Titelfoto September 2006
Die Sklaven haben ihre Schuldigkeit getan und werden gegangen

Radio Darmstadt

Drei Vereinsausschlüsse und ein seltsames Protokoll

September 2006
Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats September 2006 dokumentiert.

Anfang des Monats zeigt sich, daß es einen Vorstand im Vorstand gibt. Vier Vorstandsmitglieder konspirieren miteinander und nutzen die Situation aus, daß zwei Vorstandsmitglieder urlaubsbedingt abwesend sind, um Katharina Mann und Norbert Büchner unter Verletzung der Satzung und des Vereinsrechts im Schauverfahren auszuschließen. Es erscheint eine Mitgliederzeitung, die von der Herausgeberin Susanne Schuckmann zur Stimmungsmache gegen das Vorstandsmitglied Walter Kuhl genutzt wird. Das Registergericht weist hingegen den Widerspruch von Susanne Schuckmann, Markus Lang und einigen weiteren Vereinsmitgliedern gegen die Wahl von Walter Kuhl in den Vorstand zurück. Der Radiowecker-Redaktion wird wegen Unbotmäßkeit unter einem Vorwand der Sendeplatz entzogen.

 


 

Freitag, 1. September 2006
Amateure


Die Radiowecker-Redaktion läßt die heutige Morgensendung ohne Absprache mit dem Programmrat urlaubsbedingt ausfallen. Vorstandsfrau Susanne Schuckmann hat es gehört; sie zieht jedoch nicht die verantwortungsbewußte Konsequenz daraus, in den Sender zu eilen, um das zu wiederholende Programm um 8.00 Uhr morgens neu zu starten. Um 17.00 Uhr streiten sich Ralf D. und Johannes B. darum, welche Sendung eingelegt wird. Johannes B. setzt sich durch. Er entschuldigt sich für die schlechte Qualität seiner Aufnahme, denn er sei ein Amateur, der nebenher auch Radio mache [1]. Seine Einstellung wird sich in den kommenden Wochen und Monaten wegweisend zeigen, weil das Qualitätsniveau auf dem Sender deutlich hörbar sinken wird.

Logo der Radiowecker-RedaktionFreitag, 1. September 2006
Die Radiowecker-Redaktion antwortet dem Programmratssprecher


Am 15. August hatte Programmratssprecher Marc Weissenberger bei der Radiowecker-Redaktion angefragt, ob ein Schriftstück, das den Auszug des Radioweckers aus dem offenkundig nutzlosen Gremium Programmrat verkündet, authentisch sei. Hier die von der Redaktion heute beschlossene Antwort:
Hallo Kolleginnen und Kollegen aller Redaktionen,

das Schreiben am Programmrats-Brett, das den Austritt der Redaktion Radiowecker aus dem Programmrat dokumentiert, stammt aus unserer Redaktion. Die Erklärung sollte auf der Programmratssitzung am 10. Juli 2006 von unserer Vertreterin unter Punkt "Verschiedenes" vorgetragen werden. Dazu ist es nicht gekommen, weil der Sitzungsleiter Clemens B. die Sitzung beendet hatte, ohne nochmal nachzufragen, ob es noch Punkte gebe. Katharina hat Einwand erhoben und ihm dann den Ausdruck der Erklärung gegeben, damit die Erklärung ins Protokoll aufgenommen wird. Deswegen ist das Schreiben auch nicht unterschrieben. Eigentlich hätte es euch im Protokoll vorliegen müssen – und damit wäre dann auch unstrittig, dass das Papier von unserer Redaktion stammt.
Der Vermerk in der CvD–Liste vom Juli in der Zeile des 20. Juli 2006 stammt ebenfalls von uns.

Über die (rechtliche) Zulässigkeit des Austritts einer Redaktion aus dem Programmrat sind wir anderer Auffassung. Wir interpretieren §1, Absatz 1 der Geschäftsordnung des Programmrats anders als der Programmrat es tut.

Das Gremium "Programmrat" hat sich nicht aus sich selbst heraus gegründet. Die Einrichtung dieses Gremiums ist im Lizenzantrag von Radio Darmstadt festgelegt. Insofern erscheint es uns fragwürdig, wenn der Programmrat selbst im Nachhinein eine verpflichtende Mitgliedschaft festlegen will.

Im Redaktionsstatut von RadaR steht unter §2 "Rechte und Pflichten der Redaktionen", Absatz 8: "Die Redaktionen wählen eine/n Sprecher/in. Er/sie ist stimmberechtigtes Mitglied des Programmrats." Wir gehen davon aus, dass sich aus dieser Formulierung für die Redaktionen eine Möglichkeit zur demokratischen Mitbestimmung im Programmrat ergibt.

Wir gehen nicht davon aus, dass auf einer Programmratssitzung eine Einigung zwischen uns und dem Programmrat bezüglich der oben genannten Frage möglich ist. Daher werden wir zur nächsten Programmratssitzung keinen Vertreter oder Vertreterin entsenden, sondern den Vermittlungsausschuss anrufen. Dieser Weg ist im Redaktionsstatut auch für Streitigkeiten zwischen Redaktionen und Programmrat vorgesehen. Unter §2 "Rechte und Pflichten der Redaktionen", Absatz 5, steht: "Die Redaktionen können zur Wahrung ihrer Rechte und in strittigen Punkten, die Sendeinhalt, Sendeform, Sendedauer und Sendezeit betreffen, den Vermittlungsausschuss anrufen."

Die auf der Programmratssitzung am 14. August 2006 gegen uns verhängten Sanktionen sind auf Grund des oben Aufgeführten nicht rechtmäßig. Wir fordern den Programmrat auf, keine Sanktionen gegen uns zu verhängen, bis der Konflikt mit Hilfe des Vermittlungsausschusses geklärt ist. Solange die Sachlage strittig ist, darf nicht zu unseren Ungunsten entschieden werden.
Samstag, 2. September 2006
Ein Bedauern, das der Parteipolitik geopfert wird


Auf dieses Schreiben der Radiowecker-Redaktion antwortet der Programmratssprecher:
Liebe Radiowecker-Redaktion,

Ich bedaure Euren Entschluß, nicht zur nächsten Programmratsitzung zu kommen, da ich (bezüglich des 5–Punkte-Programms und der niederschwelligen Konfliktregelung) davon ausgehe, dass vor der Anrufung des Vermittlungsausschusses ein persönliches Gespräch eigentlich angebracht wäre, auch wenn Ihr keine Lösungsmöglichkeit seht, die aus einem solchen Gespräch hervorgehen könnte.

Nun gut, wenn Ihr aber der Auffassung seid, die Mitgliedschaft im Programmrat und die daraus resultierenden Rechte und Pflichten im Vermittlungsausschuß klären zu lassen, dann muss es wohl so sein.
In diesem Sinne
Das persönliche Gespräch zwischen zwei juristischen Personen würde mich schon interessieren … – Weder der Programmrat noch der Vorstand werden der Radiowecker-Redaktion noch die Gelegenheit geben, den hier zutage liegenden Konflikt zu lösen. An einer Vermittlung über den dafür vorgesehenen Vermittlungsausschuß haben beide Gremien kein Interesse. Am 11. September wird der Programmrat der Redaktion eiskalt den Sendeplatz entziehen, angeblich um das Programm zu sichern. Diese Sicherung sieht so aus, daß in der Folgezeit programmlich tagsüber alles drunter und drüber geht. Zwei Tage später wird der Vorstand mittels einer Farce mit angeschlossener Protokollnachbearbeitung zwei Redaktionsmitglieder satzungs– und rechtswidrig ausschließen. Davon kann sich die Redaktion nicht erholen. Auf der Mitgliederversammlung am 8. Dezember wird sie von daran brennend interessierten Kreisen für aufgelöst erklärt werden.

Vorschläge des BrainstormingsSamstag, 2. September 2006
Brain Brunch II


Am heutigen späten Vormittag treffen sich acht Vereinsmitglieder, um ihr Lokalradio vor den Folgen der Novellierung des Hessischen Privatrundfunkgesetzes zu schützen. Als konkrete Ergebnisse bleiben ein Öffentlichkeitsflyer und ein Stand in Darmstadts Innenstadt. Dies werden die einzigen Aktivitäten sein, zu denen sich die Sendenden von Radio Darmstadt aufraffen können.

Eingang zur LPR HessenDienstag, 5. September 2006
Runder Tisch


Sechs der sieben hessischen nichtkommerziellen Lokalradios treffen sich mit Vertretern der LPR Hessen, um mögliche Szenarien zu erörtern, die sich aus der Novellierung des Hessischen Privatrundfunkgesetzes ergeben könnten. Die LPR Hessen geht davon aus, daß die politische Aussage der Novellierung nicht die ist, die Bürgermedien auszutrocknen. Dennoch könnte eine harte Lesart des Entwurfs das Aus für die Lokalradios in der bisherigen Form bedeuten, weil sie nur noch als Projekte der Medienkompetenz erfaßt werden. Ob die nur bis Ende 2006 gütigen Sendelizenzen neu ausgeschrieben werden müssen, sei unklar. Für 2007 sei jedoch die Förderung in bisheriger Höhe erst einmal wahrscheinlich.

Screenshot der Webseite der RadaRkidsDonnerstag, 7. September 2006
Folgen der Konspiration


Nachdem sich die Redaktion treffpunkt eine welt am 28. August zu einer Redaktionssitzung getroffen hatte, wohl auch, um die beabsichtigten Maßnahmen gegen einige Vereinsmitglieder zu besprechen, fand die Redaktion wohl keine Gelegenheit mehr, sich um ihr eigenes Programm zu kümmern. Die Folge: um 18.00 Uhr erschien keine und niemand aus dieser Redaktion zur regulären Sendung. Diese eindeutige Prioritätensetzung wird durch das Weitersenden der RadaRkids abgemildert. Passend hierzu war kein von der Musikredaktion zu stellender Chef vom Dienst (oder eine Chefin) anwesend.

Freitag, 8. September 2006
Musikredaktion im Glashaus


Um 21.00 Uhr erscheint – wieder einmal – kein Musikredakteur bzw. keine Musikredakteurin. Einer der Redaktionssprecher gibt dem Moderator der vorangehenden Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte telefonisch die Anweisung, eine Konserve einzulegen. Diese Konserve ist kürzer als eine Sendestunde, weil es sich um eine Sendung der Unterhaltungsredaktion handelt, die einst nach 23.00 Uhr gesendet wurde, nämlich Astrid am Abend. Diese geistreiche Anweisung hätte leicht zu einem Sendeloch führen können, doch zum Glück hat der Moderator von Jadran mehr gedacht als der Musikredaktionssprecher. So erfahren wir, daß es jetzt 23.16 Uhr ist und eine Temperatur von 26 Grad herrsche. Ein Radiowecker wird für den morgigen Tag auch versprochen, obwohl es seit einigen Tagen mehrere Ausfälle gegeben hat. Der Programmrat hatte in den Zeiten, als er sich noch um das Programm bemüht hatte, die Maßgabe aufgestellt, daß die Notsendungen der einzelnen Redaktionen zeitlos zu gestalten seien. Denn es ist schon vorgekommen, daß im Hochsommer Weihnachtslieder wiederholt oder im Winterfrost die Hochsommertemperaturen verkündet wurden.

SprechraumMontag, 11. September 2006
Marginalia


Der Moderator des Bunten Montags Mixes ruft dazu auf, Mitglied im Trägerverein des Darmstädter Lokalradios zu werden. Dieses löbliche Tun wird dadurch konterkariert, daß er die Öffnungszeiten des Sekretariats am Dienstag durchgibt. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Kaufmännische Angestellte des Vereins jedoch im Flugzug auf dem Weg zu seinem Urlaubsdomizil. Das war vorher intern kommuniziert worden. Eine Stunde später vergißt der Techniker der Kultursendung, sich das Sendesignal aus dem anderen Studio zu holen, so daß Rüdiger G. zwar in wohlgesetzten Worten seine Moderation deklamiert, aber seine Aussagen den Sprechraum nicht verlassen.

Montag, 11. September 2006
Der Programmrat erlaubt das Beschimpfen


Nachdem der Vorstand den Programmrat dazu angehalten hat, bis Ende September vernünftige Sendekriterien zu verabschieden, sind die Musikredaktion und die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft in sich gegangen und haben das Ergebnis ihres Brainstormings dem Programmrat zur Beschlußfassung vorgelegt. In diesen dann tatsächlich vom Programmrat auch beschlossenen Sendekriterien [pdf] finden sich so wunderliche Dinge wie die vier journalistischen Ws oder eine Konkretisierung der absonderlichen Art:
Beschimpfungen vermeiden, oder diese (wenn unbedingt notwendig) deutlich als "Kommentar" kennzeichnen
Bezeichnend für den Kleingeist dieses Gremiums ist es, wenn die Sendekriterien verlangen, das Image des Senders über die journalistische Wahrheit zu stellen. Eine Analyse dieser Sendekriterien gibt näheren Aufschluß über die Gedankenwelt des Programmrats und der meisten ihm angeschlossenen Redaktionen.
Montag, 11. September 2006
Wie der Programmrat das Programm sichert


Nachdem die Radiowecker-Redaktion den Programmrat wegen offensichtlicher Nutzlosigkeit verlassen hat, rächt sich dieser, indem er der Redaktion ihren Sendeplatz entzieht. Vorausgegangen war ein urlaubsbedingtes Aussetzen der Morgensendung seit Anfang des Monats. Mit seinem heutigen wegweisenden Beschluß bestätigt der Programmrat die Begründung der Radiowecker-Redaktion. Er beschließt:
Um den Sendebetrieb weider [sic!] zu gewährleisten werden der Radiowecker-Redaktion ab sofort komplett alle Sendungen entzogen.
Ob dieses weider nun eigentlich wieder oder weiter heißen soll, bleibt unklar. Das Protokoll behauptet, es seien diverse Sendelöcher durch die Redaktion entstanden. Den Beweis dieser Behauptung bleibt der Programmrat schuldig. Wahrscheinlich sind hier nicht Sendelöcher, sondern Sendeausfälle gemeint. Mit dieser Begründung müßte der Programmrat jedoch auch die Sendeplätze der Unterhaltungsredaktion und der Musikredaktion einkassieren, die in weitaus größerem Umfang ihre Sendeplätze vernachlässigen. Es kommt aber noch schlimmer: Nachdem der Programmrat den Sendebetrieb durch seinen Beschluß gewährleistet hat, treten wieder verstärkt zum Teil mehrstündige Sendelöcher auf, die es zuvor nicht gegeben hat.
Dienstag, 12. September 2006
Das Chaos beginnt


Die stellvertretende Sprecherin von Gegen das Vergessen notiert in das CvD–Technikbuch:
Von den DAT–Cassetten im Flur sind 3 (drei !) verschwunden:
"Dienstag" "Mittwoch" "Donnerstag"
eine unbeschriftete, mit Musik beginnende (Sighs & Screams) haben wir jetzt eingelegt, damit der Dienstag ordnungsgemäß aufgenommen und wiederholt werden kann.

Wenn sich die DAT–Bänder nicht wiederfinden, muß auch Mi. + Do. dieses Band benutzt werden. Macht möglichst keinen Tausch mit den beschrifteten Bändern, bitte!

"Mittwoch" lag im Sekretariat!! (hoffentlich ist es ok.) Steht wieder über dem DAT–Recorder.
Christian K. als nachmittäglicher Chef vom Dienst ergänzt:
DAT–Recorder startete um 17 Uhr nicht, gegen 17.04 manuell gestartet, Sendung ist auch ohne Aurels erste Moderation verständlich.

Mittwoch, 13. September 2006
Drei Vereinsausschlüsse und ein nachgearbeitetes Protokoll


Auf der heutigen Vorstandssitzung sollen die von Susanne Schuckmann, Markus Lang, Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt vorbereiteten Vereinsausschlüsse gegen Tim Siemensmeyer [2], Katharina Mann und Norbert Büchner durchgezogen werden. Die Gründe für den ersten Vereinsausschluß sind nachvollziehbar, weil eine neue Redakteurin der Unterhaltungsredaktion von Tim Siemensmeyer telefonisch und per SMS massiv belästigt wurde. Ob die Gründe zwingend einen Vereinsausschluß hätten nach sich ziehen müssen oder ob es eine andere Umgangsform hätte geben können, läßt sich schwer sagen.

Der Vorstandssitzung fern bleiben Simon Hülsbömer und Walter Kuhl, die beide außerhalb Darmstadts im Urlaub weilen. Dies gilt auch für die "Angeklagten" Katharina Mann und Norbert Büchner. Die Gelegenheit ist jedenfalls günstig. Zwei Vorstandsmitglieder, welche die Farce nicht mitgetragen hätten, fehlen, und die beiden Auszuschließenden können sich nicht persönlich gegen die nun folgende Verleumdungskampagne zur Wehr setzen. So werden vorbereitete Papiere verlesen und die Zeugen der Anklage dürfen bei der Urteilsfindung tatkräftig mitwirken. Dieses Vorgehen entspricht weder der Vereinssatzung noch dem Vereinsrecht, schon gar nicht den Standards eines fairen Verfahrens, wie sie die auch in den Räumen von Radio Darmstadt gültige Europäische Menschenrechtskonvention zwingend vorschreibt. Der in Sachen Menschenrechte auf dem Sender sehr agile Gerhard Schönberger wohnt der Sitzung bei und erhebt gegen dies ihm Genugtuung verschaffende Verfahren keinerlei Einspruch.

Das Protokoll dieser Vorstandssitzung wird den Vorstandsmitgliedern erst nach Ende der Vorstandssitzung am 11. Oktober zugänglich gemacht, wohl um eine Debatte über diesen unmöglichen Vorgang zu verhindern. Walter Kuhl, obwohl selbst nicht anwesend, erkennt schon beim flüchtigen Durchlesen des Protokolls, daß dieses nachträglich nachgebessert worden ist. Bestimmte Formulierungen und Vorkommnisse können aus zeitlichen und logischen Gründen nicht auf der heutigen Vorstandssitzung geschehen sein. Sein Vorstandskollege Niko Martin bestätigt diesen Verdacht anhand seiner eigenen Notizen. Auf der Vorstandssitzung am 25. Oktober wird der Verdacht von der vierköpfigen Vorstandsmehrheit insofern bestätigt, als sie zugibt, daß angeblich nach dem von Stefan Egerlandt für 23.00 Uhr protokollierten Ende der Vorstandssitzung in einem anderen Raum besprochene Inhalte nachträglich in das Protokoll eingeflossen sind, ohne dies kenntlich zu machen. Selbst wenn es sich so einfach verhalten würde, wäre dieses Vorgehen wie das hieraus entstandene Protokoll ein Skandal.

Zu der Vorstandssitzung am 13. September 2006 und dem verbesserten Protokoll dieser Sitzung gibt es eine eigene Seite in dieser Dokumentation zu Radio Darmstadt.

Mittwoch, 13. September 2006
Aus dem öffentlichen Protokoll


Eine öffentliche Fassung des Protokolls, also ohne den Tagesordnungspunkt zu den Vereinsausschlüssen, wird den Vereinsmitgliedern bis Juli 2007 nicht zugänglich gemacht. Es existiert daher nur die alle Vorgänge umfassende nichtöffentliche Version. Neben den Vereinsausschlüssen gab es demnach auch andere wichtige zu besprechende Themen.

Vorstandsmitglied Niko Martin berichtet über die erste Plenarsitzung des Hessischen Landtags zur Novellierung des Hessischen Privatrundfunkgesetzes. Es drohen Mittelkürzungen von bis zu 40% der bisherigen Fördermittel. Als Öffentlichkeitsmaßnahme stellt Benjamin Gürkan einen Flyerentwurf vor, von dem 5.000 Stück gedruckt werden sollen. Der Text dieses Flyers stammt von Walter Kuhl, das Layout von Hacer Y. hat er nach seinen eigenen Vorstellungen verändert.

Screenshot zum Artikel HackordnungMittwoch, 13. September 2006
Gutes Benehmen


Der Programmrat ist Thema in Tagesordnungspunkt 5. Hier bringt Musikredaktionssprecher Marc W. die pädagogischen Absichten des Programmrats zur Sprache, welcher der Radiowecker-Redaktion den Sendeplatz entzogen hatte.
Marc W. erzählt über den Vorfall vom Montag, welcher sich beim Programmrat ertragen [sic!] hat. Es geht um den Ausschluss des Radio Weckers aus dem laufenden Programm. Sollte es eine Verhaltensbesserung seitens der Radio Wecker Redaktion geben, darf sie sich erneut beim Programmrat melden und Sendezeiten beantragen. Genauer Verlauf siehe im Protokoll 9/2006 des Programmrats.
Wir erkennen hier die schwarze Pädagogik des Gremiums Programmrat, das es nicht mag, wenn ihm der Spiegel vorgehalten wird. Dem Programmrat ist es offenkundig nicht möglich, sich konstruktiv mit einer Kritik auseinanderzusetzen, die das Selbstverständnis des Programmrats als Krähenhaufen hinterfragt: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus; wer aber keine Krähe sein will, wird erbarmungslos verfolgt. [3]

Mittwoch, 13. September 2006
Sexy Stimmung im Sender


Während der Vorstand sein abgekartetes Spiel der drei Vereinsausschlüsse durchzieht, wird im Nachbarraum fleißig redaktionell gearbeitet. Die von der Sitzung wohlweislich ausgeschlossene Vereinsöffentlichkeit kann beobachten, wie einer der drei Internetrechner zum munteren Surfen auf diversen Sexseiten genutzt wird. Dies ist dem Vorstand selbstredend einerlei.

Donnerstag, 14. September 2006
Ein nicht gehaltenes Versprechen


Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan teilt Katharina Mann den Ausschluß mit. Das hierbei gegebene "Versprechen", über die genauen Gründe des Ausschlusses zu informieren, wird nicht eingehalten:
Sehr geehrte Frau Mann,

im Namen des Vorstands teile ich Ihnen folgenden Beschluss mit:
Der Vorstand hat in seiner gestrigen Sitzung (13.9.06) Ihren Ausschluss wegen vereinsschädigendem Verhalten und dem schweren Verstoss gegen die Ziele und Interessen des Vereins, aus dem Verein RadaR e.V. beschlossen. Der Ausschluss geht einher mit einem Hausverbot und einer sofortigen Sperrung Ihrer Zugangskarten. Die detaillierten Begründungen zum Ausschluss aus dem Verein erhalten sie mit dem Vorstandsprotokoll, dass Ihn zusammen mit dem Ausschlussschreiben, per Post zugestellt wird. Sie haben das Recht nach Terminabsprache mit mir oder Herrn Egerlandt und in unserem Beisein die Vereinsräume von RadaR e.V. zu betreten und Ihre persönlichen Sachen abzuholen. Diese Abholung darf AUSSCHLIESSLICH NUR im Beisein von mir oder Herrn Egerlandt erfolgen! Andere Vorstandsmitglieder sind von dem Beschluss der Abholung ausgenommen, da wir die Verantwortlichen für Studio + Technik und somit auch für die Senderäume verantwortlich sind.

Sie haben laut Satzung §4 Absatz 4 das Recht gegen den Ausschließungsbeschluss innerhalb einer Frist von einem Monat nach schriftlicher Mitteilung des Ausschlusses Widerspruch einzulegen. Über den Widerspruch entscheidet die nächste Mitgliederversammlung. (Fr. 3.11.06)

Diese E–Mail dient nur der Information.

Ihr Arbeitsverhältnis im Bezug auf Equal ruht bis zur nächsten Vorstandssitzung.
Der Vorstand prüft in dieser Zeit ob eine Auflösung des Vertrags möglich ist.

Freundliche Grüße

Benjamin Gürkan

Donnerstag, 14. September 2006
Interredaktionelles Treffen


Der Wunsch der Kinderredaktion, eine halbe Stunde Sendezeit am Donnerstagnachmittag zu erhalten, kollidiert mit der bestehenden Programmstruktur. Deshalb treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Kinderredaktion, der Redaktion treffpunkt eine welt und der Lokalredaktion VorOrt, um die Möglichkeiten auszuloten, dem Wunsch zu entsprechen und dennoch die Hörzeitung komplett am Folgetag wiederholen zu können. Viel weiter kommt man und frau jedoch nicht.

Freitag, 15. September 2006
Kein Sendesignal


Im CvD–Logbuch findet sich folgender Eintrag:
Um ca. 6.10 Uhr morgens ruft unser Hörer mich daheim an – kein Sendesignal. Wohne aber selber 30 Min. entfernt. Auf dem Weg zur Arbeit also hierher und PGM wieder aufgenommen.
Vermutlich handelt es sich bei diesem Hörer um den Radiowecker-Moderator vom Donnerstag. Er ist spezialisiert auf die Unsitte, andere Vereinsmitglieder zu jeder(!) Tages– und Nachtzeit anzurufen. Offensichtlich wurde um Mitternacht die Wiederholung gestartet, aber das Gerät war nicht auf Auto Repeat eingestellt und stoppte daher nach sechs Stunden.

Freitag, 15. September 2006
Ermattet


Wahrscheinlich noch ermattet vom heroischen Einsatz ihrer Redaktionsmitglieder Marc W., Björn R., Gerhard S., Benjamin G. und Clemens B. beim abgekarteten Vereinsausschluß von Katharina Mann und Norbert Büchner zwei Tage zuvor vergißt die Musikredaktion zum wiederholten Male, ihren Freitagssendeplatz zu füllen. Zuvor fiel schon die Sendung der Unterhaltungsredaktion aus. Somit konnten wir vier Stunden lang von 19.00 bis 23.00 Uhr die Internationale Stimme (Evrenselin Sesi) auf Türkisch hören.

Mitte September 2006
Mitgliederzeitung


In der 2. Septemberhälfte erscheint eine Mitgliederzeitung. Diese soll ab nun in regelmäßigen Abständen erscheinen und für mehr Transparenz unter den Mitgliedern sorgen. Bis Anfang Herbst 2007 ist keine weitere Ausgabe erschienen. Die jetzige Septemberausgabe enthält Beiträge zum aktuellen Novellierungsvorhaben der Landesregierung in Bezug auf das Hessische Privatrundfunkgesetz. Dann stellt sich der Vorstand vor, wobei es sich die Herausgeberin Susanne Schuckmann nicht verkneifen kann, das Vorstandsmitglied Walter Kuhl zu delegitimieren. Als Dokumentation der Visionen einzelner Vorstandsmitglieder ist diese Zeitung sicherlich von Interesse, vor allem, wenn man und frau berücksichtigt, wie wenig hiervon in den folgenden Monaten umgesetzt werden wird.

Sonntag, 17. September 2006
Brain Brunch III: Aneinander vorbei


Die heute für 11.00 Uhr angesetzte dritte Auflage des Brain Brunchs zur Mobilisierung gegen die möglichen einschneidenden Folgen des Hessischen Privatrundfunkgesetzes endet im organisatorischen Chaos. Es erscheinen zwar vier Vereinsmitglieder, aber zu unterschiedlichen Zeiten.

Amtsgerichtsgebäude Julius-Reiber-StraßeDonnerstag, 21. September 2006
Beschluß des Amtsgerichts


Am heutigen Donnerstag werden durch Beschluß des Amtsgerichts die Widersprüche von elf Vereinsmitgliedern gegen den Eintrag von Walter Kuhl als Vorstand im Vereinsregister zurückgewiesen. Die Begründung lautet:
Die Widersprüche der Beteiligten zu 2.–11. richten sich gegen die Eintragung von Walter Kuhl als Vorstandsmitglied des Beteiligten zu 1. und sind als Antrag auf Einleitung eines Amtslöschungsverfahrens gem. § 142 FGG auszulegen (s. Anm. 4 zu § 142 FGG in Keidel/Kuntze/Winkler, 13. Aufl.), da Eintragungen im Vereinsregister nicht anfechtbar sind (s. Anm. 5 zu § 19 FGG aaO).

Dem Antrag auf Einleitung eines Amtslöschungsverfahrens wird nicht stattgegeben, da kein wesentlicher Mangel des Eintragungsverfahrens vorliegt.

Nach § 7 Abs. 8 der Satzung des Vereins fasst die Mitgliederversammlung ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der erschienenen stimmberechtigten Vereinsmitglieder. Dies entspricht der gesetzlichen Regelung des § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB, die vom Bundesgerichtshof (s BGH, 2. Zivilsenat, Urteil vom 12.1.1987, II ZR 152/86 in NJW 1987, 2430–2431) in ständiger Rechtsprechung so ausgelegt wird, daß Stimmenthaltungen nicht mitzuzählen sind.

Demnach ist Walter Kuhl mit 38 Ja–Stimmen, 34 Nein–Stimmen bei 8 Enthaltungen wirksam in den Vorstand gewählt worden.
Dies paßt einigen Beteiligten nicht, weshalb sie zunächst dafür sorgen, daß so viele Mitglieder wie noch nie auf einer Mitgliederversammlung erscheinen, um Walter Kuhl nicht zu bestätigen. Anschließend wird die Satzung so geändert, daß ein derartiger Betriebsunfall nie wieder geschehen kann.
Radio aus der SchuleDonnerstag, 21. September 2006
Vergütungsfragen


Aufgrund des Vereinsausschlusses von Norbert Büchner und des damit verbundenen Hausverbots ist die Durchführung eines von der LPR Hessen geförderten Projekts Radio aus der Schule gefährdet. Der Projektleiter erkundigt sich beim Vorstand, wie das Projekt dennoch in den Räumlichkeiten von Radio Darmstadt realisiert werden kann. Das für das Ressort Aus– und Weiterbildung zuständige Vorstandsmitglied zeigt in seiner Antwort ein eigentümliches Interesse:
Ist eine pädagogische Ausbildung zwingend notwendig?
Was erhalten die Ausbilder an Sach– und Finanzmitteln?

Freitag, 22. September 2006
Öffentlicher Auftritt


Drei oder vier Vereinsmitglieder sind um die Zukunft des Lokalradios besorgt und gehen mit einem Stand auf den Luisenplatz. Vorstandsfrau Susanne Schuckmann ist von der Resonanz überrascht: ihr Radio wird gehört! Bislang ist sie davon ausgegangen, daß kaum jemand oder eine Darmstadts Lokalsender hören würde. Ein Jingle mit ihrer Stimme verkündet daher auch leicht trotzig: "Es hören uns mehr als man denkt." Hätte sie sich die auf der damals noch vorhandenen informativen Webseite aufgeführten Informationen näher angeschaut, dann hätte sie gewußt, daß rund 30.000 Menschen in Darmstadt und der näheren Umgebung ihr Lokalradio innerhalb des Befragungszyklus von zwei Wochen mindestens einmal eingeschaltet haben (sogenannter weitester Hörerkreis). Doch Schuckmann wird durch eine kluge Vereinspolitik mit daran beteiligt sein, das Image von Radio Darmstadt öffentlichkeitswirksam zu beschädigen. Von ihr mit zu verantwortende Sendelöcher, Hänger des Sendecomputers, fehlerhafte Programmflyer und musikbetonte Programmstrecken bar jeden Inhalts werden dafür sorgen, daß der Hörgenuß dramatisch abnimmt.

Bild aus der AusstellungFreitag, 22. September 2006
Lange Nacht der Musen


Auch dieses Jahr beteiligt sich unser Lokalradio an Darmstadts Langer Nacht der Musen. Unser Beitrag ist eine Fotokunstausstellung der Kulturredakteurin Petra Schlesinger. Neben der Ausstellungseröffnung zu den wirklich gelungenen Exponaten finden wie in den Vorjahren Führungen durch die Senderäumlichkeiten statt. Da der Autor dieser Dokumetation urlaubsbedingt abwesend war, kann über die Zahl der Interessierten hier nichts ausgesagt werden.

Dienstag, 26. September 2006
Stille Aufnahme


Durch eine unmotivierte Veränderung der Einstellungen des DAT–Aufnahmegeräts werden am Montagabend nur vier Stunden des Abendprogramms aufgezeichnet. Am Dienstagvormittag sendet Radio Darmstadt daher ab 10.00 Uhr zwei Stunden lang erbauliche Stille. Und weil das so schön war, wird dasselbe Band auch am Mittwoch als Wiederholungsband abgespielt, mit demselben Ergebnis.

DAT-Recorder im Flur (unten)Dienstag, 26. September 2006
Unbalancierte Aufnahme


Aufgabe des Chefs vom Dienst ist es unter anderem, den korrekten Beginn der Aufnahme des zu wiederholenden Programms um 17.00 Uhr zu überprüfen. Offenbar hat eine Person den hierbei benutzten DAT–Recorder verstellt:
DAT–Band lief zwar, hatte aber bis 17.10 Uhr keinen Pegel. Habe um 17.10 Uhr den mittleren Schiebeschalter von "unbal" auf "bal" gestellt. Danach Pegel 50% vorhanden. Falls das falsch war, bitte wieder zurück stellen.
Mittwoch, 27. September 2006
Sendeloch behoben


Nachdem der Programmrat am 11. September 2006 zur Sicherung des Programms beschlossen hatte, der Radiowecker-Redaktion den morgendlichen Sendeplatz zu entziehen, beherrscht das blanke Chaos den Ablauf des Programms in den Morgen– und Mittagstunden. Die im Verlauf des Sommers weitgehend zurückgedrängten Sendelöcher können sich wieder ungehindert ausbreiten. Vorstandsmitglied Niko Martin hört am Morgen zufällig Radio:
Guten Morgen miteinand,

als ich gegen 10 Uhr mein Radio einschaltete, – auf der 103,4 MHz ( –Was sonst?), – erklang nichts. Also kleiner Ausflug in den Sender. Diesmal war es nicht ein nicht-zurückgespultes DAT–Band, sondern es war schlichtweg (ab einer gewissen Zeit) Stille aufgenommen. Es war das Montags–DAT eingelegt.

Die Stille war am Anfang des Dienstags–DAT-Bandes auch drauf; aber nach etwas Vorspulen (ca. 30 Minuten) kam dann doch eine Aufnahme, das habe ich dann eingelegt und an die richtige Stelle gespult.

Nach wie vor halte ich es für sinnvoll, eine Lösung zu finden, wie wir unser Sendeschema einhalten können. Zudem sollte überprüft werden, ob mit der Aufnahmetechnik alles richtig läuft.
Dies ist nun wirklich zuviel verlangt. Es reicht doch vollkommen aus, wenn der Programmrat das Programm per Beschluß sichert. Die Sendetechnik wird den Beschluß umgehend ausführen …

Mittwoch, 27. September 2006
Vorstandssitzung


Nach dem Desaster des dritten Brain Brunchs am 17. September soll noch einmal breit zu einem vierten Brunch am 7. Oktober aufgerufen werden. Die Resonanz wird alle Erwartungen übertreffen. Erst trifft ein Vorstandsmitglied ein und geht irgendwann wieder, weil er der einzig Pünktliche ist, danach kommt ein zweites mitsamt einer Jugendredakteurin. Die message ist eindeutig: dieser Sender möchte eingestellt werden, weil sich keine und niemand für ihn einsetzt.

Benjamin Gürkan schilt das Registergericht. Es habe falsch entschieden, als es die Widersprüche gegen die Eintragung von Walter Kuhl ins Vereinsregister zurückwies.

Vorstandsmitglied Simon Hülsbömer erklärt seinen Rücktritt zum Monatsende, weil seine beruflichen Perspektiven außerhalb Darmstadts liegen.

Markus Lang unternimmt einen noch halbherzigen Versuch, Niko Martin das Ressort Personal wegzunehmen. Zwei Wochen später wird die Vorstandsmehrheit das untereinander besser abgesprochen haben.

Da Katharina Mann und Norbert Büchner über einen Honorarvertrag ohne Kündigungsklausel verfügen, muß die Vorstandsmehrheit ein wenig zurückrudern und das Hausverbot partiell zur Durchführung des EQUAL-Projekts wieder zurücknehmen. Aber die Linie ist klar: die sollen sich benehmen und keine Leute anmachen. Die Vorstandsmehrheit wird sich auf dieser Basis seinen Kündigungsgrund noch zurechtlegen …

Benjamin Gürkan führt sein berufspraktisches Semester [pdf] jetzt doch nicht bei Radio Darmstadt durch. Statt dessen sollen am ersten Dezemberwochenende die sich häufenden technischen Probleme in den Sendestudios angegangen werden. Am morgigen Donnerstag will Susanne Schuckmann den Programmflyer für Oktober fertiggestellt haben; allerdings meint Korrekturleser Christian K., mich am späten Freitagabend belästigen zu müssen, um eine Frage zu einer geplanten Sendung zu stellen, die er sich bei etwas Nachdenken selbst hätte beantworten können. So kommt die gedruckte Fassung tatsächlich auch schon am 11. Oktober im Sendehaus an.

Donnerstag, 28. September 2006
Buhfrau


Vorstandsfrau Susanne Schuckmann will nach dem Vereinsausschluß von Katharina Mann und Norbert Büchner weitere Nägel mit Köpfen machen. Es steht noch eine weitere Person auf ihrer Abschußliste.
Hallo Vorstand,

gestern stand ja noch dieser Punkt Finanzierung auf der Tafel, zu dem wir leider nicht mehr kamen.
Da Nico meine Sorgen um die zukünftige Finanzierung nicht zerstreut hat, sondern wir noch immer mit einer ca. 40% Kürzung rechnen müssen, sollten wir doch langsam mal ans sparen denken. Was denkt ihr?
Da keinerlei Vorschläge bisher gemacht wurden, spiele ich jetzt mal die Buhfrau: Wir müssen an Walters Stelle ran. grob gesagt: Wir müssen unsere Verantwortung ernst nehmen und angemessen kündigen, d.h. Fristen müssen gewahrt bleibe etc.
Dann denke ich auf alle Fälle sollte der Flyer sich selber finanzieren, dann brauchen wir dringend einen Wirtschaftsplan für 2007 und zum Vergleich für 2006.
Also Leute: Wir müssen handeln. Und als Allererstes brauchen wir einen Überblick unserer finanziellen Situation.
Ich schlage auch eine Not-Vorstandssitzung vor.

Dann noch was:
Wieso wird der Vorstand nicht informiert, wenn die Bürokraft krank ist? Ein lapidarer Zettel hing an der Tür. Wer hat den dahingehängt? Wen hat Walter informiert? Und wenn Nico informiert wurde, warum sind wir nicht alle informiert worden? Ich denke, da sollten wir auch dringend was machen.
Frau Schuckmann testet einmal an, was sich daraus machen läßt, wenn sie nicht informiert ist. Auf der nächsten Vorstandssitzung wird sie sich mit Markus Lang, Stefan Egerlandt und Benjamin Gürkan darauf geeinigt haben, Niko Martin das Ressort Personal wegzunehmen. Dies erleichtert den Zugriff auf den zu kündigenden Walter Kuhl; allein, es muß zunächst noch der passende Grund konstruiert werden. Am 29. November kommt es diesbezüglich zum ersten showdown. – Auf diese E–Mail von Susanne Schuckmann antworten Benjamin Gürkan und Markus Lang erwartungsgemäß positiv. Die ach so dringende Not-Vorstandssitzung findet jedoch nicht statt. Auf den Haushaltsplan für 2007 warten wir auch im August 2007 noch vergebens.

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Das mag ja alles richtig sein: Johannes B. ist ein Amateur. Doch seine laienhaft produzierten Sendungen haben oftmals einen gravierenden Nachteil: sie sind so schlecht ausgepegelt, daß man und frau sie im Radio schlicht nicht verstehen kann. Hier wäre ein Mindestmaß an technischer Qualität durchaus von Vorteil. Herr B. möchte doch gehört werden, oder?

[2]   Name geändert.

[3]   Siehe hierzu auch den Online-Artikel Hackordnung.

 


 

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