeit ein solches Plagiat unterbringen würde, er ohne Diplom und mit viel Schimpf und Schande nach Hause geschickt würde. Er weiß es also ganz – genau.

Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte war Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

Die spukhafte Fernwirkung

Es folgte eine Einspielung der Vorleseübung eines Redakteurs der Wissenschafts­redaktion von Radio Darmstadt über die „spukhafte Fernwirkung“. Anzuhören über den neben­stehenden Player. In einer mir am 1. Juni 2009 zugegangenen E–Mail macht der Wissenschafts­redakteur allen Ernstes das Urheber­recht für die Aufzeichung des von ihm vorgetragenen Plagiats geltend und fordert das Entfernen der Audio­dokumentation seines urheber­rechtlich bedenklichen Vortrags. In der Tat hat er ein Problem. Ein solch öffentlich gemachtes Plagiieren fördert nicht gerade die Berufs­karriere.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   nach George Orwell: 1984. „Tanz den Mussolini“ ist eine Textzeile aus dem Titel „Der Mussolini“ der Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft [1981].

»» [2]   Diese Passage war dem CD-Player in Sendestudio 1 bei Radio Darmstadt wohl zu kritisch, weshalb er sie übersprang. Mehr zu dieser technischen Meister­leistung siehe auf meiner Dokumentations­seite Das Minute 34-Syndrom.

»» [3]   Die Oktoberausgabe 2008 des Pharma-Briefs ist auf der Webseite der BUKO Pharma-Kampagne als PDF nachzulesen und/oder herunterzuladen.

»» [4]   Andreas Dix : Der Westwall im Rahmen von Raumplanung und Strukturpolitik in der NS-Zeit, in: Karola Fings und Frank Möller (Hg.) : Zukunftsprojekt Westwall, Seite 59–66, Zitat auf Seite 64.

»» [5]   Achim Konejung : Der Westwall im Propagandafilm, in: dies., Seite 67–76, Zitat auf Seite 67.

»» [6]   Konejung Seite 71.

»» [7]   Georg Fülberth : Spekulation und Krise, in: Lunapark21, Heft 4/2008, Seite 54–55, Zitat auf Seite 55.

»» [8]   Mag Wompel : Opfer für die Banken oder Opfer der Banken? in: Lunapark21, Heft 4/2008, Seite 2–3, Zitat auf Seite 2.

»» [9]   Wompel Seite 3.

»» [10]   In einer – leider nicht online verlinkbaren – Pressemitteilung der UWIGA Darmstadt vom 6. Dezember 2008 wird sehr konkret danach gefragt, in welcher Höhe das Darmstädter Hotel- und Gaststättengewerbe vom Darmstadtium profitiert, sprich: in welcher Höhe es durch Steuern und andere Einnahmen subventioniert wird.

»» [11]   Claudia Horkheimer : Moderner, aber teurer, in: Frankfurter Rundschau am 3. Dezember 2008.

»» [12]   Nach einem 2:0-Auswärtssieg bei der 2. Mannschaft des Karlsruher SC überwintert der SV 98 im gesicherten Mittelfeld.

»» [13]   Lunapark21, Heft 4/2008, Seite 21.

»» [14]   Siehe hierzu ausführlich meine Dokumentationsseite Plagiate? Plagiate!

 


 

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