Allgemeines Lernzentrum der TU Darmstadt
Ort der MV am 03.11.2006

Radio Darmstadt

Mitgliederversammlung mit pikanten Zutaten

Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf der Mitgliederversammlung am 3. November 2006 gedachte die Vorstandsmehrheit um Benjamin Gürkan, Stefan Egerlandt, Susanne Schuckmann und Markus Lang, die Weichen für die Zukunft von Lokalradio und Trägerverein in ihrem Sinne stellen zu können. Daher verschickte Vorstandsmitglied Walter Kuhl am 30. Oktober 2006 eine Pressemitteilung, aus der eine interessierte Öffentlichkeit zumindest erahnen konnte, was derzeit im Sender vor sich geht. Eine verkürzte Fassung dieser Pressemitteilung erschien auch auf der News-Seite der sendereigenen Webseite.

Am 2. November rief ein empörter Benjamin Gürkan die kaufmännische Halbtagskraft im Sekretariat an und schwallte ihn mehr als eine halbe Stunde lang voll. Es gäbe hierzu eine Beschwerde einiger Vereinmitglieder. Auf Nachfrage wußte er nur zwei Vorstandsmitglieder und ein ehemaliges Vorstandsmitglied zu nennen. Auf meinen Vorhalt, was denn falsch an der Darstellung auf der Webseite sei, antwortete Gürkan: gar nichts. Aber ihn störte die Außendarstellung. Da ich den Text nicht von der Seite nehmen wollte, schaltete Benjamin Gürkan als Webmaster die Webseite am Wochenende komplett ab. Zwei Monate lang blieb Radio Darmstadt somit ohne einen Internetauftritt, der über eine Baustelleninformation hinaus ging.

 


 

Pressemitteilung von Radio Darmstadt vom 30. Oktober 2006

 

Mitgliederversammlung mit pikanten Zutaten

RadaR eV, der Trägerverein von Radio Darmstadt, lädt für Freitag, den 3. November 2006, um 19.00 Uhr zu seiner Mitgliederversammlung im Allgemeinen Lernzentrum der TU Darmstadt ein. Die Tagesordnung verspricht einiges an Brisanz.

 
Auf der Tagesordnung stehen:

Eine Satzungsänderung, die das Wahlrecht so verändert, dass eine Wahl in den Vorstand mit relativer Mehrheit unmöglich gemacht wird. Das Amtsgericht Darmstadt hatte im September 2006 die Wahl von Walter Kuhl in den Vorstand mit Verweis auf die Satzungsbestimmung mit "einfacher Mehrheit" ausdrücklich bestätigt.

Weiterhin soll eine Trennung zwischen Beschäftigung im Verein und Vorstandstätigkeit satzungsmäßig festgeschrieben werden. Wie sich aus der Anlage zur Einladung ergibt, wird hierbei ausdrücklich nur ein Vorstandsmitglied genannt, während weitere Vorstandsmitglieder auch zukünftig beschäftigt werden können sollen.

Es folgt der Widerspruch von zwei ohne rechtliches Gehör aus dem Verein ausgeschlossenen Mitgliedern, nämlich dem Vereinsgründer und langjährigen Vorstandsmitglied Norbert Büchner und dem ehemaligen Vorstandsmitglied Katharina Mann.

Nächster Tagesordnungspunkt ist die Abwahl des Vorstandes, wofür laut Satzung eine 2/3–Mehrheit erforderlich ist. Eventuell soll sich daran eine Vorstandsneuwahl anschließen.

Sollte der Vorstand nicht abgewählt werden, soll Walter Kuhl als Vorstand durch die Mitgliederversammlung bestätigt werden, obwohl hierzu eine Entscheidung des Amtsgerichts vorliegt. Weiterhin würde es eine Nachwahl des im September zurück getretenen Vorstandsmitglieds Simon Hülsbömer geben.

Das Redaktionsstatut von RadaR eV sieht vor, dass eine Redaktion bei schweren Verstößen gegen interne Verpflichtungen von der Mitgliederversammlung aufgelöst werden kann. Es liegt ein Antrag vor, die Radiowecker-Redaktion aufzulösen, deren tragende Säulen die ausgeschlossenen Vereinsmitglieder Norbert Büchner und Katharina Mann gewesen sind. Seit September ist der Radiowecker mit Ausnahme des Donnerstags, der von der Unterhaltungsredaktion gestaltet wird, nicht mehr zu hören.

Es gibt auch etwas erfreuliches zu vermelden: Die Mitgliederversammlung soll auf der Grundlage des allgemeinen Redaktionsstatuts unsere neue Redaktion "Mohnrot" (sozusagen "50+") bestätigen.

Erst dann folgen Informationen zur Novellierung des Hessischen Privatrundfunkgesetzes auf der Prioritätenliste. Hierbei ist zu bedenken, dass die Landesregierung einen Gesetzentwurf eingebracht hat, der die finanzielle Absicherung nichtkommerziellen lokalen Hörfunks in Hessen massiv in Frage stellt.

Die interne Aus– und Weiterbildung soll mit neuen Pflichtanforderungen an die sendenden Mitglieder verknüpft werden. Die bisherige Regelung, dass nachmittags ein Chef vom Dienst im Sender anwesend sein muß, soll durch verpflichtende Arbeitsdienste in verschiedenen Arbeitsgruppen ersetzt werden. Ein Antrag auf Bezug von Ökostrom beendet eine lange Tagesordnung mit 16 Punkten.

 
Die Presse ist zur Mitgliederversammlung ausdrücklich eingeladen. Für die Sicherheit der Mitglieder sorgt eigens engagiertes privates Wachpersonal.

 
Walter Kuhl
Vorstand Öffentlichkeitsarbeit
(06151) 8700 – 101
Montag, Dienstag, Mittwoch von 11–15 Uhr
Donnerstag, Freitag von 15–19 Uhr
Voice-Mailbox: (06151) 8700 – 192

 

 

Diese Pressemitteilung findet sich auch [Stand: 18. August 2007] auf der Webseite der Radiowoche.

 

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 27. März 2008 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2007, 2008. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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