Dritte Algerien Sendung

Blaue Menschen im Herzen Algeriens

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Algerien (3)
Blaue Menschen im Herzen Algeriens
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 28. Juli 2003, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 29. Juli 2003, 00.00–01.00 Uhr
Dienstag, 29. Juli 2003, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 29. Juli 2003, 14.00–15.00 Uhr
Dienstag, 30. September 2003, 18.00–19.00 Uhr
Mittwoch, 1. Oktober 2003, 00.00–01.00 Uhr
Mittwoch, 1. Oktober 2003, 09.00–10.00 Uhr
Mittwoch, 1. Oktober 2003, 15.00–16.00 Uhr
Montag, 11. Oktober 2004, 17.00–18.00 Uhr
Montag, 11. Oktober 2004, 23.10–00.10 Uhr
Dienstag, 12. Oktober 2004, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 12. Oktober 2004, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Michael von Graffenried / Sid Ahmed Hammouche : Im Herzen Algeriens, Benteli Verlag
  • Malika Mokeddem : Die blauen Menschen, Unionsverlag
  • Frank Tenaille : Die Musik des Raï, Palmyra Verlag
  • Assia Djebar : Frau ohne Begräbnis, Unionsverlag
 
 
Playlist :
  • Cheb Khaled und Chaba Zahouania : Ha Djedek
  • Chaba Fadela : Khayaf Yadouk
  • Houari Benchenet : El Ghram Saib
  • Cheikha Remitti : T'kalam el bendir
  • Cheb Akil : Klem-enass mossiba
  • Messaoud Bellemou : Khalouni Menha
  • Cheb Khalde : Le jour viendra
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/algerien/sendung3.htm
 
NAVIGATION
 Startseite Waltpolitik 
 Neues auf meiner Homepage 
 Stichwortsuche 
 Orientierung verloren? 
 Abstract in English 
   
ALGERIEN
 Übersicht 
 1. Sendung 
 2. Sendung 
 Assia Djebar 
   
SENDUNGEN
 Geschichte 
 Kapital – Verbrechen 
 Radiowecker – Beiträge 
 Specials 
 Tinderbox 
 Nächste Sendung 
 Vorherige Sendung 
 Nachfolgende Sendung 
   
SERVICE
 Besprochene Bücher 
 Sendemanuskripte 
 Veröffentlichungen 
 Bisheriges Feedback 
 Email an Walter Kuhl 
 Rechtlicher Hinweis 
   
LINKS
 Radio Darmstadt (RadaR) 
 Alltag und Geschichte 
 Radiowecker – Redaktion 
   
VERLAGE
 Benteli Verlag 
 Palmyra Verlag 
 Unionsverlag 
   

 

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Äußere und innere Kolonialisierung
Kapitel 3 : Im Herzen Algeriens
Kapitel 4 : Die blauen Menschen
Kapitel 5 : Die Musik des Raï
Kapitel 6 : Frau ohne Begräbnis
Kapitel 7 : Schluß

 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

In der heutigen Folge meiner Sendereihe Kapital –Verbrechen geht es um Algerien, das Land, seine Geschichte, die Menschen und seine Musik. Und da der Raï die bekannteste algerische Musikrichtung ist, steht sie in dieser Sendung auch im Vordergrund. Ich werde nämlich nicht nur das Buch über Die Musik des Raï von Frank Tenaille besprechen, sondern auch die beiliegende CD vorstellen. Dieses Buch mitsamt CD werde ich in dieser Sendung verlosen; und zwar unter denjenigen, die mir folgende Frage beantworten können: In welchem Verlag ist das Buch mit der CD Die Musik des Raï erschienen? Ich werde die Lösung im Verlauf der Sendung verraten.

Vorstellen werde ich zusätzlich den Begleitband zu einer Ausstellung über das Algerien von heute, die letztes Jahr in Zürich zu sehen war, das aber auch unabhängig von dieser Ausstellung tiefe Einblicke vermittelt. Weiterhin einen Roman von Malika Mokeddem aus dem Süden Algeriens, welcher das Leben der Wüstenbewohnerinnen und –bewohner mit dem algerischen Unabhängigkeitskrieg und der nicht vorhandenen Emanzipation der algerischen Frauen auch nach der Revolution beschreibt. Und schließlich ein Roman von Assia Djebar, die sich auf die Suche nach den Spuren einer Heldin des Befreiungskampfes begeben hat.

Doch beginnen werde ich ausnahmsweise nicht mit einem Vorwort zur aktuellen Weltlage, sondern mit dem Stück Sie ist dein Großvater der beiden ungekrönten Leitfiguren des algerischen Raï – Cheb Khaled und Chaba Zahouania aus dem Jahr 1989.

Durch die Sendung führt für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt Walter Kuhl.

Cheb Khaled und Chaba Zahouania : Ha Djedek

 

Äußere und innere Kolonialisierung

Algeriens Geschichte ist eine Geschichte der Eroberung. Die römischen Eroberer nannten die Bewohnerinnen und Bewohner des Landes Berber, was nichts anderes als die lateinische Form des griechischen Wortes barbaros, also Stammler, war. Nach den Römern kamen im 5. Jahrhundert die Wandalen, bis diese ein Jahrhundert später vom byzantinischen Ostrom besiegt wurden. Wiederum ein Jahrhundert später eroberten die Araber Nordafrika und schifften 711 nach Spanien über. Verschiedene arabische Dynastien wechselten einander ab, bis im 16. Jahrhundert das östliche Algerien unter türkische Oberherrschaft kam.

1830 eroberten die Franzosen Algerien und unterwarfen sich Land und Leute als abhängige Kolonie. Die fruchtbarsten Landstriche wurden enteignet und französischen, italienischen oder spanischen Kolonisten zugesprochen. Algerierinnen und Algerier galten seither als Menschen zweiter Klasse und wurden im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen, juristischen Leben auch so behandelt. Frankreich betrachtete später jedoch Algerien als Teil der Nation, nicht als Kolonie. Umso heftiger tobte dann seit 1954 der Unabhängigkeitskrieg, der – je nach Schätzung – 300.000 bis 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Die französische Kriegsführung war brutal. Mehr als eine Million Soldaten waren zwischen 1954 und 1962 in Algerien stationiert; sie sperrten Verdächtige und Unbeteiligte in Lager, plünderten, vergewaltigten und mordeten. Doch auch der algerische Widerstand war alles andere als gewaltfrei – Bombenattentate und die Liquidierung vermeintlicher oder tatsächlicher Verräter gehörten dazu. Auch interne Machtkämpfe der rivalisierenden Fraktionen des Widerstandes wurden mit militärischen Mitteln ausgetragen. Dieses Trauma wirkt bis heute fort. Soziale Auseinandersetzungen werden in der Regel mit Gewalt ausgetragen.

Frankreich entließ Algerien 1962 in die Unabhängigkeit – ein vollkommen kriegszerstörtes Land. Die rund eine Million Französinnen und Franzosen verließen fluchtartig das Land. Die siegreichen Partisanen bildeten die zukünftige Armee und übernahmen die Macht. In der Folgezeit partizipierte Algerien am Ölboom; doch die Früchte ernteten vor allem die Machthaber. Dennoch konnte ein bescheidener Wohlstand für viele Algerierinnen und Algerier entstehen. Doch die Probleme wuchsen. Glaubten die Frauen 1962, nach der Revolution am öffentlichen Leben teilhaben zu dürfen, sahen sie sich schnell einer Islamisierung der Gesellschaft ausgesetzt.

Die wirtschaftliche Scheinblüte platzte Ende der 80er Jahre. Algerien war pleite. Der IWF diktierte Preiserhöhungen, 1988 kam es zum Aufstand. Mehrere hundert, möglicherweise bis zu 5000, Jugendliche wurden erschossen oder anderweitig umgebracht. Doch führte dieser Aufstand zu einer neuen Welle demokratischer Bewegungen. Das Regime hatte abgewirtschaftet. Bei den Wahlen 1990 und 1991 wurden meist aus Protest die Islamisten gewählt, doch bevor im entscheidenden zweiten Wahlgang die Islamisten die absolute Mehrheit bei den Parlamentswahlen erringen konnten, putschte das Militär. Seither herrscht Bürgerkrieg.

Es ist ein schmutziger Krieg. Und es ist ein Krieg, der das Bevölkerungsproblem des Landes auf eine ziemlich elegante und unappetitliche Weise zu lösen versucht. Anstatt den Jugendlichen eine Perspektive zum Leben und Arbeiten zu geben, hetzt man sie als Militärangehörige und Islamisten aufeinander. Schätzungen gehen davon aus, daß in den letzten zwölf Jahren mehr als 100.000 Menschen in diesen Auseinandersetzungen getötet worden sind.

Die algerische Gesellschaft selbst hat mehrere Konfliktlinien – eine politische, nämlich die Forderung nach umfassender Demokratisierung. Eine soziale – nämlich Frauenemanzipation, eine ökonomische – nämlich die Schere zwischen Militärkapitalismus und Jugendarbeitslosigkeit, und eine sprachliche – den Berberinnen und Berbern wird eine arabisch–islamische Einheitskultur aufgedrängt. All dies entlädt sich immer wieder und es kommt zu gewalttätigen Zusammenstößen. Anders als hierzulande werden dabei Demonstrationen nicht mit Giftgas und Wasserwerfern, sondern mit Bleikugeln aufgelöst.

Anzumerken ist, daß die Bewegung der Berberinnen und Berber im Gegensatz zu derartigen Bewegungen in allen anderen Ländern der Erde weder Autonomie noch Unabhängigkeit fordert. Sie betrachten sich genauso wie die arabischen Bewohnerinnen und Bewohner des Landes als Algerierinnen und Algerier und wollen nichts weiter, als in ihrer sprachlichen und kulturellen Geschichte und Gegenwart ernst genommen und respektiert zu werden.

Eine Lösung all dieser Probleme ist nicht in Sicht. Eine gesellschaftliche Bewegung, die sowohl gegen den Staatsterror der Militärs wie auch gegen den Terror der Islamisten (also ganz normaler Männer) mobilisiert, jedoch auch nicht. Die Zukunft bleibt also offen; und daher sterben auch weiterhin jeden Monat rund 200 bis 300 Menschen im latenten Bürgerkrieg. Zuweilen entlädt sich daher der Zorn der Bevölkerung an den Machthabern. Nach dem schweren Erdbeben im Mai diesen Jahres besuchte Präsident Abdelaziz Bouteflika die Katastrophenregion. Er mußte seinen Besuch nach einem Steinhagel abbrechen.

Chaba Fadela singt daher im folgenden Stück aus dem Jahr 1997: Paß auf, daß sie dich nicht schnappen.

Chaba Fadela : Khayaf Yadouk

 

Im Herzen Algeriens

Besprechung von: Michael von Graffenried / Sid Ahmed Hammouche – Im Herzen Algeriens, Benteli Verlag 2002, € 22,00

Von August bis Oktober vergangenen Jahres war in Zürich eine Ausstellung mit dem Titel Im Herzen Algeriens. Das Jahrzehnt des Terrorismus zu sehen gewesen. Für alle diejenigen, die nicht die Ausstellung besuchen konnten, bietet der Begleitband von Michael von Graffenried und Sid Ahmed Hammouche eine sehr ansprechende Gelegenheit, sich über die jüngsten Entwicklungen in Algerien zu informieren.

Die islamistischen Terroristen haben weitgehend ihre Waffen niedergelegt, doch der Bürgerkrieg geht mit niedriger Intensität weiter. Ist unter solchen Verhältnissen noch Leben möglich? Erstaunlicherweise schaffen es die Algerierinnen und Algerier trotzdem, sich nicht vollkommen fremd bestimmen zu lassen. Sie finden neue Ausdrucksformen ihres Protestes und neue Möglichkeiten sozialer Kommunikation.

Eines der größten Probleme des Landes ist das rasche Wachstum der Bevölkerung. Lebten zur Unabhängigkeit 1962 knapp 10 Millionen Menschen im Land, sind es heute dreimal so viele. Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit sind das eine, Jugendkultur, zu der natürlich auch Sexualität gehört, das andere. Doch ruhige abgeschiedene Orte ohne Islamisten, Militärs oder nur ganz stinknormale patriarchal denkende Männer und Frauen sind selten in diesem Land. Die aus dem Boden schießenden Internetcafes sind eine Möglichkeit, dieser Enge zu entfliehen, sowohl virtuell wie auch dadurch, daß hier Männer und Frauen relativ streßfrei zusammenkommen können.

Neben einem kurzen historischen Abriß kommen in dem Begleitband sehr unterschiedliche Menschen zu Wort – Intellektuelle und Journalistinnen, ein Islamist und ein Filmemacher. Sie alle beleuchten die unterschiedlichen Facetten der heutigen algerischen Wirklichkeit. Beeindruckend ist hierbei das Fotodokument von Michael von Graffenried über einen Tag im Berberdorf Tadmaït. Wenige Wochen vor seiner Hochzeit wird ein Berber von Sicherheitskräften erschossen. Eine alltägliche algerische Tragödie, die hier jedoch erfahrbar gemacht wird. Wie gehen Menschen damit um, wenn einer der ihren einfach abgeknallt wird?

Die Jungs basteln Molotow–Cocktails, um die Polizei anzugreifen und zu vertreiben, derweil Frauen und Mädchen rollengerecht klagen. 5000 Dorfbewohner (keine Frauen) begleiten den Toten zum zehn Kilometer entfernten Friedhof. Die Arroganz der Macht wird nicht nur durch eine andere (abgebildete) Beerdigung, nämlich des 1992 ermordeten Präsidenten Boudiaf deutlich, wenn die eigentlichen Machthaber posieren. Sie zeigt sich auch in den abgebildeten Ausschnitten des Dokumentarfilms Krieg ohne Gesichter von Mohammed Soudani. Wer wissen will, was Aufstandsbekämpfung heißt, wie ein Bürgerkrieg geführt wird, daß wild herumgeballert und kaserniert wird, findet hier visuelles Anschauungsmaterial. Der Film macht deutlich, daß es weniger um die Islamisten geht, sondern darum, jeden Funken Widerstand brutalst möglich zu ersticken. Sie setzen dabei auch auf die Medien des Landes

Die mediale Strategie der Offiziere [...] besteht darin, alle glauben zu lassen, die Vorgehensweise der Armee wäre von der Zivilbevölkerung abgesichert. Deshalb spielen die privaten Medien für sie eine so wichtige Rolle, weil sie frei heraus Kritik am Präsidenten üben können [...]. Mittlerweile nutzt die private Presse ihre Freiräume nicht mehr dazu, einen ohnehin eher machtlosen Präsidenten zu diskreditieren, sondern nur noch dazu, ein autoritäres und repressives Regime als "demokratische" Regierung auszugeben, in der die Armee wie ein letztes Bollwerk gegen das Schreckgespenst radikal–islamistischer Gewalt erscheint. [1]

In der Tat haben nicht die Präsidenten, sondern die Militärs das Sagen. Und nach dem 11. September rühmen sie sich geradezu als Wegbereiter im Kampf gegen den fundamentalistischen Terror. Daß sie selbst die Islamisten durch die Islamisierung des Landes, des Schulwesens und der Familiengesetzgebung stark gemacht haben, wird dabei übersehen. Daß Staatsterrorismus ein probates Mittel im Kampf gegen die eigene Bevölkerung ist, stört einen westlichen Staatsmann ohnehin nicht.

Was bleibt, ist ein ewiger Kampf um Freiheit und Demokratie – der Jugend, der Berber und der Frauen. Nacéra Rech liefert eine interessante Erklärung für den Erfolg des Islamismus in Algerien, und zwar schon in den 80er Jahren:

Als ich Mitte der Achtziger Jahre Algier verliess, war bereits eine starke soziale Veränderung spürbar. Die Moscheen waren stets überfüllt, immer mehr Mädchen trugen [...] das islamische Kopftuch [...] und lange Kleider. Algier, die Stadt meiner Vorfahren, die Wiege meiner Kindheit, begann mir Angst zu machen. Damals habe ich gedacht, es wäre die Wirkung des rückständigen und mittelalterlichen Familiengesetzes. Heute sage ich mir, es war die Rache der Verlierer. Algerien hatte sich in seinen Wertevorstellungen verfangen. Die meisten Islamisten von heute sind die Kinder derjenigen Bauernfamilien, die damals in die Städte gezogen sind, um dort eine neue Arbeit zu finden. Als sie damit gescheitert waren, zogen ihre Söhne los, um im Namen der Ehre den gebrochenen Stolz der Väter zu rächen und die gepriesene alte Ordnung wieder herzustellen. Die machtgierigen "Islamrhetoriker" wiederum nutzten die politische und soziale Verdrossenheit dieser Erfolglosen, um sie zu Handlangern und Mördern zu machen. Die sozialen Verlierer wurden so zu Opfern des radikalen Islamismus. [2]

Dennoch zeigt das Buch Im Herzen Algeriens Tendenzen auf, die dazu führen können, daß Gewalt und Islamismus, Frauenunterdrückung und arabische Pseudoidentität nicht ewig fortbestehen. Noch bewegt sich vieles in alten Bahnen. Doch eine neue Jugend mit neuen Ausdrucksmöglichkeiten und der Einforderung simpler demokratischer Errungenschaften könnte hier einiges zum Tanzen bringen. Michael von Graffenried und Sid Ahmed Hammouche beleuchten daher (noch) den Ist–Zustand. Dieses beeindruckende Zeitdokument ist im Schweizer Benteliverlag erschienen und kostet 22–Euro.

Zu lieben ist immer schwer singt im folgenden Stück Houari Benchenet – erschienen 1998.

Hourai Benchenet : El Ghram Saib

 

Die blauen Menschen

Besprechung von: Malika Mokeddem – Die blauen Menschen, Unionsverlag 2003, €9,90

Link zum Unionsverlag

Die algerische Autorin Malika Mokeddem wurde 1949 am Rande der Sahara geboren und lebt heute in Frankreich als Ärztin und Schriftstellerin im Exil. In ihrem autobiographisch angehauchten Roman Die blauen Menschen beschreibt sie die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich der Tradition widersetzt und als erste Frau ihres Clans nicht nur das Gymnasium besucht, sondern auch studiert.

Die blauen Menschen – das sind die Tuaregnomaden der Wüste, deren Leben von der Autorin jedoch nicht idyllisiert wird. Es ist gekennzeichnet durch Langeweile, durch Leere und Trübsinn.

Was suchen sie? [...] Sie wissen es vielleicht selbst nicht, aber sie suchen. So wandern sie vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, in Schweigen gehüllt und in Licht getaucht. Wenn sie müde sind, schlagen sie eilig ein Lager auf und beginnen zu warten. Was erhoffen sie? Worauf warten sie so zusammengekauert und bewegungslos? Auf etwas, das wahrscheinlich nie kommen wird. [...] Schweigend wandern sie oder warten. So fließt ihr Leben wie eine lange Suche, ein endloses Warten dahin. [3]

Malika Mokeddem erzählt die Geschichte eines Außenseiters, der aus dieser ewigen Warterei ausbricht, um ein neues Leben zu beginnen. Er widersetzt sich den Normen des Clans und zieht in die Stadt und wird reich. Ist es sein Vorbild, das die Urenkelin seines Bruders dazu veranlaßt, auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen? Oder ist es nur so, daß die Zeit dafür reif war, daß junge Mädchen nicht automatisch mit 10 oder 12 Jahren von der Schule genommen wurden, um sie in einem Akt organisierter Vergewaltigung einem wesentlich älteren Mann zu verheiraten?

Malika als Leila des Romans jedenfalls fand es überhaupt nicht witzig, daß ihre Mutter Jahr für Jahr schwanger wurde und sie ihre jüngeren Brüder beaufsichtigen und füttern sollte. Unterstützung erhält sie von ihrem Onkel und einigen Französinnen und Franzosen in dem Ort, in dem ihre inzwischen seßhaft gewordene Familie aufwächst. Doch die Sehnsucht nach den blauen Menschen durchzieht ihr Leben und auch den Roman. Bei aller Langweile, bei allem Warten und Wandern sind diese blauen Menschen doch frei von den Zwängen, ihre Arbeitskraft und ihre Töchter zu verkaufen, und am Ende ihres Lebens doch nicht zu wissen, wozu das alles.

Leila erhält jedoch die wertvollste Unterstützung durch ihre Großmutter Zohra. Obwohl diese selbst den Werten und Normen der nomadisch-arabischen Männerwelt verhaftet bleibt, ist sie innerlich frei genug, ihrer Enkelin das Erbe ihrer Vorfahren zu vermitteln – der blauen Menschen aus der Wüste. Nie aufzugeben, immer weiter zu gehen und, wenn nötig, wieder von vorne aufzubrechen.

Leila wächst heran, besucht gegen die guten Sitten das Gymnasium der Nachbarstadt, erlebt den Unabhängigkeitskrieg mit und erhofft sich mit der Befreiung des Landes auch die Emanzipation der verschleierten Frauen. Doch sie muß erleben, daß es ganz anders kommt. Als die Franzosen panikartig das Land verlassen, stehen ihre Häuser und Villen leer. Die neu entstandene algerische Bürokratie bemächtigt sich dieser und ...

... errichtet Müllbarrieren zwischen den Häusern, um die darin eingesperrten Frauen vor den Blicken der Nachbarn zu verbergen. Aus blühenden Gärten werden Slums.

Rückständiges Denken kann unbemerkt bleiben, wenn es sich im Schatten der Hütten, unter dicken Schichten der Armut verkriecht. Wenn es an den Rand des Lebens verbannt wird, fern von den Augen und dem Bewußtsein. Kommt es erst aus seinem Schlupfwinkel hervor, wird von seiner Armut reingewaschen, wandelt frei umher und hat überdies noch etwas Macht, so ist es eine Beleidigung für das Auge und eine Zumutung für den Geist. Doch ob verborgen oder in aller Öffentlichkeit, es wird immer eine eiternde und blutende Wunde im Gesicht der Menschheit sein. [4]
Link zum Unionsverlag

Das ist die Freiheit, für die im Unabhängigkeitskrieg gegen Frankreich gekämpft wurde. Dies ist die Freiheit aller bisherigen Befreiungskämpfe und Revolutionen. Nicht, daß es so sein muß. Leila selbst zeigt ja, daß es anders geht. Doch dieser Akt der Selbstbefreiung ist schmerzhaft, nicht nur psychisch, sondern durchaus auch handgreiflich. Es ist ein Wunder, daß sie nicht verheiratet wurde und ein größeres, daß sie einen Massenaufruhr überlebte, weil sie es gewagt hatte, zu einer öffentlichen Feier unverschleiert zu erscheinen.

Malika Mokeddem zeichnet in ihrem Roman Die blauen Menschen auf eine faszinierende Weise diesen Kampf um Befreiung nach. Ihr Roman erschien 1990 auf Französisch und drei Jahre später auf Deutsch. Der Schweizer Unionsverlag hat ihren Roman vor kurzem neu aufgelegt, er kostet 9 Euro 90.

Ungewöhnlich ist auch die Geschichte von Cheikha Remitti. 1923 geboren, nahm sie mit 13 ihre erste Schellackplatte auf, veröffentlichte 1954 ihren ersten (weil sexuell anzüglichen) Skandalhit. Sie ist bis heute auf Konzerten zu hören und gilt als die Großmutter des Raï.

Cheikha Remitti : T'kalam el bendir

 

Die Musik des Raï

Nachdem wir jetzt eine Auswahl an Raï–Stücken gehört haben, ist es vielleicht angebracht, die algerische Form des Blues näher zu betrachten. Nicht nur, weil es hierbei drei Bücher mit Begleit–CD zu gewinnen gibt, sondern vor allem deshalb, weil Raï mehr als nur Jugend– oder Protestkultur ist. Raï ist so etwas wie der Trost für all die Entbehrungen und Ersatz für all das, was Jugendlichen (nicht nur in Algerien) vorenthalten wird – eine Perspektive zum Leben. Allerdings ist Raï auch das, was den Blues zuweilen ausmacht: das Jammern alter und manchmal auch schon junger Männer. Wer genau hinhört, findet dieses lautmalerische Element wieder.

Der Journalist Frank Tenaille, der zufälligerweise in derselben Stadt wie Malika Mokeddem lebt, nämlich im französischen Montpellier, hat letztes Jahr ein Buch über Die Musik des Raï herausgebracht, dessen deutsche Übersetzung vor kurzem im Heidelberger Palmyra Verlag erschienen ist. Das Buch hat es in sich.

Frank Tenaille beschreibt nicht nur die Geschichte dieses nordafrikanischen Blues vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Entwicklung seit der französischen Eroberung 1830, sondern beleuchtet zudem die Funktion des Raï als Protestform gegen den kulturellen Mainstream und gegen den heuchlerischen Sittenkodex. Zudem bringt er in seinem Buch fünfundsechzig Kurzporträts der wichtigsten Musiker und Sängerinnen, eine Diskographie und eine Begleit–CD unter, um die Vielfältigkeit des Raï zu dokumentieren.

Der Raï ist eine der verschiedenen regionalen nordafrikanischen Musikstile, der es jedoch weit gebracht hat. Er ist im westalgerischen Oran beheimatet und hat musikalische Elemente des gesamten Mittelmeerraumes integriert. Seinen Namen verdankt er einem Flickwort, das immer dann eingesetzt wurde, wenn dem Sänger oder der Sängerin der Text ausging oder die Inspiration ausblieb. Ya raï sangen sie dann – und dies wurde zum Markenzeichen einer Musikrichtung, die wir heute als Raï kennen.

Raï bedeutet Meinung, Urteil, Gewissen, aber auch Willensfreiheit – was sicher auch zum populären Erfolg beigetragen haben mag in einem Land mit repressiver Moral.

Der Raï war schon immer die Musik der underdogs, er verbreitete sich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts vor allem durch die Cheikhas auf Jahrmärkten, bei Familienfeiern oder auch in Haschischhöhlen. Er galt als ein wenig anrüchig, weniger wegen der Haschischhöhlen, sondern eher aufgrund der Verbreitung durch Frauen, deren moralische Gesinnung als äußerst fragwürdig galt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde er aggressiver und zum Ventil aufgestauter Frustrationen. In den 60er und 70er Jahren entwickelte sich ein neuer Raï, der hellhörig internationale Trends verfolgte und sich aneignete. Mit der Toncassette war das ideale Medium zur Massenverbreitung gefunden. Und er wurde zum Medium des Protestes durch seine oftmals mehrdeutigen Texte.

Der Raï war ein indirekter Angriff auf die Politik und die offiziellen Medien, die verunsichert waren, weil ein musikalisches Idiom die Frustration des Volkes spiegelte. [5]

Allerdings ist der Raï auch eine typische Machomusik. Soll heißen: Frauen sind das Objekt der Begierde und entsprechend werden sie besungen. Allerdings gibt es auch nicht wenige Raï–Sängerinnen, die es sich nicht nehmen lassen, ihre eigenen Vorstellungen dieser sexuellen Freizügigkeit zu entwickeln.

Und so gibt es Cheikhs und Cheikhas und es gibt Chebs und Chabas – die Alten und die Jungen. Cheikha Remitti gehört zweifellos zu den Alten und die Jungen haben kräftig bei ihr geklaut, weshalb Remitti auch von den Schmuggel–Chebs spricht. Überhaupt gehört Klauen zum Handwerk. Nicht nur werden Liedtexte gnadenlos abgekupfert, sondern auch Cassetten und CDs raubkopiert, was das Zeug hält. Weshalb manche Raï–Sänger und –Sängerinnen dazu übergegangen sind, massenhaft Cassetten und CDs aufzunehmen, um wenigstens einen Bruchteil daran zu verdienen.

Natürlich ist diese Musik allen Sittenpuristen, Militärs und islamischen Fundamentalisten ein Dorn im Auge. Statt staatlicher Förderung wie bei genehmen Kunstrichtungen wurde mal ein Künstler umgebracht. Kein Wunder, daß nicht wenige Raï–Sängerinnen und –Sänger im sichereren Frankreich leben und spielen. Dennoch ist ihr Erfolg auch in Algerien ungebrochen. Mit der Migration algerischer Männer und Frauen vor allem nach Frankreich eroberte sich der Raï neue Konzertsäle und Plattenverträge. Vom Aufkommen der profitträchtigen Weltmusik blieb auch der Raï nicht verschont. Hits wie Aïcha werden daher gnadenlos zweitverwertet und den Bedürfnissen eines Mainstream–Publikums angepaßt.

Von Anfang an war der Raï eine Sprache der Lust und der Sinnlichkeit, aber heute singen ihn nicht mehr nur die ketzerischen Cheikhas, sondern auch die Idole der algerischen Jugend, einer Jugend, die in ihrem Land zwar die Bevölkerungsmehrheit stellt, aber keine Ideale hat, die in Sachen Liebe und Sexualität zur Frustration verurteilt ist und einer wirtschaftlich unsicheren Zukunft entgegensieht. Und so entwickelte sich der Raï zur Verkehrssprache einer Subkultur, die im Laufe der Zeit zu einem Massenphänomen geworden ist. [6]

Wer mehr über die Ursprünge und Ausdrucksformen des Raï wissen möchte, ist bei dem Buch von Frank Tenaille mit dem Titel Die Musik des Raï genau richtig. Es ist interessant geschrieben, voller Beispiele, gut dokumentiert und eben mit einer musikalischen Begleit–CD versehen, die es ermöglicht, beim Lesen des Buches auch gute Raï–Musik zu hören. Drei dieser Bücher hat mir der Palmyra Verlag zur Verfügung gestellt; und wenn ihr die haben wollt, dann müßt ihr mir bloß eine Mail schicken oder auf meine Voice–Mailbox das gesuchte Lösungswort aufsprechen. Wie das geht, erfahrt ihr zum Schluß der Sendung.

Ansonsten empfehle ich das Buch Die Musik des Raï von Frank Tenaille aus dem Heidelberger Palmyra Verlag auch zum Kauf. Es kostet 22 Euro. Und was meint Cheb Akil dazu? Was die Leute sagen, ist katastrophal.

Cheb Akil : Klem–enass mossiba

 

Frau ohne Begräbnis

Besprechung von: Assia Djebar – Frau ohne Begräbnis, Unionsverlag 2003, € 17,90

Assia Djebars letztes Jahr auf Französisch herausgebrachtes Buch Frau ohne Begräbnis knüpft an die vielfältige Spurensuche der Autorin an, die Ursachen der Gewalt, der Frauenunterdrückung und des Mangels an Demokratie in Algerien herauszufinden. Assia Djebar schreibt nicht einfach nur einen Roman, obwohl Frau ohne Begräbnis allein schon vom literarischen Standpunkt aus betrachtet einzigartig dasteht. Die Dichtheit ihrer Sprache, ihre Monologe und Ausdruckskraft machen neugierig, wecken Sympathie und führen die Leserin und den Leser in Gefilde, welche ihnen zunächst fremd sein mögen.

Assia Djebar begibt sich auf die Spurensuche nach Zoulikha, einer Frau aus ihrer Kindheit, aus der unmittelbaren Nachbarschaft in ihrer Heimatstadt Cherchell. Eines Tages während des algerischen Unabhängigkeitskrieges ging Zoulikha in die Berge, um nicht abseits zu stehen, als es darum ging, die französischen Kolonisatoren zu vertreiben. Viele der Partisaninnen und Partisanen wurden ermordet oder verschwanden. Eine davon – Zoulikha.

Es war 1976, als Assia Djebar nicht schrieb, sondern filmte, um die Frauen hinter dem Schleier der algerischen Wirklichkeit wieder zum Vorschein kommen zu lassen. In Cherchell, dem römischen Caesarea, traf sie die Töchter von Zoulikha, von der nur bekannt war, daß sie 1957 in die Berge ging und später von französischen Truppen gefangen genommen wurde. Was aus ihr geworden war, konnte nur vermutet werden. Die Kolonialarmee war nicht zimperlich.

Das Spannende an Frau ohne Begräbnis ist, wie Assia Djebar sich Zoulikha und ihrem Verbleib nähert. Sie läßt ihre Leserinnen und Leser teilhaben an jeder Facette ihrer Spurensuche, und auch daran, wie sich Zoulikhas Geschichte rekonstruieren läßt. Es ist jedoch mehr als nur die Geschichte einer Frau – in gewisser Weise ist es die Geschichte Algeriens. Die Frauen sind die Geschichte Algeriens, und die Männer stehen dieser Geschichte im Weg. Etwa hier:

Die Menge in Algier und fast ebenso in Caesarea treibt im grauen Fluss der Zeit. [...] Wir tragen nun einmal, wie so viele andere Völker, unsere Schande, unsere Brandmale auf der Stirn, Schmutz auf dem Gesicht! Na und, wir sind ganz gewöhnlich, wie viele andere Nationen, die Wirren und Bürgerkriege nicht vermeiden konnten [...].
Wir haben jetzt selbst auch, und zwar hausgemachte, Folterer, Sklaventreiber, bewaffnete Gesellen, die mit echten Kugeln auf protestierende Jugendliche schießen, heute, in unserem Bagno von Algier, das wir früher, das weißt du doch, vor vier oder fünf Jahrhunderten, unsere »Bäder von Algier« nannten! Jetzt sind sie wieder da, blutiger, modern eben. [7]

Assia Djebars Suche nach Zoulikha ist eng verbunden mit der Suche nach Freiheit. Die 1916 geborene Zoulikha war ungewöhnlich. Sie war das erste muslimische Mädchen ihrer Gegend mit einem Schulabschluß und sie sagte, was sie dachte. Als sie ihren dritten Ehemann in Cherchell kennenlernte, zog sie zwar den Schleier über, aber verschleierte nicht ihre Gesinnung. Ihr Freiheitsdrang blieb ungebändigt. Und es sind Frauen wie Zoulikha, die für Assia Djebar die Zukunft Algeriens ausmachen. Ein Grund mehr, nach ihnen zu suchen.

Frau ohne Begräbnis von Assia Djebar ist im Unionsverlag erschienen; dieser wirklich außergewöhnliche und fesselnde Roman kostet 17 Euro 90.

Messaoud Bellemou : Khalouni Menha

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte –

heute über blaue Menschen im Herzen Algeriens. Besprochen wurden dabei:

Der Begleitband zur Ausstellung Im Herzen Algeriens, die vergangenes Jahr in Zürich zu sehen war. Michael von Graffenried und Sid Ahmed Hammouche haben hierin einige interessante Texte zur jüngsten Geschichte Algeriens zusammengetragen. Das Buch ist im Schweizer Benteliverlag erschienen und kostet 22 Euro.

Die blauen Menschen, ein Roman der algerischen Autorin Malika Mokeddem aus dem Jahr 1990. Sie verwebt hierin die Geschichte des nationalen Befreiungsprozesses mit ihrer subjektiv angehaucht autobiographischen Schilderung einer Frauenemanzipation. Der Roman ist vor kurzem im Schweizer Unionsverlag neu aufgelegt worden und kostet 9 Euro 90.

Frank Tenaille hat ein Buch über Die Musik des Raï geschrieben, das ich allen Liebhaberinnen und Liebhabern dieser Musik nur ans Herz legen kann. Es ist im heidelberger Palmyra Verlag erschienen und kostet 22 Euro. Aus diesem Grund verlose ich auch drei Exemplare dieses ungemein informativen Buchs, das zudem noch mit einer Begleit–CD aufwarten kann, aus der ich im Verlauf dieser Sendung mehrere Stücke gespielt habe.

Wer es haben will, hat zwei Möglichkeiten: entweder ihr sprecht euren Namen und eine Rückrufnummer auf meine Voice–Mailbox bei Radio Darmstadt. Die Telefonnummer lautet (06151) 87 00 192. Oder ihr schreibt mir eine Email an kapitalverbrechen@alltagundgeschichte.de. Wichtig dabei ist die Angabe des Lösungswortes, und dieses ist der Verlag, in dem Buch und CD herausgekommen sind. Ich werde die Gewinnerinnen und Gewinner benachrichtigen. Wer diese Sendung in der Wiederholung am Dienstag um Mitternacht, am Dienstagmorgen um 8 Uhr und noch einmal ab 14 Uhr hört, hat dann auch einmal eine Chance, etwas zu gewinnen.

Und zum Schluß habe ich den Roman Frau ohne Begräbnis von Assia Djebar vorgestellt. Auch er ist im Unionsverlag erschienen und kostet als Hardcover 17 Euro 90.

Im Anschluß an diese Sendung folgt Äktschn!, eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Doch zuvor ein Stück, das nicht auf der Begleit–CD des Raï–Buches zu finden ist, aber auch das ist Raï! Es stammt von Cheb Khaled, ist 1996 erschienen, und heißt: Der Tag wird kommen. Wollen wir hoffen, daß es einen solchen Tag für Algerien eines Tages geben wird. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

Cheb Khaled : Le jour viendra

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Michael von Graffenried – Sid Ahmed Hammouche : Im Herzen Algeriens, Seite 42
[2]   Graffenried – Hammouche, Seite 58–59
[3]   Malika Mokeddem : Die blauen Menschen, Seite 13
[4]   Malika Mokeddem : Die blauen Menschen, Seite 231
[5]   Frank Tenaille : Die Musik des Raï, Seite 11
[6]   Frank Tenaille : Die Musik des Raï, Seite 96
[7]   Assia Djebar : Frau ohne Begräbnis, Seite 217

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Dezember 2005 aktualisiert.
Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur.
©  Walter Kuhl 2001, 2003, 2005
Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.
 Startseite Waltpolitik 
 Zum Seitenanfang 
 Email an Walter Kuhl 

 

  Vorherige Sendung     Nachfolgende Sendung