Mischpult Studio 2
Unerklärliches in Studio 2

Radio Darmstadt

Chaotischer Programmablauf

Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite wird der chaotische Programmablauf am 4. und 5. Juni 2007 als Beispiel dafür dokumentiert, wie sich Probleme mit Sendetechnik ungehemmt auf das Programm niederschlagen und für unnötiges Chaos sorgen.

 


 

Montag, 4. Juni 2007

Der vom Programmschema her vorgesehene Programmablauf ist dieser:

16.00 Uhr    Bunter Montags–Mix
17.00 Uhr    Gegen das Vergessen
18.00 Uhr    lyrics and poetry
19.00 Uhr    Party Monday
20.00 Uhr    Crazy Monday
21.00 Uhr    Local Heroes
23.00 Uhr    Deutschlandfunk-Nachrichten
23.09 Uhr    Local Heroes Extended
00.00 Uhr    Beginn der Wiederholung des Abendprogramms

Screenshot der Webseite von Radio WeWeWe
Welle West Wetterau

Der Moderator des Bunten Montags Mixes, Michael G., ist beim Veranstaltungsradio zum Hessentag in Butzbach dabei. Für ihn springt sein Redaktionskollege aus der Unterhaltungsredaktion Michael S. ein. Die Musikfarbe ist etwas rockiger und bluesiger, aber die Sendestunde geht ohne besondere Vorkommnisse zuende

MiniDisc-Player in Studio 2
Der Übeltäter

Während in Studio 1 der Montags-Mix abmoderiert wird, ist Studio 2 durch eine Vorproduktion belegt. Die beiden Moderatorinnen der Sendung Gegen das Vergessen können erst in letzter Sekunde das Studio betreten und haben keine Gelegenheit mehr, das Studio auf seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen und für ihre eigenen Bedürfnisse einzurichten. Um 17.00 Uhr übernehmen sie das Sendesignal aus Studio 1. Bei der Übernahme erstirbt trotz geöffnetem Regler die Musik aus Studio 1. Die Technikerin startet nun den Redaktionsjingle von MiniDisc, aber das Gerät verweigert den Dienst. Es kommt zu einem ersten – von den beiden Moderatorinnen nicht zu verantwortenden – Sendeloch. Michael S. übernimmt nach einer Minute im anderen Sendestudio das Sendesignal und spielt eine bluesige Coverversion von Come Together ein.

Aushang Ausbildungskonzept
Seminaraushang

Inzwischen haben sich die beiden Moderatorinnen von Gegen das Vergessen Hilfe organisiert. Peter Fritscher und Susanne Schuckmann, die in einem von Benjamin Gürkan durchgeführten Multiplikatoren-Seminar alles über das Radiomachen gelernt haben, um dies anderen Sendenden in speziellen Ausbildungsseminaren weiter zu vermitteln, sind jetzt gefordert, ihr Wissen umzusetzen. Doch auch sie können nicht herausfinden, warum in Studio 2 nichts auf den Sender geht. Nach sechzehn Sekunden hören wir wieder ein kurzes Sendeloch, gefolgt von weiteren Bluestakten und einem diesmal siebzehnsekündigen Sendeloch. Während in Studio 2 beratschlagt wird, wird das Stück in Studio 1 beendet. Der CD–Player ist auf Singlemodus eingestellt, weshalb es zu einem weiteren Sendeloch kommt. Nach knapp einer Minute hätte die automatische Sendeloch-Erkennung einspringen und Musik einspielen müssen. Dies geschah jedoch nicht, auch hier versagte die Technik. Nach anderthalb Minuten startete Michael S. in Studio 1 eine bluesige Coverversion von Dear Prudence.

CD-Player in Studio 1
Nicht gewarteter CD–Player

Zwischenzeitlich hatten die beiden Moderatorinnen von Gegen das Vergessen beschlossen, ihre Sendung aus Studio 1 zu fahren und sie richteten sich dort ein. Doch auch hier wurden sie mit den Tücken einer länger nicht von den drei Technikvorständen gewarteten Studiotechnik konfrontiert. Zunächst wurde ihr Einführungsjingle auf der Basis der Moorsoldaten zweimal unterbrochen. Im Anschluß an den Jingle sollte ein Stück von CD gestartet werden. Aber auch dieser CD–Player verweigerte seinen Dienst, was ein weiteres etwa einminütiges Sendloch zur Folge hatte. Zehneinhalb Minuten nach dem regulären Start konnte Monika K. endlich mit der Moderation beginnen. Dieser Einstart in die Sendung sieht visualisiert so aus:

Screenshot Audiodatei

Es ließ sich im Nachhinein nicht rekonstruieren, weshalb das Senden aus Studio 2 nicht möglich war. Da die Technikerin keinen Kopfhörer aufgesetzt hatte, konnte sie mir nachträglich das Szenario nicht in allen Einzelheiten benennen. Einen Kopfhörer aufzusetzen ist immer sinnvoll, aber zur Zeit fehlt es an genügend funktionsfähigen Exemplaren, weil auch hier die drei Technikvorstände nicht tätig werden. Die Sendenden bleiben sich selbst überlassen; dabei kommen dann Sendelöcher und deutlich hörbare technische Pannen zustande. Gegen Ende der Sendung betrat ich die Studioräume und versuchte herauszufinden, weshalb die Technik versagt hat. Die Studioumschaltung von Studio 1 auf Studio 2 und zurück funktionierte genauso einwandfrei wie das beim erstmaligen Abspielen des Redaktionsjingles benutzte MiniDisc-Gerät. Andererseits läßt sich durch das Abhören des Audiofiles erkennen, daß die Technikerin der Sendung am Desaster unschuldig gewesen ist. Würde die Technik auf dem Stand von vor einem Jahr sein, wäre dies alles nicht vorgekommen. Der Vorstand des Vereins zog es jedoch vor, die bisherige kompetente Technikerin und den ebenso kompetenten Techniker aus dem Verein auszuschließen. Dies sind nun die deutlich hörbaren Folgen.

Mischpult in Studio 1
Mischpult mit Pegelmesser

Nachdem die Sendung ansonsten weitgehend störungsfrei zuende geführt werden konnte, springt Michael S. für einen weiteren Kollegen, diesmal aus der Kulturredaktion, ein. Gerhard Schönberger, der Moderator von lyrics and poetry, ist längerfristig verhindert. Deshalb hören wir eine Konserve, die im Laufe der Zeit schon mehrfach als Notsendung eingelegt wurde. Was daran sinnvoll sein soll, eine Art Dauerwiederholung einzurichten, wird das Geheimnis des Senders bleiben. Genauso wird es das Geheimnis von Michael S. bleiben, weshalb er nicht den aufgezeichneten Pegel dieser Sendung vorab überprüft hat, denn diese Sendung bekommt über weite Strecken vom Mischpult bei den Spracheinstellungen einen Pegel von minus 5dB, bei Musik gar von minus 10dB verpaßt. Soll heißen: die am Radio hörbare Lautstärke wird durch unsachgemäßes Fahren einer Sendung halbiert. Was zuvor klar zu vernehmen war, wird nun geflüstert.

Laut Programmflyer wäre nun die Sendung Party Monday an der Reihe. Der Moderator dieser Sendung ist jedoch nach einer vom Vorstand angezettelten Querele aus dem Verein ausgetreten. Deshalb füllt Andy U., der eigentlich erst eine Stunde später den Crazy Monday moderieren sollte, auch diese Sendestunde. Da er jedoch noch zum Hessentag nach Butzbach fahren will, um seinen Kumpel Michael G. dort zu treffen, erhält Radio Darmstadt ein innovatives Kuriosum. Andy U. zeichnet seine Sendung auf und spielt sie um 20.00 Uhr als Wiederholung gleich noch einmal ein.Nun ist die Sendung nun wirklich nicht so gehaltvoll gewesen, daß es angeraten schien, sie gleich noch einmal zu wiederholen; und deshalb stellt sich die Frage, ob es nicht eine sinnvollere Alternative gegeben hat.

Für diejenigen, die von dieser Dopplung nicht genug bekommen können, nennt er als Uhrzeit für die Wiederholung der Sendung am folgenden Dienstagmorgen die Zeit zwischen 10.00 und 12.00 Uhr. Dies ist jedoch eine der Radio Darmstadt durchaus üblichen undurchdachten Ansagen; ein Blick in den diesmal stimmenden Programmflyer hätte dem Moderator weitergeholfen. Dort heißt es: von 9.00  bis 11.00 Uhr Mohnrot und anschließend beginnt die Wiederholungsschiene neu mit der Sendung Gegen das Vergessen. Doch hierzu kommen wir noch.

Screenshot von der Local Heroes Webseite
Local Heroes im Internet

Marc W. begrüßt sein Publikum zur zweistündigen Ausgabe von Local Heroes. Normalerweise hängt der Moderator nach den Deutschlandfunk-Nachrichten um 23.00 Uhr noch eine Stunde dran und so ist es auch im Programm vorgesehen. Heute jedoch will er früher gehen, und das wird fatale Folgen haben. Zunächst spielt er den Jingle für die nachfolgenden Nachrichten ein, dann werden diese pünktlich um 23.00 Uhr übernommen. Neun Minuten später ertönt der Abspannjingle zu diesen Nachrichten und eigentlich müßte jetzt die Wiederholung des Nachmittags– und Abendprogramms gestartet werden.

Nun wissen wir, daß das aufgezeichnte Nachmittagsprogramm ab 17.00 Uhr mit einem fast einminütigen Sendeloch beginnt, aber das wurde Marc W. nicht mitgeteilt. Bis Februar 2007 gab es einen Chef bzw. eine Chefin vom Dienst, der oder die das Problem hätte notieren können. So hätte der letzte live Sendende eine Fehlerbeschreibung vorliegen gehabt und eine Marschroute dafür, was beim Starten der Wiederholung zu beachten ist. Vorstand und Programmrat meinten jedoch Ende 2006, auf diese wichtige Kontrollfunktion verzichten zu können. Das Ergebnis dieser undurchdachten Aktion ist nun hörbar.

Marc W. hört zu Beginn der Wiederholung nichts, was ja auch richtig ist, denn es wurde ein Sendeloch aufgezeichnet. Er spielt deshalb Musik ein. Wer genau hinhört, bemerkt, daß er immer wieder die Musik ein wenig herunterfährt um nachzuhören, ob der Sendecomputer inzwischen etwas anderes als ein Sendeloch sendet. Dabei entsteht ein weiteres halbminütiges Sendeloch, bevor er auf das am Nachmittag gespielte Come Together überblendet. Diese Sequenz wird durchgehalten, bis das Stück beendet ist. Vor sechs Stunden gab es hier ein erneutes Sendeloch, das jetzt in der Nacht nach vierzig Sekunden durch das Einspielen des gerade laufenden Programms des Deutschlandfunks beendet wird. Nach zweieinhalb Minuten hören wir dann wieder Dear Prudence sowie den Einstieg in die Sendung Gegen das Vergessen. Da es auch hier zu Aussetzern kam, die nun wiederholt werden, wird wiederum auf den Deutschlandfunk umgeschaltet, diesmal für eine Viertelstunde. Schließlich hören wie den Rest der Sendung Gegen das Vergessen vom Nachmittag. Zugegeben: es ist nicht einfach, ein Programm zu gestalten, wenn man nicht weiß, welche Kapriolen das vom Computer generierte Programm noch bereit hält. Vielleicht war Marc W. ab einem bestimmten Punkt auch nur noch vorsichtig und hat solange ein anderes Programm eingespielt, bis er sicher sein konnte, daß keine weiteren Sendelöcher mehr folgen. Warum dies jedoch das Programm des Deutschlandfunks sein mußte und statt dessen nicht eigene Musik eingespielt wurde, ist seltsam.

Halten wir fest: die unbekannten Probleme, die um 17.00 Uhr aufgetreten sind, hinterlassen ihre Spuren auch zu später Stunde. Für die nicht gewartete und deshalb teilweise unzuverlässig funktionierende Technik und damit auch für die hierdurch auftretenden Probleme sind die drei Vorstandsmitglieder für das Ressort Studio und Technik verantwortlich zu machen.

 

Dienstag, 5. Juni 2007

Bis gegen 5.00 Uhr morgens läuft die Nachtschiene ohne Probleme, aber in der folgenden Stunde wird die Sendung Gegen das Vergessen mit allen bekannten Aussetzern wiederholt. Bemerkenswert ist, daß die Sendeloch-Erkennung zweimal anspringt, was sie am Vortag nicht getan hatte. Von 6.00 bis um 8.00 Uhr hören wir ein Radiowecker-Surrogat, das heute um einige Minuten verlängert wird. Christian K. liefert zum Überblenden der Aussetzer zu Beginn der ersten zu wiederholenden Sendestunde noch eines seiner nur mäßig beliebten Kalenderblätter, ehe er gegen 8.08 Uhr in den Beginn der zu wiederholenden Sendung Gegen das Vergessen überblendet. Da er am gestrigen Nachmittag die Probleme mit dem Einstart selbst mitbekommen hat, macht er sogar etwas ziemlich Geschicktes: anstatt sofort in die angelaufene Wiederholung überzublenden, die aus einem mehrfach gestörten Eingangsjingle und einem nachfolgenden Sendeloch besteht, spielt er von MiniDisc den Eingangsjingle zeitlich so ein, daß die Anmoderation von Monika K. fast direkt im Anschluß zu hören ist.

Screenshot Livestream Statusseite
Status des Livestreams

Einmal im Monat wird die Wiederholung am Dienstag um 9.00 Uhr für die zweistündige Sendung der 50+–Redaktion Mohnrot angehalten, so auch heute. Dies ist der Fall, den Andy U. gestern abend nicht bedacht hatte und für den ein Blick in den Programmflyer hilfreich gewesen wäre. Die Technik der Sendung fährt zum ersten Mal Meinhard D. [1]. Deshalb läuft nicht alles so glatt, wie es sein sollte. Die Sendung beginnt mit etwa zehn Sekunden Pause, ehe die Moderatorin Christel F. einen kurzen Überblick zur geplanten Sendung gibt. Sie sagt die Frequenzen des Senders auf, dabei unterläuft ihr bei der Angabe zum Livestream ein Fehler, denn eine URL www.radiodarmstadt.de/livestream gibt es nicht. Während der nun erschallenden klassischen Musik ist ein Mikrofon offen geblieben, wir können also leise der Unterhaltung zwischen Moderatorin und Techniker lauschen. Zu Ende der Musik können wir einen Dialog verfolgen, wie es nun weitergehen soll, da die vom Computer abgespielte Musik richtig angeklickt werden muß. Das sind typische Anfängerfehler, und man und frau sollte sie wirklich nicht überbewerten. Besser wäre es allerdings gewesen, einen Techniker im Hintergrund gehabt zu haben, der ein gewisses Maß an Sicherheit hätte vermitteln können. In den vergangenen Sendungen von Mohnrot hatte Christian K. die Technik gefahren; er war wohl heute nicht abkömmlich.

Auszug aus dem Juniprogramm
Juniprogramm (Auszug)

Für die Zeit nach 11.00 Uhr stellte sich dann das Problem, wie im Anschluß an die Livesendung mit der Wiederholung fortgefahren wird. Grundsätzlich gibt es zwei Optionen, auch wenn Christian K. eine interessante Variante beigesteuert hat. Option 1 geht davon aus, daß die Wiederholung nach der Sendung neu gestartet wird. Bei Option 2 wird bei Beginn der Livesendung einfach der Regler für die Wiederholung heruntergezogen und anschließend der Regler wieder hochgezogen. Christian K. wußte eine neue Variante einzuführen, die darin besteht, die Wiederholung im Hintergrund zu stoppen und passend zum im Programmflyer veröffentlichten Sendeschema rechtzeitig so zu starten, daß bei Ende der Sendung die Wiederholung korrekt weiterläuft. Anders gesagt: er fand eine geniale Lösung für eine Vorgabe, die vom Flyer-Kompetenzteam bar jeder Kenntnis des Programmablaufs am grünen Tisch ersonnen wurde. Bezeichnend ist es, daß es hierzu keine Vorgabe des Programmrats gibt. Technisch ist keine andere Lösung möglich, weil die Wiederholungssteuerung per Computer viel zu starr programmiert worden und von den Feinheiten unseres Programms überfordert ist. Da war die bis Februar 2007 angewandte Lösung, die Wiederholung mittels eines DAT–Bandes aufzuzeichnen und abzuspielen, wesentlich flexibler. Der Programmflyer bietet in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007 folgende Lösungen an:

Sendetag8.00 Uhr laut Programmflyertatsächlich gesendet um 8.00 Uhr11.00 Uhr laut ProgrammflyerLösung Flyer bedeutetLösung tatsächlich
9. Januar 2007ParadoXityParadoXity / Sendeloch [2]Kapital – VerbrechenNeustartNeustart DAT
6. Februar 2007lyrics and poetryFußpilzshowGegen das VergessenNeustartNeustart DAT
6. März 2007Gegen das VergessenGegen das Vergessenlyrics and poetrytechnisch nicht möglichNeustart im Hintergrund [3]
3. April 2007Gegen das VergessenGegen das Vergessenlyrics and poetrytechnisch nicht möglichNeustart im Hintergrund [3]
8. Mai 2007Gegen das VergessenGegen das Vergessenlyrics and poetrytechnisch nicht möglichNeustart im Hintergrund [3]
5. Juni 2007Gegen das VergessenGegen das VergessenGegen das VergessenNeustartNeustart
3. Juli 2007Gegen das VergessenGegen das Vergessenlyrics and poetry [4]Wiederholung läuft im Hintergrund weiter [5]Neustart im Hintergrund [3]
7. August 2007Gegen das VergessenGegen das VergessenNanga Parbat Itechnisch nicht möglichNeustart [6]
4. September 2007Gegen das VergessenGegen das VergessenFußpilsshowWiederholung läuft im Hintergrund weiterWiederholung läuft im Hintergrund weiter
Sendecomputer
Sendecomputer (Rückansicht)

Wenn schon das Flyerteam verschiedene Lösungen für das Problem anbietet, wie sollen dann die Hörerinnen und Hörer das Programm verstehen?

Nun wird auch Mohnrot mit den technischen Problemen des Nachmittags am Tag zuvor konfrontiert. Meinhard D. zieht sich dabei vergleichsweise gut aus der Affäre. Die Sendung wird einfach um etwa acht Minuten verlängert, das Gespräch mit einem Redaktionsmitglied zu dessen Erlebnissen in Indien bis in die neue Sendestunde fortgeführt. Zwar kann er nicht alle aufgezeichneten Sendelöcher überspielen, aber die Lösung des Problems ist ausgereifter als das Einspielen einer Sendung des Deutschlandfunks, wie in der Nacht zuvor. Interessant ist, daß die Sendeloch-Erkennungssoftware diesmal einschreitet, als um 11.14 Uhr nach dem Einleitungsjingle der Redaktion Gegen das Vergessen das Problem mit dem nicht funktionierenden CD–Player wiederholt wird. Warum dieses Sendeloch am Vormittag erkannt wird, aber am Nachmittag zuvor nicht, wird wohl das Geheimnis des Programmierers bleiben.

Verschwiegen werden soll nicht, daß die merkwürdige Dopplung des Crazy Monday von 13.00 bis 15.00 Uhr bestaunt werden konnte. Ob eine oder jemand an Radio Gaga gedacht hat, ist nicht überliefert.

 

Schlußfolgerungen

Halten wir zusammenfassend fest:

1. Die Umschaltung von Studio 1 zu Studion2 funktionierte nicht zuverlässig. Hier wäre zu prüfen, ob unsere Technikbastelcrew die zugehörige Leitung beschädigt hat.

2. Einer der MiniDisc-Player in Studio 2 lief nicht an. Vielleicht reicht es aus, dessen Linse zu putzen, vielleicht muß er auch zur Wartung an eine Servicefirma eingeschickt werden. Wenn wir schon dabei sind: Auch der dritte CD–Player sowie das MiniDisc-Aufnahmegerät in diesem Studio müssen repariert werden.

Leicht mißhandelter Kopfhörer
Leicht mißhandelter Kopfhörer

3. Es fehlt an Kopfhörern. Die Bastelcrew sollte sich vielleicht einmal einen Nachmittag zusammensetzen und die Kopfhörer durchchecken und gegebenenfalls mit neuen Kabeln, Adaptern und Ohrmuscheln versehen.

4. Katharina Mann und Norbert Büchner hatten das überaus nützliche Feature in beide Sendestudios integriert, das gesendete Programm mittels eines angeschlossenen Radiogerätes am Mischpult abhören zu können. Somit kann jede Technikerin und jeder Techniker verfolgen, ob das Programm tatsächlich on air ist oder mal wieder ein Sendeloch produziert wird. Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt haben im Herbst 2006 beim Umräumen in der Werkstatt das zugehörige Anschlußkabel abgerissen und nicht gewußt, wie man es wieder richtig anschließt. Daher war seither nur noch ein Kanal zu hören. Bei den Bastelarbeiten im Zuge des Einbaus der Sendeloch-Erkennung scheint das nützliche Feature komplett demoliert worden zu sein. Das heißt: keine und niemand bekommt am Mischpult das Sendeloch mehr mit.

5. Die CD–Player sind seit Wochen für ihre Aussetzer bekannt. Auch dieses Phänomen wird von den drei Technikvorständen ignoriert.

6. Es findet keine Überwachung des Sendebetriebs mehr statt. Diese Aufgabe wurde bis Anfang des Jahres 2007 von einem Chef oder einer Chefin vom Dienst übernommen. Seither herrscht – leider unangenehm hörbarer – Wildwuchs.

7. Der Programmrat hat – im Gegensatz zu früheren Zeiten, als ihm das Programm noch wichtig war – keine Maßgaben beschlossen, wie mit dem Programm nach dem Einschieben einer Livesendung wie Mohnrot fortzufahren ist. Monatlich gibt es hierzu neue Lösungen, weshalb die Moderatorinnen und Moderatoren am Vorabend keine zuverlässigen Angaben dazu geben können, wann ihre Sendung wiederholt wird. Das Ergebnis: desinformierte Hörerinnen und Hörer.

8. Anfang März 2007 wurde nach mehrmonatiger Vorlaufzeit die Wiederholung des Programms auf Computer umgestellt. Offensichtlich handelt es sich um eine Sparbrötchenlösung. Die Sendeautomatik kennt nur die Befehle Start und Stop. Das Einspielen der Wiederholung an beliebiger Stelle ist genausowenig möglich wie die Wiederholung beliebiger Programmsequenzen. Zwar hätte die Technikcrew auf eine bewährte Sendeautomation zurückgreifen können [link], doch sie zog es vor, auch an dieser Stelle das Rad neu zu erfinden [Anspielung]. Das Ergebnis: es holpert und stottert [Hörbeispiel].

9. Die im März 2007 mit großem Kollateralschaden eingebaute Sendeloch-Detektion scheint nicht zufriedenstellend zu funktionieren. Dasselbe Sendeloch wird am Montagnachmittag nicht erkannt, jedoch mehrfach am Dienstagmorgen in der Wiederholung.

10. Die beiden kompetenten Personen, welche den Durchblick zur Sendetechnik haben und bis zum Sommer 2006 auch die Technik in Schuß gehalten hatten, wurden im September 2006 in einem Schauprozeß mittels fadenscheinigem Vorwurfs durch Susanne Schuckmann, Markus Lang, Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt aus dem Verein ausgeschlossen. Die Verantwortlichen für die sich katastrophal auswirkenden technischen Probleme sind somit eindeutig zu benennen.

 

Nachtrag

Hier ist die AUX-Taste gedrückt
Hier ist die AUX–Taste gedrückt

Es gibt eine ganz rationale Erklärung für das Phänomen des in Studio 2 nicht angekommenen Sendesignals. Hieran wäre keineswegs eine marode Studiotechnik beteiligt, sondern eine Unachtsamkeit des Moderators in Studio 1. Grundsätzlich ist es die Aufgabe aller Sendenden, vor Beginn ihrer Sendung das Mischpult auf korrekte Funktion zu überprüfen. Hierzu gehört auch das Drücken aller benötigten Knöpfe. Damit das Sendesignal aus Studio 1 in Studio 2 ankommt und von dort über die Sendeleitung Richtung Sendeantenne auf dem Dach der Hochschule Darmstadt geschickt werden kann, ist es erforderlich, daß an allen benötigten Mischpultzügen die Taste AUX gedrückt ist. Sollte also der Moderator in Studio 1 seine CD ohne gedrückte AUX–Taste abgespielt haben, ging der Sound so lange auf den Sender, wie er Herr über das Sendesignal war. Dies erklärt, warum im Moment der Umschaltung in Studio 2 ein Sendeloch erschall.

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Die Namen wurden in der Sendung genannt. Ich möchte hier noch einmal ausdrücklich festhalten, daß ich mit der Darstellung im Text den Sendenden von Mohnrot keinen Vorwurf mache. Sie wurden sich selbst überlassen. Vor dessen Ausschluß aus dem Verein konnten sie auf die Unterstützung von Norbert Büchner zählen. Einen adäquaten Ersatz hierfür gibt es derzeit nicht.

[2]   Sendeloch von 8.23 bis 8.30 Uhr, danach notdürftig Musikberieselung, da am Abend zuvor der Sendeplatz nicht gefüllt wurde.

[3]   Dies ist die Lösung, die Christian K. ersonnen hat, um die unsinnigen Vorgaben des Programmflyers zu realisieren.

[4]   Es wird die 18 Uhr-Sendung des Vorabends wiederholt. Zu dieser Sendung, laut Programmflyer lyrics and poetry, erschien keine und niemand, so daß die Moderatorin der vorhergegangenen Sendung Gegen das Vergessen ihren ästhetischen Musikgeschmack vorstellte.

[5]   Der Programmflyer lag während der Sendung von Mohnrot noch nicht vor.

[6]   Christian K. hatte noch kurz vor 8.00 Uhr im Radiowecker das Tagesprogramm so angesagt, wie es im Programmflyer steht. Dennoch hat er drei Stunden später als Techniker der Mohnrot-Sendung die Wiederholung neu gestartet, anstatt seine eigene Lösung mit dem Neustart im Hintergrund durchzuführen. Wenn schon ein mit den Tücken der Wiederholungslösung bestens bewanderter Moderator wie Christian K. nicht mehr durchblickt, wie soll es dann den Hörerinnen und Hörern von Radio Darmstadt gelingen?

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 28. März 2008 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2007, 2008. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.

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