Titelfoto Februar 2007
Luftballon zum Sendejubiläum

Radio Darmstadt

Wir feiern uns selbst

Februar 2007
Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats Februar 2007 dokumentiert.

Am 3. Februar ist erst einmal Feiern angesagt. Das große Renovierungschaos wurde diskret versteckt, statt dessen umflatterten viele bunte gesponserte Luftballons die Besucherinnen und Besucher. Wie viele gekommen sind, bleibt das Geheimnis der Festtagscrew. Den Hit des Jahrzehnts wählten hingegen ganze neun Personen. Immerhin gibt es jetzt morgens regelmäßig etwas, was ein Radiowecker sein will. Die Auseinandersetzung um die Sendeverbote wird weiterhin verbissen geführt; Einsicht ist hier weder beim Programmrat noch beim Vorstand ersichtlich. Der Vorstand bemerkt nach fünf Monaten, was schon in der Sitzung am 13. September allen Beteiligten bewußt war: das Ausschlußverfahren gegen Katharina Mann und Norbert Büchner war rechtswidrig. Deshalb wird der Ausschluß zurückgenommen, um gleich darauf ein neues Verfahren einzuleiten.

 


 

Donnerstag, 1. Februar 2007
Die LPR angelogen


Walter Kuhl schreibt an den gesamten Vorstand, nachdem er die Stellungnahme [pdf] der Vorstandsmehrheit an die LPR Hessen zu den Sendeverboten gelesen hat:
Hallo miteinander,

sagt mal: wer hat sich eigentlich die Lüge mit der Sabotage ausgedacht? Die ist ja so dämlich, daß nicht einmal die LPR darauf reinfallen wird. Ich glaube, ich werde dies – wie einige andere Falschbehauptungen in dieser Stellungnahme auch – mal richtig stellen müssen. Oder glaubt ihr, daß Lügen dem Wohl des Vereins dienlich sind? Und weshalb werde ich in dieser Lüge gleich mitverwurstet? Einmal ganz abgesehen davon, daß ich mit Stefan schon am ersten Tag des DAT-Gerät-Ausfalls (am 27.11.) das Problem erörtert habe.

Hatte eigentlich mal jemand den Text gegengelesen? Ist ja furchtbar, daß in einzelnen Sätzen Singular und Plural wild durcheinander trudeln. Das ist für die Außendarstellung sicher nicht gut. Ich stelle mir nur zum Vergleich ein Bewerbungsschreiben auf diese Art vor, brrrrrrrr …, mich schaudert's.

Aber jetzt verstehe ich, warum gewisse Vorstandsmitglieder lieber ein eigenes Papier schreiben wollten. Eine gemeinsame Stellungnahme mit derart vielen Unwahrheiten wäre mit Niko und mir nun wirklich nicht möglich gewesen.

Andere Frage: geht heute die Sendeautomatik in Betrieb? Das würde mich freuen. Zumal die letzten Minuten der DAT–Bänder einfach eine Katastrophe sind. Doch dazu später ein Erfahrungsbericht. Im Januar-Protokoll des Programmrats heißt es dazu, daß sich Elik P. der Sache annehmen wollte und Musik überspielen wollte. Das ist bis gestern Nacht nicht geschehen.

Gruß, Walter
Die Vorstandsmehrheit zieht es vor, zu ihrer Falschdarstellung gegenüber der LPR Hessen zu schweigen. Die Sendeautomation, mit der Sendungen aufgezeichnet werden können, um sie am Folgetag als Wiederholung abzuspielen, wird erst in der 2. Februarhälfte in Betrieb gehen. Dabei wird eine Designschwäche offenbar werden, die sich unangenehm auf das Programm auswirkt.
Artikel der Frankfurter Rundschau vom 2. Februar 2007Freitag, 2. Februar 2007
Trübe Stimmung, viel Geflunker


In der Frankfurter Rundschau erscheint ein Artikel [pdf] von Sebastian Weisgerber zum zehnjährigen Sendejubiläum. Unter der Überschrift "Radar sendet seit zehn Jahren" vermerkt er: "Privatfunkgesetz und interner Streit trüben Stimmung". Ein bißchen Geflunker ist auch dabei, denn die Vorstandsmehrheit versucht, sich im besten Licht zu zeigen.
Obwohl Radio Darmstadt (Radar) theoretisch rund 350.000 Menschen erreichen kann, hören dann wohl nur ein paar hundert zu. Zum Radiowecker, Mittwoch bis Freitags um sechs Uhr morgens, schalteten jedoch einige tausend ein, sagt Vorstandsmitglied Michael Schardt – bei Hörern und Kollegen auch als "Chappi" bekannt.
Wer den Sender hört, ist – gelinde gesagt – verwirrt. Gab es doch bis August einen Radiowecker, der täglich gesendet hat, so gibt es seither einen Radiowecker, der nur noch donnerstags zu hören ist. Erst im Februar wird der Radiowecker auch am Mittwoch und Freitag ausgestrahlt. Woher kennt Chappi, der übrigens gar kein Vorstandsmitglied ist, die Reichweite dieses noch kommenden erweiterten Programms? Wird hier Hellseherei mit solider Information verwechselt? Offensichtlich sammelte sich zum Interviewtermin das gesammelte Viertel– und Halbwissen des Vereins zum Stelldichein mit dem Rundschau-Redakteur. Tatsächlich nämlich gibt es eine recht genaue Zahl unserer Hörerinnen und Hörer. Sie stammt aus dem Jahr 2004 und besagt, daß der weiteste Hörerkreis etwa 30.000 Personen in und um Darmstadt umfaßt. Als weitester Hörerkreis werden die Personen definiert, welche den Sender mindestens ein Mal im Verlauf der vergangenen vierzehn Tage gehört haben. Eine exaktere Zahl liegt nicht vor. Was Chappi hier erzählt haben soll, ist demnach reinste Phantasie.
Aber auch interne Streitigkeiten machen dem Verein das Leben schwer. Vorstandsmitglied Walther Kuhl gilt als abgewählt – er selbst sieht sich noch im Amt.
Zu diesem Zeitpunkt stand die Entscheidung des Registergerichts über die Wirksamkeit der seltsamen Bestätigung auf der Mitgliederversammlung am 3. November 2006 noch aus. Da laut Satzung im Vorstand ist, wer im Vereinsregister eingetragen ist, sah sich Walter Kuhl nicht nur im Amt, sonder er war es auch (noch).
Auch eine neue Internetseite soll noch diese Woche online gehen.
Ja, ein Trauerspiel, und dazu auch noch lieblos zusammengeschustert. Die alte Webseite wurde Anfang November 2006 von Benjamin Gürkan mutwillig abgeschaltet, um zu verhindern, daß Öffentlichkeitsvorstand Walter Kuhl dort wahrheitsgemäße, aber für die Vorstandsmehrheit unschickliche Inhalte einstellt. Die alte Webseite enthielt vor allem die Informationen, die Chappi und dem Rest des gesammelten Viertel– und Halbwissens nun gefehlt haben. Während die neue Webseite auch im September 2007 kaum Informationen zum Sender und schon gar keine zu den Sendungen enthält, war die alte hier geradezu ein sprudelnder Quell mannigfaltigster Auskünfte. Aber eins muß man und frau der neuen Webseite lassen: sie ist in einem hübschen hellblauen Pastellton gehalten, der richtig kuschelig ist.

Screenshot des Suchergebnisses der FAZFreitag, 2. Februar 2007
Auch die FAZ berichtet


Auch in der Frankfurter Allgemeinen erscheint heute ein Artikel zum Sendejubiläum: "Ganz ungetrübt ist das Radar-Jubiläum nicht" [pdf]. Während in der Rundschau noch ein wenig vom vereinsinternen Konflikt durchscheint, ist in der FAZ hiervon nichts zu lesen. Aber auch hier wird eine Phantasiezahl in die Welt gesetzt. Angeblich, so der Artikel auf der Grundlage einer Information von Vorstandsseite, liege der Wortanteil des gesendeten Programms bei rund 50 Prozent. Da ich mit Sicherheit davon ausgehen kann, daß der Vorstand hierzu keine eigene Untersuchung angestellt hat, und ich weiß, daß es keine aktuellen extern erhobenen Meßwerte gibt, stellt sich die Frage, ob hier das Wunschdenken mit geschönten Zahlen vorherrscht. Anhand einer noch nicht abschließend ausgewerteten Untersuchung einer einzelnen Radiowoche im März 2007 kann ich jedoch schon zwei Ergebnisse festhalten: Erstens: an keinem Tag der Woche wird die Zahl von 50% Wortanteil erreicht. Zweitens: der Wert liegt irgendwo zwischen 35 und 40 Prozent.

Freitag, 2. Februar 2007
Das Paralleluniversum tagt


Auf der heutigen Redaktionssitzung der bekanntlich [anspielung] nüchternen Unterhaltungsredaktion geht es auch um die vom Programmrat beschlossenen und von der Redaktion begrüßten Sendeverbote. Das Protokoll hält fest:
Christian Knölker ist in seiner Eigenschaft als amtierender Programmratssprecher über den aktuellen Internetauftritt der Redaktion "Alltag und Geschichte" (www.alltagundgeschichte.de) aufmerksam gemacht worden. Diesbezüglich nehmen die Anwesenden mit Verwunderung zur Kenntnis, daß auf dieser für die Öffentlichkeit bestimmten Homepage u.a. für diverse Radar-Sendungen auch verantwortliche Sendende genannt werden, die seitens Radio Darmstadt ein Hausverbot und/oder Sendeverbot ausgesprochen bekommen haben, zudem von "einem völlig ungerechtfertigten Hausverbot bei Radio Darmstadt" bei zwei Redaktionsmitgliedern die Rede ist und als Treffpunkt für die nächste Sitzung der Redaktion "Alltag und Geschichte" nur ein "dritter Ort" genannt wird (und kein konkreter Versammlungsort wie ansonsten bei anderen Radar-Redaktionen üblich).
Nun, so ganz stimmt das nicht. Erstens heißt es auf der kritisch beäugten Webseite, daß Interessentinnen und Interessenten den Ort erfragen können. Zweitens treffen sich auch andere Redaktionen außerhalb des Sendehauses und drittens ist es jahrelang geübte Praxis, bei Redaktionstreffen weder Ort noch Zeit anzugeben, die dann eben zu "erfragen" sind. Beispielsweise gilt dies auf dem Programmflyer für August 2006 für immerhin sieben Redaktionen. Komisch, daß das früher nie Thema war. Aber bezeichnend für eine aufgeputschte Stimmung, in der händeringend nach Material gesucht wird, um es gegen die Redaktion Alltag und Geschichte und einzelnen ihrer Redaktionsmitglieder benutzen zu können. Vielleicht wäre hier noch anzufügen, daß dieses Paralleluniversum aus ganzen sieben Sternschnuppen besteht.
Programmflyer August 2006 mit Kontaktdaten
Freitag, 2. Februar 2007
Der Vermittlungsausschuß kapituliert


Der mit diversen den Vorstand betreffenenden Vermittlungsverfahren beschäftigte Vermittlungsausschuß sieht für sich keine Grundlage mehr, diese Verfahren fortzuführen, zumal der Vorstand als Angesprochener mauert. Im Namen des Vermittlungsausschusses schreibt Christine J. [pdf]:
Diese Entscheidung des Vermittlungsausschusses darf von Niemanden als "Sieg" für "seine" Seite verbucht werden; im Grunde ist das ganze Verfahren dieser Streitsache sowieso schon eine Niederlage.
Benjamin Gürkan schreibt dem Mitglied des Vermittlungsausschusses, das dieses Schreiben per E–Mail verschickt, rotzig zurück:
Lieber Helmut,   cc Vorstand

einer paar Zeilen mehr dazu hätten es auch getan, als "Bitte die Anlage öffnen!" aber das ist nicht der Grund warum ich schreibe.

1. Reicht es vollkommen wenn du einfach an vorstand@radiodarmstadt.de schreibst (dann bekommen es alle ;-)
2. Simon Hülsbömer ist kein Vorstandsmitglied mehr (schon seit 4 oder 5 monaten nicht mehr)
3. BITTE schicke KEINE DOC Dateien, speicher sie als RTF oder am besten als PDF

Ich werde mich in ZUkunft weigern DOCs zu öffnen, da diese Viren und andere schlimme Sachen enthalten können.
Vielen Dank und schöne Grüße

Benny

PS Das Schreiben habe ich zur Kenntnis genommen.
Das Dokument wird hier mit unkenntlich gemachtem Nachnamen wiedergegeben, um die diversen Suchmaschinen davon abzuhalten, sinnlosen Datenmüll anzulegen.

Freitag, 2. Februar 2007
Ein Brief an den Programmrat


Vorstandsmitglied Walter Kuhl schickt eine E–Mail an den Programmrat. Er fordert das Gremium auf, nach der Urteilsfindung für das gegen ihn verhängte Sendeverbot doch wenigstens nachträglich einmal die Anklageschrift zuzustellen. Des weiteren weist er auf eine gewisse Bigotterie in diesem Gremium hin, das Verstöße gegen Lizenzauflagen ignoriert, aber eingebildete Verstöße umso härter abstraft. Zum Schluß teilt er dem Programmrat mit, daß der Vorstand in seiner Stellungnahme zu den Sendeverboten die LPR Hessen an einer Stelle ganz offensichtlich angelogen hat, was einzelne Programmratsmitglieder aus eigener Kenntnis bestätigen könnten. Das Schreiben ist in dieser Dokumentation auf einer eigenen Seite zu finden.

Screenshot der Kalenderblatt-Webseite der Deutschen WelleSamstag und Sonntag, 3./4. Februar 2007
Geklaute Kalenderblätter


Zum ersten Mal seit fünf Monaten gibt es am Samstag und Sonntag zur Feier des 10–jährigen Dauersendejubiläums wieder einen Radiowecker. Moderator Christian K. geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach, die darin besteht, die Kalenderblätter der Deutschen Welle vorzulesen, sofern er keine eigenen recherchierten Beiträge hat. Selbstverständlich geschieht dies ohne Quellenangabe, einmal abgesehen davon, daß diese Kalenderblätter urheberrechtlich geschützt sind. Offensichtlich geht Herr K. davon aus, daß er alles, was er im Internet so vorfindet, einfach ablesen darf. Auf die Idee, mit der Deutschen Welle in Kontakt zu treten, um eine diesbezügliche Vereinbarung zu treffen, kommen weder er noch der Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt. Wildwuchs, wohin frau und man sieht.

Am Samstag liest er die Kalenderblätter zu Hans Jochen Vogel und zu Felix Mendelssohn–Bartholdy vor. Am Sonntag geht die Vorlesung mit den Kalenderblättern zu Ludwig Erhardt, zu Friedrich Ebert und zu Gro Harlem Brundtland weiter.

Werbeluftballon für eine PizzaSamstag, 3. Februar 2007
Feiern, bis die Pizza aufgefuttert ist


Am 1. Februar 1997 begann Radio Darmstadt mit seinem regulären Sendebetrieb. Zuvor hatte es 1995 und 1996 insgesamt drei Veranstaltungsradios gegeben. Zehn Jahre später hätte es dem Sender gut angestanden, Bilanz zu ziehen. Statt dessen wird den ganzen Tag und die ganze Nacht lang gefeiert, was der Pizzaservice stündlich hergibt. Beim Tag der Offenen Tür waren auch die Kleinsten eingeladen. Auf Grundlage der mir vorliegenden Fotos von diesem Event ist die Aussage vielleicht nicht allzu gewagt, daß sich dort etwa 25 Personen selbst gefeiert haben. Die übrigen rund 500 Vereinsmitglieder blieben außen vor; vermutlich wußte die Mehrzahl nicht einmal etwas von dieser Feierlichkeit. Nur zum Vergleich: am 21. September 2007 wird Radio X in Frankfurt sein zehnjähriges Sendejubiläum feiern. Mit weit über 600 Besucherinnen und Geburtstagsgästen zeigt der dortige Trägerverein seine Verankerung in der Stadt.

Screenshot von der Intermedia-WebseiteSamstag, 3. Februar 2007
Schwimmen im Datenstrom


Im Vormittagsprogramm schwärmt Unterhaltungsredakteur Nils P. von den neuen technischen Möglichkeiten des Senders. Vor zwei Wochen, so stand es in der gestrigen Rundschau [pdf], habe der Sender erstmals nicht aus dem Studio, sondern aus der Weststadtbar übertragen. Dies, so Nils P., sei falsch wiedergegeben worden. Richtig sei, daß es dem Team der DJ–Zone erstmals gelungen sei, eine Außenübertragung über einen Stream im Internet abzuwickeln.

Was Nils nicht weiß: nicht etwa seine innovative Technikbastelcrew [1], sondern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Inter.Media-Seminars zu "Parallelgesellschaften" hatten am 1. April 2006 live eine Sendung aus dem Werkhof erfolgreich über Internetstream gefahren. An der Außenübertragung aus dem Werkhof waren beteiligt: Andreas Linder, Cornelia Roch, Hacer Yontar, Ilja Gerhard, Katharina Mann, Lourdes Guerra Lecuona, Marc Kappler, Niko Martin und Stefan Tenner. Ehre, wem Ehre gebührt.

Aushang an der WandSamstag, 3. Februar 2007
Werbung und Sponsoring verboten


Wie jedem anderen nichtkommerziellen Lokalradio ist es auch Radio Darmstadt laut Hessischem Privatrundfunkgesetz [pdf] und Sendelizenz streng untersagt, Werbung und Sponsoring über den Sender zu betreiben. Die Werberichtlinien der Landesmedienanstalten [pdf] regeln recht eindeutig, wie die geltende Rechtslage anzuwenden ist.

Die Ausrichtung eines ganztägigen Sendejubiläums mit einem kalten Büffet und warmer Pizza ist für einen kleinen Verein eine außerordentliche Ausgabe. Also sucht man und frau sich Sponsoren, die Darmstadts Lokalradio unterstützen möchten. Zwar ist es dem Sender untersagt, den Sponsoren auf dem Sender zu danken, aber das Verbot läßt sich vielleicht smart umgehen. Oder weniger smart, indem man es einfach macht. So werden wir im Verlaufe des Tages insgesamt achtmal daran erinnert, wer den sich selbst feiernden Vereinsmitgliedern und ihren nicht allzu zahlreich erschienenen Gästinnen und Gästen die Party ermöglicht hat.

Um 8.45 Uhr weist Radiowecker-Moderator Christian K. darauf hin, daß soeben das Vorstandsmitglied Markus Lang mit den Backwaren zweier namentlich genannter Bäckereien erschienen ist.
Um 10.05 Uhr nennt selbiger Markus Lang als Studiogast von Thilo Markwort rein zufällig noch einmal die Namen dieser Bäckereien.
Um 12.35 Uhr sind auch Wurst und Käse eingetroffen. Michael S. berichtet von seiner Besorgung und hierbei werden die drei spendenden Einzelhandelsgeschäfte aufgeführt.
Um 14.14 Uhr ist derselbe Michael S. voll des Lobes:
Radio Darmstadt heute mit dem 10–jährigen Dausersendejubiläum. Auch schwierige Wörter bringen wir heute gut über den Sender. Der große Feiertag, Tag der offenen Tür hier am Steubenplatz 12. Kommt vorbei! Wir haben hier ein riesengroßes schönes kaltes Büffet, stündlich kriegen wir von Joey's Pizza eine Partypizza geliefert. An dieser Stelle bedanken wir uns da ganz recht herzlich, bedanken uns auch bei diversen anderen Lieferanten, bei der Bäckerei Breithaupt, die uns hier was zur Verfügung gestellt hat, bei der Metzgerei Volz, beim Metzger Gräber und beim Käse Buchheimer für den tollen Käsesalat. Und bei vielen vielen anderen, die Radio Darmstadt auch auf diese Weise unterstützen. Das wollen wir an der Stelle mal erwähnen.
Damit die Namen nicht aus den Ohren verschwinden, wiederholt Michael S. um 15.20 Uhr seine Eloge auf den tollen Service, auch den von "Buchheimer, dem Käsespezialisten".
Um 16.13 Uhr stellt Elik P. diese "netten Firmen" vor.
Um 18.09 Uhr erhält Lukas S. von YoungPOWER den Auftrag, den Zettel moderativ in Szene zu setzen. Seine Fassung ist angesichts des etwas unausgegoren geschriebenen Zettels ebenso eigenwillig:
Und jetzt noch einmal ein riesengroßes Dankeschön auch von uns hier bei YoungPOWER an Joey die Pizza, stündlich one [gesprochen wie die englische Zahl, woher soll Lukas auch wissen, was eone bedeutet?] Partypizza, an die Bäckerei Neuschaefer, Bäckerei Bormuth, Metzgerei Georg Volz, Metzgerei Georg Gräber, Käse Buchheimer [er sagt: Buchmeier] und den vielen anderen RadaR-Mitarbeitern, damit wir hier diese zehn Jahre Radar hier so schön feiern können, wie wir das momentan tun mit dem leckeren Büffet. [Seine Co–Moderatorin] Marieke ißt grade auch so ein bißchen was, deshalb ist sie nicht ganz so wortstark vertreten. Aber wir bedanken uns auf jeden Fall bei allen Genannten. Ja.
Ein letztes Mal erwähnt Michael S. um 20.26 Uhr bei seiner Präsentation der Darmstadt Hitparade noch einmal all diese freundlichen Sponsoren des Jubiläumstages, zumal vor zehn Minuten wieder eine Pizza eingetroffen sein soll.
Die doch recht einheitlichen Formulierungen im Verlauf des Tages lassen auf eine Regie schließen, die sicherstellt, daß die freigiebigen Bäckereien, Metzgereien, Käsesalat– und Pizzalieferanten einen angemessen Gegenwert für ihr Sponsoring erhalten. Mich würde wirklich interessieren, wie die LPR Hessen als Medienaufsicht dies sieht. Übrigens: was sind Mitarbeiere? Und wie schmeckt eine Rizza? Derartige Peinlichkeiten hängen unter der Aufsicht von vier Vorstandsmitgliedern ganz offen im Sendehaus aus. Zum Schluß noch ein Tip für die auf der nächsten Mitgliederversammlung im Oktober oder November 2007 zu wählenden Kassenprüfer/innen: überprüft, ob die Sachspenden ordentlich verbucht worden sind und welche Spendenbescheinigungen ausgestellt wurden.

==> Audiodatei mit allen acht Sponsorennennungen, MP3 mit knapp 12 MB. Die einzelnen Beiträge sind durch eine kurze Pause voneinander getrennt.

Screenshot der hobit-WebseiteSamstag, 3. Februar 2007
Zwei positive Beiträge


Zwei am heutigen Abend eingespielte Beiträge verdienen besondere Beachtung. Marieke B. von YoungPOWER besuchte die Hochschul– und Berufsinformationstage Darmstadt, kurz hobit, die vom 30. Januar bis zum 1. Februar angeboten worden waren. Hiervon brachte sie interessante Eindrücke, Aussagen und Stimmungsbilder mit, die gut verpackt ein Bild vom Event zu vermitteln wußten. Der andere Beitrag stammt von der Studierendenredaktion Audiomax. In einer Collage wurden die phrasenhaften Ausführungen des hessischen Wissenschaftsministers Udo Corts zur Einführung der Studiengebühren zu einem aussagekräftigen Statement eingedampft.

Hinweiszettel in Redaktionsraum 2Anfang Februar 2007
redaktion ät radiodarmstadt punkt de


Nachdem eingehende redaktionelle E–Mails den Sendenden wochenlang nicht zu Gesicht gekommen waren, wird Anfang Februar (vermutlich am 8.) der dritte Internetrechner in Redaktionsraum 2 mit einem neu eingerichteten Client namens Mozilla Thunderbird eingerichtet und freigegeben. Der hier abgebildete Hinweiszettel "Redaktion@radio… ist nun wieder auf XP Rechner abrufbar" verdeutlicht die Misere. Das bedeutet nun nicht, daß die sich Sendenden bei Radio Darmstadt begeistert über die neue redaktionelle Informationsquelle hermachen würden. Eher ist zu vermuten, daß es nach der Zerschlagung der Radiowecker-Redaktion im Herbst 2006 keine systematische Bearbeitung der eingehenden E–Mails mehr gibt. Die Angabe der redaktionellen E–Mailadresse redaktion@radiodarmstadt.de ist eine reine Show. Auch in den folgenden Wochen wird entweder der Rechner mitsamt des Client nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stehen oder mitunter eine Woche lang überhaupt nicht auf neu eingehende E–Mails abgerufen werden. Siehe hierzu auch die Dokumentation Probleme mit der redaktionellen Arbeit.

Screenshot des Echo-Artikels (Auszug)Montag, 5. Februar 2007
Festberichterstattung


Alexandra Welsch berichtet in der heutigen Ausgabe des Darmstädter Echo über den Tag der offenen Tür am Samstag. Vorstandsmitglied Markus Lang wird mit den Worten zitiert: "Es kann im Prinzip jeder bei uns senden, solange es nicht rassistisch, sexistisch oder beleidigend ist." Dies ist natürlich nur die Imagewahrheit. In Wirklichkeit bestehen derzeit drei Sendeverbote, von denen zwei ausdrücklich nach anderen Prinzipien ausgesprochen wurden, nämlich: wir wollen sie hier nicht mehr hören müssen. Alex Welsch, die natürlich nicht wissen kann, daß Herr Lang Kosmetik für einen Sender betreibt, der unliebsame Personen einfach ausgrenzt, macht sich daher ungewollt zum Träger der Senderideologie.

Montag, 5. Februar 2007
Walter Kuhl antwortet der Kulturredaktion


Am 27. Januar hatte die Kulturredaktion in einem Brief an den Vorstand einerseits um Aufklärung darüber gebeten, wie der Vorstand mit der derzeitigen Situation im Verein umgehen will, andererseits ihrer Befürchtung Ausdruck verliehen, daß der Verein durch die derzeitige Vorstandspolitik ernsthaft Schaden erleiden könnte. Während die Vorstandsmehrheit der Kulturredaktion nicht antwortet, versucht Vorstandsmitglied Walter Kuhl in seinem heutigen Antwortschreiben, eine differenzierte Sicht auf die anstehenden Probleme zu geben.

Dienstag, 6. Februar 2007
Senf


Einer der Sprecher der Musikredaktion findet endlich Zeit, um – so seine Wortwahl – auch seinen Senf zur Sache dazuzugeben. Hierin entwickelt er ein Rechtsverständnis, welches den gesammelten Unsinn zu rationalisieren sucht. Dieses erhellende Dokument wird mitsamt einer Antwort von Walter Kuhl an Björn R. auf einer eigenen Seite dokumentiert.

Sitzecke in der HalleDienstag, 6. Februar 2007
Kuschelecke


Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde Ende Januar die alte, einigen Verantwortlichen zu schmuddelige Sitzgarnitur durch eine Neuerwerbung ersetzt. Um die schöne braune Farbe des Sitzmöbels zu verdecken, gibt es jetzt einen zur roten Wandfarbe passenden Überzug. Frage: wann wurde dieser Überzug das letzte Mal gewaschen?

Mittwoch, 7. Februar 2007
Spätes Wecken


Weil der Redakteur unverschuldet nicht rechtzeitig den Sender betreten konnte, beginnt der Radiowecker erst um 6.47 Uhr. Er hat sich noch nicht an die kompressionsfreie Einstellung der Mikrofone gewöhnt und spielt daher seinen Unterleger noch lauter ein als er selbst den Wetterbericht spricht. Das Ergebnis: nicht hörbar. Ansonsten handelt es sich um einen unverbindlich-seichten Musikteppich, der sich in nichts von kommerziellen Radios unterscheidet, außer vielleicht, daß dort dieser Musikteppich professioneller präsentiert wird.

Mittwoch, 7. Februar 2007
Niko Martin testet die Vernunft


Vorstandsmitglied Niko Martin fragt über den internen E–Mailverteiler ganz unschuldig:
Hallo miteinand,

am Montag steht eigentlich im Rahmen der Redaktion Alltag und Geschichte wieder eine Sendung von Walter Kuhl an. Würde es für den Programmrat ok gehen, wenn wir eine aufgezeichnete Sendung von Walter Kuhl (aus der Zeit vor dem Sendeverbot) wiederholen?
Die Antwort ist, kaum überraschend, ein wütendes Nein! Sein Kommentar: "Schön, wie sich unsere Zensoren outen."

Mittwoch, 7. Februar 2007
Umdisponiert


Um 19.00 Uhr fällt die zweistündige Sendung Recht im Alltag krankheitsbedingt aus. Statt dessen hören wir zunächst eine Ausgabe von Ich such' die DDR und danach Musik aus den Siebzigern.

DAT AufnahmegerätDonnerstag, 8. Februar 2007
Sendeloch behoben, Musik eingespielt


Elik P. hat heute endlich das auf der Programmratssitzung exakt einen Monat zuvor gegebene Versprechen eingelöst und das Ende der Wiederholungsbänder mit Musik bespielt. Die sieben DAT–Bänder für die sieben Tage der Woche sind nämlich etwas länger als die darauf aufgezeichneten sechs Stunden Wiederholung. Deshalb war bis zum Sommer 2006 das Ende der Bänder von Katharina Mann mit in der Innenstadt aufgezeichnetem Vogelgezwitscher bespielt worden. Aufgrund des Chaos mit dem defekten DAT–Recorder Ende November bis Mitte Dezember 2006 waren seither alle Bänder entweder mit veralteten Deutschlandfunk-Nachrichten oder anderen Sinnlosigkeiten bis hin zu zehnminütigen Sendelöchern bespielt worden. Dieser Unfug wurde wochenlang mittags zur besten Sendezeit zu Gehör gebracht. Leider irrt Elik P. an einem Punkt: noch am 20. Februar lief ein DAT–Band, das er nicht neu bespielt hatte.

Auszug aus dem Tascam-ManualDonnerstag, 8. Februar 2007
Vom Flunkern und der eingebildeten Sabotage


Am 28. Januar hatte die Vorstandsmehrheit der LPR Hessen ihre Stellungnahme [pdf] zu den Sendeverboten gegen Walter Kuhl, Katharina Mann und Norbert Büchner zugesandt. Die hierin enthaltenen Unwahrheiten bedurften der Richtigstellung. Die Vorstandsmitglieder Niko Martin und Walter Kuhl führen hierin anhand eines Beispiels die unseriöse Vorgehensweise ihrer Vorstandskollegin Susanne Schuckmann und ihrer Kollegen Stefan Egerlandt und Markus Lang vor.

Die neuen SitzmöbelFreitag, 9. Februar 2007
Gebetsmühlenartig


Tags darauf versenden die Vorstandsmitglieder Susanne Schuckmann und Markus Lang eine Stellungnahme [pdf] zu der Stellungnahme der Vorstandsmitglieder Niko Martin und Walter Kuhl. Gebetsmühlenartig versuchen sie darin, ihre verquere Logik der LPR Hessen zu verkaufen:
Wir können nur nochmals betonen und wiederholen, dass der Programmrat […]
Der Programmrat wird vorgeschoben, um nicht selbst handeln zu müssen. Selbstredend vertritt der Vorstand des Trägervereins den Lizenznehmer nach außen und nicht der Programmrat. Lizenzverstöße kann der Programmrat zwar beschließen, ein verantwortungsbewußter Vorstand jedoch würde diesen Unsinn abstellen anstatt hierbei fleißig mitzumischen.

Inzwischen sind auch neue Stühle eingetroffen (Foto), die sich jedoch schnell als nicht sehr kratzfest erweisen.
Screenshot zum Film "Good Morning Vietnam"Freitag, 9. Februar 2007
Einladung zur erneuten Farce


Der Rechtsvertreter des Trägervereins von Radio Darmstadt lädt Katharina Mann zu einer Vorstandssitzung ein, auf der erneut der Ausschluß betrieben werden soll. Kurioserweise teilt der Verein Katharina Mann aber erst fünf Tage später mit, daß der rechtswidrige Vereinsausschluß vom 13. September 2006 aufgehoben worden ist. Der Rechtsvertreter nimmt die Behauptungen seiner Mandantschaft für bare Münze und behauptet zum Beispiel wahrheitswidrig:
So haben Sie dem Vereinsmitglied Gerhard Schönberger massiv vor Zeugen damit gedroht, ihm ein Hausverbot durch den Vorstand erteilen zu lassen. Herr Schönberger hat aufgrund dieser Drohung sowie der verbalen Auseinandersetzung seine Sendetätigkeit bei RadaR eingestellt.
Diese Behauptung von Rechtsanwalt Andreas Schindler entbehrt der Tatsachen. Erstens gibt es, wenn überhaupt, nur einen Zeugen, und zweitens gibt es mehrere Zeuginnen und Zeugen, die das Gegenteil bekunden würden, falls der Verein sich in einem fairen Verfahren für die Wahrheit interessieren würde. Zudem möge mir Rechtsanwalt Andreas Schindler erklären, wie es möglich war, daß derselbe Gerhard Schönberger, falls es nicht ein Klon war, am Abend des 11. Dezember 2006 in seiner Sendung nickelodeon auf dem Sender eine massive Urheberrechtsverletzung begangen hat, als er knapp eine Stunde lang die Audiofassung des Films Good Morning Vietnam gespielt hat. Weiterhin ist seine Weihnachtssendetätigkeit mittels einer anschließend abgestraften Sendung eindeutig dokumentiert. Vielleicht sollte man als Rechtsanwalt nicht ungeprüft jeden Unsinn abschreiben, den die Mandantschaft vorlegt.

Telefonapparat in Redaktionsraum 2Freitag, 9. Februar 2007
Herumgescheucht


Man muß dabei gewesen sein, um zu begreifen, wie Lokalredakteur Christian K. den Chef vom Dienst durch das Sendehaus scheucht. Es ist kurz vor 17.00 Uhr und wie schon bei früheren Gelegenheiten ist auch heute keine und niemand aus der Lokalredaktion vor Ort. Also denkt sich der Chef vom Dienst, es sei nun angesagt, wie schon an anderen Freitagen sozusagen eine Nicht vor Ort-Salsasendung einzulegen, da klingelt das Telefon am Studioeingang. Der Chef vom Dienst befindet sich gerade mitten in den Studioräumlichkeiten, und bevor er zum Telefon hat eilen können, erstirbt das Klingeln. Kurz darauf klingelt das Telefon in Redaktionsraum II. Es gibt wenige Redakteure, welche die Rufnummern der einzelnen Nebenstellenapparate kennen, und Christian K. gehört dazu. Bis der Chef vom Dienst kapiert hat, an welchem Apparat angerufen wurde, hört das Klingeln wieder auf. Nun klingelt ein weiteres Telefon und wieder macht sich der Chef vom Dienst auf die Suche. Und so geht das ein paar Mal hin und her, bis ich dem Chef vom Dienst sage, er solle doch an seinem Schreibtisch an der Eingangstüre auf den Anruf warten. Wenn's wichtig ist, wird dort schon noch einmal angerufen werden. Und so geschieht es auch. Das ist praktizierter Slapstick bei Radio Darmstadt. Und was wollte Christian K.? Der Chef vom Dienst sollte mal wieder eine von Markus Lang bereitgestellte Austauschsendung einlegen. Die Lokalredaktion ist zwar nicht vor Ort, aber läßt andere für sich arbeiten. Ein Dankeschön gibt es hierfür nicht.

Samstag, 10. Februar 2007
Eine kuriose Redaktionssitzung


Laut Sitzungsprotokoll am heutigen Samstagabend, aber möglicherweise auch erst am Sonntagabend, treffen sich Monika R., Manfred H. und Ralf D. zu einer Sitzung der Wissenschaftsredaktion. Es werden als Redaktionssprecherin Monika R. und als ihre Stellvertreter Manfred H. und Markus U. gewählt. Diese klandestine Redaktionssitzung wird innerhalb der Wissenschaftsredaktion – insbesondere bei den zahlreichen Redaktionsmitgliedern von C–RadaR – für einigen Unmut sorgen. Deshalb ziehen Monika R. und Manfred H. sechs Tage später ihre Wahl zurück und verzichten auf das Amt.

Sonntag, 11. Februar 2007
Gipfeltreffen


Am Tag vor der Programmratssitzung trifft sich die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft in fast vollständiger Besetzung, ergänzt durch den einen oder anderen Satelliten, um zu beratschlagen, wie sie weiter gegen das ungeliebte Vorstandsmitglied Walter Kuhl vorgehen kann. Dabei soll Susanne Schuckmann die Worte geäußert haben, Radio Darmstadt sei kein freies, sondern ein anderes Radio. Daraufhin entgegnete Wally H., dann sei doch alles weg, wofür einmal gekämpft worden sei. Wohl wahr! Die hehren Prinzipien des Sendelizenzantrags von 1996 hat der Trägerverein ohnehin schon verlassen und driftet unaufhaltsam Richtung Mitte der Gesellschaft.

Montag, 12. Februar 2007
Letzter Agenturbeitrag


Im Oktober 2006 hatte der Programmrat beschlossen, daß ab sofort keine Agenturbeiträge mehr in das Programm übernommen werden dürfen. Bis zum heutigen Montag scheint sich dieser Beschluß noch nicht in den letzten Winkel der Unterhaltungsredaktion herumgesprochen zu haben. Der Moderator des Bunten Montag Mixes jedenfalls spielt kurz vor 17.00 Uhr zum letzten Mal einen dieser Agenturbeiträge. Der Programmrat, der bekanntlich so großen Wert auf seine Sendeprinzipien legt, wenn es darum geht, ungeliebte Vorstandsmitglieder abzustrafen, hat wieder einmal vollkommen versagt und sich in keinster Weise um die Durchsetzung seines eigenen Beschlusses bemüht.

Montag, 12. Februar 2007
Ein Vorschlag, der später torpediert wird


In Anwesenheit des sendeverbotenen Redakteurs Walter Kuhl wird auf der Programmratssitzung der Vorgang noch einmal aufgerollt. Die Anklagebehörde ist schlecht vorbereitet und muß das corpus delicti, die CD mit der Aufzeichung der inkriminierten Stellen von Walter Kuhls Weihnachtssendung, erst herbeischaffen. Später stellt sich heraus, daß es sich um ein anderes Exemplar gehandelt haben muß als das, was zur Generalmobilmachung auf der Programmratssitzung im Januar benutzt wurde. Aber dies ist im Grunde unerheblich. Markus Lang begründet polizeikonform das Sendeverbot ohne vorherige Abmahnung mit einer imaginierten Gefahr im Verzug, ohne diese Gefahr näher auszuführen. Die Antragstellerin des Sendeverbots schlägt ein Vorgehen vor, mit dem das Sendeverbot gegen Walter Kuhl relativ schnell aufgehoben werden könne. Wir werden nachfolgend sehen, daß dieser Funken Realitätssinn von ihren Programmratskollegen nicht geteilt werden wird. Im Protokoll der Programmratssitzung wird hierzu festgehalten:
Ich beantrage, dass Sendeverbot vom 08.01.2007 gegen Walter Kuhl bis auf weiteres aufrecht zu erhalten. Dieses entfällt jedoch, wenn Walter eine Relativierung und eine Entschuldigung entsprechend der in der heutigen Sitzung angesprochenen Punkte über allreds@radiodarmstadt.de den Redaktionen zur Kenntnis gibt. Diese haben binnen einer Woche Zeit, ebenfalls per allreds darüber abzustimmen, ob diese Erklärung ausreicht, um sofort wieder auf Sendung gehen zu können. Sofern die absolute Mehrheit erzielt wird, darf Walter ohne weitern Beschluß wieder senden, wobei Walter diese genehmigte Erklärung in dieser ersten Sendung zu Anfang verliest. Diese muß eine Stellungnahme enthalten zu

1  persönliche Angriffe gegen einzelne Sendende
2  dem Imageschaden und
3  eine Äußerung zu den Sendekriterien.
Dieser Antrag wird mit neun Ja–Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Die zusätzlich ausgesprochene Abmahnung soll aufrecht erhalten bleiben.
Montag, 12. Februar 2007
Die Wahrheit wird abgemahnt


In Abwesenheit mahnt der Programmrat das Vorstandsmitglied Niko Martin auf Antrag der sich in Repressionsfragen neuerdings negativ hervorhebenden Musikredaktion ab. Schon in den am 11. September 2006 verabschiedeten Sendekriterien zeichnete sich das beschränkte journalistische Selbstverständnis der Redaktion deutlich ab. Die Einengung auf die vier journalistischen Ws des Verlautbarungsjournalismus korrespondiert mit der seltsamen Vorstellung, ein nichtkommerzielles Lokalradio habe die journalistische Neutralität zu wahren, so ihr Vertreter Bastian A. im Programmrat. Hier zeigen sich die Auswirkungen der Klippschule des öffentlich-rechtlichen Mediendiskurses sehr deutlich. Nur so wird auch ein Sendekriterium verständlich, das eine eigene Meinungsbildung (hier genannt: "Beschimpfung") nur als Kommentar zuläßt.

Niko Martin wird wegen seiner Äußerungen in den Sendungen am 22. und 29. Januar 2007 bestraft. Dort hatte er folgende wahrheitsgemäße Anmerkungen zu den Sendeverboten zu Gehör gebracht, hier zum Beispiel am 29. Januar.
… mit dem Alltag und Geschichte Magazin. Nicht wie angekündigt teilweise mit einer Sendung von Walter Kuhl. Das geht leider heute noch nicht, denn der Programmrat von Radio Darmstadt hat ein Sendeverbot gegen Walter Kuhl ausgesprochen, weil eine Sendung von ihm beanstandet wurde. Dazu ist ein Verfahren bei der Medienaufsicht anhängig. Dazu wurden Stellungnahmen eingereicht, die werden jetzt ausgewertet, so daß wir davon ausgehen, daß in zwei Wochen regulär hier wieder Walter Kuhl zu hören sein wird aus der Redaktion Alltag und Geschichte. Solange verhalten wir uns sozusagen ruhig, auch wenn uns das Sendeverbot natürlich nicht schmeckt. Mir persönlich, ich halte das für nicht ok, um's mild auszudrücken. Aber wir warten da eben dieses Verfahren bei der Medienaufsicht, die Prüfung bei der Medienaufsicht ab und ich rechne damit, daß wir Walter Kuhl dann auch wieder hören können. So lange haben wir eigentlich jetzt die letzten Sendungen immer mal wieder Musik gespielt. Ich hab' jetzt heute etwas anderes mitgebracht, nämlich ein Reisemagazin.
Am 22.Januar schilderte Niko Martin die Situation, von vier Vorstandsmitgliedern dabei beobachtet zu werden, wie er den Sendeplatz der Redaktion ausfülle. Diese vier Vorstandsmitglieder (Gürkan, Egerlandt, Lang und Schuckmann) hatten sich versammelt, um notfalls durch ihre Anwesenheit das Sendeverbot durchzusetzen. Der Programmrat bestreitet den Wahrheitsgehalt dieser Äußerungen nicht. Er hält sie jedoch für imageschädigend. Wir lernen hieraus: wenn sich Wahrheit und Image widersprechen, entscheidet sich der Kleingeist für die Lüge.

Dienstag, 13. Februar 2007
Keine Vibes


Obwohl die Livesendung von Irie Vibes am Montagabend problemlos über den Sender gegangen ist, ist auf dem Wiederholungsband eine Stille von etwa 23 Minuten aufgezeichnet worden. Um 04.45 und um 10.58 Uhr strahlt Radio Darmstadt eines seiner berüchtigten Sendelöcher aus.

Dienstag, 13. Februar 2007
Zwei Redaktionen treten nach


Für die reguläre Vorstandssitzung am 14. Februar wird per Fax eine Vorlage [pdf] zur Maßregelung des Vorstandsmitglieds und mit Sendeverbot bedachten Redakteurs Walter Kuhl versandt. Manfred H. für die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft und Monika R. für die Wissenschaftsredaktion fordern darin den Vorstand auf, mit dem bösen Walter Kuhl ein ernsthaftes Wörtchen zu reden und, falls er dann nicht gefügig ist, "geeignete Maßnahmen" zu ergreifen, "die Walter Kuhl daran hindern, auch künftig in unseren Augen vereinsschädigend zu agieren". Während davon auszugehen ist, daß die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft voll und ganz hinter dieser Vorlage steht, ist dies im Falle der Wissenschaftsredaktion gewiß nicht so. Dieses Schreiben ist ein Ergebnis des Treffens vom vergangenen Sonntag.

Walter Kuhl hatte gegen das verhängte Sendeverbot sofort die Medienaufsicht zur Klärung der Rechtmäßigkeit angerufen. Eine "Treuepflicht gegenüber dem Verein", wie sie in dieser Vorlage formuliert wird, besteht jedenfalls nicht, schon gar nicht dann, wenn der Verein rechtswidrig handelt. – Der Vorstand wird sich tags darauf nicht mit dieser Vorlage befassen.

Mittwoch, 14. Februar 2007
Der Vorstand entdeckt einen Formfehler


Fünf Monate nach dem Vereinausschluß und einen Monat vor dem Termin vor dem Amtsgericht Darmstadt fällt es Vorstandsfrau Susanne Schuckmann und dem Rechtsvertreter des Trägervereins auf einmal auf, daß die von Katharina Mann und Norbert Büchner angestrengten Verfahren gegen den Vereinsausschluß mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren werden. Zur finanziellen Schadensbegrenzung wird der Vereinsausschluß zurückgenommen. Hierin ist nicht etwa vernunftgesteuertes Handeln zu erkennen, sondern ein taktisches Manöver. Etwa gleichzeitig zur Mitteilung über die Aufhebung des Vereinsausschlusses erhalten Katharina Mann und Norbert Büchner eine Vorladung zur Vorstandssitzung, auf der ihr Vereinsausschluß neu verhandelt werden soll. Das ausgesprochene Hausverbot bleibt ohne nähere Begründung weiter bestehen, das Sendeverbot wird bis zum erneuten Vereinausschluß gegenstandslos.

Viele Kassen verderben die ÜbersichtMittwoch, 14. Februar 2007
Niko Martin gibt ein Ressort ab und Markus Lang steht im Regen


Zu Beginn der heutigen Vorstandssitzung gibt Niko Martin eine persönliche Erklärung ab. Für ihn gibt es seit Anfang September 2006 keine Basis einer gemeinsamen Vorstandsarbeit mehr. Obwohl er Vorstand für Finanzen sei, werden hinter seinem Rücken Anschaffungen getätigt. Insbesondere die niemals gewinnbaren kostenintensiven Rechtsstreits beunruhigen ihn und veranlassen ihn, die Verantwortung für die Finanzen niederzulegen. Mit dieser Mitteilung überrascht er das Vorstandsmitglied Markus Lang, der ebenfalls das Ressort Finanzen abgeben wollte – zu viel Arbeit. Jetzt halst er sich zudem noch das Ressort Öffentlichkeitsarbeit auf, weil dem angefeindeten Vorstandsmitglied Walter Kuhl seine beiden Ressorts Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätsmanagement entzogen werden.

Diese Vorstandssitzung entbehrt nicht einer gewissen Komik. Denn Markus Lang gibt zunächst sein Finanzressort ab, beantragt den Entzug der Ressorts für Walter Kuhl, findet keine und niemanden, der oder die die Finanzen übernimmt und erklärt zuletzt, die Abgabe der Finanzen zurückzunehmen. Wie der Bericht der Kassenprüfung zur Mitgliederversammlung am 27. April festhalten wird, ist der Zustand der Kassenführung desaströs.

Mittwoch, 14. Februar 2007
Während dessen: Sendeloch


Bei der heutigen Sendung der Auslandsredaktion handelt es sich um eine Konserve. Keine und niemand denkt darüber nach, was um 23.00 Uhr geschieht, wenn die Konservensendung beendet ist. Das Sendeloch beginnt um 23.02 Uhr. Niko Martin hört gegen Ende der Vorstandssitzung, daß der Sender wieder einmal Stille verbreitet und sorgt dafür, daß das Sendeloch diesmal nur fünf Minuten andauert.

Amtsgerichtsgebäude Julius-Reiber-Straße 15Donnerstag, 15. Februar 2007
Dienstaufsichtsbeschwerde


Den Vorstandsmitgliedern Benjamin Gürkan, Markus Lang, Stefan Egerlandt und Susanne Schuckmann geht die Arbeit des Rechtspflegers am Registergericht Darmstadt nicht schnell genug voran. Vor allem Susanne Schuckmann, die nach eigenen Angaben immer wieder beim zuständigen Rechtspfleger vorstellig wird, damit dieser in ihrem Sinne gegen das Vorstandsmitglied Walter Kuhl entscheidet, mokiert sich. Am 27. Februar wird der Präsident des Amtsgerichts diese Beschwerde ablehnend bescheiden. Vielleicht liegt die Langsamkeit des Verfahrens auch darin begründet, daß die Mehrheit des Vorstands von RadaR e.V. zu dumm ist, eine ordnungsgemäße Anmeldung beim Registergericht einzureichen.

Samstag, 17. Februar 2007
Erklärung


Walter Kuhl gibt – wie auf der Programmratssitzung am Montag abgesprochen – eine Erklärung über den internen Verteiler ab:
Hallo miteinander,

hier ist sie nun – die Erklärung, die ich in meiner Sendung am 26.02. zu geben gedenke. Ich bitte also – wie im Programmrat vereinbart – um eure Entscheidung über die Aufhebung des Sendeverbots bis zum Samstag, 24.02.2007.

Danke und Gruß
Walter

In meiner Weihnachtssendung vom 25. Dezember 2006 "Weihnachten zwischen Besinnung und Besinnungslosigkeit" gab es einige Äußerungen, die zu Irritationen im Sender geführt haben. Hierzu gebe ich folgende Erklärung ab:
1. Soweit in der Sendung von einer etwas ausschweifenden Partykultur die Rede war, waren weder bestimmte Sendende noch bestimmte Redaktionen bei Radio Darmstadt gemeint. Sollten sich dennoch einzelne Sendende oder gar Redaktionen angesprochen gefühlt haben, bedaure ich dies, denn dies lag nicht in meiner Absicht.

[Dies – und das werde ich dann nicht sagen, weil es nur neue Irritationen hervorrufen könnte – gilt insbesondere für Torsten Aschenbrenner[2], an den ich nicht einmal im entferntesten gedacht habe, als ich das Manuskript zu dieser Sendung schrieb.]

2. Zu sagen, eine "völlig entfremdete Partykultur" habe die nichtkommerziellen Lokalradios übernommen, war eine polemische Überspitzung, allerdings cum grano salis.

3. Radio Darmstadt ist von seiner medienpolitischen Definition her ein Einschaltradio. Wenn in meiner Sendung davon die Rede ist, daß man und frau ein solches Radio nicht nur einschalten, sondern auch ausschalten kann, dann liegt hierin eine Aufforderung zum bewußten Hören. Eine Aufforderung, bestimmte Sendungen auszuschalten, war damit nicht gemeint. Die Hörerinnen und Hörer von Radio Darmstadt sind intelligent genug, selbst zu entscheiden, wann und was sie hören möchten.

[Die nachfolgende Passage sollte ja wohl besser nicht verlesen werden:]
Ich betrachte die vom Programmrat am 11.09.2006 beschlossenen Sendekriterien als eine mögliche Zielvorgabe für eine qualitativ verbesserte Sendekultur. Soweit sie der Sendelizenz und dem Presserecht entsprechen, werde ich mich daran halten, bis die LPR Hessen hierzu eine Entscheidung getroffen hat.

Sonntag, 18. Februar 2007
Digitale Sendewiederholung


Die Technikcrew des Senders informiert über die Einführung der digitalen Sendewiederholung per Computer. Hier scheint es erstmals Probleme zu geben, weshalb Vorstandsmitglied Niko Martin am Folgetag die Sendenden anweist, wie gewohnt die Wiederholung per DAT (auch digital) zu starten. Das System wurde offensichtlich nicht ausreichend getestet. Bald darauf gibt es einen zweiten Versuch, der am 26. Februar prompt für den ersten Hänger des Sendecomputers sorgt, ein Phänomen, das uns noch monatelang beschäftigen wird. Deshalb läuft die Wiederholung am 27. Februar noch einmal vom Wiederholungsband.

Montag, 19. Februar 2007
The Sound of Silence


Obwohl der stellvertretende Sprecher der Auslandsredaktion Elik P. am 8. Februar alle Wiederholungsbänder an ihrem Ende mit Musik bespielt haben will, um aufgezeichnete Deutschlandfunk-Nachrichten zu löschen oder die aufgezeichnete Stille zu beenden, ist am Morgen um 07.13 Uhr und am Mittag um 13.18 Uhr elf Minuten absolut nichts auf dem Sender zu hören.

Mittwoch, 21. Februar 2007
Der Anwalt mahnt


Zwei Monate nach seiner Kostenrechnung für seinen heroischen Einsatz im Arbeitsgerichtsverfahren gegen Katharina Mann, das dieser als Abgeltung eintausend Euro "Schmerzensgeld" eingebracht hatte, muß der Rechtsvertreter des Vereins die Begleichung der ausstehenden Kosten anmahnen. Es handelt sich immerhin um eine höhere dreistellige Summe. Auch Rechtsanwälte wollen schließlich leben.

PC Automation auf dem BildschirmMittwoch, 21. Februar 2007
Wie kann das sein?

Moderator Thilo M. findet vor Beginn seines morgendlichen Radioweckers ein Sendeloch vor. Bevor er die Ursachen untersucht und richtig analysiert hat, verfaßt er ein Schreiben, das er öffentlich auslegt:
Also, ich weiß ja nicht wer gestern Abend die Spätschicht gemacht hat, aber es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum manche geschätzten Kollegen es nicht kapieren, dass wenn die PC Aufnahme nicht funktioniert, man auf das DAT Backup ausweichen soll. Als ich heute früh zum Radiowecker kam, lag kein DAT Band im DAT Recorder im Studio 1 und da auch keine PC Aufzeichung lief heißt das, dass wir ein 7 Stunden Sendeloch hatten.
Nicht auszudenken, ich hätte solch ein Schriftstück verfaßt! Der halbe Programmrat, allen voran Markus Lang, wäre über mich hergefallen [beispiel]. Dabei ist die Auflösung ganz einfach: Unser geschätzter Kollege Thilo M. ist zwar seit zwei Monaten aktiv am Senden, ist aber offensichtlich mit den Feinheiten des Senders noch nicht so recht vertraut. Deswegen beschuldigt er im Brustton des radioerfahrenen Hasen erst einmal das GospelRock-Team, das jedoch (fast) alles richtig gemacht hat. Hätte unser neuer Star am morgendlichen Radioweckerhimmel erst einmal die Audiodokumentation abgehört, dann hätte er bermerkt, daß das Sendeloch erst um 5.09 Uhr eingetreten ist. Wenn wir berechtigt davon ausgehen können, daß die Wiederholung nach dem Ende der Deutschlandfunk-Nachrichten um 23.09 Uhr gestartet wurde, dann bedeutet dies, daß nach exakt sechs Stunden die Einspielen per PC gestoppt wurde. Einzig plausibler Schluß: das Technik-Kompetenzteam hat die Wiederholung nur einmalig einprogrammiert und nicht als Schleife, und das wäre Schlamperei.

Bleibt nur noch, eine Frage an Thilo M. zu stellen: Weshalb beginnst du deine Sendung exakt um sechs Uhr und läßt in der Zeit zwischen deiner Ankunft im Sendehaus und dem Beginn des Radioweckers das Sendeloch bestehen?
Donnerstag, 22. Februar 2007
Geldprobleme


Einer der Minijob-Beschäftigten des Vereins beklagt sich beim Vorstand, daß er schon seit drei Wochen auf seinen Lohn warte. Daraufhin mailt ihm Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan tags darauf zurück:
Hallo,
ja du wirst bestimmt auch noch Geld für diesen Monat erhalten?!
Ist irrelevant wie lange es her ist als du die Liste abgegeben hast, ist relevant wann's jemand überweist … jetzt ist der 23. …
Ohne Grußfloskel. Daraufhin der Beschäftigte:
??? und was wilst Du letztlich sagen damit !?
Dass sich drei Wochen lang niemand darumgekümmert hat ?
Und wieder das Vorstandsmitglied, das sich der Verbesserung der Kommunikation im Sender verschrieben hat:
naja is ja logisch das sich drei wochen niemand darum gekümmert hat, sonst hättest du wohl deine kohle, oder?
Der Beschäftigte hat eigentlich keinen Grund, sich zu beklagen. Auch er hatte sich gewünscht, daß der Kaufmännische Angestellte des Vereins ohne Grund rausgeschmissen wurde. Jetzt erntet er die Früchte der daraus resultierenden Desorganisation, weil das Sekretariat des Radiosenders im Februar die meiste Zeit geschlossen ist. Das zuständige Vorstandsmitglied für Finanzen heißt Markus Lang. Schon im Dezember und Januar wurden aufgrund dessen Untätigkeit offene Rechnungen nicht beglichen und ausstehende Löhne und Honorare nicht überwiesen.

Freitag, 23. Februar 2007
Kostenträchtige Erledigung


Nach der Rücknahme des Vereinsausschlusses von Katharina Mann muß das anhängige Verfahren noch abgewickelt werden. Daher fragt das Amtsgericht den Verein an, ob der Rechsstreit als erledigt angesehen wird. Die Kosten des Verfahrens trägt der Verein.

Montag, 26. Februar 2007
Der erste Hänger des Sendecomputers


Von 12.25 bis 14.44 Uhr gibt Radio Darmstadt einen Vorgeschmack auf ein Programmhighlight, das den Sender in den folgenden Monaten immer wieder heimsuchen wird. Möglicherweise durch eine schlampige Programmierung des Sendecomputers hängt sich dieser mit unschöner Regelmäßigkeit nach 12 Stunden und 25 Minuten gespielten Wiederholungsprogramms auf [mp3]. Obwohl die Technikcrew des Senders bald die Soundkarte als Übeltäter ausgemacht hat und diese eigentlich nur auszutauschen wäre, ist das Phänomen des Hängers bis Mitte September mindestens weitere vierzig Mal zu hören [dokumentation].

An dieser Stelle zeigt sich exemplarisch die Verantwortungslosigkeit des Vorstands um Benjamin Gürkan, Susanne Schuckmann, Stefan Egerlandt und Markus Lang sehr deutlich. Es war Benjamin Gürkan, der den ersten Hänger durch einen Neustart der Wiederholung beendet hat. Die Lösung, so heißt es unter den drei Technikvorständen, sei einfach zu bewerkstelligen. Dennoch wird den Hörerinnen und Hörern des Senders im Verlauf der folgenden Monate mindestens dreiunddreißig Stunden lang zugemutet, sich das technoartige Stottern [3] des Sendecomputers anzuhören. Gerade Markus Lang als Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit wäre hier gefragt gewesen, den nötigen Druck zu entwickeln, damit das Problem schnell behoben wird. Auch der Programmrat, zu dessen Aufgaben die Programmqualität gehört, hätte hier intervenieren müssen. Doch es fühlt sich keine und niemand mehr für einen Sender zuständig, der seine besten Kräfte ausschließt oder mit einem Sendeverbot belegt. Nebenbei: Von April 2002 bis April 2004 war Walter Kuhl Vorstand für Studio und Technik. In seiner Zeit waren derartige Peinlichkeiten undenkbar und sind daher auch nicht aufgetreten. Der derzeitige Technikvorstand Benjamin Gürkan führt gerne gegen Walter Kuhl dessen Innovationsfeindlichkeit an. Wenn ein Brummen auf dem Sender und ein anhaltender Hänger des Sendecomputers eine wünschenswerte Innovation darstellen sollen, dann bin ich lieber innovationsfeindlich. Das ist doch eine Zumutung!

Eher ungeschickt ist es, wenn die Äktschn!-Crew vor Beginn ihrer Sendung um 18.00 Uhr einige Jingles ausprobiert und diese eigentlich nur vorzuhörenden Jingles in das laufende Liveprogramm einblendet.

Montag, 26. Februar 2007
Norbert Büchner schreibt dem Vorstand


Da der vom erneuten Vereinsausschluß bedrohte Norbert Büchner an der Vorstandssitzung am 28. Februar nicht teilnehmen kann, erwidert er die Vorwürfe des Vereins schriftlich. In diesem Schreiben stellt er die zum Teil diffusen, zum Teil wahrheitswidrigen Behauptungen richtig und erinnert den Vorstand daran, daß das Fünf-Punkte-Programm auch für diesen gelte.

Montag, 26. Februar 2007
Voting


Programmratssprecher Christian K. teilt das Ergebnis der Abstimmung, pardon neudeutsch: des Votens, über die am 18. Februar abgegebene Erklärung von Walter Kuhl mit:
an alle,
einige habe ich schon telefonisch darüber informiert, wie der voting-Stand bzgl. Walters Erklärung ist, hier nochmal bis zum Eingang 24.2. (bis heute mittag 12.00 ist nichts dazugekommen):
6 Redaktionen haben mit nein gestimmt
3 Redaktionen haben mit ja gestimmt
1 Redaktion hat Enthaltung erklärt
Da wir im Programmrat eine qualifizierte Mehrheit für die Aufhebung gefordert hatten, was mind. 8 ja-Stimmen bedeutet hätte, heißt dies jetzt, daß Walter heute nicht senden muß.
Eine Zusammenstellung der inhaltlichen Äußerungen werde ich morgen oder heute abend senden.
Gruß
Christian
Programmratssprecher 1. Quartal 2007
Büroöffnungszeitan für März 2007Montag, 26. Februar 2007
Manchmal offen


Im Februar 2007 war der Sender fast durchgängig überhaupt nicht erreichbar. Aus den eingegangenen Bewerbungen für die Nachfolge des geschaßten Kaufmännischen Angestellten wurden nach einer von Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan entworfenen Stellenmatrix fünf Frauen in die engere Wahl einbezogen, von denen zuletzt eine übrig blieb. Sie wurde eingestellt, mußte jedoch kurz darauf aus gesundheitlichen Gründen wieder aufhören. Somit arbeitete im März allein die aus dem Vorjahr übernommene Bürohilfskraft wenige Stunden pro Woche weiter. Der Ende Februar an der Bürotür vorzufindende Aushang war demnach rein fiktiv. Wir ersehen hieraus folgende Öffnungszeiten:
Montag und Dienstag von 15.00 bis 19.00 Uhr
Mittwoch und Donnerstag von 11.00 bis 16.00 Uhr
Freitag von 15.00 bis 19.00 Uhr
Samstag von 15.00 bis 17.00 Uhr
Dies wären 24 Stunden gewesen, wenn denn das Sekretariat des Senders tatsächlich auch zu diesen Zeiten geöffnet gewesen wäre. Die zwei Stunden am Samstag (nach Vereinbarung) waren ohnehin Fiktion.

Dienstag, 27. Februar 2007
Scheitern


Nachdem verschiedene Redaktionen die Erklärung von Walter Kuhl abgelehnt haben, meist ohne jede Begründung, sieht sich der von einem Sendeverbot betroffene Redakteur veranlaßt, der LPR Hessen den Stand der Dinge mitzuteilen. Fazit: der Versuch der radiointernen Vermittlung muß als gescheitert angesehen werden. [dokument]

Die Klausur fand im Sekretariat statt.Mittwoch, 28. Februar 2007
Abgekartete Sache


Auf der heutigen Vorstandssitzung wird der Vereinsgründer Norbert Büchner zum zweiten Mal aus dem Verein ausgeschlossen. Vorangegangen waren diesmal eine schriftliche Einladung zur Vorstandssitzung und eine schriftliche Erklärung von Norbert Büchner zu den zum Teil nicht näher substantiierten Vorwürfen. Auch auf der Vorstandssitzung wurde mit allgemein gehaltenen Phrasen wie vereinsschädliches Verhalten operiert, ohne die Schädigung des Vereins auch nur in einem einzigen konkreten Fall benennen oder gar belegen zu können. Hilfsweise versuchte sich Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan als Interpret der Vereinssatzung und wollte Norbert Büchner wegen eines Vergehens ausgeschlossen wissen, das auf diesen gar nicht anwendbar ist. Als dann auch noch das Vorstandsmitglied Matthias Krumrein einen deeskalierenden Vorschlag von Walter Kuhl aufgriff und damit die Ausschlußmehrheit gefährdete, pfiff Benjamin Gürkan zur Fraktionssitzung. Dem Vorstandsmitglied Niko Martin wurde ziemlich rabiat die Tür zum Klausurraum vor der Nase zugeschlagen. Stefan Egerlandt, Markus Lang und Benjamin Gürkan bearbeiteten im stillen Kämmerlein den abtrünnigen Matthias Krumrein, der anschließend geläutert wieder auf der Vorstandssitzung erschien und die durch nichts begründete Ausschlußfarce mittrug. Das Protokoll dieser Vorstandssitzung lag Anfang September 2007 noch immer nicht vor. Deshalb gibt es eine Darstellung anhand meiner eigenen Notizen.

Einspeisung per SatellitMittwoch, 28. Februar 2007
Abschluß eines Pannenmonats


Auch am letzten Tag des Monats bleibt Radio Darmstadt von Pannen nicht verschont. Zunächst wird um Mitternacht das Montagsband anstelle des Dienstagsbandes eingelegt, so daß wir noch einmal das Abendprogramm von Montag hören können. Dann ist der Receiver ausgeschaltet, der das Sendesignal des Deutschlandfunks einspeist, so daß im Radiowecker keine Weltnachrichten eingespielt werden können. Mit dreizehn Minuten Verspätung wird um 17.13 Uhr eine Person ans Mischpult gelassen, der keine Ahnung von gar nichts hat und auch nicht technisch unterstützt wird. Insbesondere die Anbahnung von Telefoninterviews scheint nicht zu funktionieren. Manche Redaktionen sind der Meinung, es reiche aus, jemandem die Grundbegriffe des Regler Rauf– und Runterschiebens beizubringen, und dann geht's los. Die Folge: in der spanischen Sendung hören wir während laufender Musik Stimmen aus dem Off, weil der Mikrofonregler nicht heruntergezogen wurde. Verantwortlich ist hier die Auslandsredaktion.

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Außer dem Technikvorstand Benjamin Gürkan scheint keine und niemand aus dem Kreis derer, die seit Herbst 2006 die Sendetechnik betreuen, wirklich Ahnung von der Materie zu haben, und auch bei ihm habe ich manche Zweifel. Anders ist es nicht zu erklären, daß seit Anfang des Jahres der Sender aufgrund einer eigenes eingebauten Brummschleife vor sich hin brummt und seit dem 26. Februar 2007 der Sendecomputer sich über 40 Mal aufgehangen und mitunter bis zu dreieinhalb Stunden lang unbeachtet einen stakkatoartigen Technosound abgespielt hat [mehr]. Von den teilweise katastrophalen technischen Zuständen in den Sendestudios zeugen die diversen Einträge unserer Sendenden im Technikbuch, aber auch die diversen Sendelöcher. Im März 2007 wird es dieser Basteleinheit gelingen, tagsüber statt des eigenen Programms das des Deutschlandfunks zu wiederholen. Norbert Büchner und Katharina Mann, die jahrelang kompetent die Sendetechnik aufgebaut und gewartet hatten, wurden am 13. September 2006 in einem Schauprozeß [protokoll] aus dem Verein ausgeschlossen.

[2]   Name geändert.

[3]   Um möglichen Mißverständnissen vorzubeugen: der Begriff des Stotterns ist nicht diskriminierend gemeint. Er beschreibt jedoch exakt das Hörerlebnis, wenn sich der Sendecomputer aufhängt. Es wäre hingegen nichts dagegen einzuwenden, wenn Menschen mit Sprachschwierigkeiten ein nichtkommerzielles Lokalradio dazu nutzen, sich zu artikulieren.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 26. März 2008 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2007, 2008. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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