Baustelle in Arheilgen
Neue Wege für Arheilgen

Kapital – Verbrechen

Feige und hinterhältig

Sendemanuskript

 

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Montag, 25. August 2008, 17.00 bis 18.00 Uhr

Wiederholt:

Montag/Dienstag, 25./26. August 2008, 23.10 bis 00.00 Uhr
Dienstag, 26. August 2008, 05.00 bis 06.00 Uhr
Dienstag, 26. August 2008, 08.00 bis 09.00 Uhr
Dienstag, 26. August 2008, 16.00 bis 17.00 Uhr

Zusammenfassung:

Vorstellung der CD Dreizehnbogen von Franz Josef Degenhardt. Mit Abstechern zu Dopingerkenntnissen im Leistungssport, zum selektiven Sparen in Darmstadt und zu feigen und hinterhältigen Kriegshandlungen in Afghanistan.

Zwei Tage nach der Erstausstrahlung dieser Sendung starb ein Hauptfeldwebel der Bundeswehr, nachdem ein Geländewagen in eine Sprengfalle geraten war. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sprach nicht nur den Angehörigen sein Mitgefühl aus, sondern bezeichnete zudem diesen Anschlag als „feige“ und „hinterhältig“ [1]. Mir ist nicht bekannt, daß er den Angehörigen der diversen Kollateralschäden auch nur in annähernd gleicher Weise sein Mitgefühl ausgesprochen hätte. Erst recht wird er sicher nie auf die Idee kommen, die Kriegshandlungen seines Bündnispartners als „feige“ und „hinterhältig“ zu bezeichnen. Warum das so ist, das erfuhrt ihr in meiner Sendung.

Der Titel der Sendung wurde aus entsprechend aktuellem Anlaß angepaßt.

Gespielte CD:

 


 

Inhaltsverzeichnis

 


 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

Die internationalen Medikamentenspiele sind zu Ende und die Erde bleibt eine Scheibe. Weltrekorde purzelten en masse und alle Welt fragt sich: geht das mit rechten Dingen zu? Was für eine dusselige Frage! Natürlich geht hier alles mit rechten Dingen zu. Schließlich gehört das Dopen zum Sport wie die Fahne zum Alkohol. Und doch sollten wir sauber differenzieren: Doping ist ja nur, wenn a) die zulässigen Grenzwerte dummerweise überschritten wurden und b) man oder frau dann zusätzlich blöderweise auch noch erwischt wurde. Sonst handelt es sich nicht um Doping, sondern um die zulässige Verabreichung leistungsfördernder Substanzen. Anders ausgedrückt:

Wenn ich ein Mittelchen so dosiere, daß ich unterhalb der Grenzwerte bleibe, darf ich Olympiasieger werden, wenn ich aber zu blöd war und die Mittel zum falschen Zeitpunkt eingenommen oder bei ihrer Konsumtion etwas übertrieben habe, dann werde ich gesperrt. Das ist die Doppelmoral des Leistungssports; und diese Doppelmoral ist voll und ganz kompatibel mit der Doppelmoral einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Weshalb der Ausspruch von Jan Ullrich, nie betrogen zu haben, ja auch voll und ganz stimmt [2].

In den Fußballstadien lesen wir beispielsweise Keine Macht den Drogen, aber jedes übertragene Länderspiel wird von einer aufdringlichen Bierwerbung begleitet. Daß Alkohol im Fußballsport eine weit verbreitete Plage ist, wird schon längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand konstatiert.

Der jährliche Drogenbericht der Bundesregierung verrät uns beispielsweise, worauf das Funktionieren dieser Gesellschaft aufgebaut ist. Auf Stimulanzen, die wahlweise aufputschen, zudröhnen, beruhigen oder den ganzen Frust ersaufen lassen. Und wer mich jetzt noch fragt, ob Usain Bolt aus dem sonnigen Jamaika seine Weltrekorde mit lauteren Mitteln erlaufen hat, der oder dem kann ich nun wirklich nicht mehr helfen. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte bei Radio Darmstadt ist Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

Die Musik zu dieser Sendung stammt von der aktuellen CD Dreizehnbogen von Franz Josef Degenhardt.

 

Beweislastumkehr als Sozialisationsprogramm

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin kein Dopingjäger. Ganz im Gegenteil. Ich bin für die umfassende Legalisierung aller Drogen. Nur durch eine Entkriminalisierung und einen repressionsfreien Umgang mit Drogen aller Art erhalten wir die Möglichkeit, uns verantwortungsbewußt mit Drogen auseinanderzusetzen und sie gegebenenfalls sinnvoll zu konsumieren. Meine Droge heißt mit Zucker versetzter Tee, und die ist ja legal.

Was mich ankotzt, ist die Pogromstimmung, dieser Generalverdacht gegen alle Sportlerinnen und Sportler, die dadurch gezwungen werden, sich auf Schritt und Tritt von aufdringlichen Kontrolleuren belästigen zu lassen – also die Umkehr der Beweislast. Dieses Prinzip gilt längst nicht mehr nur im Leistungssport. Wer Arbeitslosen- oder Sozialgeld auf der Grundlage von Hartz IV bezieht, steht bei den Behörden grundsätzlich unter dem Verdacht der Täuschung. Das ist insofern logisch und konsequent, weil der Kapitalismus nicht ohne Betrug, ohne Täuschung und ohne extralegale Gewalt funktionieren kann.

Kapitalismusprobleme ganz anderer Art plagen die Stadt Darmstadt. Das Regierungspräsidium hat wieder einmal zum Zwangssparen aufgerufen. Alle Ausgaben der Kommune rund um das Luisencenter stehen deshalb auf dem Prüfstand, naja … fast alle. Ausgenommen natürlich Prestigeprojekte wie das Darmstadtium, die Darmbachposse, die Nordostumgehung oder die ICE-Anbindung, um nur einige zu nennen.

Als die üblichen Verdächtigen müssen wieder einmal die städtischen Beschäftigten und die Bezieherinnen und Bezieher sozialer Leistungen herhalten. Diese stehen ja unter Generalverdacht. Die einen, weil Beamte [und kommunale Angestellte] ja ohnehin faul sind, und die anderen, weil sie ohnehin immer betrügen. Und damit sich die Arbeitslosen auch weiterhin um die vielen nicht vorhandenen Jobs mit Hilfe von virtuellen Bewerbungen kümmern können und damit sie sich hierbei auch nicht durch unnötigen Firlefanz ablenken lassen, wird ihnen schon einmal vorab die Schließung der städtischen Bäder angedroht. In Bessungen war es der Asbest, der als Begründung zu Hilfe kam.

Wer unterschreibt, wird sofort verpflichtet

Zu welch abstrusen Gedankenleistungen die Darmstädter Politik in der Lage ist, deutet der Fraktionsvorsitzende der SPD im Darmstädter Stadtparlament, Hanno Benz, an. Die etwa 7.000 Menschen, die sich per Unterschriftenaktion für den Erhalt des Bessunger Bades eingesetzt haben, könnten doch eine Genossenschaft gründen, um ihr Bad zu retten. Anstelle teurer städtischer Personalkosten werde das Bad dann durch kostenlose ehrenamtliche Arbeit geführt. In Nörten-Hardenberg in Niedersachsen und in Hochheim am Main habe sich das Modell schon für die Stadtkasse bewährt.

Seltsam nur: wenn es andernorts darum geht, Wiesen und Wälder vor Straßenbaumaßnahmen oder besetzte Häuser vor dem Verfall zu retten, wurden Initiativen hierfür nicht aufgefordert, eine Genossenschaft zu gründen, um die gefährdeten Auen und Häuser zu übernehmen. Es kommt eben immer auf den Nutzeffekt an.

Wir lernen daraus, niemals mehr eine Unterschrift für den Erhalt kommunaler Güter zu setzen, solange wir das Kleingedruckte nicht kennen. Das ist übrigens auch eine elegante Art, politische Kritik mundtot zu machen und die Bürgerin zur politischen Abstinenz zu bringen.

»»  Daniel Baczyk : Heute Badegast – morgen Badbetreiber?, in: Darmstädter Echo online am 26. August 2008

»»  Daniel Baczyk : Genossenschafts-Vorstoß „eine Bankrotterklärung“, in: Darmstädter Echo online am 29. August 2008

Glaubt mir. Das hat alles seine innere Logik. Diejenigen, die solcherlei beschließen, können sich das exklusiv für sie teuer renovierte Wellnessbad gegenüber vom Finanzamt leisten (im Jugendstilbad); die Arbeitslosen hingegen werden zukünftig Wellness-agents für demenzkranke Menschen spielen dürfen [3]. So tun alle etwas für ihre Wellness; und die unter Generalverdacht stehenden faulen Arbeitslosen tun endlich einmal etwas Nützliches. Etwas Nützliches für die öffentlichen Kassen, die ja hierdurch Gelder für neue Straßenprojekte und Prestigeobjekte freischaufeln können.

Betrug 2003 allein der Bundesanteil für die Umgehungsstraße, Nordostumgehung genannt, 35 Millionen Euro, so wird derzeit mit 94 Millionen gerechnet. Entsprechende Kostensteigerungen für den derzeit auf 40 Millionen Euro geschätzten städtischen Anteil [4] lassen uns gleich an die Schildbürgerei der neuen Wege für Arheilgen denken, deren Kosten um rund 50% gestiegen sind [5]. Nichts gegen den Ausbau der Straßenbahnlinie, auch wenn ich nicht verstehe, weshalb an der Endschleife kein Parkhaus gebaut wird, um zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu motivieren. Aber ich vermute wohl zurecht, daß die für diese Mehrkosten Verantwortlichen nicht eingespart werden.

Und doch: Susanne Jung, bei der IHK Darmstadt zuständig für Standortpolitik, hat ja Recht: Wo viel Verkehr fließt, floriert die Wirtschaft. Deshalb ist es vollkommen unverständlich, weshalb das inzwischen angegraute Projekt „Nordostumgehung“ immer noch mit nur zwei Fahrspuren durch den Tunnel unter den Bürgerpark gebohrt werden soll. Am westlichen und am östlichen Ende sind es doch deren vier. Schildbürgerei, wohin man sieht. [6]

Allerdings könnten wir uns auch die Frage stellen, weshalb wir eine Wirtschaft brauchen, die Leute bis aufs Hemd ausquetscht und dann auf die Straße setzt, und weshalb wir eine Wirtschaft benötigen, die nur an sich, ihren Verkehr und ihren Profit denkt. Ich denke, da gibt es lohnenswertere Ziele. Doch ich fürchtee, mit einer solchen Grundhaltung bekomme ich Probleme mit den christlichen Werten des Abendlandes [7] und bin somit reif für einen Kollateralschaden [8].

 

Dreizehnbogen

Cover DreizehnbogenFranz Josef Degenhardt, Jahrgang 1931, gehört zu den politischen Liedermachern der 60er Jahre. Als Rechtsanwalt verteidigte er Sozialdemokraten und Kommunisten in einer Zeit, als Willy Brandt mehr Demokratie wagen wollte. 1971 wurde er aus der SPD ausgeschlossen, er trat 1978 der DKP bei. Sein Schmuddelkinder-Lied von 1965 ist vielleicht sein bekanntestes; hier zeigt sich eine Mischung aus hintergründig-feinsinniger Ironie mit deutlicher politischer Stellungnahme. Er sympathisierte mit den GIs, die in den 60er Jahren nicht in Vietnam kämpfen wollten und deshalb desertierten; ihnen widmete er das Lied vom Indianer P.T.

Wenn der Senator erzählt – wie schwer es ihm nach dem Krieg und vor der Währungsreform gegangen ist und er zum Glück ja „noch das Wackelsteiner Ländchen hatte und seine treuen Bauern; hier einen Schinken, dort einen Liter Milch.“ Oder die Befragung eines Kriegsdienstverweigerers mit all ihren obszönen Absurditäten: „Einen haben wir mal hier gehabt und der machte auf Buddhist. War so'n Typ mit Glatze, aber durchgekommen ist er, schlaues Kerlchen.“

Mit rund vierzig Alben und mehreren Romanen hat er deutliche Spuren hinterlassen; und doch ist es wohl so, daß man und frau seine oftmals im Sprechgesang verfaßten Lieder mitunter nur ähnlich schwer ertragen kann wie die Songs des frühen Bob Dylan. Das in dieser Sendung vorgestellte Album Dreizehnbogen ist ein Geburtstagsgeschenk, für das ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. [9]

 

Grundfragen des Terrorismus, beantwortet von Kindern in Afghanistan

Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan sind wieder einmal Menschen ermordet worden. Diesmal waren es rund siebzig, nach anderen Quellen sogar neunzig in einem abgelegenen Dorf in der Provinz Herat [10]. Natürlich war zunächst verlautbart worden, es seien dreißig Aufständische gewesen, die getötet worden seien. Da es sich um dieselben Personen handelt, dürfte der Schluß erlaubt sein: den Beweis, keine Terroristen zu sein, müssen die Toten schon selbst erbringen. Da es sich zumeist um Kinder handelt, ist klar, daß sie schon rein intellektuell niemals in der Lage sein werden, die Beweislastumkehr zu schultern. Ansonsten klappt die Propagandamaschine ja ganz gut und wir wissen deshalb immer noch nicht, was das deutsche Kommando Spezialkräfte denn in Afghanistan bei der Unterstützung dieser gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Kriegsführung so alles treibt [11].

Siebzig Tote, neunzig Tote. Das hat die RAF in drei Jahrzehnten nicht einmal ansatzweise hinbekommen. Dafür wanderten die Stadtguerilleros zum Teil mehr als zwanzig Jahre in den Isolationsknast, während die Koalitionstruppen für ihre Leistungen gewiß mit dem einen oder anderen Orden dekoriert werden. Wahrscheinlich liegt das daran, daß in Afghanistan die christlichen Werte des Abendlandes am Hindukusch verteidigt werden, während die RAF genau diese Werte als barbarisch bekämpft hatte. Damals tobte sich die US Army in Vietnam aus und massakrierte – nach unterschiedlichen Schätzungen – mit Entlaubungsmitteln, Bombeninfernos und anderen nicht minder effektiven Methoden eine halbe bis drei Millionen Menschen, überwiegend Zivilistinnen und Zivilisten.

Christian Klar und Birgit Hogefeld sitzen immer noch im Knast. Christian Klar hätte längst begnadigt werden können, aber er hat sich geweigert, diesen christlichen Werten seinen Treueeid zu schwören. Da jedem halbwegs vernünftigen Menschen bewußt ist, daß Christian Klar nie wieder eine Waffe in die Hand nehmen wird, mußte eine über das öffentlich-rechtliche Fernsehen inszenierte Schmutzkampagne nachhelfen [12]. Angekreidet wurde ihm, daß er doch tatsächlich an der vernünftigen Behauptung festhält, daß eine barbarische Welt wie diese durch eine menschliche abgelöst werden muß. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt.

Nun weiß ich nicht, woran die vor wenigen Tagen in Afghanistan ermordeten Menschen geglaubt haben. Aber da sie unter dem Generalverdacht stehen, daß alle Muslime Terroristen sind, ist es auch kein Schaden, sie abzuknallen. Nur ein toter Afghane ist eben ein guter Kollateralschaden.

Daß ausgerechnet Hamid Karsai, der Statthalter von Westens Gnaden, sich über das wiederholte Abschlachten von Hochzeitsgesellschaften und ähnlich gefährlichen Zusammenrottungen beschwert, kann irgendwie nur als übler Scherz bezeichnet werden. Besteht doch sein Kabinett auch aus kriegserprobten Warlords, die in früheren Zeiten nun wirklich nicht dafür bekannt gewesen sind, für Menschenrechte einzutreten. Aber vielleicht sind sie ja genau deshalb nützliche Vasallen für die christliche Wertegemeinschaft, so wie einstens Osama bin Laden im Kampf gegen den gottlosen Sowjetkommunismus.

Nur eine Frage hätte ich da noch: zu welchem Zweck soll das Bundeswehrkontingent in Afghanistan erhöht werden? Als Catering-Service für zukünftige Hochzeitsgesellschaften?

 

Das Sightseeing Business

Feldjäger am LuisencenterApropos Bundeswehr: Das Onlinemagazin German Foreign Policy.Com merkt angesichts der Medikamentenspiele in Peking an, daß die vielfältigen Medaillengewinne der von der Bundeswehr geförderten Sportlerinnen und Sportler selbstverständlich positiv vermarktet werden. Immerhin sind 127 der 440 deutschen Sportskanonen formell Angehörige des Militärs. [13]

Wie war das noch früher? War das nicht so, daß man und frau sich ereifert hat über die sogenannten „Staatsamateure“ im Realen Sozialismus? Und jetzt? Sind das jetzt keine Staatsamateure? Nein, es sind Staatsprofis.

Das Verteidigungsministerium sorgt sich nicht nur um Ausflüge an den Hindukusch, sondern mit jährlich rund 25 Millionen Euro auch um leistungsfördernde Arbeitsbedingungen. Da ist es nur konsequent, wenn die Wehrpflicht gleich im Trainingslager abgeleistet werden kann. Zudem darf das Deutsche Sportabzeichen als offizieller Orden an der Uniform getragen werden. So wirbt der Sport fürs Militär und das Militär nutzt den Publicityeffekt aus. Junge Menschen, zumal wenn sie arbeitslos sind, können so leichter für Sightseeing-Touren nach Kabul und vielleicht irgendwann auch mal wieder überall in die Welt geworben werden. Etwa am 10. und 11. September bei einer Ausbildungsmesse der Bundeswehr auf dem Luisenplatz [14].

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte

In der vergangenen Stunde hörtet ihr von Franz Josef Degenhardt Songs aus seiner aktuellen CD Dreizehnbogen, begleitet von einigen Kommentaren zu olympischem Doping, christlichen Werten und demokratischem Geschäftsgebaren. Ich danke der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt für ihre Unterstützung bei der Produktion dieser Sendung, denn wie ihr wißt, verweigert der Trägerverein dieses Radios mir zum Mißfallen der zuständigen Landesmedienanstalt den Zugang zu seinen Sendestudios. Und weswegen darf ich hier nicht rein?

Nun, ganz einfach. Ich habe mir erlaubt, die zum Teil unglaublichen Geschichten um dieses Radio und seinen Trägerverein öffentlich zu machen. Schließlich erhält RadaR dieses Jahr rund 70.000 Euro aus dem Rundfunkgebührenaufkommen, um ein vernünftiges Programm zu gestalten und allen, die ihr Grundrecht nach Artikel 5 des Grundgesetzes wahrnehmen wollen, den Zugang zu den Profuktionsmitteln zu ermöglichen. Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben gehört beispielsweise auch, daß die Produktions- und Sendetechnik funktioniert, und das tut sie, wie ihr anhand vielfältiger Kommentare unserer Sendenden immer wieder hören könnt, offenkundig nicht in ausreichendem Maße. Und deshalb klingt auch heute meine sauber vorproduzierte Sendung vermutlich wieder einmal verzerrt oder sie wird wieder einmal durch ein Sendeloch unterbrochen. [15]

Diese Sendung wird übrigens wiederholt, und zwar in der Nacht von Montag auf Dienstag nach den Deutschlandfunk-Nachrichten gegen 23 Uhr 10. Und dann noch einmal am Dienstag um 8 und voraussichtlich um 14 Uhr [16]. Das Manuskript zu dieser Sendung kann in den nächsten Tagen auf meiner Webseite nachgelesen werden: www.waltpolitik.de. Im Anschluß folgt eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte bei Radio Darmstadt war Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Siehe hierzu: Presse- und Informationsstab des Bundesverteidigungsministeriums : Anschlag in Afghanistan: Ein Soldat starb, 27. August 2008. Bundesverteidigungsministerium : Deutscher ISAF-Soldat stirbt bei Anschlag, 27. August 2008. Kai Küstner : Minen-Anschlag tötet Bundeswehr-Soldaten, in: ARD Online am 27. August 2008.

»» [2]   Siehe beispielsweise: Christof Siemes : Gott ist mein Zeuge, in: Zeit Online am 8. August 2008. Allerdings vollzieht der Autor meinen doch eigentlich naheliegenden Schluß nicht.

»» [3]   Sollen schwer Vermittelbare Demenzkranke betreuen?, ARD Online am 16. August 2008.

»» [4]   Klaus Honold : Nordostumgehung wird viel teurer, in: Darmstädter Echo Online am 13. August 2008.

»» [5]   Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt: „Neue Wege für Arheilgen“: Zurzeit größtes Bauprojekt der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Stadtteilentwicklung verteuert sich im ersten und zweiten Bauabschnitt, 30. April 2008.

»» [6]   Frank Schuster  Straßenpläne haben Macken, in: Frankfurter Rundschau am 14. August 2008, Seite R30. Die Beibehaltung nur zweier Spuren hat zwei Gründe: Erstens müßte das Genehmigungsverfahren neu aufgerollt werden und zweitens will man und frau ja den Verkehr nicht gänzlich um Darmstadt herumleiten. Die lokale Wirtschaft will schließlich auch etwas vom Verkehrskuchen abbekommen.

»» [7]   Beim Einsprechen des Textes wurde aus dem „Abendland“ ein „Arbeitsland“. Ich fand den Versprecher so treffend, daß ich ihn beibehalten habe.

»» [8]   Das Vorstandsmitglied des Trägervereins von Radio Darmstadt Benjamin Gürkan hat in einem Begleitschreiben der Einladung zur Mitgliederversammlung am 9. Mai 2008 Kollateralschäden angekündigt für den Fall, daß die Landesmedienanstalt weiterhin darauf bestehe, daß die bestehenden Hausverbote gegen drei ehemalige Vereins- und Vorstandsmitglieder aufgehoben würden.

»» [9]   Dieser Abschnitt des Sendemanuskript fiel den widrigen Produktionsbedingungen zum Opfer.

»» [10]   Kabul: 76 Zivilisten von Koalitionstruppen getötet, ARD online am 22. August 2008. Siehe hierzu auch den Artikel Zu schlicht der German Foreign Policy.Com am 26. August 2008.

»» [11]   Siehe hierzu Harald Neuber : KSK: Käpfer ohne Kontrolle, in: Telepolis am 26. August 2008.

»» [12]   Presseinformation Report Mainz am 26. Februar 2007. Der Bericht war derart tendenziös, daß hier Absicht unterstellt werden muß.

»» [13]   Soldaten in Beijing, in: Foreign German Policy.Com am 22. August 2008.

»» [14]   Das lokale Anzeigenblatt Südhessenwoche vermeldet gänzlich unkritisch den eingereichten Pressetext am 28. August 2008: „Der KarriereTreff Bundeswehr kommt vom 10. bis zum 11. September nach darmstadt auf den Luisenplatz, um über Arbeitsplätze. Karrieremöglichkeiten und Themen rund um die Bundeswehr zu informieren. Im Mittelpunkt dieser mobilen Ausstellung steht eine Informationspalette, die von den beruflichen Möglichkeiten der Streitkräfte bis zur Wehrverwaltung reicht. 20000 neu zu besetzende Stellen pro Jahr bilden ein attraktives Angebot zur beruflichen Erst- oder Folgequalifikation.“ Nun ja, beispielsweise als Aushilfsfahrer im Gastronomiegewerbe oder als Abenteuerführer im Minengebiet.

»» [15]   Verzerrt ja, Sendeloch diesmal nicht.

»» [16]   Die beiden Wissenschaftsredakteure Benjamin G. und Björn P. haben die Wiederholung der Sendung schon gestartet, als die Nachrichten des Deutschlandfunks noch liefen. Folglich fehlten die ersten neun Minuten der Sendung. Benjamin G. als Cheftechniker des Vereins hätte eigentlich ganz genau wissen müssen, wie man die Wiederholung startet – und vor allem: wann.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 7. März 2008 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2008. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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