Zweite Algerien Sendung

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Algerien (2)
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 30. März 1998, 17.00–17.55 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 31. März 1998, 08.00–08.55 Uhr
Dienstag, 31. März 1998, 14.00–14.55 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Adolf Arnold : Algerien, Perthes Verlag
  • Frantz Fanon : Die Verdammten dieser Erde, Suhrkamp Verlag
  • Louisa Hanoune : Terroristen fallen nicht vom Himmel, Rotpunktverlag
  • Sabine Kebir : Algerien. Zwischen Traum und Alptraum, Econ Verlag
  • Christine Köfer : Die Algerienkrise, Peter Lang Verlag
  • Khalida Messaoudi : Worte sind meine einzige Waffe, Antje Kunstmann Verlag
  • Werner Ruf : Die algerische Tragödie, agenda Verlag
  • Bettina Rühl : Wir haben nur die Wahl zwischen Wahnsinn oder Widerstand, Horlemann Verlag
  • Samuel Schirmbeck : Hinter den Schleiern von Algier, Hoffmann & Campe
  • Leïla Sebbar : Das verbotene Kleid, Altberliner Verlag
  • Issam Sharif : Algerien – vom Populismus zum Islam
  • Silsila, Doppelnummer 6/7
  • Fettuma Touati : Der verzweifelte Frühling, Edition Orient
 
 
Playlist :
  • Cheb Khaled : Ouelli el Darek
  • Zahouania : Rabi Rabi
  • Zebda : Toulouse
  • Cheb Khaled et Zahouania : Ana Bia Taxi Numero
  • Cheb Khaled : Aïcha
  • Turbo Raï : Samra
  • Warda : Ya Saeedy
 
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Landeskunde
Kapitel 3 : Ursachen der Krise
Kapitel 4 : Frauen - Verzweifelter Frühling
Kapitel 5 : Schleier oder Verschleierung?
Kapitel 6 : Zwischen Traum und Alptraum
Kapitel 7 : Jugendkultur - Raï
Kapitel 8 : Mordauftrag
Kapitel 9 : Zwischen Wahnsinn und Widerstand
Kapitel 10 : Worte als Waffe, Militärs als Freunde
Kapitel 11 : Schluß
Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Einleitung

Alltag und Geschichte - die sozialwissenschaftliche Redaktion von RadaR Radio Darmstadt.

In der heutigen Sendung beschäftige ich mich mit Algerien, dem Land, den Menschen, seiner Musik und Literatur, und natürlich mit Politik und Gesellschaft. Ich werde dabei einige Bücher vorstellen, die ich zum Schluß der Sendung nochmals kurz nennen werde. Am Mikrofon begrüßt Sie, begrüßt euch Walter Kuhl.

 

Landeskunde

Algerien ist der zweitgrößte Staat Afrikas und seit 1962 von Frankreich unabhängig. Nach einem harten achtjährigen Befreiungskampf übernahm die Befreiungsfront FLN die Macht, genauer gesagt: der militärische Arm dieser Front. Die Militärs sind also seit 1962 die tatsächlichen Machthaber, die das Land politisch und wirtschaftlich unter sich aufgeteilt haben. Diese Verteilungskämpfe spielen auch eine wesentliche Rolle für den Terror im heutigen Algerien. Darauf werde ich noch zu sprechen kommen.

Algerien ist praktisch unterteilt in einen fruchtbaren, aber schmalen Küstenstreifen im Norden des Landes und den Bergen und Wüstengebieten im Süden. Der südliche Teil ist heute vor allem Lieferant von Erdöl und Erdgas. Der südlichste Punkt Algeriens ist von Algier weiter entfernt als Darmstadt; die Nord-Süd- wie die West-Ost-Ausdehnung beträgt mehr als 1.800 Kilometer.

Wichtigster Außenhandelspartner ist die frühere Kolonialmacht Frankreich. Deutsche Interessen ergeben sich vor allem dadurch, daß Algerien der zweitwichtigste Öl-Lieferant ist. Erdöl und Erdgas sind mit über 95% wichtigstes Exportprodukt. Im kolonialen Algerien war dies noch anders, damals bestand der Export zu 80% aus Agarprodukten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, daß Algerien im Gegensatz zu den 60er Jahren heute Lebensmittel importieren muß, da die Agrarproduktion systematisch vernachlässigt wurde. Auch die Bevölkerungsstruktur hat sich drastisch verändert. Lebten 1960 etwa 10 Millionen Algerierinnen und Algerier, Französinnen und Franzosen im Land, so sind es heute etwa 30 Millionen Algerierinnen und Algerier. Etwa alle 20 Jahre verdoppelt sich die Bevölkerung. Etwa 60% sind heute jünger als 20 Jahre. In einem Land, in dem die Arbeitslosigkeit extrem hoch, birgt dies einen sozialen Sprengsatz, der sich im Terror der 90er Jahre entzündet hat. Auch darauf werde ich noch zurückkommen. Was uns die Medien als islamischen Terror präsentieren, scheint mir eher ein Krieg gegen die Jugend zu sein.

In der Reihe Perthes Länderprofile hat Adolf Arnold den Weg einer früheren Siedlungskolonie auf dem Weg zum Schwellenland beschrieben. Es handelt sich um eine umfassende und informative, wenn auch nicht kritische Darstellung von Geschichte, Politik und Wirtschaft Algeriens. Fast alle wichtigen Basisdaten und strukturellen Zusammenhänge sind hier erschlossen. Das Buch ist im Perthes Verlag erschienen und kostet 48 Mark.

 

Ursachen der Krise

Wodurch ist es zur Krise in Algerien gekommen? Christine Köfer untersucht in ihrer Magisterarbeit Ursachen, Entwicklungen und Perspektiven dieser Krise und ihre Auswirkungen auf Frankreich als ehemaliger Kolonialmacht. Hunderttausende Algerierinnen und Algerier leben nämlich dort.

Ihr Ansatz ist, daß ethnopolitische Konflikte in erster Linie soziale und wirtschaftliche Ursachen haben. Ethnische oder religiöse Argumente sind dabei nur ein Aktivposten zur machtpolitischen Durchsetzung von Herrschaftsinteressen. Am Beispiel Algeriens werde dies deutlich. In gewisser Weise ist es ein Kampf um die politische und vor allem wirtschaftliche Macht, der zwischen den Militärclans und den untereinander durchaus nicht einigen Islamisten auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird.

Ein Fazit ihres Buchs finde ich jedoch merkwürdig, denn es bedient eher die geschürten Ängste mitteleuropäischer Wohlstandsbürger als daß es sich für die Analyse als brauchbar erweist. Sie schreibt:

Beruht aber der Islamismus sowohl in Algerien als auch in Frankreich auf der sozioökonomischen Perspektivenlosigkeit seiner Anhänger, dann besteht kein Anlaß zu der unbestimmten Furcht, die den Westen angesichts der islamischen Herausforderung erfaßt hat. Diese Herausforderung ist allein wirtschaftlicher Natur und daher rational zu bewältigen.[1]

Wie ich noch zeigen werde, ist es aber die neokoloniale wirtschaftliche Abhängigkeit Algeriens, die die Krise und den Terror in Algerien erst so richtig schürt.

Christine Köfers Magisterarbeit ist als Buch mit dem Titel Die Algerienkrise erschienen. Es ist im Peter Lang Verlag erschienen und kostet 65 Mark.

 

Frauen - Verzweifelter Frühling

Die algerische Realität ist nicht zu verstehen ohne den Bezug zum Islam und ohne die Unterdrückung der algerischen Frauen. Verantwortlich dafür sind nicht allein die patriarchalen Traditionen, sondern auch der vorgeblich "aufgeklärte" algerische Nationalismus. Es ist der algerische Staat und seine herrschende Schicht, die ein extremes Interesse an der Aufrechterhaltung der Unterordnung der Frauen unter die Männer haben. Männer, die über Sklavinnen verfügen, sind einfach gefügiger. Allerdings sind emanzipatorische Vorstellungen schon während der Zeit des Befreiungskampfes nicht an Algerien vorbeigegangen. Es gab kämpfende Partisaninnen, auch wenn sie möglichst unsichtbar bleiben sollten oder aufopferungsvolle Helferinnen. Seit den 80er Jahren gibt es eine Frauenbewegung, aber die Realität insgesamt sieht heute nicht viel anders aus als vor 20 oder 30 Jahren.

Fettuma Touati beschreibt in ihrem Roman Der verzweifelte Frühling den Lebensalltag algerischer Frauen. Eingesperrt in den Häusern ihrer Väter, Brüder oder Ehemänner, erhalten sie dennoch zuweilen die Chance, dort auszubrechen. Das angeblich sozialistische Modernisierungsprogramm der 60er und 70er Jahre öffnete den algerischen Frauen Universitäten und Arbeitsstätten. Allerdings zu einem hohen Preis für diese Frauen. Frauen, die allein durch die Straßen von Algier gehen, gar am Strand schwimmen gehen wollen, oder auch nur im Studentinnenwohnheim leben - sie alle gelten als Freiwild, als Prostituierte. Und sie werden auch so behandelt.

Yasmina hat das Glück, die Schule abschließen und studieren zu können. Als Ärztin hat sie eine gewisse Unabhängigkeit. Sie kann auf eigenen Füßen stehen und zerbricht dennoch an der algerischen Realität. Auch sie kommt nicht daran vorbei, irgendwann zu heiraten und in den Schutz der algerischen Clan-Strukturen zurückzukehren.

Malika wird schon von Kindesbeinen an darauf gedrillt, auf ihre Geschwister aufzupassen und den Haushalt zu führen. Sie ist nur eine Tochter und muß dies schwer büßen. Sie wird von ihrer Mutter geschlagen und gequält. Mit 18 nutzt sie ihren Schulbesuch und kehrt nicht wieder nach Hause zurück. Nach einer langen Odyssee von Sozialarbeiterin zu Jugendrichterin landet sie in einem Auffanglager. Dort trifft sie auf Mädchen, denen es genauso gegangen ist, wie ihr. Malika schlägt sich durch, wandert nach Frankreich aus, aber ihre verlorene Kindheit kann ihr niemand zurückgeben.

Fatiha geht die Heuchelei so auf den Geist, daß sie sich zurückzieht und kaum noch redet. Sie verliebt sich in den "Don Juan" der Universität, aber findet auch bei ihm nicht das Vesrtändnis und den Respekt als Frau, den sie erwartet. Nach Jahren trennen sie sich, er heiratet und sie zweifelt am Sinn des Lebens. Wie viele andere algerische Frauen auch, setzt sie ihrem Leben ein Ende.

Als Malika nach Algerien zurückkommt, entspinnt sich folgender Dialog zwischen ihr und Fatiha:

Ich bin zurückgekommen, um mich endgültig niederzulassen. Back to the roots, wenn du so willst.

Na, dann wirst du deinen Spaß bekommen.

Du mußt wissen, ich mache mir keine Illusionen.

Selbst ohne Illusionen wird es sehr hart werden für dich. Es ist schon hart für die Mädchen, die ihr Leben hier verbracht haben. Es gibt ungeheuer viele, die Selbstmord begehen in Algerien. Du wirst es hier nicht länger als ein Jahr aushalten.

Jetzt aber! ... Ich bekomme ja den Eindruck, als hätte ich eine Fahrkarte nach Auschwitz gekauft!

Es ist ein bißchen so ... Algerien, das ist das Auschwitz der Seele für eine Frau. [2]

Nun ist der Geschichtsunterricht in Algerien nicht gerade der beste und Auschwitz mehr ein Begriff als eine reale Kenntnis der Judenvernichtung im Nationalsozialismus. Aber es ist der Begriff, der die Realität algerischer Frauen auf den Punkt bringt, selbst wenn beides nicht miteinander zu vergleichen ist.

Der Roman von Fettuma Touati heißt Der verzweifelte Frühling. Er ist in der Edition Orient erschienen und kostet 29 Mark 80.

 

Schleier oder Verschleierung?

Hinter die Schleier von Algier versucht der ARD-Auslandskorrespondent Samuel Schirmbeck zu schauen.

In den 80er Jahren brach die auf den Erdölexport beruhende Wirtschaft zusammen. Die Erdölpreise verfielen, die Auslandsschulden stiegen und wurden unbarmherzig vom Internationalen Währungsfonds eingetrieben. Die Folgen eines solchen IWF-Diktats sind bekannt, denn die Verfechter der freien Marktwirtschaft gehen skrupellos ganz real über Leichen. Unrentable Betriebe werden geschlossen, die rentablen zu Spottpreisen an ausländische Investoren verhökert. Subventionen, die das Überleben sichern sollen, werden gekürzt. Das Bildungs- und Gesundheitswesen wird radikal zusammengestrichen. Statt dessen erhöhen sich regelmäßig die Ausgaben für Polizei und Militär.

1988 war es in Algerien soweit. Das korrupte Regime leistete sich eine Preiserhöhung zuviel. Es kam zu Unruhen, die brutal zusammengeschossen wurden. Schirmbeck schreibt dazu:

Die Oktoberrevolte von 1988 war eine Frust-Revolte, die sich weder gegen die Moderne noch gegen Europa noch gegen den Westen als Wertesystem richtete. Jedes Jahr warf 300 000 weitere Jugendliche auf den Arbeitsmarkt. In den Fabriken saßen jedoch schon Hunderttausende, die nichts zu tun hatten und nur eingestellt worden waren, weil es im Sozialismus keine Arbeitslosigkeit geben durfte. Doch der Schein ließ sich nicht mehr aufrechterhalten: Es fehlte das Geld zum Weiterlügen. Die Wahrheit in ihrer Brutalität schlug freilich nur den jungen Leuten der dichtbevölkerten Stadtteile ins Gesicht. Sie hatten kein Parlament, das ihre Interessen vertrat. Sie hatten keine Zeitung, die auf das Regime schoß. Sie hatten keine Partei, die für sie eine Kampagne machte. Sie hatten keine Intellektuellen, die einen Ausweg gezeigt hätten. Es gab nur eine Bewegung, eine einzige, die sich für sie zu interessieren schien und einen Ausweg aus der Misere versprach: die islamistische. [3]

 

Zwischen Traum und Alptraum

Sabine Kebir, eine mit einem Algerier verheirate Deutsche, verdeutlicht in ihrem Algerien-Buch die Brisanz dieser islamischen Option. Denn seit der Unabhängigkeit Algeriens 1962 spielten die Machthaber immer wieder die islamische Karte aus, um die Massen unter Kontrolle zu behalten.

Sabine Kebir unterrichtete an algerischen Hochschulen und bekam hautnah mit, wie das Regime die Bildungsinstitutionen zum Machterhalt nutzte. Die Islamisierung der Gesellschaft begann nämlich dort, gefördert vom Regime, um die Forderung nach demokratischen Rechten zu unterlaufen. Das Regime stellte Lehrer aus anderen arabischen Staaten ein, die zwar nicht übermäßig qualifiziert, aber dafür uneingeschränkt dem Islam verpflichtet waren. Lehrinhalte, die sich einem europäischen Begriff von Demokratie, Zivilisation oder Emanzipation verpflichtet fühlten, wurden angegriffen und durch ein Arabisierungsprogramm ersetzt.

Sukzessive wurde das Arabische, und zwar das Hocharabische, zur Staatssprache gemacht. Eine Sprache, die der Mehrheit der Bevölkerung fremd und unverständlich war. Das Hocharabische wurde zur Behördensprache und der einzigen im Fernsehen zugelassenen. Kulturelle Unterschiede zwischen einzelnen Regionen sollten hiermit nivelliert, beseitigt werden. Sabine Kebir schildert die Groteske, daß technische Ausbildungsgänge in Hocharabisch gehalten wurden, dessen Wortschatz für Ingenieure völlig unbrauchbar war.

Aber die 80er Jahre waren noch die Jahre, in der es Hoffnung auf Demokratisierung gab. Zu den von mir schon genannten Oktoberunruhen schreibt sie:

Am 5. Oktober verwüsteten Zehn- bis Fünfundzwanzigjährige das Zentrum der Hauptstadt. Während Privatbesitz bezeichnenderweise verschont blieb, griffen die Jugendlichen Institutionen und Machtsymbole des Staates an. [4]

Und es sind vor allem diese Jugendlichen, die nach 1988 mehrheitlich die Islamische Heilsfront gewählt haben. Vom Regime hatten sie einfach nichts mehr zu erwarten. Aber wie das so im Leben ist: das Imperium schlägt zurück.

Das Buch von Samuel Schirmbeck heißt Hinter den Schleiern von Algier, ist bei Hoffmann und Campe erschienen und kostet 44 Mark. Das Buch von Sabine Kebir heißt schlicht Algerien, ist als Taschenbuch bei Econ erschienen und kostet 16 Mark 90.

 

Jugendkultur - Raï

Die Musik, die ich im Verlauf dieser Sendung spiele und die jetzt im Hintergrund läuft, nennt sich Raï. Die westalgerische Hafenstadt Oran gilt als Geburtsort des modernen Raï. Es waren vornehmlich Frauen, sogenannte cheikhas, die in den 20er Jahren in den Bars und Nachtclubs vor ausschließlich männlichem Publikum auftraten. Gesellschaftlich als Prostituierte verachtet, hatten sie nicht viel zu verlieren.

So wie ihr Leben, waren auch die Texte: sinnlich, erotisch, sie besangen die unerfüllte Liebe wie den Ehebruch. Sie rauchten und tranken und propagierten schlechthin die Freuden des Lebens, die in einer puritanisch islamischen Gesellschaft mit strikter Trennung der Geschlechterrollen als Tabu galten. Das Tabu galt selbstredend für Frauen; Männer haben in allen Gesellschaften immer eine Möglichkeit gefunden, diese Tabus zu umgehen.

Musikalisch war der Raï ursprünglich begleitet von den traditionellen Instrumenten der Beduinen, aber auch stets durchsetzt von westlichen Elementen. In den frühen 80er Jahren begann die Hi-Tech-Ära. Die algerische Jugend griff begierig die Mischung aus orientalisch-erotischem Tanz, traditioneller wie elektrischer Instrumentierung und provokativ rebellischen Texten auf.

Und wie wir das aus den 60er Jahren hierzulande kennen, war es auch in Algerien. Die Musik galt als verderblich und wurde - und wird es bis heute - im offiziellen Rundfunk und Fernsehen boykottiert. Das Rebellische des Raï zeigt sich vor allem in seinen erotischen Texten (oder dem, was Männer für Erotik halten). Denn Algerien ist auch heute noch eine - zumindest offiziell - strikt asexuelle Gesellschaft, was durch die Frauenverachtung der Islamisten noch verstärkt wird.

Im Hintergrund singen Cheb Khaled, der König des Raï, und Zahouanía, die Königin, über ein Taxi. Denn Liebespaare können sich in der Öffentlichkeit nur schwer treffen.

Das Taxi ist im Wald versteckt
mein Geliebter fuhr für mich abseits der Straße
und ich bat ihn, sein Hemd zu öffnen
damit wir uns liebkosen und umarmen können. [5]

Ich gebe ja zu, der Text ist nicht gerade originell. Nicht mehr oder weniger originell, wie die Schnulzen und Beats, die wir uns tagtäglich antun. Aber in einer so puritanischen Gesellschaft wie der algerischen sind schon schon solche Texte revolutionär. Und folgerichtig werden sie von den staatlichen Medien ignoriert und der islamischen Politik als Teufelswerk verfemt. Cheb Hasni, einer der bedeutendsten Raï-Sänger, wurde das Opfer eines Attentats, das die Islamisten begangen haben sollen. Ich habe da meine Zweifel.

Louisa Hanoune hat mich durch ihr Buch Terroristen fallen nicht vom Himmel [6] auf einen interessanten Gedanken gebracht.

Eine rebellische Jugend, die mehr will als die vorgegebene Arbeits- und Perspektivlosigkeit, überfüllte Wohnungen und sexuelle Enthaltsamkeit, ist für ein Regime, dem es um die Aufrechterhaltung der eigenen Privilegien geht, immer eine Gefahr. Sie dem Islam zuzuführen und unterzuordnen, ist eine geradezu geniale Strategie. Dies würde die vom Staat ausgehende Tendenz zur Islamisierung der Gesellschaft sehr gut erklären.

Aber es kommt noch mehr hinzu. Das Kalkül der Militärs ging nicht auf. Im Dezember 1991 gewann die Islamische Heilsfront erdrutschartig die Parlamentswahlen. Dem Regime blieb nur, die Wahlen zu annullieren, den Ausnahmezustand auszurufen und den erstarkten Islamisten den Krieg zu erklären. Und jetzt kommt der Clou des Ganzen.

Auf beiden Seiten, beim Militär und den Milizen auf der einen, bei den islamischen Terrorgruppen auf der anderen Seite, sind es vor allem die jungen Männer, die sich gegenseitig abschlachten. Noch ein paar Jahre und die Jugendlichen sind kein Problem mehr für das algerische Militärregime.

Damit will ich nicht sagen, daß dies der Grund für den jetzt sechsjährigen Terror in Algerien ist. Aber der Krieg gegen die Jugendlichen, der sich darin ausdrückt, ist auf jeden Fall gewollt.

Louisa Hanoune macht auch darauf aufmerksam, daß es vor allem wirtschaftliche Interessen sind, die in disem Krieg zum Ausdruck kommen. Wenn ganze Dörfer platt gemacht werden und deren Bevölkerung ermordet oder vertrieben, dann fällt das Land, das zuvor in Staatsbesitz war, den rivalisierenden Clans zu. Und dies ist von enormer Bedeutung, wenn ohnehin die algerische Wirtschaft unter dem Diktat des Internationalen Währungsfonds privatisiert werden soll.

Samuel Schirmbeck liefert in seinem Buch gewichtige Anhaltspunkte dafür, daß der Terror weniger von den islamistischen Untergrundgruppen ausgeht, als vom Staat. Er ist jedoch nicht in der Lage, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen, weil für ihn und seinen eurozentrierten Blick der Islam grundsätzlich negativ belegt ist.

Worauf auch Sabine Kebir aufmerksam macht, ist, daß seltsamerweise die staatskritischen Intellektuellen oder auch populäre Künstler Attentaten zum Opfer fallen, selten aber die Mitglieder der staatlichen Nomenklatura. Sollten die Islamisten dahinter stecken, wäre dies doch ein sehr eigenwilliges Verhalten.

In letzter Zeit häufen sich daher auch Berichte darüber, daß algerische Geheimdienste und Todesschwadronen selbst zu ungezügeltem Terror gegen die Bevölkerung eingesetzt werden. Ganze Stadtteile und Regionen werden systematisch terrorisiert, der Anti-Terror-Kampf als Begründung ist bloß vorgeschoben. Während ganze Dörfer stundenlang massakriert werden, greift das direkt benachbarte Militär nicht ein.

Es handelt sich ganz offensichtlich um eine klassische Antiterror-Strategie, die sich vornehmlich gegen die eigene Bevölkerung richtet. Die Demokratiebewegung der 80er Jahre ist dem Regime noch klar vor Augen, eine Wiederholung darf es nicht geben. Peinlicherweise wird das algerische Regime von europäischen Intellektuellen wie auch der deutschen Außenpolitik weiterhin unterstützt.

 

Mordauftrag

 
Man hört eine Explosion.

Und gleich darauf Schreie. Fenster werden aufgerissen und laut wieder zugeschlagen. Türen knallen. Die Jungen rennen auf die Flure und stürmen die Treppen hinunter, hören nicht auf die scharfen und wütenden Befehle der Mutter. Die Schwestern ziehen ihre kleinen Brüder von der Straße und die weinen laut, um nicht ins Haus zu müssen - Geschrei, Gejammer, Beschimpfungen ... Eine solche Aufregung, daß darüber die Explosion ganz in Vergessenheit geraten ist. Das Gas in einem Wohnblock? Ein Sprengsatz in einem Auto? Ein Brandanschlag auf ein Warenlager? Ein zu kräftiger Knallfrosch?

Man will es gar nicht mehr wissen. Und dann ebbt der Lärm ab, als wäre nichts gewesen. Vergessen sind die Schreie, die vielleicht Schreie der Opfer waren, vergessen bis zum nächsten Mal. Alle haben Angst vor dem Chaos und alle rechnen ständig damit.

Melissa kehrt auf den Balkon zurück. [7]

So beginnt Leïla Sebbars Geschichte Das Mädchen auf dem Balkon. Leïla Sebbar zeichnet in mehreren Kurzgeschichten das Leben im heutigen Algerien zwischen Ninjas im staatlichen Mordauftrag und islamischem Fundamentalismus nach. Sie schreibt von dem Jungen, der einer islamischen Terrorgruppe angehören will und als Aufnahmeprüfung einen Mordauftrag erhält. Er erschießt den Falschen. Die Tragik der Zerrissenheit der algerischen Gesellschaft ist Leïla Sebbars Thema. Ihr Buch heißt Das verbotene Kleid, es ist im Altberliner Verlag erschienen und kostet 22 Mark.

 

Zwischen Wahnsinn und Widerstand

Die Zahl der Toten des Krieges gegen die Bevölkerung - egal ob vom Militärregime oder von islamistischen Terrorbanden ausgeübt - ist nicht genau bekannt. Seit 1992 sind etwa 100.000 Menschen umgebracht worden, Tausende verschwanden einfach, Zigtausende wurden vertrieben und sind nun Flüchtlinge im eigenen Land. Der Terror richtet sich zwar auch gezielt gegen Frauen, aber Louisa Hanoune ist recht zu geben, daß es sich hauptsächlich um einen Krieg gegen die Jugend handelt. Bettina Rühl läßt in ihrem Buch Wir haben nur die Wahl zwischen Wahnsinn oder Widerstand die algerischen Frauen zu Wort kommen.

Mir hat besonders an dem Buch gefallen, daß sie Frauen aus allen politischen Lagern zu Wort kommen läßt - Islamistinnen genauso wie die Unterstützerinnen der staatlichen Ausrottungsstrategie, Feministinnen wie einfache Arbeiterinnen. Und - sie benennt die Verhältnisse, wie sie sind:

Im Laufe der Jahre ist immer undurchsichtiger geworden, wer für die Bombenattentate, Massaker und Morde im einzelnen verantwortlich ist: Islamistische Untergrundkämpfer, getarnte Sicherheitsdienste des Regimes, Todesschwadronen der Armee, Kriegsherren lokaler Milizen oder kriminelle Banden [...]. Das makabere Kalkül der Regierung scheint zu sein, durch Terror unter dem falschen Etikett der Islamisten deren Ansehen bei der Bevölkerung weiter zu diskreditieren und das Volk durch die Eskalation des Schreckens auf die Seite der Armee und damit des Regimes zu zwingen. Im Kampf gegen die bewaffnete Opposition scheint der Regierung jedes noch so barbarische Mittel Recht zu sein. [8]

Bettina Rühl läßt die Frauen über ihre Angst sprechen, über die Unterdrückung der Frauen, aber auch über die möglichen Freiheiten in den Städten. Über die katastrophale Wohnsituation und Lebensmittelversorgung, über staatlichen und fundamentalistischen Terror.

Der Islam ist algerische Staatsreligion, aber das Verhältnis der Algerierinnen und Algerier dazu ist unserem sehr ähnlich. "Die Religion ist Bestandteil der Kultur, wird aber nicht unbedingt praktiziert." [9] Der Islam selbst ist so politisch wie das Christentum. Werden sie als Herrschaftsmittel instrumentalisiert, sind beide fundamentalistisch. Der Papst ist da ein durchaus leuchtendes Vorbild. In Algerien gibt es genügend Stimmen, die ihr Verhältnis zum Islam und der Islamischen Heilsfront so zum Ausdruck bringen: Die Heilsfront ist demnach eine undemokratische, repressive Organisation. Aber wenn wir eine Demokratisierung der Gesellschaft erreichen wollen, muß auch die Heilsfront in diesen Prozeß eingebunden sein. Eine der Frauen, eine Journalistin sieht das so:

Der Islamismus geht quer durch die Gesellschaft: Er hat bei dem Volk angefangen und ist bei den obersten Führungskräften angekommen. Sie können es nicht zugeben, aber sie haben ihr Interesse am Terrorismus. Deshalb sagt man: Die Kommandanten des Verbrechens sitzen ganz oben. Sie gehören zur politischen und wirtschaftlichen Spitze. Man darf sich nicht täuschen: Der Islamismus steht nicht in Opposition zum Regime, er ist ein Teil des Regimes. [10]

In Algerien werden gezielt Journalistinnen und Journalisten ermordet. Immer heißt es, islamistische Terroristen seien die Täter. Aber die Ermordeten sind erstaunlich oft Kritikerinnen und Kritiker des Systems. So wie unliebsame Zeitungen beschlagnahmt oder geschlossen werden, gibt es noch eine Eskalationsmöglichkeit:

Der Tod durch Kugeln oder durch Messer ist die schärfste Form der Zensur. Die endgültige Zensur. [11]

Bettina Rühl stellt dazu fest:

Am 11. Februar 1996 detonierte eine Autobombe vor dem schwer bewachten »Haus der Presse« in Algier. 14 Menschen wurden getötet und 30 weitere zum Teil schwer verletzt, die Redaktionsräume von sechs Zeitungen erheblich beschädigt. Als Täter gelten islamistische Fundamentalisten, doch einzelne Stimmen geben zu bedenken, daß das Bombenattentat - um das mindeste zu sagen - der Regierung gut in das politische Kalkül paßt. [12]

Ich erwähnte vorhin bei Samuel Schirmbeck, daß er dieselben Dinge sieht, ohne die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, ziehen zu wollen. Dabei ist es offenichtlich - Algeria Watch bezeichnete dies in einem in der Frankfurter Rundschau vom 16. Februar veröffentlichten Text als counterinsurgency, also Teil einer klassischen Aufstandsbekämpfungsstrategie. Daß der französische Geheimdienst das algerische Militärregime unterstützt, ist bekannt. Aber die algerischen Militärs haben selbst gut gelernt im Befreiungskrieg von 1954 bis 1962.

 

Worte als Waffe, Militärs als Freunde

Khalida Messaoudi, engagierte Feministin der Demokratiebewegung der 80er Jahre hat andere Schlüsse für sich daraus gezogen. Heute unterstützt sie das Militärregime als Bastion gegen den für sie noch unerträglicheren fundamentalistischen Islam.

Allerdings - und das macht die Widersprüchlichkeit ihres Handelns aus - greift sie an anderen Punkten dasselbe Regime an. Es waren schließlich die Befreiungsbewegung FLN und das Militär, die 1984 das sogenannte "Familiengesetz" einführten. Seither sind Frauen in Algerien offiziell Menschen zweiter Klasse. Khalida Messaoudi sagt dazu:

In diesem Gesetz existieren die algeriscehn Frauen nur mehr als »Tochter von«, »Mutter von«, »Ehefrau von«. Sie sind keine vollgültigen Individuen mehr. In fünf Punkten - Bildung, Arbeit, Ehe, Scheidung, Erbe - macht dieser Text ewige Minderjährige aus ihnen, die von der Vormundschaft ihres Vaters, eines Bruders oder nahen Verwandten in die des Ehemanns übergehen. [13]

Khalida Messaoudi steht auf der Todesliste der Islamisten. Ihr Buch heißt daher Worte sind meine einzige Waffe. Eine Algerierin im Fadenkreuz der Fundamentalisten. Es ist im Antje Kunstmann Verlag erschienen und kostet (reduziert) 9 Mark 80.

Bettina Rühl ließ in ihrem Buch Wir haben nur die Wahl zwischen Wahnsinn oder Widerstand algerische Frauen zu Wort kommen. Ihr Buch ist im Horlemann Verlag erschienen und kostet 24 Mark.

Nach dem folgenden Stück stelle ich die in dieser Sendung erwähnten Bücher noch einmal kurz zum Mitschreiben vor. Vieles könnte ich noch erzählen, aber die Sendezeit ist einfach begrenzt. Daher verweise ich auf die vorhandene Literatur zum Thema. [14]

 

Schluß

Zum Schluß unserer Sendung über Algerien eine Übersicht über die vorgestellten Bücher:

  • Eine Einführung in die Geographie und Wirtschaft Algeriens gibt das informative Buch Algerien. Eine frühere Siedlungskolonie auf dem Weg zum Schwellenland. Geschrieben von Adolf Arnold, ist es in der Reihe Perthes Länderprofile im Perthes Verlag erschienen. Es kostet 48 Mark.
  • Für Christine Köfer ist Die Algerienkrise, so der Buchtitel, das Ergebnis einer kompromißlosen Frontstellung zwischen Staatsmacht und den Islamisten. Ich halte dieses Bild für zu einseitig. Ihr Buch ist im Peter Lang Verlag erschienen und kostet 65 Mark.
  • Die Situation algerischer Frauen beschreibt Fettuma Touati in ihrem Roman Der verzweifelte Frühling. Er ist in der Edition Orient erschienen und kostet 29 Mark 80.
  • Ein von eurozentristischer Betrachtungsweise und Vorurteilen leider nicht freies Buch schrieb der ARD-Auslandskorrespondent Samuel Schirmbeck. Es heißt Hinter den Schleiern von Algier, ist bei Hoffmann und Campe erschienen und kostet 44 Mark.
  • Spannend zu lesen ist hingegen das autobiographische Buch von Sabine Kebir Algerien. Zwischen Traum und Alptraum. Es ist bei Econ erschienen und kostet 16 Mark 90.
  • Das beste Buch zur algerischen Wirklichkeit ist für mich aber immer noch der Interviewband mit Louisa Hanoune: Terroristen fallen nicht vom Himmel. Es ist im Rotpunktverlag erschienen und kostet 38 Mark.
  • Ein wichtiges Buch hat auch Werner Ruf geschrieben. Es heißt Die algerische Tragödie und behandelt die kolonialen und gesellschaftlichen Wurzeln des heutigen Staates. Das Buch ist im Agenda Verlag erschienen und kostet 29 Mark 80.
  • Leïla Sebbars Band mit mehreren Kurzgeschichten über das heutige Algerien heißt Das verbotene Kleid. Es ist im Altberliner Verlag erschienen und kostet 22 Mark.
  • Von Bettina Rühl stammt ein Buch über Frauen in Algerien. Es heißt: Wir haben nur die Wahl zwischen Wahnsinn oder Widerstand; es ist bei Horlemann erschienen und kostet 24 Mark.
  • Eine Algerierin im Fadenkreuz der Fundamentalisten, das ist der Untertitel zum Interview-Band mit Khalida Messaoudi. Er heißt Worte sind meine einzige Waffe und ist im Antje Kunstmann Verlag erschienen. Das Buch kostet 9 Mark 80.
  • Nicht näher vorstellen konnte ich das sehr lesenswerte Buch von Issam Sharif Algerien - vom Populismus zum Islam, das auch ausführlich auf die Interessenunterschiede der einzelnen Clans eingeht.
  • Ebenfalls interessant ist die Doppelnummer 6/7 der Zeitschrift Silsila aus dem Jahre 1996. Silsila ist eine Zeitschrift gegen Rassismus und Imperialismus. Diese Ausgabe hat Algerien zum Schwerpunkt und kostet 14 Mark. Auch hier wird verstärkt auf die Rolle des algerischen Staates für den Terror im Land abgehoben.
  • Der Klassiker schlechthin ist das 1961 erschienene Buch von Frantz Fanon Die Verdammten dieser Erde. Fanon analysiert darin vor allem die psychologischen Auswirkungen des französischen Kolonialsystems auf die kolonisierten Algerierinnen und Algerier. Die mir vorliegende Taschenbuchausgabe ist 1981 im Suhrkamp-Verlag erschienen und kostete damals 8 Mark.

Und nun noch ein Hinweis in eigener Sache: Ab Mai wird die Redaktion Alltag und Geschichte an folgenden Terminen zu hören sein: Weiterhin montags von 17 Uhr bis 17 Uhr 55. Hinzu kommt ein zweistündiger Themenblock an jedem 1. und 3. und evtl. 5. Mittwoch im Monat. Diese zwei Stunden wollen wir zum Experimentieren benutzen und auch live von Veranstaltungen oder Podiumsdiskussionen berichten.

Am Mikrofon war Walter Kuhl. Es folgt nun der Originalton Darmstadt.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Christine Köfer : Die Algerienkrise, Seite 168
[2]   Fettuma Touati : Der verzweifelte Frühling, Seite 94f.
[3]   Samuel Schirmbeck : Hinter den Schleiern von Algier, Seite 83
[4]   Sabine Kebir : Algerien, Seite 284
[5]   Text aus der CD von Cheb Khaled und Zahouanía Les monstres Sacrés du Raï.
[6]   Siehe hierzu auch meine erste Algeriensendung.
[7]   Leïla Sebbar, Das verbotene Kleid, Seite 5
[8]   Bettina Rühl : Wir haben nur die Wahl zwischen Wahnsinn und Widerstand, Seite 15f.
[9]   Rühl, Seite 45
[10]  Rühl, Seite 69
[11]  Rühl, Seite 70
[12]  Rühl, Seite 62
[13]  Khalida Messaoudi : Worte sind meine einzige Waffe, Seite 82
[14]  Die folgende Passage des originalen Sendemanuskripts ist überholt - Radio Darmstadt residiert inzwischen am Steubenplatz 12.: "Das Manuskript dieser Sendung, wie auch meiner ersten ausführlichen zu Algerien vom Januar, ist gegen einen Unkostenbeitrag von 3 Mark erhältlich. Bezugsadresse ist die Redaktion Alltag und Geschichte in der Bismarckstraße 3 in 64293 Darmstadt."

 

 

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