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Rekrutenwerbung auf dem Luisenplatz

Kapital – Verbrechen

Neokoloniale Protektorate

Sendemanuskript

 

Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte

Radio: Radio Darmstadt

Redaktion und Moderation: Walter Kuhl

Ausstrahlung am:

Montag, 13. Juli 2009, 17.00 bis 18.00 Uhr

Wiederholt:

Montag/Dienstag, 13./14. Juli 2009, 23.10 bis 00.10 Uhr
Dienstag, 14. Juli 2009, 08.00 bis 09.00 Uhr
Dienstag, 14. Juli 2009, 14.00 bis 15.00 Uhr

Zusammenfassung:

Varus zog in den Krieg und kam ungeplant darin um. Zweitausend Jahre später haben neokoloniale Truppen die Lektion gelernt und machen sich im Land, hier im Kosovo, so fett, daß sie ganz schwer zu vertreiben sind. In Afghanistan regt sich, fast schon traditionsgemäß, Widerstand. Wie verkauft man einen Krieg, der angeblich keiner ist, so, daß die Bundeswehr diesmal überall in der Welt mitmischen darf – und dabei sogar auf der Gewinnerseite steht?

Besprochene Zeitschrift und Bücher:

 


 

Inhaltsverzeichnis

 


 

Einleitung: Lesen bildet

Jingle Alltag und Geschichte

Lesen bildet. Und wenn das Wetter so bleibt, wie es ist, dann können wir in den kommenden Wochen auch ein wenig lesen. Nun könnten wir uns auch etwas vorlesen lassen. Die Vorleserinnen und Vorleser von Radio Darmstadt bieten uns beispielsweise eine Fülle an Informationen an, die sie soeben erst selbst dem weltweiten Ablesenetz oder einer Pressemitteilung entnommen haben.

Das nennt man und frau heute „crossmedial“, also die mehr und meist auch weniger gelungene Zusammen­führung verschiedener audiovisueller Medien.

Wer genau zuhört und schnell eine Suchmaschine mit verräterischen Wörtern bestückt, kann sogar mitlesen. Aber das ist langweilig. Wozu soll ich solch einem Radio zuhören, um zu erfahren, was ich auch selbst lesen kann, wenn es mich interessiert? Wenn unsere Vorleserinnen und Vorleser wenigstens vorlesen könnten … – Einfach putzig. Aber nicht Thema meiner heutigen Sendung. [1]

Statt dessen werde ich über koloniale Strukturen und koloniale Kriege reden. Und dabei von der Varusschlacht über den Kosovo bis nach Afghanistan gelangen. Am Mikrofon ist Walter Kuhl für die Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

Römischer Vormarsch

Besprechung von : Archäologie in Deutschland, Heft 3, Mai-Juni 2009, 82 Seiten, € 9,95

Zweitausend Jahre nach der Varusschlacht zeigen drei größere Ausstellungen den Stand der Forschung und geben Aufschluß über die mit Varus und Arminius verbundene Mythologisierung des Germanentums. Das 19. Jahrhundert benötigte zur Sinnstiftung im Prozeß des „nation building“ einen kollektiven Mythos. Wo die Serben ihr Amselfeld und die USA ihre Teeparty zu Boston vorweisen konnten, besaßen die Deutschen nichts dergleichen. Der Rückgriff auf die Germanen sollte hier Abhilfe schaffen. Wir dürfen uns folglich nicht wundern, daß es weniger wissenschaftlich und mehr ideologie­geladen zuging.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind derlei iedeologische Verrenkungen fast nur noch in der rechten, der Neonazis­zene zuhause. Dennoch sind völkische, oder wie das heute politisch korrekter heißt: ethnische Konzepte nicht völlig verschwunden. Wer vom nationalen Selbst­bestimmungs­recht spricht, meint das Recht einer Mehrheit; für Minderheiten ist in solchen Konzepten selten Platz. Die interesse­geleitete Rezeption der von römischen Autoren überlieferten Varusschlacht berauschte im 20. Jahrhundert den Germanenkult.

Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg wurde es in Deutschland eher still um das Germanische. Mit der Entdeckung des Schlachtfeldes bei Kalkriese konnte die Diskussion um das Verhältnis von Römern und Germanen neu aufgerollt werden, ohne auf die ideologischen Versatzstücke der wilhelminischen und national­sozialistischen Ideologie zurückzugreifen. Bevor es das Internet als Massen­kommunikations­medium gab, wurden Germanen wie Kelten und Römer allenfalls mit der Leidenschaft des Wissenschaftlers und der Archäologin erforscht. Seither jedoch können sich krude Theorien neu ausbreiten; und so stellt Uta Halle in der Maiausgabe der Zeitschrift Archäologie in Deutschland zurecht fest, daß hierbei allzu schnell Webseiten entstehen,

die uns an Abgründe führen, die aus der Rezeptions­geschichte der Varusschlacht im Teutoburger Wald allzu bekannt sind. [2]

Ihr Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift rollt die Geschichte dieser Verquickung von Nationalismus, Rassismus und Politik sozusagen zur Warnung vor Fehlschlüssen noch einmal auf; die Varusschlacht-Ausstellung in Detmold vertieft die Sicht auf national aufgeladene deutsche Sehnsüchte und Befindlich­keiten. Ich verweise hierzu auf das deutsch-stolz aufgeladene „Sommermärchen“ bei der Fußball-Welt­meisterschaft 2006.

Einen kurzen Aufriß des Stands der Forschung zum konfliktgeladenen Aufeinandertreffen von Römern und Germanen um die Zeitenwende bildet den Schwerpunkt des Heftes. Es scheint so, als sei die Fundstelle bei Kalkriese nicht durchgängig als Ort der Varusschlacht akzeptiert; und ein jüngst neu gefundenes Schlachtfeld am Westrand des Harzes zeigt, daß noch einige Überraschungen im Boden auf uns warten.

Cover AiD Heft 3Die römische Expansion bis zur Elbe unter Augustus ist vielleicht allenfalls geopolitisch zu verstehen. Die germanischen Siedlungs­gebiete zwischen Rhein und Elbe galten als rohstoffarm und landwirtschaft­lich wenig ergiebig. Angesichts der Gefährdung der Rheingrenze durch umherstreifende germanische Gruppen schien es jedoch angeraten, die Region zu befrieden. Allerdings hatten es die Römer hier nicht mit festverwurzelten hierarchischen Strukturen zu tun. Es gab keine zentralen Orte, die erobert werden konnten, und auch keine zentrale Führung, die man nur gefangen setzen mußte, um das Land als befriedet betrachten zu können. Andererseits zeigen die historisch faßbaren germanischen Anführer Arminius und Marboduus, daß zumindest in kurzen Zeitabschnitten unter zentraler Führung größere Herres­verbände organisiert und zur Abwehr römischer Ansprüche eingesetzt werden konnten.

Es darf jedoch bezweifelt werden, daß dies in den ersten beiden Jahrhunderten unserer Zeitrechnung der Normalfall gewesen ist. Wenn wir die Fundlage bekannter germanischer Grabstätten zum Maßstab nehmen, so erscheinen die Gräber seltsam ärmlich und nur selten mit Waffen­requisiten versehen. Dies läßt im Grunde drei Interpretationen zu. Entweder wurden Krieger ohne ihr ganzes Waffenarsenal begraben oder wir kennen nur zu wenige und vielleicht auch noch die weniger aussage­kräftigen Fundplätze oder aber die Germanen waren zwei Jahrhunderte lang weniger kriegerisch veranlagt, als wir uns das so vorstellen. Ich tippe im übrigen auf letztere Interpretation.

Festzuhalten ist jedoch, daß germanische Stämme eher nicht als ethnisch faßbare Einheiten auftauchen, sondern eher als Gefolgschafts­verbände. Nur wer ein Gefolge unterhalten konnte, konnte größere Gebiete beherrschen. Angesichts der eher beschränkten Ressourcen Germaniens bot sich allenfalls der räuberische Einfall ins römische Herrschafts­gebiet an. Diese Einfälle fanden jedoch nicht vor Mitte des 2. Jahrhunderts statt.

Bleibt noch die Frage zu beantworten, weshalb die Römer ihre Expansion nach Osten aufgaben. In militärischer Hinsicht war der Verlust der drei Legionen des Varus zu verschmerzen. Das Wehklagen des Augustus ist als historisch stilisiert und überhöht zu betrachten. Tatsächlich fanden auch in den Jahren nach der Varusschlcht weitere Feldzüge ins Germanengebiet statt. Wahrscheinlich kamen hier zwei Faktoren zusammen. Zum einen das Fehlen einer zentral gelenkten Struktur, die erobert werden konnte, so daß sich die Römer eher in einer Art Guertillakrieg verzetteln mußten, zum anderen der Herrscher­wechsel von Augustus zu Tiberius. Für Tiberius war Germanien als Objekt eigener göttlicher Überhöhung uninteressant und wenig erfolg­versprechend. Daher zog er seine Legionen an die Rheingrenze zurück und gab das östlich gelegene Gebiet auf.

Anzumerken ist bei aller Begeisterung für Römer und Germanen, daß der Krieg auch damals ein blutiges Gemetzel und für die hiervon betroffene Bevölkerung wenig ersprießlich war.

Mehr zu den Hintergründen dieser Entscheidungen findet sich in Heft 3 der Zeitschrift Archäologie in Deutschland. Weitere Aufsätze zu römischen Brunnen im Rheinland, zu vorspanischen Kulturen in Bolivien und zu einer Geisterstadt in Montenegro vervollständigen das rund 80-seitige Heft, das entweder über den Zeitschriften­handel oder den Theiss Verlag für 9 Euro 95 zu beziehen ist.

 

Die ethnische Karte

Besprechung von : Hannes Hofbauer – Experiment Kosovo. Die Rückkehr des Kolonialismus, Promedia Verlag 2008, 262 Seiten, € 17,90

Die Kriege von heute unterscheiden sich von denen der Antike nur teilweise in Begründung, Rechtfertigung und Aktion. Während jedoch eine antike Sklavenhalter­gesellschaft die extensive Ausdehnung des eigenen Herrschafts- und Machtbereichs anstrebte, um aus immer neuen Gebieten neue Rohstoffe, Sklavinnen und Tribute zu beziehen, folgt der kapitalistische Wahnsinn eigenen Gesetzen.

Zwar bestimmen auch hier Ausplünderung und Nutzbarmachung von Menschen und Ressourcen die strategischen Ziele, aber die dahinter steckende Logik ist eine andere. Es geht um die Verwertung eingesetzten Kapitals. Der Staat als ideeller Gesamtkapitalist hat dafür Sorge zu tragen, daß es dem Kapital auch außerhalb des eigenen Territoriums an nichts mangelt. Seit 500 Jahren werden nach dieser Maßgabe Kolonien erobert und ausgeraubt, billige Arbeitskräfte angeheuert und die eigenen Märkte erweitert. Millionen und Abermillionen Menschen mußten hierfür ihren Blutzoll entrichten.

In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts endete in den meisten Regionen Afrikas, Asiens und Amerikas die formale Kolonial­herrschaft. Zum einen jagten meist irregulär operierende Befreiungs­bewegungen die fremden Truppen aus dem Land, zum zweiten gab es die Systemkonkurrenz zwischen dem kapitalistischen und dem sogenannten sozialistischen Lager, welches es den jungen Staaten der Dritten Welt ermöglichte, zwischen den Blöcken zu lavieren, und drittens fand das Kapital der westlichen Metropolen es lukrativer, die formelle durch die informelle Herrschaft neokolonialer Strukturen zu ersetzen.

Nicht mehr die Kolonoial­armee sorgte vor Ort für reibungslose Geschäfte, sondern die eingeborenen Statthalter, und wenn dies nicht ausreichte, wurde der ökonomische Druck über die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds erhöht oder das Personal durch von außen gelenkte Putsche ausgetauscht.

Dieses Akkumulationsmodell geriet Ende des vergangenen Jahrhunderts in die Krise. Zwar konnte die überbordende Verschuldung der meisten Länder der Dritten Welt aufgefangen und damit der Zusammenbruch des Schuldenregimes verhindert werden. Aber es zeigte sich hierbei, daß der Ausbeutung Grenzen gesetzt sind. Weite Teile Afrikas wurden seither sich selbst überlassen und ermöglichten eine neue Form der Plünder­wirtschaft vermittels Warlords und angeheizter ethnischer Konflikte.

In Lateinamerika erstarkte gerade im Gefolge der Schiuldenkrise ein neues Selbst­bewußtsein. Je nach Kooperations­freudigkeit der einheimischen Bourgeoisien mit den Agenturen des Neoliberalismus wurden Schulden­dienste verringert, Märkte reguliert oder Bündnisse an IWF und Weltbank vorbei gezimmert. Venezuela unter Hugo Chávez ist der neuralgische Punkt dieser Entwicklung, weil Venezuela durch den Erdölreichtum des Landes genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um dem ökonomischen Druck von außen standzuhalten. Der mißglückte Putsch gegen Chávez 2002 zeigte jedoch deutlich, was die westliche Zivilisation von derart eigenständigem Handeln hält.

Doch auch auf europäischem Boden gab es letzte Bastionen gegen den ungehemmten Zugriff auf Land und Leute. Zwar zerfielen die Strukturen der Sowjetunion und der mit ihr liierten osteuropäischen Staaten Ende der 80er Jahre, dennoch gab es weiterhin einen Staat, der sich noch nicht oder nicht ausreichend dem Diktat westlicher Wirtschafts­freiheiten unterworfen hatte: Jugoslawien. Auch wenn Jugoslawien in den 70er und 80er Jahren in dieselbe Schuldenfalle getappt war wie seine osteuropäischen Nachbarn und die meisten Länder der Dritten Welt, so konnte das westliche Kapital nicht einfach schalten und walten, wie es dies andernorts gewohnt war und als sein Recht betrachtet. Insbesondere die, wenn auch leidlich, funktionierenden Strukturen der Arbeiter­selbstverwaltung mußten jedem Kapitalisten ein Dorn im Auge sein. Diesen Zustand nun galt es zu ändern.

Der nachfolgende Bürgerkrieg in Jugoslawien ist nicht zu verstehen ohne die damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen. Und wie so oft fanden die ausländischen, an der Ausbeutung jugoslawischer Ressourcen interessierten Kapitale, die im Neusprech globalisierender Maß­losigkeit auch gerne Investoren genannt werden, ihre Kumpane im Land selbst. Die Sezession von Slowenien und Kroatien folgte dem Kalkül der herrschenden lokalen Eliten, durch Einbindung in die westliche Marktwirtschaft von den Freiheiten des Kapitals zu profitieren.

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise in Jugoslawien während der 80er Jahre war es nicht schwer, die Bevölkerung davon zu überzeugen, daß man besser damit fährt, eigenständig zu wirtschaften. Dies vor dem Hintergrund, daß es gerade Slowenien und Kroatien waren, denen es wirtschaftlich im jugoslawischen Staatenbund wesentlich besser ging als beispiels­weise dem bettelarmen Kosovo. Und da man keine Schnorrer mit durchschleppen wollte, nabelte man sich einfach ab. Es waren nicht die bösen Serben, sondern die Slowenen und Kroaten, die die Kosovarinnen und Kosovaren im Stich ließen. Es gab da nur ein Problem. Wie konnten große Bevölkerungs­massen hierfür mobilisiert werden, ohne die soziale Karte zu zücken?

Denn es ist ja klar: wer die Massen zu einem Kampf um soziale und wirtschaftliche Rechte aufruft, kann später nicht so leicht absahnen. Doch es fand sich eine einleuchtende Lösung: man spielte die Menschen dadurch gegeneinander aus, indem man die ethnische Karte zog. Nun ist das mit Völkern und Ethnien so eine Sache. Sie sind ein Konstrukt. Es sind historische Zufälle, politische Entscheidungen oder koloniale Zuordnungen, die darüber entscheiden, ob man oder frau zu Volk A oder Ethnie B gehört.

Die belgischen Kolonialherren hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Perfektionierung ihres Teile-und-Herrsche-Prinzips die Bevölkerung ihrer ostafrikanischen Kolonien nach recht willkürlichen Maßstäben in sogenannte „Hutu“ und „Tutsi“ eingeteilt. Indem man die einen auf Kosten der anderen förderte, schuf man den Rahmen eines Selbst­verständnisses, das diese abstraktren Kategorien zu materieller Gewalt werden ließ. Hutu und Tutsi fanden sich nicht nur derart zugeteilt in ihren Pässen wieder, sondern auch im wirklichen Leben. Sie internalisierten die koloniale Zuordnung und gingen aufeinander los, als die Kolonial­herrschaft zusammenbrach.

Etwas Ähnliches entstand auch im westlichen Balkanraum. Hier gab es nicht nur Slowenen, Kroaten, Bosnier und Serben, sondern auch andere nach ähnlich merkwürdigen Kriterien benannte Albaner, Ungarn oder Roma. Sprache und Religion waren hilfreiche Zutaten zur Selektion derartiger Menschen­gruppen. Das muß kein Problem sein, solange alle genügend vom selben Kuchen abbekommen. Wenn es jedoch darum geht, Macht und Reichtum zu verteilen, dann bedarf es entweder Clanstrukturen oder Seilschaften. Für Seilschaften boten sich völkisch-national-ethnische Kriterien an. Mit der Wirtschaftskrise wuchsen die Ressentiments, mit den Ressentiments fanden sich einfache Parolen und Lösungen. Die nachfolgenden ethnischen Säuberungen folgten diesem Konzept nicht nur in Kroatien und Bosnien-Herzegowina, sondern auch im Kosovo.

Hiervon und davon, wie sich diese nationalistische Gemengelage profitabel nutzen läßt, handelt das im vergangenen Herbst im Promedia Verlag herausgebrachte Buch von Hannes Hofbauer mit dem Titel „Experiment Kosovo“. Zugegeben, Hannes Hofbauer formuliert die Grundlagen dieses zum Bürgerkrieg führenden nationalen Wahns nicht so drastisch wie ich. Dennoch ist seine historische Abhandlung über die Nutzbar­machung ethnisch-nationaler Grenzziehungen zum Verständnis des jugoslawischen Bürgerkrieges wie der nachfolgend kapitalkonformen Zerstückelung des Landes unverzichtbar. So leitet er seine Darstellung der Zerschlagung Jugoslawiens mit der Bemerkung ein, daß die Neuordnung nach den Maßregeln des Regelwerks der Europäischen Union zu geschehen hatte.

Die Teilung in Nationen und Ethnien war dafür nicht nur hilfreich, sondern Voraussetzung. Denn soziale Spannungen führen zu klassen­kämpferischen Verteilungs­kämpfen, nationale hingegen zur Aufteilung von Märkten. Ihre Widersprüche sind von Kapital­interessen leicht nutzbar. [3]

Doch sein jüngstes Buch „Experiment Kosovo“ geht über diese Feststellung hinaus. Es zeigt uns den Kolonialismus von morgen an einem Beispiel von heute. Die USA und die maßgeblichen Staaten der Europäischen Union behandeln unter verschiedenen Labels wie UNMIK, KFOR oder EULEX das Land als ihr ureigenstes Protektorat. Weder Kosovaren noch gar Serbinnen und Serben haben dort irgendetwas Wichtiges zu sagen. Die einseitig im vergangenen Jahr ausgerufene Unabhängigkeit ist so betrachtet sowohl Farce als auch ernst gemeint. Einerseits wird diese Unabhängigkeit nur von einem Teil der internationalen Staaten­gemeinschaft anerkannt, zudem widerspricht sie der UNO-Resolution 1244 von 1999.

Andererseits wird hierdurch der maßlose Anspruch westlicher Kapitalinteressen zum Ausdruck gebracht, sich weder um das Völkerrecht noch um andere rechtliche und vertragliche Vereinbarungen zu kümmern. Wer die Macht hat, schafft sich sein eigenes Recht. Folglich wurde die kosovarische Verfassung von außen diktiert und schreibt die vollkommene Abhängigkeit des Landes von westlichen Kapital­interessen fest. Nicht einmal das Husten ist ohne Genehmigung des sogenannten „internationalen zivilen Repräsentanten“ erlaubt, der folglich nach eigenem Gutdünken Gesetze erlassen und gewählte Parlamentarier entlassen darf.

 

Alliierter Einmarsch

Praktischerweise heißt die Landes­währung Euro und die US Army besitzt in Camp Bondsteel ihre größte Militärbasis auf europäischem Boden. Einen Eigentumstitel für das Land, auf dem die Basis steht, besitzt sie nicht; aber wer fragt auch schon danach? Daß hierüber der Krieg im mittelasiatischen Protektorat Afghanistan geführt wird, paßt ins Bild.

Finanziert wird die seit 1999 anhaltende Besatzung des Kosovo aus US-amerikanischen und europäischen Finanztöpfen, wobei unklar ist, wieviel Geld hier in den Sand gesetzt wird. Jedenfalls müssen Zigtausende Soldaten und nochmals mehrere Tausende Zivilbeamtinnen und -beamte nebst mannigfaltiger Nicht­regierungs­organisationen bezahlt und bei Laune gehalten werden. Für das Bei-Laune-Halten sorgt die albanische Mafia mittels Mädchen- und Frauenhandels direkt vor der Nase der humanitären Kriegs­streitmacht der Bundeswehr.

Buchcover Experiment KosovoUnd wer schon immer mißtrauisch gegenüber dem Wirken von Nicht­regierungs­organisationen war, wird am Beispiel des Kosovo bestärkt. Vor allem, wenn wir bedenken, wer alles so als NGO firmiert. Das ist nicht der Eine-Welt-Laden um die Ecke, sondern es sind klar interesse­gesteuerte Organisationen, die am Tropf der Finanzmittel der am Einsatz beteiligten Staaten und Parteien hängen. Wes Lied ich sing, des Geld ich nehm.

Nun könnte man und frau auf den verrückten Gedanken kommen, zehn Jahre Besatzungs­regime hätte vielleicht die eine oder andere Verbesserung für die im Kosovo lebenden Menschen gebracht. Hannes Hofbauer zeigt uns hier einen Apparat, der mehr mit sich selbst beschäftigt ist und dessen Interesse der Selbsterhaltung dient. Abgeriegelt hinter Beton und Stacheldraht wird zudem augenfällig demonstriert, daß der Kontakt mit der Wirklichkeit erst gar nicht gesucht wird. Zu diesem Zweck werden Hunderte von Millionen Euro jährlich verplempert, doch das sollte uns nicht beunruhigen, wo doch in Zeiten der Bankenkrise mit Hunderten von Milliarden herum­jongliert wird, nur um uns anschließend zu sagen, daß für soziale und kulturelle Belange kein Geld mehr da sei. Armut und Arbeits­losigkeit sind so gesehen konsequneter Landesstandard, und das liegt nicht an den Albanerinnen und Albanern.

Deren Stromversorgung beispielsweise wird neokolonial und neoliberal nach den knallharten Regularien einer völlig bescheuerten, aber in sich logischen Wirtschaft geregelt. Und das geht so: Der Mangel an Strom wird durch Zuteilung in drei Zonen auf der Grundlage eines Ratings geregelt. Zone A erhält vorzugsweise Strom, weil die entsprechenden Gemeinden und ihre Bürgerinnen und Bürger im Monat zuvor ihre Stromrechnungen zu 90% bezahlt haben. Mit Rating B werden die Gemeinden und Bürgerschaften bedacht, die mindestens zu 60% bezahlt haben. Dafür gibt es beispielsweise Ende 2006 fünf Stunden Strom, bevor für zwei Stunden der Saft abgedreht wird. Zone C sind die Hungerleider, und die erhalten nur dann Strom, wenn zufällig welcher übrig ist. Die Folge: im Kosovo dröhnen vollkommen unökologisch die Diesel­aggregate. Die serbischen Enklaven werden ohnehin kaum bedient; Vorschläge, Strom aus Serbien beziehen zu können, wurden selbst­verständlich abgelehnt.

Diese Geschichte hält natürlich einen besonderen Clou bereit. In den vergangenen zehn Jahren sind rund eine Milliarde Euro in das kosovarische Stromnetz investiert wurden und wir dürfen uns fragen, wohin das Geld versickert ist. Zuständig für die Strom­versorgung ist die UNMIK, also die zivile UN-geführte Besatzungsmacht, die in ihrer Zahlungsmoral mit gutem Beispiel vorangeht. 2004 war sie beispielsweise mit 100 Millionen Euro im Zahlungs­rückstand. Und jetzt die Frage: welches Rating gilt hier und wer wagt es, den Besatzern die Lichter auszuschalten?

Eben. Denn diese haben ihren Job zu erledigen, und der besteht im Filetieren der kosovarischen Wirtschaft und ihrer Ressourcen. Auch wenn der Kosovo arm und wenig entwickelt ist, so gibt es doch Erzminen und somit allerlei interessante Rohstoffe, wie Chrom oder Gold. Doch auch nach zehn Jahren ist man mit der Privatisierung der Wirtschaft nur ansatzweise vorangekommen.

Der Grund hierfür liegt in den verzwickten Eigentums­verhältnissen. Neben dem ehemals jugoslawischen Staatseigentum gibt es das Gruppneigentum der selbstverwalteten Betriebe. Dann gibt es natürlich noch die von Tito vor rund fünfzig Jahren enteigeneten ehemaligen Kapital- und Grundbesitzer, die ihre Ansprüche anmelden. Und schließlich wurde schon zu Miloševićs Zeiten damit begonnen, Eigentum zu privatisieren. Wem nun was gehört, ist angesichts späterer ethnischer Säuberungen und kolonialer Besetzungen erst recht nicht klar. Zwar gibt es auch hier eine Behörde, eine Art Treuhand, die den Ausverkauf des Kosovo bewerkstelligen soll, doch wer kauft sich schon ein, wenn nicht klar ist, wann die nächste Enteignung durch neue Machthaber droht?

Putzig ist es dann, wenn in einer Studie der UNMIK, also der Kolonial­verwaltung der UN im Kosovo, festgehalten wird, daß im Zuge des Eigentumst­ransfers Menschenrechte verletzt worden sein könnten. Man oder frau stutzt. Haben die Kolonialherren auf einmal doch ein soziales Gewissen entdeckt? Nun, das Mißverständnis löst sich schnell auf, wenn wir begreifen, daß es für das weltweit operierende Kapital nur ein Menschenrecht gibt, nämlich seine unbegrenzte Freiheit, überall Profite zu machen. Und siehe da: die Schreiberlinge der Studie machen sich Sorgen um Altbesitzer, die in Titos Jugoslawien in den 50er und 70er Jahren enteignet wurden.

Als ganz und gar nicht putzig hingegen ist der Diebstahl sozialen Eigentums zu bezeichnen. Die Belegschaften der ehemals selbst­verwalteten Betriebe werden enteignet und mit 20% des Kaufpreises abgespeist. Nicht immer erhalten sie diesen lächerlichen Betrag auch wirklich ausbezahlt, mitunter müssen sie auch drei Jahre auf die Auszahlung warten. Wohin die restlichen 80% wandern, weiß keine und niemand. Kolonial­strukturen sind eben auch Mafiastrukturen, nur daß diese Mafia nicht aus dem Land selbst kommt. Wenn wir also von einer albanischen Mafia lesen, die sich aus den Kampfstrukturen der UÇK speist, dann dürfen wir nicht vergessen, daß die unweit größere Mafia aus den Zivil­gesellschaften westlicher Kolonial­mächte entstammt.

Wir dürfen folglich nicht überrascht sein, wenn die kosovarische Verfassung keine Gewerkschafts­freiheit kennt, denn Gewerkschaften sind in einem nach neoliberalen Maßgaben durchgestylten Protektorat vollkommen überflüssig. Fragt die FDP, die wird euch das bestätigen. Sofern es im Kosovo tatsächlich Gewerkschaften gibt, natürlich nicht in der freien Wirtschaft, sondern allenfalls im öffentlichen Dienst, handelt es sich um „gelbe“ Gewerkschaften, also das, was auch hierzulande in Mode gekommen ist, aber – noch – eher als Skandal behandelt wird.

 

Kolonialrecht

Gekommen waren die Besatzer 1999, um die Multi­ethnizität des Kosovo zu bewahren. Das war natürlich ein Witz, den nur Menschen­rechts­gruppen in den USA und Westeuropa glauben konnten. Angesichts der – von Hannes Hofbauer ausführlich beschriebenen – gewalttätigen Vorgeschichte war ja klar, daß, wenn die jugoslawischen Militär- und Polizeikräfte aus dem Kosovo abgezogen sein würden, die nächste ethnische Säuberung anstand. Unter den Augen der Menschen­rechts­truppen aus den USA und Deutschland wurden folgerichtig Zigtausende Serbinnen und Roma vertrieben, und ganz nebenbei schaffte die vom Westen gehätschelte UÇK auch noch das, woran Hitlers Wehrmacht gescheitert war. Prischtina ist judenfrei.

Doch, das muß man den multiethnischen Besatzungs­truppen lassen: Pogrome gehören zur Kolonial­herrschaft dazu. Dies haben wir nicht zuletzt dem ehemaligen Grünen Frontmann Joschka Fischer zu verdanken, der ja mit dem NATO-Überfall auf Jugoslawien ein neues Auschwitz verhindern wollte. Ironie einer abgezockten Geschichte.

Außer einigen serbischen Enklaven ist der Kosovo vollständig albanisiert worden. Womit das nächste Problem auf der Tagesordnung steht, nämlich die Zusammen­führung albanischen Siedlungsraums, also ein Großalbanien bestehend aus Albanien selbst, dem Kosovo und Teilen von Makedonien, Serbien und Montenegro. Und hier wird deutlich, daß die Zerstückelung Jugoslawiens nach ethnischen Gebrauchs­mustern gefährliche Folgen zeitigen kann. Denn die ethnische Karte läßt sich überall ausspielen, nicht nur in Ruanda oder Jugoslawien, sondern überall dort, wo sie den neokolonialen Interessen dient. Das Verbrechen des Slobodan Milošević bestand nicht darin, einen großserbischen Nationalismus befördert zu haben, sondern der Aufteilung Jugoslawiens im Wege gestanden zu haben.

Das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag gehört folgerichtig zu den Vehikeln des Transformations­prozesses von einer markt­sozialistischen zu einer ganz und gar deregulierten Wirtschaft. Wer nicht mitspielt, kommt als Kriegsverbrecher auf die Anklagebank. Dies, und nur dies ist der Grund, weshalb sich dort vornehmlich serbische Politiker und Militärs wiederfanden. Auch mancher Kosovare wurde dorthin verschleppt. Kroaten, gar Bosnier, waren dort kaum anzutreffen, allenfalls als Zeugen und Zeuginnen für serbische Kriegs­verbrechen.

Wobei hier anzumerken ist, daß sich Hannes Hofbauer wohltuend weder auf die serbische noch auf die albanische Seite des Konflikts schlägt. Sein Standpunkt ist wohl eher als ein inter­nationalistischer zu begreifen, dem das nationale Geklingel fremd ist. Er benennt konsequent serbische Massaker und kosovarisch-albanische Pogrome, nutzt dies jedoch nicht dazu, mit neokolonialer Attitüde den westlich aufgeklärten Menschen­rechtler hervorzukehren. Sein Buch ist eher als Anklage imperialistischer Kolonialpraxis zu verstehen. Es soll den Lügen der herrschenden Klassen die belegten Wahrheiten kapitalistisch und nationalistisch betriebener Greueltaten entgegenstellen.

Angesichts des deutschen Anspruchs, im Kosovo Auschwitz endgültig überwunden zu haben und deshalb auch wieder überall in der Welt mitmischen zu dürfen, liegt hier ein notwendiges Buch vor. Es benennt die Märchen der humanitären Intervention als die Lügen, die sie sind, und wenn mit dem Autor zuweilen Polemik und Sarkasmus durchgehen, dann liegt dies in der Sache selbst begründet.

Das Kolonialregime im Kosovo wird – nebenbei bemerkt – begleitet durch eine ähnliche Konstruktion in Bosnien-Herzegowina. Die Zielsetzung der vollständigen Inwertsetzung der beiden Gebiete mag noch nicht erreicht sein. Aber als Experimentier­feld kapitalistischer Interessen, um herauszufinden, was man mit okkupierten Territorien so alles anstellen kann und wo es möglicherweise Widerstände, Widersprüche und Hemmnisse gibt, geben Bosnien-Herzegowina und in seiner nackten Brutalität erst recht der Kosovo einen Vorgeschmack auf das, was sich auch andernorts gestalten läßt. Bezeichnender­weise gibt es gegen die Entscheidungen der Kolonial­regierung im Kosovo keine Berufungsinstanz, und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über Straffreiheit. Solcherlei lädt zum dreisten Diebstahl schon von der Intention her ein. Die dort lebenden Menschen sind den Bürokraten und Militärs vor Ort herzlich egal.

Es ist nicht nur die absolute Rechtlosigkeit, sondern auch die angesichts geballter US-amerikanischer Mannschafts­stärke gegebene Machtlosigkeit, die sowohl die Kosovaren als auch die formal immer noch das Gebiet besitzenden Serben diese Besatzung ertragen läßt. Prischtina ist jedoch nicht Bagdad oder Mogadischu. Die neue albanische Elite aus den Reihen der UÇK möchte ja an der Verteilung des Kuchens teilhaben. Insofern gibt es hier keine Selbstmord­attentate, sondern Unterwerfungs­gesten. Hilft aber nix. Die neuen Herren bleiben vorerst im Land.

Geht es demnach um nationale Selbst­bestimmung? Nun, die neuen Eliten der ehemals jugoslawischen Bundesstaaten mögen diesen Kampfbegriff benutzt haben. Er erwies sich als ausreichend wirkungs­mächtig, die ehemaligen Landsleute gegeneinander aufzuhetzen. Das Beispiel Kosovo zeigt, daß die internationale Staaten­gemeinschaft diese nationale Selbst­bestimmung unterstützt, wenn sie ihr nützt, aber ansonsten ihr eigenes Programm durchzieht. Ohnehin ist es fragwürdig, von nationaler Selbst­bestimmung zu reden. Nicht nur, daß die soziale Frage zugekleistert wird, vielmehr entsteht aus nationalistischen Parolem kaum je etwas Emanzipatorisches. Wer von nationaler Emanzipation im 21. Jahrhundert redet, will die Abgrenzung und Ausgrenzung aller, die nicht dazu gehören sollen.

Insofern halte ich den internationalistischen Standpunkt von Rosa Luxemburg in Bezug auf die nationale Frage auch heute noch für gültig. Das soll nicht im umgekehrten Fall bedeuten, nationale Eigenarten und Sprachen zu unterdrücken. Es gibt auch Regionen, die ein Recht auf Unabhängigkeit besitzen, beispielsweised Kurdistan oder Tschetschenien, um überhaupt soziale Emanzipation entwickeln zu können. Aber sich als Emanzipations­programm auf das Nationale, gar ausschließlich, zu beziehen, führt genau zu dem, was im ehemaligen Jugoslawien seit zwei Jahrzehnten vorherrscht. Und die westlichen Kapitalisten jubilieren.

Das im Kosovo eingesetzte militärisch-zivile Personal regiert selbstherrlich und ohne irgendwem Rechenschaft schuldig zu sein. Dieses Personal kehrt irgendwann wieder in sein Heimatland zurück. Es ist kaum zu erwarten, daß dieses Personal bereit sein wird, sich dann wieder demokratischen und rechts­staatlichen Regeln zu unterwerfen. Vielleicht liegt hierin ein Sprengsatz verborgen, den eine ausufernde Welt­wirtschaftskrise zünden wird. Das Personal zur Krisen­bewältigung auf die wenig feine Art stünde dann schon bereit.

Zum Schluß. – Dem Buch wäre vielleicht zu wünschen gewesen, wenn es sorgfältiger redigiert worden wäre. So wiederholen sich zuweilen Darstellungen und Fakten, wo zuvor anderweitig veröffentlichte Artikel nicht konsistent in ein stringentes Buchkonzept eingearbeitet wurden. Allerdings finde ich das nicht so schlimm. Manchmal ist eine Rekapitulation von an früherer Stelle im Buch benannten Inhalten für das Verständnis und die Lesbarkeit sogar nützlich.

Hannes Hofbauers Buch „Experiment Kosovo“ beschreibt und analyiert auf 262 Seiten „die Rückkehr des Kolonialismus“. Das im vergangenen Herbst herausgebrachte Buch ist im Promedia Verlag erschienen und kostet 17 Euro 90.

 

Taliban, die keine sind, und ein Krieg, der einer ist

Besprechung von : Stefan Kornelius – Der unerklärte Krieg. Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan, edition Körber-Stiftung 2009, 101 Seiten, € 10,00

Als vor drei Wochen drei Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan bei einem merkwürdigen Panzerunfall ums Leben kamen, wurde die Diskussion um die Frage, ob Deutschland dort Krieg führe oder nicht, neu entfacht. Der regierungs­offizielle Standpunkt ist durchaus nachvoll­ziehbar. Es ist kein Krieg. Es ist deswegen kein Krieg, weil eine Antiterror-Operation gegen irreguläre Kräfte per definitionem kein Krieg sein kann. Die Debatte hierum ist ohnehin müßig. Als ob Wortklauberei etwas an Tatsachen ändern würde. Und Tatsache ist: die Bundeswehr ist Teil einer Besatzungsmacht.

Obwohl mehr als zwei Drittel von befragten Bundes­bürgerinnen und -bürgern der Meinung sind, daß die Bundeswehr in Afghanistan nichts zu suchen habe, wurde vor wenigen Tagen der deutsche Beitrag zum unerklärten Krieg gegen Afghanistan ausgeweitet. Das ist eben Demokratie. Man und frau wählt das Personal aus, das dann die Geschäfte im Interesse des deutschen Kapitals managt. Nun mögen wir uns fragen, was die Bundeswehr in Afghanistan wirklich erreichen soll. Hierüber sind die Meinungen durchaus geteilt.

Für die einen wird Deutschland am Hindukusch verteidigt, und das ist durchaus ernst gemeint und keine Phrase. Denn der Feind steckt überall. Für die anderen geht es schlicht darum, die Einsatz­fähigkeit der Bundeswehr weltweit zu demonstrieren. Für sie ist das Geschehen im Land selbst irrelevant. Vielmehr kommt es darauf an, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Bundeswehr zugunsten deutscher Kapital­interessen weltweit operieren kann. Hierzu gibt es sogar ein Handbuch. Das nennt sich Verteidigungspolitische Richtlinien.

Allein, was fehlt, ist die enthusiastische Unterstützung dieses Kriegseinsatzes durch die einfache Bevölkerung, aber auch durch die Politik in Berlin. Bemerkenswert ist, daß ausgerechnet die Friedenspartei, die Gewaltfreiheit in ihrem Gründungs­dokument zu eine der Säulen ihrer Politik erklärt hatte, heute die meisten Anhänger für diesen Krieg mobilisieren kann. 43 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der Grünen wollen Krieg spielen. Selbstgerecht, wie sie nun einmal sind, nennen sie das eine „humanitäre Intervention“. Sie wollen nur helfen. Frieden schaffen mit möglichst tödlichen Waffen.

Doch kommen wir auf die fehlende enthusiastische Stimmung im Land zurück. Da es einigermaßen unglaubwürdig wäre, die Taliban als Kinderschänder und Kinder­pornografen hinzustellen, um sich per Meinungs­umschwung das tödliche Mandat zu holen, haben die Medienprofis ein Problem. Wie verkaufe ich einen Krieg, der keiner ist, so, daß er mehrheits­fähig wird? Zum Glück für die diesbezüglichen Interessen gibt es Meinungsmacher in Zeitungen und audiovisuellen Medien. Die muß man und frau nicht einmal für diesen Job bezahlen, die machen ihn aus Überzeugung. Ich schlage vor, daß derartige Überzeugungs­täter als erste an die Front geschickt werden und wirklich so aktiv kämpfen, wie sie dies von Anderen verlangen. Wenn sie dann nach einem Jahr noch lebend zurückkehren, können sie meinetwegen den Krieg weiter schreibend herauf­beschwören.

Ich gebe zu, das ist polemisch. Und daß ich einem Krieg in Afghanistan und auch sonstwo nichts abgewinnen kann, dürfte klar sein. Mich ärgern eher die Lügen, mit denen derartige Kriege herbeigeredet werden. Auschwitz im Kosovo, die Frauenfrage in Afghanistan. Als wenn sich nach acht Jahren Besatzungs­regime in Afghanistan für die Frauen wirklich etwas geändert hätte. Es sind eben nicht nur die Taliban, die ein klares Frauenbild haben und verordnen, sondern auch die loyalen Statthalter und deren Truppen vor Ort, also die Warlords und Mudschaheddin, die jahrzehntelang das Land und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt haben.

Buchcover Der unerklärte KriegDer Leiter des außenpolitischen Ressorts der Süddeutschen Zeitung, Stefan Kornelius, hat in einem soeben in der edition Körber-Stiftung herausgebrachten Bändchen seine zuvor in seiner Zeitung verbreiteten Ansichten zusammen­gefaßt. In der Reihe „Standpunkte“ schreibt er über „den unerklärten Krieg. Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan“. Dieser rund einhundert­seitige Essay ist als Politikberatung zu verstehen. Wo ihm die deutsche Politik zu zögerlich, zu widersprüchlich, ja zu verlogen erscheint, fordert er Klartext und das Aussprechen unangenehmer Wahrheiten. Zuvorderst das Eingeständnis, aktiv Krieg zu führen und das auch zu wollen.

Was führt ihn dazu? Nun, es gehe nicht an, den Taliban das Land zu überlassen. Aus Gründen aktiver Selbst­verteidigung müsse auch die Bundesrepublik Deutschland ihren Teil dazu beitragen, die Welt davor zu bewahren, daß der Terror aus Afghanistan sich überallhin verbreite. Und es könnte ja auch so weit kommen, daß die Taliban Pakistan einnehmen und dann die Atombombe in der Hand haben. Er redet von einer Mission, zu der es keine Alternative gibt. Das erinnert mich stark an die Diskussion zur Nordostumgehung in Darmstadt, zu der es angeblich auch keine Alternative gäbe, eine Aussage, die so offensichtlich falsch ist, daß man meinte, sie mit einer manipulativen Fotomontage fürs unbedarfte Gemüt unterstützen zu müssen.

Medienprofis wissen, was sie tun.

Stefan Kornelius' Plädoyer für den aktiven Kriegseinsatz mangelt es jedoch an genau der Ehrlichkeit, die er von der Bundespolitik einfordert. Er erklärt uns weder, daß die NATO intentional ein imperialistisches Kriegsbündnis und keine Friedenstruppe ist, noch, daß die NATO mit den US-Truppen voran hier nur die Geister bekämpfen, die sie selbst heraufbeschworen haben. Um eine abgedrosche Metapher zu benutzen: die Brandstifter sollen Frieden stiften, indem sie noch mehr Öl vergießen und Brandsätze werfen.

Osama bin Laden war ein Hätschelkind der CIA, solange es den gottlosen Kommunismus zu bekämpfen galt, und auch die Taliban waren nützliche Kämpfer für eine gerechte Ordnung und die kapitalistischen Menschenrechte, solange sie die Rohstoff­versorgung aus dem zentralen Asien zum Indischen Ozean hätten gewährleisten können. Bleiben noch die Unterstützer des Warlord-Regimes von Hamid Karsai. Hierbei handelt es sich um irreguläre Banden, die eines garantiert nicht im Sinn haben: soziale Emanzipation.

Wer also könnten die Kräfte einer Friedensordnung in Afghanistan sein, einmal angenommen, die internationale Allianz waffenstarrender Friedensstreiter würde den Krieg gewinnen, was derzeit kaum jemand ernsthaft annimmt. Der an den Universitäten Marburg und Kassel Politik lehrende Afghane Matin Baraki kennt keinen einzigen Kandidaten, den er für halbwegs glaubwürdig halten würde [4]. Und auch ein ehemaliger Radiokollege aus Afghanistan, der vor sechs, sieben Jahren eine afghanische Sendung bei Radio Darmstadt redaktionell gestaltet hatte, sprach dem derzeitigen Marionetten­regime und seinen internationalen Unterstützern jegliche demokratische Legitimation ab.

Überhaupt – wer ist der Gegner? Stefan Kornelius schildert uns ein monolithisch und straff geführtes Talibanheer, obwohl er wissen müßte, daß sebst die UNO von rund 2200 verschiedenen lokalen Widerstands­gruppen ausgeht. Hierbei handelt es sich nicht um Taliban, auch wenn sich diese Gruppierungen aus Gründen der medialen Inszenierung das Label des weltbekannten und verhaßten Islamisten­regimes umhängen. Auch hier fehlt es an Ehrlichkeit, auch hier wird die Ursache für diesen Widerstand nicht benannt. Es sind nicht unbedingt religiöse Eiferer, die ihr Land verteidigen, sondern auch lokale Milizen oder einfach nur Gruppierungen, die sich jeder Fremd­herrschaft widersetzen. Das macht diese Gruppen zwar nicht zu demokratischen, gar sozial emanzipatorischen Akteuren, aber auch nicht zu Militanten, die um jeden Preis zu bekämpfen sind.

Stefan Kornelius macht es sich auch an anderer Stelle zu einfach. Es ist leicht, die Untaten in Afghanistan (oder im Irak) auf George W. Bush anzuwälzen und in Barack Obama einen Friedensengel zu sehen. Dabei hat die US-amerikanische herrschende Klasse nur die Zeichen der Zeit erkannt und auf das richtige Pferd gesetzt. Daß ein US-Amerikaner mit afrikanischen Wurzeln das höchste Staatsamt ausüben kann, ist angesichts der rassistischen Geschichte und Gegenwart in den USA sicherlich bemerkenswert. Allerdings kommt es nicht überraschend. Wenn sich in US-amerikanischen soap operas oder Kinofilmen schwarze Präsidenten, ja gar Präsidentinnen, quotenmäßig bewährt haben, dann war dies ein Zeichen dafür, daß auch ein schwarzer Präsidentschafts­kandidat nicht unbedingt mehr durchfallen muß. Und so kam es auch.

Nur – weshalb sollte die US-amerikanische Kriegs­führung gegen die afghanische Zivil­bevölkerung unter einem afroamerikanischen Präsidenten weniger gewalttätig und tödlich verlaufen? Und weshalb plädiert der Autor dafür, daß die Bundeswehr dieses mörderischen Treiben auch noch tatkräftig unterstützt? Eherlich gesagt, ist mir dann eine Bundeswehr in Kundus lieber, die der Konfrontation aus dem Weg geht und deren Soldaten im Wassergraben ersaufen.

Wenn überhaupt – dann wäre es die Aufgabe westlicher Friedensengel, die nur rudimentär sichtbaren demokratischen Strukturen, Gruppen und Personen tatkräftig zu unterstützen. Und zwar nicht im Eigeninteresse, wenn es um Rohstoffe, Märkte oder durchgeführte Pipelines geht. Bislang wurden nur Warlords, Mudschaheddin und Konsorten gefördert, die eher als Kriegsverbrecher als als Menschenrechtler einzustufen sind. Und daran ändert sich auch unter Barack Obama nichts. Er läßt seine Truppen langsam geordnet ein Protektorat verlassen, in dem die USA mit Hilfe ihrer Verbündeten die Ethnisierung der Gewalt bestmöglich befördert hatten, um womöglich in Afghanistan dieses Werk fortzusetzen. Kosovo läßt grüßen.

Der deutsche Beitrag zur Zivilisierung des Krieges bestand unter anderem in der Ausbildung einheimischer Polizisten. Weshalb lese ich hierzu bei Stefan Kornelius nicht das, was Matin Baraki wohlinformiert zu benennen weiß? Zwar vermeldet auch er, daß die afghanische Polizei den lokalen Warlords untersteht und dementsprechend abkassiert. Aber nach einem diesbezüglich kurzen und nicht weiter zum Nachdenken anregenden Absatz schwadroniert er lieber über die gewiß vorhandenen logistischen Probleme des Aufbaus zentraler oder dezentraler Polizeistrukturen. Matin Baraki sagt in einem Interview mit der Online-Zeitschrift Telepolis:

Die offiziellen Polizisten sind fast ausschließlich ehemalige Mudjaheddin, und das bedeutet: sie sind parteilich und selber zum Teil kriminell. Da sie neben Soldaten als einzige Kraft in der Nacht Waffen tragen dürfen, überfallen sie Wohnungen und rauben bzw. töten Menschen, bevorzugt Rückkehrer. Da sie bei ihnen Geld vermuten. Als Verkehrspolizisten verlangen sie z.B. Wegezoll. Wer nicht bezahlt, wird zum Chef gebracht. Da muss er womöglich noch mehr bezahlen.

Daran scheint die deutsche Polizei­ausbildung nichts geändert zu haben. Dies spricht nicht gerade dafür, daß der deutsche Kriegseinsatz irgendetwas Positives zu bewirken in der Lage wäre.

Daß vor den Augen der Bundeswehr die Mohnfelder blühen, stufe ich einmal unter die Rubrik folkloristischer Kitsch ein. Mag ja sein, daß Afghanistan weltgrößter Mohnproduzent ist und damit den Heroinkonsum in den westlichen Metropolen anfacht. Nur – eine vernünftige Drogenpolitik besteht weder im Abbrennen von Mohnfeldern, gar mit Napalm, noch in der Exekution von vermeintlichen oder tatsächlichen Drogendealern. Eine vernünftige Drogenpolitik bestünde darin, den Produzentinnen und Produzenten einen sicheren Lebensunterhalt zu bieten und in den kapitalistischen Metropolen den Drogenkonsum zu ent­kriminalisieren.

Der exzessive Drogenkonsum ist eine soziale Errungenschaft einer kapitalistischen Leistungs­gesellschaft. Und so, wie es solange Widerstand gibt, solange es Besatzer gibt, wird auch Heroin gespritzt, um dem Elend des auf Geld und Profit basierenden Wahns zu entgehen. Einfache Einsichten, die jedoch das Selbstbild einer markt­wirtschaftlichen Menschenrechts­freiheit entgegenstehen.

Bedenklich wird der kriegs­fördernde Beitrag von Stefan Kornelius dort, wo er den deutschen Beitrag als in Afghanistan hochwillkommen beschreibt und hier fast schon unvermeidlich auf den damals vielleicht wirklich eindrucksvollen Besuch des afghanischen Königs Amanullah im Februar 1928 verweist. So schreibt Stefan Kornelius ganz locker:

Afghanen kamen zum Studium nach Deutschland, und sogar das Nazi-Regime schmeichelte den afghanischen Herrschern mit seiner Rassenpolitik, die beiden Völkern einen arischen Ursprung attestierte. Bis zur sowjetischen Besatzung pflegte die Bundesrepublik enge Beziehungen zu Kabul […] [5]

… und so werden flugs vier Jahrzehnte übersprungen. Nun läßt sich immer ein guter Anlaß für gutnachbar­schaftliche Verbindungen finden, aber der locker eingeworfene Naziwahn sollte doch eher zur ernsthaften Frage Anlaß geben, ob dies eine Verbindungslinie darstellt, auf die man stolz verweisen kann.

Mag ja sein, daß der Autor hier nicht viel gedacht hat, mag auch sein, daß er uns das Denken überlassen hat, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr paßt es, so finde ich, zum gesamten kleinen Band. Wobei ich weniger das kurze Einflechten der national­sozialistischen Ideologie meine, sondern die recht ober­flächliche Darstellung insgesamt. Es wird so argumentiert, daß es paßt. Und wenn die Taliban gar keine Taliban sind, dann ist das auch egal. Hauptsache, wir können Krieg führen.

Die Reihe „Standpunkte“ enthält, so die herausgebende Körber-Stiftung, „unbequeme Einsichten“ und „provokante Ansichten“. Man wolle „die Debatte über aktuelle und grundsätzliche Fragen vertiefen und in die Breite tragen. Die Klarheit der Argumentation lädt den Leser ein, die eigene Meinung zu schärfen – und sie ebenso energisch zu vertreten“, so die Selbst­beschreibung im Buch. Nun, diesem Anliegen bin ich nachgekommen. Allerdings frage ich mich, weshalb dieses Land ein bürger­schaftliches Engagement benötigt, das hochmotivierte deutsche Soldatinnen und Soldaten in den Krieg ziehen läßt. Gibt es wirklich keine sinnvolleren Antworten für Afghanistan?

Nun läßt meine Frage offen, was mit den echten und eingebildeten Taliban zu geschehen habe. Allerdings sollte es deutlich geworden sein, daß imperialistische Truppen keine Friedenstruppen sind und daß koloniales Gehabe nur den Boden dafür bereiten soll, die Ressourcen und die Menschen eines Landes besser ausbeuten, ja eigentlich besser: ausplündern zu können. Wer in Afghanistan von Menschenrechten spricht, betrügt nicht nur sich selbst, sondern auch Andere.

Das kleine Büchlein „Der unerklärte Krieg. Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan“ von Stefan Kornelius ist vor kurzem in der edition Körber-Stiftung zum Preis von zehn Euro erschienen.

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte

In der vergangenen Stunde hörtet ihr meine Gedanken zu neokolonialen Kriegen. Hierbei habe ich auf die Zeitschrift Archäologie in Deutschland sowie auf zwei Bücher zurückgegriffen, und zwar:

Diese Sendung wird voraussichtlich wiederholt, und zwar in der Nacht von Montag auf Dienstag nach den Deutschlandfunk-Nachrichten um 23.00 Uhr, sowie am Dienstagvormittag um 8.00 Uhr und am Dienstag­nachmittag ab 14.00 Uhr. Es folgt im Anschluß eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl von der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Siehe hierzu meine Dokumentation Plagiate? Plagiate!.

»» [2]   Uta Halle : Im Fokus von Nationalismus, Rassismus und Politik, in: AiD 3/2009, Seite 26–28, Zitat auf Seite 28.

»» [3]   Hannes Hofbauer : Experiment Kosovo, Seite 67.

»» [4]   Siehe hierzu das Interview von Hermann Ploppa mit Matin Baraki:„Die Menschen haben das zivile, soziale Leben verlernt“, in: Telepolis am 15. Juni 2009. Sowie das Radiointerview mit Matin Baraki vom 5. Juli 2009 bei Radio Unerhört Marburg.

»» [5]   Stefan Kornelius : Der unerklärte Krieg, Seite 87–88.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 5. August 2009 aktualisiert. Links auf andere Webseiten bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2009. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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