Titelfoto August 2007
Programmflyer für August

Radio Darmstadt

Das sportive Saufen findet nicht statt

August 2007
Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats August 2007 dokumentiert.

Im August sind nicht nur viele Sendende im Urlaub, es fällt offensichtlich auch schwerer, eigene Inhalte zu recherchieren. Insbesondere die Radiowecker am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zeichnen sich durch das ungehemmte Ablesen von Inhalten aus dem Internet ab. Hier rächt es sich, daß beide Sendestudios seit einem Jahr eine direkte Internetanbindung haben. Wenn mir nichts mehr einfällt, klicke ich einfach ein bißchen herum und erzähle über Dinge, die die Welt nicht braucht. Im Grunde genommen könnten wir den Sender dann auch schließen und eine automatische Sprachsoftware aus der Wikipedia vorlesen lassen. Dieses Verhaltensmuster ist jedoch nicht auf die drei Radiowecker beschränkt. Hinzu kommt, daß der frisch "recherchierte" Text nicht verstanden wurde und deshalb mit mancherlei fehlerhaften Angaben zum Besten gegeben wird. Schlimm ist es, wenn auch noch zwei Vorstandsmitglieder involviert sind, die zudem vorrangig die interne Aus– und Weiterbildung durchführen.

 


 

Screenshot von der Webseite der KinderredaktionMittwoch, 1. August 2007
Acht Kinder suchen schöne Eimer


Das Editorial des diesmal zumindest im Sendehaus pünktlich vorliegenden Programmflyers für August führt uns die Vorzüge einer eigenen Kinderredaktion vor Augen. Autor Rüdiger G. ruft potentielle Betreuerinnen und Betreuer der RadaRkids dazu auf, sich im Sender zu melden. Denn:
Zum Glück ist unser Problem ein anderes, die Kinder von der Kinderredaktion wollen wieder kommen und ihre Sendung am Donnerstag vorbereiten und ausstrahlen, aber uns fehlen für sie, nicht eine [sic!], sondern mehrere Teamer: Junge Frauen und Männer, Betreuerinnen und Betreuer. Diejenigen, die die Leistung bisher erbracht haben, können dies nicht mehr fortsetzen, wegen dem Ende [1] Ihrer [sic!] Ausbildung. Ihnen möchten wir für ihre geduldige und produktive Arbeit danken!
Das ist nur die halbe Wahrheit. Unter den Betreuern gab es nämlich einen, der sehr wohl bleiben wollte, aber gegen den Willen der Kinder und des Programmrats vom Vorstand ein Hausverbot erhielt. Der Grund: er weigerte sich, Mitglied des Trägervereins von Radio Darmstadt zu werden. Genauer gesagt: er brachte freiwillig seine Arbeitskraft für die Projektbetreuung ein und sollte hierfür auch noch einen Zwangsbeitrag leisten, obwohl er selbst nicht einmal senden wollte. Aber der Vorstand scheint es darauf anzulegen, das von Simon Hülsbömer drei Jahre zuvor ins Leben gerufene Projekt einer Kinderredaktion zu sabotieren. Ehrlicher wäre es gewesen, im Editorial zu sagen: Hey, kommt zu uns, betreut unsere Kinder, weil wir das nicht gebacken kriegen, und zahlt gefälligst auch noch dafür! – So kann man und frau ein Projekt auch zu Grabe tragen, das Einzelnen im Vorstand nicht schmeckt. Ärgerlich ist, daß Rüdiger G. diesen Kurs auch noch mit feinen Worten deckt.
Screenshot der Webseite der UnterhaltungsredaktionMittwoch, 1. August 2007
Das neue Radiowecker-Team führt sich ein


Das neue Dream Team des Radioweckers heißt Susanne Schuckmann, Peter Fritscher und Silke W. Letztere ist die neue Minijob-Bürokraft des Trägervereins und sie darf gleich zeigen, welche Radioerfahrung sie mitbringt. Schuckmann und Fritscher sind im Vorstand und zudem noch in der sendereigenen Ausbildung tätig. So dürfen wir an diesen Radiowecker ruhig einige Erwartungen hegen, doch wir werden bitter enttäuscht. Silke W. beispielsweise erzählt uns freizügig von ihrem abendlichen Alkoholkonsum, als gelte die Studioordnung nicht mehr, die auch Restalkohol auf den Index setzt. Erst sind wir verwundert, wenn sie loströtet:
Hallo, guten Morgen in Darmstadt. Ich freue mich, daß ihr alle wach seid, und hoffe, daß ihr auch jetzt schon alle mal fertig seid, denn jetzt geht's gleich los mit Smiley Faces von Gnarls Barclay und mal so richtig schöne Stimmung machen!
Irgendwie verwechselt Silke W. Radio Darmstadt mit einem x–beliebigen kommerziellen Dudelsender. Mag ja sein, daß es zum Lifestyle ihrer Community gehört, sich morgens aus den Federn reißen zu lassen, nur um einen noch beliebigeren Popsong zu hören. Aber worin, bitte sehr, besteht der Informationswert für die noch nicht ganz so ausgeschlafenenen Darmstädterinnen und Darmstädter? Das ist doch, insbesondere mit dem kieksenden Tonfall, nur dummes Geplauder. Naja, bei diesem Song geht bei ihr die Sonne auf, sagt sie. Und spielt noch einen Song.
Peter Fritscher: Und jetzt?
Susanne Schuckmann: Jetzt haben wir sechzehn Uhr siebzehn.
Peter Fritscher: Am 1. August 2007, übrigens.
Susanne Schuckmann: Mittwochs. Und wir stehen hier zu dritt. Und das ist hier der Aufweckservice von Radio Darmstadt.
Sie bemerken die Zeitverschiebung nicht einmal. Scheint ohnehin egal zu sein, was dahergeplappert wird. Um nach der nächsten Musik für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, zu sagen:
Susanne Schuckmann: Ja, guten Morgen, jetzt haben wir sechs Uhr zweiundzwanzig.
Den weiteren Verlauf des Geschwätzes erspare ich uns, weil es sich um Frau Schuckmann und ihren Peter zuhause dreht. Dann informieren Informierte Informierte über die Flunkyball-Weltmeisterschaft, ein als Freizeitsport getarntes Saufevent. Diese Weltmeisterschaft wurde vom Ordnungsamt der Stadt Darmstadt untersagt. Ein ausführliches, weil informatives Transkript des nun folgenden Talks findet sich hier.

Dieser Radiowecker wäre wahrlich einen eigenen Air Check wert. Es ließe sich hieran zeigen, wie wenig die Drei ihr eigenes Radioformat gefunden haben und wie sehr sie sich an ihrer eigenen Beliebigkeit abarbeiten. Bezeichnend für diesen neuen Radiostil ist, daß die Vorstandsmitglieder Fritscher oder Schuckmann dann noch den beliebten Trailer [mp3] mit der längst nicht mehr geltenden Kabelfrequenz für Groß-Gerau und Weiterstadt spielen und hiermit beweisen, daß nicht einmal im Vorstand genügend an Sachkompetenz vorhanden ist, um die sendereigenen Frequenzen zu kennen. Als besonderer Gag ertönt im Hintergrund zusätzlich die Vorhöre von Let It Be von den Beatles.

Da fällt es schon gar nicht mehr auf, wenn der telefonisch zugeschaltete Christian K. ein Kalenderblatt beisteuert, das er ausnahmsweise nicht dem Internet entnommen hat, was sich als fatal herausstellt. Bei seiner Würdigung der früheren Darmstädter Frauenbeauftragten Edeltraud Baur unterläuft ihm ein Fehler bei der Berechnung ihres (virtuellen) Alters. Sie wäre heute zwei Jahre älter geworden, als K. es verkündet.

Das Objekt Steubenplatz 12 in DarmstadtMittwoch, 1. August 2007
Hausbesitzer droht mit Kündigung


Eine erneute Beschwerde eines Mieters im Gebäude, in dem Radio Darmstadt im Erdgeschoß residiert, führt zu einem blauen Brief des zurecht erzürnten Hausbesitzers. Am vergangenen Freitag befand ein im Haus ansässiger Steuerberater, daß ihn der Lärm aus dem Sendestudio in der Konzentration in Hinsicht auf seine berufliche Tätigkeit störe. Bei offenem Fenster wurde furchtbar laut (Eigenwerbung des Senders [mp3]) die morgendliche Musikberieselung namens Radiowecker gespielt (oder wohl eher: gedröhnt). Darauf angesprochen, soll der Unterhaltungsredakteur gesagt haben, der Steuerberater ginge ihm auf den Sack. Das ist ganz offensichtlich der neue imagefördernde Umgangsstil des Senders.

Telefon in Studio 2, gut verpacktDonnerstag, 2. August 2007
Kein Anschluß unter dieser Nummer


Eintrag von Christian K. ins Technik-Logbuch zu den Zuständen im zweiten Sendestudio:
In Studio 2 sind nicht nur seit 2–3 Wo[chen] die Telefonhybride außer Betrieb, jetzt kommt hinzu, daß dort überhaupt nicht mehr telefoniert werden kann. Anruf auf [interne Telefonnummer] gehen auf CvD–Telefon. Aus– und eingehende Anrufe unmöglich!
Ich frage lieber nicht danach, wie unsere Technikbasteleinheit das zustande gebracht hat.
Screenshot der Webseite von C-RadaRNacht Donnerstag auf Freitag, 2./3. August 2007
Bier! Bier! Bier!


Allmonatlich informieren die Computer-Chaoten von C–RadaR über die neuen Trends des Überwachungsstaates und über einfache Hilfsmittel, den eigenen Computer besser abzusichern. Eine wichtige Sendung also. Diese Nacht wird für das Chaos Communication Camp 2007 geworben, das in der kommenden Woche in der Nähe von Berlin stattfinden wird. Ein besonderes Augenmerk gilt den diversen Bierfässern, die auf das Camp gerollt werden und deren Inhalt heruntergeschluckt werden soll.
Die derzeitige Planung läuft auf acht bis zehn Fässer. Ich glaube, sieben haben wir fest, eins bringen noch [Namen] mit, ein Faß Flensburger. Die meisten Fässer werden Einbecker Brauherrn sein, das ist ein sehr gutes norddeutsches Pils, nicht ganz so herb wie Jever oder so, aber tendenziell doch eher ein herbes Bier und nicht so'n Warsteiner Braunbier. – Ja, da hört man schon den Feinschmecker raus. Schade, schade, ich wär' eigentlich für ein Warsteiner gewesen. – Aber wir werden, glaube ich, auch zwei Faß Köpi haben und ein Faß Warsteiner. – Ja, [Name], ist dein Tag noch mal gerettet. – Jeeiiihhh, super! – Willst du ein Faß kaufen? Kost' 110 Euro. Wer sich bei mir in den nächsten zwei Tagen meldet, für den bring' ich eins mit. – Wenn das mal kein Schnäppchen ist. – Ja, ne? Gibt's ein ganzes 50–Liter–Faß für, was irgendwann getrunken wird. Und du bist auf jeden Fall dabei, wenn es angestochen wird. Du kriegst auch auf jeden Fall das erste Bier aus dem Faß und du qualifizierst dich dann dadurch natürlich auch für Freisaufen im Milliways über das gesamte Camp, wenn du ein Faß spendest. Und die Ehre, die gibt's noch gratis dazu. – Das heißt, du darfst nicht nur ein Faß bezahlen, sondern darfst dann noch vorkosten, ob's nicht schlecht geworden ist beim Transport? – Genau!

Ich hab' gehört, da kann man auch ein Bier zischen beim Aufwärmen? – Genau. Ich empfehle allen Teams, ein Faß zu kaufen, und das wäre zum Aufbereiten der CTF zu trinken. Das steigert den Spaß für das Team und die Zuschauer bestimmt. […] Also, kommt alle zum Milliways und betrinkt euch hemmungslos. [2]

Screenshot von der MissionswebseiteFreitag, 3. August 2007
Seelen fischen in Rüsselsheim


Evangelikale Mission betreibt José Montas seit heute auch auf der Frequenz von Radio Rüsselsheim. Dort scheint man und frau ähnlich unkritisch gegenüber dieser im allgemeinen spanischsprachigen Sendung zu sein.

Poker Stars auf dem RedaktionsrechnerNacht Freitag auf Samstag, 3./4. August 2007
Nächtliches Zocken


Während auf dem Sender die Friday Night Radio Party bis um 3.00 Uhr nachts mit viel Musik läuft, scheint es zumindest einer anwesenden Person sehr langweilig geworden zu sein. Sie ruft nach dem Download das Installationsprogramm für das Programm Poker Stars auf, um sich ein bißchen die Zeit zu vertreiben.

Stilleben in Studio 1Anfang August 2007
Von Fischen und Kabeln


Das Interessante an neben stehendem Bild sind nicht die Fische auf dem Desktop des Monitors im Sendestudio 1, sondern das schwarze Kabel, das links oben befestigt ist. Offensichtlich reicht unseren DJs die Verkabelung des Studios für ihre anspruchsvollen Zwecke nicht aus. Sie legen also ein eigenes Kabel vom DJ–Submixer zwischen den beiden Plattenspielern über den Boden, befestigen es provisorisch am Monitor, bevor es über den Boden weitergeführt wird. Da die Installateure dieses Kabels keine Ahnung von der regulären Verkabelung zwischen Studio und Außenwelt haben, ziehen sie ihr Kabel nicht durch einen der Kabelkanäle, sondern quetschen es unter der Studiotüre zu dem auf dem Flur stehenden Studiorechner. Irgendwoher müssen ja die Beats herkommen, die auf dem Submixer zusammengemischt werden. Kein Wunder, daß bei einer derart professionellen Verkabelung der Sender brummt.

Foto von der ehemaligen Flunkyball-WebseiteSamstag, 4. August 2007
Kein Flunkyball


Die im Programmflyer groß angekündigte Liveübertragung von der 3. Flunkyball-Weltmeisterschaft findet nicht statt. Der Grund: das Ordnungsamt der Stadt Darmstadt hat das alkoholfreudige Treiben untersagt. Auf dieses Verbot mußte der Verfasser dieser Dokumentation den Trägerverein und dessen Lokalradio hinweisen. Jugenddezernent Jochen Partsch [3] hatte sehr richtig erkannt, daß hier Jugendliche zum exzessiven Alkoholkonsum animiert werden. Sponsoren dieser Veranstaltung waren laut inzwischen abgeschalteter Webseite www.flunkyball.de unter anderem eine Pfungstädter Brauerei und – Radio Darmstadt.

Bei Flunkyball geht es, vereinfacht gesagt darum, mit einem Stock Bierdosen umzuwerfen. Während das gegnerische Team die Bierdosen wieder aufstellt, muß der Inhalt einer Flasche Bier schnellstmöglich heruntergekippt werden. Das Team, das seine Flaschen zuerst geleert hat, hat gewonnen. Und so geht das Runde um Runde bis ins Finale.

Bemerkenswert sind die Reaktionen aus dem Sendehaus zu diesem Verbot. Christian K. berichtet am Dienstagmorgen vor dem für heute angesetzten Event in seinem Radiowecker vom Verbot, ohne dessen Gründe zu kennen und zu benennen. Meinem Anrufbeantworter teilt er mit, es gehe doch nur um eine Halbliterflasche Bier pro Spiel, und das sei doch nicht so schlimm. Er vergaß dabei, daß es nicht bei einem Spiel bleibt. Am Morgen darauf wissen Susanne Schuckmann, Peter Fritscher und Silke W. im Radiowecker schon etwas mehr – und sie sind sich in der Bewertung nicht einig. Eigentlich nur noch komisch ist das Statement von Michael S. im freitäglichen KultTourKalender zu nennen [mehr]. Unter der Rubrik Tips zum Wochenende bezieht er sich auf Partschs Pressemitteilung, die er sehr eigenwillig vorträgt. Zudem behauptet er – hat er etwa Fritschers Sprachbaustein vom Mittwoch übernommen? – der Sender habe kritisch sechs Stunden lang in der Liveübertragung über das Saufen berichten wollen. Wer's glaubt …

Screenshot von der Webseite zu Radio DarmstadtSonntag, 5. August 2007
Predigen, bellen, hitparadieren


Das heutige Programm ist von einer erlesenen Eintönigkeit. Von Mitternacht bis um 9.00 Uhr hören wir die (fast) immergleichen elektronischen Beats, danach zwei Stunden türkische Musik, drei Stunden italienisches Magazin, sowie eine Hundesendung. Ab 15.00 Uhr darf José Montas auf Spanisch nach unseren Seelen fischen, ehe anstelle des Sportplatzes die Wiederholung eines weiteren Hundemagazins zu hören ist. Dann kommen zwei Stunden lokale Hitparade, gefolgt von gefilterter Kopfhörermusik.

Aktuell ist und bleibt wie immer die sendereigene Webseite. Nicht nur, daß als aktuelles Programm noch immer das vom Juli angezeigt wird, nein, die Seite zur Darmstadt Hitparade zeigt uns sogar noch die gewiß aktuellen Notierungen der Juniausgabe. Offensichtlich mag keine und niemand diese peinlich langweilige und unaktuelle Seite einmal aufpolieren.

Faxablage in der VorhalleMontag, 6. August 2007
Gut abgelagert


Da seit der Abschaffung der Chefinnen und Chefs vom Dienst Ende Februar 2007 sich keine und niemand mehr für die eingehenden Pressefaxe zuständig fühlt, werden die redaktionell nicht bearbeiteten Informationen fein säuberlich auf einem großen Papierstapel aufgeschichtet. Neben stehendes Foto zeigt den Zustand dieses Papierberges am heutigen Vormittag. Man oder frau könnte das Faxgerät auch abschalten; den Unterschied würde keine und niemand im Sendehaus bemerken. Markus Lang als Chefökologe des Vereins sollte hier vielleicht einfach einmal den Stecker ziehen.

Fehlermeldung beim Hochfahren des RedaktionsrechnersMontag, 6. August 2007
Übertaktet


Manchen geht die redaktionelle Arbeit nicht schnell genug. Sie übertakten das Computersystem, um schneller an ihre geliebten Musikdateien zu gelangen. Ganz sicher steht hier nicht die Aufarbeitung eingehender redaktioneller E–Mails im Vordergrund, wie ein Aufruf des Mail Clients immer wieder eindrucksvoll demonstriert. Das übertaktete System generiert jedoch eine Fehlermeldung, gefolgt von der Anweisung, entweder die Taste F1 oder F2 zu betätigen. Beides erfordert die Kenntnis des Bootpassworts. Also liegt der Rechner lahm. Wir können also festhalten: weder Pressefaxe noch Redaktions-Emails finden Beachtung. Kein Wunder, daß der Sender seine Informationen aus dem Internet vorlesen muß.

Screenshot von der Webseite zu "Impuls für X"Montag, 6. August 2007
Mono–Loge


Im aktuellen Programmflyer, der nach dem Credo des Kulturredakteurs Gerhard Schönberger immer stimmt, wird für 18.00 Uhr für den ersten Teil eines zweiteiligen Gesprächs mit Reinhold Messner geworben. Diese ausgewählte Sendung findet jedoch nicht auf diese Weise statt. Zwar kommt Messner kurz in einer Vorstellung eines Hörbuchs zu Wort, doch der überwiegenden Teil der Sendung besteht aus einem Reisebericht eines Darmstädters über Taiwan, eine Konserve aus dem Juli 2000.

Die folgenden beiden Stunden zeugen von der Peinlichkeit eines Senders, der nicht weiß, was er tut. Es handelt sich um zwei Aufzeichungen vom 23. April 2007. Beide Aufzeichungen wurden unserer auf PC abgespeicherten Sendedokumentation entnommen und zeichnen sich dadurch aus, daß sie a) nur als Mono–MP3-Files vorliegen, die zudem b) mit wunderschönen 50 Hertz brummen. Hervorzuheben ist, daß es sich bei der ersten Stunde um eine Aufzeichung handelt, die selbst schon wieder eine Konserve beinhaltet, nämlich die Impuls für X-Ausgabe vom 19. April 2007. In dieser Ausgabe wurde das Ende Juli von der Stadt Darmstadt verbotene Saufevent namens Flunkyball-Weltmeisterschaft beworben, das am vergangenen Samstag hätte stattfinden sollen.

Veranstaltung von "Gegen das Vergessen" mit Hans Adamo und Christoph Jetter im Mai 2005Dienstag, 7. August 2007
Vor und nach Mohnrot


Unterhaltungsredakteur Christian K. beendet seinen heutigen Radiowecker mit einer Vorschau auf das heutige Radioprogramm. Um 8.00 Uhr soll demnach die Wiederholung der gestrigen Nachmittagssendung Gegen das Vergessen zu hören sein, gefolgt von zwei Livestunden Mohnrot, einer Sendung der gleichnamigen Altenredaktion. Anschließend sieht der Programmflyer die Wiederholung der gestrigen Kulturredaktionssendung vor. So verkündet es auch Christian K. Diese Lösung ist jedoch technisch nicht möglich, weil nur der komplette Sechs-Stunden-Wiederholungsblock gestoppt oder gestartet werden kann. Ein Hereinschalten in eine bestimmte Sendung ist in diesem inflexiblen Schema hingegen nicht vorgesehen. Um dieses Problem zu umgehen, hat Christian K. eine Art workaround ersonnen, der darin besteht, noch während der laufenden Livesendung die Wiederholung im Hintergrund so neu zu starten, daß zu Ende der Livesendung programmgerecht mit der im Programmflyer ausgedruckten Wiederholungssendung fortgefahren werden kann. Dies erfordert ein gewisses Maß an Mitdenken und Konzentration. Der Techniker der heutigen Mohnrot-Sendung heißt Christian K. Weshalb hören wir dann um 11.00 Uhr den erneuten Start des Wiederholungsblocks mit Gegen das Vergessen?

Screenshot zur Energieberatung von Werner BrinkerDienstag, 7. August 2007
Give me just five minutes


Mangels abgeschafften Chefs vom Dienst beginnt die einzulegende Sendung Restrisiko erst um 17.05 Uhr mit fünf Minuten Verspätung. Diese fünf Minuten werden durch die ersten fünf Minuten der erneuten Wiederholung der gestrigen Ausgabe von Gegen das Vergessen überbrückt. Folglich beginnt Markus Lang seine Sendung Knackpunkt auch erst fünf Minuten später um 18.05 Uhr. Obwohl er Pressesprecher der Greenpeace-Gruppe Darmstadt ist, mimt er den interessierten Moderator, während die Mitstreitenden seiner Greenpeace-Gruppe den Ökostrom bewerben. Markus Lang als Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt hat es immer noch nicht geschafft, selbst die einfachsten Vorschläge des Energieberaters Werner Brinker bei Radio Darmstadt umzusetzen. Um 18.36 Uhr hören wir statt dessen den wundersamen radioeigenen Werbetrailer mit der falschen Kabelfrequenz. [mp3]

In der Wiederholung dieses Programms gegen 23.10 Uhr, 05.10 Uhr, 08.00 Uhr und 14.00 Uhr werden wir also mit den verschobenen fünf Minuten beglückt werden, ohne daß uns eine freundliche Stimme verrät, weshalb die informative Ausgabe von Gegen das Vergessen nach diesen fünf Minuten brutal abgewürgt wird.

Jinglemaschine mit RadaR-PromotrailerDienstag, 7. August 2007
Desinformationspolitik des Vorstands


Nachdem wir in der heutigen Ausgabe von Knackpunkt erneut den wundersamen Eigenpromotions-Trailer vernehmen durften, weise ich den Programmrat mit obigem Betreff erneut auf diesen Mißstand hin:
Hallo,

mit Erschütterung muß ich zur Kenntnis nehmen, daß selbst unsere Vorbilder im Vorstand in ihren Sendungen fleißig einen Trailer [mp3] abdudeln, der eine seit fast einem Jahr nicht mehr existierende Kabelfrequenz für Groß-Gerau und Weiterstadt [frequenztabelle] benennt.

Ich hatte auf der April(!!!)-Sitzung diesen Mißstand angesprochen und darum gebeten, diesen Trailer nicht länger zu verwenden. Selbstverständlich ist alles falsch, was ich sage, weshalb dieser Trailer weiterhin gespielt wird.

Von Vorstandsmitgliedern kann ich erwarten, daß wenigstens sie die Kabelfrequenzen des Senders kennen: Susanne Schuckmann, Peter Fritscher und Markus Lang spielen den Trailer mit der falschen Kabelfrequenz jedoch bis heute.

Laut HPRG [pdf] und zugehörigem Presserecht müssen die Informationen im Radio wahrheitsgemäß sein. Dies gilt auch für die Eigenpromotion per Trailer. Daß hier ein Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht vorliegt, ist evident. Ich verweise auf die lustigen Sendekriterien des Programmrats, in denen die journalistische Sorgfaltspflicht zumindest auf dem Papier steht.

Frau Schuckmann und Herr Lang sind länger bei RadaR als ich. Die müßten das also noch viel besser wissen als ich.

Zitat Schuckmann, Lang und Egerlandt gegenüber der LPR Hessen am 23.1.2007: "Ihm [also mir] ist sehr wohl bekannt, dass er sich bei Missständen an den Programmrat zu wenden hat, um schnell Abhilfe zu schaffen."

Vier Monate seit der Programmratssitzung im April sind nach dieser Logik schneller als schnell, da die schnelle Abhilfe fast täglich hörbar noch nicht vorliegt. Frage: was, bitte sehr, ist dann bei uns im Sender "langsam"? Drei Jahre? Drei Jahrzehnte? Drei Jahrhunderte? Meint ihr, es ist dem von euch hochgehaltenen "Image" von RadaR förderlich, dusselige Trailer zu spielen? Meint ihr, die von den Trailer-abdudelnden Sendenden verarschten Hörerinnen und Hörer sind zu doof, das zu bemerken? Nein, die lachen sich entweder über die Radiospielwiese vom Steubenplatz einen Ast ab oder wenden sich mit Grausen vom Acker. Abschaltradio. Auch dazu hatte ich in meiner Weihnachtssendung etwas gesagt, was ihr nicht hören wolltet. Jetzt wird es Realität.

Übrigens: der Sender brummt noch immer. Und, Nils, es ist nicht Schuld der Telekom. Wäre dem so, hätte Benny gewiß in seiner unnachahmlichen Art den zuständigen Telekomiker zur Schnecke gemacht und dem Brummen abgeholfen. Naja, schnell jedenfalls. Nach den Schnelligkeitskriterien von Schuckmann und Lang irgendwann nach ein paar Monaten. Denn solange brummt es auf jeden Fall schon. Stefan Egerlandt, der im Januar ja auch so schnell sein wollte, hätte sich natürlich darum kümmern können. Auch er ist ja schließlich Vorstand für Studio und Technik.

Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit einem technisch sauberen Sendesignal? Ist vielleicht wichtiger als ein Hoffest und die Frage, welche Band wieviel Kohle zugesteckt bekommt. Vielleicht noch dieses Jahr?
Irgendwann Anfang August 2007
Austrittserklärung


Ein weiteres dem Verfasser dieser Dokumentation bekanntes Vereinsmitglied ist nicht länger bereit, den Kurs mitzutragen, den das Radio und sein Trägerverein eingeschlagen haben:
Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands von Radar e.V.,

leider muss ich feststellen, dass die Politik des Vereinsvorstandes die in Satzung und Sendelizenz festgeschriebenen Grundlagen zunehmend verlässt. Aus einem lebendigen "Einschaltradio", in dessen Trägerverein ich Mitglied geworden bin, ist ein beliebiges Dudelprogramm geworden. Themenradiosendungen werden nach und nach verdrängt und durch das Einspielen von Mainstream-Musik ersetzt; den verbliebenen inhaltlichen Sendungen meint man, Angst und schlechte Stimmung anhören zu können. Im Höreindruck präsentiert sich das Programm voller moderativer Peinlichkeiten und technischer Pannen.

Das ist nicht mehr das Radio, das ich mit meiner Mitgliedschaft unterstützen wollte. Ich kündige daher meine Vereinsmitgliedschaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Screenshot der Wikipedia zu Dustin HoffmanMittwoch, 8. August 2007
Unbestechliche redaktionelle Fehlleistung


Unser Radiowecker-Dream Team vom vergangenen Mittwoch wird verstärkt durch Koray E. Die krampfhaft Fröhlichkeit versprühende Truppe, die angetreten ist, Darmstadt aus den Federn zu reißen, verschläft ihren Einsatz und beginnt mit zwei Minuten Verspätung. Nach einer kurzen Verkehrsinformation und aufgrund noch nicht erarbeiteten Contents zunächst viel hinhaltender Musik folgt erst um 6.24 Uhr der erste redaktionelle Beitrag. Vorgetragen wird ein Kalenderblatt zum 70. Geburtstag von Dustin Hoffman. Hierbei unterläuft unserem Kino– und Filmexperten Peter Fritscher ein böser Lapsus.
Also, wenn ihr den heute feiern wolltet, dann packt mal alte Filme von ihm raus wie Kramer gegen Kramer oder Rain Man oder – was weiß ich – Little Big Man, ein phantastischer Mafiafilm, oder Die Unbestechlichen, auch noch mal'n Mafiafilm, ja.
Peter Fritscher verwechselt hier den 1976 gedrehten Film All the President's Men, auf Deutsch: Die Unbestechlichen mit dem 1987 veröffentlichten Streifen The Untouchables, zu Deutsch ebenfalls: Die Unbestechlichen. Während ersterer die filmische Bearbeitung des Watergate-Skandals mit Dustin Hoffman in einer der Hauptrollen gewesen ist, war letzterer tatsächlich ein Mafiafilm mit Kevin Kostner und Sean Connery. Little Big Man ist ebenfalls kein Mafiafilm, es sei denn, es war die Mafia, die General Custer 1876 am Little Bighorn besiegt hat. Vielleicht sollte sich das Dream Team ein Beispiel an Christian K. nehmen: der klaut zwar seine Kalenderblätter von der Deutschen Welle, dafür stimmen jedoch die Inhalte.

Um sieben Uhr wird ein Jingle eingespielt, der die Sendezeiten des Radioweckers verkündet. Es handelt sich hierbei um eine Produktion aus den Tagen des alten Radioweckers von 2006 oder früher, bei dem es tatsächlich auch am Wochenende eine Ausgabe von sieben bis neun Uhr gegeben hat. Dieses Jingle weiterhin zu spielen, ist nicht nur grober Unfug, sondern wahrheitswidrig. Kein Wunder, daß bei einem solchen Programm trotz mannigfaltiger Aufrufe keine und niemand im Sender anruft, wie Peter Fritscher um 7.54 Uhr beklagt.
Freitag, 10. August 2007
Babylonische Sprachverwirrung


Ralf D., nichtmigrantischer stellvertretender Sprecher der Auslandsredaktion, kündigt am Nachmittag die Musikrichtung an, die in der folgenden Stunde auf dem Sender zu hören sein wird:
Sechzehn Uhr und inzwischen zwo Minuten. Sie hören Radio Darmstadt. Das ist eine Sendung der Auslandsredaktion. Eigentlich wär' ja die griechische Sendung am Freitagnachmittag dran, aber unsere griechischen Kollegen sind in ihrem wohlverdienten Urlaub. Deshalb gibt es jetzt eine Stunde polnische Musik. Musikauswahl Elik P. und Ralf D., das bin ich.
Vorausgesetzt, Polen hat nicht einen neuen Platz auf der Landkarte erhalten, ist diese Ankündigung eine erschreckende Falschaussage. Denn die in der folgenden Stunde eingespielte Musik ist gewiß nicht polnisch. Ich tippe auf kurdische oder Zaza–Musik. Neben diesem eher tonalen Aspekt wäre anzumerken, daß in dieser Stunde auch einige erschreckende Sendelöcher produziert wurden, die weder polnisch noch kurdisch und auch nicht zazaki sind. Bemerkenswert, wie es Ralf D. gelungen ist, die Sendeloch-Erkennung auszutricksen. – Eigentlich sollte man und frau erwarten dürfen, daß der Announcer wenigstens im Nachhinein seinen Fehler entdeckt, aber nein:
Sechzehn Uhr und bald vierundfünfzig Minuten. Sie hören die Auslandsredaktion von Radio Darmstadt auf 103,4 Megahertz. Am heutigen Freitagnachmittag eine Stunde polnische Musik, ausgesucht von Elik P. und mir, Ralf D.
Entweder hat Ralf D. zur falschen CD gegriffen oder schlicht keine Ahnung. Aber Ahnungslosigkeit gehört irgendwie auch zum in den Sendekriterien beschworenen Image von Radio Darmstadt. Nachfolgend wird diese Sendestunde als von Audacity generierte Grafik dargestellt.
Screenshot des Audiofiles zur vorangehend besprochenen Sendestunde
Ausschnitt aus dem Titelfoto des August-ProgrammflyersSamstag, 11. August 2007
Vorstand drückt Arbeit ab


Vorstandsmitglied Peter Fritscher erklärt, den Programmflyer nicht länger herausgeben zu wollen. Offensichtlich hat es sich auch zu ihm herumgesprochen, daß hiermit eine verantwortungsbewußte Tätigkeit verbunden ist, die ihn jedoch überfordert. Die Fehlerquote des Augustflyers ist tatsächlich astronomisch hoch und belegt das mangelnde Interesse des Vorstands für ein attraktives Auftreten nach außen. Die Webseite des Senders wäre hier als zweites Negativbeispiel zu nennen. Öffentlichkeitsvorstand Markus Lang hält sich bedeckt und ändert nichts an der Misere. Peter Fritscher schreibt dem Programmrat:
Peter Fritscher wird ab sofort nicht mehr die Gestaltung der Flyers übernehmen. Der Vorstand gibt hiermit die Aufgabe einen Flyer herauszugeben an den Programmrat (eigentlicher Programm-Ausführungs-Medium) ab. Gleichzeitig stellen wir dem Programmrat jeden Monat 264 Euro zur Verfügung, um einen Flyer zu produzieren. Die Gestaltung ist den verantwortlichen überlassen. Impressum, Frequenz, Logo und Internetadresse müssen auf den Flyer verzeichnet sein. Der fertige Flyer muss von Markus Lang (Vorstand für Öffentlichkeits Arbeit) vor dem Druck kontrolliert und freigegeben werden.
Hier liegt eindeutig ein Dokument des Versagens vor. Bis zum September 2006 wurde der Programmflyer zunächst von Walter Kuhl (Ausgabe Juni 2004 bis April 2006), dann von Katharina Mann (Ausgaben Mai bis September 2006) herausgegeben bzw. zusammengestellt. Diese Programmveröffentlichung war von anerkannter Qualität. Dann warf eine Vorstandsmehrheit unter Verletzung von Satzung und Vereinsrecht Katharina Mann aus dem Trägerverein und stand so vor dem Problem, nach dem Verursacherprinzip selbst Hand anlegen zu müssen. Die Ergebnisse dieser Herausgebertätigkeit sind, gelinde gesagt, katastrophal [dokumentation]

Schon im September verkündeten die Vorstandsmitglieder Stefan Egerlandt und Benjamin Gürkan, ein neues Flyerkonzept vorlegen zu wollen. Die Einführung dieser neuen bunten Bilderwelt begann mit einem Desaster, weil das Kompetenzteam den Internetdruck einer eingessenen und zuverlässigen Druckerei vorzog. So gelangte der Dezemberflyer 2006 erst am 18. Dezember ins Sendehaus. Jetzt merkt der Vorstand, wieviel Arbeit in diesem Druckwerk steckt. Da er das Desaster selbst verschuldet hat, drückt er sich hier eindeutig aus der Verantwortung. Der Programmrat ist nicht das Gremium, das für die Versäumnisse des Vorstands aufzukommen hat.

Warum Markus Lang das Recht auf Endkontrolle erhalten soll, ist unbegreiflich. Ein Öffentlichkeitsvorstand, der die bisherigen miserablen Flyer gedeckt hat, ist einfach nicht kompetent.
Samstag, 11. August 2007
Peter Fritscher stänkert


Peter Fritscher versucht den Sturm im Wasserglas und schreibt:
Seit der letzten Zeit finden auf Radio Darmstadt nicht genehmigte Sendungen statt. Dies betrifft die Sendung vom Werkhof vom 29.06.2007 (14 bis 15 Uhr) und eine Sendung von Alltag und Geschichte in Kooperation der Heinrich Emanuel Merck-Schule am 05.07.2007 (15 bis 17 Uhr). Wir bitten den Programmrat über diese Sendungen am Montag zu diskutieren und gegebenfalls zu befinden!
Hierzu erhält Peter Fritscher am Sonntag die passende Antwort.

Samstag, 11. August 2007
Neue Störgeräusche


Die zweite Wiederholung unseres Vorabendprogramms beginnt heute um 9.08 Uhr. Dreieinhalb Stunden später wird das Abspielen urplötzlich erheblich verlangsamt [mp3]. Um 12.49 Uhr blenden wir auf einmal in eine Nachrichten– oder Politmagazinsendung eines anderen Senders, wahrscheinlich Deutschlandfunk, ein. Fünf Minuten später kommen ein paar Beats dazu, die überleiten zu einem undefinierbaren Mainstreampop. Gegen 12.58 Uhr hören wir den Beginn der gestrigen Jadran-Sendung, bis drei Minuten später wieder die Beats zugeschaltet werden, die um 14.44 Uhr abrupt enden. Dann nichtet zehn Minuten lang das Nichts, um einen Ausspruch von Christian K. wiederzugeben, bevor um 14.54 Uhr mitten in die Wiederholung der gestrigen Sendung mit Geschichten aus der DDR eingeblendet wird. Sechs Minuten später hat die Qual ein Ende, weil dann Elik P. mit seinem polnischen Magazin Bigos ohne Sendelöcher oder Langsamkeitsschleifen beginnt.

Screenshot der Webseite zum AgenturbeitragSamstag, 11. August 2007
Internetvorlesung


Johannes L. und Christopher K. sind heute für die zweistündige Ausgabe der Power für dein Radio (Eigenwerbung YoungPOWER) verantwortlich. Ihren redaktionellen Gehalt ziehen sie weitestgehend aus dem Internet, ohne die Quelle ihrer Weisheit zu verraten. Sie lesen zwar nicht komplette Artikel ab, doch ab und an Teile daraus, oder sie umschreiben den Inhalt mit launigen Worten. Ihre Welt ist die der Stars. Unklar ist mir, ob sie selbst darauf abfahren, ob sie meinen, das gehöre zu einer jugendlichen Radiosendung dazu, oder ob sie davon ausgehen, daß ihr Publikum scharf auf Inhalte ist, die es ohnehin in jedem beliebigen Boulevardmagazin als neuesten hype untergejubelt bekommt. Heute erfahren wir beispielsweise [4],

Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, weshalb wir einen bunten Mix beliebiger Meldungen serviert bekommen, deren einzige Gemeinsamkeit darin besteht, daß ihre Halbwertszeit schon abgelaufen ist.

Zum Agenturbeitrag: Der Programmrat hatte am 9. Oktober 2006 beschlossen, daß grundsätzlich keine Agenturbeiträge mehr gespielt werden dürfen. Offensichtlich erschien ihm die Gefahr zu groß, daß hiermit Werbung für den Auftraggeber des Agenturbeitrags verbunden ist. Der heutige Agenturbeitrag enthält einen Abmoderationsvorschlag, den unsere beiden Moderatoren insoweit übernehmen, als sie auf eine zum Beitrag gehörende Webseite des Pharmakonzerns Pfizer verweisen. Hier ist in der Tat zu erwägen, ob es sich um eine sehr subtile Form der Werbung handelt.

Screenshot der Webseite von RihannaSamstag, 11. August 2007
So eine Frechheit!


Das Beste kommt wie meist zum Schluß: unsere beiden YoungPOWER-Moderatoren berichten über einen Rechtsstreit zwischen der Sängerin Rihanna und dem Musiker Scott Simons über den Song Umbrella. Diesen kommentieren unsere Moderatoren so:
Ich hab's grad' schon angesprochen in den Star News, daß, ja [dramaturgische moderative Floskel der Bekräftigung], Rihanna eventuell den Song geklaut haben könnte. – Neee, das kann nicht sein. – Ich hab' heut', ja beziehungsweise schon letzte Woche eigentlich [was denn nun?] ein bißchen im Internet gesurft und da bin ich auf 'ne Seite gestoßen und hab' mir den Song angehört und hab' ich gedacht, den Song kennst du doch irgendwoher. Der hat sich irgendwie sehr nach Umbrella angehört und ist von Scott Simons. Hören wir doch einfach mal rein. [Spielen Song an.] – Ne, das ist der! Das ist der! Das gibt's ja nicht. Das hätte ich jetzt überhaupt nicht gedacht. – Wahnsinn, ne? – So eine Frechheit und wir wissen nichts davon.
So eine Frechheit! Derartige Frechheiten sind bei Radio Darmstadt und auch in der Jugendredaktion YoungPOWER keine Seltenheit. Haben nicht unsere beiden Starmoderatoren gerade eben selbst fleißig abgekupfert, ohne dies zuzugeben? Nehmen wir noch einmal den Agenturbeitrag. Dieser wird anmoderiert mit einem auf der Webseite zum Agenturbeitrag vorgeschlagenen Text:
Am 1. September ist es so weit: Dann ist Rauchen in [weggelassen: vielen] öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln, wie zum Beispiel in der Bahn oder im Taxi, nicht mehr erlaubt. Wer sich dennoch [dazu: irgend] einen Glimmstängel anzündet, muss mit satten Geldstrafen rechnen – bis zu 1.000 Euro [dazu: sind dann fällig]! Vielleicht ist das [dieser Satz wird anders wiedergegeben: neue, bundesweite Nichtraucherschutz-Gesetz ja ein guter Anlass, schon bald die letzte Zigarette auszudrücken]. Wir haben [dazu: uns] mit einem Experten [unterhalten statt: gesprochen], was [denn statt: wirklich] hilft, [damit man sich das Rauchen abgewöhnen kann statt: um nikotinfrei zu werden].
Soso, Johannes und Christopher haben sich mit dem Experten unterhalten. Ich halte dagegen: alles nur geklaut. So eine Frechheit! [5]
Logo von Alltag und GeschichteSonntag, 12. August 2007
Von Glashäusern und Piratensendungen


Walter Kuhl antwortet auf Peter Fritschers Vorwurf hinsichtlich nicht genehmigter Sendungen:
Hallo miteinander,

ich finde die Stimmungsmache von Peter Fritscher gegen die Redaktion "Alltag und Geschichte" unerträglich.

Der Programmrat hat auf seiner Sitzung am 11. Juni die Sondersendung am 29. Juni einstimmig genehmigt. Vielleicht sollte Peter Fritscher erst einmal recherchieren, also die Grundlage jeder ernsthaften journalistischen Arbeit anwenden, bevor er von "nicht genehmigten Sendungen" spricht.

Dies riecht mir sehr nach Retourkutsche, weil ich bei seiner tatsächlich ungenehmigten Sondersendung zum Saufevent Flunkyball, die ja laut Impressum wohl er in den Flyer geschmuggelt hat, nachgefragt habe.

Was die Sendung mit der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule betrifft, hat Clemens W. [in einer hier nicht dokumentierten E–Mail, WK] dankenswerterweise schon alles gesagt. Allerdings betrifft dies nicht die Zeit von 15 bis 17 Uhr, wie Peter Fritscher schreibt, sondern die Zeit von 14 bis 15 Uhr. Meine Güte: Recherche! Oder wollte Peter Selbstanzeige stellen? Zum Zeitraum 15 bis 17 Uhr weiter unten mehr. Ist nämlich hierzu relevant.

Wenn ich mir zwischendurch noch eine Bemerkung erlauben darf: in der Sendung "Impuls für X" vom 26. Juli wurde ein redaktioneller Beitrag gesendet, bei dem wörtlich aus dem Internet vorgelesen wurde. Dort, wo im abgekupferten Text ein Eurozeichen stand, scheint es im vorgelesenen Ausdruck gefehlt zu haben. Somit erfuhren wir, daß das Bruttoinlandsprodukt in einigen Ländern Lateinamerikas "unter 2000 liegt". Glasperlen? Kaffeebohnen? Oder was? Ich sehe hierin eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht und damit der Sendekriterien. Der Programmrat möge sich die Sendung anhören und gleichzeitig googeln. Der geklaute Text findet sich sehr schnell.

Verantwortlich für diese Sendung: Peter Fritscher.

Vielleicht noch deutlicher: die Verletzung des Presserechts und des Urheberrechts stellt einen Lizenzverstoß dar.

Ich werde Montagabend zusammen mit einem Kollegen zur Programmratssitzung kommen. Dann können wir gerne ausführlich übers Saufen und über "Piraten"funk sprechen. Ich hätte da noch einige andere Sendungen im Angebot, die meines Wissens nach gesendet wurden, ohne genehmigt worden zu sein.

In diesem Zusammenhang interessiert es mich auch, wann und wo die Verlängerung der "Impuls für X"-Sendung vom besagten 5. Juli genehmigt worden ist (regulär 15 bis 16 Uhr, verlängert bis 17 Uhr). Ich kann in den Programmratsprotokollen nichts dazu finden, mir liegen allerdings die Protokolle von März und April nicht vor. Mir scheint, daß Peter Fritscher und Stefan Meinberg erst verspätet um 15.34 [Uhr] eingetrudelt sind und deshalb einfach um eine Stunde bis um 17 Uhr verlängert haben [6]. Das können wir uns auch gerne auf der PC–Dokumentation anhören.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
Walter
Umschalten zwischen DAT-Wiederholung und PC-WiederholungSonntag, 12. August 2007
Von Löchern und Schleifen, Teil 1


Heute scheint sich die Sendeloch-Erkennung eine Auszeit genommen zu haben. Eigentlich hätte nach Hallo Darmstadt zwei Stunden lang die Wiederholung der gestrigen YoungPOWER-Sendung laufen müssen. Statt dessen hören wir um 15.08 Uhr ein dreieinhalbminütiges Sendeloch. Dazu schreibt der zuständige Redakteur in das Technikbuch:
Wiederholung ging nicht!
Wiederholung starten am PC gedrückt
Anzeige PC: Status ––> Wiedergabe aktiv
Regler offen, "Pgm." gedrückt, dennoch nichts zu hören

Nachtrag:
Sendeloch bewusst produziert, damit der Notfallrechner anspringt. Der wollte auch nicht! Anschließend CD eingelegt und Studio verlassen.
Bitte um Rückmeldung!
Diese Rückmeldung sei hiermit versucht. Ich vermute einmal, daß die Wiederholung ordnungsgemäß angelaufen ist, jedoch der Umschaltknopf zwischen Abspielen der Wiederholung vom DAT–Recorder und vom Rechner nicht gedrückt war. Daher konnte der Redakteur nichts hören. Dies ist deshalb wahrscheinlich, weil um 15.40 Uhr plötzlich die Wiederholung an der richtigen zu wiederholenden Stelle auf den Sender gelangte. Offenbar hat zu diesem späteren Zeitpunkt eine oder jemand den passenden Knopf (auf nebenstehendem Bild gelb markiert) gedrückt. Weil der Redakteur jedoch nicht zwei Stunden darauf warten wollte, daß eine oder jemand die nachfolgende Sendung einlegt, hat er sich helfen gewußt. Die Sendeloch-Erkennung scheint jedoch ein Problem mit den Computergeräuschen zu haben, die beim Abspielen von PC mit auf den Sender gelangen. Der Schwellwert ist derart niedrig eingestellt, daß das von der Soundkarte mitgelieferte Rumoren des Lüfters ausreicht, die Erkennung auszutricksen.

Verschaltung der Sendeloch-ErkennungSonntag, 12. August 2007
Von Löchern und Schleifen, Teil 2


Die vom Unterhaltungsredakteur eingelegte CD erklärt das nachfolgende Phänomen eigentlich nicht, denn die CD–Player sind nicht in den Repeat-Modus eingestellt. Es folgt nämlich derselbe Dreierblock Musik dreimal hintereinander (sozusagen dreimal drei Hits am Stück), jeweils unterbrochen von einem zehn– bis zwanzigsekündigen Sendeloch. Diese drei Hits bleiben gewiß für immer in den Ohren unserer Hörerinnen und Hörer stecken, die sich so langsam fragen dürften, ob wir noch alle Tassen im Schrank haben. Dann steigen wir um 15.41 Uhr unvermittelt mitten in die gestrige Ausgabe von YoungPOWER ein und hören bis 17.00 Uhr noch einmal die Frechheiten des Vorabends.

Das von Radio F.R.E.I. aus Erfurt übernommene Raumfahrtjournal wird gegen 17.54 Uhr durch ein halbminütiges Sendeloch unterbrochen. Vermutlich hat ein Sportredakteur bei der Übernahme des Sendesignals aus Studio 2 vergessen, den zugehörigen Regler hochzuziehen.

Die RadaR Medialine endet aufgrund eines Denkfehlers des die Sendung einlegenden Verfassers dieser Dokumentation (Schande über mich!) vorzeitig um 20.57 Uhr, doch ist Musikredakteur Clemens B. zwar im Studio, aber hat das Sendegeschehen nicht ganz im Griff. Das ist, wie er sagt, ihm selbst fruchtbar peinlich. Acht Minuten lang hören wir deshalb eine interessante Mischung aus Brummschleife und Computerlüfter, ehe der Kopfhörer die Musik filtert [7]. Damit nicht genug. Nach den Nachrichten des Deutschlandfunks hören wir erst einmal siebzig Sekunden nichts, ehe die Wiederholung des Abendprogramms anläuft. Gesamtzeit all dieser Sendelöcher: knapp vierzehn Minuten, ohne daß die Sendeloch-Erkennung eingreift. (Interessanterweise bemerkt diese Detektion in der nächtlichen Wiederholung das achtminütige Sendeloch!)

Die Erwachsenenmusik mit dem Taucher, ab 23.00 Uhr als open end im Programmflyer angekündigt, fällt aus.

PGM-Reihe (gelb markiert)Montag, 13. August 2007
Warmduscher schimpft – auf die Falschen


Im heutigen Musikberieselungsprogramm, das vorgibt, ein Radiowecker zu sein, kämpft Redakteur Thilo M. mit den Tücken einer von ihm wohl noch nicht so ganz verstandenen Technik. So verkündet er kurz vor sieben Uhr:
Ja, es ist wieder mal Chaos hier drin heut' früh. Irgendwie komm' ich montags hierher und jedesmal hat man mir den Computer und das Mischpult verstellt. Ich muß alles erst neu einstellen. Find' ich echt klasse. Will mich jemand ärgern. […] Aber nichtsdestotrotz, wir kriegen's hin. Jedenfalls komm' ich halt das nächste Mal um vier.
Vielleicht erklärt sich das Phänomen dadurch, daß Musikredakteur Clemens B. am Abend zuvor aus guter alter Tradition die PGM–Reihe am Mischpult (gelbe Kreuze auf dem nebenstehenden Bild) herausgedrückt hat. Dies verhindert, daß eine Vorproduktion direkt auf Sendung gehen kann. Offensichtlich hat keine und niemand Thilo M. erklärt, daß es seine Aufgabe ist, vor Sendungsbeginn das Mischpult auf korrekte Einstellung zu überprüfen. Dazu muß er nicht zwei Stunden früher erscheinen, sondern seiner Studiotechnik nur fünf Minuten Aufmerksamkeit schenken.
Montag, 13. August 2007
Fremde Federn


Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan bringt auf die Programmratssitzung einen Ausdruck seines selbst erstellten Aus– und Weiterbildungssystems Radio Darmstadt mit. Darin heißt es im Vorwort:
Die Aus– und Weiterbildung hat bei Radio Darmstadt eine lange Tradition. In NKL–Kreisen heisst es sogar, die Aus– und Weiterbildung der Radiofreaks aus Darmstadt sei die Beste in Hessen.
Einmal angenommen, diese Behauptung ist keine einzelne Meinung, dann unterschlägt Gürkan in diesem Papier, woher dieser gute Ruf kommt. Es waren vor allem Norbert Büchner und Katharina Mann, die jahrelang die qualitativen Maßstäbe im Bereich der internen Ausbildung gesetzt haben. Gürkan hat beide in einem Schauverfahren im September 2006 aus dem Verein ausgeschlossen und erntet jetzt die Lorbeeren fremder Arbeit.

Brummschleife in der Impuls-für-X-Sendung am 26. Juli 2007Montag, 13. August 2007
Brumm brumm


Auf der Programmratssitzung wird Benjamin Gürkan auch auf das Brummen des Senders angesprochen. Als Vorstand für Studio und Technik ist er mitverantwortlich dafür, daß seit mindestens einem halben Jahr der Sender eine Brummschleife mit 50 Hertz ausstrahlt. Ihm ist das Problem bekannt und er vermutet einen Zusammenhang mit dem Einbau der Sendeloch-Erkennung im Februar oder März 2007. Gürkan macht aber keine Anstalten, dieses ihm bekannte Störgeräusch bald zu beseitigen. Wir müssen hier leider festhalten, daß es keinen Sender in Deutschland gibt, der auch nur eine Woche lang ein derartiges Brummen auf dem Sender tolerieren würde, geschweige ein halbes Jahr. Aber bei Radio Darmstadt sind nicht nur die moderativen und programmlichen Standards verloren gegangen, sondern auch die technischen. Inkompetenz, Murks und Führungsschwäche prägen den Verein seit September 2006.

Screenshot der Kalenderblatt-Webseite der Deutschen WelleDienstag, 14. August 2007
Geschichtsunterricht


Im heutigen frühmorgendlichen Kalenderblatt verkündet Unterhaltungsredakteur Christian K., daß die CDU mit Konrad Adenauer 1949 den ersten Bundestag (sic!) stellte. Radiowecker Hören bildet, denn heute ist ohnehin Kalenderblatt-Tag. Wir erfahren etwas über den ersten ausgestellten Führerschein und das Geiseldrama von Gladbeck 1988. Allerdings ist unser Moderator hier etwas durcheinander geraten. Da er auch donnerstags seinen Radiowecker sendet, hat er schon einmal das Kalenderblatt vom Donnerstag vorgetragen. Um die Verwirrung komplett zu machen, sagt er uns um 6.53 Uhr, es sei sechs Uhr dreiunddreißig. Kurz vor halb acht wird das heutige vierte Kalendertblatt zur Lockerung der Apartheid in Südafrika 1989 fast schon wieder abgelesen. Da der Redakteur den Eindruck vermeiden möchte, er liest ab, verheddert er sich bei der versuchsweisen Umformulierung [mp3]. Er war am Vorabend auf der Programmratssitzung anwesend, auf der ich noch einmal eindringlich darauf hinwies, daß das Vorlesen aus dem Internet auf diese Weise nicht gestattet ist.

Screenshot der Pimkie-Webseite zu DarinMittwoch, 15. August 2007
Rechnen lernen


Heute ist wieder unser Dream Team mit dem Radiowecker zu hören. Offensichtlich hat es sich herumgesprochen, daß Internetvorlesungen nicht dem geltenden Presserecht entsprechen. Was macht also Koray E.? Er liest den Text vor, indem er die Satzkonstruktion verändert. Offensichtlich hat er nicht verstanden, daß es nicht ums Vorlesen geht, sondern um die unbesehene Übernahme fremden geistigen Eigentums. Eigene Recherche findet nicht statt. Vorausgesetzt, nebenstehend abgebildeter Screenshot ist die Quelle der Weisheit, dann darf auch von einem neuen sendenden Vereinsmitglied erwartet werden, daß er seine Quelle richtig nutzt. Wenn er sagt, die neue Popsternschnuppe Darin sei neunzehn Jahre alt, dann hätte er vielleicht besser genauer nachgeschaut. Auf der von ihm genutzten Webseite steht das Geburtsdatum – und demnach ist Darin jetzt zwanzig! Nicht daß das wichtig wäre. Sternschnuppen kommen und gehen. Aber es belegt den unsauberen Umgang mit Quellen, die nicht einmal angegeben werden. Und die bestens ausgebildete Teamerin Susanne Schuckmann sitzt daneben und schweigt.

Screenshot der Webseite zum Buch "Darf man das?"Mittwoch, 15. August 2007
Fakten, die die Welt nicht braucht


"Jetzt kommt Silkes kleine Welt." So kündigt Moderatorin Silke W. um 6.19 Uhr die "Fakten, die die Welt nicht braucht" (Koray E.) an. Und sie klaut hemmungslos entweder aus einem Buch, das sie nicht benennt, oder aus einem Auszug aus diesem Buch, das als PDF im Internet zu betrachten ist. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Peinlichkeit ab, denn Silke W. verheddert sich im Fragengestrüpp und gibt eine falsche Auflösung auf die Frage Wird in Rußland einer Geschäftsfrau nicht die Hand gereicht, dann ist das …. Silke sagt, es sei üblich, die Hand zu reichen, obwohl es im Buch anders steht. Aber auch das ist eigentlich nicht wichtig. Und Susanne Schuckmann sitzt daneben und verdreht innerlich die Augen bei so viel gequirltem Unsinn. – Weshalb das Dream Team schon um 7.58 Uhr die noch im Hintergrund laufende Wiederholung wieder zuschaltet und sie dann erst eine Minute später neu startet, versteht es wohl nur selbst.

Mittwoch, 15. August 2007
Konzeptkonzept


Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan mailt eine wichtige Konzeptvorlage [pdf] an den internen Verteiler. Er schreibt hierzu:
Lieber Programmrat,

im Anhang das Paper: Wie schreibe ich ein Konzept für RadaR. Eine Anleitung zur Erstellung von Konzepten. Im Namen des Vorstandes bitte ich darum, bei neuen Ideen und Konzeptvorstellung für den Vorstand diese Informationen und Hinweise in Zukunft zu berücksichtigen.
Eine Woche später wird er sich selbst nicht daran halten, als es darum geht, dem Trägerverein von Radio Darmstadt sein eigenes Mischpult anzudrehen.

Screenshot der Onlineausgabe des SpiegelSamstag, 18. August 2007
Daumen und Flugzeuge


Auch heute beglückt uns das YoungPOWER-Team mit zusammengebastelten Meldungen aus dem Internet. Christian F. und Martin H. labern über einen Mann, der sich seinen Daumen verkleinern ließ, um besser mobil telefonieren zu können [quelle]. Bei der nächsten Meldung wird wenigstens die Quelle verraten: Spiegel Online.

Screenshot des Audiofiles zur nachfolgend besprochenen Sendestunde

Screenshot der Webseite zur SendungSonntag, 19. August 2007
Ich will nicht gehört werden


In der heutigen Ausgabe der zweistündigen türkischen Musiksendung Radara Yakalananlar sitzt Moderatorin Hacer Y. im Sprechraum vor dem Stereomikrofon. Obwohl dieses Mikrofon eine hervorragende Klangcharakteristik besitzt, können wir die Moderatorin kaum verstehen. Entweder ist das Mikrofon nicht richtig eingestellt oder sie sitzt meilenweit vom Mikrofon entfernt oder ihre Technikerin hat keine Ahnung, wie sie dieses Mikrofon effektiv auf Sendung zu bringen hat. Das Ergebnis (siehe obiges mit Audacity erstelltes Bild): laute Musik und flüsternde Moderation.

Screenshot der Webseite von Fiore PaganoSonntag, 19. August 2007
Viel italienisch und wenig Melange


Die italienische Sendung Una Domenica Italiana dauert heute fünfeinviertel Stunden. Die für 15.00 Uhr angesetzte Lifestyle Melange beginnt aufgrund der Verspätung ihres Moderators 75 Minuten später. Anschließend läuft die 17.00 Uhr-Sendung aus dem Ruder. Anstelle der angekündigten Augenweide hören wir Chappis Mezzoforte, und auch das mit zehnminütiger Verspätung. Auch die letzte Stunde des Tage beginnt konfus. Nach Ende der eingespielten Nachrichten des Deutschlandfunks hören wir zunächst die ersten zehn Minuten der Wiederholung, die in diesem Fall die letzten zehn Minuten der verspäteten Lifestyle Melange sind. Erst dann beginnt der Taucher mit seiner Erwachsenenmusik, die open end um 3.00 Uhr endet.

Defekte SignalisationssäuleSonntag, 19. August 2007
Ramponiert


Das Sendestudio 1 zeigt neue Spuren unsachgemäßer Benutzung. Das markante Spielzeug dieses Studios zeigt Ausfallerscheinungen. Marcus B. schreibt hierzu einen Hinweiszettel:
Aus bislang unerklärlichen Gründen sind derzeit einige wichtige Anzeigefunktionen der Lichtsäule nicht verfügbar! Dies betrifft: ON AIR Selbstfahrer (ROT), ON AIR Sprecher/innenraum (ROT), Türklingel (GELB). Ich versuche in den nächsten Tagen den eingeschlichenen Fehler zu lokalisieren und zu beseitigen.
Ich denke, das hat sehr viel damit zu tun, daß die Technikcrew dieses Studio aufgegeben hat und damit die Sendenden mit den Tücken mitunter nicht funktioniender Sendetechnik allein gelassen werden. Sie fangen an, eigene Kabel zu verlegen, und rupfen dabei eben auch an den schon vorhandenen.

Radiowecker-MaskottchenMontag, 20. August 2007
Der 39. Ausfall des Radioweckers im Jahr 2007


Der heutige Morgen beschert uns den neununddreißigsten Ausfall eines Programms, das von sich behauptet, ein Radiowecker zu sein. Selbstverständlich schreitet der Programmrat nicht ein, wie er dies bei den urlaubsbedingten Ausfällen des Radioweckers im September 2006 getan hatte. Damals entzog er der Radiowecker-Redaktion den Sendeplatz und behauptete damit, das Programm zu sichern. Heute verschläft der Programmrat das Programm, das ihn ohnehin nicht interessiert, und sichert somit den Hörerinnen und Hörern des Senders das Vergnügen, im Regen zu stehen. Von den permanenten Verstößen gegen die Sendelizenz, welche den diesjährigen Radiowecker durchziehen, einmal ganz zu schweigen.

Montag, 20. August 2007
Ich bin wieder da!


Nein, nicht Udo Jürgens. Sondern ein lang vermißter Freund. Der Hänger unseres Sendecomputers [mp3] schaute heute Nachmittag kurz vor halb vier im Sender vorbei und machte seine Aufwartung. Technobeats vom Feinsten. Leider nur fünfeinhalb Minuten.

Screenshot des Blogs von Heat TreatmentMontag, 20. August 2007
Die Maus klemmt


Redakteur Michael S. stellt die Band Heat Treatment vor. Da er über keine Informationen verfügt, ruft er im Sendestudio das Internet zu Hilfe. Dies verhilft seiner Moderation nicht gerade zu Scharfsinn. So erzählt er von einer in jüngster Zeit in Dublin aufgenommenen Platte und fügt hinzu, "aber es steht nicht dabei, in welcher Stadt das war". Laß mich raten. Dublin?? Das Beste ist jedoch: "Da klemmt die Maus. Damit ich hier weiterscrollen kann." Danach, so verkündet uns der Moderator, habe ihn auch noch der CD–Player überlistet und für ein einminütiges Sendeloch gesorgt. Erst klemmt die Maus und dann auch noch der CD–Player. Zustände sind das!

Bei manchen Sendungen ist es angeraten, den Computer einzuschalten und eine Suchmaschine bereitzuhalten. Ein paar Stichworte der Moderation eingegeben, können wir alsbald mitlesen, woher der Moderator seine ungeprüften Weisheiten zieht. Heute liest Chappi aus der Wikipedia vor. Offensichtlich war er nicht in der Lage, einen eigenen redaktionellen Beitrag über Ricky Nelson zu erstellen. Aber wozu noch Recherche, wenn der Infopool frei verfügbar vor der eigenen Nase hin– und herscrollt? Fast schon selbstverständlich verstößt Chappi gegen das Urheberrecht und benennt seine Quelle nicht. Vielleicht sollte er sich vor der Benutzung der Wikipedia über die Lizenzbestimmungen informieren. Und weil es so schön einfach ist, liest er zum 14. Blues, Schmus und Apfelmus einen Text von Walter Fuchs zum Internationalen Bühler Bluegrass Festival im Jahr 2004 vor. Dann gibt es eine erneute Wikipedia-Vorlesung, diesmal zu Barney Kessel und dann noch zu Erroll Garner.

Screenshot des Ausstellungsflyers zur Hessenschau DarmstadtDienstag, 21. August 2007
Verlautbarungsjournalismus


Im heutigen Radiowecker verzichtet Christian K. auf seine geliebten Kalenderblätter, um nicht weiterhin des Diebstahls fremden geistigen Eigentums geziehen zu werden. Statt dessen trägt er zwei Pressemitteilungen vor, die bar jeder journalistischen Distanz sind. Im einen Fall mag dies noch durchgehen, weil eine Pressemitteilung [pdf] der Hessischen Verbraucherzentralen gewiß eine seriöse Quelle darstellt. Anders hingegen verhält es sich, wenn er aus einer Pressemitteilung vorliest, die den Ökostrom eines lokalen Energieversorgungsunternehmens anpreist. Hier ist die Grenze zur im nichtkommerziellen Lokalradio untersagten Werbung eindeutig überschritten.

Dienstag, 21. August 2007
Programmstörungen


Kurz vor 17.00 Uhr muß eine Person unsachgemäß am Mischpult herumgespielt haben. Um 16.53 Uhr wird die Wiederholung von Chappis Stormy Monday unmotiviert unterbrochen, bis nach einer Minute Stille die Sendeloch-Erkennung Musik einspielt. Auch diese Einspielung wird wiederum unterbrochen, so daß erst um 16.56 Uhr wieder das reguläre Programm gesendet wird. Schwierigkeiten ganz anderer Art muß der Moderator von Gospelrock gehabt haben, als er um 23.09 Uhr versuchte, die Wiederholung per PC zu starten. Erst gab es ein Sendeloch, dann wieder christliche Musik, während er hörbar an den Knöpfe des Mischpults herumprobierte. Erst um 23.13 Uhr ging die Wiederholung des Spätnachmittagsprogramms auf Sendung.

Saturn mit Monden, MontageMittwoch, 22. August 2007
Schlechte Recherche und keine Ahnung


Der heutige Radiowecker beginnt mit einer Zeitreise:
1961, da gab's eine Band, die weckte ganz anders und die hören wir uns jetzt einmal an. Kommt aus dem Bett. Wir sagen "Guten Morgen" hier bei Radio Darmstadt.
Den Namen der Band erfahren vorsichtshalber nicht, denn dann könnten wir nachprüfen, daß der Song Surfin' Safari von den Beach Boys erst im Juni 1962 als Single veröffentlicht worden ist. Diese Fehlinformation wird wenig später getoppt durch ein Kalenderblatt zum 22. August. Vor dreißig Jahren startete die Raumsonde Voyager 2 Richtung Jupiter und Saturn. Da Peter Fritscher seine Quelle nicht richtig verstanden hat, erzählt er uns im Duett mit Silke W. Folgendes:
Silke: Und jetzt, wer gerne mal klugscheißern möchte in der Arbeit oder wer in der Schule mal einen schlauen Spruch reißen möchte, der hat jetzt für was wann wo heute am 22.08. die Chance dazu.
Peter: Genau. Wir sprechen heute über Voyager 2. Kennst du Voyager?
Silke: Voyager hört sich [irgendwie?] spacig an.
Peter: Ja, nee, wir haben nicht mit … emmm … wir reden nicht über Star Trek, ja, [unverständlich] Raumschiff Voyager, gibt's ja auch. Nein, wir reden über die richtige Raumsonde Voyager 2 von der NASA. Sie startete nämlich am 20. August 1977, komischerweise 16 Tage früher als Voyager 1. Wir sprechen nämlich heute über Voyager 2. Voyager 1 hat aber eine kürzere Umlaufbahn [V1] genommen, deswegen wurde die Sonde, die 16 Tage vorher startete, Voyager 2 genannt [V2]. Also ein wenig kompliziert. Aber warum ich euch das überhaupt erzähle, ist nämlich, daß diese Sonde, ja, also es wurden halt diese zwei Sonden gebaut, die den Mars [V3], Jupiter und unsere Sonnenplaneten fotografieren sollten und uns Daten zu der Erde senden sollten. Was ja ziemlich wichtig eigentlich ist, ja? Und diese Sonde Voyager 2 kam nämlich am 22. August 1981 an den Saturn vorbei [V4] und schickte uns auf diesem Planeten die ersten Saturnbilder, die wir kennen. [V5]
Silke: Wow, Peter, ich bin platt. Das hört sich ja superkrass an.
Welchen tieferen Sinn dieses sinnlose Zwischengeplapper haben soll, erschließt sich mir nicht.
Peter: Ja, das ist nicht nur krass, weil bis heute funktioniert diese Sonde noch, die sendet uns immer noch Bilder [V6] und ist das erfolgreichste Weltraumprojekt von der NASA, also von allen bisher überhaupt.
Silke: Und wann war das nochmal?
Peter: Emmm … in den 60er Jah… also 70er Jahren wurde die losgeschickt am 20. August.
Silke: Wow!
Wieder so ein unmotiviertes Geplapper.
Peter: Und seit 81 [V7] schickt sie uns halt Bilder, ja? Und emmm, wie gesagt, sie gehört immer noch zu den wichtigsten Weltraumprojekten aller Zeiten und man schätzt, daß 2020 die Sonde dann den Geist aufgeben wird, weil die Energie kaputt ist [V8], ja? Also die Kernenergie gibt den Geist auf und bis dahin sendet diese Voyager 2 fleißig für uns Bilder [V9] von irgendwelchen außerirdischen Lebensformen, nein, von Saturn und von Jupiter und so weiter. Und emmm …
Silke: Von wem ist die gebaut worden?
Verstopft sinnloses Plappern die Ohren? Das hat er dir doch gerade gesagt.
Peter: Von der NASA natürlich, von den Amis.
Silke: Ok ok, alles klar. Die Amis mal wieder, da sag ich nichts.
Peter: Und damit könnt ihr klugscheißen heute auf der Arbeit. Also, geht hin und sagt, hier, wißt ihr, was am 22. August passiert ist? Da haben wir die ersten Saturnbilder empfangen. [V9]
Silke: Das ist doch mal eine Information, die sich schön klugscheißern läßt. Es ist 6 Uhr 9. Guten Morgen, Darmstadt.
Wer sich unbedingt blamieren will, sollte mit derartigen Informationen wirklich den Klugscheißer herauskehren. Radio Darmstadt, das Desinformationsradio. Denn in diesem Radioweckerbeitrag von Peter Fritscher stecken neun Falschinformationen:

Saturn, fotografiert von Voyager 2Mittwoch, 22. August 2007
Voyager 2


[V1]  Es handelt sich nicht um eine Umlaufbahn, sondern um eine Flugbahn. Umlaufen wurde nichts. Voyager 1 kam jedoch nicht aufgrund der verkürzten Flugbahn, sondern aufgrund der höheren Startgeschwindigkeit eher am Jupiter an als Voyager 2.
[V2]  Voyager 2 erhielt ihren Namen aus einem anderen Grund. Voyager 1 war die primäre Mission, während Voyager 2 als Reservemission geplant war, falls etwas mit der ersten Raumsonde schief gehen sollte.
[V3]  Beide Sonden haben keine Fotos vom Mars geschossen, sondern nur dessen Umlaufbahn um die Sonne gequert.
[V4]  Das exakte Datum der geringsten Annäherung war der 25. August 1981. Am 22. August kam Voyager 2 am Saturnmond Iapetus vorbei.
[V5]  Die ersten Saturnbilder schoß Voyager 1 am 26. August 1980 und Voyager 2 am 5. Juni 1981.
[V6]  Voyager 2 sendet keine Bilder mehr, sondern Partikeldaten.
[V7]  Voyager 2 hat vorher schon Bilder vom Jupiter und seinen Monden zur Erde gesandt, und zwar 1979.
[V8]  Die Energie ist kaputt. Typischer Fritscher-Slang. Er meint: das Plutonium an Bord geht langsam zur Neige.
[V9]  Am 22. August irgendeines nicht näher genannten Jahres haben wir eben nicht die ersten Saturnbilder empfangen.

Ehe Peter Fritscher sich an Kalenderblättern versucht, sollte er erst einmal die Grundlagen einer sorgfältigen Recherche lernen. Zur Mission von Voyager 2 gibt es eine ausgezeichnete Webseite von Bernd Leitenberger.

Screenshot zur Augustausgabe von NeonMittwoch, 22. August 2007
Silkes kleine Welt


In der heutigen Radiowecker-Rubrik von Silkes kleiner Welt erfahren wir wie in der vergangenen Woche Dinge, die wir nicht benötigen. Die Internetquelle ist schnell gefunden, die Informationen scheinen in der Augustausgabe des Lifestylemagazins Neon zu stehen. Da ich mir einen solchen Unfug nicht antue, habe ich auch keinen Blick in das Blatt geworfen.

Ausschnitt der Ansicht Square One DynamicsMittwoch, 22. August 2007
Benjamin Gürkan stellt einen Antrag …


Technikvorstand Benjamin Gürkan möchte den Klang des Senders verbessern und beantragt hierzu auf der heutigen Vorstandssitzung hochwertige Audiotechnik. Seine Begründung:
Der Klang von Radio Darmstadt ist im Vergleich mit anderen Sender dumpf und blechern und hat sehr wenig Transparenz und Brillianz. Außerdem zeigt die Erfahrung und die Auswertung der Maximal-Pegel des RTW Pegelmessers eine massive Übersteuerung. Gerade im Sprachbereich sind aufgrund fehlender Schutzmechanismen wie Limiter und Kompressoren Übersteuerungen von bis zu +8 dB (enstpricht mehr als 200% des Sendesignals!!!) bei RadaR an der Tagesordnung.
Erstaunlicherweise kommt Gürkan, der auch Vorstand für Aus– und Weiterbildung ist, nicht auf die nahe liegende Lösung des Problems: Nachschulung. Der von ihm bemängelte Klang unserer Mikrofonie liegt nicht an den Mikrofonen, die hochwertig und wohlklingend sind, sondern daran, daß es unseren Sendenden oftmals schnurzpiepegal ist, wie sie im Radio rüberkommen. Nehmen wir das Beispiel vom Sonntag (siehe die visualisierte Audiodatei): wenn schon das Original blechern klingt, wie soll dies durch einen Kompressor behoben werden? Ganz im Gegenteil – der Kompressor wird diesen hohlen Klang ganz besonders gut und transparent zur Geltung bringen. Benny Gürkan gehört zu der Gruppe junger Menschen, die für soziale Probleme nur technische Lösungen anzubieten haben. Doch hierdurch wird das zugrunde liegende Problem nicht beseitigt, wie am selben Abend deutlich wird. Nebenbei sei angemerkt, daß die auf dem RTW-Powermeter angezeigte Übersteuerung auf eine fehlerhafte Verkabelung zurückzuführen ist. Denn nur so ist es zu erklären, daß dieses Gerät alles in mono anzeigt … – Vielleicht ist es auch nur so: unsere Spielkinder benötigen ein neues Spielzeug, weil sie ihren Sound fetter rüberbringen wollen. Also erzählt Gürkan dem Rest des Vorstandes etwas von einem Pferd, das dieser Rest ohnehin nicht versteht.

Einprogrammierte WiederholungMittwoch, 22. August 2007
… und wird durch die Realität überrollt


Unsere DJs scheren sich nicht um das Klangkonzept des Herrn Gürkan. Wenn sie keine Lust mehr haben weiterzusenden, dann gehen sie eben um 23.00 Uhr nach Hause. Sie können schon nicht einmal mehr die Einspielung der Nachrichten des Deutschlandfunks abwarten, sondern starten schnell noch ihre vorbereitete Sendung Jay Frog in the Mix auf dem Studiorechner und schieben die anschließend zu wiederholenden Sendungen vom Mitschnittserver in die Playlist des Programms Winamp. Für die Dokumentation legt der Mittschnittrechner Monofiles an im Gegensatz zu den Stereofiles, die üblicherweise in der Wiederholung zu hören sind. Deshalb klingt der Sound jetzt auch etwas dumpf und blechern und es fehlt ihm an Transparenz und Brillianz. Der von Benjamin Gürkan zur Anschaffung vorgeschlagene Kompressor/Limiter wird hieran nicht das Geringste ändern. Soziale Probleme lassen sich eben nicht mit Technik lösen. Ganz abgesehen davon, daß auch bei der Stereoaufzeichung der Livesendung per MP3 viel an Brillianz und Transparenz verloren geht, wie ein Vergleich der Audiofiles zeigen würde.

Mischpult neu links und Mischpult alt rechtsMittwoch, 22. August 2007
Das Außenübertragungsmonster


Das Vorstandsprotokoll der heutigen Sitzung hält beim Tagesordnungspunkt 3 Technik fest:
Benjamin Gürkan möchte sein Mischpult für 280 € an RadaR verkaufen "Mixer Behringer MX3242X". Wir versuchen es mit der LPR zu klären.
Nachdem dieses Vorstandsmitglied das Mischpult längere Zeit auf seinem Bett gelagert hatte, brachte er es im Sommer 2006 mit in den Sender (im Bild links). Seine Vorstellung bestand darin, daß Radio Darmstadt für Außenübertragungen ein neues Mischpult benötigen würde. Nun hat der Sender durchaus ein eigenes, zumal eines, das nicht defekt ist und den Ansprüchen an eine Außenübertragung durchaus genügt (im Bild rechts). Unzählige Außenübertragungen von Radio Darmstadt konnten hiermit problemlos realisiert werden. Aber jetzt, im August 2007, scheint der Zeitpunkt gekommen, dieses seit einem Jahr in der Werkstatt herumliegende Gerät auch offiziell zu verscherbeln. Die beiden weiteren anwesenden Vorstandsmitglieder Stefan Egerlandt und Markus Lang haben kaum den Sachverstand, die Sinnhaftigkeit dieser Anschaffung beurteilen zu können. Das Abstimmungsergebnis lautete demnach auch kaum überraschend: 2 Ja–Stimmen bei einer Enthaltung. Nach den eigens erfundenen und schriftlich fixierten Vorstellungen des Herrn Gürkan hätte dieser jedoch zunächst ein ausgefeiltes Konzept [pdf] für eine neue Außenübertragungseinheit vorlegen müssen. Hierzu gehört nicht nur eine Bedarfsanlayse, sondern auch die Klärung der Frage, welche Sorte Mischpult eventuell neu angeschafft werden muß. Erst danach kann die Frage gestellt werden, ob Bennys Altgerät den Anforderungen zufälligerweise entspricht oder ob es sinnvollere Alternativen gibt. Hier wird jedoch der umgekehrte Weg gegangen. Erst den Bedarf erfinden und dabei das eigene Gerät sinnvoll verwerten.

Empfangen: Nachricht 272 von 617Donnerstag, 23. August 2007
Offizielle Behinderung der redaktionellen Arbeit


Der heutige Abruf der eingegangenen redaktionellen E–Mails zeigt, daß seit dem 8. August insgesamt 617 Nachrichten auf dem Mailserver vor sich hingeschlummert haben. Seit zwei Wochen hat sich keine und niemand für diese redaktionellen Informationen interessiert. Wenig verwunderlich ist es dann, wenn auch der Versand redaktioneller E–Mails nicht funktioniert. Der Versuch, eine solche redaktionelle E–Mail zu versenden, wird mit der Frage beantwortet, wie denn das Passwort für das POP3–Konto des Mailservers lautet. Und wer, außer dem Webmaster, kennt dieses Passwort?

Screenshot der Webseite von F+UFreitag, 24. August 2007
Veranstaltungshinweis für die Vergangenheit


Ab und zu gibt es am Freitagabend einen nicht vergebenen Sendeplatz der Unterhaltungsredaktion. Dieser wird in der Regel recht unqualifiziert mit spontanen Einfällen ausgefüllt, also dem, was unsere meist männlichen Moderatoren für unterhaltend halten. So auch heute. Unser schon vom Radiowecker am Mittwoch bekanntes Dream Team, heute ohne Susanne Schuckmann, fühlt sich verpflichtet, sich on air zu bringen. Das kann nicht gut gehen! Silke W. kündigt gegen Viertel nach acht nicht nur eine Veranstaltung an, die seit über zwei Stunden vorbei ist, sondern hat erhebliche Probleme, dem Bildungsträger F+U brauchbare Namensbestandteile für das F und das U zu geben:
F und U ist, emmmmmm, die Initiative Forschung und Unterricht. Forschung, Unterricht. Und Unterricht. Hochschulen. Emmmm, ist ganz interessant. Vielleicht sollte man sich mal das angucken, wenn man noch Berufswünsche hat und nicht weiß, was man machen soll. Da kann man sich nämlich da weiter informieren.
Der Moderatorin ist zu empfehlen, sich vorher über das Thema ihres Beitrags zu informieren, das erspart ihr und ihren Hörerinnen und Hörern die anschließende Peinlichkeit eines seltsam motivierten Vortrags, bei dem nicht einmal das Kürzel richtig wiedergegeben wird. F+U steht für Fortbildung und Unterricht. Ist aber nicht so wichtig, wenn der Termin sowieso schon vorbei ist …

Und weil die Daten ohnehin nicht so wichtig sind, erzählt uns Koray E. zum Abschied, wann diese wundervolle Sendung wiederholt wird: Die erste Stunde von 5 bis 6 Uhr (am Samstagmorgen) und die gesamte Sendung von 11 bis 13 Uhr. Er ist so in seinem Radioweckertran, daß er nicht berücksichtigt, daß der Radiowecker am Samstag, so er denn stattfindet, erst um 7.00 Uhr beginnt. Und dieser fiel einmal mehr aus, zum 41. Mal in diesem Jahr. Übrigens, Koray, Darin ist nicht neunzehn, sondern zwanzig Jahre alt, auch wenn das in deiner Internetvorlage so stehen mag. Er hatte zwischendurch einmal Geburtstag.
Screenshot der DVDSamstag, 25. August 2007
Zufällig gelesen


Eine besonders geistreiche Variante der Internetvorlesung präsentiert uns heute Moderator Max G. bei YoungPOWER. Rein zufällig spricht er mit seiner Kollegin Jana M. über die Karotten in der Küche, um sich genauso zufällig an einen Beitrag zu erinnern, den er "letztens gelesen" habe. Wie es der Zufall will, liegt der Beitrag [mögliche quelle] vor ihm auf dem Tisch und er liest ihn brav vom Blatt oder gar direkt vom Monitor ab.

Seine Kollegin Jana M. möchte ins Kino gehen und empfiehlt Born to be wild. Nun lief der Film in Deutschland schon im April an, aber dafür kann Jana die Filmbeschreibung zur inzwischen erschienenen DVD [mögliche quelle] sehr schön, wenn auch mit einem fürs Ablesen charakteristischen Hänger anbringen. Welchen tieferen Sinn ein Kinotip für einen Film hat, der in Darmstadt längst nicht mehr läuft, weiß nur sie allein. Von mir darauf angeschrieben, erklärt sie:
Der Kinotipp "Born to be wild" war eine Notlösung, die ich für einen Beitrag gebraucht habe, weil ich meinen Bericht verlegt hatte (und das leider erst im letzten Augenblick gemerkt hatte) und noch schnell etwas gebraucht hatte. Es tut mir wirklich sehr leid, und ich versichere Ihnen 110%ig, dass ich meine Texte sonst immer aus eigener Hand schreibe. So etwas kommt sonst nicht vor.
Die Moderatorin ist 17 Jahre alt, hat eine wundervoll einschmeichelnde Stimme und könnte echt etwas aus sich machen. Einen Beitrag zu verlegen, ist nicht schlimm. Aber, anstatt ihn zu suchen und das Programmelement Kinonews um einige Minuten zu verschieben, lieber Unsinn zu erzählen, halte ich für keinen guten Stil.

Jinglemaschine mit RadaR-PromotrailerSonntag, 26. August 2007
Flashbacks


Heute Nachmittag können wir noch zweimal den wunderbaren Promotrailer [mp3] des Senders hören, der mit einer Kabelfrequenz hausieren geht, die es seit fast einem Jahr nicht mehr gibt. Originellerweise verkündet er eine neue Art des Radios, was gegen 15.00 Uhr tatsächlich zutrifft. Erst hören wir ein 20–sekündiges Sendeloch und dann diese Eigenwerbung. Nun könntet ihr euch fragen, weshalb dieser Sender es nicht schafft, den entsprechenden Tonträger endlich aus dem Verkehr zu ziehen. Die Antwort lautet schlicht: es geht nicht. Oder zumindest: es könnte gehen, falls die Studiotechnik-Bastelgruppe sich ein Mal ernsthaft mit den Studiogeräten beschäftigen würde. Tut sie aber nicht. Seit dem 22. April (also seit vier Monaten) rückt das MiniDisc-Abspielgerät die eingelegte MiniDisc nicht mehr heraus, so daß dieses Gerät nur noch als Cart Player fungiert. Auf dieser MiniDisc sind die wichtigsten Jingles und Trailer vorhanden, und natürlich auch die inzwischen veraltete Eigenpromotion. Daß sich manche Sendende nicht daran stören, liegt nicht zuletzt daran, daß auch der Aufkleber am Regietisch für die nicht mehr existierende Kabelfrequenz für Groß-Gerau und Weiterstandt noch nicht entsorgt wurde. Die Lösung ist natürlich denkbar einfach: man (oder frau) schraubt das Gerät auf, untersucht die verhakte Mechanik, holt die MiniDisc heraus und löscht den Promotrailer. Aber wer weiß – vielleicht gibt es ja längst eine digitale Kopie auf dem Studiorechner …

Wendeschleife Arheilgen, noch mit OberleitungDienstag, 28. August 2007
Die Oberlinie ist bereits verschwunden


Nachdem es am gestrigen Montag zum 42. Mal in diesem Jahr keinen Radiowecker gegeben hat, verkündet Moderator Christian K. in der heutigen Ausgabe, daß das Programm von Radio Darmstadt, "was es in den nächsten Wochen gibt, auch im September", auf unserer Webseite zu finden sei. Da hätte er vielleicht besser einmal nachrecherchiert. Denn auf der Webseite findet sich noch als aktuelles Programm das vom Juli [pdf]. Offensichtlich hat unser Kompetenzteam diese Webseite schon längst aufgegeben.

Zwanzig Minuten später berichtet Christian K. über den Fortschritt der Bauarbeiten in Arheilgen. Die Straßenbahn verkehre zukünftig nicht länger über die Wendeschleife an der Hofgasse, "die Oberlinie ist bereits verschwunden". Meint er vielleicht die Oberleitung?

Screenshot des Portals studiVZMittwoch, 29. August 2007
Falsch verstanden


Es gibt Sendungen, da kann man und frau sich darauf verlassen, falsch oder unvollständig informiert zu werden. So ist es auch beim Radiowecker am Mittwoch, vor allem dann, wenn Silke W. ihre kleine Welt vorstellt. Nachdem ich in den vergangenen Tagen intern die Beitragsklauerei aus dem Internet angeprangert habe, dünkt sie sich heute besser abgesichert, wenn sie (ganz allgemein) ihre Quelle benennt. Dies garantiert jedoch keine wahrheitsgemäßen Erkenntnisse. Heute stellt Silke W. das Portal studiVZ vor. Sie bezieht sich hierbei auf eine Basispräsentation [pdf] des Vermarkters dieses Studiportals. Daher nimmt sie auch ihre Zahlen. So habe das Netzwerk im März 2007 etwa eine Million achthundert Nutzerinnen und Nutzer gehabt, im Juli 2007 seien es sogar zwei Millionen achthundertsiebenundachtzig gewesen. Die Angabe tausend wird großzügig weggeschlabbert. Die größten Gruppen innerhalb dieses Netzwerks werden in der Präsentation ebenfalls benannt und Silke W. liest die Daten einfach ab. Nirgendwo steht dort jedoch, daß hiermit alle Gruppen erfaßt sind; und hier rächt es sich, sich einfach auf eine Quelle zu beziehen. So hätte Silke W. beispielsweise nachrecherchieren können, daß es weitere Netzwerkgruppen gibt, welche die von ihr angegebene Rangliste verändern. So richtig falsch wird es jedoch … ach, lassen wir sie doch selbst zu Wort kommen:
Silke W. : Ergänzt wurde das Team durch Michael Brehm am Dritten 2006. […]
Peter F. : Und das ist ja verkauft worden auch, gell?
Silke W. : Genau, da wollte ich gerade drauf …
Peter F. : Entschuldigung.
Silke W. : Die haben das jetzt verkauft. Seit März null sieben, also seit diesem März, an die GWP, also das ist 'ne Firma, die sich für die Vermarktung von Online-Angeboten und Qualitätsmedien zur Verfügung stellt.
Hätte Silke W. die von ihr auch nebenbei erwähnte Zweitquelle Wikipedia etwas genauer betrachtet, dann hätte sie vielleicht den Unterschied zwischen Verkaufen und Vermarkten begriffen. Gekauft wurde das Portal nämlich von der Holtzbrinck-Gruppe.

Darmstadts SchwesterstädteDonnerstag, 30. August 2007
Gedreht und verlesen


Im heutigen Radiowecker wird der Eindruck des Ablesens der immer noch beliebten Kalenderblätter streng vermieden. Damit keiner und niemandem auffällt, woher Redakteur Christian K. seine Informationen nimmt, kürzt er nicht nur die relevante Information oder stellt den Satzbau um – nein, selbst die Namen müssen dran glauben. So wird aus der ersten Bischöfin der Evangelischen Kirche, Maria Jepsen, eine Frau Jespen. Auch die wenig später verlesene Pressemitteilung der Stadt Darmstadt zur Vollversammlung der Europapreisträgerstädte Mitte September in Passau wird nicht als solche dargestellt. Der Deutsche Presserat hat in seinem Pressekodex klargestellt, daß die Übernahme von Pressemitteilungen gekennzeichnet werden muß, doch diese Organisation ist für den Hörfunk nicht zuständig. Dennoch gebietet das Verantwortungsbewußtsein auch dem ehrenamtlichen Journalismus eine dem Hörfunk angepaßte sinngemäße Umgangsweise. Ob der Programmrat von Radio Darmstadt jemals in der Lage sein wird, dies dem Herrn K. zu vermitteln?

Freitag, 31. August 2007
Aufgehangen


Nachdem schon gestern Nacht um 23.00 Uhr die Nachrichten des Deutschlandfunks entfallen sind, wird Darmstadt am frühen Morgen nicht durch den im laut Kulturredakteur Gerhard S. immer stimmenden Programmflyer angekündigten Radiowecker aufgeweckt. Dies hat Folgen für das Programm. Um 8.00 Uhr wird die Wiederholung des gestrigen Abendprogramms nicht neu gestartet und um 11.25 Uhr hängt sich folgerichtig der Sendecomputer zum 40. Mal hörbar auf [mp3]. Zwar wird dieser Hänger schon nach fünf Minuten abgestellt, aber das Grundgerüst des Vormittags– und Mittagsprogramms gerät nun erst recht aus allen Fugen. Wenn man und frau bedenkt, daß dieses Computerproblem schon seit ziemlich genau einem halben Jahr bekannt ist und daß die Lösung in Form des Einbaus einer neuen Soundkarte ebenfalls schon monatelang auf der Agenda steht, dann kann und muß den hierfür verantwortlichen drei Vorstandsmitgliedern für das Ressort Studio und Technik bestenfalls Inkompetenz unterstellt werden. Manche Verantwortliche bei Radio Darmstadt tun wirklich alles dafür, das vielbeschworene Image des Senders ins Lächerliche zu ziehen.

Sendeantenne auf dem Dach der Hochschule DarmstadtFreitag, 31. August 2007
Blackout


Ab 14.17 Uhr ist das Sendesignal von Radio Darmstadt drei Stunden lang nicht zu hören. Im Rauschen läßt sich das Signal von RPR1 erkennen. Bei Bauarbeiten am Turm der Hochschule Darmstadt, auf dessen Dach sich der Sendemast von Radio Darmstadt befindet, wurde durch unsachgemäßes Arbeiten das Sendesignal gekappt. Als gegen Viertel nach fünf wieder das Programm von Radio Darmstadt zu hören ist, läuft die Wiederholung der gestrigen Ausgabe des russischen Magazins Prima. Möglicherweise hat eine Person im Sender zunächst an eine Störung des Sendecomputers gedacht (die gab es auch, aber schon um 11.25 Uhr) und gegen 15.04 Uhr das zu wiederholende Programm neu gestartet. Warum dann allerdings nicht ab 17.00 Uhr die Austauschsendung Ich such die DDR zu empfangen ist, weiß wohl nur Ralf D. allein, der sie hätte einlegen sollen.

Freitag, 31. August 2007
Bilanz: Auch im August bessert sich tagsüber die Zuverlässigkeit des Programms nicht wesentlich


Durch diverese technische Eskapaden und mangelnden Einsatz für ein Programm, das sich Radiowecker nennt, ist das morgendlich und mittäglich gesendete Programm von Radio Darmstadt für die Hörerinnen und Hörer zu einer vollkommen undurchschaubaren Angelegenheit geworden. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Einblick in Anspruch und Wirklichkeit im Programm von Radio Darmstadt. Hierbei wird untersucht, ob es einen Radiowecker gab oder nicht und ob das nachfolgende Programm von 8.00 bzw. 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr den Vorgaben entsprochen hat.

Monat Programmflyer korrekt? gesendetes Programm korrekt? geplante Radiowecker tatsächliche Radiowecker Hänger Sendecomputer Zuverlässigkeit
März an 27 von 31 Tagen an 22 von 31 Tagen an 23 Morgen an 20 Morgen 6 79%
April an 28 von 30 Tagen an 25 von 30 Tagen an 22 Morgen an 20 Morgen 1 88%
Mai an 30 von 31 Tagen an 19 von 31 Tagen an 24 Morgen an 13 Morgen 10 58%
Juni an 28 von 30 Tagen an 20 von 30 Tagen an 22 Morgen an 12 Morgen 7 61%
Juli an 28 von 31 Tagen an 20 von 31 Tagen an 23 Morgen an 13 Morgen 10 55%
August an 27 von 31 Tagen an 24 von 31 Tagen an 24 Morgen an 17 Morgen 2 65%

Tabelle: Entsprach das Morgen– und Mittagsprogramm von März bis August 2007 den Vorgaben?

Wir können (als Beispiel für den August) hieraus ersehen: Für 27 der 31 Tage des Monats stimmte die Programmvorschau, aber an nur 24 Tagen wurde das vorgesehene Programm auch gesendet. Das lag zum Teil an ausgefallenen Radioweckern, zum Teil an den Hängern des Sendecomputers, mitunter auch an anderen technischen Problemen. Deshalb waren für August zwar 24 morgendliche Radiowecker vorgesehen, aber es wurden nur 17 auch ausgestrahlt. In der Summe bedeutet dies, daß man und frau dreimal pro Woche damit rechnen kann, daß irgendein Programm gesendet wird, nur nicht das, was zu erwarten gewesen wäre.

Screenshot PlaylistFreitag, 31. August 2007
Playlist wird noch uninteressanter


Auch der fünfte Monat brachte der Playlist von Radio Darmstadt keinen innovativen Schub. Wir erinnern uns: Seit Anfang April können Hörerinnen und Hörer, sofern sie das Feature auf der Webseite des Senders überhaupt finden, einzelne gehörte Songs gezielt nachschlagen. Radio Darmstadt stellt hierfür mittels einer Playlist eine Auflistung gespielter Songs zur Verfügung. Zwei grundsätzliche Probleme begleiten dieses innovative Feature: erstens wurde es nur für das Liveprogramm programmiert, obwohl durch einen ausgeklügelten Algorithmus auch das Wiederholungsprogramm abgefragt werden könnte. Und zweitens: die meisten Sendenden stellen keinen Song ein, das Feature ist für sie ohne jedes Interesse. Die statistische Auswertung für den Monat August ergibt folgendes niederschmetternde Bild:

Vier (Mai: 7; Juni: 6; Juli: 5) Sendungen haben an fünf (Mai: 15; Juni: 10; Juli: 7) Terminen 116 (Mai: 323; Juni: 134; Juli: 140) Tracks in die Playlist eingegeben. Diese Daten wurden von vier Personen hochgeladen. Der Anteil der in die Playlist eingetragenen Titel ist somit im Vergleich zu den Vormonaten auf weniger als die ohnehin uninteressanten 2% gesunken. Auch hier produziert der Sender wohl weiterhin mehr Schein als Sein.

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Dem Genitiv ist das Dativ seine Tode. Peinlich daran ist, daß sich im Januar ein sogenanntes Flyerteam zusammengefunden hat, das nicht weniger als zwei Lektoren in seinen Reihen wußte. Mit dem Lektorat scheint es jedenfalls so bergab zu gehen wie mit dem ganzen Sender. Hat es sich noch nicht bis zu Susanne Schuckmann und Peter Fritscher herumgesprochen, daß Fremdbeiträge sinnigerweise noch einmal auf ihre Rechtschreibschwächen, Syntaxfehler und Satzkonstruktionen abzuklopfen sind? Wird einfach nur noch gedruckt, was angeliefert ist, egal ob es brauchbar ist oder gar stimmt? Kein Wunder, daß in einzelnen Sendungen genauso gehandelt wird, wenn fleißig und zum Teil unverstanden aus dem Internet vorgelesen wird.

[2]   Wiedergabe nach dem Höreindruck.

[3]   Bemerkenswert, daß auch einem grünen Politiker wie Jochen Partsch nichts Besseres gegen das Alkiunwesen einfällt als ein Verbot. Seltsamerweisen werden alle Kerben und vor allem das Heinerfest nicht verboten, obwohl sich hier noch ganz anders die Kanne gegeben wird; und selbstverständlich auch von Jugendlichen unter 18 Jahren.

[4]   Die verlinkten Seiten zu den jeweiligen Themen bieten nur einen Anhaltspunkt, worum es geht; ob ausgerechnet diese Webseite abgekupfert wurde, ist ohne Einblick in das Redaktionsmaterial zur Sendung nicht zu sagen.

[5]   Hier liegt jedoch keine Urheberrechtsverletzung vor, weil der Werbebeitrag ja ausdrücklich im Radio gespielt werden soll. Die Frechheit liegt darin, vorzugaukeln, als habe man selbst mit dem Experten gesprochen.

[6]   Konsequent beantragt Peter Fritscher zur Programmratssitzung am 13. August 2007 eine Lust-und-Laune-Verlängerung bis 17.00 Uhr. Der Programmrat stellt sich auf den Standpunkt: ent–oder–weder: also entweder einstündig oder zweistündig, aber nicht mal so, mal so.

[7]   Die Sonntagssendungen der Musikredaktion laufen unter der Bezeichung "fILTER".

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 26. März 2008 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2007, 2008, mit Ausnahme der Bilder RD070828.jpg, RD070880.jpg, RD070882 und RD070883.jpg Courtesy NASA/JPL-Caltech, sowie RD070709.jpg ©  Norbert Büchner. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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