Kapital – Verbrechen

Fremde Welten im Schatten der Macht

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Kapital – Verbrechen
Fremde Welten im Schatten der Macht
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 27. Mai 2002, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 28. Mai 2002, 00.00–01.00 Uhr
Dienstag, 28. Mai 2002, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 28. Mai 2002, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Archiv ‘92 und Kampagne Mumia Abu-Jamal (Hg.) : free mumia, Atlantik Verlag
  • Fritz Maywald : Struwwelpeter für Manager, Gerling Akademie Verlag
  • Fern Schumer Chapman : Mutterland ... nach dem Holocaust, Christel Göttert Verlag
 
 
Playlist :
  • New Model Army : 51st State
  • Anne Clark  Sleeper in Metropolis
  • Nena : Nur geträumt
  • The Creatures : Exterminating Angels
 
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Mumia Abu–Jamal
Kapitel 3 : Struwwelpeter für Manager
Kapitel 4 : Mutterland
Kapitel 5 : Schluß
Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

Als sich vergangene Woche in Berlin Gerhard Schröder und George W. Bush trafen, begleitet von ihren Außenministern Joseph Fischer und Colin Powell, da haben sie sich über die gemeinsamen Ziele verständigt. Unter dem Deckmantel der Antiterror–Bekämpfung haben sie ihre Pläne konkretisiert, im Nahen, Mittleren und Fernen Osten ihre Weltordnung mit Diplomatie, Waffen und Geld durchzusetzen. Also die Freiheit. Ihre Freiheit.

Die Terroristen, diejenigen also, die diese Freiheit angeblich oder manchmal auch tatsächlich bedrohen, sind immer die anderen. Doch wenn wir einmal ernsthaft Zahlen abgleichen und die Dimension des alltäglichen Terrors von Hunger, Ausbeutung, Armut, Elend, Folter und Krieg uns vergegenwärtigen, dann müssen wir uns schon fragen, ob die gefährlicheren irrationalen Fanatiker sich in Berlin trafen oder ob sie in Bagdad, Gaza, in den Bergen Afghanistans oder in Teheran zu finden sind.

Ganz gewiß jedenfalls hat unser menschenrechtserfahrener Bundesaußenminister seine US–amerikanischen Kollegen nicht auf den Rassismus in den USA angesprochen. Nun wäre es auch vermessen, wenn ausgerechnet die Vertreter eines Staates, der Rassismus geradezu zum Markenzeichen erhoben hat, hier vorstellig würden. Aber bezeichnend ist es schon, daß Menschenrechte rein zufällig immer dort thematisiert werden, wo es darum geht, die Freiheit einzuführen. Dort, wo diese Freiheit existiert, sind Menschenrechte eher lästig.

Seit zwanzig Jahren sitzt der US–amerikanische Journalist Mumia Abu–Jamal in Erwartung seiner Hinrichtung im Knast. Nicht nur amnesty international hat den Prozeß wegen angeblichen Polizistenmordes als einen Skandal bezeichnet. Die Stadt Paris hat Mumia Abu–Jamal demonstrativ zum Ehrenbürger ernannt; wobei möglicherweise hier auch die immer wiederkehrenden antiamerikanischen Ressentiments in Frankreich eine Rolle gespielt haben mögen. Und so haben sich weltweit Prominente und weniger prominente Männer und Frauen für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu–Jamal eingesetzt.

Ich gehe davon aus, daß Joseph Fischer dieses delikate Thema ganz diplomatisch nicht angesprochen hat. Denn in der Sache ist man sich ja einig. Die Gegnerinnen und Feinde der neuen Weltordnung haben keine Menschenrechte verdient, weil sie die grundlegende Freiheit des Marktes, unter allen Umständen Profit zu machen, nicht anerkennen.

Vor kurzem ist ein neues Buch zu Mumia Abu–Jamal erschienen. Hierin werden insbesondere Fragen der Verteidigungsstrategie thematisiert. Geht es nur darum, die Ungerechtigkeit, den Rassismus des Verfahrens anzuprangern? Oder geht es vielleicht doch eher darum, die Unschuld Mumia Abu–Jamals zu beweisen und darüber noch einmal genauer den rassistischen Kern des US–Justizsystems herauszuarbeiten? Dazu mehr in meinem ersten Beitrag.

Verweilen wir noch ein wenig bei Joseph Fischer. Immer, wenn ich ihn im Fernsehen sitzen und reden sehe, fällt mir seine unnatürliche Körperhaltung und Körpersprache auf. So, als wäre er umprogrammiert, ein Zombie. Schaut einmal genau hin. Vielleicht hat es ja damit zu tun, daß er sich durch eine Technik namens Neurolinguistisches Programmieren, kurz: NLP, hat verändern lassen. Der Unternehmensberater Fritz Maywald hat als eine Anleitung zum Ungehorsam einen Struwwelpeter für Manager geschrieben. Hierin tauchen Elemente des NLP auf. Vielleicht verhilft uns ein derartiges Buch, unseren Bundesaußenminister besser kennen und schätzen zu lernen. Darüber mehr in meinem zweiten Beitrag.

Zum Schluß der Sendung stellt uns Katharina Mann ein Buch vor. Eine US–amerikanische Journalistin besucht zusammen mit ihrer Mutter deren Heimatort Stockstadt am Rhein, den sie 1938 mit einem Kindertransport in die USA hat verlassen müssen.

Durch die Sendung führt für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt Walter Kuhl. Und welches Lied ist besser geeignet, die US–amerikanische Wirklichkeit auf den Punkt zu bringen, als dieses?:

New Model Army : 51st State

 

Mumia Abu–Jamal

>Besprechung von : free Mumia, Atlantik Verlag 2002, € 12,80

Track mit Selbstvorstellung Mumia Abu–Jamal
Track mit O–Ton Alice Walker über Mumia Abu–Jamal

Mumia Abu–Jamal wurde in der Nacht zum 9. Dezember 1981 von der Polizei Philadelphias angeschossen. In der vorangegangenen Schießerei war der Polizeibeamte Daniel Faulkner durch einen oder mehrere (lange Zeit) unbekannte Täter getötet worden. Die Polizeiführung Philadelphias nahm den günstigen Umstand wahr, daß ausgerechnet Mumia Abu–Jamal durch die List des Zufalls am Tatort anwesend war und stempelte ihn zum Mörder. In einem Schauprozeß wurde er 1982 zum Tode verurteilt.

Mumia Abu–Jamal ist Afro–American. Er war Anfang der 80er Jahre einer der bekanntesten und seitens der Polizei einer der gefürchtetsten Reporter der Stadt. Polizeibrutalität, Willkür und Rassismus waren und sind bis heute alltäglich im Straßenbild Philadelphias, der angeblichen Stadt der Liebe.

Zeuginnenaussagen und Dokumente haben in den letzten 20 Jahren zur genüge bewiesen, daß Mumia Abu–Jamal in einem Prozeß verurteilt worden war, der nicht einmal den Mindeststandards eines fair trial genügten. Sein Richter war der für seine geradezu fließbandartig gefertigten Todesurteile berüchtigte Albert Sabo.

Nachdem der Oberste Gerichtshof Pennsylvanias 1999 die Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt hatte, unterschrieb Gouverneur Thomas Ridge, heute Koordinator der Bush–Regierung für die Heimatverteidigung, einen zweiten Hinrichtungsbefehl. Dieser Hinrichtungsbefehl wurde danach richterlich ausgesetzt; doch erst im Dezember 2001 hob der zuständige Richter William Yohn jr. das Todesurteil auf. Allerdings ist diese Entscheidung alles andere als beruhigend.

Der Bremer Atlantik Verlag, der die Bücher Mumia Abu–Jamals und auch die Bücher zu seinem Fall auf Deutsch herausgibt, legt in seinem kürzlich erschienenen Buch free mumia die Problematik dieser Entscheidung dar. Denn die Entscheidung Yohns ist weder rechtskräftig noch ein besonderer Grund, sich zurückzulehnen. Yohn hat nämlich entschieden, daß wenn innerhalb einer bestimmten Frist kein neues Urteil gefällt wird, daß dann Mumia Abu–Jamal lebenslänglich hinter Gittern leben soll. Es könnte so sein, daß Yohn mit seinem Urteil versucht hat, diplomatisch sowohl das Rechtsaußenlager der Polizeigewerkschaft FOP zu beruhigen, als auch der weltweiten Kritik an der rassistischen Todesstrafe in den USA, die sich nicht zuletzt am Fall Mumia Abu–Jamal entzündet hat, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Doch das Buch free mumia beleuchtet noch eine ganz andere Facette dieses Verfahrens. Mumia Abu–Jamals Verteidigung hatte nämlich jahrelang auf der Grundlage von Verfahrensmängeln und offensichtlichen Verstößen gegen Recht und Verfassung argumentiert. An dieser Argumentation gab und gibt es auch nichts zu bezweifeln. Der Prozeß gegen Mumia Abu–Jamal war als politischer Prozeß geführt worden; und die Logik politischer Prozesse hat nichts mit Recht oder Gerechtigkeit zu tun.

Doch wie sich herausgestellt hat, war das Verteidigungsteam Mumia Abu–Jamals in der Frage der Prozeßstrategie uneins. Es gab nämlich mehrere Entlastungszeuginnen und –zeugen, die eindeutig belegten, daß Mumia Abu–Jamal den Polizisten gar nicht erschossen haben konnte. Demnach wäre Mumia Abu–Jamal nicht nur mit unfairen Mitteln zum Tode verurteilt worden, sondern auch tatsächlich unschuldig. Lynchjustiz mit rechtlichen Mitteln also.

Es gibt die Aussage des von der Unterwelt Philadelphias gedungenen Mörders des Polizeibeamten Daniel Faulkner, der eidesstattlich ausgesagt hat, zusammen mit einem weiteren Mann der Täter gewesen zu sein. Ein nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführter Lügendetektortest – also nicht das, was wir in Kino und Fernsehen sehen – belegt, daß dieser Berufskiller die Wahrheit sagt. Aber in einem politischen Verfahren interessiert das nicht.

Aber nicht das war das Problem der Verteidigung. Die Geschichte klang einfach haarsträubend. Und daran zerbrach Mumia Abu–Jamals Anwaltsteam; und diesem blieb zuletzt keine andere Wahl, als sich ein neues zu suchen. Und dies mit einer neuen Verteidigungsstrategie, die nämlich darauf zielt, seine Unschuld zu beweisen.

Die Aussage des Berufskillers ist zudem nicht die einzige, die deutlich macht, daß Mumia Abu–Jamal ein Mord untergeschoben wurde. Denn die schon an sich haarsträubende Geschichte erhält, wenn wir die Fakten zusammentragen, eine Dimension, die an eine Verschwörungstheorie heranreicht. Es scheint nämlich so zu sein, daß der Polizeibeamte Daniel Faulkner der korrupten Zusammenarbeit von Polizei und Unterwelt im Wege stand und deshalb erschossen werden sollte. Nun hat die Polizei Philadelphias garantiert kein Interesse daran, daß der Fall neu aufgerollt wird. Zuviele Korruptionsskandale haben die Stadt schon erschüttert. Brisant ist jedoch, daß die Polizei Philadelphias diesen Mord an einem Kollegen offensichtlich selbst in Auftrag gegeben und die Tatausführung auch noch überwacht hat. Zu diesem Zeitpunkt war übrigens das FBI diesem Korruptionsnetz auf der Spur. Vorsichtshalber wurden die FBI–Akten dann auch nicht zugänglich gemacht. Doch die Aussage eines damaligen Ermittlers ist hier eindeutig.

Das Buch free mumia trägt all diese Aussagen zusammen, die nicht nur die Unschuld Mumia Abu–Jamals belegen, sondern auch das tödliche Korruptions–Netzwerk der Polizei Philadelphias. Weiterhin wirft es einen Blick in die Arbeit der Verteidigung Mumia Abu–Jamals, bei dem deutlich wird, unter welchen schwierigen Umständen eine halbwegs juristisch sinnvolle, aber auch politisch effektive Verteidigung organisiert werden muß.

Ein Buch also, das sich zu lesen lohnt. Nicht nur, um den Kampf Mumia Abu–Jamals um seine Freiheit zu unterstützen. Es belegt zusätzlich einmal mehr, was für ein korrupter und rassistischer Staat der beste Verbündete unserer Menschenrechts–Bundesregierung ist. Und das läßt durchaus sinnvolle, berechtigte und besorgniserregende Schlüsse darauf zu, was unsere Bundesregierung zu decken bereit ist, um die eigenen Ziele zu verfolgen.

Der US–amerikanische Botschafter in Frankreich äußerte sich laut eines NewsweekArtikels im Jahr 2000 höchst frustriert darüber, daß er endlich wieder einmal öffentlich auftreten wolle, ohne auf Mumia Abu–Jamal und die Todesstrafe angesprochen zu werden. Nun, die Busenfreunde Schröder und Bush werden sicher nicht darüber geplauscht haben. Schröder versprach bedingungslose Solidarität. Diese Solidarität läßt sich doch durch ein paar lästige Menschenrechte nicht erschüttern. Und unsere NATObündnis–OLIVgrünen? Schweigen. Beredt.

free mumia ist im März im Atlantik Verlag herausgekommen. Dokumente, Analysen und Hintergrundberichte machen nicht nur die rassistische Dimension der Einkerkerung Mumia Abu–Jamals deutlich, sondern auch das Dilemma, in dem sowohl die polizeihörige Justiz als auch Mumia und seine Verteidigung gefangen sind. Nur eben aus völlig verschiedenen Gründen. free mumia zeigt einmal mehr, daß Mumia Abu–Jamal aus Gründen im Knast sitzt, die mit Recht und Gerechtigkeit nicht das geringste zu tun haben. Das Buch kostet 12 Euro 80.

Anne Clark : Sleeper in Metropolis

 

Struwwelpeter für Manager

Besprechung von : Fritz Maywald – Struwwelpeter für Manager, Gerling Akademie Verlag 2002, € 19,90

Der Unternehmensberater und Coach Fritz Maywald hat ein Buch mit dem seltsamen Namen Struwwelpeter für Manager geschrieben. Verstanden als eine Anleitung zum Ungehorsam, will Maywald hiermit gestreßten Managern und vor allem solchen, die es werden wollen, einen Leitfaden an die Hand geben, mit einer Welt voller merkwürdiger und zum Teil sinnloser Werte und Normen fertig zu werden.

Nun wird ein Unternehmensberater sicher kein Buch gegen unsere kapitalistische Leistungsgesellschaft schreiben. Nein, er schreibt eins, das effektivere Wege auch ohne Leistung ermöglichen soll, um zum selben Ziel zu gelangen. Richtig geht er davon aus, daß wir fremdbestimmt Zielen nachhängen, die wir vielleicht sogar erreichen können, aber um welchen Preis?

Was ist dann seine Anleitung zum Ungehorsam? Ein Handbuch zur Rebellion, zur Revolte gar? Nein – es ist eine schön verpackte Neuauflage esoterischer Gesundbeterei. Verlasse die althergebrachten Pfade, erträume (durchaus auch mit Hilfe träumerischer Magie!) eine neue Welt, und dir wird es besser gehen. Verfolge deine eigenen Ziele, lasse dich nicht beirren, und vor allem, lasse dich von den richtigen Lehrern coachen – und du wirst nicht nur deine Kindheit wiederentdecken, sondern deine Träume werden sich erfüllen.

Klingt nach ziemlich absurdem Quatsch. Wenn dem so ist, müssen wir uns trotzdem fragen, warum ein solches Buch in einem Management–Verlag erscheint.

Wir schaffen uns also unser Weltbild selbst,

schreibt Fritz Maywald. Und er fährt fort:

Wir bilden unsere Welt selbst ab. Wir konstruieren unsere eigene Welt. Wie kommt es dann, daß so viele von uns sich darüber beschweren, wie schrecklich es auf dieser Welt zugeht? Wie kommt es dann, daß so viele von uns laut jammern, wie schlecht es ihnen geht auf dieser Welt? Haben sie diese Welt nicht selbst geschaffen? [1]

Ja, logisch, was denn sonst? Die Verantwortung für den Zustand dieser Welt wird individualisiert, obwohl die Täter bekannt sind. Kapitalismus ist zwar ohne konkrete Menschen unmöglich, aber die Profitlogik ist einfach mehr als eine Ansammlung guter oder schlechter Eigenschaften. Der so viel beschworene Markt besteht zwar auch aus Menschen, aber zumeist aus Menschen, die fremd bestimmt versuchen, zu leben, meist sogar zu überleben.

Doch Fritz Maywald gibt uns da klar zu verstehen: Jeder ist seines Glückes Schmied. Das Gute geschieht, wenn wir das richtige tun, und die Welt wird uns dafür auch noch danken. Liebe dich und deine Mitmenschen, und vor allem alle Wesenheiten.

Wenn ein genügend großer Prozentsatz der Menschen Liebe so definiert, dann werden vermutlich Menschen nicht mehr auf andere Menschen schießen oder Bomben werfen, nur weil sie andere Bilder, andere Landkarten, einen anderen Glauben haben oder anderen Kulturkreisen angehören. [2]

Nein, sie werden es dann nur noch aus den bekannt niedrigen Beweggründen wie Geld und Profit tun, ohne ihr heuchlerisches Mäntelchen umzuhängen. Nun gut, ein bißchen Polemik muß sein. Dennoch steckt hinter jedem esoterischen Unfug auch ein Körnchen Wahrheit, sonst würde dieser Gehirnkleister ja nicht aufgehen. Nähern wir uns also den Grundlagen dieses Kleisters.

Das Buch heißt ja Struwwelpeter für Manager. Den Struwwelpeter kennen wir ja alle, zumindest diejenigen unter uns, die dem deutschen Kulturkreis angehören. Doch wo kommt er her und was verrät uns die Begeisterung für dieses Buch? Fritz Maywald gibt uns da einen Fingerzeig.

Im Jahr 1844 sucht der spätere Leiter der Staatlichen Irrenanstalt Frankfurt, ein gewisser Heinrich Hoffmann, das passende Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn. Da er keines findet, zeichnet er eins. Dabei heraus kommen Lustige Geschichten und drollige Bilder mit 15 schön kolorierten Tafeln für Kinder von 3–6 Jahren. Diese lustigen Geschichten und drolligen Bilder handeln von verbrannten Mädchen, abgeschnittenen Daumen, ertrinkenden Knaben und verhungernden Suppenkaspern.

Sprich – die ideale Erziehungsliteratur in einer Zeit, in der die Leitbilder einer sich industrialisierenden Gesellschaft erst noch erfunden werden mußten. Kinder müssen nicht nur artig und still sein, sondern auch lernen, jeden noch so großen Schwachsinn (das meint Leistung) zu akzeptieren. Der Irrenarzt Hoffmann hat hierbei möglicherweise versucht, seine eigene Kindheit aufzuarbeiten. Als Kind hat er wohl noch nicht seinen eigenen Maßstäben entsprechend funktioniert. Das hat er – und für Generationen weiterer Kinder – dann im Alter nachgeholt.

Ob das dann wirklich so ein Zufall war, daß er 37 Jahre lang eine sogenannte Irrenanstalt geleitet hat?

Jedenfalls handelte es sich hierbei um gutbürgerliche Bildungslektüre. Diese gar drolligen Bilder und lustigen Geschichten bereiteten auf den Ernst des Lebens vor; was in unserer heutigen medialen Welt dann doch nicht mehr funktioniert. Jedenfalls nicht so. Lustige Geschichten werden uns heute in Computerspielen, in Zeichentrickfilmen oder ähnlich prägenden Bildern einer durch und durch gewalttätigen Gesellschaft präsentiert.

Fritz Maywalds Anleitung zum Ungehorsam besteht dann darin, diese tatsächlich unsinnigen Normen abwerfen zu wollen. Allerdings unternimmt er keine gesellschaftspolitische Analyse unserer Fremdbestimmung, sondern nimmt den Struwwelpeter als Folie für seine Gedankengänge. Er ist ja Unternehmensberater. Unternehmen benötigen aber Menschen, die im Kapitalismus effektiv funktionieren. Also geht er einen anderen Weg, nämlich den Weg über die Innerlichkeit. Um auch jede Kritik an den hiesigen Verhältnissen und vor allem die Thematisierung der Täter zu vermeiden, geht er auf die spirituelle Suche, möglichst in die Ferne. Hawaiianische Schamanen kommen ihm da gerade recht. Mit Träumen die Realität verändern – wer träumt denn nicht davon? Die Notwendigkeit, die entfremdeten Beziehungen zwischen den Menschen aufzuheben, ist ja tatsächlich ein wichtiger Antrieb esoterischer Spiritualität. Nur wird hier die äußere Welt, also die gnadenlose Realität des Kapitalismus, ignoriert. Und dann funktioniert das auch.

Doch es bedarf noch einer weiteren Technik, um die entfremdeten Menschen dazu zu bekommen, diese Entfremdung so aufzubrechen, daß sie wieder kreativ und also nützlich für eine weitere Runde von Ausbeutung und Ausplünderung der Menschen dieses Planeten werden. Wir müssen uns selbst ein neues Programm schreiben. Die entsprechende Psychotechnik nennt sich Neurolinguistisches Programmieren. Ich könnte sie auch Gehirnwäsche nennen.

Wenn wir es zulassen, daß wir Schätze finden, wenn wir zulassen, daß wir uns über Schätze freuen wie die Kinder, dann haben wir den guten Kampf mit Erfolg gekämpft und kämpfen ihn immer weiter, ohne müde zu werden. Und wenn immer mehr Menschen diesen guten Kampf kämpfen, wird es immer mehr Menschen bessergehen, wird es der ganzen Welt bessergehen. Fangen Sie damit an – andere werden ihnen folgen! [3]

Als ich diesen guten Rat des Fritz Maywald las, mußte ich unwillkürlich an Joseph Fischer alias Joschka denken. Dieser bekannte in seinem Buch Mein langer Lauf zu mir selbst:

Fast meine ganze Energie konzentrierte ich auf den politischen Erfolg und ordnete dem Ziel alles andere unter, auch und gerade mich selbst. [4]

Und damit wir das auch richtig verstehen, pries er seine

radikale Lebensänderung durch Auswechseln und völliges Umschreiben meiner persönlichen Programmdiskette. [5]

Cyborg, Zombie – oder wie habe ich mir das vorzustellen? Versteht ihr jetzt, warum ich zu Anfang der Sendung darauf hinwies, wie unnatürlich verkrampft der Junge in die Kamera schaut? Doch ich will auf etwas ganz anderes heraus: nämlich auf Fischers unermüdlichen Kampf für eine gute Sache, für das Wohlergehen der Menschheit. Er spult ein Programm ab, das so entfremdet ist wie sein Job. Wenn er von Menschenrechten redet, singen seine Jüngerinnen und Jünger das Halleluja und hoffen auf das rechtzeitige Erscheinen des Heilands zur Bundestagswahl.

Oder anders gesagt: Joseph Fischer als erfolgreicher Staatsmann steht für die Träume der grünen Basis. Und wenn man und frau träumt, dann gerät die Wirklichkeit schnell aus dem Blick. Wer sich eine Welt zusammenträumt, hat keine Probleme mit der Schizophrenie der Macht. Solidarisch mit Schröder sein, aber amnesty international unterstützen; mit kurdischen Farben provokativ nach Istanbul fliegen, aber Panzer nach Ankara liefern.

So funktioniert Esoterik.

Wer Träume hat, braucht keine Nahrung mehr, denn er träumt beides – seinen Körper und seine Nahrung. [...] Alles, was wir erleben, alles, was wir zu sein scheinen, sind die Bilder eines Traumes innerhalb eines anderen Traumes. [6]

Dieser schöne Traum, auch kritiklose Anpassung an die kreativen Bedürfnisse kapitalistischer Modernisierung genannt, kostet Millionen Menschen Jahr für Jahr das Leben. Aber das ist wohl auch – nur geträumt.

Struwwelpeter für Manager als eine Anleitung zum Ungehorsam spielt mit den spirituellen und kreativen Potentialen von Menschen, die auch gerne mal an den Schalthebeln der Macht sitzen wollen. Oder die zumindest mitträumen und sich nicht dabei schlecht fühlen wollen. Das Buch ist im Gerling Akademie Verlag erschienen und kostet 19 Euro 90.

Nena : Nur geträumt

 

Mutterland

Besprechung von : Fern Schumer–Chapman – Motherland, Christel Göttert Verlag 2002, € 22,50, durch Katharina Mann

Anmoderation Walter Kuhl

»Motherland. Beyond the Holocaust: A Daughter's Journey to Reclaim the Past« – so lautet der englische Originaltitel des Buches, in dem die amerikanische Journalistin Fern Schumer–Chapman die Reise verarbeitet, auf die sie ihre Mutter 1990 begleitet hat. Nach Deutschland, in den »Heimatort« ihrer Mutter ...

Das Buch liegt nun in der deutschen Übersetzung vor: »Mutterland ... nach dem Holocaust. – Eine Tochter fordert die Erinnerung zurück.« Es ist im Frühjahr erschienen im Rüsselsheimer Christel Göttert Verlag und es kostet 22 Euro, 50 Cent. Katharina Mann hat das Buch gelesen.

Katharina Mann

Ein Tag im Jahr 1938. Die »Deutschland« liegt im Hamburger Hafen, bereit zum Auslaufen. An Bord, an Deck – zum Winken – die zwölfjährige Edith Westerfeld – Tiddy. Am Ufer zurück bleiben die Eltern Siegmund und Frieda und Mina, ein junges Mädchen aus dem Dorf, die als eine Art Kindermädchen bei der Familie gelebt hatte.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie alle versucht, so zu tun, als sei alles ganz normal, als verreise Edith jetzt für einige Wochen – und danach wären sie alle wieder miteinander vereint.

Das erzählt, 52 Jahre später, Edith ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter.

»Bist du auf Deck gegangen, damit du zum Abschied winken konntest?«, fragt die Tochter. »Ja. Das Schiff brauchte sehr lange, um den Hafen zu verlassen. Also stand ich dort und beobachtete meine Eltern und winkte ihnen zu. Sie warteten und warteten, wendeten nie den Blick von mir. Ich fühlte ich unwohl und wünschte irgendwie, dass das Schiff einfach losfahren würde. Aber dann, als es schließlich doch den Hafen verließ, sah ich einige Eltern am Boden zusammenbrechen. Meine Eltern standen ganz erstarrt, wie auf einem Foto. Der blaue Abstand zwischen uns wurde immer größer, und nun erkannte ich, dass sich mein Leben für immer verändert hatte. Ich wurde so traurig, wie noch nie in meinem Leben. Das fühlt normalerweise kein Kind. Das war die Schwere eines Erwachsenen beim Tod eines nahe stehenden Menschen. Ich erkannte, dass nichts jemals gleich bleiben würde. Meine Kindheit war zu Ende. Ich öffnete den Mund, um zu schreien. Irgendwie dachte ich, wenn ich schreie, würde alles anhalten – das Schiff, das blaue Meer, sogar Hitler. Ich öffnete den Mund ... aber ich ... konnte keinen Laut hervorbringen. Ich fiel an Deck auf meine Knie und hing mit den Augen an meinen Eltern. Ich beobachtete, wie sie zu Punkten wurden. Dann verschwanden sie völlig in der Entfernung.« Sie schluckt und fügt mit heiserer Stimme hinzu: »Dann habe ich nur noch das Blau gesehen.«

Einer der Kindertransporte, mit denen jüdische Kinder aus Mitteleuropa verschickt wurden in alle Welt: Nach England, Schweden, in die Türkei, nach Südafrika, Argentinien, Kanada oder in die Vereinigten Staaten. Fast egal wohin, wenn sie nur Aufnahme und Zuflucht fanden vor den Nationalsozialisten.

Die zwölfjährige Edith reiste in die USA, wo sie von entfernten Verwandten aufgezogen wurde. Ihre ältere Schwester Betty war bereits ein Jahr früher in die USA geschickt worden und war in Chicago von einer Familie adoptiert worden.

Über fünfzig Jahre später wagt sie, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Zusammen mit ihrer erwachsenen Tochter fliegt sie in die Bundesrepublik Deutschland, um ihren Heimatort zu besuchen: Stockstadt am Rhein.

Die erwachsene Tochter ist die amerikanische Journalistin Fern Schumer–Chapman. Im vorliegenden Buch beschreibt sie die Reise aus ihrer Sicht. Die Unsicherheit, ob ihre Mutter diesmal fliegen würde. Oder ob sie – wie schon so oft in anderen Situationen – doch in letzter Sekunde wieder einen Rückzieher machen würde? Es stellt sich heraus – aber erst um einiges später, dass die Mutter die Reise an den Ort ihrer ersten Lebensjahre erst dann wagen konnte, als sie sicher war, dass ihre Eltern nun tot sein würden. Selbst wenn sie eines natürlichen Todes gestorben wären, nicht von den Nationalsozialisten in einem KZ umgebracht worden wären. Was die Mutter nicht mit Sicherheit wusste, wovon sie aber ausgehen konnte ...

Die Suche nach den Überresten der Familie gestaltet sich zunächst schwierig. Stockstadt hat sich verändert und die Mutter kannte es nur mit den Augen eines Kindes. Zudem hatte es vor dem Zweiten Weltkrieg nur zwei jüdische Familien in Stockstadt gegeben. Die Überreste schienen völlig getilgt.

Doch dann purzeln die Ereignisse. Mutter und Tochter treffen Hans, der so etwas wie ein Dorfmuseum betreibt. Er war mit der älteren Schwester in einer Klasse gewesen und erinnert sich genau an viele Einzelheiten.

Ein Klassentreffen mit Ediths früherer Schulklasse wird arrangiert, zu dem zwar nicht alle kommen, aber doch viele. Und schließlich finden Mutter und Tochter auch noch den Weg in ein verlassenes Kaff im Odenwald, in dem Mina nun lebt: alt, einsam, krank und ziemlich verbittert. Ihre Verbindung und Freundschaft zu einer jüdischen Familie hat ihr Leben ruiniert.

»Mutterland« ist kein einfaches Buch. Auf den unterschiedlichsten Ebenen verweben sich Emotionen und abgebrochene Erinnerungen zu einem Ganzen. Und immer wieder geht es eben auch um die Perspektive der Tochter, der Nachgeborenen, für die diese unvollendete Geschichte alles andere als Geschichte ist. Die Wurzeln ihrer Mutter sind auch ihre eigenen Wurzeln, von denen sie aber durch die Emigration ihrer Mutter seltsam abgeschnitten ist. So ist die Reise nach Deutschland für Fern Schumer–Chapman eine Reise in ihre eigene Geschichte.

Und dann die unterschiedlichsten Menschen aus der Geschichte ihrer Mutter, die auch Teil ihrer Geschichte sind, ohne das sie bisher von ihnen wusste.

Da sind die früheren Mitschülerinnen und Mitschüler Ediths, die am liebsten wollen, dass alles das Schreckliche nicht stattgefunden hat. Das Edith eine der ihren ist – als ob sie nie weggewesen wäre. Und erst recht nicht vertrieben. Waren sie nicht alle Kinder gewesen, die nicht begriffen hatten, was abging?

Da ist Hans, der die Scham mit sich trägt, dass er in der Reichspogromnacht nur einfach zugesehen hatte. Und – schlimmer noch – 1941 war er Frieda, Ediths Mutter, noch einmal begegnet; in Darmstadt. Sie hatte ihn um Hilfe gebeten, denn Siegmund, ihr Mann, war im Konzentrationslager in Sachsenhausen. Aber Hans, ein junger Freiwilliger, wahrscheinlich Flausen im Kopf ... er wusste, dass er nicht helfen konnte, und wandte sich ab.

Arm irgendwie, dass er es nicht anders fertig bringt, Edith und ihrer Tochter davon zu berichten, als über einen Bericht in der Tageszeitung, den er dann den beiden vorliest. – Aber auch verständlich.

Ich konnte es fast nicht aushalten, diese Schilderung zu lesen. Edith Schumer, geborene Westerfeld, offensichtlich auch nicht.

»Das ist schon in Ordnung, Hans«, sagt meine Mutter sanft, schluckt schwer und winkt mit der Hand, um zu signalisieren, dass er nicht weiterlesen muss. »Das alles ist doch lange her. Vergessen Sie es.«

In dem Moment hasse ich Edith Westerfeld. Was ist sie so versöhnlerisch! Aber es ist auch verständlich: Alle wollen sie vergessen. Und können es nicht. Immerhin, es zeigt sich, Hans geht es nicht um »Absolution«, darum, dass Edith Westerfeld ihm verzeiht; sondern er will, dass sie weiß, was sich zugetragen hat, und dass sie seine Verstrickung kennt. Das hat doch wieder Größe.

Da ist Mina, die beschlossen hatte, nicht mit den Wölfen zu heulen. Das haben ihr die anderen, die aus dem Wolfsrudel, nicht verziehen. Teuer hat sie bezahlt für diese Entscheidung, ihrer Moral zu leben. Aber auch sie kann es den Wölfen nicht verzeihen, mitgeheult zu haben ... Jürgen, ihr Sohn, ist ähnlich überbehütet und doch gleichzeitig »mutterlos« aufgewachsen wie Fern. Mina, die Mutter eine Fremde und Ausgestoßene in der eigenen Gesellschaft, die mehr in ihrer unbewältigten Vergangenheit lebt als in der Gegenwart. Die beiden, Fern und Jürgen, verbindet spontan eine tiefe Freundschaft. Es ist wohl mehr ...

Es erscheint als wohltuend, sich der Vergangenheit zu stellen, den Spuren nachzugehen, die Menschen zu begleiten. Und doch lösen sich nur wenige Knoten, treten andere dafür auf. Die ganzen verstrickten Leben – Biografien voller Widersprüche.

Warum nur ist Edith Westerfeld–Schumer nur zu gerne bereit, den Nazis und den Nachkommen der Nazis zu verzeihen – nicht aber ihren Eltern, die sie zwar weggeschickt haben, aber dadurch gerettet?

»Mutterland ... nach dem Holocaust«. Erschienen im Frühjahr im Christel Göttert Verlag, Rüsselsheim, es kostet 22 Euro, 50 Cent.

Abmoderation Walter Kuhl

Eine weitere Möglichkeit, sich mit den so genannten »Kindertransporten« auseinanderzusetzen, mit denen jüdische Kinder vor den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten gerettet wurden, bietet sich heute Abend, Montag, 27. Mai [2002], 20 Uhr, im Kommunalen Kino der Stadt Darmstadt. Wer erst die Wiederholung am Dienstag hört, hat dann leider Pech gehabt.

»Kindertransport in eine fremde Welt« – so lautet der Titel eines Dokumentarfilms von Mark Jonathan Harris, der heute Abend, Montag, 27. Mai [2002], im Kommunalen Kino der Stadt Darmstadt gezeigt wird.

Der Film dokumentiert die Aufnahme überwiegend jüdischer Kinder aus Deutschland, Österreich und Tschechien kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Großbritannien. Ein beispielhaftes Unternehmen, das die Kinder vor dem Tod im KZ rettete. Sie wurden mit Zügen über die Niederlande nach England gebracht und kamen in britischen Familien und Heimen unter. Die meisten von ihnen haben ihre Eltern nie wieder gesehen.

Die dokumentierten Geschichten sind auf makabre Weise abenteuerlich, traurig und schrecklich. Allerdings enthalten sie alle auch eine positive Kraft des Widerstands gegen das Nazi–Regime.

Produzentin Deborah Oppenheimer hatte die Idee zu diesem Film, als sie nach dem Tod ihrer Mutter einen Stapel Briefe fand. – Deborah Oppenheimers Mutter war eines der geretteten Kinder. Dem Film liegen umfangreiche Recherchen nach Überlebenden in Großbritannien und in den USA zugrunde.

»Kindertransport in eine fremde Welt« – heute Abend, Montag, 27. Mai [2002], um 20 Uhr im Classic im Rex.

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte –

mit fremden Welten im Schatten der Macht. Die drei vorgestellten Bücher waren:

Anregungen, Fragen oder Kritik könnt ihr wie immer auf meine Voice–Mailbox bei Radio Darmstadt aufsprechen. Die Telefonnummer lautet (06151) für Darmstadt, und dann die 87 00 192. Oder ihr schickt mir eine Email an kapitalverbrechen@alltagundgeschichte.de.

Diese Sendung wird am Dienstag, 28. Mai, um Mitternacht, morgens nach dem Radiowecker ab 8 Uhr und dann noch einmal nachmittags ab 14 Uhr wiederholt.

Alltag und Geschichte ist auch im Internet präsent unter www.alltagundgeschichte.de. Dort sind auch die nächsten Sendetermine unserer Redaktion zu finden. Das Sendemanuskript dieser Sendung wird in den nächsten Tagen bei www.waltpolitik.de einzusehen sein.

Am Dienstag ab 18 Uhr 05 gibt es von Alltag und Geschichte eine Sendung in serbischer Sprache und mit serbischer Musik – Jadran. Und am Mittwoch ab 19 Uhr heißt es wieder RadaR Stripped, unsere Talk– und Mittalk–Sendung. Gleich gibt's Äktschn! Durch die heutige Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt führte Walter Kuhl; und der sagt jetzt Tschüß!

The Creatures : Exterminating Angel

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Fritz Maywald : Struwwelpeter für Manager, Seite 144.
[2]   Maywald Seite 92.
[3]   Maywald Seite 45.
[4]   Zitiert nach: Jürgen Elsässer : Make Love and War, Seite 56.
[5]   Elsässer Seite 56.
[6]   Maywald Seite 148.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Januar 2006 aktualisiert.
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