Kapital – Verbrechen

Klinsmania

 

SENDEMANUSKRIPT

In der Sendung vom 26. Juni 2006 sprach ich über die mit nationalistischen Tönen unterfütterte Massenhysterie um die deutsche Fußball–Nationalmannschaft anläßlich der Weltmeisterschaft im eigenen Land..

 

 

Sendung :

Kapital – Verbrechen

Klinamania

 

Redaktion und Moderation :

Walter Kuhl

 

gesendet auf :

Radio Darmstadt

 

Redaktion :

Alltag und Geschichte

 

gesendet am :

Montag, 26. Juni 2006, 17.00–18.00 Uhr

 

wiederholt am :

Montag, 26. Juni 2006, 23.10–00.10 Uhr
Dienstag, 27. Juni 2006, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 27. Juni 2006, 14.00–15.00 Uhr

 
 

Besprochenes und benutztes Buch :

  • Christoph Bausenwein : Geheimnis Fußball, Verlag Die Werkstatt

 
 

URL dieser Seite : http:/waltpolitik.powerbone.de/kv/kv_klins.htm

 

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Nationalistische Massenhysterie

Kapitel 2 : Die Klinsmanndeutschen

Kapitel 3 : Das Geheimnis des Fußballs ist sein Sinn

Kapitel 4 : Wo Denken erlaubt ist

Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Nationalistische Massenhysterie

Jingle Alltag und Geschichte

Fans feiern sich selbst auf der LeinwandAlle wollen dabei sein, wenn Deutschland sich endlich von den Fesseln nationalistischer und patriotischer Gefühle lösen darf. War der Stolz, ein Deutscher zu sein, in den 70er und 80er Jahren den Neonazis oder den Rechtskonservativen vorbehalten, so schwappt derzeit eine ganze Welle glückseligen Gedankenguts über eine fußballbesoffene Nation. Jürgen Klinsmann und seine 23 Fußballzwerge versetzen das Land in Ekstase. Und da es immer schön ist, zu den Gewinnern zu gehören, wollen alle schon immer für Deutschland einig Vaterland gewesen sein.

Schon die Initiative Du bist Deutschland war mit enormem Medienaufwand angetreten, die angebliche Miesepeterei, mit welcher der Standort Deutschland schlecht geredet werde, zu bekämpfen. Es ist nämlich geil, in einem Land zu leben, in dem die Menschen, die im Verwertungsprozeß nicht mehr gebraucht werden, auf der Straße landen, um gleich darauf der Verwertungsmaschine von Hartz IV und der noch anstehenden Gesundheitsreform in den Rachen geworfen zu werden.

Weiterhin ist es auch geil, aus der Geschichte gelernt zu haben, daß es nicht gut ist, Nazi zu sein, aber daß es gut ist, den Kampf um Absatzmärkte und Rohstoffe unter dem Deckmantel des Einsatzes für die Menschenrechte zu führen. Wer will, kann sich in diesem Land mit dieser ganz und gar unpatriotischen Sicht über die Tatsachen informieren. Aber wer will das schon? Denken, gar nachzudenken war im Land der Dichter und Denker schon immer verpönt. Gefühlsduselei als Denkersatz jedoch ist angesagt.

Wo wir schon Deutschland sind und Papst sowieso, da müssen wir auch Weltmeister werden. Ob das wirklich so erstrebenswert ist, fragen sich die wenigsten. Alex Feuerherdt ist in einem Vortrag am 15. Juni [2006], den er im Jugendkulturzentrum Forum in Mannheim gehalten hat, dem Zusammenhang von Fußball und Nationalismus nachgegangen. Im ersten Teil meiner heutigen Sendung lasse ich ihn daher über Die Klinsmanndeutschen zu Wort kommen. Anschließend werde ich ein Buch über das Geheimnis Fußball vorstellen, das Christoph Bausenwein geschrieben hat und das es sich auch wirklich lohnt zu lesen. Vielleicht dann, wenn das Megaevent Weltmeisterschaft mit dem Gewinn des Titels durch Italien oder Brasilien beendet worden ist.

Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist Walter Kuhl.

 

Die Klinsmanndeutschen

Die Klinsmanndeutschen – Über Fußball und Nationalismus

Alex Feuerherdt am 15. Juni [2006] im Jugendkulturzentrum Forum in Mannheim über die Klinsmanndeutschen, über Fußball und Nationalismus. Den Beitrag hat uns bermuda.funk, das Freie Radio Rhein–Neckar, zur Verfügung gestellt.

 

Das Geheimnis des Fußballs ist sein Sinn

Besprechung von : Christoph Bausenwein – Geheimnis Fußball, Verlag Die Werkstatt 2006, 575 Seiten, € 16,90

Diese Buchbesprechung in der Audiofassung als MP3.

Es gibt Bücher, die hoch gelobt werden und dann eine ziemliche Enttäuschung sind. Der Medienhype ersetzt die Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, die Verpackung ist wichtiger als der Inhalt. Es ist ja schließlich ein Geschäft. Wenn ich eine Aussage lese, dieses Buch sei wahrscheinlich das beste, das je über Fußball geschrieben wurde, dann macht es mich gleichermaßen neugierig und skeptisch. Das in erster Auflage 1995 erschienene Buch Geheimnis Fußball von Christoph Bausenwein ist ein solches Buch. Und es ist die Ausnahme von der Regel, daß man und frau dem überschwenglichen Lob der Kritik nicht einfach glauben soll.

Buchcover Christoph Bausenwein Geheimnis FußballOb es das beste Buch zum Thema ist, möchte ich dahin gestellt sein lassen. Es gibt inzwischen eine ganze Menge guter Bücher über Fußball. Auf jeden Fall ragt es aus der Masse der unzähligen Veröffentlichungen, die derzeit rund um die Fußball–Weltmeisterschaft herausgekommen sind, heraus. Der Titel verspricht nicht zu viel. Christoph Bausenweins Geheimnis Fußball geht dem Geheimnis des mit Füßen getretenen Balls tatsächlich auf den Grund.

Wenn ein Spiel, und als ein solches wird es uns ja mit unschuldiger Miene erklärt, seine Attraktivität rund um den Erdball entfaltet, dann können dafür nicht einfach die globalisierten Wirtschaftsinteressen, vermittelt über die Medien, verantwortlich gemacht werden. Fußball ist ein Spiel, das einfach funktioniert, weil es nach relativ einfachen Regeln funktioniert, und weil vielleicht nicht alle, aber eine Mehrzahl der Menschen dieser Erde daran teilhaben können. Christoph Bausenwein erklärt uns dieses Phänomen, seinen geschichtlichen Hintergrund und seinen Sinn auf 575 Seiten; und das ist dann eine etwas länger dauernde anregende Sommerlektüre, denn von den 575 Seiten enthält keine einzige überflüssiges Geschwätz.

Vielleicht ist das größte Geheimnis dieses Spiels, daß man und frau vorher nie so genau wissen kann, wie es ausgeht, auch wenn die Deutschen schon wissen, daß sie Weltmeister werden. Selbst mitten im Spiel sind unglaubliche Wendungen möglich – ich erinnere nur an das Finale der Champions League letztes Jahr, als Liverpool schon 0:3 zurücklag – und es nicht zwingend, daß die spielstärksten und finanzkräftigsten Mannschaften auch am Ende immer gewinnen. Und selbst wenn sie es tun – die Identifikationsmöglichkeiten auch mit den Vereinen und Teams, die nicht auf der Gewinnerseite stehen, sind mannigfaltig. Sogar dann, wenn das Spiel selbst langweilig, schlecht, ja unerträglich ist. Und von dieser Sorte Grottenkick hat uns die deutsche Nationalmannschaft in den letzten Jahren ja so einiges beschert.

Allerdings ist Fußball kein Spiel an sich. Es ist historisch erwachsen und seine – zumindest europäische – Geschichte reicht bis in die griechische und römische Antike zurück. Zweierlei ist hierbei festzuhalten. Erstens handelt es sich um ein Spiel, das im Zusammenhang mit religiösen oder kultischen Praktiken stand. In vielen Gesellschaften und Religionen gibt es Tage der Ausgelassenheit, Festtage, an welchen den Untertanen oder unterdrückten und ausgebeuteten Klassen ein Ventil an die Hand gegeben wird, sozial angestaute Aggressionen loszuwerden. Das Spiel mit dem Ball, vor allem als Massenereignis, ist dann kein spielerisch–tänzerisches Ereignis, sondern ein geradezu sozialhygienisch notwendiges Instrumentarium, damit eine Gesellschaft auch auf der Grundlage sozialer Spannungen weiterhin funktionieren kann.

Auf der anderen Seite haben schon die alten Griechen und Römer einen zweiten nützlichen Aspekt des Ballspiels entdeckt. Auch hier ist das Spiel nicht einfach Spiel, sondern Mittel zum Zweck. Der Zweck ist Wehrertüchtigung. Das Ballspiel übt erwünschte Regeln von Zusammenarbeit, Kommunikation, Regelbefolgung und Disziplin ein. Wenn Soldaten einfach nur exerzieren oder durchs Gelände marschieren, dann gibt ein scheinbar harmloses Spiel den Gliedern Geschmeidigkeit und Flexibilität zurück. Beides läßt sich seit der griechisch-römischen Antike über den italienischen Calcio und den englischen Football bis hin zum modernen Fußball anfangs des 20. Jahrhunderts zeigen, und Christoph Bausenwein bringt in seinem Buch hierzu eine Vielzahl anschaulicher Beispiele.

Natürlich wurde vor zweitausend Jahren ein anderen Spiel mit dem Fuß gespielt als heute. Die mittelalterlichen und frühkapitalistischen Massenveranstaltungen haben mit dem, was wir heute in den Fußballarenen mit freundlicher Unterstützung von Sponsor XY gezeigt bekommen, nur sehr wenig zu tun. Und wo es nicht rohe Kampfspiele waren, so haben sie sich doch auch in den aristokratischen Ballsälen – darum heißen die nämlich so – um die Disziplinierung der jeweils herrschenden Klassen verdient gemacht.

Daß Fußball etwas mit Gewalt zu tun hat, ist also kein Zufall, sondern hat eine lange Geschichte und Tradition, die gestern abend bzw. – wenn ihr die Wiederholung hört – vorgestern abend im Spiel zwischen Holland und Portugal eine Fortsetzung gefunden hat. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die englische Elite in ihren Public Schools an einem Spiel herumexperimentierte, aus dem später so verschiedene Varianten wie Rugby, American Football und eben auch unser Fußball entstanden, da war ihr sehr wohl bewußt, was sie damit erreichen wollte:

Der Fußball, wie er von der Gründervätern der FA [der englischen Football Association] gespielt wurde, hatte einen hohen sozialen Prestigewert als Sport der studierten Elite. Es galt als Ausweis von Stand und Bildung, als eine Verkörperung von Gentleman–Tugenden wie Tapferkeit und Gruppenloyalität, Stilbewusstsein und gutes Benehmen, Selbstkontrolle und Ehrgeiz. [1]

Schreibt Christoph Bausenwein und verweist hiermit auf ein wichtiges Moment der Körperkontrolle des sich durchsetzenden Industriekapitalismus in England. Wenn dieses Spiel der Selbstkontrolle auch sehr schnell die proletarischen Massen erfaßte, dann liegt dies daran, daß die Untertanen Ihrer Majestät schon in den Jahrzehnten, ja Jahrhunderten, zuvor den Drill der Militärdisziplin und die Disziplin der Arbeitshäuser hatte kennenlernen können.

Und da eine Art Fußball als Kampfspiel in den ländlichen Gebieten noch im 18. Jahrhundert sehr lebendig gewesen ist, konnte der modern geregelte Fußball an diese Tradition anknüpfen und eine neue, aber diesmal disziplinierte, Begeisterung entfachen. Die Rauf– und Kampfspiele der Jahrhunderte zuvor arteten nicht selten in Tumulte, gezielte Körperverletzungen, zum Teil mit Todesfolge, aus. Der neue kapitalistische Geist benötigte jedoch ein Spiel, das die kapitalistischen Tugenden so richtig zur Geltung bringen konnte. Und so reden wir ja auch von den deutschen Tugenden, die nichts anderes sind als gute, aber etwas altbackene kapitalistische Tugenden. Und deshalb wurden die alten Spiele verboten und mit massiver Härte verfolgt.

Gelebte Aggressionen gehören also von vornherein zu diesem Spiel. Das gilt sowohl für Spieler (und heute auch Spielerinnen) als auch Zuschauer (und heute auch Zuschauerinnen). Im Grunde genommen lassen sich drei Phasen unterscheiden. Die erste Phase umfaßt den Zeitraum von Mitte der 1860er Jahre bis Ende des 19. Jahrhunderts, auf dem europäischen Kontinent bis zum 1. Weltkrieg. Hier war der Fußball noch das Spiel der herrschenden Elite. Die Proletarisierung setzt in England in den 1880er Jahren ein, auf dem Festland einige Jahrzehnte später. Der Erste Weltkrieg führte hier jedoch zu einer Vereinheitlichung, so daß wir seit etwa 1920 von einem Massenphänomen reden können; und nicht zuletzt trugen hierzu auch die Medien, die Zeitung und das neu entstandene Radio, bei.

Dieser proletarische Männersport geriet in den 1970er Jahren in die Krise. Neue Sportarten und Freizeitvergnügen fanden ihr Publikum, und das altbackene Spiel der Vergangenheit paßte nicht mehr so recht zur Aufbruchsstimmung nach 1968. Der Beginn der dritten Phase liegt in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als man begann, aus Fußballstadien moderne Eventarenen zu modeln und das dazu passende zahlungskräftige und vergnügungssüchtige Publikum komplett auszutauschen. Vorgeblich, um die Gewalt aus den Stadien zu verbannen, wurden immer massivere Sicherheitskonzepte umgesetzt und die Stadien selbst zu Sitzplatzarenen umgebaut, in denen das einfache Publikum auf den Stehrängen nichts mehr zu suchen hatte. Wir wissen ja alle, daß man und frau im Sitzen nicht so gut tanzen, nicht so gut feiern und vor allen Dingen nicht so gut aggressiv sein kann.

In gewisser Weise finden wir hier die Neoliberalisierung des Fußballs vor. Hierzu gehört jedoch auch, daß alte traditionelle Bindungen von Fans an ihre Mannschaft, an ihren Verein im Schwinden begriffen sind. Das wird dann bedauert und als ein Ausdruck des Kommerzes begriffen. Nein – es ist Ausdruck einer historischen Entwicklung; das muß so sein. Das vergnügungssüchtige Publikum identifiziert sich immer mehr mit dem neuesten Modeschrei; und passend dazu erhielten die Spieler in den 90er Jahren festgelegte Rückennummern, damit sich scheinbar individuelle Trikots massenhaft verkaufen können. Das Merchandising sorgte dann auch dafür, daß jedes Jahr ein neues Trikot auf den Markt kam, damit die Fans immer das neueste Modell erwerben konnten.

Nun ist Christoph Bausenweins Buch über das Geheimnis Fußball nicht einfach eine kapitalismuskritische Abhandlung. Wenn wir schon vom Geheimnis reden, dann gibt es auch eine Geschichte der Entwicklung des Fußballspiels selbst. Als in den 1860er Jahren die ersten Regeln erfunden wurden, ahnten die Teilnehmer des ersten Treffens noch nichts von der FIFA, die zur Sicherung eines globalen Spektakels ihr Regelwerk verfeinern mußte.

Die Popularisierung des Spiels gelang im 19. Jahrhundert vor allem durch die Einführung von Pokalwettbewerben und dann einer englischen Fußball-Liga. Es war nicht mehr dem Zufall überlassen, wer gegen wen spielte, sondern sehr schnell durchorganisiert. Und genauso schnell wurde dieser organisierte Fußballbetrieb zum Teil des kollektiven Terminkalenders, in dem der Samstag– oder Sonntagnachmittag dem runden Ball gehörte.

Waren die ersten Spielsysteme aus heutiger Sicht unglaublich einfallslos und langweilig, so war der Fußball als solcher durchaus innovativ. Es brauchte zwar eine Zeit, bis man begriff, daß Fußball wirklich ein Mannschaftssport ist, in dem man zusammen spielt und nicht nur dem Dribbler dem Weg freiräumte. Die größte Revolution in der Geschichte des Fußballsports war wahrscheinlich die Änderung der Abseitsregel 1925. Sie führte zunächst zu mehr Toren, bis sich alle angepaßt hatten, und sehr bald zu immer weiter verfeinerten defensiven und offensiven Spielsystemen bis zu dem, was wir heute mit Viererkette und Raute vorfinden.

Diesen Zusammenhang von geschichtlicher Entwicklung, sozialpolitischer Bedeutung und spielerischen Eigenheiten stellt uns Christoph Bausenwein in seinem Buch Geheimnis Fußball in äußerst lesenwerter, immer lehrreicher und angenehm zu lesender Weise dar. Es ist vor kurzem im Verlag Die Werkstatt neu aufgelegt worden und kostet 16 Euro 90. Wer wirklich etwas über Fußball wissen will, sollte dieses Buch lesen.

 

Wo Denken erlaubt ist

Jingle Alltag und Geschichte –

heute mit einem Vortrag von Alex Feuerherdt über Fußball und Nationalismus und zur Frage, was die Klinsmanndeutschen damit zu tun haben, sowie einem Buch von Christoph Bausenwein über das Geheimnis Fußball.

Etwas optimistisch in der Wahl des Namens der Domain, aber interessant in der Sache ist in diesem Zusammenhang auch die Webseite der Naturfreundejugend Berlin www.vorrundenaus.de. Dort finden sich Texte zur Bedeutung des Fußballs im kapitalistischen Verwertungsprozeß und zur Frage, was ein Männerspiel mit Nationalismus und Patriotismus zu tun hat. Es gibt hierzu auch eine Kampagnenzeitung Vorrundenaus 2006, die über die Naturfreundejugend Berlin zu beziehen ist.

Abschließend noch zwei Veranstaltungstips, die nichts mit Fußball zu tun haben, obwohl: ich sagte ja schon, daß die Fußballbegeisterung offensichtlich das Denken verhindern soll. Insofern paßt der Hinweis auf die erste Veranstaltung am Dienstagabend vielleicht doch ganz gut. "Der Mensch ist der Sklave seines Gehirns!", behaupten bekannte Hirnforscher wie Gerhard Roth aus Bremen und Wolf Singer aus Frankfurt. Darin sieht Freerk Huisken, Pädagogikprofessor an der Universität Bremen, eine Aufforderung, am menschlichen Verstand zu zweifeln, statt ihn zu benutzen. Am Dienstagabend wird er deshalb auf Einladung des AStA der Technischen Universität Darmstadt seine Kritik der Hirnforschung vortragen. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr im Raum 121 im Alten Hauptgebäude der TUD in der Hochschulstraße 1. Der Eintritt ist frei. [2]

In einer zweiten Veranstaltung geht es am Mittwochabend in Frankfurt um Folter im Rechtsstaat? Jan Philipp Reemtsma hat hierzu ein gleichnamiges Buch geschrieben [3], über das er zusammen mit dem Juristen Günter Frankenberg und dem ehemaligen Grünen Minister Rupert von Plottnitz diskutieren wird. Und zwar am Mittwochabend um 19 Uhr 30 im Campus Westend der Frankfurter Universität im Eisenhower Saal, das ist am Grüneburgplatz 1.

Diese Sendung wird in der Nacht von Montag auf Dienstag um 23.00 Uhr, am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr, sowie am Dienstagnachmittag ab 14.00 Uhr wiederholt. Kommende Woche wird auf diesem Sendeplatz die Redaktion Gegen das Vergessen mit ihrer gleichnamigen Sendung zu hören sein. Im Anschluß an diese Sendung könnt ihr Äktschn! hören, eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Christoph Bausenwein : Geheimnis Fußball, Seite 272

[2]   Zu den Erkenntnissen eines dieser Hirnforscher siehe meine Seite Über Manfred Spitzers Buch "Selbstbestimmen".

[3]   Siehe meine Besprechung des Buchs in der Sendung Arbeit und Folter vom 13. Juni 2005.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 20. September 2009 aktualisiert.

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Text: ©  Walter Kuhl 2001, 2006, 2009
Foto: ©  Walter Kuhl 2006

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