Kapital – Verbrechen

Wahl ohne Wahl

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Kapital – Verbrechen
Wahl ohne Wahl
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 25. Oktober 2004, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Montag, 25. Oktober 2004, 23.10–00.10 Uhr
Dienstag, 26. Oktober 2004, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 26. Oktober 2004, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Angesprochene und benutzte Bücher :
  • Mumia Abu–Jamal : We Want Freedom, Atlantik Verlag
  • Clayborne Carson : Zeiten des Kampfes, Verlag Graswurzelrevolution
  • James H. Hatfield : Das Bush Imperium, Atlantik Verlag
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/kv/kv_snick.htm
 
NAVIGATION
 Startseite Waltpolitik 
 Neues auf meiner Homepage 
 Stichwortsuche 
 Orientierung verloren? 
 Abstract in English 
 
SENDUNGEN
 Geschichte 
 Kapital – Verbrechen 
 Radiowecker – Beiträge 
 Specials 
 Tinderbox 
 Nächste Sendung 
 Vorherige Sendung 
 Nachfolgende Sendung 
 
SERVICE
 Besprochene Bücher 
 Sendemanuskripte 
 Veröffentlichungen 
 Bisheriges Feedback 
 Email an Walter Kuhl 
 Rechtlicher Hinweis 
 
LINKS
 Radio Darmstadt (RadaR) 
 Alltag und Geschichte 
 Radiowecker – Redaktion 
 Atlantik Verlag 
 Verlag Graswurzelrevolution 
 

 

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung : Das Establishment wählt
Kapitel 2 : SNCC : Black Power und afroamerikanischer Widerstand
Kapitel 3 : Schluß : Free Mumia!
Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Einleitung : Das Establishment wählt

Jingle Alltag und Geschichte

Nächste Woche Dienstag wird in den Vereinigten Staaten ein neuer oder auch der alte Präsident gewählt. Mehr noch als hierzulande haben die meisten Menschen beschlossen, daß diese Wahl keine Wahl für sie bedeutet – und sie bleiben zuhause. Letzten Endes kann es ihnen auch egal sein, welche Fraktion des Establishments für die kommenden vier Jahre den Präsidenten stellt.

Dennoch gibt es kleinere Unterschiede in der wirtschafts– und sozialpolitischen Ausrichtung der beiden Kandidaten und der sie tragenden Parteien. So wie auch hierzulande ein Unterschied zwischen dem Neoliberalismus von CDU und SPD besteht, oder zwischen den beiden Parteien der Kleinbourgeoisie, der FDP und den Grünen. In der Praxis bedeutet dies für uns jedoch wenig.

Vor fünf Jahren erschien in den USA das Buch Fortunate Son von James H. Hatfield über George Dubya Bush. Das Buch benötigte drei Anläufe in drei verschiedenen Verlagen, um öffentlich zugänglich zu sein. Das US–Establishment nahm die Pressefreiheit ernst und sorgte dafür, daß das Erscheinen eines ungeliebten Buches möglichst lange herausgezögert wurde. Dabei klagten Bush und seine Familie nicht gegen den Autor. Statt dessen wurden die Verlage mit anderen Mitteln unter Druck gesetzt, das Buch wieder einzustampfen. 2002 ist es auf Deutsch im Atlantik Verlag unter dem Titel Das Bush Imperium erschienen [1].

Wer wissen weil, wie ein ehemaliger Kokskonsument, Alkie und Drückeberger zum Helden der Nation werden konnte, findet hier eine Menge Erklärungen. Wobei ich weder den legalen wie illegalen Drogenkonsum noch den Wunsch, sich nicht in Vietnam verheizen zu lassen, für schändlich halte [2].

Es ist eine geradezu lückenlose Biographie, die Hatfield vorgelegt hat. Alles, aber auch so ziemlich alles, was sich der heutige US–Präsident geleistet hat, wurde gnadenlos nachrecherchiert. Wenn es normalerweise so ist, daß sich das Kapital seine Regierung zusammenstellt, so ist es hier noch extremer. Bush hatte außer seinem Namen, dem Geld seiner Familie und seinen erstklassigen Verbindungen zur Geschäftswelt nichts anzubieten, was seine Qualifikation für das Amt des US–Präsidenten ausmacht. Aber genau das war seine Qualifikation.

George Dubya Bush ist das Musterbeispiel eines rechten Politikers, der sich hinter der Maske des Biedermannes tarnt. Er gibt sich gerne als mitfühlender Konservativer und hat diesen Begriff geradezu zu seinem Markenzeichen erkoren. Die Masche von Roland Koch und Silke Lautenschläger ist hier perfekt nachzuvollziehen. Hatfields Buch Das Bush Imperium ist, wie gesagt, im Atlantik Verlag erschienen, es kostet 19 Euro 80.

 

SNCC : Black Power und afroamerikanischer Widerstand

Clayborne Carson BuchcoverDoch mein heutiges Thema ist nicht die Präsidentenwahl in den USA. Auf der Frankfurter Buchmesse traf ich vor drei Wochen Clayborne Carson, der ein ganz anderes, mindestens ebenso spannendes Buch über einen Aspekt der US–Geschichte verfaßt hat. In seinem Buch Zeiten des Kampfes hat er die Geschichte des Student Nonviolent Coordinating Committee geschrieben, einer Organisation, die in den 60er Jahren maßgeblich am Erwachen des afroamerikanischen Widerstandes und Selbstbewußtseins beteiligt war.

Sein Buch ist auf Deutsch im Verlag Graswurzelrevolution herausgekommen; und der Verlag nahm die Frankfurter Buchmesse zum Anlaß, den Autor und sein Werk vorzustellen. Obwohl Clayborne Carson Deutsch versteht, sind seine Antworten auf Englisch zu hören, es gibt hierzu jeweils im Anschluß eine – und zwar wirklich gute – Übersetzung durch Heike Makowski.

Die nun folgende Vorstellung des Buchs Zeiten des Kampfes ist etwa 50 Minuten lang – und zwar ohne Unterbrechung. Ich denke, wir erfahren hier etwas über die Geschichte der USA und seiner sozialen Bewegungen, was wir so wohl noch nicht gehört oder gelesen haben. Für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist am Mikrofon Walter Kuhl. Und nun Clayborne Carson.

Eine Mitschrift der Veranstaltung im Lesezelt während der Buchmesse am 7. Oktober 2004 existiert nicht. Die Vorstellung des Buchs und seines Inhalts durch den Verlag und Clayborne Carson sind als Audiofiles auf den Seiten des Bundesverbandes Freier Radios verfügbar:

Teil 1Einleitung des Verlags Graswurzelrevolution04:57ca. 2,3 MB
Teil 2Segregation im Alltag03:01ca. 1,4 MB
Teil 3Das Besondere an SNCC11:40ca. 5,4 MB
Teil 4Über WählerInnen–Listen, Sit–Ins und Freedom Rides11:10ca. 5,2 MB
Teil 5Interne Strukturen des SNCC; Umgang mit Hierarchien07:28ca. 3,5 MB
Teil 6Entwicklung hin zu Black Power08:12ca. 3,8 MB
Teil 7Das Bleibende an/von SNCC03:22ca. 1,5 MB

 

Schluß : Free Mumia!

Jingle Alltag und Geschichte –

heute mit der Aufzeichung einer Veranstaltung mit Clayborne Carson, Autor des Buches Zeiten des Kampfes über das Erwachen des afroamerikanischen Widerstandes in den USA in den 60er Jahren. Das 638 Seiten starke Buch ist mindestens so gut wie das, was wir soeben gehört haben; es lohnt sich wirklich, es zu lesen und sich eigene Gedanken zu Fragen der Militanz und Gewaltfreiheit zu machen. Es ist im Verlag Graswurzelrevolution erschienen und kostet 28 Euro 80.

Diese Sendung wird in der Nacht zum Dienstag um 23 Uhr wiederholt, und noch zweimal am Dienstag, und zwar um 8 und um 14 Uhr. Einen völlig anderen Aspekt des afroamerikanischen Widerstandes der 60er Jahre stellt die Black Panther Party da. Im Gegensatz zum grass root movement ging sie davon aus, daß alle Macht aus den Gewehrläufen kommt; und entsprechend militant agierte sie in den städtischen Zentren der USA. Einer derjenigen, die damals zu den Panthers gestoßen war, ist Mumia Abu–Jamal. Der Journalist Mumia Abu–Jamal sitzt seit über 20 Jahren in einer Todeszelle in Pennsylvania wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat. [3]

Alltag und Geschichte hat den Übersetzer von Mumias neuestem Buch We Want Freedom, Jürgen Heiser, eingeladen, über das Buch und die darin erzählte Geschichte der Black Panther Party zu reden. Am Mittwoch von 19 bis 21 Uhr – oder in der Wiederholung am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr – geht es um die Geschichte des schwarzen Widerstandes, die Solidarität mit Mumia Abu–Jamal und über ein außergewöhnliches Buch.

We Want Freedom – am Mittwoch um 19 Uhr auf Radio Darmstadt. Zur Unterstützung der weltweiten Kampgane zur Freilassung von Mumia Abu–Jamal hat der Bremer Schallplattenversand Jump Up eine Compilation zusammengestellt, aus der das folgende Stück stammt. Mehr dazu am Mittwoch. Im Anschluß an diese Sendung kommt Äktschn!, eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Siehe hierzu auch meine Besprechung des Buches in der Sendung Bushs Empire vom 12. August 2002.
[2]   Das Privatleben von Politikern könnte und sollte uns eigentlich egal sein. Allerdings ist es dann von öffentlichem Interesse, wenn sich die bigotten Herren der Schöpfung zu Herren über Leben und Tod machen und sozialpolitisch diejenigen verfolgen, die nicht das Glück gehabt haben, aus reichem Elternhaus zu stammen, und die deshalb auch nicht das Privileg in Anspruch nehmen konnten, fröhlich vor sich hin zu konsumieren. Drogenkonsum ist keine Schande, sondern Ausdruck vorherrschender Verhältnisse und nicht zuletzt Flucht vor der Realität (der Realität nämlich, sich einzugestehen, wer man wirklich ist).
[3]   Siehe hierzu auch die deutsche Solidaritäts–Seite zu Mumia Abu–Jamal: www.mumia.de.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Dezember 2005 aktualisiert.
Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur.
©  Walter Kuhl 2001, 2004, 2005
Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.
 Startseite Waltpolitik 
 Zum Seitenanfang 
 Email an Walter Kuhl 

 

 Vorherige Sendung     Nachfolgende Sendung