Kapital – Verbrechen

Der Vietnam–Krieg

… und deutsche Kriegsverbrechen

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Kapital – Verbrechen
Der Vietnam–Krieg
… und deutsche Kriegsverbrechen
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 24. Januar 2005, 17.00–18.00 Uhr
 
wiederholt am :
Montag, 24. Januar 2005, 23.10–00.10 Uhr
Dienstag, 25. Januar 2005, 08.00–09.00 Uhr
Dienstag, 25. Januar 2005, 14.00–15.00 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Jonathan Neale : Der amerikanische Krieg, Atlantik Verlag / Neuer ISP Verlag
  • John Horne und Alan Kramer : Deutsche Kriegsgreuel 1914, Hamburger Edition
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/kv/kv_vietn.htm
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Der amerikanische Krieg
Kapitel 3 : Kampf für ein besseres Leben
Kapitel 4 : Sie fallen oder sie fallen nicht
Kapitel 5 : Terrorismus in Uniform
Kapitel 6 : Vom Protest zum Sieg
Kapitel 7 : Pol Pot als nützlicher Rächer
Kapitel 8 : Verweigern oder agitieren?
Kapitel 9 : Ein deutscher Vernichtungsplan
Kapitel 10 : Von der Suggestion zum Massenmord
Kapitel 11 : Schluß
Anmerkungen zum Sendemanuskript

 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

Am 23. Februar besucht der oberste Kriegsherr der USA, George Dubya Bush, die Bundesrepublik Deutschland und wird am Mittag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder die kulinarischen Köstlichkeiten aus deutschen Landen frisch auf den Tisch probieren. Die hiermit gebotene Gelegenheit zur Demonstration wird sich die hiesige Friedensbewegung nicht entgehen lassen. Doch seien wir einmal realistisch. Warum wird gegen Bush und nicht gegen Schröder demonstriert? Und ist die Militärmaschine der USA die Wurzel allen Übels? Gerade die sich friedfertig gerierenden Europäer sollten einen Blick auf ihre 500–jährige Geschichte, vor allem im letzten Jahrhundert, werfen. Demgegenüber sind die USA geradezu Waisenknaben.

Nehmen wir dennoch die Gelegenheit des Bush–Besuchs, um uns hierzu einige Klarheit zu verschaffen und Gedanken zu machen. Der US–amerikanische Autor Jonathan Neale hat 2001 ein Buch über den Vietnam–Krieg geschrieben, das letztes Jahr auf Deutsch als Gemeinschaftsprojekt des Atlantik Verlages und des Neuen ISP Verlages erschienen ist.

Sogar 30 Jahre nach dem Einzug der nordvietnamesischen Armee in Saigon ist es noch möglich, neues Material zu entdecken, neue Sichtweisen zu entwickeln und daraus eine spannende und in sich schlüssige Darstellung zu publizieren. Das Besondere an Jonathan Neales Arbeit ist, daß er sowohl die Vietnamesinnen und Vietnamesen als auch die US–amerikanischen GIs selbst zu Wort kommen läßt. Es ist ihre Geschichte, und es ist ihr Buch.

Die US Army tötete im Verlauf von rund 15 Jahren etwa drei Millionen Menschen in Vietnam, Laos und Kambodscha. Die Spätfolgen des ungeheuerlichen Einsatzes von Bombenteppichen und chemischen Kampfstoffen sind bis heute allgegenwärtig. Die US–Regierung hat sich selbstverständlich bis heute nicht für den von ihr angewandten Terror und die auftragsgemäß von ihren Truppen begangenen Verbrechen entschuldigt. Das wäre ja auch widersinnig.

Dennoch bekommt es einen ziemlich schalen Beigeschmack, wenn ausgerechnet die Bundesregierung oder die deutsche Friedensbewegung den Finger auf die USA, vertreten durch George Dubya Bush, zeigen. Denn deutsche Truppen haben in zwei Weltkriegen gezeigt, wozu deutsche Wertarbeit fähig ist. Diese Blutspur ist bislang unerreicht. Alles fing mit den Kolonialkriegen, vor allem der Ausrottung der Herero, Anfang des 20. Jahrhunderts an. Der Erste Weltkrieg markierte für viele Menschen einen Zivilisationsbruch, nicht ahnend, wieviel Zivilisationsgrausamkeiten noch folgen würden. Dennoch geschahen zu Kriegsbeginn 1914 einige beunruhigende Ereignisse.

Als deutsche Truppen ins neutrale Belgien einfielen, begingen sie Kriegsverbrechen, welche die damaligen Zeitgenossen alarmierten [1] – obwohl derartige Greuel später europäischer Standard, also sozusagen "normal", wurden. Eine Aufarbeitung steht ausgerechnet von deutscher Seite aus, also der Seite, welche heute selbstgerecht und selbstbewußt wieder ihren Platz in der Völkergemeinschaft [2] sucht. Es gibt Kontinuitäten, die nicht einfach beiseite gewischt werden können. Sicherlich zog sich kein vorherbestimmter roter Faden von den Greueln in Belgien nach Auschwitz oder zum Vernichtungskrieg der Wehrmacht in der Sowjetunion. Andererseits zeigen sich Zusammenhänge, die wie genauer sehen sollten, vor allem dann, wenn die Bundeswehr heute am Hindukusch und womöglich morgen in aller Welt Deutschland zu verteidigen sucht.

Die beiden irischen Historiker John Horne und Alan Kramer haben mit ihrem in der Hamburger Edition herausgebrachten materialreichen Band über Deutsche Kriegsgreuel 1914 eine fundierte Beschreibung und Analyse des deutschen Angriffskrieges geschrieben. Das Buch sollte nachdenklich machen in Bezug auf die heute als Kriegsgrund vorgebrachten Vorwände oder Lügen. Wir leben heute genauso wenig im luftleeren und herrschaftsfreien Raum wie vor einhundert Jahren. Schon damals analysierte keine geringere als Rosa Luxemburg die Fratze des Imperialismus messerscharf – nicht zuletzt deshalb, weil schon damals Sozialdemokraten und bürgerliche Liberale das friedliche Gesicht eines menschenrechtelnden Imperialismus beschworen.

Ich möchte deshalb in meiner heutigen Sendung diese beiden spannenden und lehrreichen Bücher vorstellen. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt ist Walter Kuhl.

 

Der amerikanische Krieg

Besprechung von : Jonathan Neale – Der amerikanische Krieg, Atlantik / Neuer ISP Verlag 2004, € 16,80

George Dubya Bush, der am 23. Februar nach Mainz zur Kurzvisite kommt, hat den Kriegsdienst in Vietnam zwar nicht direkt verweigert, aber durch die Beziehungen seiner Familie dafür gesorgt, ein ruhiges Leben mit sex'n'drugs 'n' rock'n'roll im US–amerikanischen Hinterland führen zu können. Diese zum heutigen Präsidenten der USA so gar nicht passende Vorgeschichte [3] wird gerne vergessen, wenn er als Symbolfigur des US–Imperialismus angefeindet wird. George Dubya Bush hat so gesehen weder am Krieg in Vietnam mitgewirkt noch dafür gesorgt, daß hierbei drei Millionen Menschen, meist Zivilistinnen und Zivilisten, umgebracht worden sind. Natürlich ist Bush deshalb kein Friedensengel. Aber er wollte damals nicht sterben.

Der amerikanische KriegDer US–amerikanische Sozialist Jonathan Neale hat 2001 ein Buch veröffentlicht, das wie kaum ein anderes die Geschichte des Vietnam–Krieges beschreibt. Als Internationalist stellt er sich auf die Seite der Unterdrückten, Bombardierten und Massakrierten. Die Stärke seines Buches Der amerikanische Krieg liegt jedoch darin, daß er die Klassenfrage zur Grundlage seiner Analyse erhebt. Dies gilt nicht nur für die USA, um zu begreifen, wer aus welchen Gründen für und gegen den Krieg in Vietnam war. Nein – auch in Vietnam selbst bestimmten Klassengegensätze die Politik der Kommunistischen Partei und der Bauernbewegung. Nur durch diese Klassenanalyse sind die Irrungen und Wirrungen der beteiligten Männer und Frauen zu begreifen.

Jonathan Neale legt in seinem Buch dar, daß die USA sich aus drei Gründen aus Vietnam zurückziehen mußten. An erster Stelle steht natürlich der Mut und die Ausdauer der vietnamesischen Bäuerinnen und Bauern. Sie konnten waffenmäßig und technologisch den Aggressoren nichts entgegensetzen – außer sich selbst. Im Gegenzug nutzten den USA ihre absolute Überlegenheit in dem Moment gar nichts, in dem im eigenen Land eine starke Antikriegsbewegung entstand. Nur selten in der Geschichte wurde der innenpolitische Druck derart groß, daß die herrschende Klasse eines Landes es vorzog, einen Krieg zu beenden.

Diese Antikriegsbewegung war zwar weitgehend studentisch geprägt. Es wäre jedoch falsch, in ihr eine reine Mittelschichtsbewegung zu sehen. Hier kommt die Klassenfrage ins Spiel. Die 1960er Jahre erlebten einen Aufschwung radikaler schwarzer Bewegungen. Was wie eine an ethnischen Grenzen orientierte Politik aussieht – und es auch war, übersprang diese Grenze in dem Moment, wo die Armen und Ausgegrenzten in Vietnam massenhaft verheizt werden sollten. Die dritte Kraft, welche den Krieg beendete, war eine Revolte innerhalb der Streitkräfte selbst. Soldaten verweigerten Befehle und töteten Offiziere, um den Kampfeinsatz zu verhindern. Ein Staat, dessen Armee meutert, kann jedoch keinen Krieg gewinnen [4].

 

Kampf für ein besseres Leben

 
Die Vietnamesen nennen ihn den Amerikanischen Krieg. In Amerika heißt er Vietnamkrieg. Dies Buch ist eine kurze Geschichte des Krieges aus der Sicht der beteiligten Bauern und GIs. [5]

Dieser Krieg hat eine Vorgeschichte. Die französische Eroberung Indochinas begann 1859 und war 1888 abgeschlossen. Indochina bestand aus den drei benachbarten Ländern Vietnam, Laos und Kambodscha. Im Zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner Indochina. Oder – etwas komplizierter: Deutschland und Japan waren Verbündete; Deutschland hatte Frankreich 1940 erobert und das Vichy–Regime eingesetzt. Die französische Kolonialregierung stand loyal zum Vichy–Regime; und sie wurde ab 1940 von der japanischen Armee militärisch gestützt. Als die Kolonialregierung [spätestens 1944] erkannte, daß die Alliierten den Krieg gewinnen würden, wechselte sie die Seiten. Deshalb übernahm die japanische Armee im März 1945 direkt die Regierungsgewalt.

Im Frühjahr 1945 kam es im Norden Vietnams zu einer Hungersnot. Während die japanische Armee und die französische Kolonialregierung die Reisvorräte kontrollierten und weiterhin Steuern in Form von Reis erhoben, starben eine Million Menschen – ein Zehntel der Bevölkerung – den Hungertod. Die Kommunistische Partei und ihre Verbündeten – die Vietminh – riefen dazu auf, die Steuern zu verweigern und die Reislager anzugreifen. Sie wurden zu einer faktischen Macht, weil sie die einzigen waren, welche die Bäuerinnen und Bauern vor dem Verhungern retteten.

Der Krieg war dann [zumindest aus indochinesischer Sicht] unerwartet im Sommer 1945 zu Ende. Die japanische Armee war besiegt, die Franzosen noch immer interniert. Die Vietminh zogen triumphierend am hellichten Tag nach Hanoi. Sie waren unbewaffnet und hofften darauf, durch die USA ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Doch die Sieger dachten gar nicht daran. Frankreich war für die USA wichtiger als Vietnam, also unterstützten sie de Gaulle und nicht Ho Chi Minh. Bewaffnete britische Truppen schlugen daher in Saigon [im Auftrag der USA und des militärisch zu einem Eingreifen nicht fähigen Frankreichs] einen Aufstand nieder und versuchten, die französische Herrschaft zu erneuern. Dieser Krieg endete, als Frankreich 1954 in der Schlacht von Bien Dien Phu geschlagen wurde.

Doch Vietnam wurde das Bauernopfer des Kalten Krieges. Die Sowjetunion wies ihre Verbündeten an, die USA nicht zu reizen und einem Teilungsplan zuzustimmen. Kurz zuvor hatten die Supermächte in Korea am Rande eines Atomkrieges gestanden. Die vietnamesische Regierung stimmte im Hinblick auf das Versprechen freier Wahlen in Südvietnam zu und rief die kommunistischen Kader in den Norden zurück. Die südvietnamesische Marionettenregierung begann daraufhin, die verbliebenen Kommunist/inn/en und Bauernführer/innen zu verfolgen und zu ermorden. Fünf Jahre lang sah Nordvietnam diesem Treiben zu; dann wurde der Druck der Kader aus dem Süden so groß, daß zum bewaffneten Aufstand aufgerufen wurde. Als Antwort schickte Präsident John F. Kennedy 1961 die ersten US–amerikanischen Truppen nach Vietnam. Ein erneuter, 15–jähriger Krieg begann.

Jonathan Neale verfolgt diese Entwicklung auf mehreren Ebenen. Denn so richtig es ist, daß die vietnamesische Führung sich auf russischen Druck hin zurückzog, so wichtig ist es auch, daß Neale darauf hinweist, daß die Kommunistische Partei durchaus ein Eigeninteresse verfolgte. Denn die Kommunistinnen und Kommunisten entstammten meist der Klasse, die sie bekämpften. Sie kamen aus den Familien der Großgrundbesitzer. Das bedeutet nicht, daß sie deren Interessen vertraten – keineswegs.

Sie waren die anständige Minderheit der Grundbesitzerklasse. Sie hassten die Korruptheit und die Brutalität ihrer Klasse. Sie wollten die alte Ordnung hinwegfegen und sie durch einen modernen Industriestaat ersetzen. Sie sahen diesen Staat nicht in Begriffen von Demokratie, sondern in Begriffen von einer besseren Welt, die von Menschen wie ihnen gelenkt würde. Sie standen in täglichem engen Kontakt mit den armen Dorfbewohnern und sahen sich selbst als Tribune der Unterdrückten. Sie waren aufrichtige Männer und Frauen, die Respekt verdienten. Es ist nicht möglich, eine revolutionäre Untergrundarmee in einem Dorf aufzubauen, wenn die Leute, die dich dein ganzes Leben gekannt haben, dir nicht trauen. [6]

Das Problem war – die Kommunistische Partei war in der Frage der Landreform innerlich gespalten. Denn die Kader entstammten selbst derselben Grundbesitzerklasse, denen sie das Land nehmen mußten. Ihre Familien würden vertrieben werden, dadurch verarmen oder gar von den Bäuerinnen und Bauern getötet werden, um diese Vision eines besseren Lebens zu verwirklichen.

 

Sie fallen oder sie fallen nicht

Warum aber beschloß die US–Regierung die Entsendung von Soldaten nach Vietnam? Für derartige imperialistische Unternehmungen werden in der Regel materielle Gründe angeführt: Öl oder Bodenschätze oder Märkte. Gibt es sie nicht, wie im Kosovo, dann müssen größere Visionen wie die eines groß angelegten asiatischen Spiels dafür herhalten [7]. Manchmal ist die Wahrheit jedoch einfacher. Vietnam war weder ein attraktiver Markt noch besaß es nennenswerte Bodenschätze. Vietnam war einfach eine Bastion, die nicht fallen durfte. Nachdem die USA den Korea–Krieg nicht gewonnen hatten, sondern gerade einmal eine Art Unentschieden herausholen konnten, wäre jede weitere Niederlage ein Schlag ins Gesicht gewesen.

Und dann gibt es noch die oftmals belächelte Dominotheorie. Manchmal funktioniert sie, manchmal nicht:

Große soziale Bewegungen funktionieren nach Dominoart. Wenn Menschen sehen, dass Menschen wie sie in anderen Ländern gewinnen, besonders in Nachbarländern, fühlen sie sich bestärkt. Politiker wissen das. Die Männer, die Amerika 1965 regierten, hatten es in ihrem Leben viele Mal gesehen. [8]

Im Gegensatz zu Vietnam war Indonesien sowohl Markt als auch und vor allem Rohstofflieferant. In Indonesien gab es 1965 eine revolutionäre Krise, die auf eine Entscheidung hinauslief. Drei Millionen Kommunistinnen und Kommunisten stand die indonesische Armee gegenüber. Die indonesischen Kommunist/inn/en wagten nicht den entscheidenden Aufstand und wurden von der US–unterstützten Armee verfolgt und massakriert. Die Anwesenheit der US-Armee in Vietnam war die moralische Stütze für einen Massenmord, dem – je nach Schätzung – eine halbe bis eine ganze Million Menschen zum Opfer fielen.

Vergessen wir nicht – nach dem Rückzug aus Vietnam kam es zu einem verspäteten Siegeszug der unterschiedlichsten revolutionären Bewegungen: in Nicaragua, Angola und Mosambik, im Iran, und schließlich sogar in Südafrika. Manchmal wirkt die Dominotheorie doch. Wenn auch nicht immer so, wie es sich die Menschen erhofft hatten. Siehe Südafrika: Die Armut ist hier nicht beseitigt worden und das weiße Kapital hat sich einfach nur mit der schwarzen Regierung arrangiert.

 

Terrorismus in Uniform

Jonathan Neale teilt sein Buch über den Vietnam–Krieg in mehrere klar gegliederte Kapitel auf. Nach einem Vorspann über Die Vietnamesen und einem Kapitel zur Frage Warum die USA eingriffen, geht er auf die unterschiedliche Feuerkraft der Beteiligten ein. Einige Zahlen mögen der Terror der US–Armee aufzeigen:

Die Flugzeuge warfen über 8 Millionen Tonnen Sprengstoff ab. Das war ungefähr das dreifache Gewicht der Bomben, die im Zweiten Weltkrieg von allen Beteiligten abgeworfen worden waren, und die Explosivkraft entsprach 640 Atombomben der Art, wie sie zur Zerstörung Hiroschimas eingesetzt wurde. [9]

In Vietnam starben 58.000 US–Soldaten und rund 250.000 Soldaten der südvietnamesischen Armee. Die Zahl der getöteten Vietcong und der Zivilistinnen und Zivilisten wurde nie ermittelt. Schätzungen für das gesamte Indochina belaufen sich auf drei Millionen Tote, die meisten davon wurden aus der Luft getötet.

Der Vietcong verfügte über 250.000 bis 300.000 Guerilleros, die US–Armee schickte beim Höhepunkt des Krieges eine halbe Million Mann nach Vietnam. Dabei war dem Pentagon klar, daß der Vietcong die Dorfbewohnerinnen und –bewohner hinter sich hatte. Die Luftangriffe konnten die militärische und zivile Infrastruktur nicht zerschlagen. Zwar besaß die US Army die Lufthoheit, aber am Boden war sie im Verhältnis von 4:1 unterlegen. Jonathan Neale benennt hier einen sehr einleuchtenden Grund für die permanenten Flächenbombardements:

Die Bomben sollten solch einen "Schaden" anrichten oder so "strafen", womit sie meinten, soviel Tote hinterlassen, dass die Menschen in Nordvietnam ihre Führer zur Aufnahme von Friedensverhandlungen zwängen. Und im Süden sollten die Bombardierungen den Vietcong dezimieren und die Dorfbewohner, die ihn unterstützten, als Flüchtlinge in die Städte treiben. Dies war die Logik des Zermürbungskrieges. [10]

Häufig waren Schulen, Krankenhäuser und Kirchen die "legitimen Ziele". Auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, daß dieser Krieg zynisch und menschenverachtend bis zum Extrem durchgezogen wurde, gibt es hierfür auch einen sehr einfachen Grund. Kirchen, Schulen und Krankenhäuser waren meist die einzigen mehrstöckigen Stein– oder Zementgebäude, die als Markierungspunkt und damit auch Zielpunkt für die Bomberpiloten einfach auszumachen waren. Da es nicht ungefährlich war, Nordvietnam zu bombardieren, zogen es nicht wenige Piloten vor, ihre Bomben lieber im Meer zu versenken. Die USA verloren während des Krieges in Indochina 3.719 Flugzeuge und 4.869 Hubschrauber. Auf vierzig Einsätze kam ein Abschuß. Die B52–Bomber konnten jedoch höher fliegen und der Flugabwehr der Vietnamesen entkommen. Für die Menschen in Vietnam waren sie der reinste psychologische und auch physische Terror. Ich komme darauf noch einmal in bezug auf Kambodscha zurück.

Aber es gab auch eine Klassenfrage:

Nach Vietnam geschickt zu werden, hatte auf sehr grundsätzlicher Ebene etwas mit dem Klassenkampf in Amerika zu tun. Die Kinder der Reichen mussten nicht gehen. Wenn die GIs dort ankamen, wurde ihre Erfahrung durch die Gräuel, die ihnen zu verüben befohlen wurden, geprägt und von der Erkenntnis, dass sie in Vietnam die Reichen gegen die Armen verteidigten. Beides ließ sie verzweifeln. [11]

Hinzu kam, daß die als Bodentruppen eingesetzten GIs Kanonenfutter waren, was sie oftmals zu spät bemerkten. Sie wurden auf Streife geschickt, damit der Vietcong herangelockt werden konnte. Und dann konnten sie nur hoffen, daß möglichst schnell Artillerie und Bomber herangeschafft wurden, um die zahlenmäßig überlegenen vietnamesischen Truppen zu töten. Ein Feind übrigens, der das Gelände bestens kannte, es mit Minen präpariert hatte und der fast immer die Zeit und den Ort der Schlacht wählte. Etwa 10.000 der in Vietnam getöteten Amerikaner starben unter diesen Umständen im friendly fire.

Nur so ist zu erklären, warum US–amerikanische Soldaten mit einer unbeschreiblichen Grausamkeit die Zivilbevölkerung terrorisierte und tötete. Hinzu kam, daß der Generalstab Leichen als Maßstab der Effizienz forderte – um jeden Preis.

 

Vom Protest zum Sieg

Der amerikanische Krieg von Jonathan Neale. – Im vierten Kapitel geht es um die Protestbewegung und Guerillakämpfer. Während die US–Regierung 1965 die Marines nach Vietnam schickten, entstand die Studentinnen– und Studentenbewegung gegen den Krieg. Insbesondere die aus der Bürgerrechtsbewegung entstandene Bewegung der Schwarzen verstand den rassistischen Charakter des Krieges sehr gut. Muhammad Ali, der sich später der Einberufung widersetzen sollte, brachte es auf den Punkt: Ich habe keinen Streit mit dem Vietcong.

Es war sicher vor allem eine Mittelschichtsbewegung, aber es wäre historisch falsch zu sagen, daß die Arbeiterklasse den Krieg unterstützte. Jonathan Neale belegt dies an einzelnen Beispielen. Und er weist darauf hin, daß es ein großer Fehler war, das Bündnis zwischen Studentinnen und Arbeitenden gegen das Establishment nicht zu suchen [12].

Und dann kam Tet. Tet veränderte alles. Das vietnamesische Neujahrsfest hatte immer etwas Gespenstisches: Für drei Tage zog sich der Vietcong vollkommen aus dem Krieg zurück. Im Januar 1968 jedoch nicht. Der Vietcong und die vietnamesischen Bäuerinnen und Bauern griffen an. Es hätte das Ende des Krieges sein können. Sie besetzten für einige Stunden die US–Botschaft in Saigon. Die ganze Welt sah zu, wie einfache Bäuerinnen und Bauern die mächtigste Armee der Welt demütigten. Und doch verloren sie. Sie verloren aufgrund der Klassenfrage in Vietnam:

Die vietnamesischen Kommunisten wollten die Nationale Befreiungsfront [...] als Bündnis aller Klassen aufbauen. Für dieses Bündnis war die "fortschrittliche Bourgeoisie" entscheidend. Diese Leute waren die Arbeitgeber und Manager der Arbeiter. Wenn die Kommunisten die Arbeiter gegen die alltäglichen Missstände zu organisieren versuchten, so wie sie es bei den Bauern taten, würden sie die Unterstützung der Geschäftsleute und Manager verlieren. Vor die Wahl gestellt, zogen es die Kommunisten vor, die Manager zu organisieren.
Teils geschah dies, weil die Parteiführer sich den Geschäftsleuten und Managern seelenverwandt fühlten. Derselbe Typ Mensch mit derselben Art von Ausbildung regierte den Norden und den Süden. Und die meisten hatten Verwandte in derselben gesellschaftlichen Klasse auf der anderen Seite.
Aber es gab ein tiefer liegendes Problem. Weil die Partei die Landreform im Norden durchgesetzt hatte, konnte sie auch im Süden dafür eintreten und auf diese Weise die wirtschaftlichen Probleme der Bauern aufgreifen. Da sie den Arbeitern im Norden jedoch keine Gewerkschaften oder Streiks oder unabhängige Arbeiterkomitees oder Treffen oder Zeitungen zugestand, konnte sie dergleichen auch nicht im Süden befürworten, ohne die Frage aufzuwerfen, warum all das im Norden nicht zugelassen war. Mit anderen Worten: Hätte die Partei Streiks und Arbeitermacht ins Zentrum ihrer politischen Arbeit in Saigon gestellt, hätte sie sich auch in Hanoi ändern müssen. [13]

Der Aufstand der Arbeiterinnen und Arbeiter in Saigon (und anderen Städten) blieb aus. Der Vietcong mußte sich zurückziehen und die Reaktion der US Army und ihrer südvietnamesischen Marionettenarmee war fürchterlich. Auf der anderen Seite begriff jedoch auch das US–amerikanische Establishment, daß der Krieg nicht zu gewinnen war. Präsident Nixon verkündete 1969 den Abzug von 150.000 Soldaten aus Vietnam. Gleichzeitig wurden Laos und Kambodscha kaputtbombardiert. Und die Gewalt nach außen schlug nach innen um. Ein vergleichsweise harmloser Zwischenfall während eines Antikriegsprotestes führte zwei Tage nach Nixons Ankündigung an der Kent State University in Ohio zum Tod von vier Studentinnen und Studenten, erschossen von der Nationalgarde. Als Reaktion marschierten und protestierten über vier Millionen Studentinnen und Studenten; 536 Universitäten standen im Vollstreik.

Aber für das Establishment vielleicht am schmerzhaftesten war, daß die Ehefrauen, Söhne und Töchter der Täter gegen den Krieg demonstrierten. Und dann gab es noch Die Revolte der GIs. Dieselben Soldaten, die zuvor noch bedenkenlos gemordet, vergewaltigt und geplündert hatten, verweigerten die Befehle. Mehr noch – übereifrige Offiziere wurden nach vorheriger Androhung getötet. Es war vor allem eine Revolte der Arbeiterklasse, aus der die meisten GIs kamen. Eine realistische Schätzung geht von etwa eintausend so getöteten Offizieren aus.

Diese sogenannten fraggings waren jedoch nur ein Teil einer umfassenden Einsatzverweigerung. In den Kasernen wurde offen gegen den Krieg agitiert. Ganze Einheiten verweigerten den Kampf. Vietnam–Veteranen riefen zum Ungehorsam auf. Ab 1970 kämpften weite Teil der US–Armee in Vietnam nicht mehr. Umso mehr verlegte sich das Pentagon auf Luftangriffe. Doch auch die Flugzeugträger wurden zuweilen äußerst effektiv sabotiert. Der Krieg war nicht zu gewinnen und auch der Versuch, das südvietnamesische Marionettenregime die Drecksarbeit tun zu lassen, scheiterte. 1975 zog der Vietcong in Saigon ein. Der Krieg war zu Ende.

 

Pol Pot als nützlicher Rächer

Doch das Töten ging weiter. Jonathan Neale beleuchtet in einem eigenen Kapitel die Situation in Vietnam und Kambodscha nach dem Krieg. 1975 ergriffen die Kommunisten in ganz Indochina die Macht und mußten sehen, wie sie in ihren kriegszerstörten Ländern genügend Reis und Industriegüter produzierten. Statt der Befreiung kam nun eine neue Knechtschaft – aber eine, die nicht unbedingt gewollt war. Die südvietnamesischen Bäuerinnen und Bauern weigerten sich, den Kooperativen beizutreten. Sie führten ihren Klassenkampf weiter. Und in Kambodscha gab es die Roten Khmer unter Pol Pot. Und nur, wer die Vorgeschichte kennt, kann erahnen, warum die Roten Khmer ihren Massenmord an der eigenen Bevölkerung durchzogen.

Denn zunächst kamen die schon erwähnten US–amerikanischen Bomber. B52–Angriffe sind furchterregend. Und Kambodscha war nicht im Krieg gegen die USA. Die Bäuerinnen und Bauern hatten keine Bildung und so verstanden sie nicht, was ihnen widerfuhr und warum. Aber sie wußten, daß die Bomber von Pnomh Penh aus unterstützt wurden. Somit waren für sie die Städte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner das Problem. Und als es nach Ende des Krieges nicht genug zu Essen gab, waren die Städter/innen die ersten, die verhungerten. Wer aufmuckte, wurde erschossen. Erst die realen, dann die imaginierten Feinde. Es gab keine Grenze – bis im Dezember 1978 die vietnamesische Armee in Kambodscha einmarschierte und das Morden weitestgehend beendete.

Ich glaube, es ist überflüssig zu erwähnen, daß die USA Pol Pot anschließend benutzten, die Vietnamesinnen und Vietnamesen dafür zu bestrafen, daß sie den Krieg gewonnen hatten. Pol Pot wäre vernichtend geschlagen worden, hätte er nicht US–amerikanische und chinesische Unterstützung erhalten [14].

 

Verweigern oder agitieren?

Im letzten Kapitel analysiert Jonathan Neale die Folgen des Krieges für die USA. Das Vietnam–Syndrom ging einher mit dem Aufbau eines gigantischen Repressionssystems, der sogenannten Gefängnisindustrie [15]. Und mit neuen Lügen – etwa der, daß Kriegsgegner oder Hippies aus Vietnam zurückkehrende GIs bespuckt hätten. Eine Recherche ergab, daß es hierfür keinen Beleg gab – statt dessen wurden Veteranen, die gegen den Kriegs demonstriert hatten, von Kriegsbefürwortern bespuckt. Ich kann dieses Kapitel nur noch kurz anreißen; aber es beleuchtet den zynischen Umgang des weißen Amerika mit den von ihm traumatisierten Menschen. Ich muß wohl nicht extra erwähnen, daß sich keine und niemand für die Traumata der von den USA terrorisierten Vietnamesinnen und Vietnamesen interessierte.

Zum Schluß noch kurz einige Worte zum Autor des Buches. Jonathan Neale beschreibt seine eigene Rolle in dem amerikanisch–vietnamesischen Drama mit folgenden Worten:

[A]ls ich 1966 achtzehn Jahre alt war, unterstützte ich die Rolle, die mein Land in Vietnam spielte. Wäre ich eingezogen worden, ich wäre auch gegangen. Ich wurde nicht eingezogen, weil meine Eltern aus der Mittelschicht kamen und Lehrer waren und ich die Universität besuchen wollte. 1969 demonstrierte ich gegen den Krieg, 1970 wurde mir der Status eines Kriegsdienstverweigerers nicht zuerkannt, und ich war entschlossen, lieber ins Gefängnis als in den Krieg zu gehen. Ich hatte Angst vor dem Gefängnis, aber langfristig hatten die Menschen, die ins Gefängnis kamen, eine leichtere Zeit als jene, die nach Vietnam gingen und überlebten. Auf meinen Widerspruch hin gestand mir die Einberufungsbehörde den Status des Kriegsdienstverweigerers zu, und ich musste nicht in den Knast.
Wäre ich noch einmal in derselben Situation, würde ich – so hoffe ich jedenfalls – zur Armee gehen und gegen den Krieg agitieren [16]. Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich gemischte Gefühle über die Antikriegsbewegung habe. Ich bin zutiefst stolz auf das, was wir taten und erreichten, aber wir waren in vieler Hinsicht ignorant, besonders gegenüber dem Klassensystem in den USA. Unsere Leidenschaft trug dazu bei, den Krieg zu beenden, aber unsere Fehler führten dazu, dass die radikalen Bewegungen der 1960er schließlich ins Abseits gedrängt wurden. Ich habe dieses Buch nicht aus Nostalgie geschrieben, sondern in der Hoffnung, dass eine andere Generation von unseren Erfahrungen lernen kann und weiser handeln wird. [17]

Dieses Buch sollte jede und jeder, die nicht nur über Vietnam, sondern über die US–Politik besser Bescheid wissen wollen, gelesen haben. Jonathan Neale hat alles andere als eine seichte Seifenoper geschrieben. Er hat mit seinem Buch vielmehr den Beweis angetreten, daß ein klarer Standpunkt innerhalb einer Auseinandersetzung dazu befähigt, eine fundierte Analyse zu erarbeiten. Es ist einfach nicht notwendig, hier ein weiteres Mal die andere Seite anzuhören. Das Medien–Establishment versucht sich ohnehin an seiner eigenen Aufarbeitung, um die US–amerikanischen Interessen zu retten. Hier spricht der Krieg mit seinen Hintergründen für sich selbst. Alles, was Jonathan Neale nur noch tun mußte und getan hat, war, den Schleier zu lüften und die Tatsachen für sich selbst sprechen zu lassen. Das unterscheidet sein Vorgehen von den Hohenpriestern des Imperialismus. Er verschweigt sein Klasseninteresse nicht. Seine Solidarität ist auf Seiten derjenigen, die angegriffen, terrorisiert und getötet wurden, auf Seiten derjenigen, die gekämpft und gesiegt haben – auch wenn dieser Sieg bitter schmeckt und die Freude darüber begrenzt bleiben mußte.

Sein Buch Der Amerikanische Krieg ist als Gemeinschaftsprojekt des Atlantik Verlages und des Neuen ISP Verlages im vergangenen Herbst zum Preis von 16 Euro 80 erschienen.

 

Ein deutscher Vernichtungsplan

Besprechung von : John Horne und Alan Kramer – Deutsche Kriegsgreuel 1914, Hamburger Edition 2004, € 40,00

Der barbarische Krieg der US Army in Vietnam, Laos und Kambodscha war nur ein weiterer Meilenstein kapitalistischer Kriegsführung. Nun ist es in den letzten Jahren sehr beliebt worden, den Zeigefinger auf Uncle Sam zu richten und sich selbst auf der moralisch richtigen Seite zu wähnen. Vergessen wird dabei jedoch, daß das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert der Vernichtungskriege war, deren unbarmherzigster von deutschem Boden ausgegangen ist.

Allerdings wird uns heute erzählt, das demokratische Gemeinwesen Deutschland sei geläutert aus der Nazi–Barbarei hervorgegangen und würde nun daran mitwirken, der eigenen globalen Verantwortung gerecht zu werden. Hieraus spricht eine Selbstgerechtigkeit, die vergessen lassen will, daß Kriege nicht etwa aus einer bösartigen Laune heraus geführt werden, sondern um wirtschaftliche und politische Interessen gewaltsam durchzusetzen. So etwas nennt man und frau – Imperialismus.

Weshalb ausgerechnet das kapitalistische Nachkriegsdeutschland nicht mehr imperialistisch sein soll, wird vorsichtshalber nicht thematisiert. Der moralisch erhobene Zeigefinder lenkt von den wahren Ursachen und Gründen von Aufrüstung, Militarismus und weltweiten Einsätzen ab. Die Verlogenheit, die hinter der Maske der Biedermänner und inzwischen auch Biederfrauen zum Vorschein kommt, illustriert der oberste Feldherr Peter Struck bezeichnenderweise dadurch, daß Deutschland seine Zukunft am Hindukusch verteidigt werde.

Ich kann denen, welche immer noch an das Gute im deutschen Militär glauben, nur empfehlen, die Schriften Rosa Luxemburgs zum Militarismus und Imperialismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu lesen. Es ist frappierend, wie parallel damals wie heute argumentiert wurde und wird, um die historische Aufgabe der deutschen Aufrüstung und Kriegsführung zu verschleiern. Das damalige Endergebnis ist bekannt. Weniger bekannt ist, daß das geläuterte Deutschland bis heute nicht in der Lage gewesen ist, seine Kriegsschuld in vollem Umfang einzugestehen.

Wer aber schon nicht in der Lage ist, der Vergangenheit ernsthaft und schuldbewußt zu begegnen, wird mit ähnlicher Motivation auch neue Kriegslügen in die Welt setzen. Die Kriegslügen, die von Rudolf Scharping und dem (wohl auch deshalb:) bezeichnenderweise beliebtesten deutschen Politiker Joschka Fischer vor und während des NATO–Krieges gegen Jugoslawien in die Welt gesetzt wurden, sprechen hier eine deutliche Sprache [18]. Doch offensichtlich will die Lektion nicht gelernt werden. Illusionen sind wohl allemal besser als ein nüchterner Blick auf die deutsche Außenpolitik. – Doch kommen wir zum Thema.

Der von deutschem Boden ausgehende Krieg im August 1914 folgte dem von General Alfred von Schlieffen ausgearbeiteten Plan. Mittels eines völkerrechtswidrigen Durchmarschs durch das neutrale Belgien sollten die französischen Truppen in einer gigantischen Zangenbewegung umgangen und eingeschlossen werden, um sie anschließend zu vernichten. Dadurch wäre der Weg frei geworden, im Osten gegen das zaristische Rußland Krieg führen zu können. Das Problem war nun, daß Belgien kein williges Opfer war, sondern in Lüttich über ein für die damalige Zeit noch schwer zu knackende Festungssystem verfügte. Der Weg nach Frankreich mußte also mit rücksichtsloser Härte erzwungen werden.

 

Von der Suggestion zum Massenmord

Deutsche Kriegsgreuel 1914Die irischen Historiker John Horne und Alan Kramer haben mit ihrer letztes Jahr in der Hamburger Edition auf Deutsch erschienenen Studie Deutsche Kriegsgreuel 1914 einen weitgehend verdrängten Sachverhalt aufgearbeitet. Die beiden Autoren zeichnen den Einmarsch nach Belgien und die hiermit verbundenen Kriegsgreuel der deutschen Armeen geradezu buchstäblich minutiös nach. Das macht ihr Werk keinesfalls langatmig und schwerfällig. Im Gegenteil – gerade durch ihre ausführliche Darstellung legen sie den Grundstein für den Hauptteil ihrer Studie. Denn nicht allein die nackten Fakten haben sie interessiert, sondern vor allem die Hintergründe und die Wirkung der deutschen Greueltaten auf die damaligen Zeitgenossen.

Die Begleiterscheinungen des deutschen Vormarschs im August bis Oktober 1914 sind erklärungsbedürftig. Denn in den Jahrzehnten zuvor wurde das Völkerrecht auf eine Weise neu geregelt, die Zivilistinnen und Zivilisten vor Kriegshandlungen und Übergriffen schützen sollte. Dennoch war der Vormarsch von Anfang an von Mißhandlungen, Vergewaltigungen, Plünderungen und vorsätzlichen Tötungen der Zivilbevölkerung bestimmt. Menschliche Schutzschilde, Geiselnahmen und andere Schandtaten begleiteten das Vorgehen der sich selbst als ehrenhaft definierenden deutschen Armeen.

John Horne und Alan Kramer sind die verfügbaren Akten und Unterlagen auf der Suche nach dem Motiv durchgegangen und haben dabei einiges Interessante herausgefunden. Zunächst einmal läßt sich festhalten, daß die deutschen Armeen etwa fünfeinhalbtausend Belgierinnen und Belgier ermordet haben. Offensichtlich waren dieser Menschen jedoch nicht als Belgierinnen und Belgier, sondern durch ihre Eigenschaft als Zivilistinnen und Zivilisten der potentielle Feind. Die Zivilbevölkerung galt als unberechenbar; und hier spielt ein Stück weit die Erfahrung aus dem Deutsch–Französischen Krieg von 1870/71 mit hinein. Die damaligen deutschen Armeen hatten es nach der militärischen Niederlage Frankreichs vor allem mit Freischärlern, den Franktireurs zu tun.

Als die deutschen Truppen 1914 in Belgien einmarschierten, war es keine heroische Armee, sondern eine Armee, die Angst vor Hinterhalten und einer feindseligen Zivilbevölkerung hatte. Passenderweise war in den völkerrechtlichen Verhandlungen zuvor ein wichtiger Punkt das Verhalten der Zivilbevölkerung im Falle der Eroberung und Besatzung. Die siegreiche Invasionsarmee sollte davor geschützt werden, im Schlaf überrascht und getötet zu werden. Die Furcht vor dem zivilen Feind nahm schon zu Beginn des Einmarschs in Belgien panikartige Züge an. Einzelne kämpfende Truppen schossen aufeinander und beschuldigten hierfür den Feind.

John Horne und Alan Kramer belegen, daß diese deutsche Furcht eine Form kollektiver Autosuggestion darstellte. Die Belgierinnen und Belgier taten nämlich nicht das, was ihnen unterstellt wurde; schlimmer noch, sie verhielten sich nicht so, wie es der Schlieffenplan vorsah. Aus dem leichten Durchmarsch nach Frankreich wurde eine zeitraubende, mühselige Angelegenheit. Aber Zeit war der wesentliche Faktor des Plans. Die französische Armee konnte nur dann umzingelt und vernichtet werden, wenn dies sehr schnell nach Kriegsbeginn geschah. Der Druck, der hierdurch auf jedem Offizier und jedem einzelnen Soldaten lastete, benötigte ein Ventil.

Der Franktireur war die Umkehrung des Selbstbildes des deutschen Militärs. Seine Art der Kriegsführung war das Gegenteil von dem, was die Deutschen ihrem Selbstverständnis nach praktizierten – einen offenen Kampf mit einem nationalen Heer unter der Führung von Berufsoffizieren. Merkmale der Franktireurs waren Verkleidung, Heimlichkeit, List. [...] Der Franktireur war letztlich ein Verbrecher. [19]

In Belgien gab es keine allgemeine Wehrpflicht, so daß die Chance, auf Männer zu treffen, die keine Soldaten waren, hoch war. Dieses Reservoir an potentiellen Guerillakämpfern war sicher ein Grund für die allgemeine deutsche Furcht vor zivilen Angriffen. Das erklärt aber nicht ausreichend, warum auch Frauen und Kinder mißhandelt, vergewaltigt und ermordet wurden. Offensichtlich überschritt der kollektive autosuggestive Wahn jede Grenze des Vorstellbaren, so daß keine Unterscheidung mehr gemacht wurde: alle waren potentielle Feinde, die selbst fürchterliche Greuel an deutschen Truppen begangen haben sollten. So machten sich die Eindringlinge zu Opfern und legitimierten hierdurch ihre Invasion. Sie verhielten sich so, wie es der Militärtheoretiker Julius von Hartmann 1878 schrieb:

Wo der Volkskrieg ausbricht, da wird der Terrorismus zu einem militärisch notwendigen Prinzip. [20]

Nur – daß der Volkskrieg hier einfach eingebildet war. Wie die beiden Autoren mit Blick auf das damalige Völkerrecht richtig feststellen: selbst unter der Annahme, die Belgierinnen und Belgier hätten derart massiven Widerstand geleistet, wie die deutsche Propaganda behauptete, wären die deutschen Repressalien durch nichts zu rechtfertigen gewesen. Aber das Papier des Völkerrechts ist in den Händen ihrer Wortführer bekanntlich sehr geduldig.

Eine kleine Ironie der Geschichte war, daß den Belgierinnen und Belgiern unterstellt wurde, deutschen Verwundeten die Hände abgehackt zu haben. Ironie deshalb, weil nur wenige Jahre zuvor exakt dies das Verhalten der belgischen Kolonialmacht im Kongo gegenüber den dort lebenden Afrikanerinnen und Afrikanern gewesen war. Dies betraf jedoch nicht … verwundete Kongolesinnen und Kongolesen, sondern alle, welche die Auflagen der Kolonialmacht nicht erfüllen wollten oder konnten. Die Willkür der belgischen Kolonialherren war grenzenlos [21].

Schon im Jahr 1914 waren Berichte über die deutschen Kriegsgreuel in Belgien Gegenstand öffentlicher Kontroversen in den Ländern der Kriegsgegner. Sie wurden in der Presse ausgeschlachtet und dabei wurde nicht selten übertrieben. Auch für die Kriegspropaganda der Alliierten ließen sich die Berichte über die kulturlosen Vandalen ausnutzen. Die Propagandaabteilungen der Alliierten wie der Mittelmächte arbeiteten auf Hochtouren, um der Gegenseite Greueltaten anzuhängen oder entsprechende Vorwürfe zu widerlegen. Und die öffentliche Meinung wurde nicht zuletzt durch Intellektuelle verschiedenster Herkunft beeinflußt, die als moralisches Gewissen fungierten. Das ist sehr schön bei John Horne und Alan Kramer nachzulesen.

Angesichts dessen, was in den folgenden Jahren des ersten und erst recht im Zweiten Weltkrieg geschah, handelte es sich beim deutschen Einmarsch 1914 relativ betrachtet um unbedeutende Handlungen. Allerdings saß 1914 der Schock tief – denn ein derartig barbarisches Vorgehen war bislang nur gegenüber den kolonisierten Völkern vorgesehen und wurde dort auch als legitim betrachtet. Und doch nimmt es kein Wunder, daß die Aufarbeitung in den 20er Jahren im Sand verlief und auch in den 50er Jahren keine große Bedeutung gewann, als es darum ging, das deutsch–belgische Verhältnis zu "normalisieren". Vieles wurde im Nachhinein als Kriegspropaganda abgetan, nicht zuletzt auch deshalb, weil tatsächlich übertrieben worden war.

Dennoch ist es bezeichnend, daß es von deutscher Seite eigentlich nur eine ernsthafte Studie zum deutschen Einmarsch in Belgien 1914 und den damit verbundenen Kriegsgreueln gegeben hat; und selbst diese Studie war auf ein lokales Ereignis beschränkt: nämlich die Brandschatzung und Zerstörung Löwens mit seiner umfangreichen Bibliothek mittelalterlicher Handschriften, verbunden natürlich mit einem weiteren Massaker. Das mörderische Vorgehen in Dinant und vielen anderen Städten und Dörfern wurde der Vergessenheit überlassen. Die einzigen, die trauerten, waren die langsam aussterbenden Zeuginnen und Zeugen von Plünderung und Massakern.

Aufarbeitung ist wahrlich keine deutsche Stärke und diese Nicht–Aufarbeitung verrät sehr viel über die Glaubwürdigkeit heutiger geläuterter Staatsmänner. Und dabei rede ich noch nicht einmal von der gnadenlosen Ignoranz gegenüber den Ansprüchen nach Entschädigung aus von der Wehrmacht in Griechenland zerstörten Dörfern. [22]

John Hornes und Alan Kramers 741 Seiten starke Studie über Deutsche Kriegsgreuel 1914 ist nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht ausgezeichnet, sondern vermittelt einen klaren Eindruck von dem, wozu deutsche ehrenhafte Männer fähig sind. In der Auseinandersetzung zwischen Deutschland und den Alliierten ging es nach 1914 um die Frage, wo die Grenzen zwischen Soldaten und Zivilistinnen zu definieren sind, und auch um die Normen und den Sinn militärischer Gewalt in einer sich rasch ändernden Welt. Keine der damaligen Kriegsparteien war auf den Krieg vorbereitet, der dann stattfand. Und das war erst der Anfang.

So gesehen ist der Vietnam–Krieg kein Betriebsunfall, sondern eine logische Konsequenz aus einer sich barbarisierenden Kriegsführung in einer zivilgesellschaftlichen Welt. Das eine gehört zum anderen. Wenn den beiden Autoren überhaupt eines vorzuwerfen wäre, dann, daß sie den Zusammenhang zwischen kapitalistischer Barbarei und moderner Kriegsführung vernachlässigen. Aber das ist marginal angesichts der Bedeutung ihrer Studie. Lange war die Wahrheit hierzu umstritten, doch ihr Buch läßt keinen Raum mehr für Zweifel.

Das Buch Deutsche Kriegsgreuel 1914 von John Horne und Alan Kramer ist in der Hamburger Edition zum Preis von 40 Euro erschienen.

 

Schluß

Jingle Alltag und Geschichte –

heute mit einer Rückschau auf zwei sicherlich in ihrer Größe und Bedeutung zwei vollkommen unterschiedliche imperialistische Kriege – dem Krieg der USA in Vietnam und dem Beginn des Ersten Weltkrieges anläßlich der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen.

Jonathan Neale hat das gleichermaßen analytisch scharfe wie in den Details neue Einsichten vermittelnde Buch über den amerikanischen Krieg in Vietnam zwischen 1960 und 1975 geschrieben. Das Vietnam–Syndrom verfolgt die US-Politik bis heute. Die damalige Niederlage gegen eine Bäuerinnen– und Bauernarmee scheint hierbei jedoch ein entscheidenderes Trauma zu sein als die Anerkennung des Leides und der massenhaften Tötung, für die mehrere Präsidenten und eine heldenhafte Armee verantwortlich sind. Die Täter wurden nicht zur Verantwortung gezogen.

Die spannende Frage, warum die Unterstützer dieser Täter in Deutschland bis heute hohes Ansehen genießen, wie etwa der Friedensnobelpreisträger Willy Brandt, wäre eine eigene Untersuchung wert. Jonathan Neales Buch Der amerikanische Krieg ist als Gemeinschaftsausgabe des Atlantik Verlages und des Neuen ISP Verlages zum Preis von 16 Euro 80 erschienen.

Wenig Verantwortung hat das demokratisch geläuterte Deutschland auch für die Verbrechen seiner Armeen im Jahr 1914 übernommen. Die irischen Historiker John Horne und Alan Kramer haben ohne Polemik und mit klarem Blick auf die Tatsachen die von ganz normalen Deutschen im Jahr 1914 in Belgien und Nordfrankreich begangenen Kriegsgreuel beschrieben, analysiert und in einen historischen Zusammenhang gestellt. Kriegsgreuel fallen nicht vom Himmel, sondern gehören zum Krieg wie Tauben zum Frieden.

Daß deutsche Soldaten rund um den Indischen Ozean Hilfe nach der Flutkatastrophe leisten, spricht nicht für die Bundeswehr, sonderen für deren Instrumentalisierung. Soldaten sind für Kriege da; Fluthilfe kann anders geleistet werden. Wenn wir hierbei bedenken, daß deutsche Soldaten heute wieder weltweit Krieg führen sollen, dann ist derzeit noch das einzig Beruhigende, daß diese Soldaten zur Zeit damit beschäftigt sind, sich selbst zu foltern. Doch diese Übungsfoltern verweisen nur darauf, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch Peter Struck nicht mehr verheimlichen kann, daß Folter zum Krieg gehört und deshalb auch zum Einsatz gelangt. Krieg ist alles andere als eine chirurgisch saubere Operation. Auch und gerade made in Germany. John Hornes und Alan Kramers Buch über Deutsche Kriegsgreuel 1914 ist in der Hamburger Edition zum Preis 40 Euro erhältlich.

Diese Sendung wird in der Nacht von Montag auf Dienstag um 23 Uhr wiederholt, sowie am Dienstagmorgen um 8 Uhr und am Dienstagnachmittag um 14 Uhr. Gleich folgt Äktschn! – eine Sendung der Kulturredaktion von Radio Darmstadt. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Das Alarmierende daran waren allerdings nicht die an der Zivilbevölkerung begangenen Greueltaten, sondern die Tatsache, daß dieses den Kolonialvölkern gegenüber vorbehaltene Vorgehen auf europäischem Boden gegen andere "weiße" Männer und Frauen stattfand.
[2]   Lassen wir für einen Augenblick außer acht, daß "Völker" ein Konstrukt sind.
[3]   Siehe hierzu ausführlich: James H. Hatfield : Das Bush–Imperium, Atlantk Verlag.
[4]   Jonathan Neale verweist auf die möglichen Folgen einer sich verallgemeinernden Meuterei – nämlich eine Revolution, wie beispielsweise 1917 in Rußland und 1918 in Deutschland geschehen. Angesichts dessen, daß jede Armee auch eine innenpolitische Ordnungsfunktion zu erfüllen hat, muß diese Entwicklung für das US–amerikanische Establishment ungemein besorgniserregend gewesen sein. Man und frau sollte nur einmal darüber nachdenken, was es bedeutet hätte, wenn die aus Vietnam zurückgekehrten GIs an den Kämpfen in den schwarzen Ghettos teilgenommen hätten – Bürgerkrieg.
[5]   Jonathan Neale : Der amerikanische Krieg, Seite 23.
[6]   Neale Seite 39–40.
[7]   Genauer: Kosovo als strategischer Baustein im Great Game um Macht, Einfluß und vor allem Öl im kaspischen und zentralasiatischen Raum. Mit derselben Logik ließe sich dasselbe sicher auch über Liechtenstein sagen.
[8]   Neale Seite 86.
[9]   Neale Seite 93.
[10]  Neale Seite 94–95.
[11]  Neale Seite 93.
[12]  Für einen Trotzkisten gehört eine derartige Aussage natürlich zum Glaubensbekenntnis. Dennoch ist etwas sehr Wahres daran.
[13]  Neale Seite 132–133.
[14]  Dieses Kapitel konnte in der Sendung leider nur noch angerissen werden. Es enthält jedoch eine äußerst scharfsinnige Analyse dessen, was in Kambodscha nach 1975 geschah.
[15]  Die Klassenkämpfe der 1960er und 1970er und das daraus resultierende schwarze Selbstbewußtsein mußten ja irgendwie eingedämmt werden. Wegsperren ist eine Option, wenn militärische Gewalt im Land selbst nicht angesagt ist. Alternativ dazu gibt es ja noch die Todesstrafe als Herrschaftsinstrument.
[16]  Agitation gegen den Krieg innerhalb der Armee funktioniert jedoch nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt der 1960er Jahre war die US Army reif dafür, von innen ausgehöhlt zu werden. Grundsätzlich ist eine solche Strategie jedoch nur begrenzt erfolgversprechend.
[17]  Neale Seite 27–28.
[18]  Das entsprechende Sendemanuskript zu meiner Sendung vom 8. Januar 2001 ist noch nicht online verfügbar.
[19]  John Horne und Alan Kramer : Deutsche Kriegsgreuel 1914, Seite 147.
[20]  Zitiert bei Horne/Kramer auf Seite 215.
[21]  Siehe hierzu bspw. Horst Gründer : Eine Geschichte der europäischen Expansion, Seite 176. Ausführlicher bei Rosa Amelia Plumelle–Uribe : Weisse Barbarei, Seite 95–111.
[22]  Zum Beispiel Distomo.

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Februar 2005 aktualisiert.
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