Titelfoto Juli 2006
Chaos Radio mit Pfiff

Radio Darmstadt

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Juli 2006
Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats Juli 2006 dokumentiert.

Der im April (neu) gewählte Vorstand nimmt seine Arbeit auf. Es werden nicht nur Konfliktlinien im Vorstand deutlich. Auch der Programmrat wird für die kommende Auseinandersetzung und Ausgrenzung einzelner Vereinsmitglieder instrumentalisiert. Ein im Grunde belangloses Jingle wird zur Staatsaffäre aufgebauscht. Benjamin Gürkan möchte eine interne Datenerhebung zur Zufriedenheit der Sendenden mit ihrem Sender und ihrem Verein durchführen. Das bis heute nicht vereinsöffentlich nachprüfbare Ergebnis wird er zielgerichtet zu nutzen wissen. Susanne Schuckmann nimmt ihre Arbeit gewissenhaft wahr und arbeitet die Vorstandsordner nach verwertbarem Material durch. Dieses wird sie in den folgenden Monaten zielgerichtet einsetzen.

 


 

HinterhofidylleMontag, 3. Juli 2006
Ein Fußballspiel, das auf den Sack geht


Am Samstag hatten unsere Youngsters auf dem Hof hinter dem Sendestudio ein bißchen Fußball gespielt. Nun stehen auf dem Hof auch parkende Autos herum; und einer der Autobesitzer fand das nicht so lustig, daß sein kostbarer Lack in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nachdem mich der Hausbesitzer darauf angesprochen hatte, habe ich die Information über den internen Verteiler weitergegeben. Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan, am Fußballspielen beteiligt, regt sich daraufhin fürchterlich auf:
Morsche,

also den Kameraden in seinem tollen Cabrio werde ich mir demnächst vorknöpfen und auch den Hausbesitzer …

Langsam gehts mir nämlich auf den Sack. Der Kollege im Cabrio hat nämlich mehr dumm und polemisch rumgemault als sachlich argumentiert und kam dann gleich mit so Sprüchen: aja dann gehts zum Anwalt und so weiter …. Und dieser VOGEL soll zum mir kommen wenn er ein Problem hat und nicht zum Hausbesitzer rennen, was issn das für eine hinterhältiger Kerl und vor allem sind wir dann auch weggegangen (SOFORT DANACH, keine einsicht … jaja …) … UND er hat auf dem CDU Parkplatz geparkt und ich glaube nicht, dass das legitim ist … Die Art und Weise wie ER gesprochen hat … VON OBEN HERAB … äh wer bin ich den? ein dahergelaufener kleiner vollidiot oder was, da muss er sich nicht wundern wenn er pampige Antworten zurückbekommt …

Und dem Herrn Hausbesitzer werde ich mal sagen das es ne Frechheit ist immer nur eine Seite zu hören. … das er mal bisschen locker machen soll. Und vor allem wenn noch ein einziges Mal irgendeiner von denen auf einem unserer Parktplätze steht RÄUMTS und ZWAR RICHTIG!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

wenn ich im sender bin gehts ab, langsam reichts, immer schön aur RadaR, abhaken nicht mit mir … legt mit weil mal die Nummer vom Hausbesitzer hin … und ich hätte gerne die Nummer von dem Cabriofahrer, falls die ausfindig zu machen ist …
Man und frau sollte den Redeschwall des Herrn Gürkan nicht so ernst nehmen. Wahrscheinlich folgten den großen Worten keine Taten. Zwei Monate später hat er ohnehin alle seinen guten Vorsätze vergessen und sich maßgeblich daran beteiligt, die Vereinsmitglieder Norbert Büchner und Katharina Mann ohne Anhörung aus dem Verein auszuschließen.
DAT-Recorder (unten)Montag, 3. Juli 2006
Dies und DAT


Während sich unsere Youngsters am späten Samstagnachmittag auf dem Hof vergnügten, nahm der DAT–Recorder im Flur des Sendehauses die zu wiederholenden Sendungen nicht auf. Weil hierdurch der Sendeablauf massiv gestört wurde, schrieb ich am Montagmittag folgende E–Mail an den internen Verteiler:
Hallo, alle miteinander,

am Samstagabend, wahrscheinlich so gegen 19 Uhr, hat ein freundlicher Mensch das DAT–Gerät im Flur einfach ausgeschaltet. Die Aufzeichnung der Samstagssendungen endete abrupt gegen 19.06 Uhr.

Das Sonntags-DATband fehlt. Diebstahl? Die CvD von Sonntag hat deshalb das Samstagsband zur Aufnahme benutzt. Leider stand der Recorder nicht im Long-Play-Modus, weil auch hier herumgespielt wurde. Deshalb wurden nur drei Stunden aufgezeichnet.

Darf ich erfahren, wer hierfür verantwortlich ist?
Kurz darauf mailte der Chef vom Dienst vom Samstag, das neugewählte Vorstandsmitglied Simon Hülsbömer:
hallo,

ich hatte am samstag cvd, habe aber leider nach dienstende nicht noch einmal das dat–band kontrolliert, da vorher alles korrekt lief. zu dieser zeit waren viele menschen anwesend (u–red, young–power etc., vgl. aw–liste) und es herrschte ein heiliges chaos im sender. während der young power-sendung kurz zuvor ging alles drunter und drüber (u–redaktion hatte sitzung, studio 1 war technisch anscheinend nicht sendefähig, studio 2 wurde belagert) – und ich musste mehr als einmal zur ordnung bitten. dass jetzt auch noch das dat–band abgeschaltet wurde, wundert mich da nicht mehr. leider habe ich weder mitbekommen, wer sich am gerät zu schaffen gemacht hat noch um 19.15 uhr noch einmal die aufzeichnung kontrolliert.

soviel zur situation am samstag abend – vielleicht hilfts für die rekonstruktion …
Unterhaltungsredakteur Björn W., der ab 19.00 Uhr auf Sendung gegangen war, trug Folgendes bei:
Hallo Walter,

letzten Samstag um ca. 19:10h wurde das WDH Aufzeichnungs-DAT-Band im Flur durch Drücken des Power-Schalters am TASCAM DAT-Gerät ausgeschaltet. Natürlich wurde es auch gleich aus gelassen, sodass der Fehler erst ca. um 22h bemerkt werden konnte

und warum denn auch wieder einschalten wenn man einen Fehler gemacht hat?! Lassen wir es doch lieber gleich aus … kopfschüttel

Jedenfalls wurde praktisch nur von 17h–19h mitgeschnitten, was nicht gerade toll für unseren Sendebetrieb ist. Nach Zusammenkunft einiger Anwesenden der Redaktion Young-Power und der Unterhaltungsredaktion wurde Vermutungsweise der Fehler auf den CVD (Simon Hülsbömer) eingegrenzt, der an diesem Samstag Abend gar kein erkenntlicher CVD war, da er mehr im Studio 2 bzw. vorm TV–Gerät sass, als am CVD–Platz selber. Ob Herr Hülsbömer das DAT–Band wirklich ausgedrückt hat, kann wohl keiner beweisen, jedoch war es keiner von Young-Power und auch niemand von der U–Redaktion, dies wurde nach langen Diskussionen um die Nacht–WDH am Samstag–Abend klar.

Ich nörgele nicht nur, weil es um meine Sendung in der WDH geht, selbstverständlich auch – aber es geht hauptsächlich um das Ausschalten des aufzeichneten DAT–Recorders, was ich auf keinen Fall nachvollziehen kann. Wer auch immer das DAT–Band ausgeschaltet hat, ich empfehle diesem dringend eine Technikschulung. Ansonsten einen schönen Abend und bis bald im Sender!
Halten wir einfach fest: das Gerät hat sich selbst ausgeschaltet und keine und niemand ist es gewesen. Selbst wenn Simon Hülsbömer vor dem Fernsehgerät gesessen hätte, wäre das für den DAT–Betrieb weitaus besser gewesen, als wenn er sich im Eingangsbereich am CvD–Schreibtisch aufgehalten hätte. Aber irgendwie schon dreist: die Unterhaltungsredaktion beschließt, sie war es nicht, und dann kann es ja nur der CvD selbst gewesen sein. Weshalb sollte er jedoch a) das Gerät ausschalten und b) auch noch den Aufnahmemodus verändern? So, wie ich Simon Hülsbömer kennengelernt habe, hätte er einen solchen Fehler umgehend zugegeben und Asche auf sein Haupt gestreut.

Verschlossene Redaktionsfächer im roten SchrankMittwoch, 5. Juli 2006
Mysteriöses Verschwinden


Die Radiowecker-Redaktion vermißt ihre Jingle-MiniDisc, die im Redaktionsfach im nebenstehend abgebildeten roten Schrank eingeschlossen war. Am Freitagmorgen lag sie wieder im Redaktionsfach, versteckt unterhalb eines Buchs; sie kann also nicht einfach eingeworfen worden sein. Da kein Mitglied der Redaktion diese MiniDisc während dieses Zeitraums in der Hand gehabt hat, stellt sich die Frage, wo die MD zwischen Mittwoch und Freitag abgeblieben ist. Dem Programmrat wurde am Montag darauf eine Aufnahme des am 12. Juni gesendeten Jingles vorgespielt. Da es jedoch keine private Aufzeichung des Radioweckers vom 12. Juni gegeben hat, ist weiter zu fragen: woher stammt die Aufnahme, die dem Programmrat vorgespielt wurde? Gerhard Schönberger wird auf der Programmratssitzung geheimnisvoll kundtun, ihm seien anonym zwei weitere Fassungen zugespielt worden. Der Qualitätsstandard der vorgespielten Aufnahme schließt zudem aus, daß die Videodokumentation benutzt wurde. Vielleicht liegt die Antwort deshalb darin, daß es einen überschaubaren Kreis von Personen gab, der Zugang zur Werkstatt hatte. In der Werkstatt hing damals ein Zweitschlüsselsatz für alle Redaktionsfächer. Frage: wurde die Jingle–MD der Radiowecker-Redaktion kurzzeitig durch eine dritte Person entwendet, die unbefugt den Schlüssel in der Werkstatt zweckentfremdet hat, um die MD zum Überspielen zu entwenden? Wenn ja: warum wurde die Radiowecker-Redaktion nicht einfach nach dem Jingle gefragt?

Screenshot der Webseite von Gerhard SchönbergerDonnerstag, 6. Juli 2006
Clash of Civilizations


Am ersten Donnerstag eines Monats tagen sowohl die Radiowecker-Redaktion (in der Küche) als auch die Musikredaktion (im großen Redaktionsraum). Gerhard Schönberger ist als Chef vom Dienst anwesend, als die Praktikantin Viola Seeliger [1] das Sendehaus betritt. Er sieht ihren Namen, nachdem sie sich in die vor ihm liegende Anwesenheitsliste eingetragen hat. Umgehend nutzt er die Gelegenheit, die sich in der Küche aufhaltende Praktikantin zur Rede zu stellen und folgt ihr unter dem Beisein des einen Redaktionssprechers der Musikredaktion, Clemens B., nach. Viola Seeliger möchte jedoch nicht mit einem Menschen sprechen, von dem sie sich durch seine auffahrende Art und die vorhergegangenen Pamphlete bedroht fühlt, und hierzu besitzt sie jedes Recht der Welt. Dankbar nimmt sie daher das Eingreifen von Norbert Büchner, Katharina Mann und Tanja Ribartsch [1] wahr, ihr die drohende hochnotpeinliche Befragung zu ersparen. Als Gerhard Schönberger das Angebot der schon teilweise in der Küche versammelten Redaktion nicht wahrnimmt, gemeinsam auf der Redaktionssitzung über diesen Jingle zu sprechen und eventuelle Unstimmigkeiten auf friedliche Weise auszuräumen, wird er gebeten, den Raum zu verlassen. Über den Ablauf dieses Aufeinandertreffens gibt es unterschiedliche Versionen und Wahrnehmungen. Die Mehrheit des Vorstandes wird sich der Aussage von Schönberger bedienen, um zwei Vereinsmitglieder auzuschließen. Weder findet hierbei eine Überprüfung von Schönbergers Aussage statt noch werden Katharina Mann und Norbert Büchner (und die anderen anwesenden Zeuginnen und Zeugen) zu diesem Vorfall befragt. Dies ist auch unnötig, weil das Ergebnis des damit verbundenen Ausschlußverfahrens schon vorher feststeht. Der Autor dieser Dokumentation hat hierzu mit der von Schönbergers Attacke betroffenen Praktikantin Viola Seeliger ein ausführliches Gespräch geführt. Hierin äußert die Praktikantin sehr deutlich, daß sie sich von Schönbergers Art sehr wohl bedroht gefühlt hat und den Schutz durch die Radiowecker-Redaktion als angemessen und hilfreich empfunden hat. Einen Versuch, diesen Vorgang anhand verschiedener Aussagen zu rekonstruieren, findet sich auf einer eigenen Dokumentationsseite.

Gerhard Schönberger verläßt nach dem erfolglosen Versuch, mit der Praktikantin allein zu reden, die bevorstehende Sitzung der Radiowecker-Redaktion und bringt den Vorfall auf der parallel stattfinden Sitzung der Musikredaktion ein. Diese macht sich auf ihre Weise den Vorfall zu eigen, wie wir noch auf den nachfolgenden Programmrats– und Vorstandssitzungen sehen werden.

Screenshot der Playlist zur SendungDonnerstag, 6. Juli 2006
Wiedergabe aus dem Gedächtnis


Die beiden Moderatoren beenden ihre mundial-folkloristisch im positiven Sinne nett anzuhörende Sendung Journey Into Sound mit einer wenig durchdachten Aussage. Sie kommen bei ihrer zweiteiligen musikalischen Fußballrevue auf die Tragödie im Brüsseler Heyselstadion am 29. Mai 1985 zu sprechen, bei der 39 Menschen getötet wurden. Während der eine Moderator "mehrere Tote" mutmaßte, meinte der andere ratend, es seien "glaube ich" über einhundert gewesen. Vielleicht ist es nicht so wichtig, wie viele Menschen der mit dem Fußball innigst zusammengehörenden Gewalt zum Opfer gefallen sind. Aber ahnungslos irgendwelche Daten von sich zu geben, ist mit den Grundsätzen journalistischer Sorgfaltspflicht auch dann nicht zu vereinbaren, wenn die Sendung aus locker vorgetragenen Moderationen besteht. Es geht eben nichts über eine gute Vorbereitung, zumal der zugehörig gespielte Song geplant war [Playlist]! Ein nachträgliches, das Versäumnis reflektierende Gespräch mit den beiden Moderatoren verlief in einer erfreulich konstruktiven Atmosphäre. Hier waren keine der Ressentiments zu spüren, wie sie bald darauf Standard im Sender werden sollten.

Screenshot der Webseite von C-RadarDonnerstag, 6. Juli 2006
Wir sind die Roboter


Nach Journey Into Sound folgen um 23.00 Uhr die von Radio Darmstadt übernommenen Nachrichten des Deutschlandfunks. Anschließend geht es weiter mit dem Chaos-Radio von C–Radar. Doch offensichtlich hat der Techniker nicht ganz aufgepaßt, als es hieß: "Soweit die Meldungen." – und den Deutschlandfunk erst einmal munter weiter vor sich hinplätschern lassen. War der Start in die Sendung noch chaotisch, so ging es in der Sendung selbst um Bewegungsabläufe von Robotern; und selten gelingt es, visuelle Aktionen beschreibend zu Gehör zu bringen. Hier ist es mit ausführlichen Informationen und einer sehr gut erklärenden Gästin anschaulich und spannend gelungen!

Freitag, 7. Juli 2006
Die Musikredaktion lädt ein


Die Redaktion Radiowecker findet morgens in ihrem E–Mail-Postfach eine Nachricht des anderen Musikredaktionssprechers, Julius S., vor, der Tanja Ribartsch und Viola Seeliger [2] einlädt, zur Musikredaktionssitzung am Donnerstagabend zu kommen. Die E–Mail ging am Donnerstagnachmittag gegen 16.00 Uhr ein. Da der Radiowecker ein mit einem sehr frühen Aufstehen verbundenes Morgenmagazin ist, wird das Postfach eben auch morgens und nicht nachmittags abgefragt. In diesem Schreiben geht Julius S. fälschlicherweise von einer bekannten Einladung zur Sitzung aus:
laut gerhard schönberger wurde anscheinend schon besprochen bzw. ein oder mehrere zettel für die praktikantinnen hinterlassen, dass die beiden für die heute um 19 uhr stattfindende musikred-sitzung eingeladen sind.
Bemerkenswert ist, daß Gerhard Schönberger diese Einladung bei seinem gestrigen Auftreten nicht erwähnt hat. Im Laufe des Freitags mobilisiert Gerhard Schönberger per SMS mehrere Vereinsmitglieder, zur Programmratssitzung am Montag zu kommen. Ihm sei etwas ganz Schreckliches widerfahren. Es soll dafür gesorgt werden, daß so etwas nie wieder geschieht. Er nennt hierbei die Namen von Katharina Mann und Norbert Büchner. Offensichtlich verkraftet er es nicht, eine zudem noch an der ganzen Geschichte vollkommen unschuldige Praktikantin nicht in die Hände bekommen zu können (metaphorisch, nicht taktil handgreiflich).

Arbeitsplatz des Chefs vom DienstMontag, 10. Juli 2006
Die Radiowecker-Redaktion ist ihrer Zeit voraus


Auf der abendlichen Programmratssitzung stellt die Redaktion Radiowecker den Antrag [pdf], die Institution Chef vom Dienst abzuschaffen. Als Begründung hält das Protokoll der Sitzung fest, daß die Redaktion aufgrund ungenügender Ausführung und mangelhafter Einweisung der neuen Mitglieder keinen Nutzen mehr in dessen Ableistung sieht. Der Programmrat beschließt mit den Stimmen der Hälfte der anwesenden Redaktionen, diesem Antrag nicht zu folgen. Im Spätherbst werden Programmrat und Vorstand die Institution Chef vom Dienst abschaffen und statt dessen Arbeitsdienste für die sendenden Vereinsmitglieder beschließen. Im Juni 2007 wird das Fehlen der CvDs zwar festgestellt, die alternativen Arbeitsdienste sind jedoch noch nicht eingeführt worden. [Siehe auch die Dokumentation Probleme mit der redaktionellen Arbeit.]

Literaturempfehlung für den ProgrammratMontag, 10. Juli 2006
Rage


Gerhard Schönberger verliest ein mehrseitiges Statement, mit dem er seine Wut über den von Tanja Ribartsch [3] produzierten Jingle zum Ausdruck bringt. Er fordert vom Programmrat, den Vorstand aufzufordern, Katharina Mann und Norbert Büchner aus dem Verein auszuschließen oder sie zumindest abzumahnen, ein mehrwöchiges Sendeverbot sowie ein Hausverbot, bis sie sich bei ihm entschuldigt hätten. Während das anwesende Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan die Äußerungen Schönbergers als unpassend bezeichnet, findet die Tirade bei der Mehrheit des Programmrats und beim Vorstandsmitglied Markus Lang ein offenes Ohr. Zwar stellt der Programmrat fest, daß auf rein rechtlicher Ebene die Problematik unklar ist, macht jedoch deutlich, daß er aus moralischen Sicht solche Beiträge prinzipiell nicht wünscht. Unklar ist zu diesem Zeitpunkt, wer für das Senden des Beitrags verantwortlich ist. Die anwesende Vertreterin der Redaktion äußert sich angesichts der von Schönberger angeheizten Tribunalsituation hierzu nicht, um nicht eine Redaktionskollegin oder einen Redaktionskollegen zum Fraß vorzuwerfen. Diese kollegiale Solidarität wird ihr später im vereinsrechtlichen Ausschlußverfahren als übles Verhalten vorgehalten.

Der Programmrat spricht eine Rüge gegenüber der Radiowecker-Redaktion wegen des Sendens eines unautorisierten Zusammenschnittes mit Zitaten von Gerhard Schönberger aus. Nachdem der Programmrat deutlich gemacht hat, keine Ahnung vom Presserecht zu haben, sei hier festgehalten: ein derartiges Zitat darf ohne Einwilligung des Betroffenen verwendet werden.

Gerhard Schönberger teilt im Anschluß an die Diskussion schriftlich mit, daß er seine Sendungen bis auf eine ganz abgibt und sich zunächst für unbestimmte Zeit von der aktiven Mitarbeit zurückzieht. Er verbindet seinen Sommerurlaub mit moralischem Druck auf seine drei Redaktionen, die nun den durch ihn verwaisten Sendeplatz füllen müssen. Der inszenierte Auftritt – sehr hübsch übrigens sein mit sich überschlagender Stimme vorgetragenes "ICH bin das Opfer! ICH bin das Opfer!" – hat somit seinen Zweck erfüllt.

Montag, 10. Juli 2006
Einwurf Benny


Benjamin Gürkan, Vorstandsmitglied und Musikredakteur, kritisiert auf der Sitzung Gerhard Schönberger für seinen nicht mit der Musikredaktion abgestimmten Auftritt. Gerhard setze mit seiner Drohung, vorerst nicht zu senden, dem Programmrat die Pistole auf die Brust: die oder ich. Er gesteht Gerhard zwar zu, Opfer zu sein, findet seine Show jedoch total überzogen: das Opfer solle besser nicht mit Steinen schmeißen.

Montag, 10. Juli 2006
Seriöser Verein


Heinrich R. stellt ohne erkennbaren Auftrag seiner Redaktion treffpunkt eine welt den Antrag, daß interne Kritik aus dem Internet in ein noch zu schaffendes Intranet verlegt werden soll. Er wendet sich mit seinem Antrag gegen das öffentlich zugängliche Qualitäts-Logbuch von Walter Kuhl, mit dem dieser das Geschehen auf dem Sender dokumentiert. Der Antragsteller ist fair genug, dem vom Antrag Betroffenen vorab von seinem Antrag in Kenntnis zu setzen. In der Diskussion legt Walter Kuhl dar, daß er alle im Antrag eingeforderten Kriterien bereits erfüllt habe und der Antrag in Bezug auf das Logbuch wirkungslos sei, zumal ein Beschluß keine rückwirkenden Folgen haben könne, das Logbuch also so oder so bestehen bleibe. Daraufhin zieht Heinrich R. seinen Antrag zurück. Der Text des Antrags lautet:
Der Programmrat möge beschliessen, dass interne Kritik in einer Sendung oder im Internet erst veröffentlicht werden darf, wenn alle Möglichkeiten der sende– oder vereinsinternen Klärung ausgeschöpft sind. Dieser Beschluss ist von allen Sendenden zu unterschreiben. Verstösse werden mit Sendeverboten geahndet.

Begründung: Jeder seriöse Verein schafft sich für interne Kritik die Möglichkeit der vereinsinternen Auseinandersetzung im Intranet. Solange eine solche Möglichkeit nicht geschaffen ist, besteht die Gefahr, dass RADAR die Lizenz entzogen bekommt. Der Verein Radio Darmstadt RADAR e.V. sieht sich einer restriktiven Kulturpolitik in Hessen gegenüber. Also ist es wahrscheinlich kontraproduktiv, mindestens unklug, eventuell vereinsschädigend, auch nach aussen zu dokumentieren, dass sich die Sendenden nicht intern über Qualität und Standards der Sendungen einigen könnten.
Logo der Radiowecker-RedaktionMontag, 10. Juli 2006
Konsequenter Antrag


Zum Abschluß der Programmratssitzung beantragt die Redaktion Radiowecker, daß sich der Programmrat zugunsten eines in geheimer Briefwahl von den sendenden Vereinsmitgliedern gewählten "Siebener-Gremiums" auflösen soll. Der Programmrat sei im Grunde nicht arbeitsfähig, da er sich lieber mit Konflikten Einzelner beschäftige (was jedoch Aufgabe des Vermittlungsausschusses sei) als inhaltliche Diskussionen zum Programm und seiner Qualität zu führen. Der Antrag wird vertagt, da die Mitglieder des Programmrats nach Hause wollen. Monate später wird der Vorstand sich diesen Vorschlag zu eigen machen, nachdem er an der Zerschlagung der Radiowecker-Redaktion maßgeblichen Anteil gehabt haben wird. Die Zukunft des Programmrats ist offen. Die Radiowecker-Redaktion jedenfalls zieht aus dem ignoranten Verhalten des Programmrats ihre Konsequenzen und erklärt noch auf der Sitzung ihren Austritt aus diesem Gremium:
Die Redaktion Radiowecker erklärt hiermit ihren Austritt aus dem Programmrat.

Unseren Sendeplatz werden wir weiterhin füllen. An weitergehende Anforderungen des Programmrats fühlen wir uns nicht mehr gebunden.

Begründung: Der Programmrat kommt seinen eigentlichen Aufgaben nicht nach (siehe Begründung zu den vorhergegangenen Anträgen). Weiterhin zeigt der Programmrat sich in seinen Strukturen so verkrustet, dass für uns nicht absehbar ist, wie konstruktive, inhaltliche Arbeit in diesem Gremium möglich sein soll. Uns scheint: Den meisten Mitgliedern des Programmrats geht es auf den monatlichen Sitzungen um das Ausleben despotischer Fantasien, anstatt sich mit den inhaltlichen Belangen eines Radiosenders auseinanderzusetzen. Insofern verwundert es nicht, wenn die Mitglieder des Programmrats sogar versuchen, die Macht des Vorstands usurpatorisch an sich zu reißen.

Zwischenbemerkung

Der Konflikt zwischen Gerhard Schönberger und der für den neuen Radiowecker-Jingle verantwortlichen Praktikantin hätte selbstverständlich niederschwellig gelöst werden können und müssen. Hierzu hatte der damalige Vorstand im Mai 2004 einige Richtlinien herausgegeben. Dieses Vorgehen setzt jedoch den guten Willen der Beteiligten und ihres Umfeldes voraus. Dieser Wille war allerdings nicht vorhanden. Susanne Schuckmann und Markus Lang wurden von einer Gruppe im Verein gezielt in den Vorstand hineingewählt, um bestimmte Personen auszugrenzen. Der an sich unerhebliche Gebrauch einzelner Passagen aus den Sendungen von Gerhard Schönberger für die Montage eines neuen Jingles wurde gezielt zur Stimmungsmache unter den Sendenden genutzt. Gerhard Schönberger rief nicht, wie es erforderlich gewesen wäre, den Vermittlungsausschuß an. Statt dessen mobilisierte er seine drei Redaktionen (Kultur, Musik und treffpunkt eine welt), um im Programmrat seine aufgestaute Wut wirksam unterbringen zu können. Ein verantwortungsbewußt handelnder Vorstand hätte Schönberger entsprechend zum Vermittlungsausschuß geschickt und nicht die bei einzelnen sendenden Vereinsmitgliedern latent vorhandene Wut entfesselt.

Mag sein, daß sich Schönberger von einzelnen Mitgliedern der Redaktion Radiowecker in der Vergangenheit nicht ernst genommen fühlte. Mag sein, daß er die durchaus berechtigte und auch in der Kulturredaktion geteilte Kritik an seinen Sendungen als unfreundlichen Akt sich gegenüber gesehen hat. Wer jedoch in der Vergangenheit so auffährt wie Schönberger und wer die Praktikantinnen des Radioweckers in zwei Pamphleten in aller Öffentlichkeit übel angeht, darf sich nicht wundern, wenn die Radiowecker-Redaktion ihm die kalte Schulter zeigt. Dies alles wäre für den Verein und den Sender verkraftbar gewesen, wenn sich die Stimmen der Vernunft durchgesetzt hätten. Doch der Vernunft stand die geballte Aggression gegen Mitglieder einer Redaktion gegenüber, die das offene Geheimnis laut aussprach, nämlich daß der Programmrat in seiner eigentlichen Funktion der Programmüberwachung und Qualitätskontrolle schlicht versagt hat. Der Auszug des Radioweckers veranlaßte das verlassene Gremium nicht etwa dazu, über die eigenen Strukturen und die Mißstände auf dem Sender zu reden. Statt dessen fühlte sich eine ressentimentgeladene Gruppe berufen, harte Fakten zu schaffen, zumal der begründete Auszug der Radiowecker-Redaktion ein Vorbild für andere Redaktionen hätte sein können.

Der Vorfall mit Gerhard Schönberger wurde gezielt dazu genutzt, zwei Personen aus dem Verein herauszudrängen. Ob hierbei auch Motive eine Rolle spielten, sich die beiden damit verbundenen Teamerjobs unter den Nagel zu reißen, mag dahingestellt bleiben. Zumindest ein Vorstandsmitglied hatte sich jedoch sehr wohl Hoffnungen auf einen dieser beiden Jobs gemacht und sich schon einmal als "Equal-Trainerin" ins Gespräch gebracht. Wie wir im September sehen werden, war die Basis für den von vornherein gewünschten und von Gerhard Schönberger auf der Programmratssitzung auch vehement geforderten Vereinsausschluß dermaßen dünn, daß eine Vorstandsmehrheit nur unter Umgehung satzungs– und vereinsrechtlicher Bestimmungen einen Schauprozeß durchziehen konnte, um hiermit vollendete Tatsachen zu schaffen. Der Radiowecker-Redaktion, welche die Autorität des Programmrats offen herausgefordert hatte, wurde zur Strafe der Sendeplatz entzogen, die Redaktion anschließend unter Verletzung des Redaktionsstatuts aufgelöst. Die Begründung, die Redaktion habe mehrere Sendungen ausfallen lassen, erweist sich als vorgeschoben. Es läßt sich problemlos zeigen, daß beispielsweise die Musik– und die Unterhaltungsredaktion weitaus mehr Sendungen haben ausfallen lassen, ohne daß der Programmrat sich mit dieser Problematik auch nur einmal ernsthaft beschäftigt hätte. Unter Krähen [4] ist man und frau nicht so pingelig wie gegenüber denen, welche die peinlichen Wahrheiten und Lebenslügen des Vereins und seines Programmrats offen aussprechen.

Mittwoch, 12. Juli 2006
Der neue Vorstand konstituiert sich


Nachdem das Registergericht zunächst geklärt hat, wer als gewählt angesehen werden kann, kann der am 28. April neu gewählte Vorstand zusammentreten. Zunächst gilt es, die Protokolle vergangener Vorstandssitzungen zu verabschieden. Insbesondere das Protokoll der Vorstandssitzung vom 11. Mai gibt Anlaß zur Kritik. Hierbei spielt jedoch weniger der Inhalt, als die Fraktionszugehörigkeit einzelner Vorstandsmitglieder eine Rolle. Deshalb wird auch das Protokoll der heutigen Sitzung, das Markus Lang schreiben wird, einige Spitzen enthalten. Alsdann werden die Ressorts aufgeteilt. Vorstandsmitglieder sind: Simon Hülsbömer (Jugendbeauftragter), Benjamin Gürkan (Technik, Aus– und Weiterbildung), Stefan Egerlandt (Technik, Marketing), Susanne Schuckmann (interne Öffentlichkeitsarbeit), Walter Kuhl (externe Öffentlichkeitsarbeit), Markus Lang (Finanzen, interne Öffentlichkeitsarbeit) und Niko Martin (Finanzen, Personal, Außenkontakte). Susanne Schuckmann möchte eine Mitgliederzeitung herausgeben, in der sich der neue Vorstand vorstellen soll. Weiterhin soll es im Frühherbst ein Strategieseminar geben. Zur Vorbereitung soll von Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt ein Fragebogen erstellt werden, mit dem die Mitglieder nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragt werden. Tagesordnungspunkt 5 ist der Programmratsbeschluß, die Radiowecker-Redaktion wegen des Jingles zu rügen. Markus Lang schreibt als Protokollant:
Nachdem Walter Kuhl mit seinem juristischen Halbwissen kundgetan hat, dass die Beschlüsse des Programmrats rechtsunwirksam seien, wurde hieraus eine hitzige Debatte. Auch andere Vorstandsmitglieder (Benny und Stefan) äußerten ihr Unverständnis über das Verhalten der Redaktionssprecherin Katharina Mann auf der Programmratssitzung. Da die Situation so nicht zu klären ist und die Worte immer lauter wurden, sollen Gerhard Schönberger und die Radiowecker-Redaktion auf der nächsten Vorstandssitzung zu dem Vorfall vom 12. Juni 2006 gehört werden. Die Beteiligten werden hierzu eingeladen.
Walter Kuhl hat mit seinem juristischen Halbwissen nach dem am 13. September 2006 erfolgten Vereinausschluß ausgeführt, daß das Vorgehen rechtlich keinen Bestand haben wird. Die Mehrheit des Vorstandes (mit Markus Lang) in ihrem rechtlichen Unwissen bedurfte nicht nur eines Rechtsanwalts, sondern benötigte mit diesem zusammen mehrere Monate, um dies auch selbst zu begreifen und den Ausschluß zunächst einmal formal zurückzuziehen. Im übrigen kamen auch unabhängig davon Niko Martin und Benjamin Gürkan zu dem Schluß, daß der gesendete Radiowecker-Jingle presserechtlich nicht zu beanstanden sei.

Umweltdiplomgruppe Juli 2006Donnerstag, 13. Juli 2006
Umweltdiplom erfolgreich bestanden


In einer zweistündigen Sendung stellen die Schülerinnen und Schüler der fünf Umweltdiplom-Termine dieses Jahres ihre Beiträge vor. Mit Unterstützung der Teamerinnen Sonya Raissi und Teodora Katzenmayer und der Teamer Simon Hülsbömer (Bild) und Daniel Fischer machten sie "Radio für Naturschutz und fairen Handel". Das Bild zeigt die Juligruppe bei der Vorbereitung ihrer Beiträge für die gemeinsame Abschlußsendung. [Kooperationspartner Werkhof Darmstadt]

AktenDonnerstag, 13. oder 20. Juli 2006
Akten durchstöbern


Nach der Konstituierenden Vorstandssitzung am 12. Juli wird die neue Vorstandsfrau Susanne Schuckmann gleich im Bereich der internen Kommunikation tätig. Sie leiht sich aus dem Sekretariat die Aktenordner mit den Vorstandsprotokollen der letzten Jahre aus und beginnt, sich darin zu vertiefen. Das Ergebnis dieses Aktenstudiums fließt in der Folge in unqualifizierte Protokollnotizen (etwa im Protokoll zur Vorstandssitzung am 9. August 2006) und andere Äußerungen über ein bestimmtes Vereinsmitglied ein, mit der leicht durchschaubaren Intention, dieses gezielt zu diskreditieren.

Köpfhörer am BodenNacht Samstag auf Sonntag, 15./16. Juli 2006
Kopfhörer am Boden


Walter Kuhl, der am Wochenende häufiger nachts im Sendehaus vorproduziert, findet in Sendestudio 2 wieder einmal einen Kopfhörer auf dem Fußboden vor und schreibt daraufhin in das CvD–Technikbuch:
Habe Kopfhörer links im Studio 2 auf dem Boden liegend vorgefunden, die Ohrkapsel läßt sich nicht mehr zusammenklicken. Waren wohl die üblichen Wandalen, die sich nie zu erkennen geben. [5]
Auffällig ist die Häufung dieses Phänomens an Freitagen und Samstagen. Es scheint eine bestimmte Klientel Radionutzerinnen und Radionutzer zu geben, die mit Vorliebe lieblos mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Sendeequipment umgehen. Selbstverständlich stehen sie nicht zu ihrem wandalösen Verhalten. Im weiteren Verlauf des Tages trägt die Sportredakteurin Christine J. eine Beschwerde über zwei nicht funktionierende CD–Player in Sendestudio 1 ein. Weitere im Laufe des Monats eingetragene Beschwerden betreffen den Kopierer und die Gästemikros in Studio 1.

Sonntag, 16. Juli 2006
Daten erheben


Der von Benjamin Gürkan zu einer Mitgliederbefragung gedachte Fragebogen nimmt Formen an. Er will hiermit die Zufriedenheit der Vereinsmitglieder ergründen und zur Verbesserung der internen Kommunikation beitragen. Sein Ablaufplan sieht vor, daß die Ergebnisse seiner Datenerhebung im Oktober auf einer Mitgliederversammlung diskutiert werden sollen. Dazu wird es jedoch nicht kommen. Nachdem Gürkan im Juli und August in einer als Pre–Test bezeichneten Befragung in einigen Punkten Klarheit erlangt hat, läßt er das Projekt fallen und verwendet die vollkommen unrepräsentativen Aussagen in geeigneten Momenten für einen nicht vorgesehenen Zweck. Der Ablaufplan sieht so aus:

Bis zum 26. Juli soll ein grober Fragenkatalog fertiggestellt sein, der dann auf der regulären Vorstandssitzung diskutiert werden soll. Anschließend beginnt der Pre–Test, der am 9. August abgeschlossen sein soll. Als Ergebnis dieses Tests soll dann der Fragebogen nachgebessert werden. Anschließend, so ist geplant, wird in einer internen Zeitung auf die Befragung hingewiesen. Die Datenerhebung soll zwischen dem 23. August und dem 13. September stattfinden; darauf folgt die Auswertung. Hierzu gehört ein Open Space–Workshop am Wochenende 16./17. September. Ende September soll der Vorstand auf einer strategischen Klausurtagung die Ergebnisse festhalten und Maßnahmen diskutieren. Die Mitgliederversammlung im Oktober debattiert dann laut Plan die Umsetzung des erarbeiteten Maßnahmenkatalogs.

Soweit die Theorie. Die Praxis wird im Pre–Test steckenbleiben; die Maßnahmen werden nicht offen diskutiert, sondern durch Vereinsausschlüsse, Kündigungen von Beschäftigungsverhältnissen und Sendeverboten exekutiert. Der finanzielle Schaden, der dem Verein daraus entsteht, wird mehrere tausend Euro betragen.

Screenshot der Webseite des Darmstädter EchoMittwoch, 19. Juli 2006
Fit nicht nur am Mikro


Im Darmstädter Echo erscheint ein Artikel [artikel] über die Kinderredaktion von Radio Darmstadt. Die Redakteurin Verena Schneider schreibt darin:
Meist senden zwei der Kinder direkt aus dem Studio, die anderen machen den "AirCheck": sie hören genau hin, wenn die Sendung ausgestrahlt wird, um anschließend Lob und Verbesserungsvorschläge auszusprechen. Zum Schluss werden Grüße an Freunde oder die Familie übers Radio in die Region geschickt.

Jana Schlenkrich, Studentin der Sozialpädagogik, ist über eine Meldung in der Zeitung an das Projekt gekommen. "RadarKids ist eine Plattform für Kinder", sagt sie. Wichtig sei, dass die Kinder frei sprechen lernten und sich bewusst würden, wie wesentlich redaktionelle Arbeit beim Radio ist, erläutert Schlenkrich.

Donnerstag, 20. Juli 2006
Keine Chefin vom Dienst


Die Radiowecker-Redaktion notiert auf dem CvD–Verteilungsplan: "Radiowecker ist nicht mehr im Programmrat und macht auch keinen CvD." Der Radiowecker ist seiner Zeit weit voraus und wird dafür abgestraft. Ab März 2007 wird keine einzige Redaktion mehr einen Chef oder eine Chefin vom Dienst stellen. Die Institution wird ersatzlos abgeschafft, mit erheblichen Folgen für die dann auch offen zutagetretende brachliegende redaktionelle Arbeit.

Ein Sendeloch hat keinen PegelDonnerstag, 20. Juli 2006
Markus Lang verteidigt ein Sendeloch


Die Hörzeitung der Darmstädter Tonband– und Stereofreunde wird donnerstags um 17.00 Uhr (Nachrichtenteil) und um 20.00 Uhr (Kulturteil) gesendet. Zum wiederholten Male wird der Kulturteil nicht rechtzeitig gestartet. Sofern Nadezhda T. live im Studio ist und um 19.00 Uhr ihre Sendung Prima – wie sie so schön sagt: "in russischer Prima-Sprache" – fährt, legt sie im Anschluß daran die MiniDisc mit der Aufzeichung der Hörzeitung ein. Zuweilen kann sie – wie heute – aber selbst nicht live senden. Da eine Konserve bekanntlich keine Konserve einlegen kann, erfolgt dann das, was heute Abend Darmstadt erschallt: ein sechzehnminütiges Sendeloch. Dieses habe ich am Tag darauf in der Wiederholung gehört und im Anschluß daran den Programmrat gefragt, ob er diesen Zustand für besonders sinnvoll hält. Der verantwortliche Redaktionssprecher der Lokalredaktion, die erwiesenermaßen wieder einmal nicht vor Ort war, heißt Markus Lang und ist am 28. April in den Vorstand gewählt worden. Anstatt nun zerknirscht zuzugeben, daß man wieder einmal gepennt hat, und Besserung zu geloben, gibt er gleich die Richtung der zukünftigen vertrauensvollen Zusammenarbeit im Vorstand vor:
Hallo Walter,
wenn du Dir den Schaum vorm Mund mal abgewischt hast, komm mal wieder auf den Teppich zurück. Deine Pamphlete und Pauschalverurteilungen sind wie immer hanebüschend und kontraproduktiv.
Konstruktive Kritik die unseren Sender weiterbringen würde, müsste sich aber anders anhören.
In diesem Sinne auf eine tolle Zeit als Vorstandskollegen,
Markus Lang
Konstruktive Kritik ist in der Vorstellungswelt dieses Vorstandsmitglieds eine, die nicht weh tut, eine Kritik also, die zur Wirkungslosigkeit verdammt ist. Wenn meine Kritik "wie immer" kontraproduktiv ist, dann frage ich mich, weshalb sich aufgrund meiner langjährigen Kritik an der technischen und moderativen Qualität einzelner Sendungen und ihrer Inhalte die Einschaltquote von 2000 bis 2004 verdoppelt hat. Wahrscheinlich lautet die Antwort: Markus Lang möchte nicht, daß die von ihm zu verantwortenden Sendelöcher von noch mehr Menschen gehört werden. Zwei Monate später wird derselbe Markus Lang ausgerechnet diejenige, die den Sender vor dieser Verantwortungslosigkeit der Lokalredaktion gerettet und das Sendeloch behoben hat, nämlich Katharina Mann, in einem Schauprozeß aus dem Verein ausschließen.

Im Gegensatz zu dieser hanebüchenen Einlassung des Herrn Lang mailte mir ein Kollege der Darmstädter Tonband– und Stereofreunde, er werde auf der kommenden Vorstandssitzung seines Vereins für Abhilfe sorgen. Bei ihm kam die Kritik ganz offensichtlich als konstruktiv an, denn er nahm sie an und sorgte im Anschluß dafür, daß die Hörzeitung seither pünktlich zu hören gewesen ist. Ein Mitglied der Wissenschaftsredaktion sah die Dinge auf seine Weise und ermahnte die Vorstandsmitglieder Walter Kuhl und Markus Lang zu mehr Sachlichkeit.

Screenshot der Webseite der MusikredaktionFreitag, 21. Juli 2006
Überhitztes Mischpult


Wieder einmal erscheint keine und niemand um 21.00 Uhr zum Sendeplatz der Musikredaktion. Die Moderatorin der vorangegangenen zwei Stunden sieht sich zur Vermeidung eines größeren Sendelochs gezwungen, zwei Stunden länger im Sender zu bleiben. Um 21.03 Uhr hören wir dennoch ein sechsminütiges Sendeloch. Laut Aussage der Moderatorin war das Sendemischpult derart überhitzt, daß es komplett ausgefallen ist. Die Musikredaktion bedankt sich selbstverständlich nicht. Wahrscheinlich hat nicht einmal irgendwer in dieser Redaktion bemerkt, daß schon wieder ein Sendeplatz der Redaktion nicht verbindlich vergeben worden ist.

Telefon im SekretariatSonntag, 23. Juli 2006
Inquisition per Telefon


Am heutigen Sonntagmittag nutzen die beiden frisch inthronisierten Vorstandsmitglieder Susanne Schuckmann und Markus Lang die Gelegenheit eines recht leeren Sendehauses. Sie suchen sich aus den Vereinsunterlagen die private Telefonnummer der Praktikantin Tanja Ribartsch [6] heraus und belästigen sie etwa eine halbe Stunde lang am Handy. Insbesondere wollen Schuckmann und Lang aus der Praktikantin die Information herausquetschen, Katharina Mann sei die Urheberin des Radiowecker-Jingles auf der Grundlage von Schönbergers "Ähms". Obwohl Tanja Ribartsch den beiden ausdrücklich erklärt, sie selbst habe den Jingle erstellt und auch gesendet, bleiben die beiden hartnäckig. Was nicht sein kann, darf auch nicht sein. Deshalb informieren sie weder ihre Vorstandskollegen noch den Betroffenen, nämlich Gerhard Schönberger, über dieses für sie unbefriedigende Ergebnis des Telefonats. Die Praktikantin ist ziemlich erbost über diese unverschämte Belästigung.

Benjamin Gürkan, der zu diesem Zeitpunkt noch keine Koalition mit Schuckmann und Lang eingegangen war, schreibt das Protokoll der Vorstandssitzung vom 26. Juli 2006. Als Tagesordnungspunkt 4 wird dieser Anruf behandelt. Im Protokoll heißt es hierzu:
Susanne Schuckmann und Markus Lang haben am Sonntag in der Sache "Radiowecker Jingle über/gegen Schönberger" bei Tanja R. angerufen und laut eigenen Angaben versucht zu vermitteln. Tanja empfand das allerdings als belästigend und nicht gerechtfertigt, zumal es aus ihrer Sicht einem Verhör und einer Moralpredigt gleich kam. Der Vermittlungsversuch war somit leider nicht erfolgreich. Der Vorstand empfiehlt den beiden Streitparteien, den Vermittlungsausschuss einzuschalten und das Gespräch zu suchen. Sollte keiner der Beiden den Vermittlungsausschuss einschalten wird der Vorstand auf weitere Massnahmen verzichten. Der Vorstand weist vorsorglich auf das 5–Punkte-Programm hin. Benjamin Gürkan wird diese Empfehlung Beiden mitteilen.
Damit hätte die Angelegenheit, wie im 5–Punkte-Papier vorgesehen, niederschwellig angegangen werden können. Es gab jedoch eine Konfliktpartei, zu diesem Zeitpunkt im Vorstand vertreten durch Susanne Schuckmann und Markus Lang, die an dieser niederschwelligen Lösung kein Interesse zeigte. Statt dessen wurde der Konflikt so weit eskaliert, bis Gerhard Schönberger seine auf der Programmratssitzung vorgetragenen Forderung erfüllt bekam: Ausschluß!

Screenshot der Webseite musiclabs.deSonntag, 23. Juli 2006
Noch ein Ausfall


Am Sonntag vergißt der Musikredakteur Björn B. seine regelmäßige Sendung Musical Telegraph. Um auch hier ein drohendes Sendeloch zu verhindern, springt Unterhaltungsredakteur Jürgen R. ein.

Sonntag, 23. Juli 2006
Ermahnung


Hallo Ihr beiden,

Ich bin zwar "nur" ein kleiner Helfer und Benutzer bei radiodarmstadt, aber dennoch denke ich, das ich als "normales" Vereinsmitglied meine Meinung sagen darf.
Leute, was ist blos los mit euch? Ist es wirklich zu heiss draussen, seid Ihr alle underfucked oder was für sonstige Probleme habt Ihr, das Ihr übereinander herfallen müsst?!

zu Walters Mail:
Ich kann Deinen Unmut vestehen und auch die Form, die Du gewählt hast. Nur ein kleiner Verbesserungsvorschlag, da Deine Mails in Zukunft ungelesen im Datennirvana landen werden, da diese keine ordentliche Kopfzeile haben! Ich weiss nämlich nicht an wen Du die gesendet hast weil bei mir "Verborgene Empfänger ;;) steht. Sei mir nicht böse, aber wenn Du schon BCC verwendest um Deinem Unmut Luft zu machen dann lass es bitte. Entweder offen an alle, die Du ansprechen möchtest bitte garnicht [7].
Du wie ich denke mal alle anderen haben genug zu tun und brauchen nicht unnötig lange Mails zu lesen, deshalb noch ein kleiner gut gemeinter Verbesserungsvorschlag wie Deine Mail hätte "besser" aussehen können:

––– schnipp –––
Hallo,
gestern abend hatten wir mal wieder ein 16–minütiges Sendeloch.
Verantwortlich: Lokalredaktion
Wann: ca. 20.01 bis 20.17
Festgestellt wurde dies durch die Qualitätskontrolle (Wiederholung in der Nacht-Sendung).
Da dies zum wiederholten male vorgekommen ist wird der Ressortleiter Qualitätsmanagement auf der nächsten Programmratssitzung den Antrag stellen, die zwei Stunden Sendezeit der Hörzeitung auf eine zu verkürzen, weil die Lokalredaktion offensichtlich nur in der Lage ist, eine einzige Stunde sauber zu fahren. Desweiteren wird noch die Pegeldisziplin geprüft. Einspruch bzw. Stellungnahme kann an der nächsten Programmratssitzung am Montag, den XX.YY.2006 schriftlich oder mündlich gestellt werden.
––– schnapp –––

DAS und nur das hätte vollkommen ausgereicht. Alles weitere ist eine Sache zwischen den betreffenden Parteien und hat hier per mail NICHTS zu suchen!

zu Markus Antwort:
in der Mail vom 16.7.06 wurde mir/uns mitgeteilt, das Du u.a. für das Ressort "interne Öffentlichkeitsarbeit" zuständig bist. Seitdem ist dies die erste mail, die über [Verteilername] Deineseits gegangen ist und ich finde diese alles andere als Öffentlichkeitswirksam. Wenn Du so mit Menschen umgehst kann ich auf Dauer im Sinne des Vereins eigentlich nur einen Misstrauensantrag stellen.
– Du bist im Vorstand und musst MIT den Vorstandsmitgliedern ZUSAMMEN arbeiten
– Du greifst Walter, ein Mitglied des Vorstandes öffentlich an und drückst eigentlich so das Misstrauen offen aus! So kann kein Verein funktionieren.
– Gelobt wird vor der Gruppe, Tadel gibts unter 4 Augen (ist in der Industrie zwischen Chef und Angestelltem so, sollte auch hier so sein). Wenn hier Differenzen sind klärt die also bitte unter 4 Augen. Es wird ja wohl nicht so schwer sein einfach mal ne halbe Stunde Zeit für ein klärendes Gespräch zu haben, oder?!

Der gut gemeinte Verbesserungsvorschlag an Dich ist also, das Du nicht nur eine "alles scheisse"-Mail rausschickst, sondern die Worte, die Du selbst verwendest auch anwendest: konstruktive Kritik! Wo bleibt diese? Wo ist hier ausser einer weiteren Mail ohne weiteren Inhalt etwas konstruktives zu lesen? Darauf warte ich ehrlich gesagt noch …

In diesem Sinne auf eine bessere, neue Welt [8]
DatbandlagerMittwoch, 26. Juli 2006
Wo ist das Sonntags-DAT?


Dem Sprecher der Wissenschaftsredaktion, es ist Ralf D, fällt das Fehlen eines zur Aufzeichung dringend benötigten DAT-Bandes auf. Üblicherweise gibt es sieben Bänder für jeden Tag der Woche, die im Umlaufverfahren nacheinander eingelegt werden:
Hallo allerseits,

ich bin zwar heute nicht der CvD, aber egal …:
Wo ist das Sonntags–DAT??????
Es fehlt jetzt schon wochenlang!
Bei mir ist es übrigens nicht.
Alle, die gelegentlich oder öfter mit DAT arbeiten, mögen doch bitte mal daheim nachgucken.
Diese Mail bitte an die "DAT–ler" in eurer Redaktion weiterleiten.
Danke.
Einmal abgesehen davon, daß die Bänder den Sender nicht verlassen sollten, stellt sich die Frage: wozu benötigt Ralf D. so dringend das Sonntagsband?

Ausschnitt aus dem Juliflyer 2006Mittwoch, 26. Juli 2006
Ziemlich offenes Haus der Musikredaktion


Zum dritten Mal innerhalb einer Woche erscheint keine und niemand aus der Musikredaktion zur Sendung. Offensichtlich hat es die Redaktion versäumt, diesen Sendeplatz intern zu vergeben. Das ist auch kein Wunder, war sie doch mehr damit beschäftigt, sich auf der letzten Redaktionssitzung am 6. Juli den Tiraden eines Gerhard Schönberger hinzugeben. Selbstverständlich wird der Programmrat hier keinen Anlaß sehen, die Musikredaktion zum verantwortungsbewußten Handeln zu ermahnen. Um auch hier das drohende Sendeloch abzuwenden, bleibt Kulturredakteur Georg P. zwei Stunden länger im Studio. Gedankt hat es ihm die Musikredaktion nicht.

Screenshot von der Webseite der Helios Energy ConsultDonnerstag, 27. Juli 2006
Energieberatung


Nachdem Markus Lang auf einer Mitgliederversammlung den Antrag eingebracht hat, die Energieversorgung auf Öko–Strom umzustellen, geht es nun darum herauszufinden, ob die Energiebilanz des Senders nicht auch durch andere Maßnahmen ökologischer gestaltet werden kann. Ernst genommen wird dieses Anliegen jedoch weniger vom lokalen Greenpeace-Pressesprecher Markus Lang, sondern von Vorstandsmitglied Niko Martin, der mit Werner Brinker von der Helios Energy Consult aus Darmstadt für heute einen Termin für eine erste Standortbestimmung ausmacht. In der Folge wird es Niko Martin sein, der dieses Projekt vorantreibt. Anfang 2007 liegt ein möglicher Maßnahmekatalog vor. Ein halbes Jahr später ist weder durch Markus Lang noch durch den restlichen Vorstand irgendeiner der durchaus bedenkenswerten Vorschläge umgesetzt worden.

Mischpult mit PGM-Reihe (rot)Donnerstag, 27. Juli 2006
Senden ohne Programm


Im Anschluß an ihren Antrag auf der letzten Programmratssitzung, die Institution Chef vom Dienst wegen erwiesener Nutzlosigkeit abzuschaffen, nimmt die Radiowecker-Redaktion den ihr vom Programmrat zugewiesenen Job als Chef vom Dienst konsequent nicht wahr, zumal sie ihren Auszug aus diesem nutzlosen Gremium erklärt hat. So fällt es zunächst keiner und niemandem auf, daß in Sendestudio 1 die Hörzeitung zehn Minuten lang munter vor sich hindudelt, ohne daß ein Signal zum Sendemast geführt wird. Offenbar hat die Person, welche die MiniDisc mit der Hörzeitung gestartet hat, vergessen, sich das Mischpult genau anzuschauen. Dann wäre ihr womöglich aufgefallen, daß einige entscheidende Knöpfe nicht gedrückt waren: die PGM–Reihe, welche den Weg des Signals zum Sendemast freischaltet. Wäre eine aufmerksame Chefin vom Dienst im Sender gewesen, hätte das Malheur schnell bemerkt werden können. Andererseits ist es oft genug vorgekommen, daß die eingeteilten Chefs vom Dienst lieber Bücher lasen, im Internet surften oder draußen eine rauchen gingen; sie hätten dann erfahrungsgemäß auch nicht eingegriffen. Falls sie überhaupt den Grund bemerkt hätten, woher das Sendeloch stammt.

Das nächste Sendeloch folgt um 18.00 Uhr, als der Redakteur oder die Technikerin der Redaktion treffpunkt eine welt zu Beginn der Sendung die Umschaltung zwischen den beiden Sendestudios zu betätigen vergißt. Anschließend wird Flüsterpropaganda betrieben, weil der Sendepegel zwischen minus 5 und minus 10 dB unterhalb der Norm bleibt. Es scheint so, als wollten manche Menschen partout zumindest akustisch nicht verstanden werden.

Freitag, 28. Juli 2006
Wo ist Markus Lang?


Der Chef vom Dienst notiert: "Niemand von der Sendung Knackpunkt erschienen. Habe um 17:00 eine Ersatzsendung eingelegt."

Freitag, 28. Juli 2006
Datensammelmatrix


Die Vorstandsmitglieder Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt verschicken vorstandsintern einen überarbeiteten Entwurf für eine Umfrage [pdf] unter den Mitgliedern. Kern der Umfrage ist es, das Klima innerhalb des Senders zu bewerten und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen. So wird auch danach gefragt, wie man und frau sich mit dem Personal von RadaR versteht. Schon sehr früh wird hier deutlich, daß es aus klimatischen Gründen darum gehen wird, klimaschädliches Personal zu entsorgen. Hier geht mit dem angehenden Mediensytematiker Gürkan und dem angehenden Wirtschaftsinformatiker Egerlandt offensichtlich ein im Studium eingebleutes Marketingdenken durch, das nicht nach strukturellen Gründen fragt, sondern allenfalls Reibungsflächen eliminieren will. Ein ernsthaftes Konzept zur Verbesserung des qualitativen Erscheinungsbildes des Senders geht hingegen davon aus, daß ohne Reibung auch keine Funken entstehen. Auf eine gewisse Weise wird das Konzept im Laufe des Herbstes und Winters auch umgesetzt. Zwei Vereinsmitglieder, die im Sender medienpraktische Projektarbeit durchführen, werden ausgeschlossen, ihr Projekt beendet. Der halbtags beschäftigten Verwaltungskraft wird ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Was daraufhin im Verlauf des Jahres 2007 folgt, ist das in dieser Dokumentation zusammengetragene Chaos und die offen zutage tretende Verantwortungslosigkeit nach innen wie auch – deutlich auf dem Sender hörbar – nach außen.

Die damaligen Vorstandsmitglieder Niko Martin und Walter Kuhl haben vorstandsintern ihre Bedenken geäußert und einige konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht.

Screenshot der Webseite zur DJ-ZoneSamstag, 29. Juli 2006
Konfus mit viel Musik


Weil die Unterhaltungs– und die Musikredaktion Mitte Juni noch nicht wußten, was sie Ende Juli senden wollten, haben sie dem Flyerteam als Sendungen U–Redaktion am Samstag und Open House der Musikredaktion angegeben. Man und frau hätte es sich gleich denken können: mit dieser Angabe geriet die verbindliche Vergabe der beiden Sendeplätze in Vergessenheit. So mußte zunächst um 19.00 Uhr das Team von YoungPOWER (normalerweise samstags 17.00–19.00 Uhr) für die Unterhaltungsredaktion einspringen und anschließend ab 21.00 Uhr das Team der DJ–Zone, das normalerweise erst um 23.00 Uhr loslegt. Somit waren weitere vier Stunden plätschernder Mainstreamsound vorprogrammiert. Ob schon damals eine oder jemand geahnt hat, daß sich Radio Darmstadt auf dem Weg zum Musiksender befindet?

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Name geändert.

»» [2]   Namen geändert.

»» [3]   Name geändert.

»» [4]   Siehe hierzu auch den Online-Artikel Hackordnung.

»» [5]   Daß es auch anders geht, bewies das spätere Vorstandsmitglied Maximilian Kerk. Im Übereifer hatte er mit seinem CD–Koffer ein Loch in die Lochwand eines Sendestudios geschlagen. Anstatt sich wandalengemäß zu verdünnisieren, trug er sogleich in das Technikbuch ein, daß er der Urheber dieses Lochs gewesen sei und er dies demnächst wieder flicken werde. Er hielt Wort und führte den Job ordentlich aus. Im November 2003 baute er das Sendestudio 1 zusammen mit Daniel Roß und einigen Helfern vollständig neu auf und erwies sich von April 2004 bis September 2005 als ein umsichtiges und verantwortungsbewußtes Vorstandsmitglied für Finanzen.

»» [6]   Name geändert.

»» [7]   Was der Wissenschaftsredakteur nicht wissen kann: auf Bitten mehrerer Programmratsmitglieder habe ich Emails für den Programmratsverteiler in der Regel BCC: verschickt. Die Vermutung, ich wolle die Empfänger nicht offenlegen, ist unbegründet. Das habe ich dem Wissenschaftsredakteur dann auch mitgeteilt.

»» [8]   Rechtschreibung leicht, aber nicht durchgehend korrigiert.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Oktober 2008 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2007, 2008. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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