Titelfoto Februar 2008
Schmiedingers Kater

Radio Darmstadt

Die Intriganten

Februar 2008
Dokumentation

 

Radio Darmstadt ist ein nicht­kommer­zielles Lokalradio. Sein Träger­verein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunk­sendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durch­formatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffent­lich­keit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musik­berieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außen­darstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massen­medium zum image­orientierten Berieselungs­programm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchs­situation zu verstehendes binnen­politisch motiviertes Sende­verbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlich­keits­arbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentations­stränge leichter nachvoll­ziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

 


 

Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats Februar 2008 dokumentiert.

Früh feiert dieses Jahr ganz Deutschland Fasching (oder Karneval, je nach Region). Dies hindert Darmstadts Lokalsender nicht daran, auch in der Fastenzeit karnevaleske Elemente zu Gehör zu bringen. Anstatt den Sender aufzumöbeln, wird ein sinnloser Edit-War in der Wikipedia gestartet, um zu verhindern, daß die Welt nachlesen kann, was täglich (mit gutem Gehör!) zu vernehmen ist. Das gedruckte Programm für diesen Monat ist von ausgewählter Unleserlich­keit und die Sendeloch-Erkennung lädt zu neuen, einmal sogar mehrstündigen, Kapriolen ein. Mit den Namen unserer Sendenden kennen sich manche lang­jährige Moderatorinnen und Moderatoren nicht so aus, weshalb die Desinformations­abteilung Nachschub erhält. Ende Januar hat sich der Sender neue Sende­kriterien gegeben. Der Verfasser derselben ist einer der ersten, die massiv dagegen verstoßen. Auch die Haus­meister­fraktion meldet sich wieder zu Wort. Lizenz­politisch betrachtet bekräftigt der Verein seine Haltung, nur noch bis zum Jahresende senden zu wollen. Zu diesem Ergebnis haben einige auch protokollarisch erfaßte Intriganten ihren Beitrag geleistet. Am letzten Tag des Monats, einem Schalttag, ist die Brumm­schleife des Senders immer noch deutlich zu vernehmen. Mal sehen, wann Radio Darmstadt dieses nun wirklich einmalige Feature noch als besonders nichtkommerziell verkauft.

 


 

Foto aus der WikipediaSamstag, 2. Februar 2008
Edit War


Die Zensurgelüste aus dem Umfeld des Trägervereins von Radio Darmstadt treiben zuweilen bizarre Blüten. So hat es sich eine Person aus diesem Kreis zur Lebensaufgabe gemacht, den Eintrag zu Radio Darmstadt in der Wikipedia von unerwünschten Wahrheiten zu säubern. Seit dem 23. Januar wird folgender Satz regelmäßig gelöscht:
Nach einem technischen Ausbau strahlt der Sender seit Frühjahr 2007 eine bei leisen Passagen oder Sendelöchern vernehmbare Brummschleife aus.
Nun ist dieser Satz unzweifelhaft wahr, aber genau diese Wahrheit scheint den im Text vandalierenden Fan von Radio Darmstadt erheblich zu stören. Anstatt jedoch die zugrunde liegende Tatsache, nämlich die Brummschleife des Senders, zu beseitigen, wird der Eintrag hierzu gelöscht, ganz im Sinne der alten, inzwischen vollständig überarbeiteten Sendekriterien:
Jegliche Imageschädigung von RadaR ist zu unterlassen.
Wenn die Wahrheit das Image schädigt, umso schlimmer für die Wahrheit. Diese Art der Wahrheitsentsorgung trägt eindeutig totalitäre Züge. Betrachten wir dann noch den Eintrag in der Wikipedia zu Radio Darmstadt genauer, dann wird dieser Grundgedanke noch offensichtlicher. Denn der Lexikonartikel enthält einerseits vollkommen unerhebliche Marginalien, andererseits gleich mehrere fehlerhafte Aussagen. Diese Fehler scheinen den oder die Schreiberling jedoch nicht zu interessieren. Hauptsache, keine und niemand kann nachlesen, was man und frau mit einem guten Gehör selbst wahrnehmen kann: der Sender brummt. Verantwortlich hierfür zeichnet die Heimwerkerabteilung des Senders, die das Sendehaus derart meisterlich verkabelt hat, daß sie dieses Brummens nicht mehr Herr wird. Und die brummverantwortlichen Vorstandsmitglieder Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt decken diesen seit fast einem Jahr andauernden Murks mit der Macht ihres Vorstandsamtes. [1]

Radio Darmstadt in der Wikipedia

 
Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio für Darmstadt und die nähere Umgebung. Hinter dem Lokalradio steht der 1994 gegründete Trägerverein RadaR e.V..

Geschichte [Bearbeiten]

Radio Darmstadt erhielt 1996 als erstes hessisches, nichtkommerzielles und bürgernahes Lokalradio eine Sendelizenz und ging am 1. Februar 1997 in Darmstadt auf Dauersendung.

Es gehört dem Bundesverband Freier Radios (BFR) an und ist ein eingetragener Verein. Zuvor wurde mehrmals ein einwöchiges "Veranstaltungsradio" zum Heinerfest gesendet.

Zunächst war das Studio in einem ehemaligen Gebäude der Stadtgärtnerei in der Bismarckstraße untergebracht, wenige Monate nach Sendestart gab es ein zweites Studio in der Hindenburgstraße. Im November 1999 wurde schließlich das derzeitige Sendestudio am Steubenplatz eingeweiht; seit dem 1. Februar 2000 wird von hier gesendet. Rund 220 Menschen haben sich bislang als freie Mitarbeiter an dem Projekt beteiligt.

Das Programm wird von z. Z. 16 Redaktionen gestaltet. Dabei ist auch die Auslandsredaktion, hier sind viele Nichtdeutschstämmige, die Programme in ihrer Sprache produzieren.

Terrestrisch sendet Radio Darmstadt auf der Frequenz 103,4 MHz. Im Kabelnetz Darmstadt ist der Sender auf 99,85 MHz zu empfangen. Auch im Internet ist das Radar-Programm per Live-Stream zu hören. Nach einem technischen Ausbau strahlt der Sender seit Frühjahr 2007 eine bei leisen Passagen oder Sendelöchern vernehmbare Brummschleife aus.

Quelle: Wikipedia, Stand: 3. Februar 2008, 01:55 Uhr. Das Foto mit Andreas Türck, Nina Glaser und Peter Kunz ist Teil des Artikels.


Der Lexikonartikel zu Radio Darmstadt wurde am 30. Dezember 2005 erstellt und enthielt in der Ursprungsfassung ganze vier Sätze, deren Inhalt vollkommen korrekt gewesen ist. Im Oktober und Dezember 2006 hat Auslandsredaktionssprecher Ralf D. einige Informationen beigesteuert, wobei er seine Redaktion hervorhob. Die verlinkten Unterstreichungen entsprechen dem Originaltext. Der seit dem 23. Januar 2008 auf der Seite tätige Wandale treibt dort anonym sein Wesen. Derzeit enthält der Artikel etwa fünf sachliche Fehler; also etwa ein Fehler auf drei Sätze. Dieser Artikel gehört damit zur Kategorie sinnloser Informationen. Das paßt insofern, als der Sender bekannt für seine Desinformationen ist. Als damaliges Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit habe ich eine Vorgängerversion im Jahr 2004 wieder gelöscht, weil sie wortwörtlich Text der damaligen Webseite von Radio Darmstadt enthielt. Der Inhalt war zwar fehlerfrei, doch eine Doppelung desselben Inhalts ist im Internet relativ witzlos.

Am 7. Februar schreibt ein RadaR-Verantwortlicher:

Zum Wikipedia-Eintrag: Es ist höchst überflüssig, wenn dort technische Mängel wie die Brummschleife vermerkt sind. Wichtiger wäre es, wenn etwas mehr über unsere Inhalte drinstünde.

Er scheint die Wikipedia mit einem Image-Hochglanzprodukt von Radio Darmstadt zu verwechseln. In einem Lexikon stehen halt signifikante Inhalte zu einem gegebenen Stichwort. Eine Brummschleife, die in der bundesdeutschen Hörfunklandschaft sicherlich als Alleinstellungsmerkmal gelten kann, gehört gewiß dazu. Bei Radio Darmstadt scheint man und frau der Meinung zu sein, es reiche aus, kritische Inhalte zu tilgen und schon passe sich die Realität an. Doch ganz so esoterisch funktioniert diese Welt nun einmal nicht. Deshalb wäre es angebracht, zunächst die Brummschleife zu entfernen und anschließend den Eintrag in der Wikipedia dieser erfreulichen neuen Wirklichkeit anzupassen.

Ausschnitt aus dem FebruarflyerSonntag, 3. Februar 2008
Das Radio mit der Lupe  – oder: Eine psychologische Studie


Die Februarausgabe des Programmflyers besitzt erneut ein geändertes Layout. Dies ist nach dem Rausschmiß der bewährten Flyerherausgeberin Katharina Mann im September 2006 nun der sechste Versuch, das Programm in halbwegs konsistenter Form unter die Leute zu bringen. Verantwortlich für dieses auch in psychologischer Hinsicht interessante Druckwerk ist diesmal Markus Lang. Er leitet die Programmvorschau mit den Worten ein:
Wer hätte das vor elf Jahren gedacht, dass es auch noch 2008 aus den Lautsprechern "Radio Darmstadt – machen Sie uns an" plärren würde.
Ohne sich dessen bewußt zu sein, bringt Markus Lang den Zustand des Senders auf den Punkt: er plärrt. Genauer gesagt – durch eine unsägliche technische Einstellung bringt der Sender zuweilen einen Sound zuwege, der an die Grenze des Erträglichen reicht. Wehe, wenn ein Moderator die Einstellungen der Sendetechnik nicht richtig trifft, wenn seine Stimme zu bassig ertönt oder er nicht synchron zur Brummschleife moduliert. Oje, oje! Von den plärrenden neuen, kommerziellen Vorbildern schlecht nachempfundenen Jingles und Trailern schweigen wir hier besser.

Markus Lang fährt fort:
Am 01. Februar 1997 ging ein damals noch sehr überschaubarer Haufen enthusiastischer Menschen mit Radio Darmstadt … auf Dauersendebetrieb. Heute, 11 Jahre später, sind es inzwischen fast 200 Sendende, die jeden Monat dafür sorgen, dass sich auf Radio Darmstadt jeder und jede mit seiner Meinung mitteilen darf …
Der sehr überschaubare Haufen füllte zu Sendebeginn den proppevollen Glaskasten der damaligen Fachhochschule, während zum 10. Geburtstag kaum jemand oder eine zum Gratulieren kommen wollte. In der Tat waren es einmal sogar mehr als 200 Sendende, die das Programm gestalteten. Aber das war 2005, bevor Markus Lang und seine neue Führungsriege das wertvolle Porzellan des Senders zerdepperten. Eine realistische Zählung der derzeit Sendenden würde bei etwa 150 Menschen stecken bleiben. Und daß jeder und jede seine und natürlich auf ihre Meinung mitteilen darf, ist nur aufgrund einer sehr eindringlichen Intervention der hessischen Landesmedienanstalt wieder möglich geworden. Selbiger Markus Lang war Anfang 2007 maßgeblich mit daran beteiligt, die freie Meinungsäußerung durch das Aussprechen rechtswidriger Sendeverbote zu beenden.

Wichtig war dem Flyerteam das Herausstellen des künstlerischen Kontakts zu einer kleinen, aber feinen neuen Theatertruppe; denn diese hat im Oktober 2007 für den Sender ein Gefälligkeitsschreiben an die Landesmedienanstalt aufgesetzt. Etwa halb so klein können wir im Gegensatz dazu die Vorschau auf das Februarprogramm ablesen, vorausgesetzt wir verfügen über eine Lupe. Obwohl massig Platz auf dem Flyer vorhanden ist, präsentiert sich der Sender ganz, ganz klein. Nur nicht wieder unangenehm auffallen – dies scheint hier die Botschaft zu sein. Wie es diese Groteske überhaupt geschafft hat, die Qualitätskontrolle des Markus Lang zu passieren, werden wir wohl nie erfahren. Die etwas wirren Strichmuster, welche das Grundlayout dieses kaum lesbaren Wunderwerks bilden (der das Strichmuster bildende Schriftzug "Wiederholung" ist ohnehin nur unter dem Rasterelektronenmikroskop zu erahnen), scheinen zur Verwirrung der Leserin und des Lesers beitragen zu sollen. Das hieraus resultierende unruhige Schriftbild korrespondiert mit der selbst geschaffenen Unruhe im Trägerverein des Radios. Daß die Sätzerin nicht in der Lage war, die Stundenvorgaben des Programms auch im Satzbild wiederzugeben, scheint ein Grundübel dieser seit Herbst 2006 anhaltenden neuen Imageproduktion des Senders zu sein. Wirrnis, wohin wir schauen. Aber so etwas nennt Vorstandskollege Benjamin Gürkan gewiß Projektmanagement.

Ausschnitt aus dem FebruarflyerSonntag, 3. Februar 2008
Die Werbung ist wichtiger als der Inhalt


Bezeichnend für die Einfältigkeit dieses Druckwerks ist die Aufforderung an die Außenwelt, auf diesem Flyer eine Werbeanzeige zu schalten. Dagegen spricht im Prinzip nichts, denn so funktioniert diese Welt nun einmal. Aber freiwillig zuzugeben, daß einer und einem die Werbung wichtiger ist als der Programminhalt, verrät viel über die Gedankenwelt der neuen jungen Wilden, die den Sender übernommen haben.

Also, wenn ihr – in konsequenter Fortführung der diesmonatigen Flyerproduktion – wollt, daß im März keine oder niemand mehr in dieses Markenprodukt schaut, dann empfehle ich euch die Schriftgröße 3pt und eine Farbgebung hellschwarz auf dunkelschwarz. Die Werbung sollte hingegen aufdringlich plärren. Oder ihr druckt noch mehr derart idyllischer Bildchen ab, welche wohl die nicht vorhandenen Idyllen im täglichen Sendeablauf kompensieren sollen. Apropos – wieso seid ihr nicht in der Lage, tagsüber den korrekten Verlauf der zu wiederholenden Sendungen anzugeben? Überfordert diese nun wirklich nicht schwierige Gedankenübung Menschen mit Abitur? Oder habt ihr Angst, daß eure Basteltechnik wieder einmal versagt und dann das Programm sowieso nicht mehr stimmt? Die zusätzlich vorhandenen sachlichen Fehler und linguistischen Neuschöpfungen im Programm übergehen wir diesmal mit Schweigen. [2]

Screenshot der Webseite zu Local HeroesDienstag, 5. Februar 2008
Rauschendes Sendeloch


In der heutigen Wiederholung der gestrigen Ausgabe von Local Heroes tritt ein Sendeloch von glücklicherweise nur viereinhalb Minuten auf. Eigentlich kann es solch ein langes Sendeloch nicht geben, denn die von unserer Heimwerkertruppe verkabelte Sendeloch-Automation sollte ein auftretendes Sendeloch zuverlässig nach einer Minute erkennen – und Dudelfunkmusik einspielen. In der gestrigen Livesendung wurde das Sendeloch auch tatsächlich aufgefangen, und zwar ohne daß Marc W. am Mischpult dies überhaupt bemerkte. Er sendete solange ins Nichts, weil die Herren Vorstände Gürkan und Egerlandt die Air-Rückleitung zunächst versehentlich rausgerupft hatten und nachträglich nicht mehr wußten, wie sie dieses nützliche Feature wieder sauber verkabeln sollten. Mittels dieser Rückleitung konnte den Sendenden in beiden Studios signalisiert werden, ob sie tatsächlich on air sind. Am heutigen Mittwochnachmittag hingegen war keine und niemand im Sendehaus um einzugreifen. Aus strukturellen Gründen, die dem Verfasser dieser Dokumentation, aber offensichtlich nicht der Bastelcombo bekannt sind, hat die Sendeloch-Erkennung in der Wiederholung versagt. Dieser innovative Murks begleitet das Programm von Radio Darmstadt seit der Installation dieses im Grunde nützlichen Sendeloch-Features vor ziemlich genau einem Jahr, ohne daß sich unsere Heimwerker einmal daran gemacht hätten, eine Lösung für dieses ihnen unverständliche Phänomen zu suchen.

Screenshot der Webseite der KulturredaktionMittwoch, 6. Februar 2008
Namen


Kulturredakteurin Anne B. verabschiedet sich zu Ende ihrer Sendung Shakespeare & Co. von ihrem Techniker Peter Fischer. In gewisser Weise typisch für die allgemeine Stimmung im Sendehaus ist es, daß die Vorstandsmitglieder offensichtlich nicht namentlich bekannt sind. Dies verwundert wenig, wenn beispielsweise der Einladung zur Mitgliederversammlung am 21. Februar erneut keine der früher üblichen Infos aus dem Funkhaus beigelegen haben. Susanne Schuckmann und Markus Lang scheinen auf dem Standpunkt zu stehen, daß eine interne Öffentlichkeitsarbeit unnötig ist. Es reicht ja, wenn die Mitglieder über eine zielgerichtet gestreute Gerüchteküche desinformiert werden. Anne B. sei hier noch eine Goldene Regel aus meinem Fundus an radiofonen Weisheiten mit auf den Weg gegeben: "Eigennamen sind der schlimmste Feind der Moderatorin und des Moderators!" Sie bedürfen daher einer besonderen Aufmerksamkeit.

Manche Namen sind zudem Schall und Rauch. Auf der Webseite des Senders findet sich die von Kulturredakteur Rüdiger G. händewaschend hofierte Compagnie Schattenvögel als eine Company wieder. Daß die dort angeführte Mareijke eigentlich ist eine Marijke ist, wollen wir einmal übersehen. Buchstabenknäuel sind halt schwer zu entwirren. Die Webseiten öffentlich-rechtlicher und privater Sender sind da kein Deut besser. Und die dortigen Redakteurinnen und Redakteure werden für ihre Wortneuschöpfungen auch noch bezahlt …

Sekretariat von Radio Darmstadt, Winter 2006/2007Mittwoch, 6. Februar 2008
Leer


Mittwochs ist das Sekretariat von Radio Darmstadt von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. In der letzten Öffnungsstunde bemüht sich ein Vereinsmitglied vergebens, Kontakt aufzunehmen. Ob es einen Zusammenhang mit der laufenden Kultursendung gibt, ist nur zu vermuten. Besagter Peter Fischer, der eigentlich Fritscher heißt, beginnt die Sendung mit einem halbminütigen Sendeloch, ehe Anne B. mehr schlecht als gar nicht zu hören ist. Ihre Anmoderation wird daher auch mitten im Wort von Musik überblendet. Im Verlauf der Sendung bespricht eine gewisse Silke W. ein Buch. Dies wäre nichts Ungewöhnliches, wenn nicht womöglich hierdurch das Sekretariat des Senders verwaist wäre.

Leeres SendestudioMittwoch auf Donnerstag, 6./7. Februar 2008
Zu doof


Unterhaltungsredaktionssprecher Christian K. teilt über den internen Verteiler mit:
gestern abend war wohl wieder mal jemand zu doof, die Wiederholung, die ja richtig funktioniert, zu starten. Kurz vor 5 fiel mir auf, daß in Studio 1, aus dem das Sendesignal kommen sollte, nur der PC-Zug hochgezogen war, dort aber nur ein winamp-Fenster mit einem abgelaufenen 120-min-track stand, also mal wieder das Nichts nichtete. Also habe ich dann ab 5 die Wiederholung bis zum R[adio]W[ecker] gestartet. Der SendelochComputer zog sich beim Einstarten diesmal erwartungsgemäß zurück.

Solches muß in Zukunft nicht mehr vorkommen, wir sollten am Montag auch noch mal sehen, wie das zu verhindern ist. Bestimmt wird demnächst auf Walters Seite darüber wieder was zu lesen sein.
Dem Kinde kann geholfen werden. Fangen wir mit dem Anfang an. Nein, gestern abend war keine und niemand zu doof. Anstatt kurz zu überlegen, was geschehen sein kann und sich hierzu vielleicht sogar die aufgezeichneten Audiodateien kurz anzuhören, beschimpft Christian K. … die Falschen. Versuchen wir also, den Vorgang zu rekonstruieren. Vermutlich gegen 21.00 Uhr wurde die Sendung Rapsender gestartet. Da es sich um eine Februarausgabe gehandelt ist, ist anzunehmen, daß es keine Konserve war. Bestimmte Umstände lassen darauf schließen, daß die Sendung vorproduziert wurde und dann in einem 120-Minuten-Track per Winamp abgefahren wurde. Soweit auch kein Problem. Allerdings endete die Sendung pünktlich um 23.00 Uhr, und hier fingen die Probleme so richtig an.

Um 23.00 Uhr wurden nicht – wie üblich – die Nachrichten des Deutschlandfunks eingespielt. Offensichtlich war keine und niemand im Sender. Über die Gründe läßt sich trefflich spekulieren. Verantwortlich für die nachfolgende Sendung war jedoch ausgerechnet die Unterhaltungsredaktion, deren Sprecher hier ein bißchen herumgeblökt hat. Die Glashäuser sind bei Radio Darmstadt eben weit verbreitet. Doch auch der nicht um 23.00 Uhr erschienene Ralph K. muß nicht der Doofe gewesen sein. Denn:

Eigentlich gibt es eine automatische Schaltung, die nach einer Minute Stille (also einem Sendeloch) Dudelmusik unters Volk bringt. Dies jedoch geschah diesmal nicht. Ganze vier Stunden lang nichte das von Christian K. angeführte Nichts munter vor sich hin, ehe sich die Sendeloch-Erkennung bequemte, ihrer Aufgabe nachzukommen. Verantwortlich für dieses massive und vermeidbare Sendeloch zeichnet die Heimwerkertruppe, welche die Sendetechnik derart intelligent verschaltet hat, daß die Sendeloch-Erkennung zuweilen ganz systemkonform versagt. Um nicht die armen Techniker zu schelten, müßte hier angefügt werden: Schuld an diesem Desaster sind die Technik-Vorstände Benjamin Gürkan und Stefan Egerlandt. Das Phänomen der nicht ansprechenden Sendeloch-Erkennung ist schließlich seit mindestens einem Dreivierteljahr bekannt. Behoben wird es nicht.

Screenshot der Webseite der Compagnie SchattenvögelFreitag, 8. Februar 2008
Tabori


Heute abend ist es soweit. Marijke und Peter Jährling haben ihren von Rüdiger G. gefeatureten großen Auftritt im hergerichteten Sendesaal von Radio Darmstadt mit einer Lesung über George Tabori. Anfangs, als die ersten Sendegäste hereintröpfeln, schlägt Rüdiger G. selbstironisch das vor, "was immer die Radios machen, wenn sie nicht weiter wissen. Bitte ein bißchen Musik." Die Lesung dauert etwa anderthalb Stunden, gefolgt von einem Interview. Der im Radio zu hörende Beifall läßt nicht auf ein zahlreich erschienenes Publikum schließen. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, daß ein öffentliches Event im Sendehaus von Radio Darmstadt einer gewissen Öffentlichkeitsarbeit und Mundpropaganda bedarf, um die Menschen davon zu überzeugen, daß der Sender noch lebt.

Doggen beim MittagsschlafSonntag, 10. Februar 2008
Aktuell und flexibel


Der Sonntagnachmittag bei Radio Darmstadt erweist sich zuweilen als ein Quell voller Überraschungen. Nachdem Jürgen R. um 15.00 Uhr seine Sendung Hallo Darmstadt beendet hatte, startet er die Wiederholung der gestrigen Ausgabe des Jugendmagazins YoungPOWER. Weshalb er hierfür auf die Audiodateien der Dokumentation zurückgreift, anstatt die seit Ende Dezember funktionierende neue Wiederholungsprogrammierung zu benutzen, sollte vielleicht einmal der Kommunikationsexperte des Senders klären. Offensichtlich ist diese Neuregelung bei diesem Unterhaltungsredakteur noch nicht angekommen. Dieses Kommunikationsdefizit zeitigt fatale Auswirkungen. Denn um 17.00 Uhr ist keine und niemand im Sender, um das laut Programmflyer vorgesehene Raumfahrtjournal einzulegen [3]. Wir hören deshalb zunächst eine Minute lang gar nichts und anschließend eine neue Folge der beliebten Sendereihe Dudelfunkmusik.

Um 18.00 Uhr wartet Sportredakteur Bernd S. mit einer Variante zum Thema wie verkaufe ich einen Sendeausfall auf. Er begrüßt zunächst seine Hörerinnen und Hörer, um ihnen dann mitzuteilen, daß die im Programmflyer vorgesehene Faschingsnachlese mit dem CVO entfallen muß. Aber "aktuell und flexibel, wie die Sportredaktion ist", wird anschließend die Februarausgabe des Magazins Auf den Hund gekommen wiederholt. Es scheint, als habe der CVO den aktuellen Darmstädter Narrensender im Stich gelassen. Das Hundemagazin ist ohnehin schon seit Monaten ein gern gesehener Lückenfüller für die Unzulänglichkeiten des aktuellen Sendebetriebs.

Gute Nacht bei Radio DarmstadtSonntag, 10. Februar 2008
Okkupation


Für den sich hieran anschließenden Sendungsausfall ist der Vorstand des Trägervereins verantwortlich. An jedem zweiten Sonntag eines Monats ist dies der Sendeplatz der RadaR Medialine mit Norbert Büchner. Diesem wurde im September 2006 ein bis heute nicht näher begründetes Hausverbot ausgesprochen. Den Lizenzauflagen, die im Dezember 2007 gegenüber dem Trägerverein durch die hessische Landesmedienanstalt ausgesprochen wurden, ist zu entnehmen, daß die LPR Hessen selbiges Hausverbot als einen schwerwiegenden Eingriff in die gesetzlich vorgeschriebene Zugangsoffenheit zum Sender betrachtet. Dem Verein ist daher bis zum November 2008 aufgegeben, dieses Zugangshindernis zu beseitigen.

Um diesen Vorgang zu beschleunigen, hatte Norbert Büchner den Vorstand des Trägervereins aufgefordert, das Hausverbot aufzuheben und ihm den Zugang zum Sender und damit auch das Live-Fahren seiner heutigen Sendung zu ermöglichen. Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan lehnt dies mit einer fadenscheinigen Argumentation ab und okkupiert den Sendeplatz für ein eigenes Medienmagazin, ohne die hiervon betroffene Redaktion Alltag und Geschichte vorab zu konsultieren. Dies ist nicht das erste Mal, daß Gürkan einen Sendeplatz dieser Redaktion für sich beansprucht, im vergangenen Dezember war es der Montagssendeplatz. Ihm stehe solch ein Sendeplatz in der Prime Time zu, denn er bringe frischen Wind in verkrustete Strukturen, so seine Argumentation. Nun ist gegen ein von Benjamin Gürkan moderiertes Medienmagazin gewiß nichts zu sagen. Doch die Methode, mit der sich den dafür benötigten Sendeplatz verschafft, sind eines kleinen Vereinsdiktators würdig [4]. Aber schon bezeichnend: Zugangsoffenheit herstellen, indem der Sendeplatz okkupiert wird. Der Begriff der Zugangsoffenheit scheint am Steubenplatz eine neue Bedeutung erhalten zu haben. Angesichts derartiger Zustände darf man und frau gespannt sein, ob die LPR Hessen im November die Lichter in Darmstadt ausdrehen muß.

Air Check: Ja … ja … ja … ja …

Benjamin Gürkan referiert auf dem von ihm okkupierten Sendeplatz zwei Stunden lang über Digital Audio Broadcasting, kurz DAB. Er stellt hierzu seine "bezaubernde Partnerin Annina S." vor, deren Rolle sich im Verlauf der Sendung als Stichwortgeberin für die langatmigen Monologe des technisch verliebten Moderators herausstellt. Warum beide diese Sendung mehrfach als eine Sondersendung bezeichnen, wissen wohl nur sie alleine. Allerdings handelt es sich hierbei um ein Phänomen, das auf diesem Sender auch an anderer Stelle anzutreffen ist. Eine Sondersendung ist demnach das, was eine andere Sendung ersetzt, vorausgesetzt es handelt sich nicht um ein Sendeloch. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter einer Sondersendung jedoch eine Sendung oder ein Sendeformat betrachtet, das aus dem üblichen Senderahmen herausfällt. So könnten wir die Liveübertragung aus der Centralstation am Wahlabend der Landtagswahl durchaus als eine solche bezeichnen. Doch in der Regel entpuppen sich die angeblichen Sondersendungen bei Radio Darmstadt als aufgeplustertes Nichts. Ein Mehrwert an Sonder wird hier nicht geboten.

Interessant sind auch die floskelhaften Einsprengsel unseres Moderators. Beispielsweise fragt er seine bezaubernde Partnerin, ob das, was er soeben monologisiert hat, auch verständlich gewesen sei. Die einzige Möglichkeit, dies inhaltlich zu überprüfen, bestünde darin, sie in ihren eigenen Worten den Monolog wiedergeben zu lassen. Doch Herr Gürkan weiß genau, daß seine ureigenste Aufgabe als Moderator darin besteht, einen Sachverhalt verständlich auszudrücken. Die Frage läßt darauf schließen, daß er dieser Aufgabe nicht gewachsen ist. Auch die mehrfach eingestreuten Bemerkungen vor dem Anspielen eines Musiktitels, man und frau hätten sich etwas bei der Musikauswahl gedacht, läßt aufhorchen. Warum müssen beide diesen im Grunde banalen Sachverhalt so ausdrücklich betonen? Lautet doch der Umkehrschluß, daß auf diesem Sender in der Regel nichts gedacht wird. So weit würde ich zwar nicht gehen, aber cum grano salis ist da schon etwas dran. Deshalb, so wird uns erzählt, machen wir als nächstes weiter mit Musik. Ob die Hörerinnen und Hörer sich das nicht selbst denken können?

Hier verstößt Herr Gürkan gleich reihenweise gegen seine eigenen Sendekriterien, die er erst kürzlich dem Programmrat vorgesetzt hat. Darin heißt es unter Punkt 2.2 unmißverständlich:

Verlegenheitslaute & Füllwörter vermeiden
Sinnlose Füllwörter und Verlegenheitslaute sind im Sendebetrieb zu vermeiden. Eine kleine Auflistung von Füllwörtern & Verlegenheitslauten:
ähm, öhm, so, ja (usw.)
an und für sich, eben, gewissermaßen, irgendwie, quasi, sozusagen, praktisch,
ich würde (sagen, glauben, meinen etc.)
weiter geht es mit Musik

Warum wendet er seine schlauen Gedanken nicht bei sich selbst an? Das Durchhören der kompletten zwei Sendestunden ergibt allein für das Füllwort "ja" mindestens 128 Nennungen. Mindestens einmal pro Minute stolpert der Moderator im Durchschnitt über sich selbst. Dabei kann dieses "ja" durchaus verschiedene Funktionen übernehmen. Beliebt ist ein semantisch sinnloses, aber sich selbst vergewisserndes "ja" mitten im Satz. Noch beliebter ist die Moderationsscheußlichkeit, eine gequirlte und manirierte Moderation mit einem fragenden "ja" abzuschließen, so als wolle man oder frau sagen: Habt ihr Deppen da draußen es jetzt auch geschnallt?

Aus der Verlegenheit, nach einem Musiktitel nicht zu wissen, wie man oder frau jetzt in der Moderation fortfahren soll, entsteht auch gerne ein "ja" zu Anfang jeglichen Satzes. Dabei hätte man oder frau während der laufenden Musik doch genügend Gelegenheit gehabt, sich über die Fortsetzung des Wortbeitrages ausgiebig Gedanken zu machen. Wenn man und frau sich allerdings Gedanken über die Musik macht, bleibt das Wort auf der Strecke. Ein schönes, geradezu herzhaftes "ja" dieser Sorte lieferte uns die "bezaubernde Partnerin" um 20.38 Uhr.

Zu den ebenfalls beliebten Füllfloskeln schlecht vorbereiteter Moderationen gehört die Phrase "wie gesagt". Nun ist es im Hörfunk die Aufgabe des Moderators oder der Moderatorin, das aufzuholen, was früher womöglich schon gesagt worden ist. Nicht jeder Moderator beherrscht diese Technik. Gürkans Vorstandskollege Markus Lang ist dermaßen verliebt in diese Phrase, daß er sie sogar dann verwendet, wenn er noch gar nichts gesagt hat.

Weshalb uns Herr Gürkan mit Seitenangaben aus einem PDF oder mit komplizierten Webseitenangaben quält, weiß wohl nur er allein. Einen Sinn ergibt das nicht. Oder glaubt er, daß seine Hörerinnen und Hörer mit vor Erwartung zitternden Fingern an der Tastatur ihres Rechners hängen, um synchron zum Redeschwall die URL einzutippen?

Zu den Mißgeschicken einer Verlegenheitsmoderation gehört es auch, nach einem Musiktitel zu erwähnen, man oder frau sei immer noch oder schon wieder da (und wir wollen lieber nicht so genau wissen, was die Moderatorin oder der Moderator in der Zwischenzeit irgendwo anders getan haben), ganz zu schweigen von einem unvermittelten "Guten Morgen" oder "Guten Abend". Hier liegt der Verdacht nahe, daß der Moderator oder die Moderatorin am Ende ihres Lateins angelangt sind. Befremdlich wird es, wenn darauf hingewiesen wird, wir seien immer noch bei Radio Darmstadt. Ich hatte gehofft, die Zeiten sind vorbei, in denen auf der 103,4 auf einmal stundenlang der Deutschlandfunk vor sich hinquakt. So ist es wenig verwunderlich, wenn Benjamin Gürkan gegen Ende der Sendung auch in den Conditionalis verfällt: "Ich würd' sagen …".

Die eigene Recherche ist kein Moderationsthema. Daß recherchiert wird, kann das Publikum als selbstverständlich erwarten, obwohl bei Radio Darmstadt gerne auch einfach plagiiert wird. Warum schränkt es die mediale Vielfalt ein, wenn der SWR nicht mehr in Hessen zu hören wäre? Macht gemultiplexter Dudelfunk Vielfalt aus – oder Einfalt? Die von Gürkan vorgetragene Angabe, daß Radio Darmstadt im Schnitt 100.000 Euro von der LPR Hessen im Jahr erhält, halte ich für übertrieben.

Die folgende Aussage ist einfach sprachlicher Unsinn: "Durch diesen Komprimierungsalgorithmus kann die Datenmenge auf das Siebenfache reduziert werden."

Bei aller (notwendigen) Kritik an dieser Sendung möchte ich zwei positive Bemerkungen anfügen. Erstens: Gürkan hat in seiner Anmoderation smart jede Spitze gegen die Redaktion Alltag und Geschichte vermieden. Zweitens: Er hat tatsächlich den Eindruck vermitteln können, daß er weiß, worüber er spricht, wenn er über DAB referiert. So bleibt, in seinen eigenen Worten, zu "hoffen, daß ihr wirklich alles verstanden habt".

Screenshot von der Webseite der Hochschule Darmstadt zu Running RadioMontag, 11. Februar 2008
Running Radio


Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan ist eifrig bemüht, den Bekanntheitsgrad von Radio Darmstadt wiederherzustellen und nimmt hierzu neue Projekte mit ins Boot. Eines dieser Projekte heißt Running Radio unter der Leitung von Sabine Breitsameter. Benjamin Gürkan und sein erst kürzlich neu in den Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt nachgewählter Studienkollege Marco Schleicher arbeiten im Rahmen ihrer universitären Ausbildung an diesem Projekt mit. Am heutigen Montag werden drei Stunden lang die Semesterarbeiten des Kurses gesendet. Während Gürkan & Co. in ihrer Gedankenwelt nach vorne preschen und richtig "Gas geben", angeblich um Darmstadts Lokalradio voranzubringen, werden die Folgen dieser neoliberal inspirierten Gedankenwelt [5] zu Ende der drei Stunden deutlich hörbar. Um 16.00 Uhr startet Unterhaltungsredakteur Jürgen M. mit seinem Bunten Montags Mix ein:
Es ist sechzehn Uhr. [Pause] Da sollten wir jetzt eigentlich ein wunderschönes Jingle haben. Warum er das nicht tut, keine Ahnung. Probieren wie's doch nochmal. [Pause] Da … hier ist der … [Pause] Also dann fangen wir einfach ganz normal an mit dem Montags Mix.
Das Neue wird gefördert, das Alte vernachlässigt. Oder in den Worten von Benjamin Gürkan:
Die Programmhoheit obliegt dem Programmrat und ich glaube das RadaR ein Medium für gerade NICHT festgefahrene Strukturen ist (oder sein sollte). Eine Begründung die sich auf "wir waren vorher da" beschränkt ist also ein wenig unsinnig in einem alternativen Medium … sonst könnte ja jeder kommen und meinen "ich war schon immer da" und daraufhin neue Konzepte und frischen Wind im Schema totargumentieren …
Dieser frische Wind zerstört das Bestehende, ohne etwas wirklich Neues aufzubauen. Denn das können die neoliberal aufgewachsenen Spaßkinder nicht.
CDU-WahlplakatMontag, 11. Februar 2008
Die politische Kultur des Ostrakismos


Kulturredaktionssprecher Rüdiger G. stellt seine neue Sendereihe Politische Kultur vor. Seine programmatischen einführenden Worte seien hier wiedergegeben:
Stoff für unsere Sendungen Politische Kultur sind zunächst solche Diskussionen, ob es nicht für alle demokratischen Parteien etwas Verbindendes gäbe. Etwas, was alle miteinander verpflichtet, also eine politische Kultur. Daß man mit jedem noch reden kann, und die anderen, auch die politischen Gegner, nicht verflucht und verteufelt.
Vielleicht mag Rüdiger G. hier an die Ausgrenzungskampagne der CDU im hessischen Landtagswahlkampf gedacht haben. Aber sollten wir nicht erst vor unserer eigenen Haustüre kehren, bevor wir mit unserem Finger auf Andere zeigen? Derselbe Rüdiger G., der am heutigen Abend die politische Kultur des Miteinanders predigt (der Pfarrer in ihm schlägt halt durch), hat ohne Not als Redaktionssprecher im Januar 2007 Ausgrenzung aktiv mitbetrieben, als er ohne jede rechtliche Grundlage drei Sendeverbote gegen eine unliebsame Kollegin und zwei ungeliebte Kollegen mitbeschloß. Hier ging es in der Tat um die Ausgrenzung von Gegnerinnen und Gegnern, die vereinsintern und strömungsübergreifend zum Feind erklärt worden waren. Im antiken Athen gab es hierzu das Mittel des Ostrakismos. Die politische Kultur, die – nicht nur von Rüdiger G. – auf diesem Sender gepredigt wird, ist also vor allem eines: doppelbödig und bigott.

Montag auf Dienstag, 11./12. Februar 2008
Falscher Montags Mix


Nach den Deutschlandfunk-Nachrichten um 23.00 Uhr hören wir zunächst eine Minute lang das Nichts nichten, bevor die Wiederholung des Montagabendprogramms gestartet wird. Aus unerfindlichen Gründen werden nicht die Sendungen von 17.00 bis 23.00 Uhr eingelegt. Das Nachtprogramm beginnt statt dessen mit dem Abspielen der 16.00 Uhr-Sendung Bunter Montags Mix, was insofern problematisch ist, weil in dieser Sendung die um 16.30 Uhr eingespielten Nachrichten des Deutschlandfunks zu hören waren. Der Kooperationsvertrag mit dem Deutschlandradio schreibt jedoch eindeutig vor, daß gesendete Nachrichten nicht an einem anderen Sendeplatz noch einmal gesendet werden dürfen.

Screenshot der Webseite lesbischleben.deMittwoch und Donnerstag, 13. Februar 2008
Ein- und Ausfälle


Obwohl sich das Problem auf dem Sender zu hörender Plagiate ausgiebig herumgesprochen haben dürfte, können wir am Mittwochabend in der Sendung Ganz schön queer einen Auszug aus der Wikipedia über Heath Ledger und eine nahe am Text bleibende Paraphrase aus einem lesbischen Lexikon vernehmen. Ich verstehe nicht, weshalb die Vorleserin den Begriff Separatismus nicht mit ihren eigenen Worten erklären kann.

Die Nachtsendung Late Talk entfällt ersatzlos, wie schon am Mittwoch der vergangenen Woche. Damals gab es deswegen ein vierstündiges Sendeloch, diesmal wurde statt dessen die Wiederholung des Abendprogramms gestartet.

Am Donnerstagnachmittag entfällt der ins Radio versetzte Podcast Impuls für X.

Freitag, 15. Februar 2008
… und nichts als die Wahrheit …


Programmratssprecher Ralf D. füllt die Abendsendung ab 21.00 Uhr mit einem zweistündigen Aufguß einer Sendung über Frank Sinatra. Offensichtlich fehlt es an qualifizierten neuen Sendungen. Zunächst jedoch produziert er ein 40-sekündiges Sendeloch. Alsdann spielt er einen Jingle ein, dessen Haltbarkeitsdatum vor anderthalb Jahren abgelaufen ist. Wir hören wieder einmal eine nicht mehr aktuelle Kabelfrequenz für Groß-Gerau und Weiterstadt. All dies können wir wohlwollend noch unter den Begriff Dinge, die passieren können subsummieren. Doch die nun folgenden Worte belegen, daß Radio Darmstadt es mit der wahrheitsgemäßen Berichterstattung nicht ganz so genau nimmt. Ralf D. erklärt:
Da hab' ich mich doch glatt versprochen. Die dritte Frequenz, die gerade gesagt worden ist, die ist nicht aktuell, sondern dafür sind wir im Kabel Mörfelden-Walldorf zu hören. Mörfelden-Walldorf auch auf der neunundneunzig fünfundachtzig.
Nein – er hat sich nicht versprochen. Denn er hatte noch gar nichts gesprochen. Er hatte es hingegen unterlassen, einen Uraltjingle nachzubearbeiten. Si tacuisses …
Screenshot einer GMX-SeiteSonntag, 17. Februar 2008
Ein Mr. X aus der Hausmeisterfraktion


Die Brummschleife bei Radio Darmstadt läßt ein Mitglied der Hausmeisterfraktion nicht ruhen. Doch anstatt sie fachmännisch zu beseitigen, meint er, sich mittels einer Wegwerf-Adresse von GMX besonders wichtig machen zu müssen:
Hallo Herr Walter Kuhl,

ich muss sagen ich finde ihre Seite überhaupt nicht …
… Kuhl.

Ich möchte mich aber nun erstmal vorstellen wer ich bin, ich bin Mr. X, und ich bin der, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht den nervigen Satz mit der Brummschleife bei dem Wikipedia Artikel von Radio Darmstadt zu entfernen.
Ja sie denken gewiss, boar was für ein Frecher Typ dieser Mr. X ist.
Jaja das Leben ist nunmal so …
Es ist Hart aber erlich, genau so wie Mr. X der ist nämlich auch erlich und halt eben hart*.
Und Mr. X hat ein Gutes gehör, und Mr. X kann keine Brummschleife vernehmen …
Aber Mr. X sorgt sich um seine Mitmenschen, er macht sich gedanken wie er ihnen einen Guten Rat geben kann, z.B kann es ja seien, wenn sie ein Hörgerät haben, das ein Wiederstand nicht intakt ist, da kann es ja auch bei der Akustischen Wahrnehmung zu Brummgeräuschen kommen. Da steht ihnen gewiss auch der Telefonische Support des Herstellers zur Verfügung.
Falls sie diesen nicht erreichen sollten, oder sie beim Telefonieren vor lauter Brummgeräusche das Fachpersonal am Telefon nicht hören können, rät ihnen Mr. X, ein Fachgeschäft aufzusuchen.

Nun wissen sie wer Mr. X ist, nämlich ein netter erlicher Mensch.

Grüße von ihrem Mr. X unter der Brücke

PS: *Denken sie daran ich bin Hart, und sie können mich auch nicht weichkochen.
Hart, aber doof. Bei Gelegenheit gibt es hier für unseren Mr. X eine aktualisierte Darstellung der technischen Wunderwelt bei Radio Darmstadt zu sehen. [6]
Baustelle Staatstheater März 2007Dienstag, 19. Februar 2008
Ahnungslosigkeit als Prinzip


Am 2. März sollen im Staatstheater Darmstadt die Neuen Darmstädter Gespräche über Die Macht der Medien stattfinden. Im Offenen Haus von Radio Darmstadt weist Aurel J. auf diese Veranstaltung hin:
Ich denke mal hier, sie werden kostenlos sein.
Ich denke mal, Aurel J. hätte besser vorab recherchiert. Bei einem Sender, in dem mitunter ausdrücklich vermerkt wird, man oder frau habe einmal recherchiert, können wir davon ausgehen, daß – falls die Recherche nicht Teil der Moderation ist – selbige möglicherweise nicht stattgefunden hat. So auch hier. Denn die Karte für diese Veranstaltung kostet muntere zehn Euro. Ich finde, das macht schon einen Unterschied. Abgesehen davon holpert sich der Moderator durch einen Wust von Namen teilnehmender Diskutantinnen und Diskutanten. Ob Benjamin Gürkan hier den Besuch eines Recherche- und Moderationsseminars anregen könnte?

Dienstag, 19. Februar 2008
Kein Duft Tunesiens


Redakteurin und Moderatorin Sonya R. kann ihre Sendung nicht wahrnehmen, weil ihr Sohn schwer erkrankt ist. Selbstverständlich hätten andere Redaktionsmitglieder einspringen können, doch sie werden durch ein Hausverbot daran gehindert. Deshalb wird die Januarsendung wiederholt. Der anfangs der Sendung geäußerte Bezug zur bevorstehenden Landtagswahl in Hessen macht diese geniale Entscheidung des Vorstands weltweit hörbar.

Die Nichtbegründung eines Hausverbots

Der Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt, hier vertreten durch Peter Fritscher und Susanne Schuckmann, begründete selbiges Hausverbot gegen den Autor dieser Dokumentation mit Datum vom 15. Oktober 2007 folgendermaßen:

[A]uf der Vorstandssitzung am 10. Oktober 2007 beschloss der Vorstand mit geschlossener Mehrheit,

Die Reihen fest geschlossen! Man und frau bedarf der ostentativen Selbstvergewisserung. Doch eine Frage: wo eine Mehrheit, gibt es auch eine Minderheit. War die etwa nicht mit eingeschlossen?

dass Sie ab sofort ein Hausverbot bei RadaR e.V. haben.

Das sofort war nicht wirklich ernst gemeint und die geschlossene Mehrheit beschloß etwas, ohne es auszuführen. Schlamperei oder symptomatisch – wer vermag dies bei diesem Vorstand wirklich zu entscheiden? Denn am 15. Oktober betrat der des Hauses Verbotene ahnungslos das Sendehaus und wurde nicht am Betreten des Sendestudios gehindert. Während er für eine Redaktionskollegin einsprang, saßen Susanne Schuckmann und Günter Mergel [7] in der benachbarten Küche und schauten leicht konsterniert durch das Studiofenster. Nachdem sie ausreichend miteinander und mit den ebenfalls anwesenden Vorstandsmitgliedern Peter Fritscher und Benjamin Gürkan beratschlagt hatten, entwickelte sich eine hektische Betriebsamkeit. Schnell wurde der Schriftsatz mit dem Hausverbot aufgesetzt und nicht etwa dem Betroffenen ausgehändigt. Nein – ein Vorstandsmitglied fuhr eigens zum Hausbriefkasten des Betroffenen und warf das Schreiben ein. Dieser Vorstand ist nicht einmal in der Lage, den Leuten direkt ins Gesicht zu schauen, die von ihm gemaßregelt und verfolgt werden.

Auf Grund der aktuellen Vorkommnisse und des Verbreitens von Internas haben wir uns für dieses Hausverbot entschieden.

Ich habe lange darüber gerätselt, was Frau Schuckmann und Herr Fritscher mit den aktuellen Vorkommnissen gemeint haben können. Eine Suchmaschine half mir hier nur begrenzt weiter. Sie vermeldet:

Auch im lokalen Darmstädter Nahbereich ist in diesem Zeitraum nichts geschehen, das mir einen Hinweis auf die aktuellen Vorkommnisse geben könnte. Die Republikaner wehren sich gegen ein Kundgebungsverbot in Rüsselsheim [artikel], die Deutsche Bahn sperrt die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Eberstadt [artikel], in Roßdorf fährt ein 51-jähriger ohne Führerschein [artikel] und in Ober-Ramstadt warnt ein Hinweis vor einem kaputten Radweg [artikel].

Selbst bei Radio Darmstadt ging alles seinen gewohnten Gang. Im Radiowecker wird beispielsweise ein Kalenderblatt-Plagiat vorgetragen und der Vorstand erklärt gegenüber der Frankfurter Rundschau, daß er für das Verbreiten von Sendeinhalten eine Strafanzeige wegen Urheberrechtsverletzung erwäge. Hier kommen wir der Sache wohl schon näher. Bei diesen Vereinsinterna handelt es sich insbesondere um die kommentierte Wiedergabe bereits gesendeter Moderationsbeiträge. Einige davon sind so peinlich, daß sie fast schon rufschädigend sind. Und doch stellt sich die Frage, weshalb diese Peinlichkeiten dann nicht unterlassen werden. Haben wir es hier mit dem typischen RadaR-Phänomen zu tun, das unter den Teppich zu kehren, was ohnehin schon öffentlich zu hören war?

Was das Verbreiten von Interna betrifft, lebt der Vorstand in einem bedenklich zerbröselnden Glashaus. Nehmen wir das Vorstandsmitglied Markus Lang. Dieser hatte im Winter 2002/2003 in Opposition zum damaligen Vorstand die sogenannten "Unabhängigen Seiten über Radio Darmstadt" dazu benutzt, um seiner Empörung über Entscheidungen, die ihm nicht paßten, Ausdruck zu verleihen. Zitat: "ist es an der Zeit euch wieder einige Interna zukommen zu lassen." – Seine beiden weltweit nachzulesenden Beiträge sind hier dokumentiert.

Auch das Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan sitzt gefährlich nahe bei diesem Glashaus. Im August 2006 führte er vereinsintern mit ausgesuchten Mitgliedern eine Befragung durch, um die Stimmung im Sender zu erkunden. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit wurden ihm hierbei sehr persönliche Dinge anvertraut. Das in ihn gesetzte Vertrauen mißbrauchte er, um die ihm anvertrauten Aussagen gezielt gegen Norbert Büchner und Katharina Mann im nachfolgenden Ausschlußverfahren einzubringen. Mir sind vier von ihm befragte Personen bekannt, die über diesen Vertrauensbruch empört waren und die zum Teil auch deshalb aus dem Verein ausgetreten sind. Der gezielte Einsatz von "Interna" ist offensichtlich dann legitim, wenn es um "höhere Ziele", zum Beispiel satzungs- und rechtswidrige Ausschlußverfahren, geht. Nebenbei sei angemerkt, daß Gürkan aufgrund seiner "Evaluation" feststellte, wo die stärkeren Bataillone im Verein zu finden sind; er verbündete sich anschließend mit Susanne Schuckmann und Markus Lang, um den Verein in seinem Sinne neu zu gestalten.

In der Einladung zur Mitgliederversammlung am 21. Februar stehen die drei Hausverbote auf der Tagesordnung, genauer: deren Bestätigung. Ob sich der Trägerverein hiermit einen Gefallen tut, wird sich am Ende des Jahres herausstellen. Leider ist der Verein nicht so klug, einmal in sich zu gehen und sich einen vernunftbegabten Vorstand zu wählen, der die soziale Kompetenz besitzt, das Konfliktgeflecht zu entwirren und die aufgescheuchten Mitglieder zu beruhigen. Aber vielleicht entscheidet die Mitgliedschaft am Donnerstagabend klüger als ihr Vorstand. Es könnte ja eine Sendelizenz damit verbunden sein. Allein – ich zweifle.

GewürfeltMittwoch, 20. Februar 2008
Mal so, mal so


Das Tagesprogramm am Mittwoch enthält ein gepflegtes Überraschungsmoment. Wir wissen nie vorher, ob die Wiederholung des Vorabendprogramms um 8.00 Uhr neu gestartet wird oder nicht. Vom 1. August 2007 bis zum 2. Januar 2008 gab es morgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr einen Radiowecker zu hören, bei dem sich Information und Desinformation die Hand gaben. Seither ist dieser Sendeplatz verwaist. Und seither ist es eine Sache des Zufalls und der vielleicht nicht ganz so zufälligen Anwesenheit im Sendehaus, ob am Mittwochmorgen um 8.00 Uhr das Programm dem Rhythmus der anderen Sendetage angepaßt wird oder ob sie im Sechs-Stunden-Rhythmus um Mitternacht, um 6.00 Uhr morgens und exakt zu High Noon beginnt. Am 9. Januar war der Radiowecker noch offiziell angekündigt worden, aber dann kam keine und niemand mehr zum Scherbengericht. Deshalb lief das Wiederholungsprogramm des Vorabends ungebremst weiter. Am 16. und am 23. Januar wurde um 8.00 Uhr neu gestartet, in den folgenden drei Wochen wieder nicht. Heute hingegen war am Morgen eine Person im Sendehaus, daher konnten wir um 8.00 Uhr erneut das Offene Haus mit Aurel J. und seiner kleinen Studiogästin hören. Fazit: viermal so, dreimal so.

Nachtrag: Selbstverständlich wird es eine Woche später wieder alles ganz anders sein. Am 27. Februar wird die Wiederholung mal wieder nicht um 8.00 Uhr neu gestartet, am 5. und am 12. März hingegen schon. Am 19. und am 26. März war wiederum die Unlust größer als die Verantwortung. Ab April 2008 gibt es wieder einen Radiowecker. Dann doch lieber dieses Chaos …

Screenshot der Webseite der UnterhaltungsredaktionMittwoch auf Donnerstag, 20./21. Februar 2008
Sehr spezial


Für 21.00 Uhr kündigt der Programmflyer ein Ungerer Spezial an. Diese Spezialsendung entpuppt sich nach einigen Minuten als Wiederholung der RadaR Deutschstunde vom vergangenen Sonntag. Nach diesem Not-Lückenfüller ist für 23.00 Uhr der Late Talk vorgesehen. Doch die beiden Moderatoren erscheinen ebensowenig wie in den beiden Wochen zuvor. Offensichtlich haben sie sich vom Sendegeschehen verabschiedet, weil das Senden bei Radio Darmstadt keinen Spaß macht. Da dies weder der Moderator der 21.00 Uhr-Sendung noch sein Redaktionssprecher Christian K. wissen, werden die Hörerinnen und Hörer zunächst mit Durchhalteparolen hingehalten – vielleicht kommen die beiden Moderatoren ja noch. Ich rufe daher im Sendehaus an und erkläre dem verdutzten Moderator, daß er ruhig die Wiederholung des Abendprogramms starten könne, da keine und niemand mehr erscheinen werde. Es ist schon grotesk: ich habe den Verein vor knapp einem halben Jahr verlassen und habe dafür ein Hausverbot erhalten, weiß aber besser über den Programmablauf Bescheid als der gesamte Sender zusammen. Zustände sind das! Um 23.38 Uhr hat der Moderator der 21.00 Uhr-Sendung ein Einsehen und er wirft den Wiederholungs-Computer an. Damit jedoch auch die Nachtschiene programmkonform verläuft, wird um Mitternacht die Wiederholung nach 22 Minuten erneut gestartet. Im Radiowecker am Donnerstagmorgen verkündet der schon angesprochene Redaktionssprecher Christian K. in seiner Programmvorschau, ab 12.00 Uhr sei anstelle des im Programmflyers angekündeten Ungerer Spezial die RadaR Deutschstunde zu hören. Genau genommen stimmt das nicht: die wiederholte RadaR Deutschstunde ist das Ungerer Spezial.

Wer keine Ahnung vom Mischpult hat, sollte die Finger davon lassenDonnerstag, 21. Februar 2008
Impuls nach Nix


Als Peter Fritscher um 15.00 Uhr beginnt, seine Sendung Impuls für X anzumoderieren, ist im Radio weiterhin computergenerierter Sound zu hören. Fritscher bricht auf Zuruf von außen seine Moderation ab und erklärt den Menschen an den Radiogeräten, daß er (und andere Anwesende) jetzt erst einmal das technische Problem lösen muß. Zehn Minuten später wird die Musikquelle abgeschaltet und die Sendung beginnt von vorne. Aber wie konnte es dazu kommen?

Peter Fritscher geht davon aus, daß sich der Wiederholungs-Computer nicht abschalten läßt. Doch dies ist nicht der Fall. Irgendein Schlaumeier, vermutlich eine Person, die im Studio vorproduzieren wollte, hat um 14.11 Uhr die Wiederholung des italienischen Magazins Tiramisú abgebrochen. Nach einer Minute Schweigen sprang die Sendeloch-Erkennung korrekt an und spielte Dudelmusik ein. Diese lief auch dann weiter, als Peter Fritscher wieder ein Signal auf den Sender gab. Ganz offensichtlich ist der Computer für die Sendeloch-Erkennungs derart schlampig konfiguriert worden, daß er das Ende eines Sendelochs zuweilen nicht erkennen mag. Daß er zudem ab und zu auch entstehende Sendelöcher nicht abfängt, zeigt, daß die Gürkan-Truppe mit der Sendetechnik auf erheblichem Kriegsfuß steht.

Auszug aus der Einladung zur MitgliederversammlungDonnerstag, 21. Februar 2008
Intriganten im Verein


Die Einladung zur heutigen Mitgliederversammlung des Trägervereins bietet durchaus Stoff zur psychologischen Nachbetrachtung. Daß die Bürokraft, die das Schreiben aufgesetzt, und Susanne Schuckmann, die es unterschrieben hat, nicht einmal bemerken, daß für ein falsches Datum eingeladen wird, mag dahingehen. Daß Frau Schuckmann jedoch meint, folgenden Satz hineinschreiben zu müssen, der erkennbar wenig mit den wahren Verhältnissen im Verein zu tun hat, wird im Folgenden deutlich. Sie schreibt (oder läßt schreiben):
RadaR e.V. und das von ihm betriebene Lokalradio Radio Darmstadt sind wichtige Säulen einer demokratischen Gesellschaft und Medienlandschaft.
Als Tagesordnungspunkt 2 ist die Verabschiedung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung am 16. November 2007 vorgesehen. Dieses Protokoll enthüllt die Wahrheit über die wahre Demokratie in der Medienlandschaft am Steubenplatz:
Bei der LPR ist eine 12-seitige Programmbeschwerde von Walter Kuhl eingegangen. Der Vorstand musste Stellung dazu nehmen – in einem 19-seitigen Brief. Dieses Antwortschreiben wurde dem Verein bewusst vorenthalten, da es im Sender Intriganten gibt. Das Schreiben ist im Büro zur Einsicht hinterlegt. Es darf nicht kopiert oder mitgenommen werden. Mitglieder, die das Schreiben gelesen haben, müssen ihre Unterschrift hinterlassen. [8]
Köstlich! Da scheint eine Intrigantenprojektion skurrile Formen der Totalüberwachung der eigenen Mitglieder anzunehmen. By the way: Ich hätte gerne dieses 19-seitige gewiß wahrheitsgemäß verfaßte Schreiben zugesandt. Denn Herr Gürkan hat – seine Worte! [9] – nichts zu verbergen.

Screenshot der Webseite von Radio DarmstadtDonnerstag, 21. Februar 2008
Der erste Sargnagel


Die Mitgliederversammlung wird spärlich besucht. 31 Vereinsmitglieder debattieren über die Frage der Zugangsoffenheit und vor allem darüber, wie sie verhindern können, daß ihre drei Todfeinde das Sendehaus jemals wieder betreten können. Dabei schwebt ihnen das Damokles-Schwert eines Lizenzentzuges vor Augen. Nach der Devise Augen zu und durch entscheiden sich 18 Vereinsmitglieder unter der wortgewandten Anleitung von Markus Lang und Benjamin Gürkan dafür, die Hausverbote zu bestätigen. Im Lizenzverlängerungsbescheid der LPR Hessen ist jedoch nachzulesen, daß der Verein besser daran täte, das Zugangshemmnis zu beseitigen. Die wenigen Vernunftorientierten waren selbst in diesem kleinen Haufen klar in der Minderheit.

Andere Mitglieder haben den Verein längst verlassen. Markus Lang gibt in seinem Editorial zum Februar-Programmflyer den Stand des Mitgliederschwunds zur Kenntnis. Hatte der Trägerverein von Radio Darmstadt zu Beginn des Jahres 2006 noch über 600 Mitglieder, so ist diese Zahl – so Lang – auf 550 geschwunden. Hierbei sind die Karteileichen (nicht zahlende oder unbekannt verzogene Vereinsmitglieder) noch gar nicht mitberechnet. Realistisch betrachtet hat der seit über anderthalb Jahren anhaltende Vorstandskurs den Verein fast einhundert Mitglieder gekostet, verbunden mit entsprechenden Einnahmeausfällen.

Sollte der Vorstand mit demonstrativer Unterstützung einiger weniger, überhaupt noch erschienenen Mitglieder an seinem Kurs festhalten, ist nicht auszuschließen, daß sich die LPR Hessen zu Ende des Jahres gezwungen sieht, das Darmstädter Lokalradio abzuschalten. Wie sich die Angelegenheit in Zukunft entwickeln wird, ist derzeit nicht abzusehen. Die LPR Hessen ist um diese Aufgabe nicht zu beneiden. Sollten jedoch zum 31. Dezember 2008 die Lichter am Steubenplatz ausgehen, dann wäre es vielleicht ratsam, die Anwesenheitsliste der heutigen Mitgliederversammlung als historisches Dokument aufzubewahren. Hierin werden wir dann die Namen der achtzehn Vereinsmitglieder nachlesen können, die auf Grundlage ihrer persönlichen Befindlichkeiten das Radio an die Wand gefahren haben. Traurig ist, daß die übrigen 470 Mitglieder nicht eingreifen, um den Schaden vom Verein und vom Medienstandort Darmstadt abzuwenden, indem sie diese kleine radikale Minderheit zur Ordnung rufen.

Eine persönliche Zwischenbemerkung

Einem langjährigen, angesehenen Vereinsmitglied gegenüber hatte ich in den Raum gestellt, mit der Dokumentierung des geballten Unsinns bei Radio Darmstadt auszusetzen, sofern die heutige Mitgliederversammlung ein Signal der Vernunft ausgesandt hätte. Diese Botschaft scheint die versammelten Mitglieder wenig interessiert zu haben. Daraus ist zu folgern, daß sie der Inhalt dieser Dokumentation überhaupt nicht stört. Dem auch deshalb ausgesprochenen und ausgesprochen albernen Hausverbot würde demnach auch diese letzte Grundlage entfallen. Zurück bleibt nichts außer einigen angestauten persönlichen Ressentiments. Da ein Ressentiment kein Grund ist, der für die LPR Hessen auch nur annähernd ausreicht, einer Person den Zugang zu den hauptsächlich durch die hessische Landesmedienanstalt finanzierten Produktionsmitteln zu verweigern, sehe ich für die Zukunft eines von RadaR e.V. getragenen Lokalradios in Darmstadt schwarz.

Die Entscheidung der Betonfraktion im Sender hat jedoch eine gewichtige Folge. Ich werde mich zukünftig nicht mehr beschwatzen lassen, im Interesse einer friedlichen Lösung dieses Konflikts diese Dokumentation zur Disposition zu stellen. Ganz offensichtlich braucht eine kleine Clique im Verein dieses Feedback, um sich im Gefühl der mehrheitlich verabschiedeten Rechthaberei und Arroganz der Macht zu baden. Daß sie damit alles zerstört, was in den zwölf Jahren zuvor mühsam aufgebaut wurde, interessiert sie nicht. Denn sie muß nicht befürchten, für den Schaden, den sie angerichtet hat, jemals zur Verantwortung gezogen zu werden.

Schrödingers KatzeMontag, 25. Februar 2008
Schmiedingers Kater


Punkt 1.10 der von Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan erfundenen und vom Programmrat (das Gremium der Redaktionssprecherinnen und Redaktionssprecher) ohne Mandat ihrer Redaktionen verabschiedeten Sendekriterien sieht vor, daß Zeitangaben in Sendungen zu unterlassen sind, die wiederholt werden. Der Grund ist einleuchtend: in der Wiederholung einer Sendung führt eine dann falsche Zeitangabe nur zu überflüssiger Verwirrung. Punkt 1.17 dieser Sendekriterien sieht vor, daß aktuelle Bezüge aus vergangenen Sendungen herauszuschneiden sind. Umso überraschter sind wir um 22.58 Uhr. Als Lückenbüßer für einen ansonsten nicht vergebenen Sendeplatz spielt die Kulturredaktion die Sendung Theaterklatsch vom 20. Januar 2008 ein und hofiert hiermit ein weiteres Mal die von Redaktionssprecher Rüdiger G. gehypte Compagnie Schattenvögel. Das Ende dieser heute abend wiederholten Sendung bildet der Hinweis auf die nachfolgende Sendung der Sportredaktion um 18.00 Uhr, moderiert von einem im gesamten Sender unbekannten Bernhard Schmiedinger. Vielleicht wäre es auch ohne die Sendekriterien angebracht gewesen, vor der erneuten Ausstrahlung diesen Programmhinweis herauszuschneiden. Zudem hätte Schrödingers Katze dann auch nicht Begleitung durch Schmiedingers Kater erhalten. [10]

Um 17.06 Uhr gab es noch Matschsound.Mittwoch, 27. Februar 2008
Matschsound


Im Verlauf der Wiederholung des Dienstagabendprogramms wird dem Sound des Senders eine Zugabe verabreicht. Auf einmal senden ab 12.58 Uhr zwei Soundquellen parallel. Die eine ist eindeutig die Wiederholung, aber die andere? Könnte es sich hierbei um den Sendeloch-Erkennungscomputer handeln, der ein Sendeloch erkannt hat, wo keines war? Bei der derzeitigen undurchsichtigen Informationspolitik des Vorstandes ist kaum zu erwarten, daß wir über diese erneute technische Kapriole eine ausreichende Auskunft erhalten werden. Der aus den beiden Soundquellen gespeiste Matschsound des Darmstädter Lokalradios fällt zunächst nur dessen Hörerinnen und Hörern auf. Vermutlich werden sie versucht haben, im Sender anzurufen, damit dieser Unfug abgestellt wird. Wahrscheinlich war mal wieder keine und niemand zugegen. Also hat der Sender ein weiteres Mal sein Publikum vergrault, um das er im Programmflyer und mit allerlei Jingles so hartnäckig buhlt. Mehr als fünf Stunden lang bemerkt im Sender keine einzige Person, was sich auf dem Äther tut, ehe um 18.05 Uhr eine unbekannte Person Mitleid mit der Kulturredaktion hat, deren Augenweide im Matschsound zu versinken droht.

Zu Jahresbeginn hat sich der Sender ohne die in früheren, besseren Zeiten übliche zumindest vereinsinterne Ausschreibung einen bezahlten Techniker geleistet. Bei diesem handelt es sich womöglich um den Installateur der Brummschleife und der Sendeloch-Erkennung vor gut einem Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Fehlimplementierung noch in diesem Jahr beseitigt wird, sinkt bei dieser Konstellation rapide gen Null. Solange ich im Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt gewesen bin, war eine derart mauschelige Personalpolitik undenkbar. Doch diese ist nicht der einzige Sündenfall. Im Sekretariat des Senders hilft zuweilen eine Person aus, die ebenfalls durch persönliche Beziehungen und nicht durch eine offene Ausschreibung an diesen Job gekommen ist.

Mischpult in Studio 1 mit UmschaltungDonnerstag, 28. Februar 2008
Impuls ins Nichts


Anstelle der für 15.00 Uhr geplanten Sendung Impuls für X hören wir die Fortsetzung der Wiederholung des gestrigen Abendprogramms. Erst nach achtzehn Minuten bemerkt der Techniker der Sendung, hinter dem sich womöglich ein Vorstandsmitglied verbirgt, der zudem noch einer der Chef-Teamer des Senders ist, daß er gar nicht on air ist. Er hat es offensichtlich versäumt, an die erste Amtshandlung vor Beginn einer neuen Sendung zu denken. Diese besteht darin, darauf zu achten, daß das Studio, aus dem man oder frau zu senden gedenkt, auch über das Sendesignal verfügt. Diese Panne scheint den Moderator Stefan M. zu überfordern. Um 15.24 Uhr sagt er uns, es sei vier Minuten früher. Wozu eine Zeitangabe, wenn sie ohnehin nicht stimmt?

In der Sendung treffpunkt eine welt hören wir eine Konserve. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung mit Kiran Nagarkar am 5. Juni vergangenen Jahres. Da der Moderator der Sendung ohne Jahresangabe nur von einem "5. Juni" spricht, wir aber nun den März 2008 schreiben, bleibt für die Zuhörenden an den Radiogeräten der Bezug unklar. Denn bei Radio Darmstadt wird gerne als Notsendung auf Konserven zurückgegriffen, die a) schon unzählige Male abgedudelt wurden und b) entsprechend Patina angesetzt haben.

BrummschleifeFreitag, 29. Februar 2008
Schwierigkeiten mit dem Schalttag


Da der 29. Februar in der Regel nur alle vier Jahre erscheint und nur etwa alle 28 Jahre auf einen Freitag fällt, haben unsere Redakteure und Moderatorinnen gewisse Schwierigkeiten mit dem Datum. Ein Redakteur erzählt uns, daß der letzte Schalttag im Jahr 2003 eingefügt wurde, eine Moderatorin sagt, ihre Sendung werde am 1. Februar wiederholt. Diese wenig durchdachten Ansagen sind wenigstens noch menschlich und machen Darmstadts Lokalradio zu einem Aha-Erlebnis.

Weniger erheiternd ist hingegen, wenn der Bericht aus der Stadtverordnetenversammlung aufgrund einer vermeidbaren Verspätung des Moderators Christian K. drei Minuten zu spät beginnt. Oder handelt es sich gar um eine Aufzeichnung, die zu spät gefunden und eingelegt wurde? Jedenfalls begann die Sendestunde um 17.00 Uhr mit einer Konserve der Kultursendung Heinerkult. Demnach ist "seit vergangenem Freitag" in der Heimstättensiedlung eine Ausstellung zum 75. Geburtstag der Siedlung zu besichtigen. Das war im Mai 2007. Hier liegt ein eindeutiger Verstoß gegen die Gürkanschen Sendekriterien vor. Diese wurden auch von Christian K. für gut befunden und im Programmrat von ihm mit verabschiedet. Dort heißt es in Punkt 1.17:
Aktuelle Bezüge aus vergangenen Sendungen rausschneiden

Vergangene Sendungen, die eventuell noch einmal gesendet werden sollen oder als Ersatzsendung dienen, müssen so gestaltet sein, dass aktuelle Bezüge nicht enthalten sind.
Da hat Herr Gürkan nicht zu Ende gedacht und der Programmrat hat dies gedankenlos abgenickt. In diesem Fall bestand ja die gesamte Sendung aus einem aktuellen Bezug, der daher für die Wiederholung hätte entsprechend an- und abmoderiert werden müssen. Dies ist natürlich nicht geschehen. Um 17.00 Uhr ging es offensichtlich auf die Schnelle darum, gedankenlos irgendeine Sendung einzuwerfen. Wobei es auch so gewesen sein kann, daß (falls Christian K. verhindert gewesen sein sollte) eine Person im Studio die Regieanweisung von Christian K. nicht verstanden und zur falschen CD gegriffen hat.

Am vergangenen Montag tagte der Programmrat. Er hatte sicherlich Wichtiges zu besprechen, weshalb ihm entfallen ist, daß der Sendeplatz am heutigen Freitag um 21.00 Uhr verwaist ist. Ohnehin ist bemerkenswert, wie viele Sendeausfälle Radio Darmstadt zu verzeichnen hat, seitdem die innovative Führungsriege des Vereins alles auf den Kopf gestellt und damit so ziemlich überall ein Chaos geschaffen hat. Michael S. verabschiedet sich daher kurz vor neun formvollendet von den Hörerinnen und Hörern seiner Sendung Vinyl XL – er kennt sich sogar mit den Schalttagen aus! –, um sie wenige Minuten später in einer eiligst einprogrammierten computergesteuerten Konserve wieder zu weiteren zwei Stunden Vinyl-Programm zu begrüßen. Die neben stehend abgebildete Brummschleife entstammt dieser Sendestunde. Wenn Mister X schon nicht hören kann, kann er vielleicht wenigstens sehen.

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   Als „Edit War“ wird in der Wikipedia der Kleinkrieg bezeichnet, in dem von verschiedenster Seite ganze Artikel oder Teile davon oftmals aufgrund rein ideologischer Einstellungen gelöscht oder abgeändert werden. Als „Vandalismus“ wird hier das Vorgehen bezeichnet, unliebsame Einträge gnadenlos zu verändern oder unsinnige Einträge zu erstellen, um hierdurch den Artikel zu entstellen.

»» [2]   Bemerkenswert ist die nun seit fast anderthalb Jahren zu beobachtende Unfähig­keit eines mehrfach wechselnden Flyer­teams, bei den vergangenen vierzehn Ausgaben auch nur eine einzige Ausgabe hinzu­bekommen, die in Form und Inhalt auch nur halbwegs an die Vorgänger heranreicht. Die hierfür wechselnd verantwort­lichen Vorstands­mitglieder heißen Benjamin Gürkan, Stefan Egerlandt, Susanne Schuckmann, Peter Fritscher und Markus Lang. Siehe für den Zeitraum Oktober 2006 bis April 2007 exemplarisch die ausführ­liche Dokumentation dieser grassierenden Inkompe­tenz. Im Grunde genommen handelt es sich bei diesen 14 Ausgaben um heraus­geschmissenes Geld. Der lokale Greenpeace-Presses­precher Markus Lang schweigt zu diesem auch in ökologischer Hinsicht zu konstatierenden Desaster. Ich hätte da eine Frage an selbigen Greenpeaceler: Warum werden deine Flyer nicht auf Umwelt­schutz­papier gedruckt? Wenn du besonders gut gelaunt bist (Vorsicht, Ironie!), dann haust du doch anderen Mitmenschen ihr mangelndes ökologisches Handeln um die Ohren, beispiels­weise wenn du einem anderen Verein vorhältst, er solle aus ökologischen Gründen nicht jedes Vorstands­mitglied einzeln anschreiben. Dabei wurden mittels der sinnlosen Programm­flyer halbe Wälder geopfert.

»» [3]   Seit gut einem Jahr ist dieser Sendeplatz als Sorgenkind bekannt. Weder der Programmrat noch die zuständige Redaktion betrachten das monatlich drohende Sendeloch als ein Problem.

»» [4]   Im Dezember 1997 beschloß nach einem gut besuchten Strategie­seminar des Träger­vereins ein Vorstands­mitglied, die Wiederholungs­schiene auf den Nach­mittag auszudehnen. Damals war dort eine Sende­schleife mit Stations­ansage und Vogel­gezwitscher zu hören. In der Sache hat ihm damals kaum eine oder jemand wider­sprochen. Der Programmrat sah hierin jedoch einen unzulässigen Eingriff in seine Programm­hoheit und mahnte dieses Vorstands­mitglied ab. Heute, rund zehn Jahre danach, kann der Programm­rat allenfalls als kaum noch zuckendes Anhängsel des Vorstands begriffen werden; Eigen­initiative zur Qualitäts­verbesserung von Sende­strukturen und Sende­inhalten ist ihm fremd und muß ihm von Benjamin Gürkan förmlich aufgedrängt werden. Die letzten großen Taten dieses Gremiums bestanden in der Verkündung teilweise absurder Sendekriterien im September 2006 und im Aussprechen von rechtlich haltlosen Sende­verboten im Januar 2007.

»» [5]   Das neoliberal vorgegebene Kosten-Nutzen-Kalkül in jeder Lebenslage findet sich auch in Bereichen, die vordergründig keiner ökonomischen Logik gehorchen. Gürkan & Co. sind angetreten, neue technische Innovationen voranzubringen und das Radio zu digitalisieren. Um nicht durch die Verwaltung des Bestehenden behindert zu werden, kümmern sie sich einfach nicht um die Wartung und Pflege bestehender sende­technischer Strukturen und verwenden die hierdurch frei werdende Zeit und Energie zum Aufbau neuer Strukturen. Einmal abgesehen davon, daß die meisten der bislang implementierten Features nicht, fehlerhaft oder nur unzu­verlässig funktionieren, sind die Defizite im nicht gepflegten Bereich während des laufenden Sende­betriebs zuweilen deutlich zu hören. Fehlende oder defekte Kopfhörer, ausfallende CD-Geräte, ein wochenlang unzu­gängliches Sendestudio oder in ihren Sendungen lauthals fluchende Redakteurinnen und Moderatoren sind seit Herbst 2006 der Standard dieses Senders. In einer betriebs­wirtschaft­lichen Kosten-Nutzen-Rechnung mag dieses Vorgehen noch einen Sinn ergeben. Hier wird zum Erhalt des Bestehenden nur so viel investiert, wie unbedingt nötig ist, ohne daß alles zusammen­fällt. Kalkuliert wird haarscharf, ab welchem Punkt es sinnvoll ist, alles zusammen­brechen zu lassen, solange man und frau Neues aufbaut und damit das marode Alte kaschieren kann. Der Schein wird hier wichtiger als das Sein. In einem nicht­kommerziellen Lokalradio mit einer weitgehend gesicherten finanziellen Grundlage ist ein solches Corporate Design absurd. Entsprechend peinlich kommt der Sender in seiner Öffentlich­keits­wirkung daher, auch deshalb, weil das Publikum eines nicht­kommerziellen Lokalradios in der Regel den neoliberalen Unsinn nicht auch noch auf einem sich alternativ gebenden freien Radio wiederfinden möchte. Die Spielkinder des Neo­liberalismus haben sich hier offensichtlich in der Baustelle vertan. Die Leid­tragenden sind nicht nur die Hörerinnen und Hörer, sondern auch diejenigen, die unter faden­scheinigen Vorwänden heraus­geworfen wurden, weil sie diesem „Gas geben“ im Wege standen.
 
»» [6]   Im Januar 2007 nutzten ebenfalls RadaR-Mitglieder die anonyme Deckung eines GMX-Emailkontos, um ein wenig herumzu­hetzen. Siehe hierzu aus dem Innenleben von Radio Darmstadt die Seite: Der Mob tobt.

»» [7]   Susanne Schuckmann, damals Vorstands­frau, und Günter Mergel arbeiteten 1997 im Offenen Haus zusammen und entwickelten das Sende­konzept Esoterik zwischen Magie und Aberglaube. Während Günter Mergel eine aktive Rolle im Sender übernahm und von 2002 bis 2004 auch im Vorstand vertreten war, zog sich Susanne Schuckmann für mehrere Jahre aus dem aktiven Sendebetrieb zurück. Wie Phönix aus der Asche trat sie am 28. April 2006 auf der Mitglieder­versammlung auf und ließ sich in den Vorstand wählen. Von Anfang an war ihre Arbeit darauf ausgerichtet, bestimmte „Altlasten“ zu entsorgen. Hierbei war sie mit den Redaktionen treffpunkt eine welt und Blickpunkt Gesellschaft verbunden. Eine der treibenden Kräfte im Hintergrund war Günter Mergel, der 2004 die Redaktion Blickpunkt Gesellschaft mit gegründet hatte. Mergel produzierte für Schuckmann belastendes Material gegen das damalige Vorstands­mitglied Walter Kuhl, der zudem als Kauf­männischer Angestellter im Träger­vereins beschäftigt war. Da der produzierte Vorwurf nicht einer gewissen Komik entbehrt, ist er auf einer eigene Seite dokumentiert. Die „Qualität“ dieses Vorwurfs spricht für sich. Aber dies ist eben das Niveau der interesse­geleiteten Auseinander­setzung seitens der neuen Vorstands­riege und ihres Fußvolks.

»» [8]   Ich gehe sicherlich nicht fehl in der Annahme, daß dieses Über­wachungs­konzept von Benjamin Gürkan ersonnen wurde. Schon auf der Vorstands­sitzung am 11. Oktober 2008 hatte er eine Vision einer mit dem Zugangs­karten­system verschalteten Mitglieder­daten­bank vorgestellt, die sogar seine Verbündete Susanne Schuckmann erblassen ließ. Sie befürchtete darin zurecht das gläserne RadaR-Mitglied. Die Vision lautete: wenn eine oder jemand mit ihrer oder seiner Zugangs­karte das Sendehaus betritt, werden die hierbei anfallenden Daten vom Zugangs­system gleich ausgewertet. Das eintretende Vereins­mitglied wird in der Eingangs­halle des Sendehauses von einem oder zwei Terminals begrüßt: „Hallo, Kollege Sowieso, du mußt dies oder das machen, dies oder das hast du vergessen, deine nächste Redaktions­sitzung ist dann und dort, du mußt dieses Jahr noch ein Seminar besuchen, du hast das letzte Mal vergessen, die Alarm­anlage scharf zu schalten“ – am besten mit Sprach­ausgabe und Flash-Animation. Sein anvisierter Testbetrieb im Jahr 2007 kam dann doch nicht zustande. Wenn wir dann noch berück­sichtigen, daß die komplette Mitglieder­daten­bank bei Benjamin Gürkan und Susanne Schuckmann zu Hause auf dem Rechner lagern, dann ist der gezielten Daten­nutzung für eigennützige Zwecke im Prinzip Tür und Tor geöffnet.

»» [9]   Am 15. Januar 2008 schrieb mir Benjamin Gürkan mit Kopie an die LPR Hessen: „Ganz einfach ich habe absolut nichts zu verbergen und du laut deiner Doku ja auch nicht.“ Sollte dieses Schreiben also nicht, sagen wir mal, binnen zwei Wochen bei mir eintrudeln, gehe ich davon aus, daß Herr Gürkan entgegen seiner wort­gewaltigen Ausführungen doch etwas zu verbergen hat.

»» [10]  Die Quanten­zustände bei Radio Darmstadt sind zuweilen so beschaffen, daß es Personen, Inhalte oder Dinge gibt, die es gleichzeitig auch nicht gibt. Es ist alles nur eine Frage der Wahr­nehmung. Etwas weniger philosophisch angehauchte Menschen sprechen hier jedoch schlicht vom Parallel­universum am Steuben­platz.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Mai 2009 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2008, 2009 mit Ausnahme des Fotos RD080202.jpg von Stefan Brodmann, das auf der Wikipedia mit einem uneinge­schränkten Nutzungs­recht versehen ist, sowie der Grafik RD080225.jpg, die vom Benutzer "Anarkman" bei Wikimedia unter der GNU Free Documentation License eingebunden wurde. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einve­rständnis des Verfassers gestattet.

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