Radio Darmstadt

Qualitäts–Logbuch 2006

 

Logo Radio DarmstadtRadio Darmstadt ging am 1. Februar 1997 dauerhaft auf Sendung. Die Sendelizenz lief am 31. Dezember 2006 aus, das Radio hat jedoch angesichts der bevorstehenden Novellierung des Hessischen Privatrundfunkgestzes (HPRG) eine Fortbestandsgarantie bis Ende 2007 erhalten. Seitens der LPR Hessen wurde angedeutet, daß es im Jahr 2006 (oder 2007?) eine erneute Untersuchung der Programmleistung einzelner (oder aller ?) hessischer nichtkommerzieller Lokalradios geben werde. Es ist hierbei anzunehmen, daß das hiermit beauftragte Medienforschungsinstitut relativ weltfremde Indikatoren zur Anwendung bringen wird. Diese mögen vielleicht für den öffentlich–rechtlichen Hörfunk angemessen sein, gehen an der Wirklichkeit nichtkommerzieller Lokalradios jedoch weitgehend vorbei. Im Frühjahr und Herbst 1998 führten Hans–Bernd Brosius und Stefan Weiler im Auftrag der LPR Hessen eine Programmanalyse nichtkommerzieller Lokalradios in Hessen durch. Dort wird das Programm von Radio Darmstadt besonders deshalb abgewertet, weil es sich nicht an imaginierten technischen und moderativen Vorgaben orientiert:

Bei RADAR treten des öfteren technische Schwierigkeiten auf, bzw. Moderatoren mit Artikulationsproblemen oder starker dialektaler Sprachfärbung stellten die Argumente vor. Dies äußerte sich in einer geringeren Verständlichkeitseinschätzung der RADARBeiträge, die sich auch auf die generelle Bewertung der Professionalität der Senderleistung niederschlug. [Seite 196]

Des weiteren attestierten die Medienforscher dem Programm dann Sachlichkeit, wenn es so ausgewogen verlogen wie etwa öffentlich–rechtliche Programme klang. Dabei wurde verkannt, daß es die Aufgabe nichtkommerzieller Lokalradios gerade nicht ist, so etwas wie Ausgewogenheit zu suggerieren, sondern durchaus im Sinne der publizistischen Ergänzung auch meinungsbildend zu wirken. Somit scheint es mir eine gute Idee zu sein, für dieses Jahr eine Art Logbuch über die Programmleistung von Radio Darmstadt zu führen und anhand dessen eigene Kriterien herauszuarbeiten. Damit wir uns aber nicht mißverstehen: würde ich einen entsprechenden Air Check für ein beliebiges hessisches Radioprogramm durchführen, würde diese Datei wahrscheinlich nicht ausreichen. Der Müll, der dort zuweilen verzapft wird, ist einfach unerträglich und wird dennoch sogar auf diesem Sender gnadenlos kopiert.

Im übrigen gilt natürlich für alle Sendenden bei Radio Darmstadt: Fehler sind dafür da, um gemacht zu werden. Die Kunst besteht darin, aus diesen Fehlern auch etwas zu lernen.

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Dienstag, 3. Januar, 06.00 Uhr
Der Radiowecker beginnt mit 25–minütiger Verspätung. Die Moderatorin in Studio 2 hatte vergessen, sich beim Einstieg ins Liveprogramm das Sendesignal aus Studio 1 zu holen, und übte sich daher unfreiwillig in einer Trockensendung. Während dessen wurde die Wiederholung des Programms vom Vortag ausgestrahlt, die aus dem anderen Sendestudio vom Band abgespielt wurde. Es bedurfte mehrerer Anläufe, bis die Moderatorin den Telefonanruf eines aufmerksamen Hörers entgegennahm.

Montag, 9. Januar, 16.50 Uhr
Der Moderator des Bunten Montags Mixes spielt einen Agenturbeitrag ab. Dieser Agenturbeitrag beinhaltete eine redaktionell verpackte Werbung für einen Kontaktlinsen–Hersteller. Da Werbung auf dem Sender untersagt ist, dachte sich der schlaue Moderator, den Regler bei der Nennung der Herstellerfirma einfach herunter zu ziehen. Dumm nur, daß er den Regler wieder hochzug, als die letzten Silben des Namens noch zu hören waren. Das Intelligenteste an diesem Vorgang war jedoch, daß er ein für die Hörerinnen und Hörer vollkommen nutzloses Sendeloch von einigen Sekunden Dauer produzierte. Dieser Unsinn wird den Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt noch beschäftigen, um Wiederholungen auszuschließen.

Montag, 9. Januar, 18.00 Uhr
Rüdiger Gieselmann vertritt den im Urlaub weilenden Gerhard Schönberger in dessen Sendung nickelodeon. In dieser Sendung werden sehenswerte Fernsehfilme für die kommenden Wochen vorgestellt. Offensichtlich hat der Ersatzmoderator das Format verstanden, denn eine Hörerin bemerkte nachher trocken, daß sie sich anhand der subjektiven Ausführungen des Moderators nun ein klareres Bild von den erwähnten Filmen machen kann.

Montag, 9. Januar, 19.00 Uhr
Der Programmrat von Radio Darmstadt diskutiert anhand eines Diskussionspapiers von Christian Schurig (Medienanstalt Sachsen–Anhalt) Zur Konsolidierung der Bürgermedien in Deutschland über die Programmqualität des Senders. Selbstkritische Wahrnehmungen waren weitgehend fremd, insgesamt wurde das eigene Programm gelobt. Dieses Logbuch wird zeigen, ob Eigenlob stinkt.

Dienstag, 10. Januar, 20.00 Uhr
Ich mag zwar keine Country–Musik, aber der (herbe) Charme der Moderatorin Karla Appel lädt dennoch zum Reinhören ein. Wenn sich die Moderatorin auch noch dazu durchringen könnte, nicht jede Moderation mit dem Wort Ja zu beginnen, wer weiß, ob dies der Sendung nicht noch besser bekommen würde? Aber dies scheint ein unvermeidliches universelles Phänomen zu sein. Auch unsere türkische Moderatorin Hacer Yontar und unser kurdischer Moderator Umut Kaya beginnen ihre Moderationen gerne mit einem zünftigen Evet. In einem Seminarpapier für die Sportredaktion, geschrieben am 24. Januar 1999 von Bernd Schmiedeke, heißt es daher auch vollkommen richtig: "Vorsicht vor immer wiederkehrenden Floskeln und dem berühmten 'Ja, …'."

Samstag, 14. Januar, 19.00 Uhr
Der Unterhaltungsredaktions–"Notnagel" muß einmal mehr das Programm retten. Es gibt jedoch Dauerwiederholungen, die einfach nur quälend sind.

Montag, 16. Januar, 17.00 Uhr
In der Sendung Hinter den Spiegeln ist ein Vortrag von Moritz Neumann zu hören. Es geht hierbei um die Frage, warum sich nach dem Ende des 2. Weltkriegs Jüdinnen und Juden ausgerechnet in Deutschland (wieder) niederließen. Hier zeigt sich der unbestreitbare Standortvorteil eines nichtkommerziellen Lokalradios: Einen derart interessanten Vortrag (eine Stunde Text!) an anderer Stelle zu hören, leistet sich der zur Grundversorgung verpflichtete Hessische Rundfunk ganz gewiß nicht: wirklicher Lokalbezug kostet einfach zu viel Geld! Da ist es doch sehr praktisch, wenn die Medienpolitik der 90er Jahre die Billigheimer von der Bürgermedien dazu ausersehen hat, diese Lücke möglichst kostengünstig zu schließen. Hierdurch werden HR und FFH wirkungsvoll davon entlastet, sich ihren inhaltlichen Aufgaben stellen zu müssen. Zur Programmleistung von FFH gab es 1997/1998 eine anschließend in der Schriftenreihe der LPR Hessen veröffentlichte Studie, nach der zwar gerade eben noch festgehalten werden kann, daß bei großzügiger Auslegung der rechtlichen Vorgaben das Informationsangebot als lizenzkonform angesehen werden kann. Aber – so halten Hans–Jürgen Weiß, Joachim Trebbe und Torsten Maurer fest – dies sei womöglich im Einzelfall noch nach unten zu korrigieren. Die Konsequenz aus diesem eigentlich negativen Urteil wagten die mit der Studie beauftragten Medienforscher lieber nicht zu ziehen, sondern stellten sie dem Belieben der LPR Hessen anheim. Die Folge: Informationsbröckchen im 29–Sekunden–Takt.

Dienstag, 17. Januar, 17.00 Uhr
Aurel Jahn demonstriert im Offenen Haus das klare Bekenntnis zur Medienpartizipation von Bürgerinnen und Bürgern. Im Gegensatz dazu modelt die LPR Hessen ihre vier Offenen Kanäle zu Medienprojektzentren um (siehe Pressemitteilung vom 11. Januar 2006). Die Hinwendung zur Vermittlung von Medienkompetenz geht eindeutig zu Lasten der partizipativen Aufgaben der Bürger(innen)medien. Die bisherigen Nutzungsmöglichkeiten für Privatpersonen werden drastisch eingeschränkt, so die Gießener Allgemeine am 10. November 2004. Der Gießener Anzeiger am 16. November 2004 schreibt hierzu: "Mit der endlich vollzogenen inhaltlichen Wende nimmt die Landesmedienanstalt ihren Offenen Kanälen zugleich ein Image– und Legitimationsproblem." Dieses Problem beruht jedoch auf der Ignoranz derjenigen, die Bürgermedien ohnehin für eine überflüssige Veranstaltung halten, weil das hierdurch frei werdende Geld zur Quersubventionierung kommerzieller Anbieter herhalten soll. Der Kommerzfunk hat eben eine bedeutende Lobby bis hinein in die Landesmedienanstalten.

Mittwoch, 18. Januar, 21.00 Uhr
Die Jungs von Electronic RadaR blödeln mal wieder kräftig vor sich hin, ohne daß dies als nervig zu empfinden war. Hieran könnte sich so mancher Party–Unterhaltungsredakteur ein Beispiel nehmen. Keine zwanghafte Spaß–Comedy, sondern zum Sound passender flapsiger Stil, wenn auch kurz vor dem Absturz. Aber das ist ja die Kunst: die Grenzen zu kennen und sie – falls erforderlich – bewußt und mit Respekt zu überschreiten. Das gespielte Set des Gast–DJs hat mir übrigens gut gefallen.

Donnerstag, 19. Januar, 17.00 bis 24.00 Uhr
Die Pegeldisziplin läßt zu wünschen übrig. Heute kommen mehrere Faktoren zusammen. Die vorproduzierte Hörzeitung der Darmstädter Tonband– und Stereofreunde wurde nicht ausreichend vorgehört, so daß sie mit zu schwachem Pegel für die Wiederholung aufgezeichnet wurde. An sich ist eine unterpegelte MiniDisc nicht tragisch, sofern sie in sich homogen gepegelt wurde und vom "Notnagel" auch richtig gepegelt gestartet wird. Im Anschluß an die Hörzeitung folgte die Kinderredaktion und dann eine ausgesprochen interessante Sendung der Redaktion treffpunkt eine welt.

Die Moderatorin Regina Hagen und Techniker Bernhard Bieniek bewiesen, daß bei Radio Darmstadt Moderation, Inhalt und Präsentation einfach stimmig sein können. Der abgespielte aufgezeichnete Vortrag von Mohssen Massarrat über die Atompolitik des Iran, gehalten auf dem 12. Friedenspolitischen Ratschlag am 3./4. Dezember 2005 in Kassel, war in jeder Hinsicht von ausgezeichneter Qualität, selbst wenn ich nicht jeden Gedankengang der Sendung teile. Wären doch alle Sendungen dieser Redaktion von dieser Qualität! Doch leider ist festzuhalten, daß so manche Sendung dieser Redaktion im wahrsten Sinne des Wortes unhörbar ist.

Die nachfolgende Sendung Prima litt unter dem Phänomen des "umgekehrten Magazinpegels", der bei Sprache bei etwa minus 10dB und bei der Musik bei etwa 0dB liegt. So geht der gesprochene Text bei leiser gestellten Radiogeräten unter. Eigentlich schade drum! Dann wieder eine Stunde Hörzeitung, diesmal der Feuilletonteil. Den dreistündigen Abschluß des Liveprogramms präsentiert das Team von 12 Zoll (Musikredaktion). Hier wurde dem Pegel mal so richtig auf die Sprünge geholfen. Umso abrupter der Übergang vom knalligen Sound zur unterpegelt eingespielten Wiederholung. Allerdings ist es schwer, den Musikredakteuren einen Vorwurf zu machen. Denn mit welchem Pegel soll bitte sehr ein Band gesendet werden, das in sich vollkommen unausgewogen ist?

Freitag, 20. Januar, 17.00 Uhr
Markus Lang startet seinen Knackpunkt mit dem falschen Jingle und beruhigt seine Hörerinnen und Hörer damit, daß das nicht so schlimm ist. Sechs Stunden später hört und sieht das Andy Ungerer vollkommen anders! Einen falschen Einstiegsjingle zu spielen, kann jeder und jedem passieren. Aber einfach darüber hinwegzugehen nach der Maxime, macht nix, ist einfach Unsinn. Der richtige Schluß ist, keinen Käse zu erzählen, sondern beim nächsten Mal genauer mit sich und der eigenen Sendung umzugehen. Vielleicht liegt das aber auch daran, daß der Moderator sich in freier Rede ohnehin gerne verheddert, wenn ihm mal nichts einfällt. Ein besonders beliebter Textbaustein lautet "wie gesagt", was aus zwei Gründen zu kritisieren ist. Erstens fielen diese zwei Worte innerhalb nur einer Minute gleich drei Mal. Und zweitens sind Rückbezüge in einem Medium, in dem man und frau nicht zurückblättern kann, unbedachter Sinnlostalk. Was auch immer wie gesagt worden ist, muß notfalls wieder ins Gedächtnis zurückgeholt werden. Redundanz ist ein wichtiges Merkmal im Hörfunk. Ich verweise auf das schon erwähnte Seminarpapier von Bernd Schmiedeke. Leider gibt es bei uns Starmoderatoren, die sich sogar Rückbezüge von sechs oder gar acht Wochen leisten. Wahrscheinlich sind deren Hörerinnen und Hörer wahre Gedächtniskünstler/innen, die noch genau wissen, was der Moderator in grauer Vorzeit geblubbert hat. – Übrigens: der Inhalt von Knackpunkt war es auf jeden Fall wert, am Radiogerät dabeizubleiben. Markus Lang brachte zwei Telefoninterviews zu Sexarbeiterinnen in Deutschland und zur medienpädagogischen Vermittlung des Holocaust im Comic.

Freitag, 20. Januar, 21.00 Uhr
Der für diesen Sendeplatz vorgesehene Moderator weilt noch immer im Urlaub. Für Ersatz wurde offensichtlich nicht gesorgt. Wahrscheinlich eher zufällig sich im Sender aufhaltende Mitglieder der Unterhaltungsredaktion verhindern ein zehnstündiges Sendeloch (zwei Stunden Sendung plus nicht eingelegtes DAT–Band für die Wiederholung). Eingelegt wird eine krude Mischung aus Country–Musik und flauer Comedy, die sich nach 70 Minuten mit einem mehrminütigen Sendeloch verabschiedet. Anschließend ist unser Klassiker Funkloch, wahlweise im Remix, zu hören. Der Programmrat sollte sich dringend Gedanken darüber machen, ob es besonders genial ist, diesen 50–sekündigen Track (der einfach Kult ist!) in die Dauerschleife zu legen. Den anwesenden U–Redaktions–Mitgliedern mache ich keinen Vorwurf, da auch ich selbst schon diese Methode benutzt habe, um die entsprechende Looser–Redaktion aus der Reserve zu locken. Ich denke aber, daß es irgendwann einmal genug ist. Nach den Deutschlandfunk–Nachrichten um 23.00 Uhr haben die Retter des Programms nun selbst Probleme mit dem richtigen Start des DAT–Bandes, mental wahrscheinlich ausgelöst durch den Unsinn, den Markus Lang um 17.00 Uhr von sich gegeben hat. Ein hierdurch provoziertes kleineres Sendeloch leitet dann zur Wiederholung über. Natürlich wird keine und niemand daran gedacht haben, wenigstens am Samstagmittag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr eine Ersatzsendung zu dieser kruden Mischung aus Comedy, Country und Funkloch einzulegen, oder?

Montag, 23. Januar, 14.00 Uhr
Der Moderator der Sendung Gehörgang beginnt seine Sendung mit den Worten: "Es ist 17 Uhr und 11 Sekunden. Es beginnt das Liveprogramm von Radio Darmstadt." Das ist aber schön, nur dummerweise ist jetzt nicht Sonntag, sondern Montag, und es läuft die Wiederholung des Programms mit der Zeitansage. Wesentlich besser machen es seine Redaktionskolleginnen in der Sendung Äktschn! am Montagabend: "Wenn es heute Montag ist, dann können Sie die Wiederholung dieser Sendung am Dienstag um 9 und um 15 Uhr hören." Ich wage es gar nicht zu fragen: Wer von beiden mag wohl länger bei uns senden? Ja, genau. Merke: Aktuelle Zeitangaben haben im wiederholten Programm einfach nichts zu suchen!

Montag, 23. Januar, 17.00 Uhr
Das Wiederholungsband startet die Aufnahme des Nachmittagsprogramms nicht automatisch. Der Chef vom Dienst bemerkt dies nach fünf Minuten und startet das Band manuell. Die Folge: Die Wiederholungen unseres Montagsprogramms steigen mitten in einen gesprochenen Text ein. Nicht schön, aber nicht zu ändern. Unser Techniketat ist nämlich so gering, dafür würde der Hessische Rundfunk nicht ein einziges Gerät auch nur einschalten. Die LPR Hessen kam deshalb 2005 auf die glorreiche Idee, den sieben hessischen nichtkommerziellen Lokalradios den Ersatzbeschaffungsetat drastisch zu kürzen. Vorgeschobene Begründung: Subventionierung der notleidenden privaten Rundfunkanbieter beim Umstieg auf DVB–T im Kasseler Raum. Doch die Privaten wollten nicht. Natürlich wurde das Geld dennoch gestrichen, und, damit man und frau sich an den Zustand gewöhnt, gleich auch noch für 2006. Diesmal ohne vorgeschobene Begründung. Was interessiert es die Landesmedienanstalt, wenn Bürgermedien mit maroder Technik handwerkeln?! Ihren Offenen Kanälen kann das hingegen nicht passieren, die werden weiterhin großzügig in Größenordnungen bedacht, wovon die sieben Lokalradios nur träumen können. Zahlen gefällig? Der von der LPR Hessen zur Verfügung gestellte Basisetat eines Offenen Kanals liegt bei etwa 300.000 €, nichtkommerzielle Lokalradios werden laut Förderrichtlinien mit maximal 66.500 € zugunsten der Personal– und Sachkosten gefördert. Müssen HR und FFH nicht lauthals loskichern, wenn sie sehen, daß wir mit einem Jahresetat von etwas mehr als 100.000 € ein semiprofessionelles Vollprogramm gestalten? Dafür gelingen beiden Senderketten mit ihrem Millionenetat mitunter Klöpse, darüber können wir echt nur staunen. Echte Profis eben.

Dienstag, 24. Januar, 17.00 Uhr
Das Wiederholungsband läuft erneut nicht über unsere Fernsteuerung an. Das macht uns stutzig. Und siehe da – es liegt nicht an einer maroden Technik, sondern am menschlichen Unvermögen. Am Samstagabend machten sich einige technisch mehr oder weniger versierte Sendende an unserem ISDN–Außenübertragungsgerät zu schaffen und ließen hierbei auch das Kabel zwischen Zeitschaltuhr und DAT–Recorder nicht unbehelligt. Da sie nicht wußten, was sie taten, bemerkten sie auch nicht, daß, was sie taten, katastrophale Folgen hatte. Auch hieraus kann nur gelernt werden: wer nicht weiß, was er oder sie gerade tut, sollte einfach die Finger davon lassen!

Donnerstag, 26. Januar, 18.00 Uhr
Die wiederum inhaltlich spannende Sendung des Darmstädter Friedensforums wurde leider durch ein – wahrscheinlich bei der Aufnahme des gesprochenen Referates beim Kasseler Friedensratschlag unvermeidliches – Rauschen ein wenig getrübt. Trotz Rauschen: mehr davon!

Donnerstag, 26. Januar, 19.00 Uhr
Ein erneutes Hören von Prima ergibt, daß der Techniker der Sendung noch lernen muß, daß es von Vorteil ist, den Unterleger soweit herunterzuziehen und dabei das Mikrofon soweit hochzuregeln, daß die weibliche Stimme auch hörbar und verständlich wird. Nun ist dies kein Phänomen, das auf Prima beschränkt wäre. Auch für das Verwenden von Unterlegern gibt es Regeln. Im kommerziellen Hörfunk mag es unerheblich sein, wie die Stimme gepegelt wird, weil dort die Kompressor–Limiter–Technik (Optimod etc.) den branchenüblichen (und scheußlichen) Einheits–Quetschsound produziert. Bei einem Sender jedoch, bei dem Moderatorinnen und Techniker die absolute Kontrolle über und Verantwortung für das zu sendende Produkt haben, ist die Orientierung am Dudelfunk kontraproduktiv.

Freitag, 27. Januar, 15.00 Uhr
Ein aufmerksamer Hörer (Danke, Chappi!) ruft an und weist auf ein Krächzen auf dem Sender hin. Da wir schon mehrfach die Pannen im Leitungsnetz der Telekom ausbaden durften, blieb nichts anderes übrig als auszuprobieren, ob der Fehler bei uns oder bei der Telekom liegt. Da die MiniDisc in einem anderen Player problemlos zu hören war, lag der Fehler offensichtlich bei uns. Schon hier machte sich der erst später entdeckte Phasendreher bemerkbar. Hier wirkt sich ein Merkmal eines ehrenamtlich betriebenen Lokalradios aus: zuviel Arbeit bleibt an zu wenigen (qualifizierten!) Personen hängen, so daß manche Fehler erst viel zu spät entdeckt und behoben werden können. EinE hauptamtlich angestellteR TechnikerIn wäre zwar wünschenswert, ist jedoch nicht finanzierbar. Auch hier grinsen die Platzhirsche HR und FFH leise vor sich hin.

Freitag, 27. Januar, 23.05 Uhr
Die vom Deutschlandfunk übernommenen Nachrichten enden mit den Worten: "Soweit die Meldungen." Dies ist für die Studiotechnik der Sender, welche die Nachrichten übernehmen, das Signal, den DLF auszublenden und (bei uns) den Nachrichten–Endjingle abzufahren. Weder interessiert, wann die nächsten Nachrichten gesendet werden (weil wir sie nicht übernehmen), noch welche Verkehrsstaus es weltweit gibt (wir sind ein Lokalradio). Diese spezielle Passage erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit. Leider scheinen unsere Moderatoren und Technikerinnen des häufigeren an dieser Stelle ihren Kopf woanders abgestellt zu haben, so daß zuweilen unsere Hörerinnen und Hörer gar den Anfang der nachfolgenden Sendung des Deutschlandfunks präsentiert bekommen. In dieser speziellen Freitagsnacht wurde nach dem verspäteten Einstart ins eigene Programm zudem noch der falsche Jingle abgespielt (nämlich der Ankündigungs–Jingle der DLF–Nachrichten). So sehr Fehler menschlich sind, beobachte ich in letzter Zeit eine Häufung der Unaufmerksamkeit, fast schon nach dem Motto: " Ist doch egal." Das hatten wir jedoch schon: es ist nicht egal!

Samstag, 28. Januar, 01.00 Uhr
Die Gain-Regler am Mischpult.Die Wiederholung der Sendung Verkehrspolitik zeichnet sich durch eine grauenhafte Einspielung der O–Töne aus. Es ist für die message der Sendung wenig hilfreich, wenn die O–Töne maximal halb so laut eingespielt werden wie die Moderation und die Zwischenmusik ertönt. Hier wäre es dringend anzuraten, durch Nachbearbeitung den Pegel der O–Töne anzupassen. Hierzu gibt es bekanntlich nützliche Regler am Mischpult. Vielleicht sollte man oder frau dem Herrn Knölker einmal den Sinn des Gain–Reglers vermitteln, wenn er schon nicht in der Lage ist, O–Töne einzufangen, die eine gewisse Mindestlautstärke mitbringen. Ich würde hier nicht so spotten, wenn sich dieses Schema nicht allmonatlich in dieser Sendung wiederholen würde.

Samstag, 28. Januar, 03.00 Uhr
Es gibt Musikstücke, die gehören aufgrund ihrer gespielten Häufigkeit auf unserem Sender einfach verboten! So zum Beispiel die Zeit der Züge. Erst spielt Christian Knölker sie als Erkennungsmelodie zu seiner monatlichen VerkehrspolitikSendung, dann gleich noch einmal als Einstieg zu Heiner packt die Koffer zwei Stunden später, als er die erkrankte Moderatorin vertritt. Nun ist es bei einem nichtkommerziellen Lokalradio nicht zu vermeiden, wenn zwei Moderatorinnen und Moderatoren womöglich gar bei zwei Sendungen nacheinander dasselbe Lied spielen. Aber ein einziger Moderator sollte doch soviel Fingerspitzengefühl besitzen, um sein Lieblingslied moderat einzusetzen. Wir haben doch schließlich nicht die Rotation kommerzieller Radios (und die öffentlich–rechtlichen machen den Unfug bereitwilligst mit); und sind daher absolut frei in der Musikwahl. Allerdings bedeutet das auch: wenn einer oder eine seine oder ihre Hörerinnen und Hörer partout nerven will und immer wieder denselben Song spielt, dann ist das erlaubt. Aber es macht nicht wirklich glücklich. Auch nicht an jedem Donnerstagmorgen, wenn derselbe Moderator uns mit derselben Musik und derselben Themenwahl zu wecken versucht. Gähn …

Sonntag, 29. Januar, 19.00 Uhr
Umgekehrter Magazinpegel: Sprache irgendwo bei maximal minus 3dB, Musik hingegen voll aufgedreht auf 0dB. Die Folge: Ich muß mein Radio lauter stellen als ich will, um die Moderatorin überhaupt akustisch verstehen zu können. Ich beschließe, den gesprochenen Text als unhörbar zu ignorieren und die Musik auf eine leise Hintergrundberieselung zu reduzieren. Warum haben wir eigentlich vor einem Jahr im Programmrat ausführlich über die Bedeutung des Magazinpegels gesprochen, warum eigentlich haben Hacer Yontar und Markus Unkels große und nicht zu übersehende Wandplakate zum Thema aufgehängt, wenn dies in den Redaktionen nicht vermittelt und umgesetzt wird? Ist das Ignoranz oder will die Moderatorin nicht verstanden werden? Oder – ganz subversiv – handelt es sich gar um Flüsterpropaganda?

Sonntag, 29. Januar, 23.00 Uhr
Unser Liveprogramm wird am Sonntag um 23.00 Uhr traditionell mit den Deutschlandfunk–Nachrichten beendet, um anschließend mit der Wiederholung des seit 17.00 Uhr aufgezeichneten Programms zu beginnen. So sollte es auch heute sein, doch unsere Sendenden von 12 Zoll hatten wohl andere Pläne. Und so plätscherte das Programm des Deutschlandfunks bis 23.19 Uhr munter weiter, bis sich jemand erbarmte und das Datband mit der Wiederholung startete. Allein, ich wage es kaum zu schreiben, der Sendepegel pegelte sich bei unglaublichen minus 12dB ein – d.h. weniger als die Hälfte der Soll–Lautstärke!

Dienstag, 31. Januar, 17.00 Uhr
Köstliches Interview (allerdings eine Wiederholung) von Aurel Jahn mit dem Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Erfinder Verbandes. Zwei Männer verstehen sich; und manchmal reden sie, wie zwei Männer, auch aneinander vorbei. Aber es war informativ und kurzweilig. Nur eine Frage: wieso weiß der Moderator nicht, wann seine Sendung wiederholt wird? Er hat zwar mit 00.00 Uhr richtig geraten, aber ein Blick in den Programmflyer hätte weiter geholfen. Bitte keine Verwirrspiele mit unseren HörerInnen! Anzumerken wäre, daß es vor zwei Jahren einige Monate gab, in denen der Programmflyer vom Programmrat nicht herausgegeben wurde. All die Sendenden, die sich selbst auf den Flyer in ihrer Planung gestützt hatten, waren von allen guten Geistern verlassen. Manche Sendung fiel aus, weil der klärende Blick in den eigenen Flyer fehlte. Das eigene Programm zu blicken, muß ganz schön schwer sein 

 

Mittwoch, 1. Februar, 00.00 Uhr
Radio Darmstadt ist exakt neun Jahre auf Sendung! Michael Geisser hat's zum Abschluß seines Gipfelstürmers bemerkt. Doch dann, die Ansage der nächsten Sendung, der ersten auf dem Wiederholungsband – si tacuisses … Aurel Jahns Sendung heißt schon seit zwei Jahren 291111 – radiodarmstadt.de/in–sendeplatz und nicht mehr N.N.! Offensichtlich hat der Moderator ein Wahrnehmungsproblem. So auch am Montagnachmittag, da konnte er zwei Moderatorinnen im zweiten Sendestudio sehen und sagt dennoch die Sendung eines (männlichen) Moderators an. Auch wenn Katharina Mann montags Hinter den Spiegeln moderiert, kündigt er grundsätzlich Niko Martin an, der im Wechsel mit ihr die Sendung gestaltet. Falsche Ankündigungen folgender Sendungen sind zu unterlassen!

Mittwoch, 1. Februar, 18.00 Uhr
Die Kulturredaktion startet ihre Sendung mit einschmeichelnder Musik in voller Lautstärke und befragt ihre Gästinnen anschließend im Flüsterton (minus 5 bis minus 10dB). Die Technikerin der Sendung hatte ein Problem mit der Mikrofonie, das sie nach etwa zehn Minuten in den Griff bekommen zu haben scheint.

Mittwoch, 1. Februar, 19.00 Uhr
Die Darmstadt Hitparade beginnt in der ersten halben Stunde mit einer Zusammenfassung der letzten Sendung. Gefährlich, gefährlich! Damals aktuelle Hinweise müssen unbedingt herausgeschnitten werden! Überholte Angaben zu Mailboxen, Email–Verteilern, Voting–Deadlines etc. führen zu heilloser Verwirrung.

Mittwoch, 1. Februar, 23.00 Uhr
Der Moderator der Sendung Popsofa fährt sein Programm wie gewohnt ab (sogenannte Dauerwiederholung). Doch diesmal spielt ihm die Technik einen Streich. Einer der MiniDisc–Player ist offensichtlich falsch angeschlossen worden (siehe am Samstag den Eintrag zum Phasendreher). Deshalb ist die aufgezeichnete Stimme des Moderators kaum zu vernehmen. Da er einen Kopfhörer trägt, hätte er dies hören müssen. Die nahe liegende Lösung wäre gewesen, einen anderen MiniDisc–Player zu nutzen. Das erfordert allerdings ein gewisses Maß an Flexibilität, und das war wohl zuviel verlangt.

Freitag, 3. Februar, 14.00 Uhr
Es wird eine Konzertvorschau gesendet, die im Programm nicht vorgesehen ist. Der Musikredakteur hat die Freitage durcheinander gebracht. Ein Blick in den Programmflyer wäre hier hilfreich.

Freitag, 3. Februar, 20.00 Uhr
Statt Memories gibt es Gospel Rock als Konserve auf MiniDisc, der Moderator ist nicht zu verstehen. Der erst am Samstag entdeckte Phasendreher löschte seine Stimme fast völlig aus. Da sich keine und niemand um die munter allein vor sich hin sendende MiniDisc gekümmert hat, wurden unsere HörerInnen einmal am Freitagabend, einmal in der Nacht zum Samstag und einmal am Samstagvormittag mit unverständlichem Geflüster berieselt. Woraus die Konsequenz zu ziehen wäre: selbst eingelegte Konserven sind zu überwachen. Es ist ohnehin fahrlässig, ein Band einzulegen und den Sender sich selbst zu überlassen. Was passiert, wenn etwas – wie hier – passiert?

Samstag, 4. Februar, 09.00 Uhr
Beim Abhören der Wiederholung des Migrationsmagazins Darmstadt interkulturell stellen aufmerksame HörerInnen einen Phasendreher fest. Durch eine Vertauschung des Eingangssignals löschen sich die Signale auf beiden Stereokanälen gegenseitig aus, zu hören ist daher – Stille. Allerdings nur bei denjenigen HörerInnen, die mit ihrem Küchenradio nur monoaural zuhören. Das Abhörradio am CvD–Platz ist ein solches Monoradio! Der Chef vom Dienst konnte auf dem Pegelmesser oberhalb des neben ihm stehenden Radios zwar zwei Stereobalken munter vor sich hinzucken sehen, aber nichts hören. Weshalb ist er dann nicht unverzüglich eingeschritten und hat die MiniDisc in einen anderen Player eingelegt? Bei der Samstags–Wiederholung der Sendung wurde das Signal zum Abspielen auf nur einen Kanal gelegt; die mono Hörenden hatten wieder Empfang, die stereo Hörenden mußten mit eingeschränkter Qualität vorlieb nehmen. Das Problem ist nun erkannt und wird behoben.

Sonntag, 5. Februar, 18.00 Uhr
Bescheidenheit ist eine Zier, aber ein Moderator muß sich nicht unnötig zurücknehmen. Die Floskel "meine Wenigkeit" widerspricht der Funktion des durch die Sendung führenden Moderators, erst recht, wenn sie innerhalb einer einzigen Moderation gleich zweimal kurz hintereinander fällt. Das bedeutet nun nicht, statt dessen aufdringlich ins Wohnzimmer (oder wo immer das Radio stehen mag) der HörerInnen einzudringen! Aber die ModeratorInnen sind nicht deshalb wenig, weil sie das Programm ehrenamtlich gestalten. Dafür kennt der Moderator Bernd Schmiedeke im RadaR–Sportplatz mehr als nur ein Geburtstagslied und spielt Birthday von den Beatles, das diese genau zu diesem Zweck geschrieben hatten, um das dröge Happy Birthday to You unnötig zu machen. Der BadesalzSpot mit dem Drogenkasper beweist, daß der Moderator dem Sportgeschehen durchaus auch kritisch gegenüber steht. Tja, lieber DFB, "Keine Macht den Drogen" propagieren, aber vor und nach dem Spiel saufen gehen und im Stadion auch noch dafür werben …

Sonntag, 5. Februar, 23.00 Uhr
Überraschung! Wer nach den Deutschlandfunk–Nachrichten die Wiederholung unseres Frauenradios FriDa erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Ein weiteres Mal erschallte Chappi uns mit der Darmstadt Jahreshitparade, einer Wiederholung vom Jahresende 2005. Nach weiteren vierzig Minuten ein abrupter Wechsel im Programm. Was war geschehen? Nun, der Chef vom Dienst hätte um 16.45 Uhr erscheinen und sich zunächst davon überzeugen sollen, daß ein Datband im Aufnahmerecorder für die Aufzeichung der Wiederholung lag. Doch wenn Murphy vorbeischaut, dann richtig (und er kommt gerne wieder). In der Nacht zuvor hatte es das Team der DJ–Zone unterlassen, ein neues Band bereit zu legen. Wie ungeschickt, daß der Chef vom Dienst just zu dem Zeitpunkt die Tür zu den Studioräumen öffnete, als die Zeitschaltuhr dem Datrecorder sagte, mit der Aufnahme zu beginnen. Da der von der Zeitschaltuhr übermittelte Impuls dann dauerhaft am Eingangsport des Recorders anliegt, ließ sich das Gerät nicht öffnen – eine weise Vorsichtsmaßnahme des Herstellers, um unbefugte Zugriffe während einer Aufnahme zu verhindern. Und so kam es, daß der Chef vom Dienst sich nach einer Notlösung umzuschauen begann. Nach einer guten halben Stunde legte er im Sendestudio 1 das Datband in den dortigen Recorder und startete die Aufnahme. Zum Glück liefen an diesem Abend alle Sendungen aus diesem Studio, sonst hätte noch ein fettes Sendeloch von gar zwei Stunden Dauer das Wiederholungsband geziert. Fazit frei nach Gorbatschow: Wer zu spät kommt, den bestraft das Datband.

Montag, 6. Februar, 19.00 Uhr
Der Moderator der Sendung Stony Monday möchte lieber die Superstars im Fernsehen anschauen und bittet Gerhard Schönberger, seine Sendung um zwei Stunden zu überziehen. Das führt dazu, daß die Sendung zu Armutskrankheiten im Niger und zu Hilfsprojekten in Sierra Leone in die Länge gestreckt und nach anderthalb Stunden quasi wiederholt wird. Ich finde, man kann es auch übertreiben. Nach außen hin wird dies damit begründet, daß der Moderator von Stony Monday zwei Stunden von Gerhard Schönberger im Januar während dessen Urlaubs übernommen habe, die er jetzt zurück gibt.

Freitag, 10. Februar, 17.00 Uhr
Blick auf den DAT-Recorder.Gleich zwei Chefs vom Dienst überwachen den korrekten Start des Datbandes und übersehen dabei, daß zum Sendestart um 17.00 Uhr keine und niemand aus der Lokalredaktion zur Sendung erscheint. Das pünktlich um 17.00 Uhr beginnende Sendeloch dauerte knapp 17 Minuten, ehe eine MiniDisc mit Salsamusik eingelegt wurde. Wo lag die "Notsendung" der Lokalredaktion, die seit fünf Jahren verpflichtend ist? Wir lassen einmal die nachrangige Frage unbeantwortet, welche Kommunikationsdefizite zwischen und in der Wissenschafts– und der Unterhaltungsredaktion geherrscht haben, daß gleich zwei Sendende erschienen sind, um um 16.45 Uhr ihren Job als CvD anzutreten. Geholfen hat die Dopplung offensichtlich nicht.

Mag sein, daß sich keine und niemand aus der Lokalredaktion zuständig gefühlt hat – aber dann stellt sich die Frage, ob in dieser Redaktion auch redaktionell gearbeitet wird oder ob es sich bei dieser Redaktion bloß um eine Vergabestelle von Sendeplätzen handelt. (Nachtrag: Diese Frage läßt sich schlicht so beantworten: die Redaktion – oder besser: drei Personen – tritt einmal etwa alle zwei Jahre zusammen, sagt "Hallo" zueinander, bestätigt den Redaktionssprecher und seinen Stellvertreter und geht anschließend wieder nach Hause.) Da diese Redaktion auch keinen Hinweis an den Herausgeber des Programmflyers gegeben hat, welches Programm sie denn im Februar zu senden gedenkt, ist durchaus anzunehmen, daß hier garnichts gedacht und entsprechend auch nichts gesendet wurde. Im Flyer steht übrigens Knackpunkt, aber das hat nichts zu sagen. Der Herausgeber des Flyers hat mangels qualifizierten Inputs sich selbst ein Programm für die Lokalredaktion ausgedacht. Nachtrag: der Moderator und Knackpunkt war bei einer externen Fortbildung und hat schlicht vergessen, den Chef vom Dienst zu bitten, die vorproduziert bereit liegende MiniDisc abzufahren. Tja, so kann's gehen, wenn Murphy vorbeischaut.

Samstag, 11. Februar, 01.00 Uhr
Das am Freitagnachmittag aufgezeichnete Sendeloch hätte in der Nachtwiederholung vermieden werden müssen. Doch offensichtlich ist es von unseren jugendlichen Nachtschwärmern zuviel verlangt, sich an die Regel zu halten, die da lautet: starte das Datband nicht am Anfang, sondern mit Beginn der ersten aufgezeichneten Sendung, den man und frau halt per Vorhöre suchen muß! In der Nacht herrschte daher zwischen 1.04 Uhr und 1.21 Uhr eine durch leichtes Rauschen untermalte Stille. Im Gegensatz hierzu hat es am Samstagmorgen die Radiowecker–Redaktion richtig gemacht und zunächst die Wiederholung mit Beginn der Salsamusik gestartet. Alsdann hat sie zwischen viertel vor 10 und zehn Uhr Musik eingespielt, um das wiederholte Programm mit den vorgegebenen Sendezeiten zu korrelieren. Hier wird mitgedacht!

Es sei auf den tieferen Sinn des Beginns der DAT–Aufzeichnung vor 17.00 Uhr verwiesen: Erstens scheint sich der Klebstoff, mit dem die Bandrolle am Innenring befestigt wird, mit der Zeit vagabundierend zu verflüchtigen und Dropouts zu hinterlassen. Da dies nur am Bandanfang geschieht, gibt es einen kleinen Vorlauf, weshalb das Band auch früher startet. Zweitens wird die Zeitschaltuhr nicht funkgesteuert und muß daher mit einem leichten Spielraum versehen vor Beginn des aufzuzeichnenden Programms starten. Aus diesem Grund müssen diejenigen Sendenden, welche die Wiederholung starten, am Bandanfang nach dem Beginn der 17.00 Uhr–Sendung suchen, um die Wiederholung korrekt im Anschluß an das Liveprogramm zu starten. Ansonsten erhalten wir verschiedene Anfangsfetzen (und – wie Samstagnacht geschehen – fette Sendelöcher) und ich frage mich, was mit der Präsentation eines Fetzenprogramms unseren Hörerinnen und Hörern vermittelt werden soll. Die Erfahrung zeigt, daß sich die wenigsten Sendenden dieser Verantwortung bewußt sind; sie starten grundsätzlich das Datband direkt am Anfang. Ist ja auch einfacher – da muß man und frau nicht mitdenken.

Sonntag, 12. Februar, 17.00 Uhr
Die Technikerin von Blickpunkt Gesellschaft legt die vorproduzierte Sendung Raumfahrtjournal von Radio F.R.E.I. aus Erfurt ein und verläßt sich hierbei auf die Aussage eines Mitglieds der Wissenschaftsredaktion, der Sendepegel dieser CD sei in Ordnung, sie müsse also nichts tun. Also legte sie eine Sendung ein, die uns ein weiteres Flüsterstündchen bescherte. Denn die CD war (auch noch unausgewogen) mit etwa minus 10 bis minus 15dB ausgesteuert und das ist eindeutig zu wenig. Entsprechend leise kam die Sendung dann auch in den Radios an.

Sonntag, 12. Februar, 20.30 Uhr
Wie schon in der Nacht zuvor, als ein Moderator der DJ–Zone unsere HörerInnen bat, zur Küchenparty zu kommen, und hierbei auf die (derzeit unzugängliche) Wegbeschreibung auf unserer Homepage hinwies, forderte nun der Moderator von RadaR Aktiv dazu auf, das vielfältige inhaltliche Angebot unserer Webseite aufzusuchen. Offensichtlich hat es sich noch nicht bis zu unseren Sendenden geflüstert, daß die Homepage von Radio Darmstadt aufgrund technischer Probleme seit nunmehr einem halben Monat nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht. Genauer gesagt: nur die Startseite. Ich betrachte derartige Aussagen daher als eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht, die auch darin besteht, sich zuvor über ein Angebot sachkundig zu machen, daß man seinen Hörerinnen und Hörern anpreist. Ob auch andere in diesen Sendungen verbreitete Informationen derart genau recherchiert sind?

Sonntag, 12. Februar, 23.00 Uhr
Als der Musikredakteur, der für das Einlegen des Wiederholungsbandes zuständig war, den Anfang der Sendung suchte, stolperte er über den zu niedrigen Sendepegel des Raumfahrtjournals und tat eigentlich etwas sehr Vernünftiges. Er drehte den Gain–Regler voll auf, so daß die Aufzeichnung mit dem normalen Pegel gesendet wurde, mit der fatalen Folge, daß die nachfolgende Sendung mit unangenehmen Begleitgeräuschen zu hören war. Denn der RadaR Sportplatz sendete wieder ganz normal und das waren dann 15dB zu viel! In diesem Moment springt der der Sendeantenne auf der Fachhochschule vorgeschaltete Limiter an, begrenzt das Signal und hinterläßt ein charakteristisches Knarzen. Und so, wie ich zu Hause hören kann, wer die roten Balken auf dem Pegelmesser glühen läßt, so durfte unser Publikum die ganze restliche Nacht mit dieser eigenwilligen Aussteuerung leben. Dem Musikredakteur ist hierbei kein Vorwurf zu machen. Und die Technikerin von Blickpunkt Gesellschaft weiß jetzt, daß sie den Aussagen Anderer lieber nicht vertraut und besser einmal selbst nachhört (bzw. vorhört) und evtl. auch nachpegelt. Am folgenden Morgen machte es der Radiowecker richtig: er pegelte das Raumfahrtjournal nach und drehte dem RadaR Sportplatz den überdrehten Sendepegel wieder zurück. Aber es kann ja nicht die Aufgabe einer Radiowecker–Technikerin sein, die verbale Unbedachtheit eines Wissenschaftsredakteurs auszubügeln.

Montag, 13. Februar, 16.47 Uhr
Das – wie ich es nenne – Uhrzeitenunwesen bei Radio Darmstadt führt zu zuweilen skurrilen Blüten. An sich ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn in einem nicht wiederholten Magazin auch eine Uhrzeit durchgegeben wird. Allerdings wird in der Regel die Zeitansage mit kurzen Intervallen nur morgens durchgesagt, weil da die meisten Menschen zur Arbeit, zur Schule oder sonstwohin hetzen. Ob dies auch am Montagnachmittag so exzessiv gehandhabt werden muß, mag Ansichtssache sein. Was uns allerdings der Moderator des Bunten Montags Mixes mit der Zeitansage 17 Minuten nach halb 5 sagen will, bleibt wohl sein Geheimnis. Jeden Montag werden wir mit exakt dieser merkwürdigen Aussage beglückt. Warum nicht mit: 32 Minuten nach viertel vor halb 5? Oder ist das zu kompliziert? Hallo, das heißt 13 Minuten vor 5! Natürlich sind derartige Hirnknobeleien im nichtkommerziellen Lokalradio nicht verboten, aber wollen wir unsere HörerInnen in einer Informationssendung mit unnötigen Rechenaufgaben verwirren?

Montag, 13. Februar, 19.00 Uhr
Auf der monatlichen Programmratssitzung wird erneut über die Qualität des von uns gesendeten Programms diskutiert. Hierbei wird auch dieses Logbuch thematisiert, weil es – gelinde gesagt – etwas ungewöhnlich ist, daß in einem offenen Medium genauso offen die Schwachstellen wie Stärken der eigenen Produktionen dargelegt werden. Als Konsequenz kann festgehalten werden, daß etwa drei Viertel der hier aufgelisteten Probleme durch einfache Maßnahmen verhindert werden können. Hierzu gehören Sende– und Pegeldisziplin, das korrekte Starten des Wiederholungsbandes zu Beginn des Live–Sendebetriebes wie auch zu Beginn der Wiederholung, sowie Chefinnen und Chefs vom Dienst, die ihren Aufgaben mit dem nötigen Verantwortungsbewußtsein nachkommen. Sendelöcher können bei entsprechender Aufmerksamkeit verhindert werden. Diese einfachen Maßnahmen sollen im Laufe des Monats in den Redaktionen vermittelt werden.

Dienstag, 14. Februar, 22.55 Uhr
Mister T scheint einer der wenigen Sendenden bei Radio Darmstadt zu sein, der seine Hörerinnen und Hörer dazu aufruft, nicht nur unser Radio zu hören, sondern auch für drei Euro im Monat Mitglied im Trägerverein RadaR e.V. zu werden. Und das jede Woche – vorbildlich!

Mittwoch, 15. Februar, 00.00 Uhr und 00.55 Uhr
Der Gipfelstürmer hat sich im Programmflyer sachkundig gemacht und sagt jetzt die folgende Sendung (fast) richtig an, aber der Moderator der nun folgenden Sendung sollte wirklich einmal im Programmflyer nachschauen, wann die Nachtwiederholung seiner Sendung läuft. 23.00 Uhr war diesmal falsch geraten, denn da lief ja der Gipfelstürmer.

Mittwoch, 15. Februar, 18.00 Uhr
Murphy ist wieder auf Besuch da: Alles, was schief gehen kann, geht gnadenlos schief. Zunächst einmal schickt die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft eine Chefin vom Dienst ins Rennen, die keine Ahnung von der Studiotechnik hat. Solange alles glattläuft, ist das ja auch kein Problem, aber wann läuft schon einmal alles glatt? Deshalb hat der Programmrat den Redaktionen zur Auflage gemacht, nur solche Personen als ChefIn vom Dienst zu bestimmen, die dazu auch (technisch!) in der Lage sind.

Sodann erscheint (nicht unerwartet, weil: zum wiederholten Male) der Moderator der Märchenzeit nicht zur Sendung. Eigentlich müßte die Chefin vom Dienst jetzt die Not–MD der Sendung Märchenzeit einlegen, aber diese existiert nicht in der Sendungsmappe. Also versucht die Chefin vom Dienst, mittels der CDs der italienischen Moderatorin die folgende Stunde zu überbrücken. Es folgt ein Notprogramm, das aus dem Abspielen mehrerer italienischer Songs, jeweils unterbrochen von mehreren (bis zu 30!) Sekunden Pause, besteht. Hier wirkt sich die technische Nichtkompetenz aus: die Studio–CD–Player beenden nämlich ihren Dienst mit dem Abspielen eines Tracks, verhalten sich also anders als das Consumergerät zu Hause. Um 18.26 Uhr tritt dann der GAU ein: Sendeloch. Sechseinhalb Minuten lang ist nichts zu hören. Dann ertönt das nächste italienische Lied, das um 18.36 Uhr mittendrin unmotiviert durch einen wahrscheinlich ebenso unmotivierten Tastendruck am Mischpult unterbrochen wird. Um 18.40 Uhr wird das darauf folgende Lied mittendrin gleich vollkommen abgewürgt, aber das dadurch verursachte Sendeloch dauert nur eine Minute an.

Inzwischen ist ein Kulturredakteur erschienen, der die letzte Viertelstunde fehlerfrei über die Bühne bringt. Für versierte Chefinnen vom Dienst wäre diese Stunde nicht zum Problem des Senders geworden. Daraus sollte die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft als Maßnahme zur Behebung der Fehlerkultur die richtigen Konsequenzen ziehen.

Donnerstag, 16. Februar, 00.00 Uhr
Wiederholung von Tiramisú. Vierminütiges Sendeloch – als Höhepunkt einer Reihe von technischen Patzern – von 0.34 Uhr bis 0.38 Uhr. Die Moderatorin entschuldigt sich zwar auf Italienisch, aber das Problem ist: sie hat keine Ausbildung und versucht, sich mehr schlecht als recht durchzuschlagen. Ihr Techniker mußte lohnarbeiten und wurde kurzfristig für den Nachmittag der Sendung eingeteilt. Woran man und frau sehen kann, daß die von der Landesregierung beschworene flexible Einstellung der Lohnabhängigen sehr konkrete und unschöne Auswirkungen auf die Erfordernisse des von der Landesregierung ebenso beschworenen Ehrenamtes hat. In der Wiederholung am Donnerstagmorgen wird das Sendeloch von einer aufmerksamen RadioweckerModeratorin durch eine eingespielte CD überbrückt.

Donnerstag, 16. Februar, 14.00 Uhr
Die vom Programmrat bestimmte Sendeverantwortliche Cornelia Roch beschließt, der Wiederholung des Unsinns vom Vortag ein Ende zu bereiten. Eigenmächtig ändert sie das Programm und zieht den auf dem Wiederholungsband erst später aufgezeichneten Vortrag von Michael Toyka–Seid über Die europäische Stadt in der imperialen Peripherie. Export des europäischen Stadtmodells vor. Dieser Vortrag wurde am Mittwochabend um 19.00 Uhr von der Redaktion Alltag und Geschichte gesendet – Radio Darmstadt ist nämlich auch ein Bildungsradio. Der Vortrag ist Teil der von Katharina Mann komplett mitgeschnittenen und gesendeten bzw. noch zu sendenden Ringvorlesung an der TU Darmstadt Geschichte, Umwelt, Stadt.

Donnerstag, 16. Februar, 19.00 Uhr
Die Moderatorin der russischen Sendung Prima wartet vergebens auf ihren Techniker. Als dieser nicht erscheint, beginnt sie ihre Sendung alleine. Die erste Viertelstunde des Bades im kalten Wasser ist sogar besser, als es ihr Techniker hinbekommen hatte, aber dann ist sie doch überfordert. Die Folge: eine Reihe weiterer kleinerer Sendelöcher. Leider hatte ihr ihre Redaktion nicht die Termine der internen Ausbildungsseminare vermittelt.

Samstag, 18. Februar, 03.00 Uhr
Anstelle von juke box läuft (in der nächtlichen Wiederholung) Black Zone. Die Moderatorin begeht gleich ein Sakrileg und spricht von Radio RadaR. Ich bin schockiert. Eine korrekte Senderkennung ist das A und O jeder Corporate Identity. Es gilt die alte JournalistInnen–Weisheit: "Alles darf falsch sein, nur der Name muß stimmen." Daß die Moderatorin anschließend die Temptations ankündigt und diese dann nicht gespielt werden, ist im Vergleich hierzu eine läßliche Sünde. Spätestens jedoch nach der zweiten falschen Senderkennung hätte der Techniker, der immerhin unsere interne MultiplikatorInnen–Ausbildung erhalten hat und lange genug sendet, um es besser zu wissen, der Moderatorin einen kleinen Hinweis geben müssen, um das dritte Mal zu vermeiden. "Radio RadaR" bedeutet nämlich Radio Radio Darmstadt. Bei dieser Sendung handelt es sich um eine Wiederholung aus dem November, selbstverständlich sind die Hinweise auf Veranstaltungen, die schon gelaufen sind, nicht herausgeschnitten worden und die falsche Senderkennung natürlich auch nicht; warum auch?

Sonntag, 19. Februar, 18.00 Uhr
Anstelle des RadaR Sportplatzes mit der geplanten Vorstellung des TTC Darmstadt wird die Sendung Auf den Hund gekommen über ein Tierheim auf Lanzarote wiederholt (Erstsendung am 5. Februar um 14.00 Uhr).

Dienstag, 21. Februar, 18.00 Uhr
Der Anteil migrantischer Sendungen bei Radio Darmstadt beträgt etwa ein Fünftel, von denen jedoch nur ein kleiner Teil wiederholt wird. Meist senden die MigrantInnen in ihrer Muttersprache, was unsererseits ausdrücklich erwünscht ist. Eine Ausnahme bildet beispielsweise die Sendung Baj Ganju an jedem 3. Dienstag eines Monats, in der sowohl auf Deutsch wie auf Bulgarisch moderiert bzw. übersetzt wird. Das Interview mit dem Ehrenvorsitzenden der Darmstädter Deutsch–Bulgarischen Gesellschaft, Oskar Spranz, zur Geschichte dieser Gesellschaft wurde auf Deutsch geführt und für die bulgarische Community in Deutschland und HörerInnen, die in Bulgarien per Livestream zuhören, übersetzt. So etwas gibt es nicht einmal im öffentlich–rechtlichen Hörfunk, der doch angeblich die Grundversorgung im Hörfunk sicherstellen soll. Aber alles, was keine Quote bringt, wird als Kostenfaktor gnadenlos ausgemustert. Sollen die MigrantInnen, wenn sie in ihrer Muttersprache informiert werden wollen, sich doch eine Satellitenschüssel kaufen. Statt dessen werden unzählige Millionen Euro an Rundfunkgebühren für langweilige Fußballspiele, volkstümlichen Dünnpfiff und die Förderung technisch unausgereifter und überholter Technologien wie DAB verjubelt.

Dienstag, 21. Februar, 19.00 Uhr
Könnte das sein, daß sich bei Audiomax im zu wiederholenden Programm eine Uhrzeit eingeschlichen hat?

Dienstag, 21. Februar, 23.00 Uhr
Leider wird das Datband am Anfang gestartet und nicht mit Einstart von 291111–radiodarmstadt.de/in–sendeplatz. Aurel Jahn hat eine Schülerin und zwei Schüler zu Gast, die Darmstadts Grüne Schuldezernentin Daniela Wagner zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft befragen. VertreterInnen anderer Parteien erschienen leider nicht, so daß die Fragerunden etwas einseitig verliefen, weil die Drei auf relativ offene Ohren stießen. Dennoch eine Sendung, wie es sie nur bei Radio Darmstadt geben kann! Wahrscheinlich hat Aurel diese Seite gelesen und sich deshalb Mühe gegeben herauszufinden, wie denn das mit der Wiederholung seiner Sendung funktioniert. Deshalb hier die Regel für die Nachtwiederholung: Alle 14 Tage gibt es den Gipfelstürmer und dann beginnt die Wiederholung um Mitternacht, sonst schon um etwa 23.10 Uhr direkt nach den Deutschlandfunk–Nachrichten. Eine Regelung wie an jedem 1., 3. und 4. Dienstag hingegen gibt es nicht. Ich empfehle wirklich einen Blick in den Programmflyer. Nachtrag: erstens wird es den Flyer auch weiterhin geben und zweitens beginnt die Wiederholung des Dienstagsprogramms ab April 2006 durchgängig um Mitternacht.

Donnerstag, 23. Februar, 17.00 Uhr
Er hatte es zugesagt, kam aber nicht. Der Name tut nichts zur Sache, aber die Sache war nicht schön. Die Darmstädter Tonband– und Stereofreunde (DTSF) hatten mit ihm vereinbart, daß er um 17.00 Uhr den Nachrichtenteil der Hörzeitung Darmstadt aktuell einlegt. Den Chef vom Dienst ging das nicht an, zumal der Programmrat entschieden hatte, daß die CvDs nicht dafür da sind, Handlangerdienste für Redaktionen zu leisten, die zwar ihre Bänder abgespielt wissen wollen, ohne dafür selbst zu erscheinen. Als auch nach fünf Minuten immer noch die Wiederholung der Sendung der Kulturredaktion vom Vortag zu hören war, rief ein Mitarbeiter der DTSF an und erkundigte sich nach der Person, dessen Name hier taktvoll verschwiegen werden soll. Und so begann die Hörzeitung mit sieben Minuten Verspätung und wurde abrupt um 17.45 Uhr gestoppt, als die Kids von der Kinderredaktion in Gründung auf Sendung gingen. Einige Stunden später, es war schon Mitternacht, sollte das Wiederholungsband gestartet werden, und zwar mit Beginn der ersten zu wiederholenden Sendung. Daraus, daß die Hörzeitung um 0.09 Uhr einstartete, ist messerscharf zu schließen, daß der Redakteur der Musikredaktion es aufgegeben hatte, nach dem verspäteten Anfang zu suchen und das Band einfach irgendwo am Anfang gestartet hat. Ein kleiner Hinweis des CvD hinsichtlich des mitternächtlich einzulegenden Datbandes wäre vielleicht doch nützlich gewesen.

Sonntag, 26. Februar, 18.00 Uhr
Der RadaR Sportplatz hat Kickboxen als Schwerpunktthema. Ein Sport von harten Jungmännern für etwas älter gewordene Jüngmänner. Logisch, daß nur die Hörer begrüßt werden. Dabei wollen echt harte Männer doch vor allem von Frauen bewundert werden! Nun gibt es keine radiointerne verpflichtende Sprachregelung und dementsprechend darf sich auch die andere Hälfte der Menschheit als Mann angesprochen fühlen. Angesichts dessen, daß von unseren Radiomachenden immer wieder behauptet wird, das Programm nur für unsere Hörer zu machen, gibt es ja auch keinen Widerspruch. Also, liebe Hörerinnen: schaltet bei derartigen Sendungen doch einfach euer Radio aus. Ohnehin ist ein nichtkommerzielles Lokalradio wie Radio Darmstadt nicht nur als Einschaltradio, sondern durchaus auch als Ausschaltradio konzipiert. Nicht ganz in diesen Rahmen paßt jedoch, daß der Moderator sogar eine Thaiboxerin bei sich in der Sendung zu Gast hatte, allerdings kam sie (wie Frauen das auch vom Rest der Gesellschaft her kennen) kaum zu Wort. Wurde der Moderator etwa nicht über den kleinen Unterschied informiert?

Sonntag, 26. Februar, 23.00 Uhr
Der Musikredakteur hat es unterlassen, die Deutschlandfunk–Nachrichten zum Abschluß des Liveprogramms einzuspielen.

Montag, 27. Februar, 19.00 Uhr
Das Team von Äktschn! sagt die falsche Uhrzeit ihrer Nacht–Wiederholung an. Das Team des Party Monday sollte zur Kenntnis nehmen, daß es in Darmstadt eben nicht Helau, sondern Hä–Hopp heißt. Aber wenn Moderatoren derselben Redaktion von Arheiligen und Jugendheim reden, dann ist der richtige Faschingsgruß ebenso unwichtig.

 

Mittwoch, 1. März, 6.00 Uhr
Mit Ausnahme des Donnerstages wird im März kein Radiowecker ausgestrahlt, der normalerweise um 6.00 Uhr beginnt. Dabei wird vom Wiederholungsband auf das Liveprogramm geschaltet. Dieses Wiederholungsband beendet jedoch am frühen Morgen seinen Dienst und spult nicht automatisch zurück. Die Folge, da es keinen Radiowecker gibt, der das Programm übernimmt: Ein Sendeloch von etwa 40 Minuten Dauer. Der Grund: die Rückspul–Automatik wurde am Dienstagabend grundlos ausgeschaltet.

Donnerstag, 2. März, 14.00 Uhr
Wir hören den Anfang der Nachrichten des Deutschlandfunks von Mittwoch, 15. Februar, 23.00 Uhr. Eigentlich schaltet eine Zeitschaltuhr die Aufnahme der zu wiederholenden Sendungen gegen 22.55 Uhr ab. Da frage ich mich: wer hat es am 15. Februar geschafft, die Zeitschaltuhr auszutricksen? Jedenfalls: geistesgegenwärtig zog eine anwesende Redakteurin den Regler herunter, denn nichts ist so unaktuell wie der wiederholte Käse von gestern. Aber das bedeutet auch, daß am Donnerstag der beiden Wochen zuvor Nachrichten gesendet wurden, die nicht hätten laufen dürfen.

Donnerstag, 2. März, 19.00 Uhr
Die Musikredaktion tritt zu ihrer monatlichen Redaktionssitzung zusammen. Dieses Qualitäts–Logbuch wird einer weitschweifigen Kritik unterzogen. Hierbei werden jedoch nicht die Inhalte beanstandet, sondern die Tatsache, daß bereits gesendete (und mitunter dreimal wiederholte) Inhalte der allgemeinen Öffentlichkeit nachlesbar zur Verfügung gestellt werden. Der damit erhobene Vorwurf läßt sich in einem Wort zusammenfassen: NESTBESCHMUTZUNG; und das ist natürlich furchtbar böse. Leider haben es diese Nesthäkchen der Musikredaktion bis heute unterlassen, die in diesem Qualitäts–Logbuch benannten Fehlerquellen offensiv anzugehen. Gerade die Musikredaktion taucht wiederholt in diesem Logbuch auf; ein redaktionsinterner Bedarf an Qualitätsverbesserung ist demnach ganz offensichtlich vorhanden. Aus der Art der Kritik läßt sich – um im Bilde zu bleiben – der Schluß ziehen: der Schmutz ist zwar da, soll aber unter den Teppich gekehrt werden.

Freitag, 3. März, 17.00 Uhr
Gute Vorträge werden nicht dadurch besser, daß sie schlecht aufgenommen werden. Die Zeiten, in denen Bürgerinnen– und Bürgermedien ihren HörerInnen Beiträge jeglicher Qualität nach dem Motto "der Inhalt rechtfertigt die Tonqualität" vorsetzen konnten, sind definitiv vorbei. Wer sitzt denn am Radiogerät und hört noch vollkonzentriert zu, ohne sich um irgendetwas anderes zu kümmern? Dann ist es auch sinnlos, die Sendung mit einem entsprechenden Hinweis auf die schlechte Tonqualität einzuleiten. Entweder man macht sich ernsthafte Gedanken über die RezipientInnen oder man brettert über sie hinweg. Der am Freitag in der Sendung Darmstadt interkulturell ausgestrahlte Vortrag war so gehört schlicht eine Zumutung. Ich empfehle einen Lehrgang im sinnvollen Umgang mit dem Mikrofon. Lernmodul 1 lautet: stelle das Mikrofon dicht vor den Mund des Redners und nicht irgendwohin in den Raum. Das erspart den HörerInnen unnötiges hochgepegeltes Rauschen ohne jeden Informationswert. Außerdem: wer Öffnungszeiten vorliest, sollte sich vorher dazu vergewissert haben und nicht die HörerInnen an der eigenen Konfusion teilhaben lassen. Die Aufgabe des Moderators ist es, vorbereitet zu sein und bei eigener Unklarheit nachzuforschen. Journalismus ist Recherche, nicht Ablesen vom Blatt. Ratespiele finden woanders statt. Deshalb findet am 29. April in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Bürgermedien ein Ausbildungsseminar zu den Grundlagen der journalistischen Sorgfaltspflicht, speziell für Mitglieder der Redaktion treffpunkt eine welt, statt.

Freitag, 3. März, 18.00 Uhr
Aufgrund des Schneechaos erscheint die Moderatorin des KultTourKalenders erst kurz vor ihrer Sendung im Studio. Mit einem Witz über zwei Schneeflocken, die beschließen, Darmstadt lahmzulegen, steigt sie in ihr Programm ein, dem nicht anzumerken ist, daß die Moderatorin sich ihre Inhalte erst während der Sendung erarbeiten muß. Dieses Kunststück beweist, daß es möglich ist, jede Woche qualitatives Programm abzuliefern. Bleibt als Marginalie bei so viel Streß der Moderationsbeginn mit "Ja, …" anzumerken.

Freitag, 3. März, 19.00 Uhr
Politische Bildungsarbeit findet bei Radio Darmstadt auch auf Türkisch statt. In der Sendung Evrenselin Sesi wird beispielsweise über die bevorstehende Kommunalwahl informiert. Selbstverständlich befindet die CDU–Parallelgesellschaft, daß MigrantInnen dem lokalpolitischen Diskurs auf Deutsch zu folgen haben. Dabei unterschlägt sie, daß selbst die Einheimischen oftmals nicht verstehen, worum es in der Lokalpolitik eigentlich geht. Gerade hier machen sich Sprachbarrieren als besonders hinderlich bemerkbar. Ich möchte hinzufügen: vor zwei, drei Jahren hatten wir eine griechische Moderatorin, die perfekt Deutsch sprach. Ich fragte sie einmal, ob sie bei ihrer Zeitungslektüre alles verstehen würde. Sie verneinte. Gewisse Anspielungen, Metaphern und Ausdrücke erschließen sich erst im Laufe eines langen Lebens.

Samstag, 4. März, 18.15 Uhr
Der Computerexperte von YoungPOWER wäre besser verständlich gewesen, wenn der Techniker auf den Unterleger verzichtet hätte. Das zweistündige Musikberieselungsbett darf ruhig einmal für klare Informationen unterbrochen werden. Helmut Volpers, Detlef Schnier und Christian Salwiczek weisen in ihrer Studie Bürgerfunk in Nordrhein–Westfalen auf die Tendenz kommerzieller Programmveranstalter hin, im gesprochenen Wort einen Abschaltimpuls zu vermuten: "Wort – vor allem informatives Wort – wird in der Philosophie der Programmmacher vielfach als Abschaltimpuls interpretiert und entsprechend vermieden. Die verbleibenden – unabdingbar erscheinenden – Informationsanteile werden häufig musikunterlegt. Hierbei sollen die beim Hörer unterstellten Irritationen gegenüber den Informationsanteilen vermieden werden. Der Hörer soll auch bei der Information den 'Sound' seines Senders nicht vermissen.". Andererseits zeigen Studien, daß wortlastige informative Sendungen durchaus nicht zu einem Abschaltimpuls führen müssen. Nun ist Radio Darmstadt kein Formatradio und ist im übrigen angetreten, Hörgewohnheiten zu verändern. Musikunterleger, die das gesprochene Wort verrieseln, sind deshalb nicht der Bringer. Abschließend sei bemerkt, daß ich darauf verzichtet habe mitzuzählen, wie oft in diesen zwei Stunden "Guten Abend" gesagt wurde – es war auf jeden Fall zu oft.

Dienstag, 7. März, 00.00 Uhr
Die Wiederholung der Sendung Gegen das Vergessen beginnt mit dem Hinweis, daß die Sendung an jedem ersten Montagnachmittag eines Monats ausgestrahlt wird. Haben wir hier ein time lag vorliegen? Abgesehen von der Zeitverschiebung werden uns 50 Jahre Bundeswehr auf eine Weise nahegebracht, wie sie in dieser Klarheit nur im nichtkommerziellen Hörfunk zu finden ist. Woraus erkennbar wird: zwischen einer mitunter nicht durchdachten formalen und einer hervorragenden inhaltlichen Ausgestaltung einer Sendung können Welten liegen.

Dienstag, 7. März, 16.00 Uhr
Der Bunte Dienstags Mix ist ausgefallen. Der als Ersatz vorgesehene Moderator hat schlicht nicht daran gedacht. Soll vorkommen. Statt dessen lief die Wiederholung der ersten Stunde der Fußpilzshow, was ja auch nicht zu verachten ist.

Dienstag, 7. März, 17.00 Uhr
Die Sendung Restrisiko des bermuda.funk wird aus unerfindlichen dramaturgischen Gründen mit minus 5 bis minus 10dB eingespielt. Es scheint so, daß das Publikum an inhaltlich anspruchsvolle Sendungen durch verminderte Lautstärke herangeführt werden soll. Das ist zwar ein Trick aus Rhetorikschulen, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erheischen, hat jedoch nichts im nichtkommerziellen Lokalradio zu suchen. Wir arbeiten ohne Tricks.

Mittwoch, 8. März, 06.00 Uhr
Die Radiowecker–Redaktion pausiert diesen Monat, weshalb sich der Moderator des donnerstäglichen Radioweckers der Unterhaltungsredaktion diesen Termin krallt. Allerdings wird beim Hören dieses Radioweckers nicht klar, weshalb dieser Moderator eine Sondersendung beantragt hat. Nicht nur, daß die Sendung unpünktlich um 6.01 Uhr beginnt, das allein wäre als Kuriosum vielleicht noch zu verkraften. Doch mehrere sinnlose Vor– und Rückbezüge informieren nicht, sondern verwirren. So erzählt uns der Moderator, er spiele jetzt ein bestimmtes Lied, weil das Abspielen während der RadaR Deutschstunde am Sonntag(!)abend nicht geklappt habe. Als würden seine morgendliche Hörerinnen ganze Nächte schlecht geschlafen haben, nur weil ihnen ein Song vorenthalten wurde. Am Abend vor dem Radiowecker zeichnete er eine Podiumsdiskussion mit neun ParteienvertreterInnen zum Bau der Nordostumgehung auf. Nun wäre sein morgendlicher Radiowecker eine glänzende Gelegenheit, eine prägnante Zusammenfassung, gar garniert mit dem einen oder anderen O–Ton, zu bringen. Aber nein – der Moderator läßt die Gelegenheit ungenutzt verstreichen und vertröstet uns um zweieinhalb Wochen auf seine verkehrspolitische Sendung am 24. März. Damit nicht genug: statt aktueller Berichterstattung erzählt er uns etwas vom begonnenen Bau einer Osttangente quer durch das Martinsviertel – vor 28 Jahren! So ist das Radio in der Tat ein hochaktuelles Medium.

Unpünktlichkeit gehört zum guten Ton dieses Radioweckers. Den zu späten Einstart hatten wir ja schon; aber weshalb die auf "viertel vor" und "viertel nach" angesetzten Verkehrsnachrichten zwei oder gar drei Minuten verzögert gebracht werden, ist wohl nur dadurch zu erklären, daß der Moderator das angespielte Lied zuende spielen wollte. Die Musik im Magazin ist jedoch kein Selbstzweck und darf selbstverständlich jederzeit unterbrochen werden. Weiterhin ist es sicher ein ehrenwertes Unterfangen des Moderators, am Internationalen Frauentag verstärkt Frauenthemen im Radiowecker unterzubringen. Dazu gehört jedoch nicht das sinnlose Abdudeln des dümmlichen sexistischen SailorSongs "Girls, Girls, Girls". Hier wird nämlich nichts anderes als die männliche Verfügungsgewalt über Frauen festgeschrieben.

Vom Sinn eines Magazinpegels hat unser Moderator wahrscheinlich noch nie etwas vernommen, obwohl er jetzt zehn Jahre on air ist. Er unterstreicht hiermit nur, daß seine Wortbeiträge nicht so wichtig sind. Konsequent besteht seine erste Sendestunde aus dem Verlesen von fünf sterbenslangweiligen Kalenderblättern. Apropos Verlesen: wenn schon kurz vor 8.00 Uhr das komplette Tages– und Abendprogramm vorgelesen wird, wogegen nichts zu sagen wäre, dann bitte mit den richtigen Uhrzeiten.

Mittwoch, 8. März, 19.00 Uhr
Ganz anders als sein Kollege am Dienstagnachmittag macht es der Moderator der Sendung Soziales, Familie und Arbeit. Seine beiden ausgesprochen interessanten GästInnen berichten über den psychiatrischen Notdienst in Darmstadt; es folgt eingespielt eine weitere Ausgabe des psychiatrie–kritischen Dissidentenfunks. Hier wird nicht nur die Hörbarkeit durch Einhalten des Sendenormpegels gewährleistet, sondern Form und Inhalt ergänzen sich ausgesprochen gut.

Donnerstag, 9. März, 18.00 Uhr
Der Techniker der Sendung von treffpunkt eine welt schafft es tatsächlich, die roten Balken auf dem Pegelmesser zum Glühen zu bringen. Der Limiter auf der Fachhochschule freut sich und wandelt das analog übermittelte vollkommen übersteuerte Signal in einen krachenden digitalen Sound um. Wann stellt diese Redaktion diesem Sendenden endlich einen Techniker zur Seite, der sein Handwerk versteht? Der Sinn einer Redaktion ist Zusammenarbeit, nicht das nebeneinanderher Senden.

Freitag, 10. März, 14.00 Uhr
Die Konzertvorschau ist ausgefallen. Statt dessen hörten wir die Vöglein zwitschern, alsdann zwei Minuten Pause (in der das Wiederholungsband zurück spulte) und schließlich den Nachrichtenteil der Hörzeitung.

Samstag, 11. März, 18.15 Uhr
Das Vorlesen von beliebigen Agenturmeldungen aus dem Internet üben wir besser noch einmal. Wenn die Formel 1–Motoren genauso stottern wie die Meldung über den Beginn der Rennsportsaison vorgetragen wurde, dann werden die Boliden um Michael Schumacher das Ziel des ersten Grand Prix in Bahrain nicht erreicht haben. Schreiben für's Hören bedeutet jedoch: mache deine eigene Meldung daraus, die du locker so vorträgst, daß deine HörerInnen sie ohne Qual vernehmen können. Ich dachte eigentlich, das Motto der Sendung laute: Die POWER für dein Radio!

Samstag, 11. März, 21.45 Uhr
In Fremdwörtern sollte man und frau konfekt sein. Nichts ist peinlicher, als beim Ablesen fremder Texte über falsch ausgesprochene Eigennamen oder nichtdeutsche Begriffe zu stolpern. Wenn eine Band wieder zusammenfindet, dann ist das keine rí:–unjo:n, sondern eine ri:jú:njn. Merke: der Eigenname ist der schlimmste Feind des Moderators und bedarf daher einer besonderen Aufmerksamkeit.

Sonntag, 12. März, 23.00 Uhr
Nachdem bis 21.00 Uhr der Musikredakteur nicht erschienen ist, legte der schlaue Moderator der Unterhaltungsredaktion nach Ende seiner Sendung einfach die Not–MD des Musikredakteurs ein, in der Erwartung, daß sich das hiermit verbundene Problem wohl von selbst erledigen würde. Tat es auch: um 23.01 Uhr strahlten wir wieder einmal wohltuende Stille aus, und dies gleich 25 Minuten lang. Freundlicherweise erbarmte sich ein Vorstandsmitglied, eilte zum Sender und legte das Wiederholungsband ein. Dieser hatte rein zufällig die Stille gehört. Ohne diesen glücklichen Umstand hätte das Sendeloch auch gut und gerne neun Stunden andauern können, weil verabredungsgemäß erst am Montagmorgen um 8.00 Uhr ein Redakteur der Lokalredaktion das Wiederholungsband neu gestartet hätte.

Montag, 13. März, 17.00 Uhr
Der Moderator von Kapital – Verbrechen hatte wohl seinen Kopf woanders. Jedenfalls begann er mit seiner Sendung über den kalten Wind, der Bürgermedien in Deutschland entgegen bläst, und bemerkte mitten im Text, daß er keine Zwischenmusik eingelegt hatte. Schlimmer noch: er hatte gar keine mitgebracht. Die HörerInnen bekamen von all dem nichts mit. Manche Moderatoren wissen sich nämlich zu helfen, ohne daß eine Schwierigkeit auffällt. Derselbe Moderator wurde übrigens vor drei Jahren dreißig Sekunden vor der Moderationspause dabei beobachtet, wie er mit der rechten Hand sein Sendemanuskript hielt und davon ablies und mit der anderen Hand eine CD aus dem Player herausnahm, dafür eine andere einlegte, den richtigen Track im Blindflug einstellte und tatsächlich rechtzeitig die Musik einspielte. Jonglieren ist nichts dagegen.

Mittwoch, 15. März, 16.45 Uhr
Die bisherige lange Auflistung von kleinen Schnitzern, größeren Pannen und gelegentlichen Highlights sollte nicht den Blick für die Realitäten verstellen. Wenn man und frau das Logbuch statistisch auswerten würde, hätten wir ein Programm vorliegen, das zu über 95% problemlos und ansprechend über die Bühne geht. Es sind jedoch meist die Aussetzer, die im Gedächtnis der HörerInnen hängen bleiben. Aber nur, wer uns Böses will, kommt auf die Idee, die Problemquote von weniger als 5% für das Ganze zu halten. Leider gibt es solche Menschen. Für die anderen Menschen mögen sich hingegen einige Hintergründe zum Ablauf eines selbst verwalteten Senders ergeben.

Donnerstag, 16. März, 19.00 Uhr
Die Moderatorin von Prima muß zum zweiten Mal ohne Techniker auskommen und meistert die Situation besser als mit Techniker. Fazit: Frauen sollten sich einfach immer nicht von Typen bevormunden lassen.

Freitag, 17. März, 21.00 Uhr
Die Sendungen juke box und blue note fallen zum dritten Mal hintereinander aus. Als Ersatz legt die Musikredaktion eine Wiederholung von BOROs RockShow und anschließend das Wiederholungsband ein. Dem Redakteur sei hiermit gedankt.

Montag, 20. März, 17.00 Uhr
Zwischen den beiden Sendestudios wird durch eine besondere Schaltung gleitend umgeschaltet. Manchmal vergißt eine oder jemand bei dieser Prozedur, den Regler für das andere Studio (um das Sendesignal zu übernehmen) hochzuschieben oder den Umschaltknopf zu drücken. So gab es heute eine halbe Minute Stille.

Donnerstag, 23. März, 17.45 Uhr
Der Übergang zwischen dem Nachrichtenteil der Hörzeitung und den RadaR Kids ist ein wenig holprig. Offensichtlich konnte es eines dieser Kinder nicht erwarten loszulegen und plapperte schon einmal in die noch laufende Hörzeitung hinein. Dann gab es Startschwierigkeiten mit dem Start der eigenen Sendung. Man und frau mag dies den Kids nachsehen, sie sind halt etwas ungeduldig und nicht in programmliche Spielregeln hineinzuzwängen. Aber ihren Betreuern wäre doch ein wachsameres Auge zu wünschen.

Donnerstag, 23. März, 18.00 Uhr
Da die Kids aus dem zweiten Sendestudio gesendet haben, stand der Moderator und Techniker der Sendung treffpunkt eine welt in Studio 1 ein wenig auf dem Schlauch. Die Übernahme des Sendesignals aus dem anderen Studio erfolgte mit Verspätung und es entstand daher ein kleines, aber überflüssiges Sendeloch. Die Inbetriebnahme des zweiten Sendestudios erfolgte im November 2003. Inzwischen sollte es sich eigentlich herumgesprochen haben, was zu tun ist, um sich das Signal zu holen.

Freitag, 24. März, 17.00 Uhr
Der Moderator der Sendung Verkehrspolitik beschließt, die ungeschriebenen Regeln der Sendeübergabe, hier: pünktlich zum Stundenwechsel, zu mißachten, und beginnt eine halbe Minute zu früh, indem er der griechischen Sendung einfach den Saft abdreht. Derselbe Moderator ist zudem dafür bekannt, daß er seine Sendungen großzügig auf Kosten der nachfolgenden Sendung um einige Minuten überzieht. Ob ihm hier ein MiniDisc–Schnittseminar weiterhelfen würde?

Freitag, 24. März, 23.00 Uhr
Die Friday Night Radioparty fällt aus. Der Redakteur der vorangegangenen Sendung der Musikredaktion füllt diese zwei Stunden und startet anschließend das Wiederholungsband.

Samstag, 25. März, 19.00 Uhr
Der RadaR Playground wird ersetzt durch unkommentiert abgedudelte CD–Musik. Zwei Stunden verschwendete Sendezeit.

Sonntag, 26. März, 14.45 Uhr
Wir senden Verkehrsmeldungen, wenn überhaupt, nur in nicht wiederholten Sendungen. Eigentlich gibt es hier nur klare Vorgaben für den Radiowecker morgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr (bzw. am Wochenende und an Feiertagen eine Stunde später) sowie am Nachmittag für das ehemalige Infomagazin, das nur noch am Montag als Bunter Montags Mix und am Dienstag als Bunter Dienstags Mix zu hören ist. Welcher tieferer Sinn dahinter stecken mag, wenn Verkehrsmeldungen ansonsten unregelmäßig und nicht einplanbar im Programm auftauchen, mag eine jede und ein jeder für sich entscheiden. Ich persönlich halte dies für groben Unfug. Wenn andere Sender derartige Meldungen zur Erbauung des miefenden Individualverkehrs verbreiten, dann geschieht dies in klar definierten Zyklen und macht dementsprechend womöglich Sinn. Wir müssen jedoch nicht alles imitieren, nur weil es woanders auch geschieht. Diese seltsamen Verkehrsmeldungs–Einsprengsel tauchen bei Radio Darmstadt an jedem 1. Sonntag eines Monats überhaupt nicht, an jedem 2. Sonntag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr, an jedem 3. Sonntag zwischen 15.00 und 17.00 Uhr, an jedem 4. Sonntag wiederum zwischen 13.00 und 15.00 Uhr, sowie alle drei Monate am 5. Sonntag eines Monats zusätzlich noch einmal zwischen 13.00 und 15.00 Uhr auf. Eine Informationsnische für zweieinhalb HörerInnen, die sich ausgerechnet am Sonntagnachmittag (und dann nicht einmal an jedem!) ausgerechnet bei Radio Darmstadt darüber informieren möchten, ob die Straßen rund ums Darmstädter Stadtgebiet auch wirklich frei sind.

Sonntag, 26. März, 15.00 Uhr
Die Sendung RadaR Klassik mit einem musikalischen Feature zu Peter Härtling und Franz Schubert beginnt mit dem Jingle der Kulturredaktion; es folgen zwei Minuten klassische Musik und drei Minuten Sendeloch. Danach geht es jedoch informativ weiter.

Sonntag, 26. März, 18.00 Uhr
Katharina Mann am Mischpult.Während auf den Fernsehkanälen die Hochrechnungen zu den Landtagswahlen in Baden–Württemberg, Rheinland–Pfalz und Sachsen–Anhalt das Programm bestimmen, ist Radio Darmstadt Gast in der Centralstation. Dort findet die sogenannte Wahlparty nach der Kommunalwahl statt. Wir sind die ersten, die mit den Ergebnissen on air gehen und lassen lokale PolitikerInnen und anwesende WählerInnen zu Wort kommen. Wo andere Sender nur Infobröckchen liefern, gibt es bei uns das Ganze. Dementsprechend werden zwischen den Wahlen auch nur bei uns charakteristische längere Auszüge aus dem Stadtparlament gesendet. Unsere HörerInnen können sich so ein ganz eigenes Bild davon machen, wie es in der lokalen Politik zugeht, und sind nicht auf die gefilterten Berichte im Darmstädter Echo angewiesen. Leider war – wie schon letztes Jahr bei den beiden Durchgängen der Oberbürgermeisterwahl und bei der Bundestagswahl – auch bei dieser Liveübertragung aus der Centralstation unsere Lokalredaktion namens VorOrt nicht vor Ort. Das Ehrenamt wird auch bei uns wie bei den meisten Vereinen und Organisationen von nur sehr wenigen Personen geschultert. Deshalb hier der Dank an Katharina, Niko, Nobby, Rüdiger und Sonya.

Montag, 27. März, 19.00 Uhr
Einer der beiden Moderatoren der Fußpilzshow ist erkrankt. In der Küche neben dem Sendestudio findet eine kleine Geburtstagsfeier statt. Eine der GästInnen ist eine Bekannte sowohl des Geburtstagskindes wie auch des übrig gebliebenen Moderators. Und sie hat etwas zu erzählen. So verläßt sie die Geburtstagsfeier und berichtet über ihre Erfahrungen mit einem Lehrforschungsprojekt in Mali. So spontan und gleichzeitig gehaltvoll ist wahrlich kein anderes Radio.

Dienstag, 28. März, 09.00 Uhr
Die Wiederholung unseres Programms vom Vortag bricht abrupt ab. Die nachfolgende Stille war nicht beabsichtigt. Der Grund: Während einer Studioführung, bei der wir AustauschschülerInnen aus Frankreich einen Einblick in unser Sendegeschehen gaben, quetschten sich mehr als zehn Personen in unser Sendestudio. Eine dieser Personen muß dabei an den Ausschalter des DAT–Recorders gekommen sein, mit dem wir die Wiederholung abspielen. Dies ist der Preis der uns eigenen Zugangsoffenheit.

 

Sonntag, 2. April, 18.15 Uhr
Es gibt Sendungen, bei denen der geübte Hörer und die aufmerksame Hörerin sehr schnell mitbekommen, ob der Moderator vorbereitet ist oder ob er sich zur Übertünchung der eigenen Ungenauigkeit mehr oder weniger passender Floskeln bedient. Da wird den Studiogästen gerne nicht widersprochen und krampfhaft versucht, ein gutes Gesprächsklima zu suggerieren. An diesem Sonntag war u.a. Dragoslav Stepanovic zu Gast, um ein Fußballprojekt vorzustellen. Der Moderator der Sendung war angetan von seinem berühmten Gesprächspartner und deshalb ganz konfekt in seinem Vokabular: "Ja, so denke ich auch, da gehen wir recht konträr." – Nun geht es mir nicht darum, den Moderator darüber zu belehren, daß zwischen konform und konträr doch ein gewisser Unterschied besteht. Denn diese Äußerung ist symptomatisch für das unsortierte Schwimmen des Moderators im Rede– und Musikfluß. Oder warum sonst erklärt er uns nach jedem gespielten Musiktitel: So, wir sind wieder da? Fällt das sonst nicht auf?

Dienstag, 4. April, 18.00 Uhr
Der Moderator von Knackpunkt erscheint nicht. Statt dessen wird als Austauschsendung eine Folge der atomkraftkritischen Sendereihe Restrisiko eingelegt. Paßt also perfekt zur ausgefallenen Sendung. Doch wo war der ursprünglich vorgesehene Moderator abgeblieben?

Freitag, 7. April, 23.00 Uhr
Die Friday Night Radioparty fällt erneut aus. Die Wiederholung des Nachmittags– und Abendprogramms beginnt daher zwei Stunden früher.

Samstag, 8. April, 07.00 Uhr
Der Radiowecker beginnt mit 25–minütiger Verspätung. Die vorgesehene Moderatorin wollte ihrer Kollegin die Haustür öffnen und vergaß, ihre Zugangskarte einzustecken. Die Eingangstür zum Sender fiel hinter ihr zu, und dann standen beide vor verschlossener Tür. Dumm gelaufen.

Samstag, 8. April, 19.00 Uhr
Manche Notnägel werden nicht besser, wenn sie ihr Programm als Dauerwiederholung anlegen. Trash als Unterhaltung, dreimal durchgekaut und in eine Feedback–Schleife gelegt, mag ja für ein Popsofa geeignet sein. Aber am frühen Samstagabend? Scheint ganz offensichtlich niemanden und keine zu stören. Ob wir nicht besser gleich einen Sinuston auf unsere Trägerwelle geben sollten? Der wiederholt sich auch auf immer und ewig.

Mittwoch, 12. April, 16.00 Uhr
Ostern kündigt sich an. Der eine oder die andere ModeratorIn machen Urlaub. Manche Sendungen werden adäquat vertreten, manche sich selbst überlassen. Eigenverantwortung ist nicht unbedingt eine Stärke im nichtkommerziellen Lokalradio. Die Moderatorin von Prima springt heute zunächst für ihre ukrainische Kollegin bei Puls ein und vertritt gleich anschließend den italienischen Moderator von Tiramisú. Ich mache darauf aufmerksam, daß diese freundliche Kollegin immer noch ihrer technischen Grundlagenausbildung harrt. – Nachtrag: Dieselbe Vertretung auch am Mittwoch darauf.

Donnerstag, 13. April, 21.00 Uhr
Drei Stunden Drum'n'Bass mit einigen schönen Sets. Da frage ich mich bloß, warum manche dieser Sets martialisch angekündigt werden müssen, gar als "Kriegserklärung". Vielleicht ist es doch nicht so sinnvoll, das Plattencover einfach nur abzulesen.

Karfreitag, 14. April, 07.00 Uhr
Bei der Angabe der Öffnungszeiten der Bäder während der Ostertage sollten die Tage nicht durcheinandergebracht werden. Angaben für den Ostermontag, denen Angaben für den Ostersonntag folgen, sind verwirrend, aber nicht sinnvoll. Auch bei Bandnamen ist auf die korrekte Aussprache zu achten, selbst dann, wenn die meisten Hörerinnen und Hörer des Radioweckers es sowieso nicht bemerken würden, und auch dann, wenn er in allen anderen Radiostationen ebenfalls falsch ausgesprochen wird. Die Gruppe Bachman Turner Overdrive heißt nicht [baxman], sondern [bækmæn].

Samstag, 15. April, 19.00 Uhr
Wieder einmal entpuppt sich der RadaR Playground als eine Zwangsverlängerung der YoungPOWERSendung. Mag ja ganz nett sein, zwei Stunden Mainstream–Mucke zu spielen (wir wissen ja alle: ein viel zu wenig gespieltes Musikformat, gell?), aber: läßt sich mit diesem Sendeplatz nicht dauerhaft etwas Sinnvolleres anstellen? Das Problem ist ausreichend lange bekannt, so daß es sogar in der Unterhaltungsredaktion hätte möglich sein können, ein Programm zu beschließen, das den Charakter des RadaR Playgrounds erhält und dennoch den Sendeplatz nicht einfach nur schlecht verwaltet.

Sonntag, 16. April, 11.00 Uhr
Der Oster–GAU tritt ein. Der Moderator ist im Osterurlaub, für Vertretung ist nicht gesorgt. Deshalb wird zunächst anstelle der italienischen Ostersendung eine Stunde lang eine CD mit Musik Darmstädter KünstlerInnen runtergespielt, anschließend hören wir eine Stunde Drum'n'Bass. Ich will lieber nicht wissem, was die italienische Community davon gehalten hat. Vielleicht war die ja auch im Urlaub.

Sonntag, 16. April, 15.00 Uhr
Der Moderator der Lifestyle Melange fällt durch unfreiwillige Komik auf. Als Wetterspezialist erklärt er: "Es ist regnerisch, ab und zu fallen auch einmal ein paar Tropfen, manchmal hört es dann auch wieder auf." Interessant auch folgende Aussage: Kardinal Ratzinger ist der erste Papst seit 500 Jahren. Wo war unser Wetterspezialist eigentlich um 15.42 Uhr gewesen? Die Musik endete und wir hörten … Stille. Eine Minute lang. Vermutlich kämpfte er im Redaktionsraum mit den Informationen aus dem Internet, denn um 15.45 Uhr kamen die ganz ganz wichtigen Verkehrsmeldungen. Woraus folgt: Wenn man alleine sendet, sollte man sich zwischen Sendeloch und Verkehrsbrimborium entscheiden können, also sinnvolle Prioritäten setzen anstatt beides zu bringen. Seine HörerInnen würden es ihm danken. Unsortiert auch ein Gruß an eine dem Moderator nahe stehende Person in den Städtischen Kliniken, "[…] wo sie heute seit sieben Wochen liegen mußte". Unterhaltungsmoderation mag sich ja im kommerziellen Hörfunk durch ein gewisses Maß an sinnlosem Geplapper auszeichnen, aber erstens wird dieses Geplapper dort minutiös vorbereitet und zweitens ist Radio Darmstadt kein auf Imitiation von Dummschwätz spezialisierter Kommerzsender. Woraus der Schluß zu ziehen ist: es ist nicht verboten, sich für eine gehaltvolle Moderation auch gut vorzubereiten. Deshalb habe ich in diesem Fall das Radio – ausgeschaltet. Ein Einschaltradio ist eben auch ein Ausschaltradio.

Ostermontag, 17. April, 21.00 Uhr
Schöne knallig laute Musik mit eingestreuter niedrig eingepegelter Moderation (so etwa minus 10dB). Der Sinn ist mir unklar, der Verständlichkeit diente es jedenfalls nicht. Man und frau könnte in derartigen Fällen durchaus auf die Idee kommen, der Moderator oder die Moderatorin habe eigentlich nichts zu sagen und kaschiere dies durch Sprachfetzen in halber Lautstärke. Scheint so zu sein: die Musik ist die message und der Text nur notgedrungen Beiwerk. So hört es sich zumindest an.

Donnerstag, 20. April, 17.00 Uhr
Der wise guy legt die Hörzeitung ein und vergißt hierbei, den Pegel der MiniDisc anzupassen. Die Folge: eine leise Dreiviertelstunde, gefolgt von den RadaR Kids, die sich natürlich den Teufel um die vorangegangene Flüstersendung kümmern. Diese Unachtsamkeit führte dazu, daß am folgenden Morgen eine Sendende zunächst die Hörzeitung hochpegeln und nach besagter Dreiviertelstunde den Ausgangspegel des Sendemischpults wieder zurückfahren mußte. Soll heißen: hier wird gesendet und nichts gedacht nach der Devise, irgendwer (also die üblichen Verdächtigen) bringt's schon wieder in Ordnung.

Donnerstag, 20. April, 17.00 Uhr
Ein Hörer mailt:
"hi leute…
höre euer programm und finde es ganz ok.
allerdings die überdeutliche aussprache, das hörbare ablesen, schon fast stoische monotone stimmlage der moderatoren … schlimm…
seid mal bischen lockerer …"

Ob er damit die voran gegangene Sendung gemeint hat oder eher das gesamte Programm, ist nicht ganz klar. In der Tat spricht der Hörer einige grundlegende Probleme an, die jedoch nur schwer zu beheben sind. Die überdeutliche Artikulation ist eine leider aus den Formatradios übernommene Kulturtechnik, die unreflektiert kopiert wird. Ich finde zwar auch, daß ein Radio nicht so klingen sollte, aber dies ist vielleicht Geschmackssache. Das hörbare Ablesen ist etwas, was nur durch Üben zu verhindern ist; wobei eine bessere Vorbereitung des zu lesenden Textes (Schreiben für's Hören) hier einiges entschärfen könnte. Leider wird hier die Unsitte anderer Radios übernommen, beliebige nichtssagende Texte aus dem Internet auszudrucken und abzulesen. Wer nicht verstanden hat, worum es geht und was er oder sie tut, läßt andere mittels dazu passender Vorlesetechnik an diesem Unverständnis teilhaben. Da Vorlesen gelernt sein will, ergibt sich eine monotone Stimmlage ganz von alleine. Vielleicht ist das der Grund für die Gegenreaktion der manchmal schon ans Hyperventilieren reichenden Artikulation auch des letzten Füllwortes. Ich empfehle, sich vorher zu überlegen, warum man und frau bestimmte Inhalte über den Sender bringen möchte. Sinnloses Geplapper zu kopieren, nur weil andere Sender das auch machen, ist keine ausreichende Begründung.

Montag, 24. April, 17.00 Uhr
Eigennamen sind ein ganz besonderes Problem, vor allem dann, wenn sich aus dem Vornamen nicht eindeutig ergibt, ob es sich bei einer Person um einen Mann oder um eine Frau handelt. Der Moderator von Kapital – Verbrechen [also ich] stand beim Namen Sheri Berman vor diesem Problem und entschied sich für das falsche Geschlecht. Nun ist es zwar richtig, daß beim Begriff Politikwissenschaftler Frauen immer mit gemeint sind. Aber in der Realität bedeutet dieses mit gemeint nichts. Da der Moderator dieser Sendung großen Wert auf die Benennung von Frauen legt, sei ihm geraten, in unklaren Fällen besser zu recherchieren.

Freitag, 28. April, 17.00 Uhr
Die Sendung zur Stadtverordnetenversammlung litt unter den üblichen schlecht ausgepegelten O–Tönen und Zwischenmoderationen. Dies ist insbesondere beim Einlegen des Wiederholungsbandes mißlich, da beim Einlegen vollkommen unklar ist, was denn nun als "Normalpegel" zu betrachten ist.

Freitag, 28. April, 23.00 Uhr
Die Friday Night Radioparty ist wieder einmal ersatzlos ausgefallen.

Sonntag, 30. April, 18.00 Uhr
Im RadaR Sportplatz sollte sich das Studiogespräch eigentlich um den Faustball drehen. Doch statt dessen wurde die Sendung Auf den Hund gekommen eingelegt, und zwar eine Folge, die inklusive aller bisherigen Wiederholungen in diesem Jahr schon mindestens fünf Mal zu hören gewesen war. Daß diese Sendung schlecht ausgepegelt ist, sei nur am Rande vermerkt. Es macht einfach keinen Sinn, Interviews einzuspielen, die mangels Lautstärke nicht verstanden werden können. Ob es zudem sinnvoll ist, eine lang gezogene Abmoderation von zehn Minuten Länge mit mehrfacher Nennung des Spendenkontos eines Tierheims auf Lanzarote zu Gehör zu bringen, wage ich dann doch zu bezweifeln. So gesehen war es eine Sendung, die einfach nicht zu Ende gehen wollte. Die Sportredaktion möge doch bitte eine neue Notsendung bereit legen!

 

Montag, 1. Mai, 17.00 Uhr
Zu Gast in der Sendung Gegen das Vergessen zwei Aktive einer Antifagruppe aus Bensheim. Wir erfahren hier so manches über strukturelle Zusammenhänge von Neonazis im Rhein–Neckar–Gebiet und an der Bergstraße, was in der Presse so nicht zu lesen oder zu hören ist.

Montag, 1. Mai, 19.54 Uhr
Das Uhrzeitenunwesen schlägt wieder einmal zu. Wenn es am Montagabend 19.54 Uhr ist, dann findet die Wiederholung eben nicht notwendigerweise – wie behauptet – um 10.54 Uhr statt. Denn erstens gibt es eine Wiederholung in der Nacht und zweitens: Woher weiß der Moderator von Stony Monday, ob das Datband am Morgen am Bandanfang oder zu Beginn der ersten Sendung gestartet wird? Im voraus Uhrzeiten zu verkünden, ist sträflich leichtsinnig; man und frau stelle sich vor, ein Hörer oder eine Hörerin orientiert sich auch noch daran! Und dann ist sie womöglich falsch. Die mehrfache Verkündung derartiger vorweg genommener Uhrzeiten macht die Sache auch nicht besser.

Sonntag, 7. Mai, 17.00 Uhr
Das Frauenradio Frida zeichnet sich durch eingespielte O–Töne aus, die schwer Richtung unverständlich tendieren. Sie werden zu leise eingespielt, wären aber auch mit einem Sendepegel von 0dB nicht wirklich besser verständlich gewesen. Das Problem: das Mikrofon stand zu weit entfernt von der jeweiligen aufgenommenen Rednerin, so daß Hintergrundgeräusche und die ganz normale Unruhe einer Veranstaltung die Aufnahme prägten. Zudem war beim laut aufgedrehten Radio nicht nur ein erhöhtes Rauschen, sondern auch ein gewisses Brummen zu vernehmen.

Nun hat sich gerade die Sendequalität von Frida, ähnlich wie bei Audiomax in den letzten zwei Jahren stark verbessert. Umso bedauerlicher ist es, wenn Aufnahmen ohne vorherige Planung entstehen und frau sich anschließend deshalb auch noch für die zu leisen O–Töne entschuldigen muß. Aufnahmen wie diese können zwar entstehen, aber sollten die absolute Ausnahme sein. Den Charakter und die Anmutung eines Laienradios sollten wir nämlich nach fast zehn Jahren Dauersendebetrieb nun wirklich abgestreift haben. Einmal abgesehen davon nutzt es den HörerInnen gar nichts, wenn frau sich für etwas entschuldigt, was allenfalls bei konzentriertem Zuhören verständlich war. Eine solche Aufnahme findet kein Publikum. Der Fehler ist deshalb nicht im Nachhinein zu bemänteln, sondern im Voraus zu vermeiden.

Montag, 8. Mai, 19.00 Uhr
Eine abermalige interessengeleitete Debatte im Programmrat über die Legitimität dieses Logbuchs führt (nach meiner massiven Intervention) einvernehmlich dazu, daß sich die Redaktionen Gedanken über Maßnahmen zur Verbesserung des Programms machen sollen. Ein Tip: dieses Logbuch auswerten und die Schwachstellen gezielt angehen! Nachtrag: Herausgekommen sind kuriose sogenannte Sendekriterien, welche der Programmrat am 11. September beschlossen hat. Mit Hilfe dieser Kriterien wurde dann anschließend nicht etwa das Programm verbessert, sondern MIR ein Sendeverbot ausgesprochen.

Dienstag, 9. Mai, 14.00 Uhr
Die Moderatorin der bulgarischen Sendung Baj Ganju wünscht ihren HörerInnen am Montagabend einen "schönen Abend" – aber am nächsten Morgen und Frühnachmittag führt dies doch zu einiger Verwirrung. Unsere HörerInnen sind nicht in die Geheimnisse der Wiederholungsregelungen eingeweiht. Deshalb sind in wiederholten Sendungen Anspielungen auf Tages– und Uhrzeiten möglichst zu vermeiden oder allenfalls geschickt zu umschreiben. Unabhängig vom Problem der Tageszeit ist es immer wieder eine Freude, der Moderatorin zuzuhören. Sie spricht flüssig (auch wenn ich es mangels Sprachkenntnissen nicht verstehe) und pegelt sauber, aber das beste – ich gebe es zu – ist einfach die Stimme. Ich bin mit dieser Meinung nicht allein.

Freitag, 12. Mai, 05.55 Uhr
Anstelle des Vogelgezwitschers, das am Ende des Wiederholungsbandes vom Donnerstag zu hören ist, wurde von einem Kollegen der Unterhaltungsredaktion eine Ansage aufgespielt, um auf den nun folgenden Radiowecker mit Christian Knölker hinzuweisen. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, daß am Donnerstagmorgen das Mittwochsband laufen sollte und zudem die Ansage auch mittags gegen 14.00 Uhr zu hören ist, wo gewiß kein Radiowecker beginnt. Gut gemeint, aber dumm gelaufen.

Freitag, 12. Mai, 17.00 Uhr
Es hätte die Sendung Ich such' die DDR vom bermuda.funk eingelegt werden müssen. Statt dessen lief als Notsendung die Wiederholung einer Sendung der Redaktion treffpunkt eine welt.

Samstag, 13. Mai, 19.00 Uhr
Siehe Samstag, 15. April 2006.

Montag, 15. Mai, 22.00 Uhr
Ein offenbar von MiniDisc abgespieltes Interview wurde letztes Jahr beim Traffic JamFestival ziemlich übersteuert aufgezeichnet. Was passieren kann, wenn es auf und hinter der Bühne lautstark zugeht. Dafür wurde es mit minus 10dB abgespielt. Das ist irgendwie inkonsistent.

Donnerstag, 18. Mai, 18.00 Uhr
Von der Redaktion treffpunkt eine welt erschien keine und niemand zur Sendung. Anstelle der geplanten Sendung über das Filmfestival "Go East" wurde eine Konserve eingelegt. Diese Konserve lief jedoch schon als Ersatzsendung am Freitag zuvor. Man und frau kann es mit den Wiederholungen auch übertreiben.

Donnerstag, 18. Mai, 22.22 Uhr
Eine CD wird gestartet, aber wir hören fünf Minuten Stille. Vermutliche Ursache: der Moderator hat am Mischpult die CD abgestartet, bevor sie vom CD–Player eingelesen worden war. Dann springt das Gerät in die Vorhöre und der Studiotechniker hört den satten Sound, während in den Weiten des Äthers nur noch ein feines Rauschen bleibt. Es bedurfte deshalb eines externen Anrufs, um die Stille zu unterbrechen, da die Studiocrew im Sender logischerweise nichts davon bemerkt hatte. Dabei ist positiv festzuhalten, daß 12 Zoll eine der neuen Sendungen bei Radio Darmstadt ist, denen ich gerne zuhöre.

Freitag, 19. Mai, 17.00 Uhr
Zum wiederholten Mal ist die Sendung Knackpunkt ausgefallen, weil der zuständige Redakteur nicht erschienen ist (siehe auch 10. Februar und 4. April); die Lokalredaktion fühlt sich für den Sendeplatz wohl nicht so recht zuständig. Dem Chef vom Dienst lag keine Ersatzsendung der Redaktion vor, weshalb er eine Konserve der Unterhaltungsredaktion einlegte.

Freitag, 19. Mai, ab 19.00 Uhr
Der Moderator von Evrenselin Sesi hat gleich einen ganzen Schwung Gästinnen und Gäste im Studio und verteilt die beiden Musiker in den Sprechraum und die anderen in Studio 1. Hierbei muß er regelmäßig hin und herschalten, weil die Mikros beider Studios auf denselben Mischpultzügen liegen. Dies wurde so konzipiert, weil dieser Fall extrem selten vorkommt. Probleme hatte der Moderator hiermit keine; er beherrschte den Sendeablauf so souverän wie immer. Wenn man und frau bedenkt, daß er relativ neu dabei ist und sich die Studiotechnik draufschaffen mußte, ist das nur zu loben.

Sonntag, 21. Mai, 13.00 Uhr
Es ist immer wieder eine Freude, eine schön zusammengestellte Auswahl türkischer Popmusik hören zu können. Natürlich tragen die Sängerinnen und Sänger auch nichts anderes vor als ihre westeuropäischen oder US–amerikanischen Kolleginnen und Kollegen. Die Sehnsucht und die Liebe, das Hoffen und Bangen, Boy sucht Girl und umgekehrt – all dies gibt es auch in der Türkei. Die Moderatorin von Radara Yakalananlar! hat sich jedoch mit den Ursprüngen der populären türkischen Musik beschäftigt; und dieses Wissen schimmert immer wieder durch. Eine Sendung, wie wir sie weder im öffentlich–rechtlichen und schon gar nicht im privat–kommerziellen Hörfunk vorfinden würden. Einfach mal einschalten!

Freitag, 26. Mai, 14.00 Uhr
Die Konzertvorschau muß krankheitsbedingt ausfallen. Statt dessen wird der Nachrichtenteil der Hörzeitung ein weiteres Mal wiederholt. Ausfälle in den Randlagen unseres Liveprogramms führen in der Regel dazu, daß die zuständige Redaktion nicht einspringt. Da Radio Darmstadt keine Chefredaktion besitzt und der Programmrat in diesem Verhalten kein Problem sieht, werden wir damit konfrontiert, daß es Sendungen gibt, die mal stattfinden und mal nicht. Ob das sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage. Es gab allerdings auch schon Sendende, die der Meinung waren, daß das Lust– und Launeprinzip grundsätzlich zu gelten habe. Sie haben uns jedoch nicht erklärt, wie unter diesen Umständen ein geordneter Sendebetrieb aufrecht erhalten werden kann. Wahrscheinlich haben sie sich gedacht, es sei vollkommen egal, ob mal Sendelöcher und mal Programm zu hören sei.

Freitag, 26. Mai, 22.00 Uhr
Zum Offenen Haus der Musikredaktion erschien keine und niemand, so daß eine zufällig anwesende Redakteurin eine Notsendung einlegen mußte.

Samstag, 27. Mai, 21.00 Uhr
Laut Programmflyer hätte die Sendung Hörsturz ertönen sollen, statt dessen füllte die DJ–Zone das Programm.

Dienstag, 30. Mai, 13.40 Uhr
Upps, ein Sendeloch! Und woher kam es diesmal? Nun, einer unserer Praktikanten war so unvorsichtig, eine Taste zu drücken, von der er besser die Finger gelassen hätte. Mit dieser Taste wird zwischen beiden Sendestudios umgeschaltet – und wenn das Signal des Wiederholungsbandes in das andere Studio geholt wird, in dem nichts läuft, dann wird's halt still auf dem Sender. Diesmal 17 Minuten lang. Merke: laß die Finger von Dingen und vor allem Tasten, von denen du keine Ahnung hast!

 

Freitag, 2. Juni, 17.00 Uhr
Ganz kurios ist das, was uns am Freitagnachmittag widerfahren ist, zumal es Auswirkungen auf das Nachtprogramm gehabt haben muß. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen startete gegen 15.00 Uhr unser DAT–Recorder mit dem Abspielen des Wiederholungsbandes vom Freitag, also den Sendungen der Vorwoche. Nun störte das keine und niemanden, weil nichts davon auf den Sender ging. Unglücklicherweise versuchte kurz vor 17.00 Uhr unsere Zeitschaltuhr, dieses Datband in den Aufnahmemodus zu schalten, was natürlich nicht ging. Das Problem wurde folglich zu spät entdeckt, so daß der Anfang der Sendung über die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung des Tages zuvor nicht aufgezeichnet werden konnte. Das Radiowecker–Team vom Samstag leitete daher moderativ zum Beginn der aufgezeichneten Sendung über, so daß unsere HörerInnen voll im Bilde waren. Klug mitgedacht (und wahrscheinlich vom Moderator der Sendung über die StaVo vorbereitet)!

Am späten Freitagabend fiel die im Programmflyer angekündigte Friday Night Radioparty wieder einmal aus. Wer gegen 23.05 Uhr mit welcher Motivation das Wiederholungsband mitten im KultTourKalender, also der Sendung nach dem Bericht über die Stadtverordnetenversammlung, gestartet hat, würde mich schon interessieren.

Freitag, 2. Juni, 19.00 Uhr
Irgendwie werden die Studiogästinnen von Evrenselin Sesi zu leise ausgesteuert. Dabei sollen sie doch zu verstehen sein, oder?

Samstag, 3. Juni, 21.00 Uhr
Nachdem sich Murphy schon am Freitag wieder so richtig bei uns wohlgefühlt hatte, kam er am Samstagabend gerne wieder vorbei. Und siehe da – ein fettes Sendeloch! Übrigens: eine Sendeloch mit Ankündigung. Der Moderator der Sendung Sighs'n'Screams hatte seine Sendung am Dienstagabend vorproduziert und war so unvorsichtig, mich zu fragen, wem er denn sein Band in die Hand drücken könne, damit diese/r es für ihn einlegt. Ich antwortete wahrheitsgemäß und geradezu hellsichtig, daß ich nicht wisse, wer vor ihm senden werde, und daß es sein könne, daß auch die Sendung vor ihm als Konserve eingelegt werden könnte. Ich verwies ihn daher an die Unterhaltungsredaktion, aber eigentlich muß ich mich schon fragen, weshalb er seine KollegInnen aus der Musikredaktion nicht um kollegiale Hilfe bat. Aber die Verantwortung einfach anderen zu überlassen und dann zu gehen – das geht nicht!

Und so begab es sich, daß am Samstagabend nicht die vorgesehene Wiederholung der Sandwich–WM der Unterhaltungsredaktion lief, sondern eine Konserve aus grauer Vorzeit mit einer Sonntagssendung, die es schon seit längerem nicht mehr bei Radio Darmstadt gibt, nämlich Sunday 7pm. Da der Musikredakteur geschickterweise das Band mit seiner Sendung in das verschlossene Fach der Unterhaltungsredaktion eingeworfen hatte, konnte natürlich auch keine und niemand um 21.00 Uhr diese Sendung freundlicherweise einlegen, vorausgesetzt natürlich, eine oder jemand (außer Murphy) wäre zu dieser Zeit im Sendehaus gewesen. Deshalb begann das 93minütige Sendeloch pünktlich und geplant nach Ablauf des eingelegten Bandes der Unterhaltungsredaktion um 21.00 Uhr und 30 Sekunden. Um 22.33 Uhr betraten eher zufällig ein paar NachtschwärmerInnen das Sendehaus und beendeten die Stille. Selbstverständlich wird es auch kein Dankeschön des Musikredakteurs an die Redakteurin des Radioweckers geben, die immerhin am frühen Morgen um 5.00 Uhr dafür gesorgt hat, daß das aufgezeichnete Sendeloch nicht noch einmal zu hören war.

Montag, 5. Juni, 07.00 Uhr
Der Umschalter in Studio 2.In Studio 2 beginnt der Radiowecker, doch in Studio 1 zwitschern die Vögel. Da die Moderatorin des Radioweckers selbst noch etwas unausgeschlafen war, vergaß sie, das Sendesignal auf ihr Studio umzuschalten. Deshalb wurden unsere Hörerinnen und Hörer zunächst von acht Minuten Geräuschkulisse geweckt.

Montag, 5. Juni, 15.00 Uhr
"Es ist Pfingstsonntag, 17.00 Uhr." – Das halte ich dann doch für ein Gerücht. Am Montagmorgen hatte das RadioweckerTeam aufgepaßt und das Wiederholungsband so gestartet, daß die sinnlose Zeitangabe nicht zu hören war.

Dienstag, 6. Juni, 18.00 Uhr
Wir hören zu Beginn der Sendung Knackpunkt den Beginn der Nachrichten des Deutschlandfunks. Das liegt daran, daß der Mischpultzug für den dritten CD–Player eine Zweitbelegung besitzt, mit der das Radiosignal des Deutschlandfunks eingespeist wird, um die Nachrichten im Radiowecker, in den Nachmittagsmagazinen (von 16.00 bis 17.00 Uhr) oder um 23.00 Uhr zu übernehmen. Der Moderator hat also nicht aufgepaßt und deshalb auch nicht auf die Zweitbelegung geachtet. Kann vorkommen, sollte jedoch nicht. Der Moderator ist schließlich vorgewarnt, daß sein Einstart in die Sendung einer besonderen Sensibilität bedarf.

Und so geht es gleich munter weiter! Er stellt seine Gästinnen und Gäste vor, einige Existenzgründerinnen und –gründer, sowie deren Betreuerin, "nämlich die Frau Berg vom KIZ. Schönen Tag, Frau Kiz." Wir erfahren natürlich nicht, was das KIZ ist, denn schließlich haben seine Hörerinnen und Hörer die entsprechende Erklärung aus einer vorangegangenen Sendung noch im Kopf. Statt dessen wird die wesentlich relevantere Information verbreitet, es folge jetzt gleich Musik. Na, so was aber auch! Intelligent auch die Kommentierung einer Existenzgründung mit den Worten "Gesundheitsvorsorge im Bereich Präventiv". Den Unterschied zwischen Vorsorge und Prävention möge er mir doch bitte einmal erklären. Man und frau könnte hieraus den Schluß ziehen, daß es sich hierbei um eine typische Sinnloszwischenmoderation handelt, weil der Moderator schlecht vorbereitet ist und ihm deshalb gerade nichts zur Überleitung einfällt.

Donnerstag, 8. Juni, 12.00 Uhr
Laut Auskunft unserer Moderatoren ist es jetzt Mittwoch, 21.00 Uhr. Nun, wie soll ich es sagen? Vielleicht so: "To avoid use of date and time in repeated program sequences is strongly recommended."

Montag, 12. Juni, 16.50 Uhr
Ganz aktuell werden bei Radio Darmstadt die aktuellen Spielstände der Fußball–Weltmeisterschaft durchgegeben. Im Grunde genommen kann da nicht viel schief gehen. Wenn jedoch zwischen dem Blick auf den Liveticker eines Internetportals und der Durchsage über das Mikrofon einige Minuten vergehen, da kann es schon einmal passieren, daß in der Zwischenzeit ein weiteres Tor gefallen ist. Und dann wird den Hörerinnen und Hörern eine brandaktuelle falsche Information übermittelt. So geschehen beim Spiel Japan gegen Australien, als Australiens Kicker in den letzten Spielminuten noch drei Treffer erzielten.

Dienstag, 13. Juni, 17.00 Uhr
Die Sendung 291111 – radiodarmstadt.de/in-sendeplatz fällt aus. Der vermutliche Grund: Der Redakteur bleibt im Verkehrschaos stecken, das die Darmstädter Polizei angerichtet hat, um die demonstrierenden Studierenden daran zu hindern, wahrgenommen zu werden. Allerdings war die Demonstration angekündigt und das Verkehrschaos abzusehen.

Dienstag, 13. Juni, 18.00 Uhr
Ungeschickterweise paßt der eingesprungene Redakteur der Sendung Der Duft Tunesiens nicht auf und spielt dasselbe Lied zweimal hintereinander. Das geschieht, wenn man den Tücken professioneller Studiogeräte nicht konzentriert gegensteuert.

Dienstag, 13. Juni, 23.00 Uhr
Am Ende von Gospel Rock gibt es ein etwa dreiminütiges Sendeloch, weil der Moderator der nachfolgenden Sendung Lorettas Leselampe [also ich] vergessen hat, sich das Sendesignal in das zweite Sendestudio zu holen. Das kommt davon, wenn man sich selbst mit Unwichtigem ablenkt und deshalb nicht konzentriert bei der Sache ist.

Donnerstag, 15. Juni, 18.00 Uhr
Statt der vorgesehenen Sendung des Eriträischen Freundschaftsvereins ist eine Konserve aus dem Archiv der Redaktion treffpunkt eine welt zu hören. Nun wäre das nicht tragisch, wenn nicht hier gegen einige fundamentale Regeln sinnvoller Sendegestaltung verstoßen worden wäre. Not– oder Ersatzsendungen, und das ist eine vor Jahren durch den Programmrat beschlossene Regelung, sind "zeitlos" zu gestalten. Hinweise auf Regierungsformen in anderen Staaten, die längst durch die politische Realität überholt worden sind, sind wenig hilfreich, um die gesellschaftliche Situation in einem Land wie Ecuador zu begreifen. Die Sendung wurde im Original im Januar 2004 ausgestrahlt, weshalb es einfach nicht sehr sinnvoll ist, Hinweise auf Gruppentreffen oder politische Initiativen im Februar und März zu senden. Derartiges hätte also herausgeschnitten werden müssen. Selbstredend gab es auch keine An– oder Abmoderation, welche auf den Konservencharakter dieser Sendung hingewiesen hätte. Ganz peinlich ist dann der Dank an die Technikerin zu Ende der Sendung und der Hinweis darauf, daß diese Technikerin im Anschluß an die Konserve mit ihrer eigenen Sendung Prima zu hören sein werde. Tatjana Jordan wurde nämlich am 6. Dezember 2004 erschossen; ich finde das einfach taktlos.

Bemerkenswert ist, daß die ursprünglich vorgesehene Sendende zu ihrer Entschuldigung ausgeführt hat, sie habe die Telefonnummer des CvD (Chef oder Chefin vom Dienst) nicht gekannt. Sie wußte zwar, wie frau 10 Minuten vor Beginn der Sendung in der Lage ist, die an einem arbeitsfreien Donnerstag garantiert nicht abgehörte Mailbox des Sekretariats zu besprechen. Aber daß sie die Telefonnummer von Radio Darmstadt nicht kennt, sollte glatt zur Disqualifikation vom weiteren Sendebetrieb führen.

Freitag, 16. Juni, 17.00 Uhr
Zum wiederholten Mal erscheint niemand aus der Lokalredaktion zur Sendung. Auf die Begründung für diesen Ausfall bin ich ja mal sehr gespannt. Es scheint so, als fühle sich keine und niemand in der Lokalredaktion für diesen Sendeplatz verantwortlich. Ob der Programmrat ihn besser einer anderen Redaktion zuweist?

Freitag, 23. Juni, 17.00 Uhr
Ebenfalls zum wiederholten Mal fällt die Friday Night Radioparty ersatzlos aus.

Sonntag, 25. Juni, 17.00 Uhr
In der Sendung Gehörgang wird für das Voten zur Darmstadt Hitparade geworben. Da dieser Teil der Sendung jedoch eine Konserve war, war der genannte Einsendeschluß schon vorbei. So etwas gehört eigentlich herausgeschnitten.

Montag, 26. Juni, 19.00 Uhr
Ebenfalls herausgeschnitten gehört in der Sendung Stormy Monday die Angabe einer Faxnummer aus zehn Jahre alten Konserven, bei der es interessant wäre herauszufinden, wer denn mit einem Anruf auf diese Nummer belästigt werden würde.

Dienstag, 27. Juni, 18.00 Uhr
Der Techniker der kurdischen Sendung Dengê Ferat stolpert über die Tücken des Mischpults und vor allem über die inzwischen drei nicht immer funktionierenden CD–Player. Man und frau kann sehr deutlich das Geräusch des vergeblichen Versuchs hören, wenn ein CD–Player versucht, eine CD einzulesen. Wie anderweits schon bemerkt, ist der Mischpultzug für den dritten CD–Player in der Zweitbelegung mit der Einspeisung des Deutschlandfunks versehen. Vermutlich beim Versuch herauszufinden, warum der dritte CD–Player die CD nicht abspielte, wurde zwischen der Erst– und der Zweitbelegung umgeschaltet, so daß wir ein wenig einer aktuellen Sendung des Deutschlandfunks zuhören durften. Die Sendung wird beendet mit einer falschen Angabe zur Uhrzeit der nächsten Ausgabe der Sendung und einem Hänger eines CD–Players, für den der Techniker nun wahrlich nichts kann.

Mittwoch, 28. Juni, 20.00 Uhr
Die Umschaltung in Studio 1.Der Übergang von der Sendung Augenweide (übrigens eine sehr schön gemachte ruhige Literatur– und Kunstsendung, in der nicht den Hypes nachgejagt wird!) aus Studio 2 zur Sendung Atelier X in Studio 1 mündete in einem merklichen Sendeloch. Es ist schon bemerkenswert, daß auch nach zweieinhalb Jahren die Technik der Übernahme des Sendesignals immer noch nicht beherrscht wird. Allerdings ist hierbei anzumerken, daß auch langjährig Sendende mitunter mit ihrem Kopf woanders sind und gerade die eher unerfahrenen Sendenden ihre Kenntnisse gerade einmal mit einer einzigen Sendung im Monat auffrischen müssen. Da kann schon einmal etwas schief gehen, obwohl: gerade weil so wenig Praxis vorhanden ist, wäre etwas mehr Vorbereitung und Aufmerksamkeit durchaus hilfreich. Also: erst mit dem roten Schalter den Umschaltknopf entsichern, dann den roten Knopf drücken, sodann mit dem roten Schalter den Umschaltknopf wieder sichern. Und dabei nicht vergessen, den Mischpultzug mit dem Sendesignal von Studio 2 auf 0 dB eingestellt zu haben, denn sonst geschieht das, was hier um 20.00 Uhr ertönte: ein Sendeloch.

 

Donnerstag, 6. Juli, 22.50 Uhr
Eigentlich wollte ich dieses Logbuch ja Ende Juni zu einem vorläufigen Abschluß bringen, da das wesentliche des Radioalltags von Radio Darmstadt hierin aufgezeigt worden ist. Doch leider hat mich die ansonsten mundial–folkloristisch nett anzuhörende Sendung Journey Into Sound dazu veranlaßt, einen weiteren Eintrag hinzuzufügen. Die beiden Moderatoren beenden ihre zweiteilige musikalische Fußballrevue mit einem Verweis auf die Tragödie im Brüsseler Heyselstadion am 29. Mai 1985, bei der 39 Menschen getötet wurden. Während der eine Moderator "mehrere Tote" mutmaßte, meinte der andere ratend, es seien "glaube ich" über einhundert gewesen. Vielleicht ist es nicht so wichtig, wie viele Menschen der mit dem Fußball innigst zusammengehörenden Gewalt zum Opfer gefallen sind. Aber ahnungslos irgendwelche Daten von sich zu geben, ist mit den Grundsätzen journalistischer Sorgfaltspflicht auch dann nicht zu vereinbaren, wenn die Sendung aus locker vorgetragenen Moderationen besteht. Es geht eben nichts über eine gute Vorbereitung, zumal der zugehörig gespielte Song geplant war!

Donnerstag, 6. Juli, 23.10 Uhr
Naja, und wenn ich schon einmal dabei bin: der Übergang von den Nachrichten des Deutschlandfunks zum Eröffnungsjingle von C–RadaR war auch nicht so, wie er sein sollte. Da hat offensichtlich jemand nicht aufgepaßt, als es hieß: "Soweit die Meldungen." – und den Deutschlandfunk erst einmal munter weiter vor sich hinplätschern lassen. In der Sendung selbst ging es anschließend um Bewegungsabläufe von Robotern; und selten gelingt es, visuelle Aktionen beschreibend zu Gehör zu bringen. Hier ist es mit ausführlichen Informationen und einer sehr gut erklärenden Gästin gelungen.



 

Nachwort

Inzwischen haben sich bei Radio Darmstadt einige Kritikerinnen und Kritiker des Logbuchs gefunden, die mir vereinsschädigendes Verhalten unterstellen. Einmal abgesehen davon, daß es wohl kaum einen Verein schädigt, wenn Schwachstellen offen gelegt werden, um sie zu beseitigen, ist es doch bemerkenswert, daß dieselben Kritikerinnen und Kritiker bislang nicht dadurch aufgefallen sind, offensiv daran zu arbeiten, die Qualität des dargebotenen Programms zu verbessern. Im Gegenteil – manche von ihnen tauchen leider immer wieder in diesem Logbuch als Beispiel dafür auf, wie man und frau besser nicht sendet. Offensichtlich ist es also nicht vereinsschädigend, stümperhaft zu senden und die eigenen Hörerinnen und Hörer hiermit zu belästigen, aber vereinsschädigend, auf dieses Stümpertum hinzuweisen. Das läßt tief in die Seelen der Kritikerinnen und Kritiker blicken. Sie möchten die Kritik loswerden, ohne etwas ändern zu müssen.

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2007 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2006, 2007. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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