Kapital – Verbrechen

Stimmen aus der Ferne

 

SENDEMANUSKRIPT

In der Sendung vom 24. Juli 2006 sprach ich über patriotische Arbeitslose, palästinensische Attentäter, israelische Attentäterjäger, israelische Dissidenten und eine bemerkenswerte Frau.

 

 

Sendung :

Kapital – Verbrechen

Stimmen aus der Ferne

 

Redaktion und Moderation :

Walter Kuhl

 

gesendet auf :

Radio Darmstadt

 

Redaktion :

Alltag und Geschichte

 

gesendet am :

Montag, 24. Juli 2006, 17.00–18.00 Uhr

 

wiederholt am :

Montag, 24. Juli 2006, 23.10–00.10 Uhr
Dienstag, 25. Juli 2006, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 25. Juli 2006, 14.00–15.00 Uhr

 
 

Besprochene und benutzte Bücher :

  • Michael Bar–Zohar / Eitan Haber : Rache für München, Droste Verlag
  • Sophie Deeg, Michèle Sibony, Michael Warschawski (Hg.) : Stimmen israelischer Dissidenten, Neuer ISP Verlag
  • Jörn Schütrumpf (Hg.) : Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit, Karl Dietz Verlag Verlin

 
 

URL dieser Seite : http://waltpolitik.powerbone.de/kv/kv_ferne.htm

 

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Patriotische Droge für Arbeitslose

Kapitel 2 : Angemessene Armut

Kapitel 3 : Worin sich Rache von Terrorismus unterscheidet

Kapitel 4 : Verblüffende Bantustans

Kapitel 5 : Israelische Dissidenz

Kapitel 6 : Israelin im Exil, aber immer noch kämpferisch

Kapitel 7 : Der Preis der Freiheit kann ziemlich tödlich sein

Kapitel 8 : Schluß

Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Patriotische Droge für Arbeitslose

Jingle Alltag und Geschichte

Eine Regierung, die sich den Interessen des Kapitals verschrieben hat, wird das Phänomen der industriellen Reservearmee im Sinne ihres Auftraggebers anpacken. Wir sollten hierbei nicht dem Fehlschluß unterliegen, daß wir unsere Abgeordenten wählen würden, die anschließend im Bundestag unsere kollektiven Interessen vertreten. Wir wählen nur aus dem uns angebotenen Personal dasjenige aus, das unseren vermeintlichen Präferenzen noch am besten entsprechen möge. In der Realität haben wir natürlich nicht den geringsten Einfluß auf die Entscheidungen des Parlaments. Daraus ziehen immer mehr Menschen – übrigens in vielen Ländern dieser Erde – die vollkommen einsichtige Konsequenz, sich an einer solchen Wahlfarce nicht zu beteiligen.

Es gibt jedoch keine soziale, demokratische und transparente Lösung dieses Problems im Rahmen kapitalistischer Wirtschafts– und Herrschaftsverhältnisse. Ein Parlament, das tatsächlich seinen Wählerinnen und Wählern verantwortlich wäre, würde nicht nur Entscheidungen treffen, sondern die Abgeordneten würden auch persönlich die Verantwortung für jede ihrer Entscheidungen übernehmen und zudem rechenschafts– und regreßpflichtig sein.

Das heißt also: Wenn der Bundestag beschließt, die Bundeswehr nach Afghanistan und in den Kongo zu schicken, dann würden die Bundestagsabgeordneten mit gutem Beispiel vorangehen und an vorderster Front kämpfen und für ihr Vaterland – sterben. Wenn der Bundestag für Millionen Menschen ein Lebensniveau unterhalb der Armutsgrenze beschließt, dann würden unsere Parlamentarierinnen und Parlamentarier selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Diäten an die Maßstäbe von Hartz IV anpassen. Wenn sie eine verdienende Lebensabschnittsgefährtin oder gar ein wenig Vermögen angehäuft haben sollten – Pech gehabt. Ja, mehr noch: ihre Tantiemen aus Beraterverträgen oder für Vorträge vor einer Wirtschaftsvereinigung würden komplett einkassiert und der Sanierung der Haushaltskasse zugeführt werden.

Stellt es euch doch einfach einmal praktisch vor: Franz Müntefering, der Heuschreckenjäger und Miterfinder der Lüge über den Leistungsmißbrauch der faulen Arbeitslosen, müßte selbst einmal einen Antrag auf Parlamentshaushaltsgeld II stellen und hierbei wie Millionen Menschen alle seine intimsten persönlichen und finanziellen Daten offenbaren. Wahrscheinlich müßte er dann in eine kleinere Wohnung umziehen und seine Lebensführung drastisch einschränken. Wie gut, daß es dann für ihn noch die Bundestagskantine gibt und als Ersatz für sein einkassiertes Auto einen Bundeswehrjet.

Das würde bedeuten: es gelten für Abgeordnete dieselben Zumutbarkeitskriterien und finanziellen Ansprüche wie für diejenigen, die im Kapitalismus als industrielle Reservearmee dienen. Die Arbeitslosen sollen ja nicht nur als Lohndrücker für die noch Beschäftigten dienen. Die neoliberale Wirtschaftstheorie sieht zudem vor, daß alle Lebensbereiche kommerzialisiert werden und demnach Marktkriterien gehorchen. Nur in den Bereichen, die sich nicht profitabel verwerten lassen, soll die Arbeit von sogenannten Freiwilligen, Ehrenamtlichen und Zwangsverpflichteten (kaschiert als Ein–Euro–Jobs) abgeleistet werden. Die Arbeitslosen, welche Arbeitslosengeld II erhalten, haben sich gefälligst diesen Zumutbarkeitskriterien zu unterwerfen.

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth hat hier schon die Marschroute ausgegeben, als sie die nationale Begeisterung im Fußballrausch gleich praktisch umzudeuten verstand. Sie sagte Ende Juni:

Ich glaube, dass die Fußball–Weltmeisterschaft bei den Menschen zu einer Bewusstseinsveränderung führt, dass sie jetzt auch einfachere Arbeiten annehmen. Dazu waren bislang leider manche Arbeitslose nicht bereit. [1]

Aber nachdem sie sich national–patriotisch halluziniert haben, sind sie auch dazu bereit.

Die Patriotin vom Main hat also sehr gut begriffen, wie sich die große Party noch gewinnbringend abschöpfen läßt. Und genau darum geht es: wie können wir die Arbeitslosen dazu motivieren, noch mehr Profit für Andere zu erarbeiten. Und wer da nicht mitmacht, fliegt halt raus. Denn der neoliberale Kapitalismus kennt keinen Sozialklimbim. Wer's nicht glaubt, sollte in den einschlähigen Schriften der neoliberalen Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek (1974) und Milton Friedman (1976) nachlesen. Was Petra Roth, Franz Müntefering und überhaupt alle neoliberalen Politikerinnen und Politiker von schwarz über gelb, grün bis hin zu blaßrosarot wirklich denken, hat von Hayek 1979 in einem Festvortrag in der Aula der Universität Freiburg deutlich zum Ausdruck gebracht (wir sehen, was Wissenschaft in diesem Land wirklich ist: Ideologieproduktion!):

Das Soziale bezeichnet kein definierbares Ideal, sondern dient heute nur mehr dazu, die Regeln der freien Gesellschaft, der wir unseren Wohlstand verdanken, ihres Inhalts zu berauben. […] Ich muß gestehen, wenn Sie auch darüber entsetzt sein werden, daß ich nicht sozial denken kann, denn ich weiß nicht, was das heißt. [2]

Und für dieses offensive Geständnis der wahren Wurzeln unseres politischen und Wirtschaftssystems hat der neoliberale Theoretiker den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten. Damit wurde geadelt, was in den folgenden Jahren zum Mainstream der wirtschaftlichen Agenda werden sollte.

Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist am Mikrofon Walter Kuhl.

 

Angemessene Armut

Die Gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative GALIDA macht angesichts der von der schwarz–roten Bundesregierung zum 1. August [2006] beschlossenen verschärften Vermögensregelung beim Bezug von Arbeitslosengeld II auf eine Möglichkeit aufmerksam, dieser neuen Zumutung ein Stück weit auszuweichen. Es entscheidet nämlich auch die Art des Vermögens darüber, ob weiterhin ein Leistungsanspruch besteht.

Die schwarz–rote Koalition hatte jüngst beschlossen, den Grundfreibetrag für sogenanntes "geschütztes Vermögen" zum 1. August um ein Viertel abzusenken. Eine 40–jährige Arbeitslose durfte bisher maximal 8.000 Euro verwertbares Vermögen besitzen. Künftig gelten nur noch 6.000 Euro als geschütztes Schonvermögen. Deshalb rät Helmut Angelbeck von der GALIDA dazu, größere Anschaffungen noch schnell vorzuziehen, "etwa wenn der alte Kühlschrank leckt oder das Auto schon mal streikt". Denn anders als beim Geldvermögen blieben angemessene Gebrauchsgegenstände wie Möbel, Hausrat oder ein Kraftfahrzeug bei der Vermögensprüfung außer Betracht.

Allerdings ist zu beachten: Als Maßstab für die Angemessenheit gelte nur ein bescheidener Lebensstandard für Arbeitslosengeld II–Bezieher (und Bezieherinnen) – auf Deutsch: die nackte Armut. Weiterhin empfiehlt Helmut Angelbeck den Arbeitslosen, "vorhandenes Vermögen für ihre Altersvorsorge festzulegen". Dann stehe ihnen nämlich ein zusätzlicher Freibetrag zu, der zum 1. August sogar noch ansteige. Dieser Freibetrag für die Altersvorsorge setze aber voraus, daß die Ersparnisse vertraglich und unwiderruflich bis zum Eintritt in die Rente festgelegt werden. Bei Lebensversicherungen sei diese Zweckbindung jedoch vielfach nicht zulässig, da es die Koalition versäumt habe, das Versicherungsvertragsgesetz entsprechend anzupassen.

Die GALIDA empfiehlt Bezieherinnen und Beziehern von Arbeitslosengeld II, umgehend zu prüfen, ob sie die künftige Vermögensprüfung noch bestehen werden: "Wer jetzt nicht schnell handelt, gilt unter Umständen ab August über Nacht als vermögend und verliert seine Bezüge", so die GALIDA. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der GALIDA: www.gali-da.de.

Und so leicht wollen wir es den Lobbyistinnen und Lobbyisten des Kapitals ja nun wirklich nicht machen, oder? [3]

 

Worin sich Rache von Terrorismus unterscheidet

Besprechung von : Michael Bar–Zohar / Eitan Haber – Rache für München, Droste Verlag 2006, 296 Seiten, € 12,00

Wenn wir – aus aktuellen Gründen, aber auch sonst – über Israel und Palästina sprechen, haben wir es immer mit einer doppelten Ideologiebildung zu tun. Zum einen stellen die Akteure auf beiden Seiten die Geschichte dieses Konflikts, seine Ursachen, seine Täter und Opfer, aber auch die Lösungsmöglichkeiten immer unter dem eigenen national beschränkten Blickwinkel dar. Zum anderen gibt es in der globalen medialen Öffentlichkeit keinen herrschaftsfreien Diskurs, der sozusagen von außen und objektiv die Szenerie betrachten würde. Gerade in Deutschland gibt es eine seltsame Mischung zwischen einer Rücksichtsnahme aus echten oder einfach daher geplapperten Schuldgefühlen und einer Besserwisserei, die sich daraus speist, "aus der Geschichte von Auschwitz gelernt" zu haben.

Nämlich: nie wieder zuzulassen, daß so etwas geschieht, wobei das "so etwas" dann seltsam unklar bleibt und beliebig instrumentalisierbar wird. Joschka Fischer hat das hervorragend am Beispiel des Kosovo durchexerziert, als er von einem neuen Auschwitz sprach, das nach der erfolgreichen Bombardierung Jugoslawiens, insbesondere Belgrads, dann gar nicht aufgefunden wurde. Aber darauf kam es ja auch nicht an.

Wenn nicht alle, so doch die weitaus meisten derartigen Narrative sind demnach interessegeleitet und können von daher nur mit der notwendigen Sorgfalt, Analyse und Empathie entschlüsselt werden. Dies gilt auch für das diesen Sommer im Droste Verlag erschienene Buch des israelischen Historikers und ehemaligen Parlamentsabgeordneten Michael Bar–Zohar und des israelischen Journalisten Eitan Haber über die Jagd des Geheimdienstes Mossad nach den Attentätern von München.

Vergangenes Jahr erregte der Spielfilm von Steven Spielberg über die Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in München und die nachträglich von höchster Stelle angeordnete Jagd nach den Hintermännern dieses für mehrere israelische Sportler tödlichen Attentats weltweit Aufmerksamkeit. Nicht, daß es sich um einen kommerziell besonders erfolgreichen oder gar künstlerisch wertvollen Film gehandelt hätte. Es ist kein Action–Reißer, der dich von den Sitzen reißt, sondern ein zum Teil unnötig konstruierter Film über eine Geschichte, die sich zwar nicht so, aber doch relativ ähnlich abgespielt haben wird. Michael Bar–Zohar und Eitan Haber liefern nun eine Buchfassung nach, wobei Film– und Buchfassung nicht zusammengehören und nur zum Teil parallel verlaufen.

Buchcover Rache für MünchenSpielberg und die beiden Buchautoren hatten offensichtlich nicht nur verschiedene Quellen, sondern auch gänzlich unterschiedliche Interessen. Während bei Spielberg immer wieder nachdenkliche Momente über die Motive des eigenen Handelns aufscheinen, erst recht bei der Frage, was denn so viel besser daran ist, wenn Israelis dasselbe mörderische Geschäft betreiben, was den Palästinensern vorgeworfen wird, sind Momente der Reflektion dem Buch Rache für München wesensfremd. Hier wird eine Geschichte erzählt, wie sie sein soll und wie sie dem israelischen Narrativ bestmöglich entspricht. Damit ist nichts über den Wahrheitsgehalt ausgesagt, sondern allenfalls etwas über die Konstruktion einer bestimmten Wahrheit, die mit der historischen Realität mehr oder weniger verbunden ist.

Die Story an sich bewegt sich über mehrere Jahrzehnte.

Anfang 1972 – und damit beginnt das Buch – landet eine entführte Maschine auf dem Flughafen Lod. Der israelische Verteidigungsminister Mosche Dajan läßt die Maschine stürmen, zwei Entführer werden getötet, zwei Entführerinnen gefangen genommen. Sie verraten den Namen des Auftraggebers – Hassan Salameh. Das führt die Autoren weit zurück in die 1920er und 1930er Jahre. Ein Hassan Salameh, der Vater des Auftraggebers, macht sich einen Namen in der arabischen Widerstands– und Aufstandsbewegung gegen die zunehmende jüdische Besiedlung Palästinas. Geschildert wird er als Räuber und Mörder, aber das ist ein Schicksal, das alle trifft, die sich der herrschenden Macht und der vorherrschenden Geschichtsschreibung widersetzen.

Im ersten Teil des Buchs geht es um die Geschichte dieses Hassan Salamah, um seine Verbindung zum Hitler–Freund, den Mufti von Jerusalem, und um sein tödliches Ende während des israelischen Befreiungskampfes 1947/48. Bemerkenswert an dieser langatmigen Einleitung, schließlich soll das Buch ja wohl auch eine gewisse Mindestseitenzahl erreichen, ist die Darstellung der Geschichte Palästinas in den Jahren vor der israelischen Unabhängigkeit.

Dort wurde in der Tat mit harten Bandagen gekämpft – von beiden Seiten, Arabern und Juden. Menschen– oder andere Rechte spielten hier keine Rolle, denn es ging um den Besitz des Landes, und das heißt vor allem: des fruchtbaren Teils Palästinas. Natürlich wird Bezug genommen auf den heroischen Kampf der jüdischen Einwanderer, die aus einem staubigen Nichts blühende Landschaften gemacht haben – sollen. Entsprechend negativ werden die arabischen Bauern beschrieben:

Mehr als tausend Jahre hatten die Einwohner von Kulleh mit primitiven Werkzeugen einen aussichtslosen Kampf gegen den feindseligen Boden geführt. Sie lebten wie ihre Vorfahren, zogen ihre großen Familien in den gleichen primitiven Lehm– und Strohhütten groß wie sie, beteten jeden Freitag in der halb verfallenen alten Moschee und verbrachten ihre Abende in dem schäbigen Dorfcafé, wo sie aus winzigen Tassen ihren stark gezuckerten, sirupdicken Qahwah tranken. [4]

Erstaunlich, daß nach tausend Jahren aussichtslosen Kampfes dort immer noch Menschen gelebt haben. Somit erhalten wir ein Bild eines Landes, das geradezu nach den zivilisatorischen Glücksbringern lechzte. Die Eingeborenen, und das ist ein Klischee, das wir auch aus anderen Teilen der Erde kennen, waren ja gar nicht geeignet, das Land zu besiedeln und zu besitzen. Dumme ungebildete Bauern eben, die zu Trunksucht, Gewalt und hinterlistigem Mord neigen. Entsprechend undankbar begegneten sie den jüdischen Siedlern:

Sicher, die Juden waren Fremde und Ungläubige, aber in der nahegelegenen jüdischen Siedlung Petah Tikvah konnte ein Mann immer Arbeit finden, und die Bezahlung war anständig. [5]

Wir wissen nicht, ob das die arabischen Tagelöhner auch so sahen, denn es ist das israelische Narrativ. Übrigens behauptet das jeder Arbeitgeber, daß er faire und anständige Löhne zahlt, selbst dann, wenn kein Mensch davon leben kann. Aber wie gesagt, undankbar waren die dummen Fellachen:

Man schrieb das Jahr 1920, als Hassan, mittlerweile acht Jahre alt, zum ersten Mal hörte, dass eine arabische Menge, die sich in Jerusalem zur Feier des Nebi–Musa–Festes zusammengefunden hatte, die jüdischen Wohnviertel angegriffen, viele Juden getötet und verletzt hatte und ihre Häuser und Geschäfte in Brand gesetzt hatte. [6]

Ob und wie das damit zusammengehangen haben mag, daß die jüdischen Kolonisatoren wie alle Kolonisatoren die Einheimischen ihren kolonialistischen Dünkel hatten spüren lassen, oder damit, daß die jüdischen Einwanderer systematisch Land aufkauften (oder auch einfach besetzten) und die anständig entlohnten Tagelöhner einfach auf die Straße setzten, das erfahren wir nicht. Nein, die Gewalt brach einfach aus und die Kolonisatoren können sich das einfach nicht erklären.

Doch lassen wir das – vorläufig. Es zeigt nur, wie ideologiebeladen das Buch ist.

 

Verblüffende Bantustans

Kommen wir zum zweiten Teil. Das Attentat von München bildet hierin nur ein zwölfseitiges kleines Kapitel. Erzählt wird hingegen eine Vorgeschichte, die Geschichte des Schwarzen September. Dieser hatte sich als Guerillaorganisation nach der arabischen Niederlage im Sechstagekrieg 1967 gebildet, um mittels spektakulärer Aktionen wie Flugzeugentführungen und gezielter Morde der Welt den Kampf der Palästinenserinnen und Palästinenser vor Augen zu führen. Selbstredend wird auch hier ein großer Teil der Geschehnisse ausgeblendet, so ungefähr alles, was erklären könnte, warum palästinensische Kommandos mit wilder Entschlossenheit zuschlugen.

Allerdings scheint es selbst heute noch in der israelischen Gesellschaft nicht möglich zu sein, darüber offen zu reden, mit welch brutalen Methoden die israelische Seite den Befreiungskrieg geführt hat. Erzählt wird hingegen der – in der Tat – heroische Kampf gegen Angreifer aus allen Himmelsrichtungen, und die palästinensischen Flüchtlingslager müssen dann so etwas wie der Kollateralschaden gewesen sein, den sich deren Bewohnerinnen und Bewohner auch noch selbst zuschreiben lassen müssen, weil die Araber ja die Angreifer waren. So wird hier eine ganze Vorgeschichte völlig ausgeblendet oder interessegeleitet erzählt.

Anmerken möchte ich hier, daß als Terroristen immer die Anderen bezeichnet werden. Es ist ein stehender Topos für so ziemlich jeden antikolonialen Befreiungskampf seit den 50er Jahren gewesen, daß die Unterdrückten Terroristen genannt wurden, während die demokratischen Ordnungskräfte der Kolonialherren nur den Frieden sichern wollten. Entsprechend sind die kolonialen Massaker nie terroristisch gewesen; es ist eben alles eine Definitionsfrage.

Daher waren und sind die Massaker der Israelischen Verteidigungsarmee IDF niemals terroristisch, sondern eher zufällig und schon gar nicht beabsichtigt. Das erklärt dann auch, warum die nicht–terroristischen Massker der Israelis zehnmal mehr Tote fordern als die terroristischen Attentate der palästinensischen Seite. Es ist eben alles eine Frage der Diskursmacht. Es ist aber auch so: die Kolonialherrschaft ist immer legitim, der Befreiungskampf immer illegitim. Das liegt in der Natur der Sache.

Das Kommando des Schwarzen September unterbrach die heiteren Spiele von München, drang ins Olympische Dorf ein, besetzte das israelische Quartier, nahm Geiseln und tötete sich wehrende Sportler. Aufgrund des Dilettantismus deutscher Polizisten kam es auf dem Flughafen von Fürstenfeldbruck zu einem Desaster, bei dem alle Sportler und die meisten Entführer getötet wurden. Die Folge: das israelische Kabinett gab grünes Licht zur systematischen Liquidierung der Verantwortlichen. Davon handelt der zweite Teil des Buchs.

Natürlich gibt es auch hier stereotype Zuschreibungen. Da sind die verblendeten Terroristen auf der einen Seite und die besonnen handelnden Mossad–Agenten auf der anderen. Geradezu rührend wird uns auf Seite 215 beschrieben, wie ein einfacher Leutnant dem Oberbefehlshaber der israelischen Armee vorschlägt, bei einem Kommandounternehmen weniger Sprengstoff als geplant zu verwenden. Mit diesem Sprengstoff sollte in Beirut das Hauptquartier einer palästinensischen Organisation in die Luft gesprengt werden, und in unmittelbarer Nachbarschaft stand ein siebenstöckiges Wohnhaus. Der junge Leutnant sagt dann nämlich, zumindest im Buch:

Die Terroristen sollen wissen, dass wir da waren und dass wir unsere Mission erfolgreich durchführen konnten, aber sie sollen auch wissen, dass wir im Gegensatz zu ihnen auf Frauen und Kinder Rücksicht nehmen. [7]

Das ist so richtig rührend, so daß ich mich fragen muß, ob die beiden Autoren bei der Abfassung dieser Zeilen noch nüchtern gewesen sind. Wenn wir seit einigen Jahren daran gewöhnt werden, daß israelische Militäroperationen immer von toten Frauen und Kindern begleitet werden, dann spricht aus dieser Stelle des Buchs der reinste Zynismus. Nun könnte es ja tatsächlich so gewesen sein, daß die israelische Armee im Frühjahr des Jahres 1973 noch eine gewisse Umsicht walten ließ.

Allerdings sind hier Zweifel mehr als erlaubt. Denn schon im Unabhängigkeitskrieg war man mit solcher Umsicht relativ großzügig, israelische Autoren sprechen hier von einer ethnischen Säuberung [8], und auch aus den Jahren danach gibt es so einige Berichte, die von der Brutalität israelischer Kommandos zeugen. Etwa das Massaker, das eine Einheit unter dem späteren Ministerpräsidenten Ariel Scharon am 14. Oktober 1953 im Dorf Qibya in der Westbank angerichtet hatte, als 69 Zivilisten, zwei Drittel davon Frauen und Kinder, allesamt natürlich Terroristen, massakriert wurden. Der Kampfauftrag lautete ja auch: maximales Zerstören und Töten. [9]

Doch das hier aufgeführte Rührstück richtet sich ja auch nicht an den kritischen Geist, sondern an den konsumierenden Leser und die in Unwissen gehaltene Leserin.

Das gilt auch für so unglaubwürdige Einfälle wie das Zögern Golda Meirs nach dem Vorschlag, die Hintermänner des Attentats auf die israelischen Sportler in München zu liquidieren. Allen Ernstes lesen wir im Buch:

Golda Meir zögerte. […] Sie wusste, dass das Prestige Israels schwer beschädigt sein würde, wenn herauskommen sollte, dass der Judenstaat Killerkommandos ins Ausland schickte. Aber Golda Meirs Widerstreben entsprang tieferen Gründen, die auch schon in der Vergangenheit stets Richtschnur für die Politik der israelischen Geheimdienste gewesen waren. Israel hatte Mord als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele oder zur Erlangung von Sicherheit immer kategorisch ausgeschlossen. 

So ganz wohl war den Autoren dabei jedoch nicht, denn sie schieben "drei oder vier Ausnahmen" nach, die jedoch nicht politischen Führern wie Nasser oder Arafat, sondern niederen Chargen gegolten hatten. Nun waren streng genommen auch Salameh und andere Kader des Schwarzen September derart niedere Chargen, so daß sich schon die Frage stellt, warum Golda Meir hier Gewissensbisse gehabt haben soll. Die Antwort könnte einfach sein, daß diese moralische Richtschnur einfach eine Erfindung ist. Schließlich brauchen auch Politikerinnen und Politiker ein moralisch reines Gewissen, zumindest für die Nachwelt.

Und um nicht mißverstanden zu werden: diese moralisierende Handlungsethik ist keine Spezialität der israelischen Politik oder gar der jüdischen Denkart. Sie ist ein weltweites Phänomen und immer dort zu finden, wo Herrschaftsinteressen durchgesetzt werden müssen. Wie sagte schon die CIA so richtig: "Sure, we planned to assassinate Fidel Castro, but there was no harm intended."

Fazit ist: auch den Sohn – Ali Hassan Salameh – ereilt das gerechte Schicksal in Form einer Autobombe. Seltsamerweise haben die Palästinenserinnen und Palästinenser ihre Lektion daraus immer noch nicht gelernt. Aus nichtigem Anlaß entfachen sie 1987 die erste und im Jahr 2000 die zweite Intifada. Und das, wo doch selbst der damalige US–amerikanische Präsident Bill Clinton verblüfft über das großzügige israelische Angebot gewesen sein soll hinsichtlich der von Israel vorgeschlagenen Grenzen eines neu zu schaffenden Palästinenserstaates. Da sieht man und frau mal wieder, wie undankbar diese Fellachen sind. Sie akzeptieren nicht einmal ein Bantustan.

Offensichtlich gibt es neben der Science Fiction auch eine romanhaft konstruierte History Fiction, die den Vorteil hat, leicht genießbar und konsumierbar zu sein, und damit den Nachteil verbirgt, daß die beiden Autoren mit der historischen Wahrheit doch sehr großzügig umgegangen sind. Wie soll man und frau bei einer derartigen Darstellung zu einer nüchternen Betrachtung dessen kommen, was die israelische Seite als arabischen Terrorismus bezeichnet? Doch vielleicht ist das auch gar nicht gewollt. Womöglich handelt es sich hierbei um ein Buch, das um die Köpfe und Herzen der Menschen kämpft, also um psychologische Kriegsführung.

Und damit komme ich zu den kleineren Ärgernissen, die – im Vergleich zur historischen Ideologiebildung – fast schon belanglos sind. So großzügig, wie die beiden Autoren mit der Geschichte umgehen, so geht die deutsche Übersetzung von Joachim Pente mit Begriffen und Namen um. Es ist natürlich Unsinn, den arabischen Würdenträger sherif mit Sheriff zu übersetzen [11] oder von einer islamischen Kirche zu sprechen [12], was allerdings auch der Ungenauigkeit des englischsprachigen Originals geschuldet sein kann.

Ein guter Lektor oder eine gute Lektorin hätte das allerdings bemerkt. Guerilleros schreibt man und frau auch nach neudeutscher Rechtschreibung mit zwei r und nicht mit dreien wie auf Seite 137. Und um die gute Miene nicht zum bösen Spiel zu machen, sei darauf hingewiesen, daß der ägyptische Geheimdienstchef auf Seite 177 selbstverständlich nicht von einem Gesichtsausdruck, sondern von einem Sprengkörper getötet worden sein soll.

Alles in allem also ein Buch, das nur genießbar ist, wenn man und frau mit einigen Scheuklappen durch die Gegend läuft. Rache für München von Michael Bar–Zohar und Eitan Haber ist im Droste Verlag erschienen, das Buch mit seinen knapp 300 Seiten kostet 12 Euro.[12a]

 

Israelische Dissidenz

Besprechung von : Sophia Deeg, Michèle Sibony, Michael Warschawski (Hg.) – Stimmen israelischer Dissidenten, Neuer ISP Verlag 2005, 220 Seiten, € 16,80

Das israelische Narrativ zur Geschichte des israelisch–palästinensischen Konflikts ist jedoch nicht die einzige Sichtweise. Vergangenes Jahr ist im Neuen ISP Verlag eine Sammlung von Texten erschienen, in denen ein breites Spektrum alternativer Positionen zum Ausdruck kommt. Der Band heißt Stimmen israelischer Dissidenten und er drückt aus, daß dieses breite Spektrum zwar vorhanden, aber derzeit eher marginal am Rand der Gesellschaft beheimatet ist. Es umfaßt die Reste einer radikalen Linken genauso wie Friedensaktivistinnen und –aktivisten, aber durchaus auch einzelne Personen aus dem Mainstream der israelischen Gesellschaft, die sich von ihrer Umgebung durch eines unterscheiden: Sie haben ein Gewissen.

Mit einer Schärfe, die hierzulande als antisemitisch gebrandmarkt werden würde, im inner–israelischen Diskurs aber als vollkommen normal angesehen wird [13], verteidigen sie nicht mehr die echten oder angeblichen heroischen Werte der israelischen Gesellschaft zu deren Anfangszeit vor rund 50 bis 60 Jahren. Es ist das Scheitern des Oslo–Prozesses, den sie analysiert haben, um daraus den Schluß zu ziehen, daß die israelische Gesellschaft selbst in der Krise steckt – und [diese Gesellschaft und ihre Wurzeln] das Moment der Krise selbst darstellt.

Neben dem in der Edition Nautilus herausgebrachten Buch Mit Höllentempo von Michael Warschawski [14] und dem im Konkret Literatur Verlag erschienenen Band Zweierlei Israel? mit Mosche Zuckerman [15] liegt hiermit eine dritte Textsammlung vor, die relativ illusionslos die [innergesellschaftlichen] Grundlagen der israelischen Besatzungs– und Kriegspolitik aufzeigt.

Buchcover Stimmen israelischer DissidentenEs gab einmal in Israel eine relativ starke Friedensbewegung. Michael Warschawski weist zurecht darauf hin, daß diese Friedensbewegung sich auch als pazifistisch bezeichnet. Daraus sei jedoch nicht der Schluß zu ziehen, sie sei antimilitaristisch: "In Israel bedeutet »Pazifist« nicht, eine ideologische Haltung zum Krieg zu haben, sondern nur, gegen bestimmte Formern des extremistischen Expansionismus zu sein." [16]

Ein großer Teil dieser Friedensbewegung hatte in den 90er Jahren eine Regierung an die Macht gebracht, die in Oslo ein Abkommen mit den Palästinensern schloß. Wes Geistes Kind diese Friedensbewegung war (und ist), zeigte sich, als die Palästinenser die mit dem Abkommen verbundenen Schikanen nicht schlucken wollten, sondern ein Ende der Besatzungspolitik forderten. Das war dann doch zu viel des Guten! So war das mit dem Frieden nämlich nicht gemeint. Frieden zu wollen und ein Bantustan zu errichten, waren nämlich zwei bestens miteinander kompatible Positionen. Erst Ehud Barak und dann Ariel Scharon wurden die Sachwalter dieses Programms, das jetzt von Ehud Olmert mit aller Gewalt fortgesetzt wird. Der Kriegsplan existierte schon vor der Entführung des israelischen Soldaten und wartete nur auf einen Anlaß.

Daß eine solche Gewaltpolitik in der Logik der israelischen Gesellschaft und ihrer Ansprüche auf ganz Palästina begründet liegt, zeigen die verschiedenen Aufsätze dieses Sammelbandes sehr deutlich. Es wechseln sich scharfsinnige Analysen mit moralischer Empörung ab, aber die Autorinnen und Autoren stellen sich genauso der Frage der eigenen Verantwortung. Der Mitherausgeber der auflagenstärksten israelischen Tageszeitung Yedioth Aharonot B. Michael sagt klar und deutlich: "Ich habe dreißig Kinder getötet." Er greift hierbei den Diskurs der israelischen Armee auf, wonach die Kinder aus den verschiedensten Versehen getötet wurden und endet damit: "Wer schläft weiterhin tief und fest, selbst wenn die Zahl der Versehen auf dreißig in zwei Wochen ansteigt? Ich. Auch ich. Also erzählt mir nicht, ich hätte nicht getötet." [17]

Einen weiteren wichtigen Text hat Akiva Eldar, Redakteur der Zeitung Ha'aretz beigetragen. Er legt ausführlich dar, wie die Palästinenser aufs Kreuz gelegt wurden und nie eine realistische Chance hatten, als Ehud Barak dem verblüfften Bill Clinton ein großzügiges Angebot unterbreitete. Das Bantustan sah vier unter totaler israelischer Kontrolle voneinander abgetrennte Gebiete vor, die noch weniger selbständig gewesen wären als die Bantustans der Apartheid in Südafrika. [18]

Und als die zweite Intifada im Jahr 2000 nach dem Auftritt Scharons auf dem Tempelberg begann, da verfeuerte die israelische Armee im ersten Monat 1,3 Millionen Kugeln. Gegen die bekannten Terroristen, die zu diesem Zeitpunkt weder zu den Waffen gegriffen noch gar einen Terroranschlag verübt hatten. Dies zeigt, worum es wirklich geht. [19]

Wenn die Autorinnen und Autoren immer wieder auf die in Israel offen diskutierte Frage einer erneuten ethnischen Säuberung zu sprechen kommen, die dort verharmlosend Transfer genannt wird, dann machen sie damit klar, was ein neuer Krieg bedeuten kann. Und den haben wir jetzt.

In Israel [bei den dissidenten Stimmen] gibt es jedoch auch eine Haltung, die gerade auf das Eingreifen der Europäer, ja sogar Deutschlands setzt, weil die USA den aggressiven Kurs bedingungslos unterstützt. Diese Haltung findet sich auch in einzelnen Texten des Buchs wieder – und sie schürt gefährliche Illusionen. Die Machtpolitik der Europäischen Union mag eine andere sein als die der USA, aber sie ist Machtpolitik. Die Europäer zum Eingreifen aufzufordern, heißt, neue Böcke zu Gärtnern zu machen. Den Europäern – also der europäischen Politik, und die geht es ja – sind Israelis und Palästinenserinnen so ziemlich egal. Aber die Chance, einen Fuß auf den Nahen Osten setzen zu können, diese Chance werden sie sich sicher nicht entgehen lassem. Und dann halte ich lieber daran fest zu sagen: wer den deutschen, den europäischen Imperialismus (Stichwort: Kongo) nicht kritisiert, sollte nicht dazu auffordern, sich in Israel und Palästina einzumischen. Und für Deutsche, denke ich immer noch, verbietet sich das sowieso.

Der Band Stimmen israelischer Dissidenten wurde herausgegeben von Sophia Deeg, Michèle Sibony und Michael Warschwski. Das Buch aus dem Neuen ISP Verlag hat 220 Seiten und kostet 16 Euro 80. Leider ist bei dem mir vorliegenden Exemplar dem Verlag ein unverzeihlicher Fehler unterlaufen: Es fehlen die Seiten 177 bis 192, ein Bogen also. Schaut also lieber nach, ob ihr das gesamte Buch in Händen habt. Es ist eine Lektüre, die sich unbedingt lohnt.

 

Israelin im Exil, aber immer noch kämpferisch

Hinweisen möchte ich noch auf einen Vortrag von Felicia Langer am Freitag, den 4. August [2006] im Frankfurter Gewerkschaftshaus. Felicia Langer war mehr als zwei Jahrzehnte Rechtsanwältin in Israel, bis sie feststellen mußte, daß dem Besatzungsregime mit juristischen Mitteln nicht beizukommen war, und sie daher ihre Anwaltspraxis aus Protest schloß. Sie ist Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Autorin mehrerer wichtiger Bücher zu Israel und Palästina. Auf der Informationsveranstaltung zum Brandherd Nahost wird sie ihre Einschätzung der aktuellen israelischen Politik und der Ausweitung des Krieges im Nahen Osten geben. Sie hält ihren Vortrag auf Deutsch. Am Freitag, 4. August, um 18.00 Uhr im Frankfurter Gewerkschaftshaus. [20]

 

Der Preis der Freiheit kann ziemlich tödlich sein

Besprechung von : Jörn Schütrumpf (Hg.) – Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit, Karl Dietz Verlag Berlin 2006, 111 Seiten, € 6,90

Die Geschichte emanzipatorischer Kämpfe begleitet den Aufstieg und die Durchsetzung der kapitalistischen Weltordnung seit ihren Anfängen. Der Siegeszug des Kapitals wird gerne mit Begriffen wie "Moderne", "Zivilisation" oder "Aufklärung" verbunden. Wie brüchig dieses Konzept ist, wird schnell sichtbar, wenn wir uns die Art und Weise dieses Siegeszuges einmal genauer anschauen. Oftmals sind es nicht herausragende technologische Errungenschaften, ja nicht einmal die Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt, die es dem Kapital ermöglicht haben, sich durchzusetzen.

Die britische Textilindustrie des 18. Jahrhunderts beispielsweise verdankte ihre weltweite Vorherrschaft nämlich nicht der Überlegenheit über die indischen Heimbetriebe, sondern allein der nackten Gewalt englischer Kanonen. Hinzu kommt – und das wird gerne unterschlagen – die brutale Ausbeutung der englischen Arbeiterinnen und Arbeiter, denen just in diesem Zeitraum der 18–Stunden–Tag aufgezwungen wurde. Wer nicht spurte, verlor nicht wie heute seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II, sondern landete in den Arbeitshäusern, deren grauenvollen Ausdünstungen die Literatur beflügelten.

Begriffe wie "Aufklärung", "Moderne" und "Zivilisation" verklären diesen Prozeß, indem sie Errungenschaften in den Vordergrund stellen, deren Nutznießer lange Zeit nur eine kleine kaufkräftige männliche Elite in einem geographisch eng begrenzten Gebiet der Erde waren. Und selbst heute sind etwa zwei Drittel der Menschheit davon ausgeschlossen. Sie erleben diese Aufklärung als Kolonialismus, die Moderne als Armut und Hunger, und die Zivilisation als Krieg und Massenmord.

Denn anders ist es ja nicht zu bezeichnen, wenn jährlich zehn Millionen Kinder verhungern oder an leicht heilbaren Krankheiten sterben müssen, nur weil sie nicht darüber aufgeklärt wurden, daß die moderne Warenwelt mit der zivilisatorischen Errungenschaft monetärer Einheiten beglichen zu werden hat. Allerdings ist das auch etwas schwierig, wenn das Bildungssystem dieser Länder systematisch zerstört wurde, oftmals als direkte Folge von Auflagen des Internationalen Währungsfonds. Bedenken wir einfach, daß unser Bundespräsident Horst Köhler Anfang dieses Jahrtausends Chef dieser Organisation gewesen ist.

Doch die Geschichte von Gewalt und Leid wäre nicht vollständig erzählt, wenn wir nicht darauf hinweisen würden, daß dieselbe Geschichte auch eine des Widerstands, der Suche nach Befreiung und Freiheit und der Solidarität gewesen ist. Von Thomas Müntzer über Gracchus Babeuf, von Karl Marx bis Che Guevara, um nur einige zu nennen, reden wir, wenn es um Menschen geht, deren Name für genau diesen Widerstand steht. Es sind, wenig überraschend, meist Männer und es sind auch in der Regel Männer, die aus den wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung stammen. Das spricht weder gegen sie noch gegen ihre Theorie und Praxis, soll jedoch verdeutlichen, daß der Kampf um Befreiung, erst recht, wenn er sich seiner theoretischen Grundlagen versichert, ein gewisses Maß an Bildung voraussetzt – und auch durch nicht–männliche Gedankengänge ergänzt werden muß.

Buchcover Der Preis der FreiheitEine der wenigen Ausnahmen war Rosa Luxemburg, Polin, Jüdin, und natürlich Frau. Bemerkenswert ist nicht nur, daß sie sich in der an männlichen Denkmustern und Strukturen orientierten Politik hat durchsetzen können. Besonders bemerkenswert ist, daß sie ein theoretisches und praktisches Erbe hinterlassen hat, daß es auch heute noch lohnt, genauer zu studieren. Als eine Art Einführung in ihr Denken, verbunden mit einigen kleinen Textbeispielen, ist im Karl Dietz Verlag Berlin der kleine Band Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit erschienen. Der Herausgeber Jörn Schütrumpf fügt hierzu eine knapp 40–seitige Einleitung bei, in der die Rolle der Frau Rosa Luxemburg in der deutschen und europäischen Sozialdemokratie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts näher dargestellt wird.

Wer sich ausführlicher mit dieser außergewöhnlichen Frau beschäftigen möchte und um interessante Aha–Erlebnisse nicht herumkommen mag, sollte alsdann die Rosa Luxemburg–Biographie von Annelies Laschitza in die Hand nehmen: Im Lebensrausch, trotz alledem, erschienen im Jahr 2000 im Aufbau Verlag.

Rosa Luxemburg mußte aufgrund ihres politischen Engagements im damals zum russischen Zarenreich gehörenden Polen in die Schweiz emigrieren. Mittels einer Scheinehe wurde sie deutsche Staatsbürgerin und konnte sich daher relativ frei im wilhelminischen Kaiserreich politisch betätigen. Ihre in fünf Werk– und sechs Briefbänden gesammelten Schriften vermitteln eine Ahnung davon, mit welcher Wucht diese Frau in die geistige Auseinandersetzung vor und während des 1. Weltkrieges eingriff. Kompromißlos und mit wenig Illusionen in die Fähigkeiten der politischen Führer der Sozialdemokratie wie in die imperialistische Großwetterlage schrieb sie gegen den Trend zum Krieg an und forderte dazu auf, die marxistische Theorie für die Praxis nutzbar zu machen. Sie setzte auf das Bewußtsein der Menschen und nicht auf das Auswendiglernen dogmatischer Lehrsätze. Jörn Schütrumpf schreibt hierzu:

In Zürich war Rosa Luxemburg zu einer Marxistin geworden – anfangs nicht ganz frei von orthodoxen Zügen. Trotzdem lief sie nie Gefahr, im Elfenbeinturm zu enden. Davor bewahrten sie [ein] unruhiger Geist und ihr Temperament, beides gespeist von einer unstillbaren Gier nach Leben. Schon früh hatte sie dafür in ihren schriftlichen Arbeiten die entsprechende Ausdrucksform gefunden: die Polemik. Aus dem Abstand von hundert Jahren kann man sagen: Rosa Luxemburg ist in die Weltliteratur als eine der brillantesten Polemikerinnen eingegangen. Nicht nur zu ihrer Zeit konnte ihr kaum jemand das Wasser reichen. Durch den polemischen Grundzug sind ihre Schriften, von denen die meisten für den Tag geschrieben wurden, oft unglaublich frisch geblieben. Was Kurt Tucholsky für die politische Satire des 20. Jahrhunderts leistete, gelang Rosa Luxemburg mit scheinbar leichter, letztlich aber sehr disziplinierter Hand in der politischen Polemik.
Kein Wunder, daß viele ihrer Gegner sie als als unverträglich empfanden und sie entsprechend denunzierten, vor allem die, die ihrer scharfen Feder und ihrer, besonders auf SPD–Parteitagen, spitzen Zunge nicht gewachsen waren. Einige nahmen an ihr aber nicht nur mit der Denunziation Rache, sie sei ein zänkisches Weib, sondern versuchten, sie offen zu demütigen. [21]

Ein Schicksal übrigens, daß auch zu Beginn des zivilgesellschaftlichen 21. Jahrhunderts immer noch jeder Frau droht, die es wagt, offen ihre Meinung zu äußern und Männer als das Behandelt, was sie häufig sind – ziemlich unerträgliche arrogante Schnösel. [22]

Rosa Luxemburg hinterließ eine Reihe von Schriften, die auch heute noch überzeugen, vor allem aber Schriften, die hinsichtlich der Rolle Deutschlands in der Weltpolitik und hinsichtlich der ideologischen Rechtfertigungen führender Politiker beängstigende Parallelen zum Deutschland von heute aufzeigen. Wenn damals Sozialdemokraten wohlfeile Gründe dafür fanden, daß deutsche Truppen koloniale Massaker verübten, oder dafür, sich als Weltpolizist oder Friedensstifter aufzuspielen, dann erinnert das merkwürdig an gewisse Politikerinnen und Politiker aus SPD, Grünen und Linkspartei.PDS: nehmen wir beispielsweise Gerhard Schröder, Joschka Fischer oder André Brie.

Jörn Schütrumpfs Darstellung der politischen Situation zu Beginn des 20. Jahrhunderts vermeidet eine Heroisierung an dem Punkt, wo Rosa Luxemburg als Exponentin des linken Lagers versuchte, die Massen gegen den Krieg zu mobilisieren. Womöglich hat der Autor recht, wenn er schreibt, daß der vorherrschende Zeitgeist selbst innerhalb der Sozialdemokratie lange nicht so revolutionär eingestellt war, wie es Rosa Luxemburg gerne gesehen hat.

Genau wissen wir das allerdings nicht; und es könnte durchaus sein, daß Jörn Schütrumpf auch ein wenig die Situation von damals mit heutigen Augen sieht. Die Schrift Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit wendet sich ja zunächst einmal an Menschen, die der Linkspartei.PDS nahestehen. Angesichts des schleichenden Anbiederungskurses dieser Partei ist durchaus damit zu rechnen, daß die Theorie, welche über die nach Rosa Luxemburg genannten Stiftung verbreitet wird, sich dem Mainstream der Politik mehr oder weniger anpasst. Das muß in diesem Fall nicht gegen die Schrift sprechen, ist jedoch mit zu bedenken. Deutlich wird dies in Passagen, in denen der Autor den begrenzten revolutionären Willen und Gehalt der deutschen Arbeiterbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschreibt:

Die Linke um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, fixiert auf eine ermüdete Arbeiterschaft, von der sie kurzzeitig geglaubt hatte, sie sei revolutioniert, begriff zu spät, daß die Arbeiterschaft in ihrer Mehrheit nicht nur keine Revolution wollte, sondern sogar mit der Republik, die ihr die Soldatenbewegung hinterlassen hatte, nichts Ernsthaftes anfangen konnte. Diese Republik war kein Kind der Arbeiterbewegung. Die SPD–Führung, mit der Machtteilung zufrieden, hatte sie nicht gewollt. Auch die USPD, auf die Beendigung des Krieges fixiert, hatte sie nicht gewollt. Und die »Spartakusgruppe«, die antikapitalistische Revolution im Sinn, hatte sie ebenfalls nicht gewollt.
Für die proletarischen Massen war politisch höchstens das Dreiklassenwahlrecht in Preußen ein Problem gewesen – und das hätte auch in einer konstitutionellen Monarchie gelöst werden können. Den Deutschen war die brandenburgisch-preußische Monarchie samt der anderen dynastischen Herrscher eher aus Versehen abhanden gekommen. Frieden und Brot, sowie etwas modernisierte, weltoffenere politische Verhältnisse waren eigentlich alles, was sie wünschten. Statt dessen bekamen sie eine Republik, bürgerkriegsähnliche Zustände und am Ende auch noch eine galoppierende Inflation, die die Mittelschichten bis aufs Hemd enteignete und in den Städten die Menschen vor Hunger dahin trieb, Pferde bei lebendigem Leibe zu zerlegen. [23]

Diese Darstellung ist, wie ich finde, eine ziemlich entstellende Zusammenfassung von Einzelphänomenen, die mit den damaligen Realitäten nur schwer vereinbar sind. Daß die SPD–Führung beispielsweise einen Kuschelkurs mit den bürgerlichen Parteien fuhr, wie heute die Linkspartei.PDS in Berlin, sagt zwar tatsächlich, daß sich die Parteioberen auch eine konstitutionelle Monarchie vorstellen konnten.

Rosa Luxemburg hingegen setzte auf die Dynamik eines Prozesses – eines Prozesses, der jedoch in trauter Zusammenarbeit von SPD und Reichswehr abgewürgt wurde. Aus einem Resultat eines historischen Vorgangs sollte man und frau allerdings besser nicht auf Absichten, Motive, Wünsche und Möglichkeiten schließen. Es gab Alternativen, genauso wie es Gründe gab, weshalb sich diese Alternativen nicht durchsetzen konnten. Der gewaltsame Tod von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gehört hier zweifelsfrei dazu.

Interessanter sind da die drei Texte von Rosa Luxemburg selbst, welche uns die große Frau des beginnenden 20. Jahrhunderts näher zu bringen vermögen. Da ist zum einen ein Text über eine Massenvergiftung in einem Obdachlosenasyl, deren Ursachen die Autorin politisch treffsicher und literarisch glänzend herausstellt. Wenn etwas aus dem Elend mitten im Reichtum der kapitalistischen Metropole zu lernen ist, dann findet es sich in einem solchen Text wieder.

Der zweite Text ist ein Brief an Sophie Liebknecht, geschrieben in einer Zeit, in der Rosa Luxemburg in Schutzhaft saß und politisch nur sehr beschränkt handlungsfähig war. Bemerkenswert darin die Aussage: "Eher kann ich mir in Deutschland noch Judenpogrome vorstellen." [und nicht in Polen oder Rußland]

Der dritte und letzte Text ist einer der am meisten für eine ideologisierte politische Auseinandersetzung mißbrauchten – nämlich ihre unvollständig gebliebene Schrift zur russischen Revolution. Es lohnt sich immer noch, diesen Text genau zu studieren. Dann wird nämlich die Infamie deutlich, mit der die Freiheit der Andersdenkenden mit Bezugnahme auf Rosa Luxemburg immer wieder beschworen wird. Vorzugsweise von denen, deren politische Vorfahren die Frau am liebsten im Landwehrkanal gesehen hätten, wo ja dann auch ihr Leichnam hineingeworfen worden war.

Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit, herausgegeben von Jörn Schütrumpf, ist im Karl Dietz Verlag Berlin zum Preis von 6 Euro 90 erschienen. [24]

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte –

heute mit Stimmen aus der Ferne. Ich wies auf eine wichtige Änderung bei der Anrechnung von Vermögen beim Arbeitslosengeld II hin, stellte ein Buch über die Jagd nach den Attentätern von München 1972 vor, ließ israelische Dissidenten zu Wort kommen und besprach einen kleinen Band über Rosa Luxemburg und den Preis der Freiheit. Hinweisen möchte ich zum Schluß noch einmal auf den Vortrag von Felicia Langer am 4. August um 18.00 Uhr im Frankfurter Gewerkschaftshaus.

Diese Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte wird in der Nacht von Montag auf Dienstag um 23.00 Uhr, am Dienstagmorgen nach dem Radiowecker um 8.00 Uhr und noch einmal am Dienstagnachmittag um 14.00 Uhr wiederholt. Es folgt nun Äktschn!, eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   "Allianz degradiert Frankfurt zur Filiale". Oberbürgermeisterin Petra Roth über den Arbeitsplatz–Abbau in der Stadt und den Start von Schwarz–Grün im Römer, in: Frankfurter Rundschau, Lokalnachrichten, 29. Juni 2006 [Artikel online nicht frei verfügbar]

[2]   Zitiert nach: Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus, Seite 651

[3]   Nach einer Pressemitteilung der GALIDA von Mitte Juli 2006.

[4]   Michael Bar–Zohar / Eitan Haber : Rache für München, Seite 26–27

[5]   Bar–Zohar/Haber Seite 28

[6]   Bar–Zohar/Haber Seite 28

[7]   Bar–Zohar/Haber Seite 215

[8]   Zum Beispiel Michael Warschawski : Israelis, die nicht mit den Wölfen heulen, in: Stimmen israelischer Dissidenten, Seite 10–35, insbesondere Seite 27.

[9]   Siehe hierzu meinen Radiowecker–Beitrag Scharons Blutbad vom 28. Juli 2002.

[10]   Bar–Zohar/Haber Seite 172

[11]   Bar–Zohar/Haber Seite 46

[12]   Bar–Zohar/Haber Seite 49

[12a]   Bar–Wolfgang Kraushaar berichtet in seiner Protest–Chronik von einem gemeinsamen Kommandounternehmen der verfeindeten christlichen (faschistischen) Falange und der Einheit 17 unter Ali Hassan Salameh, die mitten im libanesischen Bürgerkrieg 1976 einen zweitägigen Waffenstillstand vereinbaren, um zusammen die Bank of the Middle East mitten in Beirut auszurauben und den Kampf gegeneinander hierüber zu finanzieren. [Wolfgang Kraushaar : Aus der Protest–Chronik, in: Mittelweg 36, Heft 4/2006, Seite 102–103]

[13]   Damit ist auch gesagt, daß inner–israelische Diskurse nicht ohne weiteres auf deutsche Verhältnisse übertragen werden können. Was in Israel nicht antisemitisch ist, kann es in Deutschland sehr wohl sein. Dies bedarf einer besonderen Reflexion.

[14]   Siehe hierzu meine Besprechung des Buchs "Mit Höllentempo" von Michael Warschawski im Radiowecker–Beitrag vom 9. Juli 2006.

[15]   Siehe hierzu meine Besprechung des Buchs "Zweierlei Israel?" mit Moshe Zuckerman in der Sendung Antisemitismus am 11. August 2003.

[16]   Warschawski Seite 16

[17]   B. Michael : Ich bestätige und gestehe: Ich habe dreiß Kinder getötet, in: Stimmen israelischer Dissidenten, Seite 66–67

[18]   Akiva Eldar : Was ist in Camp David schief gelaufen, in: Stimmen israelischer Dissidenten, Seite 136–140

[19]   Yitzhak Laor : Eine Kugel für jedes palästinensische Kind, in: Stimmen israelischer Dissidenten, Seite 83–93

[20]   Besprechungen von Büchern Felicia Langers gibt es auf einer eigenen Seite.

[21]   Jörn Schütrumpf : Zwischen Liebe und Zorn: Rosa Luxemburg, in: ders. (Hg.) : Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit, Seite 9–46, Zitat auf Seite 17

[22]   Radio Darmstadt ist in dieser Hinsicht übrigens keine Ausnahme, sondern befindet sich voll im patriarchalen Mainstream.

[23]   Schütrumpf Seite 41

[24]   Das Buch ist auch als PDF im Internet verfügbar.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 25. August 2006 aktualisiert.

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