Tafel zur Brandnacht
Darmstädter Selbstmitleid.

Kapital – Verbrechen

Von Brandnächten und Verantwortlichkeiten

Sendemanuskript

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Montag, 13. September 2004, 17.00 bis 18.00 Uhr

Wiederholt:

Montag/Dienstag, 13./14. September 2004, 23.10 bis 00.10 Uhr
Dienstag, 14. September 2004, 08.00 bis 09.00 Uhr
Dienstag, 14. September 2004, 14.00 bis 15.00 Uhr

Zusammenfassung:

Auf die Erinnerungspolitik der 1990er  und frühen 2000 er Jahre zu den Verbrechen deutscher Nazis und ihrer Mittäter an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, und noch einigen anderen, wird das Selbstmitleid deutscher Täter gesellschafts­fähig. In Darmstadt gedenkt man und frau der sogenannten „Brandnacht“ und andernorts werden Stimmen laut, es sei an der Zeit, der wahren Opfer zu gedenken. Deshalb ein einstündiger Diskurs über Täter und Opfer. Hinzuzufügen wäre, daß die Kategorisierung als „Opfer“ eine Setzung bedeutet oder bedeuten kann, die konkreten Menschen und Menschen­gruppen nicht gerecht wird. Sie werden – mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Nazi­herrschaft – noch einmal sortiert.

Diese Sendung wurde am 13. September 2010 marginal verändert wiederholt.

Besprochene und benutzte Bücher:

Playlist:

Zur Neoliberalisierung von Radio Darmstadt und seinen Trägerverein und zur Ausgrenzung mehrerer Mitglieder meiner Redaktion seit 2006 siehe meine ausführliche Dokumentation.


Inhaltsverzeichnis


Einleitung 

Jingle Alltag und Geschichte

In der Nacht von Samstag auf Sonntag erklangen sie. Schaurig schön. Das Glockengeläut zum 60. Jahrestag der Darmstädter Brandnacht. Darmstadt am 11. September 1944, 57 Jahre vor dem Einsturz der Twin Towers. So manches ist in den letzten Wochen dazu gesagt und geschrieben worden. Das Darmstädter Echo hat eine ganze Serie hierzu herausgebracht; ihr Autor Klaus Honold war letzten Dienstag bei Radio Darmstadt zu Gast. Wenn ich dennoch heute meine eigene Sicht der Geschehnisse darlege, dann aus dem Grund, weil ich immer noch befürchte, daß die Verantwortlich­keiten neu gewichtet werden sollen und die Geschichte doch noch entsorgt wird [1].

Die Darmstädter Brandnacht fällt unter das von Jörg Friedrich so genannte Kapitel des Bombenkrieges der Alliierten gegen deutsche Städte. Peter Benz in seinem Vorwort zum Band „Feuersturm und Widerstand“ und Klaus Honold in seiner Artikelserie im Darmstädter Echo weisen deutlich und zu Recht darauf hin, daß der alliierte Bombenkrieg Folge des unbarmherzigsten Angriffskrieges aller Zeiten gewesen ist. Die Bomben auf Deutschland mögen Leid und Zerstörung gebracht haben, aber was ist dies im Vergleich zu dem, was deutsche Soldaten, deutsche Nazis, deutsche Bürokraten in den Jahren zuvor und noch ein weiteres Jahr lang in Europa angerichtet haben? Daher sage ich: es gibt keine Veranlassung, die Bomben auf Darmstadt zu beklagen. Deutsche Täter sind keine Opfer.

Dennoch stellen die alliierten Bombenangriffe auf deutsche Städte ein Kriegsver­brechen dar. Und das nicht, weil die schriftlichen Abmachungen des Völkerrechts gebrochen worden wären. Ich werde in dieser Sendung darlegen, warum dieselben Bombenangriffe mit einer anderen Motivation richtig und notwendig gewesen wären. Dazu werde ich auf drei sehr unterschiedliche Bücher zurückgreifen. Zum einen auf das letztes Jahr im Neuen ISP Verlag herausgebrachte Buch „Moderne und Gewalt“ von Enzo Traverso. Der Autor belegt darin, daß weder die Naziherr­schaft noch der Holocaust zu verstehen sind ohne ihre Rückführung auf die Entstehung der kapitalistischen Moderne. Die Nazis waren kein Betriebsunfall der Geschichte, sondern ein legitimes Kind von Kolonialismus, Imperialismus und Rationalismus. Letztes Jahr fand in Berlin eine Gedenkveran­staltung zum 60. Jahrestag des Warschauer Ghettoauf­standes statt. Die darin versammelten Beiträge vermitteln uns eine Ahnung von dem, was jüdische Menschen außerhalb Darmstadts erleben mußten. Shmuel Ron schließlich, ein Überlebender von Auschwitz, berichtet in seinem Buch „Die Erinnerungen haben mich nie losgelassen“ vom jüdischen Widerstand im besetzten Polen.

Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist am Mikrofon Walter Kuhl.

 

Darmstadt hat gewählt und sich entschieden

Buchcover BestIch sagte soeben, deutsche Täter sind keine Opfer. Ich gehe davon aus, daß die alliierten Bombenan­griffe auf Darmstadt nichts damit zu tun hatten, daß Darmstadt 1933 eine Nazi-Hochburg war. Das wird den Alliierten wahrscheinlich egal gewesen sein, selbst wenn sie es gewußt hätten. Dennoch sollten wir kurz auf die Ergebnisse der Reichstags­wahlen vom 5. März 1933 schauen. Hierbei wird so einiges deutlich. Bei einer Wahlbeteili­gung von 89% wählten in der Stadt Darmstadt exakt 50% die NSDAP, etwas über 30% die beiden Arbeiter­parteien SPD und KPD, sowie knapp 7% die katholische Zentrumspartei. Die übrigen 12% gingen an rechte, völkische und nationalistische Parteien. Das Darmstädter Bürgertum hatte sich im März 1933 schon längst entschieden. Fast zwei Drittel aller Darmstädterinnen und Darmstädter, die an die Wahlurnen gegangen waren, stimmten im Prinzip mit den Ansichten der Nazis und ihrer Verbündeten überein. Zwei Drittel.

Selbst wenn wir annehmen, daß die März-Wahlen schon vom Terror der Nazibanden begleitet waren und die KPD verfolgt wurde, sind 50% allein für die Nazis eine klare Aussage. Bei der Reichstags­wahl im November 1932 waren es noch zehn Prozent weniger gewesen.

Dennoch lohnt ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus. Im Landkreis Darmstadt, zu dem damals ja noch nicht der Dieburger Teil gehörte, wurde nämlich ein wenig anders gewählt. Auch hier erhielt die NSDAP mit 45% die meisten Stimmen, aber beide Arbeiter­parteien zusammen kamen auf fast 50% der abgegebenen Stimmen. Das Zentrum war im Landkreis faktisch nicht vertreten und die völkischen Verbündeten der Nazis holten die restlichen 4%. Darmstadt hatte sich also wesentlich klarer für die verbrecherische Zukunft entschieden als die umgebenden Städtchen und Dörfer. Deutsche Täter sind keine Opfer [2].

 

Ein nicht kriegsentscheidender Feuersturm

Am vergangenen Dienstag war der Autor der Artikelserie zur Brandnacht 1944, Klaus Honold, in einer Sendung der Redaktion „Blickpunkt Gesellschaft“ zu hören. Er wies hierbei im Gespräch mit Karl Pathenschneider und Sascha Simon (aka Rolf Birster) auf zwei wichtige Aspekte hin: erstens die relative militärische Nutzlosig­keit und zweitens die Notwendigkeit, Deutschland mit allen Mitteln zu bekämpfen und zu besiegen:

„Die Frage nach der Strategie, die Sie stellen, warum gab es diesen Bombenkrieg, die ist schwer zu beantworten. Wenn man das rein militärisch sieht, und ich finde man sollte es nicht so sehen, aber wenn man es rein militärisch sieht, dann muß man sagen, gab es wenig Gründe, diesen Bombenkrieg in dieser Weise gegen Deutschland zu führen, denn gewonnen oder verloren wurde dadurch nichts. Die Alliierten haben Deutschland auf dem Boden niedergerungen in furchtbaren Kämpfen. Dieses Land mußte niedergerungen werden, das war ein Land, von dem Verbrechen ausgingen in einem ebenfalls unvorstell­baren Maße. Es war klar, daß es nur ein Ende geben konnte mit einer totalen Niederlage für Deutschland. Das mußte so sein, nachdem was vorher passiert war. Der Bombenkrieg, militärisch gesehen, spielt dabei keine Rolle.“ [3]

Cover Darmstädter GeschichtsrundgangKlaus Honold kann jedoch genauso wenig wie Peter Benz hingehen und sagen, die Zerstörung Darmstadts war notwendig und richtig. Beide stehen im öffentlichen Leben, der eine als Zeitungsredakteur einer Darmstädter Zeitung , der andere (noch) als Oberbürger­meister der Stadt. Und doch stellt sich diese Frage. Ich werde versuchen, sie differenziert, aber eindeutig zu beantworten.

Darmstadt hat die Nazis und ihre Verbündeten an die Macht gewählt. Der Stimmenanteil der Nazis in Darmstadt war sogar sechs Prozent höher als im Reichsdurch­schnitt. Und genauso wie im übrigen Reichsgebiet setzte die Verfolgung politischer Gegner, vor allem aber der Jüdinnen und Juden, nicht zu schweigen von anderen Minderheiten oder unerwünschten Menschen, sehr bald ein. Die Darmstädterinnen und Darmstädter setzten sich hiergegen genauso viel oder besser: genauso wenig zur Wehr wie die Menschen im übrigen Reichsgebiet. Sie schwiegen bei Boykott­aktionen, Verfolgungen, der Inbrand­setzung der beiden Synagogen, dem Abtransport.

Sie wußten, mit wem sie paktierten, und sie schwiegen, tolerierten, denunzierten, machten mit, kassierten ab und zogen begeistert in den Krieg. Sie wußten, was deutsche Truppen vor allem in Osteuropa und der Sowjetunion taten. Sie wußten von Konzentrations­lagern und Euthanasie. Sie wußten auch von der Bombardierung feindlicher Städte im Westen und Osten; und sie mußten wissen, daß sie nicht ungeschoren davon kommen würden. Aber sie machten mit. Nicht alle, ganz gewiß nicht alle. Das Wahlergebnis von 1933 bewies ja, daß es durchaus eine relevante Minderheit gab, die nicht national­sozialistisch dachte und handelte. Aber vielleicht dann doch deutsch.

Wenn es nur darum gegangen wäre, die Verbrecher und ihre Mitläufer, Mittäter und Radfahrer zu besiegen, ihrer habhaft zu werden, sie zu bestrafen; und die Bombenangriffe auf deutsche Städte dieses Ziel verfolgt hätten, dann könnten wir immer noch darüber reden, ob ein Bombenkrieg eine legitime Methode der Kriegsführung ist. Aber wir würden vor allem denen danken müssen, die den deutschen Krieg auf diese Weise beendet hatten. Ich bezweifle jedoch, daß es den westlichen Alliierten darum gegangen ist.

 

Zwei verschränkte Weltkriege

Der 2. Weltkrieg ist in gewisser Weise eine Fortsetzung des 1. Weltkriegs. Der erste Weltkrieg, und das war den damals hellsichtigeren Menschen durchaus klar, war ein innerimperia­listischer Krieg um Kolonien, Rohstoffe, Märkte [4]. Vor allem Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren am Wettrüsten beteiligt. Ein Funken genügte. Wäre nicht der österreichische Thronfolger in Sarajewo ermordet worden, hätte ein anderer Anlaß dafür herhalten müssen. Dieser Krieg zeigte erste Anzeichen einer Entgrenzung, welche als überwunden angesehen wurde. Es gab ein kodifiziertes Völkerrecht, aber vor allem deutsche Truppen scherten sich wenig darum.

Der Krieg wurde zwar von den damaligen Alliierten gewonnen, aber Deutschland erhielt eine Atempause, um seine Kriegsziele dennoch zu erreichen. Auf die goldenen 20er Jahre folgte der Absturz in die Weltwirtschafts­krise. Das war kein Zufall. Denn der 1. Weltkrieg war nicht nur ein innerimperia­listischer, sondern er hatte eigentlich eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Zwei Jahrzehnte relativen Wachstums waren 1914 vorbei. Der Krieg war der Vorbote einer Wirtschaftskrise; und Wirtschafts­krisen haben nun einmal im Kapitalismus eine Reinigungs­funktion. Überflüssiges Kapital muß vom Markt genommen werden, damit für die restlichen Kapitale wieder genügend Profit vorhanden ist. Der Krieg erfüllte seine Funktion jedoch nicht. Im Gegenteil: durch die Kriegsan­strengungen waren Produktions­kapazitäten entstanden, die sich nur mühsam rentabel weiter verwerten ließen. Und noch eines kam hinzu: in mehreren Ländern brachen Revolutionen aus, der 8-Stunden-Tag wurde erkämpft, Streiks um Lohnerhöhungen waren an der Tagesordnung.

All dies ging zu Lasten des Kapitals, das doch eigentlich angetreten war, Lohnkosten zu senken, konkurrierende Kapitale auszustechen, fremde Märkte und Rohstoff­quellen zu erobern. Die Nazis waren in Deutschland die Retter aus der Not, aus der Not des Kapitals wohlgemerkt. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, warum sich in den Wahlergeb­nissen das fast völlige Fehlen eines demokratischen Bürgertums findet. Das Bürgertum hatte seine Wahl schon früh getroffen.

Der 2. Weltkrieg beendete den ersten. Das Hitlerreich begann mit den Raubzügen, und anfangs noch mit Duldung, wenn nicht Billigung der späteren westlichen Alliierten. Das Münchener Abkommen von 1938 wird nur dann verständlich, wenn wir es als imperialistische Maßnahme begreifen. Osteuropa – die Tschecho­slowakei, Österreich, Polen – wurde geopfert, um Deutschland den Weg nach Osten freizumachen und vor allem, um die verhaßten Bolschewiken zu besiegen.

Auch waren die späteren westlichen Alliierten an demokratischen Verhältnissen in Deutschland und an einer Hilfe für die verfolgten Jüdinnen und Juden herzlich wenig interessiert. Im Gegenteil: sie machten ja sogar ihre eigenen Grenzen dicht. Sie verweigerten im Spanischen Bürgerkrieg den Franco-Gegnerinnen und -Gegnern die Hilfe, die diese benötigten, und stellten damit den Sieg des spanischen Faschismus unter Franco sicher. Revolten, Rebellionen oder gar eine Revolution, wie in Spanien – das war noch nie im Sinn der Bourgeoisie gewesen, egal in welchem Land.

Nur so ist es zu verstehen, warum britische oder US-amerikanische Politiker angeblich den Berichten über die Vernichtungs­politik der Nazis und ihrer Wehrmacht keinen Glauben schenken wollten. Natürlich wußten Churchill und Roosevelt von Auschwitz. Aber die Rettung von Millionen Jüdinnen und Juden stand nicht auf der Tagesordnung. Die USA sorgten sich zunächst um ihr pazifisches Reich und bekämpften Japan. Erst als Stalins Rote Armee 1944 Warschau erreichte und voraussehbar wurde, daß sie sich nach Berlin durchschlagen würde, wurde die von der Sowjetunion geforderte zweite Front im Westen eröffnet.

In wirtschaftlicher Hinsicht machte das Verhalten der Alliierten durchaus Sinn. Die unausgelasteten US-amerikanischen Produktions­stätten bekamen eine wichtige Aufgabe. Getreu nach den Vorgaben von Lord Keynes wurde die Wirtschaft angekurbelt – durch Rüstung und Krieg. Arbeitsbeschaffungs­maßnahme auf amerikanisch eben. Als der Sieg gegen Japan absehbar war, landete die US Army in der Normandie. Neben dem pazifischen Kuchen gab es jetzt auch noch einen europäischen zu verspeisen. Interne US-Dokumente belegen, daß lange daran gedacht wurde, Europa den Nazis zu überlassen. Hauptsache, sie waren mit der Sowjetunion beschäftigt [5].

Dies alles ist keine Verschwörungs­theorie, sondern vor dem Hintergrund normalen kapitalistischen Geschäfts­gebarens verständlich. Dennoch ist damit keine Verniedlichung nationalsozia­listischen Terrors verbunden. Die Schuld deutscher Nazis und ihrer Mitläufer wird nicht geringer dadurch, daß andere aus eigennützigen Motiven heraus auch Schuld auf sich geladen haben. Aber diese eigennützigen Motive führen uns zu einer differenzierteren Bewertung der Art alliierter Kriegsführung.

 

Kriegsziele

So verstehen wir jetzt auch, warum kriegswichtige Produktions­stätten geschont wurden. Bombenangriffe auf Produktions­anlagen hielten sich ja in Grenzen [6]. Wenn es ernsthaft darum gegangen wäre, den Gegner an der Heimatfront zu besiegen, dann hätten nicht (oder nicht nur) die Innenstädte, sondern vor allem die Rüstungs­betriebe, Eisenbahnen und Brücken zerstört werden müssen. Aber die Todes­maschinerie der Nazis konnte bis zum Kriegsende weiter arbeiten. Nicht zerstörte Produktionsan­lagen machen ja auch durchaus Sinn, nämlich dann, wenn sie nach einem späteren Sieg selbst genutzt werden sollen. Wenn wir anfangen, nach den Kriterien des kapitalistischen Marktes zu denken, dann wird manch Unverständliches auf einmal sehr gut verständlich. Und ein alliierter Bombenkrieg auf deutsche Städte ist auf dieser Grundlage alles andere als mysteriös. Fritz Deppert weist in seinem zusammen mit Peter Engels geschriebenen Buch „Feuersturm und Widerstand“ auf Frederick Lindemann hin, der ausgerechnet in Darmstadt studiert hatte und der nun vorschlug, die Deutschen durch eine Strategie des Obdachlos­machens zu demoralisieren [7].

Wenn jedoch Klaus Honold Recht damit hat, daß diese Strategie nicht kriegsent­scheidend war, dann stellt sich doch die Frage, wer damit getroffen werden sollte. Wenn wir weiterhin davon ausgehen, daß die britischen Truppen nicht von Sadisten kommandiert wurden, dann muß es einen Grund für diese strategische Entscheidung geben. Womöglich liegt der Grund darin, daß gar nicht die Nazis gemeint waren, sondern Vorkehrungen für die Zeit nach Ende des Krieges getroffen worden sind.

Denken wir kurz rund 30 Jahre zurück. Der 1. Weltkrieg führte in Rußland zur Revolution, das Kriegsende wurde in Deutschland durch die November­revolution beschleunigt. [8] Aber auch in Ungarn gab es eine kurzzeitige Räterepublik. Soll heißen: den westlichen Alliierten war bewußt, daß am Ende des Krieges womöglich die Erhebung derjenigen stehen könnte, welche sich gegen die Verantwortlichen für den Krieg richtete. Aber in Deutschland? Ja, sogar in Deutschland! Vergessen wir nicht, daß es eine größere Minderheit gegeben hat, welche die Nazis nicht gewählt hatte und die sich auch anschließend weitgehend von deren Verbrechen fernhielt.

Bedenken wir zusätzlich, daß trotz Kriegszerstörungen und Inflation, trotz Hunger und Vertreibungen Kommunistinnen und Kommunisten an Einfluß gewannen. Selbst die CDU war ja gezwungen, in ihr Ahlener Programm die Sozialisierung des Eigentums hineinzu­schreiben. Eine Menge Menschen im Nachkriegs­deutschland wußten genau, wer die Nazis nicht nur gewählt, sondern auch finanziert und an die Macht gebracht hatte. Das deutsche Kapital. Die Befürchtungen der herrschenden Klassen der westlichen Demokratien waren demnach selbst dann nicht unbegründet, wenn wir berücksichtigen, daß Stalin in Westeuropa Kommunistinnen und Kommunisten zurückpfiff und sie seinen eigenen politischen Vorstellungen unterwarf.

Ob und inwieweit die herrschenden Kreise in den USA und in Großbritannien diesen Zusammenhang hergestellt haben, wird sich wahrschein­lich nicht beweisen lassen. Aber es macht Sinn. Kapitalismus ist nun einmal keine demokratische, sondern eine profitable Veranstaltung. Wenn dabei Menschen draufgehen, sind es im wahrsten Sinne die toten Kosten der Produktion [9].

 

Deutsche Fremdwörter

Halten wir also fest: der Bombenkrieg machte strategisch wenig Sinn, als Demoralisierungsmaß­nahme für die Nachkriegs­zeit dafür umso mehr. Menschen, die ums nackte Überleben kämpfen, haben weder Zeit noch Energie, zusätzlich auch noch die Machtfrage zu stellen. Das Verbrechen besteht also darin, die Weichen für eine profitable Zukunft gestellt zu haben. Und in diesem Zusammen­hang sind dann auch diejenigen zu nennen, die sich keines Verbrechens schuldig gemacht haben: die Kinder Darmstadts.

Aber: es gibt überhaupt keine Veranlassung, nachträglich die deutschen Opfer des Krieges zu bedauern. Dies gilt erst recht für diejenigen, die die Nazis gewählt haben, sie unterstützt haben, ihnen zugejubelt haben, mitgemacht haben, die Feuer an Bücher und Synagogen gelegt und die am Vernichtungs­krieg teilgenommen haben. Deutsche Täter sind keine Opfer. Das gilt gleichermaßen für Bomben, Vertreibungen und Vergewaltigungen durch russische Soldaten [10]. Und was die vielleicht unschuldigen Opfer dieses Bombenkrieges betrifft, möchte ich eine kleine Geschichte erzählen:

Vor einigen Wochen lief im Darmstädter Stadtkino der Film Die Rollbahn. Ein Film übrigens, der sich anzuschauen unbedingt lohnt. Darin geht es um jüdische Zwangsar­beiterinnen, die zum Bau einer Start- und Landebahn auf dem Gelände des heutigen Frankfurter Flughafens kommandiert worden sind. Eine der Überlebenden sagt in diesem Film:

„Als wir von alliierten Flugzeugen bombardiert wurden, haben wir dies begrüßt, obwohl unser eigenes Leben in Gefahr war. Aber wir wußten, daß es notwendig und richtig war. Wir haben uns darüber gefreut.“ [11]

Buchcover Feuersturm und WiderstandWoraus folgt: wenn es wirklich darum gegangen wäre, den Nazis schnell und bedingungslos und ein für allemal das Handwerk zu legen, und wenn die Bombardierung deutscher Städte dazu beigetragen hätte, dann gäbe es keinen Grund, darüber zu jammern. Keinen. Das wirkliche Problem bei der historischen Aufbereitung dieser Geschichte besteht somit darin, die Perspektive zwischen Tätern und Opfern nicht zu verwischen und die Verantwortlich­keiten klar und eindeutig zu benennen. Wir können und sollten durchaus über das Leid der davon Betroffenen reden [12]. Aber wer redet über das Leid der Opfer deutscher Täter? Peter Benz schreibt hierzu im schon genannten Vorwort zum Buch Feuersturm und Widerstand:

„Noch immer fehlt skandalöser Weise eine deutschsprachige Darstellung über die deutschen Luftangriffe und ihre verheerende Wirkung etwa auf die Städte in Polen, Frankreich, Jugoslawien und Griechenland. Bis Juni 1941 starben allein in Großbritannien über 40.000 Menschen durch den deutschen Bombenhagel. Beim Angriff der deutschen Wehrmacht auf Stalingrad im Spätsommer 1942 forderten die Bombardierungen der Luftwaffe über 10.000 Tote unter der Zivilbevölkerung.“ [13]

Gleichzeitig wird das Buch von Jörg Friedrich über die Bombardierung deutscher Städte ein Bestseller. Dies sagt eine ganze Menge über heutige deutsche Befindlichkeiten aus. Die Täter und ihre Nachkommen bemitleiden sich selbst. Und sie machen damit Politik! Während Joschka Fischer mit Zustimmung seiner grünen Kriegspartei unter Zuhilfenahme der Vokabel Auschwitz 1999 Jugoslawien bombardieren ließ, verweigert Joschka Fischers Ministerium bis heute den griechischen Opfern deutscher Wehrmachts­massaker auch nur die geringste Entschädigung.

Einen Eindruck über die Art des tatsächlichen Verhältnisses zu den deutschen Kriegsverbrechen vermittelt die Reaktion auf den einstimmigen Beschluß des polnischen Parlaments, daß die polnische Regierung von Deutschland Entschädigungen für die Schäden der Besatzung im 2. Weltkrieg fordern solle. Deutsche Politikerinnen und Politiker querbeet durch alle Parteien schäumen. So hatten sie sich die Osterweiterung der Europäischen Union nicht vorgestellt. Polen sollte doch, bitte schön, ein Niedriglohn­paradies werden, das Nutzen bringt, aber nichts kostet. Dabei wären die polnischen Forderungen vollkommen legitim. Aber in Deutschland gedenkt man und frau lieber des eigenen Leids und der eigenen Vertreibungen. Das Wort Empathie scheint hierzulande ebenso wenig bekannt zu sein wie das Wort Anstand.

 

Moderne und Gewalt

Besprechung von : Enzo Traverso – Moderne und Gewalt, Neuer ISP Verlag 2003, € 15,00

Enzo Traverso lebt in Paris und ist Professor für Politische Wissenschaften und Zeitgeschichte an der Universität von Amiens. In mehreren auch auf Deutsch verfügbaren Büchern hat er sich mit Fragen des Judentums und des nationalsozia­listischen Völkermords auseinandergesetzt. Letztes Jahr ist im Neuen ISP Verlag sein Buch „Moderne und Gewalt“ erschienen. Darin unternimmt er den, wie ich finde: gelungenen, Versuch, den Nazi-Terror aus der kapitalistischen Gesellschaft herzuleiten.

Enzo Traverso will damit nicht in deterministischer Sicht nach den Ursachen fragen, sondern die Ursprünge herausarbeiten. Damit meint er die Elemente, die für ein geschichtliches Phänomen erst dann kennzeichnend wurden, als sie sich schon in ihm kondensiert und herauskristal­lisiert hatten. Soll heißen: es geht ihm um die Elemente des zivilisatorischen Umfeldes, zu dem das Verbrechen gehört, Elemente also, die das Verbrechen beleuchten und nachträglich als Ursprünge erscheinen lassen.

Buchcover Moderne und GewaltEnzo Traverso führt also den National­sozialismus und seinen Vernichtungs­feldzug auf grundlegende Elemente der kapitalistischen Vergesell­schaftung zurück. Damit sagt er uns auch, daß das Zeitalter der Massenmorde noch lange nicht vorbei ist. Die Grundlagen sind immer noch gegeben. Es muß kein Faschismus sein, der hierbei entsteht. Aber das mörderische Potential, das zur Verfügung steht, ist heute ungleich höher als es die Nazis besaßen. Und ich bin mir sicher, daß das 21. Jahrhundert gewiß nicht als das Jahrhundert des Friedens in die Geschichte eingehen wird.

Die Argumentation des Autors erfolgt auf zwei Ebenen: Erstens geht es ihm um die materiellen Vorbedingungen der Vernichtungs­praxis der Nazis. Anfangs des 20. Jahrhunderts werden die technischen Möglich­keiten zur Tötung grundlegend modernisiert, maschinisiert und serialisiert. Mord am Fließband sozusagen. Hinzu kommt die Durchsetzung einer instrumentellen Rationalität in Fabriken, Bürokratien, Gefängnissen, aber auch im Militär. Andererseits untersucht er die Herstellung von rassistischen und anti­semitischen Stereotypen als angebliche wissenschaft­liche Erkenntnis. Beides kam in einer bestimmten historischen Situation in Deutschland zusammen und synthetisierte sich im National­sozialismus.

Enzo Traverso nimmt die Metapher vom Zivilisations­bruch in Auschwitz auf und stellt sie in Frage. Denn der wirkliche Zivilisations­bruch, so sagt er, fand im 1. Weltkrieg statt. Schon hier kondensierte sich einiges von dem, was später im Nationalsozia­lismus terroristische Praxis wurde, heraus. Doch bevor es dazu kam, brachte das 19. Jahrhundert einige Entwicklungen, ohne die das 20. Jahrhundert nicht zu verstehen ist. Der Autor unterteilt sein Buch daher in fünf Kapitel, die den Entwicklungsweg zur nationalsozia­listischen Vernichtungs­politik aufzeigen.

Es ist die Französische Revolution, welche auch das Töten revolutioniert. Durch die Guillotine wird das Töten serialisiert und der Henker wird vom Apparat abgelöst. Der Tod wird so anonymisiert, selbst wenn die Maschine noch bedient werden muß. Dieses Prinzip der Unterordnung von Menschen unter Maschinen setzt sich auch anderweitig durch. Die Disziplin in der kapitalistischen Fabrik geht einher mit der Disziplinierung der Subjekte in der Armee. Gefängnisse und Arbeitshäuser setzen diese Disziplinierung vagabundierender Massen durch. Zunehmende Maschinisierung führt zu verstärkter Arbeitsteilung und der damit verbundenen Degradierung der Arbeitskräfte unter die Erfordernisse der maschinellen Produktion. Enzo Traverso weist hierbei auf einen erschreckenden Zusammenhang hin. Die Serialisierung des Tötens in den großen Schlachthäusern des 19. Jahrhunderts war Vorbild für die Serialisierung des Tötens in den Krematorien von Auschwitz. Die Lager, so sagt er, haben wie Todesfabriken funktioniert, dem Blick der Zivilbevölkerung entzogen. Die Serienpro­duktion von Waren wurde ersetzt durch die industrielle Herstellung von Leichen. Tayloristische Prinzipen rationeller Zeitmessung finden sich daher bei den Sonder­kommandos, welche die Leichen zu verbrennen hatten.

Weiterhin entwickelten sich im 19. Jahrhundert die Prinzipien einer rationellen Verwaltung heraus. Bürokratien kennen keinen Haß und keinen Eifer; hier arbeiten Fachleute aufgrund von sachlichen Erwägungen, von Sachzwängen. Ähnlich bürokratisch wurde ganz sachlich die Endlösung durchgeführt; wobei Enzo Traverso vielleicht die persönlichen Motive der Bürokraten ein wenig unterschätzt. [14]

Im zweiten Kapitel zeigt der Autor, wie der Kolonialismus auf die Metropolen zurückschlägt. Die imperialistische Eroberung des Erdballs im 19. Jahrhundert kannte Völkerrechts­subjekte und Wilde, die natürlich nicht nach den Regeln des Völkerrechts zu behandeln waren. Hierbei taten sich alle Kolonialmächte hervor. Insofern ist der Aufschrei über deutsche Kriegsgreuel im 1. Weltkrieg geheuchelt. Diese Greuel fanden durchaus statt; die Deutschen hatten nur den Fehler gemacht, die zivilisierte Welt in Europa mit dem zu beglücken, was alle Imperialisten in ihren Kolonialfeld­zügen unternahmen [15]. Im Kongo, in Südafrika, in Indien, in Algerien, auf den Philippinen oder in Indochina. Schon Hannah Arendt sah in der entgrenzten Gewaltförmigkeit der Kolonialkriege einen Ursprung des rassistischen Vernichtungs­feldzugs des Naziregimes [16]. Die Kolonialkriege waren zudem nicht zuletzt auch rassistische Kriege; hier tobte sich die Überlegenheit der weißen Rasse aus. Das Lebensraum-Konzept der Nazis war auf eine gewisse Weise nur die konsequente Fortsetzung kolonialer Expansions­kriege, nur eben mit einer ungeheuer größeren Dimension.

Kapitel drei betrachtet die fordistische Armee und ihren Auftrag, nämlich den totalen Krieg mit dem Ziel der Zerstörung durchzuführen. Vielleicht macht dies auch am ehesten den Zivilisations­bruch aus, zumindest wurde er schon während des 1. Weltkrieges so empfunden. Nicht mehr Helden traten gegenein­ander an, sondern kämpfende Massen. Dem Massenarbeiter der fordistischen Fabrik entsprach der Massensoldat der modernen Armee. Und dieser Massensoldat wurde ganz bürokratisch ohne Eifer und Zorn zur Schlachtbank geschickt. Auf den technologisch geführten Krieg waren die Armeen 1914 jedoch noch nicht eingestellt. Das macht vielleicht viel vom Erschrecken aus, als Hundert­tausende schlicht taktischen Erwägungen geopfert wurden. Dieser Krieg wurde durch die materiellen Strukturen und die kulturellen Codes der Industriegesell­schaft umgestaltet und wie ein gigantisches Produktionsunter­nehmen geplant. Ziel war die Vernichtung des Feindes mit den Mitteln des Massenmordes. Hierbei wurde die Zivil­bevölkerung nicht ausgenommen; ein Vorgeschmack auf den Terror des deutschen Vernichtungskrieges:

„Die tayloristische Armee integrierte die Prinzipien der Autorität, der Hierarchie, der Disziplin und der instrumentellen Rationalität der modernen Industriegesell­schaft und gab einen Vorgeschmack auf die Herrschafts­formen, die auf den Massen­mobilisierungen gegründet sein sollten, die ihren Höhepunkt im Faschismus fanden. […] Der totale Krieg löschte tendenziell jede Unterscheidung zwischen Militärs und Zivilisten aus […].“ [17]

Im vierten Kapitel geht es um den Mythos vom jüdischen Bolschewismus. Diese Sicht des Bolschewismus wie des Judentums beinhalt die Vorstellung von einer tödlichen Krankheit; und Enzo Traverso führt aus, wie es zu dieser Vorstellung gekommen ist und was dies mit kapitalistischer Sozialpolitik zu tun hat. Zwar wurden derartige Vorstellungen in vielen Ländern Europas geteilt, aber eigenartiger­weise fanden sie nur in Deutschland ihre mörderische Umsetzung. Hierbei geht der Autor auch auf die hier zugehörigen Vorstellungen von Rassenhygiene, Biologismus, Eugenik und Euthanasie ein, die übrigens nicht nur in Deutschland wissenschaft­licher Standard in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts waren [18].

Der damit verbundene Sozialda­rwinismus ist auch heute wieder im Kommen. Im fünften und letzten Kapitel führt Enzo Traverso all diese Elemente zusammen im Antisemitismus der Nazis. Die Naziideologie war eine Art moderne anti­modernistische Vorstellung. Die Juden galten als Verkörperung der abstrakten und unpersönlichen Moderne. Wenn jedoch die Nazis von sich als einer revolutionären Bewegung sprachen, war dies nicht rückwärts­gewandt gemeint. Die Volksgemein­schaft, welche gegen den Klassen­gedanken und den konkreten Klassenkampf gerichtet war, bediente sich hierbei modernster Technologien und Methoden, dem Entwicklungs­stand des damaligen Kapitalismus entsprechend. Denn der Nationalsozia­lismus war eine ganz und gar kapitalistische Veranstaltung. Enzo Traverso faßt zusammen:

„Die Singularität des National­sozialismus liegt also nicht in seinem Gegensatz zum Westen, sondern in seiner Fähigkeit, eine Synthese aus den verschiedenen Formen der Gewalt zu finden.“ [19]

„Moderne und Gewalt“ – Eine europäische Genealogie des Nazi-Terrors von Enzo Traverso ist letztes Jahr im Neuen ISP Verlag erschienen; dieses wirklich empfehlens­werte Buch kostet 15 Euro.

 

Die Lehre aus der Geschichte Deutschlands wäre seine Demontage

Einschub

Die Überschrift zu diesem Kapitel entstammt der Besprechung von Sonja Vogel des Buchs „Der deutsche Sonderweg“ von Jürgen Elsässer.

An dieser Stelle wurde Der heimliche Aufmarsch von Ernst Busch eingespielt.

Lassen wir einmal ein bißchen das Pathos dieses Stücks von Ernst Busch beiseite und bedenken, daß es ziemlich einseitig nur auf den Klassenkampf, auf die Arbeiterklasse, auf die revolutionäre Umwälzung der Gesellschaft gemünzt ist; der völkische Charakter, der ideologische Charakter, der rassistische Charakter des Nationalsozia­lismus wird hierbei ausgeblendet. Und dennoch drückt es etwas aus, was in den 30er und 40er Jahren in weiten Teilen Europas geteilt wurde. Und bestimmte Elemente, die in diesem Lied zu hören sind, sind heute immer noch aktuell.

Besprechung von : gruppe offene rechnungen und Berliner Bündnis gegen IG Farben (Hg.) – April 1943, Verbrecher Verlag 2004, € 13,00 und Shmuel Ron – Die Erinnerungen haben mich nie losgelassen, Verlag Neue Kritik 1998, € 19,40

Im April letzten Jahres fand in Berlin eine deutsch-polnisch-jüdische Gedenk­veranstaltung zum 60. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto am 19. April 1943 statt. Zu dieser Veranstaltung, dies verdient hervorgehoben zu werden, ist ein zweisprachiger Band mit den Beiträgen der Veranstaltung in einem deutschen und einem polnischen Verlag erschienen. Wenn wir einmal die unsäglichen Phrasen der Ströung der sogenannten „Antideutschen“ vom arabischen Faschismus beiseite schieben, die dort zu finden sind, und auch die Instrumenta­lisierung Israels für deutsche (also hier: antideutsche) Befindlich­keiten ignorieren, handelt es sich hierbei um eine spannende Angelegenheit [20].

Buchcover April 1943Peinlich ist vielleicht noch das Grußworts des 2. Sekretärs der Amerikanischen Botschaft in Berlin, der allen Ernstes versichert, daß zur Ausbildung eines jeden Militäroffiziers eine spezielle Führung durch das Holocaust­museum in Washington gehöre. Für uns, so sagt er, sind die damit vermittelten Lehren der Geschichte von zentraler Bedeutung für unsere Arbeit im öffentlichen Dienst. Das mag vielleicht ein Antideutscher oder eine Antideutsche glauben, aber fragt mal die Menschen in Vietnam [21].

Nein – das Spannende findet in diesem Band an anderer Stelle statt. Etwa wenn Ludwik Krasucki mit Blick auf deutsche Befindlich­keiten (eben auch jetzt zum 11. September 1944) sagt:

„Wer das Buch gedruckt und geöffnet hat, ist auch für die letzte Seite verantwortlich. Das ist die einzige Wahrheit über die Proportion zwischen dem Holocaust und den tragischen deutschen Opfern des Zweiten Weltkriegs. […] Das Buch wurde von Hitler geöffnet und er hatte damals die Mehrheit der Bürger des Dritten Reiches hinter sich.“ [22]

Ludwik Krasucki fährt fort: der Ghettoaufstand war der erste Stadtaufstand im okkupierten Europa und er war Vorbild für den Warschauer Aufstand 1944. Hier wurde das Klischee widerlegt, daß Jüdinnen und Juden nicht kämpfen. Selbst wenn der Aufstand zum Scheitern verurteilt war. Jadwiga Gawrońska ergänzt: Es war der mutigste Aufstand der Weltge­schichte [23]. Pathetisch? Vielleicht. Aber wahr. Arno Lustiger weist darauf hin, daß die ins Ghetto einmarschie­renden deutschen Soldaten und ihre Schergen panikartig zurückwichen. Und noch einmal Ludwik Krasucki: Er nennt die Zahl von 360.000 jüdischen Polen, die bewaffnet gegen die Besatzer gekämpft hätten, in der polnischen Armee, als Partisaninnen und Partisanen oder im jüdischen Widerstand.

Ich denke, es ist wichtig, auch diese Stimmen zur Kenntnis zu nehmen. Sie relativieren in dem, was sie von der deutschen Vernichtungspolitik auch sehr persönlich berichten, die Stimmen, welche die Sicht deutscher Opfer zum Thema machen möchten.

Das gilt ebenso für die Erinnerungen des Auschwitz-Überlebenden Shmuel Ron. Shmuel Ron berichtet nicht nur über den jüdischen Widerstand im besetzten Polen, seine Erinnerungen bringen auch den Schmerz über den Verlust vieler Menschen zum Ausdruck, denen er persönlich verbunden war. Es ist keine chronologische Abfassung der Ereignisse, sondern eher eine Assoziation von Gedanken, die sich jedoch letztlich um ein Thema drehen. Wieso konnte er überleben und andere nicht? Shmuel Ron beschreibt mehrfach, wie knapp er seinen Häschern entkommen konnte, welch unglaubliche Zufälle dabei eine Rolle spielten.

Buchcover Shmuel RonShmuel Ron war im zionistischen jüdischen Widerstand aktiv. Einige Monate war er der Leibwächter von Mordechaj Anielewicz, bevor dieser 1942 nach Warschau zurückkehrte. Mordechaj Anielewicz sollte ein halbes Jahr später den Aufstand im Warschauer Ghetto kommandieren. Shmuel Ron beschreibt, wie es die Nazis schafften, hunderte, tausende Menschen apathisch zu halten.

„Man konnte damals Konvois polnischer Gefangener sehen, über 4000 Männer und Frauen, die zum Teil Kämpfer im Widerstand gewesen waren, die von nur vier deutschen Soldaten geführt wurden.“ [24]

Die deutschen Besatzer behandelten Polinnen und Polen, aber erst recht Jüdinnen und Juden so, daß diese ihre Selbstachtung, ihr Ehrgefühl, ihre Würde verloren. Die verschiedenen Stufen der Erniedrigung und Entmenschlichung machten apathisch. Diese Menschen zum Widerstand aufzurütteln, war zum Scheitern verurteilt. Hinzu kam, daß der polnische Antisemitismus die deutschen Bemühungen unterstützte. Hilfe von polnischer Seite gab es kaum.

Im Oktober 1983 sollte sich Shmuel Ron bei der israelischen Polizei einfinden. Er sollte in Hamburg als Zeuge im Verfahren gegen Harry Schultz, einem Gestapoleiter in Oberschlesien, aussagen. Er weigerte sich. 20 Jahre zuvor hatte er eine entsprechende Aussage gemacht, 20 Jahre lang tat die deutsche Justiz – ohne Eifer, ohne Haß und ohne Zorn – nichts. Also kamen die Richter, die Staatsanwältin und der Verteidiger nach Jerusalem. Der deutsche Untersuchungs­richter suchte nach Widersprüchen in Shmuel Rons Aussage. Er fragte beispielsweise nach der Anzahl der Hunde der Gestapomänner und erhielt zur Antwort:

„Ich mache hier keine Aussage über einen Unfall, der sich gestern ereignet hat. Sie hatten vierzig Jahre lang die Gelegenheit, Gerechtigkeit walten zu lassen, und jetzt kommen Sie an und fragen mich, wie viele Hunde die Gestapomänner hatten? Vielleicht ist mir diese Einzelheit entfallen, weil ich es mit zweibeinigen Raubtieren zu tun hatte, an die ich mich nur zu gut erinnere. Ich habe nicht in die Augen von vierbeinigen Tieren geschaut.“ [25]

Monate später konnte Shmuel Ron im israelischen Radio hören, daß Harry Schultz auf freien Fuß gesetzt worden war. Deutsche Täter sind eben Opfer. Shmuel Ron mußte nach Kriegsende zwei Jahre lang in österreichischen Krankenhäusern verbringen. Obwohl er dort kaum geduldet war, beschloß er, dort nicht sterben zu wollen. Und überlebte. Es gibt inzwischen einige Erinnerungen von Jüdinnen und Juden zu lesen, die aktiv und mit der Waffe Widerstand gegen die Nazis geleistet haben. Shmuel Rons Erinnerungen gehören sicherlich zu den lesenswerten, obwohl – ich denke, sie sind alle lesenswert.

Der deutsch-polnisch-jüdische Tagungsband „April 1943“ hat knapp 200 Seiten und ist im Verbrecher Verlag zum Preis von 13 Euro erschienen. Shmuel Rons Bericht vom jüdischen Widerstand im besetzten Polen heißt „Die Erinnerungen haben mich nie losgelassen“. Die deutsche Fassung wurde 1998 durch den Verlag Neue Kritik in enger Zusammen­arbeit mit dem Autor erstellt; sie umfaßt 168 Seiten und kostet 19 Euro 40.

 

Ein Schluß mit einer Anstandsfrage

Jingle Alltag und Geschichte

Heute mit einigen Anmerkungen zur Darmstädter Brandnacht und der Vorstellung dreier sehr unterschiedlicher, aber nachdenklich stimmender Bücher, nämlich

Nächste Woche hört ihr an dieser Stelle den Vortrag, den der Marburger Konfliktforscher Johannes Becker am 1. September [1994] zum Antikriegstag im DGB-Haus gehalten hat. Das Thema war: „Militärische Aufrüstung und soziale Abrüstung in der Europäischen Union?“ Im Anschluß an diese Sendung folgt Nickelodeon, eine Sendung der Kulturredaktion mit Gerhard Schönberger.

Ich wurde schon mehrfach gefragt, was ich eigentlich gegen Walter Hoffmann habe. Ohne ein Bürokrat zu sein, sage ich – nichts. Persönlich habe ich nichts gegen ihn. Allerdings habe ich etwas gegen Menschen, die jeden Anstand vermissen lassen und beispielsweise dem politisch und militärisch Verantwortlichen für Kriegsverbrechen und Massenmord in Tschetschenien, also Wladimir Putin, zujubeln. Wenn ein solcher Mann dann auch noch Oberbürger­meister von Darmstadt werden möchte, ist für mich die Grenze des Erträglichen überschritten. [26] Anders gesagt: Bei der Wahl im März nächsten Jahres zeigt sich, was Darmstadt aus der Brandnacht vom 11. September 1944 wirklich gelernt hat. Die Darmstädter SPD wäre gut beraten, noch einmal darüber nachzudenken, wen sie hier eigentlich ins Rennen schickt. Mit diesem Gedanken verabschiede ich für heute. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt war Walter Kuhl.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Als ich diese Worte vor der Sendung in mein Manuskript schrieb, wußte ich noch gar nicht, wie schnell sich diese Aussage bewahrheiten würde. Ein Radiokollege schrieb mir zur Sendung: „[…] entschieden möchte ich in einem Punkt deiner Aussage widersprechen: ‚Wer Täter ist, kann nicht Opfer sein‘ im Falle der Darmstädter Bevölkerung. Die Tatsache, daß die Nazipartei so viele Stimmen erhielt, liegt doch einzig und allein daran, daß das Volk vom größten Verbrecher aller Zeiten (A. H.) belogen wurde. Deshalb kann doch nicht das Volk als Tätervolk diffamiert werden. Die Bombardierung der Zivil­bevölkerung in Darmstadt sowie in anderen Städten durch die Alliierten muß als Kriegsver­brechen bezeichnet werden, insbesondere das als ‚moral bombing‘ bezeichnete der Briten. In diesem Zusammen­hang muß auch irgendwie die in der Nacht vom 10. auf den 11.9. angebrachte Aufschrift auf den einen Flügel der Ruine der alten Kapelle (Bild anbei) gesehen werden. Ich empfehle dir einmal ein Gespräch mit Zeitzeugen zu führen, von denen es beim Freundeskreis Stadtmuseum einige gibt. […]“ Das hier angesprochene Graffito:

Das angesprochene Graffito.

»» [2]   Statistische Angaben nach Deutsche Verwaltungsgeschichte, Land Hessen, Kreis Darmstadt. Die beiden religiösen Sozialisten Erwin Eckert und Emil Fuchs haben mit ihren Wochen­berichten von 1930 bis 1933 bewiesen, daß eine hellsichtige Analyse der sich anbahnenden deutschen Verhältnisse durchaus möglich war. Diese Wochen­berichte sind 2002 im Pahl-Rugenstein Verlag mit dem Titel „Blick in den Abgrund“ erschienen. Siehe hierzu meine Besprechung in der Sendung Vocal Drums – Blicke in den Abgrund am 17. März 2003.

»» [3]   O-Ton Klaus Honold in der Sendung am 7. September 2004.

»» [4]   Es genügt, hierzu die einschlägigen Schriften von Rosa Luxemburg zu lesen.

»» [5]   Vgl. hierzu Lawrence H. Shoup und William Minter : Kulissenschieber e. V. – Der Council on Foreign Relations & die Außenpolitik der USA [1981].

»» [6]   Ernest Mandel verweist darauf, daß weniger als 20% der Bombenlast auf Industrie­anlagen und U-Boot-Basen abgeworfen wurden. Er gibt jedoch zu bedenken: „Das zweite Ziel, Deutschland durch die Zerstörung besonderer sektoren der Kriegsindustrie … in die Knie zu zwingen, hätte wahrschein­lich mit großem Erfolg erreicht werden können, wenn sich die britischen und amerikanischen Luftstreit­kräfte auf diese Ziele konzentriert hätten, statt unmensch­liche Angriffe auf die Zivil­bevölkerung großer Städte durchzu­führen … Auf der anderen Seite hatte die alliierte Luftoffen­sive gegen Deutschland tatsächlich die Wirkung, daß die Luftwaffe gezwungen war, Flugzeuge (besonders Kampfflug­zeuge) von der russischen Front für die Verteidigung Deutschlands abzuziehen. … Bei dem Versuch, die deutschen Fabriken und Städte gegen »Bomber-Harris« zu schützen, verlor die Luftwaffe einen so großen Teil ihrer Kampfflug­zeuge, daß die westlichen Alliierten die totale Luzftherr­schaft über der Normandie und Nordfrank­reich im Sommer und Herbst 1944 erobern konnten – einer der Hauptgründe, warum sie die Schlacht um die Normandie gewannen.“ Siehe Ernest Mandel : Der Zweite Weltkrieg [1991], Seite 132–134.

»» [7]   Fritz Deppert / Peter Engels : Feuersturm und Widerstand, Seite 18–19.

»» [8]   Siehe hierzu auch: Jean-Jacques Becker / Gerd Krumeich : Der Große Krieg [2010] und meine Besprechung in der Sendung Krieg ist, wo Krieg ist am 23. August 2010.

»» [9]   Ein ähnlicher Gedanke findet sich bei Ernest Mandel in The Role of the Individual in History: the Case of World War Two, in: New Left Review 157 [1986], pp. 61–77. Auf Seite 77 schreibt er: „Finally, we must note that the Nazi terror unleashed by Himmler after the failure of the coup [1944], together with the effects of Allied carpet bombing, destroyed the remaining potential for sections of the German working class to intervene as an autonomous force to end the war.“ Zu Mandels Buch „Der Zweite Weltkrieg“ siehe auch Anmerkung 6.

»» [10]   Selbstverständlich können auch Täter Opfer sein. Allerdings entschuldet der Opferstatus nicht vom Täter-Sein. In den meisten Fällen haben die Täter (und Täterinnen) die Wahl – sie müssen sich nicht als Täter betätigen. Die deutschen Täter hatten 1933 genauso die Wahl wie in den Jahren danach. Sie haben sich in den meisten Fällen sogar bewußt entschieden. Schon aus diesem Grund haben diese Täter überhaupt keine Veranlassung, sich als Opfer zu fühlen, dafür ist das, wofür sie mitverant­wortlich gewesen sind, viel zu monströs. Andererseits impliziert die Begrifflichkeit „deutsche Täter“ eine besondere Anklage an ein Kollektiv, das in seinem Deutschsein als etwas Besonderes begriffen wird. Deutsche Täter haben jedoch nur die Möglich­keiten wahrge­nommen, die Menschen anderer Regionen auch hätten wahrnehmen können und womöglich auch wahrgenommen hätten, wenn sich ihnen die passende Möglich­keit geboten hätte. Enzo Traverso weist jedoch (wie manch Andere) zurecht darauf hin, daß der National­sozialismus als Verbrechen in Deutschland und nicht anderswo entstanden ist. Die Bedingungen, die hierzu geführt haben, sind nie beseitigt worden – woraus folgt: Deutsche sind auch in Zukunft durchaus in der Lage, sich wieder als Täter aufzuspielen. Die Nachkommen dieser Täter, durchaus Opfer der Brandnacht, sollten diesen Hintergrund familiärer Verantwortlich­keit immer berücksichtigen.

»» [11]   Sinngemäße Wiedergabe aus der Erinnerung.

»» [12]   Traumatisierungen in der Kindheit wirken sich natürlich im späteren Lebensweg aus. Insofern ist es immer sinnvoll, darüber zu reden und nicht zu schweigen. Allerdings ist zu bedenken, daß ein aufrechnendes Thematisieren eigener Kindheitserleb­nisse gewiß von geringem therapeutischen Wert ist. Es kommt also gerade hier darauf an, wer mit welcher Motivation was in welche Öffentlich­keit trägt.

»» [13]   Peter Benz : Von Guernica bis Darmstadt: Hitlers Angriffskrieg und die Folgen, in: Feuersturm und Widerstand, Seite 7–9; Zitat auf Seite 8.

»» [14]   Ich verweise auf Hannah Arendts Studie „Eichmann in Jerusalem“.

»» [15]   Vgl. hierzu die Bücher von Gerd Hankel „Die Leipziger Prozesse“ über Deutsche Kriegsver­brechen und ihre strafrechtliche Verfolgung nach dem Ersten Weltkrieg und von John Horne und Alan Kramer „Deutsche Kriegsgreuel 1914“ über eine umstrittene Wahrheit, beide erschienen in der Hamburger Edition.

»» [16]   Vgl. hierzu den Aufsatz von Waltraud Meints : Globalisierung und Menschenrechte. Zur Aktualität der Krisendiagnose von Hannah Arendt, in: Mittelweg 36, Heft 5/2003, Seite 54–68.

»» [17]   Enzo Traverso : Moderne und Gewalt, Seite 102.

»» [18]   Vgl. hierzu Susanne Heim und Ulrike Schaz : Berechnung und Beschwörung. Überbevöl­kerung – Kritik einer Debatte [1996]. Auch Hannah Arendt weist in „Eichmann in Jerusalem“ darauf hin, daß in den meisten von den Nazis okkupierten Ländern selbst fanatische Antisemiten das Mordpro­gramm nur begrenzt unterstützt hatten. Der deutsche Schritt von der sozial­politischen Ausgrenzung zur totalen Vernichtung war demnach nicht zwingend.

»» [19]   Traverso Seite 152.

»» [20]   So schreiben die HerausgeberInnen des Bandes „April 1943“ auf Seite 12 : „Nicht geschwiegen jedoch hat dieses neue Deutschland, als es den Irakkrieg […] als Verbrechen brandmarkte, als Hundert­tausende auf den Straßen ihre dumpfen Ressenti­ments gegenüber den USA artikulierten und die Nation mit ihrem Kanzler, ihren Nazis und Antisemiten eine Volksgemein­schaft zur Verteidigung des panarabischen Faschismus bildete unter Leugnung der Bedrohung Israels und der Nachbar­staaten des Irak und der Massaker an der eigenen Bevölkerung durch das Baath-Regime und Saddam Hussein.“

»» [21]   Grußwort von Dr. Franz Seitz, II. Sekretär der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin, in: April 1943, Seite 56–59.

»» [22]   Rede von Ludwik Krasucki, in: April 1943, Seite 62–72; Zitat auf Seite 66.

»» [23]   April 1943, Seite 108.

»» [24]   Shmuel Ron : Die Erinnerungen haben mich nie losgelassen, Seite 35.

»» [25]   Ron Seite 83.

»» [26]   Zur Oberbürgermeister(in)wahl 2005 siehe meine Spezialseite. Walter Hoffmann wurde gewählt, seine Amtszeit endet 2011.


Diese Seite wurde zuletzt am 15. September 2010 aktualisiert. Links auf andere Webseiten bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2004, 2010. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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