Titelfoto Mai 2006
Die Satzung des Vereins

Radio Darmstadt

Satzungsfragen

Mai 2006
Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats Mai 2006 dokumentiert.

Wenige Tage nach der Mitgliederversammlung am 28. April 2006 zeigen sich langsam die wahren Absichten einiger Akteurinnen und Akteure. Die einige Monate später vom Registergericht bestätigte Wahl von Walter Kuhl als Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt wird angezweifelt, nachdem auf der Mitgliederversammlung seine Wahl nicht verhindert werden konnte. Einzelne Studiogeräte werden nicht gewartet, obwohl sie zu Totalausfällen neigen. Immerhin scheint es, als ob das öffentliche Qualitäts-Logbuch eine erzieherische Wirkung ausübt, denn die Probleme im verantwortungslosen Umgang mit der Sendetechnik lassen nach. Die Kritik an diesem Logbuch hält an, denn man und frau hätte manche Probleme lieber unter dem Teppich gehalten.

 


 

Screenshot Webseite Antifa BensheimMontag, 1. Mai 2006
Neonazis an der Bergstraße


Zu Gast in der Sendung Gegen das Vergessen zwei Aktive einer Antifagruppe aus Bensheim. Wir erfahren hier so manches über strukturelle Zusammenhänge von Neonazis im Rhein-Neckar-Gebiet und an der Bergstraße, was in der Presse so nicht zu lesen und auch sonst nicht zu hören ist.

Funkuhr im StudioMontag, 1. Mai 2006
Das Uhrzeitenunwesen


Das Uhrzeitenunwesen schlägt wieder einmal zu. Wenn es am Montagabend 19.54 Uhr ist, dann findet die Wiederholung eben nicht notwendigerweise – wie behauptet – um 10.54 Uhr statt. Denn erstens gibt es eine Wiederholung in der Nacht und zweitens: Woher weiß der Moderator von Stony Monday, ob das Wiederholungsband am folgenden Morgen am Bandanfang oder zu Beginn der ersten Sendung gestartet wird – was einen Unterschied von etwa drei Minuten ausmacht? Im voraus Uhrzeiten zu verkünden, ist sträflich leichtsinnig; man und frau stelle sich vor, ein Hörer oder eine Hörerin orientiert sich auch noch daran! Und dann ist sie womöglich falsch. Die mehrfache Verkündung derartiger vorweg genommener Uhrzeiten macht die Sache auch nicht besser.

Montag, 1. Mai 2006
Ein Blick in die Satzung


Am Wochenende nach der Mitgliederversammlung schaut Vorstandsmitglied Walter Kuhl vorsichtshalber noch einmal in die Satzung, ob der Wahlmodus korrekt war und das Wahlergebnis richtig verkündet wurde. Dabei stellt er etwas überrascht fest, daß fast alle Anwesenden auf der Mitgliederversammlung davon ausgegangen waren, daß gewählt sei, wer die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten habe. Tatsächlich sagt die Satzung jedoch etwas anderes. Daher teilt er dem Vorstand seine Erkenntnis mit und bittet darum, als korrekt gewählt angesehen zu werden. Dieses Schreiben [pdf] wird der Anmeldung beim Vereinsregister beigefügt.

Screenshot der Webseite von Gerhard SchönbergerDonnerstag, 4. Mai 2006
Eine Mitteilung für die Musikredaktion


Gerhard Schönberger, sendendes Mitglied in drei Redaktionen, informiert die Mitglieder der Musikredaktion über den Ausgang der Wahlen auf der Mitgliederversammlung in der Woche zuvor [pdf]. Die Art seiner Mitteilung gibt der Vermutung Raum, daß er sich eine gewisse Freude über den Ausgang der Wahlen nicht verkneifen kann. Dies ist unzweifelhaft sein demokratisches Recht. Warum aber hat er auf der Mitgliederversammlung nicht den Mut gehabt, offen seine Ablehnung bestimmter Kandidaten zu begründen? Die Mitteilung selbst wäre eine belanglose Lappalie, wenn er nicht im Sommer mit weiteren Schriftstücken dieser Art offen Stimmung gegen Vereinsmitglieder geschürt und dabei ihren Vereinsausschluß gefordert hätte.

Einladung zum Radioschein-TestseminarFreitag, 5. Mai 2006
Radioschein Testseminar


Am Wochenende findet in den Räumen von Radio Darmstadt ein Ausbildungsseminar des Bildungszentrums Bürgermedien statt. Aus der eigenes für nichtkommerzielle Lokalradios konzipierten Seminarreihe "Der Radioschein" wird probeweise das Modul zum Interview durchgeführt. Mit diesem Angebot soll die Motivation der Sendenden getestet werden, sich professionell fortzubilden. Da dieses Seminar Anklang fand, wurden auch die anderen Module des Radioscheins in der ersten Hälfte des Jahres 2007 bei Radio Darmstadt angeboten.

Ausschnitt aus dem SeminarkonzeptSonntag, 7. Mai 2006
Moderationen planen


Dieter G. aus der Sportredaktion meldet für den heutigen Tag ein Ausbildungsseminar zum Thema Moderationsplan [musterplan] an. Bei Radio Darmstadt ist es üblich, daß Teamerinnen und Teamer, deren Seminarkonzept vom Vorstand für Aus– und Weiterbildung genehmigt worden ist, für das Abhalten dieses die Sendenden qualifizierenden Seminars mit einer Pauschale zwischen 100 und 125 Euro entschädigt werden. Alle Jahre wieder reicht Dieter G. ein derartiges Konzept ein. Er wundert sich, warum es nicht akzeptiert wird. Wenn wir gemeinsam einen Blick auf sein Seminarkonzept werfen, wird die Ablehnung verständlich.

PegelmesserSonntag, 7. Mai 2006
Verstanden werden wollen


Das Frauenradio Frida zeichnet sich in der heutigen Sendung durch eingespielte O–Töne aus, die eher unverständlich sind. Sie werden zu leise eingespielt, wären aber auch mit einem Sendepegel von 0dB nicht wirklich besser verständlich gewesen. Das Problem: das Mikrofon stand zu weit entfernt von der jeweiligen aufgenommenen Rednerin, so daß Hintergrundgeräusche und die ganz normale Unruhe einer Veranstaltung die Aufnahme prägten. Zudem war beim laut aufgedrehten Radio nicht nur ein erhöhtes Rauschen, sondern auch ein gewisses Brummen zu vernehmen.

Nun hat sich gerade die Sendequalität von Frida, ähnlich wie bei Audiomax in den letzten zwei Jahren stark verbessert. Umso bedauerlicher ist es, wenn Aufnahmen ohne vorherige Planung entstehen und frau sich anschließend deshalb auch noch für die zu leisen O–Töne entschuldigen muß. Aufnahmen wie diese können zwar entstehen, sollten aber die absolute Ausnahme sein. Den Charakter und die Anmutung eines Laienradios sollten wir nämlich nach fast zehn Jahren Dauersendebetrieb nun wirklich abgestreift haben. Einmal abgesehen davon nutzt es den Hörerinnen gar nichts, wenn frau sich für etwas entschuldigt, was allenfalls bei konzentriertem Zuhören verständlich war. Eine solche Aufnahme findet kein Publikum. Der Fehler ist deshalb nicht im Nachhinein zu bemänteln, sondern im Voraus zu vermeiden.

CD-Player in Studio 1Sonntag, 7. Mai 2006
Die Beschwerden häufen sich


Schon seit Wochen beschweren sich die Sendenden in Studio 1 über Probleme beim Abspielen von CDs. Die Auswirkungen dieser Probleme waren auf dem Sender deutlich zu hören, entweder als Totalausfall einer abgestarteten CD oder als mit übertragenes Laufgeräusch. Obwohl ich mehrfach auf einer Vorstandssitzung die Dringlichkeit einer Reparatur angemahnt hatte, sitzt das zuständige Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan die Angelegenheit aus, da er hofft, daß sich nach der Wahl des neuen Vorstandes sein Kumpel Stefan Egerlandt der Wartung der Studiogeräte annimmt. Dieser wartet jedoch erst einmal ab, was das Registergericht entscheidet, und wird daher erst im Juli die Geräte Stück für Stück zur Wartung einschicken.

Einträge ins Technikbuch: CD–Player nimmt nicht jede CD an (23.04.), CD–Player knarrt leicht (07.05.), CD–Player liest CDs fehlerhaft (17.05.), Probleme beim Einlesen einer CD, Track hing kurzzeitig (18.05.), CDs werden nicht erkannt, gelesen oder abgespielt (04.06.), habe mit allen drei CD–Playern Probleme (14.06.), CD–Player sind launisch, sie entscheiden selbst, wann sie etwas abspielen (15.06.), CD–Player hängt total durch (16.06.), CD–Player fällt sofort nach dem Anlaufen aus (27.06.), CD–Player ist total übersteuert (29.06.), CD–Player hängt gelegentlich (09.07.), Defekt an zwei CD–Playern (16.07.), CD–Player bringt gelegentlich keinen Ton heraus (25.07.), Ausfall des CD–Players mitten in der Sendung (30.07.), CD–Player funktioniert nicht einwandfrei (12.08.).

Unnötig zu erwähnen, daß zu meiner Zeit als Vorstand für Studio und Technik derartige Probleme zeitnah behoben oder – falls dies nicht möglich war – zumindest die Sendenden informiert wurden. Die hier dokumentierte Häufung gleichartiger Beschwerden belegt, wie sehr die Sendenden vom Technikvorstand im Stich gelassen wurden.

Montag, 8. Mai 2006
Das Logbuch stört den darin dokumentierten Sendebetrieb


Abermals diskutiert der Programmrat über das von mir öffentlich geführte Logbuch zum Programm des Senders. Tenor: solch ein Logbuch sei schädlich. Keine und niemand kritisiert, die Dinge seien falsch dargestellt worden. Woraus folgt: es ist erlaubt, Unsinniges zu senden, aber nicht, darüber auch noch öffentlich zu reden. Erst nach meiner massiven Intervention neigt der Programmrat dann doch einvernehmlich dazu, daß sich die Redaktionen besser einmal Gedanken über Maßnahmen zur Verbesserung des Programms machen sollen. Das von Christian F. geschriebene Protokoll gibt den Vorgang so wieder:
Es gibt Beschwerden über das "Qualitätslogbuch" von Walter Kuhl, welches sich auf seiner Homepage "Waltpolitik" im Internet befindet. Obwohl das Logbuch aufbauende Kritik für die Sendenden bei RadaR sein soll, fühlen sich einige Personen persönlich angegriffen, auch weil bei einigen Fällen volle Namen angegeben sind.
Na, so etwas aber auch! Und was ist mit den vollen Namen, die in der Sendung genannt werden? Gibt es etwa ein Problem damit, daß die eigene Performance nicht nur angehört, sondern auch nachgelesen werden kann?
Einige Anwesende finden, dass das Logbuch zwar eine gute Art der Sendekritik ist, allerdings nicht für jeden zugänglich im Web stehen sollte. Neben der Frage des Datenschutzes, die aufgeworfen wird, wird auch erwähnt, dass ebenfalls unsere Aufsichtsbehörde die Einträge einsehen kann.
Seltsame Argumente. Datenschutz bei öffentlichem Senden? Und die LPR Hessen soll nicht mitbekommen dürfen, was öffentlich gesendet wurde? Soll vielleicht in Zukunft auch nur noch im Geheimen gesendet werden?
Walter Kuhl meint, dass er den Programmrat "aus seiner Bequemlichkeit herausholt", indem er die Rolle der Kritisierung (was Aufgabe des Programmrats ist) übernimmt. Er erinnert außerdem an den Vorschlag von Christine J. (Sportredaktion) aus dem Vorjahr, dass sich zwei Redaktionen gegenseitig kritisieren. Es wird überlegt, ob auf der nächsten Programmratsitzung eine gegenseitige Sendekritik durchgeführt werden soll. Gerhard S. weist zusätzlich darauf hin, dass die Redaktionen auch ihre eigenen Sendungen kritisch anzuhören haben.
Würden die Redaktionen nach transparenten Kriterien dieser Aufgabe nachkommen, würde sich sicherlich nicht derart viel Erwähnenswertes im Logbuch wiederfinden …

Donnerstag, 11. Mai 2006
Der neue Vorstand konstituiert sich noch nicht


Zur heutigen Vorstandssitzung treffen die Mitglieder des bisherigen Vorstandes und die am 28. April neu gewählten Vorstandsmitglieder zusammen. Es wird die derzeit unübersichtliche Situation diskutiert, die sich aus dem Wahlergebnis ergibt. Einerseits wurde das bisherige Vorstandsmitglied Walter Kuhl satzungsgemäß mit Stimmenmehrheit gewählt, andererseits hatte der Wahlvorstand dies versehentlich anders verkündet. Aus unterschiedlichem Interesse hatten Susanne Schuckmann und Walter Kuhl Vorsprache beim Registergericht gehalten. Die mündliche Auskunft tendiert dazu, neu zu wählen, aber eine rechtsverbindliche Auskunft konnte und wollte der zuständige Rechtspfleger nicht geben. Daher bleibt satzungsgemäß der bisherige Vorstand im Amt, bis ein neuer in das Vereinsregister eingetragen worden ist. Die neu in den Vorstand gewählten Susanne Schuckmann und Markus Lang bestehen auf dieser schriftlichen Auskunft, um zu wissen, was gegebenenfalls nachgeholt oder wiederholt werden muß. Markus Lang geht sogar einen Schritt weiter und schlägt vor, das Registergericht nicht über die Unklarheiten zu informieren, um schnell zu einem neuen Vorstand zu kommen. Niko Martin fragt die vier neu gewählten Vorstandsmitglieder, ob sie bereit seien, sich trotz der Unklarheiten für den Verein engagieren zu wollen. Stefan Egerlandt ist hierzu gewillt. In Zusammenarbeit mit dem bisherigen Vorstand Benjamin Gürkan will er sich bei der Studiotechnik engagieren. Susanne Schuckmann und Markus Lang lehnen ein solches Engagement kategorisch ab. Die Anwesenden einigen sich auf folgendes Vorgehen: Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird beim Registergericht eingereicht, um die bisherigen mündlichen Auskünfte schriftlich bestätigt zu erhalten. Falls notwendig, wird daran anschließend ein Termin für eine neue Mitgliederversammlung vereinbart.

Donnerstag, 11. Mai 2006
Wie Berlusconi


Ein Jugendredakteur bemerkt als Gast auf der Vorstandssitzung, Walter Kuhl klebe am Amt wie Silvio Berlusconi in Italien [1], obwohl er nicht wieder gewählt worden sei. Selbstverständlich entschuldigt er sich nicht für seine Bemerkung, nachdem das Registergericht im September 2006 die ordnungsgemäße Wahl von Walter Kuhl festgestellt hat.

Freitag, 12. Mai 2006
Nicht zuende gedachte Ansage


Anstelle des Vogelgezwitschers, das normalerweise am Ende des Wiederholungsbandes vom Donnerstag zu hören ist, wurde von einem Kollegen der Unterhaltungsredaktion eine Ansage aufgespielt, um auf den nun folgenden Radiowecker mit Christian K. hinzuweisen. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, daß am Donnerstagmorgen das Mittwochsband laufen sollte und zudem die Ansage auch mittags gegen 14.00 Uhr zu hören ist, wo gewiß kein Radiowecker beginnt. Gut gemeint, aber nicht zuende gedacht.

Screenshot von der bermuda.funk WebseiteFreitag, 12. Mai 2006
Gesucht und nicht gefunden


Um 17.00 Uhr hätte die Sendung Ich such' die DDR vom bermuda.funk eingelegt werden müssen. Weil die zuständige Redaktion jedoch nicht erschien, wurde als Notsendung eine Wiederholung einer Sendung der Redaktion treffpunkt eine welt eingelegt.

Samstag, 13. Mai 2006
Dudeldido


Wieder einmal entpuppt sich der RadaR Playground als eine Zwangsverlängerung der YoungPOWER-Sendung. Es mag ja ganz nett sein, zwei Stunden Mainstream-Mucke zu spielen (wir wissen ja alle: das ist ein viel zu wenig gespieltes Musikformat, gell?), aber: läßt sich mit diesem Sendeplatz nicht dauerhaft etwas Sinnvolleres anstellen? Das Problem ist ausreichend lange bekannt, so daß es sogar in der Unterhaltungsredaktion hätte möglich sein können, ein Programm zu beschließen, das den Charakter des RadaR Playgrounds erhält und dennoch den Sendeplatz nicht einfach nur schlecht verwaltet.

Montag, 15. Mai 2006
Gerüchte streuen


Der Sprecher der Wissenschaftsredaktion Ralf D. nutzt den internen Verteiler für Redaktionssprecherinnen und –sprecher, um seine Privatmeinung kundzutun:
Hallo an alle Redaktionssprecher, –sprecherinnen und –räte, hallo Vorstandsmitglieder (m und w),

manche von euch waren kürzlich auf der MV, bei der die Wahl des neuen Vorstands ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Punkt war. Am letzten Donnerstag sollte die konstituierende Sitzung des neuen Vorstands sein. Es kam aber nicht dazu, weil es im Verein unterschiedliche Meinungen über die Gültigkeit der Wahl gibt. Deshalb wird die Wahl wiederholt. Wer sich wie ich […] öfter im Sendehaus aufhält, hat das sicher schon mitbekommen. Trotzdem: auf eine 'offizielle' Mitteilung dieser simplen Tatsache über –> allreds@radiodarmstadt.de warte ich seit Tagen vergeblich. Weder Mitglieder des alten noch des neuen Vorstands, aber auch die Bürokraft, sehen offenbar keinen Anlaß dazu, obwohl die Wichtigkeit der Wahlen und die daraus folgende Aufgabenverteilung doch klar ist. Damit auch die seltener im Sender auftauchenden Sprecherinnen usw. (siehe Anrede) informiert werden, habe ich diese Zeilen heute aufgesetzt, nachdem 4 Tage nach der geplanten Konstitution des neuen Vorstands bis 16 Uhr keine Mail dieser Art eingegangen ist. Diese Mail ist nicht mit der Wissenschaftsredaktion abgestimmt, weil wir erst im Juni wieder eine reguläre Sitzung haben.
Woher weiß dieser Redaktionssprecher, daß die Vorstandswahl wiederholt werden muß? Bislang ist dies erst einmal ein mögliches Szenario.

Screenshot von der Traffic Jam WebseiteMontag, 15. Mai 2006
Leise gespielter Krach


In der Sendung um 22.00 Uhr wird offenbar von MiniDisc ein Interview abgespielt, das letztes Jahr beim Traffic Jam-Festival ziemlich übersteuert aufgezeichnet worden war. So etwas kann natürlich passieren, wenn es auf und hinter der Bühne lautstark zugeht. Warum diese Aufnahme dann allerdings mit einem Sendepegel von minus 10dB abgespielt wurde, würde mich schon interessieren.

Logo goEast FilmfestivalDonnerstag, 18. Mai 2006
Wiederholung der Wiederholung


Von der Redaktion treffpunkt eine welt erschien keine und niemand zur Sendung. Anstelle der geplanten Sendung über das Filmfestival go East wurde eine Konserve eingelegt. Dieselbe Konserve lief jedoch schon als Ersatzsendung am vergangenen Freitag. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, diese Ersatzsendung als "verbraucht" zu kennzeichnen. Dies scheint manche Sendenden jedoch zu überfordern.

CD Player in Studio 1Donnerstag, 18. Mai 2006
Stille Musik


Um 22.22 Uhr wird eine CD wird gestartet, aber wir hören fünf Minuten lang Stille. Vermutliche Ursache: der Moderator hat am Mischpult die CD abgestartet, bevor sie vom CD–Player eingelesen worden war. Dann springt das Gerät in die Vorhöre und der Studiotechniker hört den satten Sound, während in den Weiten des Äthers nur noch ein feines Rauschen bleibt. Es bedurfte deshalb eines externen Anrufs, um die Stille zu unterbrechen, da die Studiocrew im Sender logischerweise nichts davon bemerkt hatte. Dennoch ist positiv festzuhalten, daß 12 Zoll eine der neuen Sendungen bei Radio Darmstadt ist, die den Horizont erweitern.

Freitag, 19. Mai 2006
Nicht vor Ort


Zum wiederholten Mal ist die Sendung Knackpunkt ausgefallen, weil der zuständige Redakteur nicht erschienen ist. Die Lokalredaktion namens VorOrt fühlt sich für den eigenen Sendeplatz wohl nicht so recht zuständig. Dem Chef vom Dienst lag keine Ersatzsendung der Redaktion vor, weshalb er eine Konserve der Unterhaltungsredaktion einlegte.

Ausschnitt Titelbild Juniflyer 2006Freitag, 19. Mai 2006
Nachdenkliches aus dem Editorial zum Juniflyer


Der Programmflyer für Juni wird Ende des Monats an den üblichen Verteilstellen ausliegen. Die Internetversion ist jetzt schon einzusehen [2]. Der derzeitige Programmratssprecher Rüdiger Gieselmann hat hierin einige nachdenkliche Worte beigesteuert:
Leider können wir Ihnen die neuen Frauen und Männer des Vorstands noch nicht vorstellen, denn das Registergericht in Darmstadt wird wahrscheinlich die am 28. April vollzogenen Wahlen nicht anerkennen. Diese Situation ist nicht einfach für alle Beteiligten: Weder für die wählenden Mitglieder, noch für die, die nun mit frischer Kraft anfangen wollen – und auch nicht für jene, die quasi in einem Interregnum eine Arbeit fortsetzen müssen, die sie schon für beendet hielten. Meine Freunde, wir müssen die Situation gemeinsam und mit Geduld durchstehen, auf die Dauer wird die Demokratie unter uns siegen. Ich habe mich aufgerichtet an der beharrlichen Geduld von Prodi und Neapolitano und allen anderen, die es geschafft haben, dass Berlusconi endlich geht.
Rüdiger Gieselmann spürt das Demokratiedefizit im Verein und die durch die Unklarheit geschürte Unruhe. Sein Appell an alle Beteiligten, die Ruhe zu bewahren, verhallt ungehört. Im Herbst werden wir genauer sehen, wozu die geschürte Unruhe benutzt wird.
Drei der vier FaxordnerMontag, 22. Mai 2006
Pressefaxe bunkern


Aus gegebenem Anlaß erreicht den Programmrat meine folgende Mitteilung:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich weiß ja nicht, ob in den einzelnen Redaktionen eine gründliche Einarbeitung der CvDs stattfindet. Zuweilen habe ich hier mehr als nur berechtigte Zweifel. Das macht sich auch an Kleinigkeiten fest. Die Faxe, die im Faxordner abgeheftet werden, haben in der Regel ein begrenztes Haltbarkeitsdatum. Wir müssen sie nicht zehn Jahre archivieren. Aus diesem Grund ist die Anzahl der offiziellen Faxordner auf vier begrenzt. Das steht auch klar und deutlich zu lesen auf den Ordnerrücken: "1 von 4", "2 von 4", "3 von 4", "4 von 4". Eigentlich ganz einfach, nicht? Kann mir dann mal eine oder jemand erklären, warum regelmäßig ein fünfter oder gar sechster Faxordner angelegt wird? Muß schwer sein, mitzudenken. Ist das so schwer zu vermitteln, daß der älteste Faxordner geleert wird, wenn der aktuelle Faxordner überquillt? Dann ist Platz für neue Faxe, ohne daß irgendwann einmal der blaue Schrank wegen einhundertfünfundzwanzig Faxordnern aus den Nähten platzt. Aber eigentlich ist das auch egal. Wir können die Faxe schließlich auch ohne Ordner einfach solange bunkern, bis wir am Altpapier ersticken. Doch vielleicht möchte der Programmrat ja mal allgemein verbindliche Regeln aufstellen.

Ebenfalls an diesem Tag nimmt der ehemalige Redaktionssprecher der Jugendredaktion YoungPOWER in einer E–Mail Stellung zum Qualitäts-Logbuch von Walter Kuhl und zum Umgang mit dem Ergebnis der Vorstandswahl auf der letzten Mitgliederversammlung: „Satzungstechnisch korrekt – moralisch widerlich“.

Eingangsbereich LPR HessenMontag, 22. Mai 2006
Sendelizenz wird vorerst nicht verlängert


Die Hessische Staatskanzlei hat die LPR Hessen gebeten, die zum Jahresende auslaufenden Lizenzen der nichtkommerziellen Lokalradios vorerst nicht zu verlängern. Als Grund wird angegeben, dem Gesetzgeber Spielräume bei der Ausgestaltung der hessischen Hörfunklandschaft zu ermöglichen. Im September wird die Landesregierung hierzu einen Entwurf für ein neues Hessisches Privatrundfunkgesetz einbringen. Den sieben nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) wird die Sendemöglichkeit bis zum Ende des Folgejahres zugesichert, um einen reibungslosen Verwaltungs– und Sendeablauf zu gewährleisten.

Screenshot von der Webseite der MusikredaktionFreitag, 26. Mai 2006
Redaktionelles Nebeneinander


Die Sendung Konzertvorschau muß am Nachmittag um 14.00 Uhr krankheitsbedingt ausfallen. Statt dessen wird der Nachrichtenteil der Hörzeitung ein weiteres Mal wiederholt. Ausfälle in den Randlagen unseres Liveprogramms führen in der Regel dazu, daß die zuständige Redaktion nicht einspringt. Da Radio Darmstadt keine Chefredaktion besitzt und der Programmrat in diesem Verhalten kein Problem sieht, werden wir damit konfrontiert, daß es Sendungen gibt, die mal stattfinden und mal nicht. Ob das sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage. Es gab allerdings auch schon Sendende, die der Meinung waren, daß das Lust– und Launeprinzip grundsätzlich zu gelten habe. Sie haben uns jedoch nicht erklärt, wie unter diesen Umständen ein geordneter Sendebetrieb aufrecht erhalten werden kann. Wahrscheinlich haben sie sich gedacht, es sei vollkommen egal, ob mal Sendelöcher und mal Programm zu hören sei. – Folgerichtig erschien um 22.00 Uhr auch zum Offenen Haus der Musikredaktion keine und niemand. Zum Glück war zufällig eine Redakteurin anwesend, die eine Notsendung eingelegt hat. Sonst hätten wir ein von der Musikredaktion zu verantwortendes Sendeloch gehabt.

Samstag, 27. Mai 2006
Kein Hörsturz


Laut Programmflyer hätte um 21.00 Uhr die Sendung Hörsturz ertönen sollen, statt dessen füllte die DJ–Zone das brach liegende Programm.

Umschaltung in Studio 2Dienstag, 30. Mai 2006
Upps, ein Sendeloch!


Einer unserer Praktikanten war so unvorsichtig, eine Taste zu drücken, von der er besser die Finger gelassen hätte. Mit dieser Taste wird zwischen beiden Sendestudios umgeschaltet – und wenn das Signal des Wiederholungsbandes in das andere Studio geholt wird, in dem nichts läuft, dann wird's halt still auf dem Sender. Diesmal hielt die Stille 17 Minuten lang an. Merke: laß die Finger von Dingen und vor allem Tasten, von denen du keine Ahnung hast!

OB Hoffmann stellt das Stadtlexikon vorMittwoch, 31. Mai 2007
Eine Stadt stellt sich vor


Am Abend wird das im Konrad Theiss Verlag herausgebrachte Darmstädter Stadtlexikon offiziell vorgestellt. Oberbürgermeister Walter Hoffmann findet launige Worte und lobt das Werk. Mit Unterstützung der Radiowecker-Praktikantin Tanja Ribartsch [3] nimmt die Redaktion Alltag und Geschichte diese offizielle Veranstaltung in der Centralstation auf und bringt sie eine Stunde später in der Magazinsendung der Redaktion zu Gehör. Die Redaktion ist eine der wenigen, die entweder durch Liveübertragungen oder eine Aufzeichung vor Ort sind, ganz im Gegensatz zur Lokalredaktion, die zwar VorOrt heißt, aber mit Ausnahme des Redaktions-Allrounders Christian K. nirgends dort zu finden ist.

Screenshot Fachbereich Media Hochschule DarmstadtMittwoch, 31. Mai 2006
Noch keine Klarheit


Das Protokoll der Mitgliederversammlung am 28. April ist noch nicht beim Registergericht eingegangen. Somit besteht weiterhin keine Klarheit über die Zusammensetzung des neuen Vorstandes und das weitere Vorgehen. Benjamin Gürkan möchte sein berufspraktisches Semester bei Radio Darmstadt durchführen. Er möchte von Oktober 2006 bis Februar 2007 an einer verstärkten Binnenintegration des Senders arbeiten und den Internetauftritt des Senders komplett neu gestalten. Sein Ziel ist es, die Kommunikation nach innen und außen zu stärken. Er möchte dieses Praktikum mit monatlich 700 Euro netto vergütet haben, was ein Novum darstellen würde, denn bislang wurden alle Praktika bei Radio Darmstadt unentgeltlich durchgeführt. Trotz einiger Bedenken stimmt der Vorstand diesem Praktikum grundsätzlich zu. [Konzept]

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Berlusconi erkennt Prodi-Sieg nicht an, in: stern.de vom 20. April 2006.

[2]   Die Ausgaben des Programmflyers ab Oktober 2006 wurden von Vorstandsfrau Susanne Schuckmann und ihrem Team erstellt. Er kam seither teilweise mit erheblichen Verspätungen in der gedruckten Fassung und bis September 2007 nie vor Monatsbeginn in der Internetfassung heraus. Ein echter Rückschritt! Siehe hierzu auch eine Dokumentation.

[3]   Name geändert.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 19. Februar 2010 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2007, 2010. Das Copyright für das Bild zum 22. Mai liegt bei der LPR Hessen. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

URL dieser Seite : http://waltpolitik.powerbone.de/radiodar/radar605.htm

 
 
 
Valid HTML 4.01 Transitional  Valid      CSS!