Kapital – Verbrechen

Minjung – Kunst zwischen Widerstand und Kitsch

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
In der Sendung vom 24. Oktober 2005 sprachen Choi Min und Chin Junkwon über die koreanische Minjung–Kunst.
 
Sendung :
Kapital – Verbrechen
Minjung – Kunst zwischen Widerstand und Kunst
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 24. Oktober 2005, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 25. Oktober 2005, 00.00–01.00 Uhr
Dienstag, 25. Oktober 2005, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 25. Oktober 2005, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • The Battle of Visions, Ausstellungskatalog
  • Holger Heide (Hg.) : Südkorea – Bewegung in der Krise, Atlantik Verlag
  • Gebhard Hielscher : 38mal Korea, Piper Verlag
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/kv/kv_minju.htm
 
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Ausstellungsflyer The Battle of Visions
The Battle of Visions (Ausstellungsflyer)

Podium Veranstaltung Kunsthalle
Peter Joch, Yoon Bu–Han, Choi Min, Chin Junkwon, unbekannte Frau (von links nach rechts) auf dem Podium der Veranstaltung am 11. Oktober 2005

Chin Junkwon
Chin Junkwon, darüber ein besprochenes Motiv

Yoon Bu–Han (links) und Chin Junkwon (rechts)
Yoon Bu–Han (links) und Chin Junkwon (rechts)

Ausstellungskatalog The Battle of Visions
The Battle of Visions (Katalog)

Buchcover Holger Heide Südkorea
Holger Heide (Hg.) : Südkorea – Bewegung in der Krise, Atlantik Verlag 2000

Buchcover Gebhard Hielscher 38mal Korea
Gebhard Hielscher : 38mal Korea, Piper Verlag 1988

Jingle Alltag und Geschichte

The Battle of Visions – so lautet der Titel einer Ausstellung über koreanische Minjung–Kunst von den 80er Jahren bis heute, die seit zwei Wochen in der Darmstädter Kunsthalle zu betrachten ist. [1] Dieser Kampf der Bilder entstammt der Zeit der südkoreanischen Militärdiktatur, in der sich eine ganz spezifische Widerstandskunst entwickelt hat.

Am 11. Oktober [2005] sprachen auf einer Abendveranstaltung in der Kunsthalle vor etwa zwanzig koreanischen und fünf deutschen Gästen Dr. Choi Min von der Koreanischen Nationalen Kunstuniversität in Seoul und Chin Junkwon von der Chung Ang Universität in Seoul über die Bedeutung der Minjung–Kunst für die Widerstandsbewegung und über die Perspektiven dieser Kunstrichtung heute. Beide Vorträge, die auf koreanisch gehalten wurden, werde ich in der folgenden Stunde in einer deutschen Übersetzung zu Gehör bringen.

Es mag ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, wenn ein interessanter Vortrag in einem nicht glatten Deutsch gesendet wird. Aber ich finde, der Übersetzer Yoon Bu–Han hat seine Sache gut gemacht. Deshalb kann ich mich heute darauf beschränken, die Vorträge einzuspielen und mich selbst zurückzuhalten. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist Walter Kuhl.

Für diejenigen, die diese beiden Vorträge nicht in voller Länge anhören mögen, empfehle ich dennoch unbedingt den Besuch dieser wirklich ungewöhnlichen Ausstellung. Die Kunsthalle hat von Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Leiter der Kunsthalle, Peter Joch, gibt einen kurzen Ausblick auf das, was uns die koreanischen Gäste in der nächsten Stunde zu sagen haben:

O–Ton Peter Joch:

Es gab in Deutschland eine politische Kunst, die hat sich in den 60ern etabliert, und der Beginn war der Vietnam–Krieg. Der Anfang der Minung–Kunst fiel in eine Zeit des postmodernistischen Lebens. In dieser Zeit sieht man ganz anders als zum Beispiel in der deutschen politischen Kunst – Sie sehen das in vielen Bildern – die Kunst des Zitierens, des Montierens, es entsteht eine ganz bunte Bilderwelt, die sich auch des Westens bedient, die den Westen neu ausdeutet und da die politischen Inhalte hineinträgt. Es ist vielleicht das Faszinierende gerade für einen deutschen Betrachter, der eine solche Entwicklung nicht kennt, sondern nur eine Entwicklung kennt, bei der sich die politische Kunst der 60er Jahre ganz strikt getrennt hat von der Kunst der 80er Jahre, die tatsächlich wieder diese l'art pour l'artMentalität aufgegriffen hat. Das ist vielleicht auch das Faszinierende, daß wir hier einer politischen postmodernen Kunst begegnen, wie wir sie nicht kennen können.

In den folgenden 25 Minuten übersetzt Yoon Bu–Han den Vortrag von Dr. Choi Min über die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der südkoreanischen Minjung–Kunst. [2]

Chin Junkwon nimmt den von Dr. Choi Min entworfenen Rahmen auf und wendet sich in den folgenden 20 Minuten der Frage zu, was aus der Minjung–Kunst nach der Militärdiktatur geworden ist und was Volkskunst in Südkorea heute sein kann. Auch hier in der übersetzten Fassung von Yoon Bu–Han. [3]

Jingle Alltag und Geschichte –

heute mit einem Veranstaltungsmitschnitt von der Eröffnung der Minjung–Ausstellung The Battle of Visions in der Darmstädter Kunsthalle am 11. Oktober 2005. Es sprachen Dr. Choi Min von der Koreanischen Nationalen Kunstuniversität über die Entstehung und Bedeutung der Minjung–Kunst für den Widerstandskampf gegen die Militärdiktatur der 70er und 80er Jahre, sowie Chin Junkwon von der Chung Ang Universität in Seoul darüber, worin das Erbe der Minjung–Kunst heute besteht. Die Übersetzung stammte von Yoon Bu–Han.

Die Ausstellung The Battle of Visions ist bis zum 3. Dezember [2005] in der Kunsthalle zu sehen, und zwar dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, sowie am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Hinweisen möchte ich auf den zugehörigen Ausstellungskatalog, der auf Englisch und Deutsch nicht nur die Exponate erklärt, sondern zudem eine fundierte Auseinandersetzung sowohl mit der Minjung–Kunst selbst als auch mit den zugehörigen politischen und sozialen Hintergründen liefert. Weitere Informationen zu Führungen und dem Begleitprogramm finden sich im Internet unter www.kunsthalle–darmstadt.de.

Zur Vertiefung über die politische und soziale Bewegung in Südkorea empfehle ich den im Jahr 2000 im Atlantik–Verlag erschienenen Tagungsband Südkorea – Bewegung in der Krise. Es handelt sich hierbei um die Dokumentation eines internationalen Workshops zum Thema Südkorea – Aufstieg, Krise, Auswege – Versuch einer sozialökonomischen Annäherung. Vergriffen, aber sicher in einer der Darmstädter Bibliotheken verfügbar, ist der 1988 bei Piper herausgebrachte Band 38mal Korea von Gebhard Hielscher, der nicht nur die Geschichte Koreas seit ihren prähistorischen Anfängen umfaßt, sondern zudem einen Schwerpunkt auf die politische Geschichte des Landes im 20. Jahrhundert legt.

Bevor ich mich verabschiede, noch ein Veranstaltungshinweis für den Mittwochabend. Um 20 Uhr wird Professor Werner Durth vom Fachbereich Architektur der TU Darmstadt über die Stadtplanung für die Zeit nach Hitler referieren. Der Titel seines Vortrags lautet Wiederaufbau der Städte. Diese Veranstaltung aus der Reihe 60 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus wird getragen von der Darmstädter Geschichtswerkstatt, dem DGB Starkenburg, von ver.di Südhessen, sowie der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Beginn ist am Mittwochabend um 20 Uhr, im Schloß, Seminarraum 56.

Diese Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte wird in der Nacht zum Dienstag um Mitternacht, am Dienstagmorgen um 8 Uhr und noch einmal am Dienstagnachmittag ab 14 Uhr wiederholt. Es folgt nun Äktschn! – eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit dem Auftritt Südkoreas als Gastland der Frankfurter Buchmesse, hier einige Impressionen.
[2]   Der Vortrag liegt nicht in schriftlicher Form vor. Von Choi Min stammt der Aufsatz "Minjung Art in Korea: A Mode of Art in a Rapidly Changing Society" im Ausstellungskatalog The Battle of Visions.
[3]   Der Vortrag liegt nicht in schriftlicher Form vor.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 1. November 2005 aktualisiert.
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