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Titelfoto Juni 2009
Das Außen­übertragungsteam, ein wenig abseits des Geschehens.

Radio Darmstadt

Test, Test, Test

Juni 2009
Dokumentation

Zum Sinn und Zweck dieser Dokumentation.

Zusammenfassung

Nein, in diesem Monat wird nicht nur gestestet. Schließlich ist Radio Darmstadt ein ernsthaftes und seriöses Medium mit echten Verkehrs­nachrichten, Wissenschafts­sendungen und klassischer Musik. Der Sender wird weltweit so ernstgenommen, daß sogar schon Taliban am Steubenplatz gesichtet wurden. Cross­mediale Lese­kompetenz wurde natürlich auch wieder angetroffen. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: Weshalb knistern die Nachrichten des Deutschlandfunks?

Die Anspielungen dieser Zusammen­fassung werden im Text erklärt.


Ein wenig Programmchaos zum Monatsstart

Da am 31. Mai keine Spät­sendung von 21.00 bis 23.00 Uhr vorgesehen war, gab es nach Ablauf der von 19.00 bis 21.00 Uhr gesendeten Konserve zunächst ein Sendeloch, ehe sich der Dudelmusik-Automat der Sendeloch-Erkennung einschaltete. Dieser offiziell geplante Programm­ausfall – der Programmrat hatte sich nicht ausreichend um den nicht besetzten Sendeplatz gekümmert – verführte den Unterhaltungs­redakteur Bülent Dogru zu einer eigenwilligen Abänderung des morgendlichen Wiederholungs­programms. Um ein erneutes Sendeloch zu vermeiden, fütterte er einen Studiorechner mit seiner Version des zu wiederholenden Vorabend­programms und fügte anstelle der zwei nicht belegten Sendestunden eine Wiederholung seiner Erstlings­sendung „Bülent Spezial“ vom 12. Oktober 2008 ein. Diese eigentlich sinnvolle Tat wurde überschattet durch eine arg merkwürdige Zusammen­stellung des nun folgenden Programms.

So hörten wir nach Ablauf des morgendlichen Radioweckers ab 9.00 Uhr zunächst einen Ausschnitt der zweiten Sendestunde des „Horse Radios“, gefolgt von einigen Minuten Kampfsport des RadaR Sportplatzes, ehe unvermittelt in die erste zu wiederholende Sendung der Kulturredaktion eingeblendet wurde.

Die Sendung „Gegen das Vergessen“ um 17.00 Uhr wurde durch eine Konserve der Maisendung ausgefüllt. Um 18.00 Uhr hörten wir die Konserven­sendung Retro mit einer Ausgabe der Kultur­sendung „Mezzoforte“ vom 23. Februar 2003. Der nachfolgende Gipfelstürmer scheint tatsächlich live gesendet worden zu sein, ehe daran anschließend zwei Musik­redakteure etwas planlos ihren Kollegen Marc Weißenberger vertraten.

Weshalb die das Liveprogramm am 1. Juni (und auch am 2. Juni usw.) abschließenden Nachrichten des Deutschlandfunks durch ein eigenartiges Knistern unterlegt wurden, können uns gewiß die versierten Techniker des Senders verraten, zumal dieses Phänomen einige Wochen lang deutlich zu vernehmen war.

Das Radio stockt

Kommentar eines Kulturredakteurs der Mittwochs­sendung am 3. Juni: „Unser Abspielgerät funktioniert nicht.“

Kommentar eines Musikredakteurs der Donnerstags­sendung am 4. Juni: „Leider kann die heutige Sendung aufgrund technischer Probleme nicht abgefahren werden.“

Kommentar eines Unterhaltungs­redakteurs der Samstagnacht­sendung am 6. Juni: „Hier ist Radio Darmstadt. Und eigentlich sollte hier jetzt auch ein Jingle laufen, aber irgendwie geht hier gerade mal wieder nix.“ Und lacht dabei. Galgenhumor?

Am frühen Morgen des 8. Juni bricht ein eingespielter Musiktitel abrupt ab. Kommentar des zuständigen Unterhaltungs­redakteurs: „Da hat eben die Technik ein bißchen gestreikt.“

Kommentar eines Unterhaltungsredakteurs am 15. Juni: „Also, wie es aussieht, gibt es da ein Problem mit dem vorproduzierten Band und jetzt bin ich mal so frei und leg das mal in den anderen CD-Spieler rein. Da gibt's wohl ein technisches Problem. Und ich hoffe natürlich jetzt, daß das im anderen CD-Spieler funktioniert. Wir probieren's mal.“ Die Ansage war einmal mehr extrem ungenau. Erstens gab es kein Band, sondern eine Scheibe. Ich gehe einmal davon aus, daß die im Sendehaus vorhandene Bandmaschine weder an ein Sende­mischpult angeschlossen ist, noch daß überhaupt eine oder jemand im Sender sie bedienen kann. Zweitens gab es auch mit dieser Scheibe kein Problem, sondern mit der Studiotechnik, genauer: einem CD-Spieler. Und drittens handelt es sich hierbei um die Umsetzung dessen, was Radio Darmstadt als zugangsoffen bezeichnet. Die zwangsweise vorproduziert eingereichte Sendung Hinter den Spiegeln setzte nämlich zweimal mit dem Anfangsjingle ein und der CD-Player stürzte zweimal ab. Neben dem Minute 34-Syndrom scheinen die CD-Abspielgeräte des Senders auch von anderen unerklärlichen Krankheiten befallen zu sein.

Das „Minute 34-Syndrom“ war hingegen eine Woche später am 22. Juni zu hören. Einer der CD-Player beschloß mitten in der abgespielten vorproduzierten und zwangsweise auf CD eingereichten Sendung, zum besseren Verständnis des gerade gesagten, eine Sequenz von rund 40 Sekunden ein zweites Mal abzuspielen. Wie im richtigen Leben prägen sich Worte und Gedanken umso besser ein, je öfter sie abgenudelt werden. (Vorsicht Ironie!)

Das Radio läuft

Vorstandsmitglied Benjamin Gürkan, der sich emsig um Kontakte zur Medien­abteilung der Hochschule Darmstadt bemüht, fährt am 4. Juni die Technik für zwei hinter­einander geschaltete Folgen des Hochschul­projekts „Running Radio“. Zunächst erfreuen uns 90 Minuten lang die Sounds von Videospielen, bevor in weiteren 90 Minuten sogenannte „Serial Themes“ aus Fernseh­serien erklingen. Der Einstart war etwas holprig. Einem kleinen Sendeloch folgte ein wenig Dudelpop aus dem Sendeloch-Erkennungs-Automaten, bevor es um 14.00 Uhr so richtig losging.

Liveübertragung von der Europawahl

Am 7. Juni wird das Europäische Parlament neu gewählt. Radio Darmstadt ist – wie sollte es auch anders sein? – mit einer Livesendung dabei. Im Programmflyer finden wir hierzu mit der begnadeten Farb­kombination weiß auf gelb folgenden Hinweis: „Hörtipp: 07.06. 18.00 Uhr Infos und Ergebnisse zur Europawahl gepaart mit den Darmstadt Charts“. Nun soll uns hier das Paarungs­verhalten von Information und Musik nicht weiter interessieren. Hingegen bekommen wir Infos und Ergebnisse in den folgenden drei Stunden zunächst selten und das auch noch in grauenhafter Handy-Qualität präsentiert, bis kurz vor 21.00 Uhr ein etwa 20-minütiger Interview­block zu hören ist, der ebenfalls per Handy vermittelt wird.

Nun gibt es für diese schauderhafte Performance Gründe. Zunächst einmal steht im Justus-Liebig-Haus keine ISDN-Leitung zur Verfügung, um von dort mit einer eigenen Sendeleitung zu übertragen. Des weiteren war keine Wahlparty wie bei anderen Wahlanlässen geplant, so daß auch ein Stimmungs­bild aus einem mit viel Publikum gefüllten Saal entfiel. Weshalb man und frau jedoch auf eine der schlechtesten Lösungen überhaupt verfallen ist, kann im Grunde nur damit erklärt werden, daß Qualität keine Rolle spielt. Dabei gibt es doch andere, technisch saubere, allerdings auch ein wenig aufwendigere Lösungen.

Ein Wecker, der nicht mehr weckt

Unterhaltungsredakteur Bülent Dogru zieht die Konsequenz aus den sporadischen Ausfällen seins Radioweckers in den Wochen zuvor. Vielleicht wollte er auch morgens nicht mehr dabei erwischt werden, sein schlaf­trunkenes Auditorium mit einem herzhaften Gähnen (mitten in der Moderation!) in eine Art Wachkoma zu versetzen. Er, der am Montag und Freitag das Fähnlein der wenigen aufrechten Morgenwecker hochgehalten hat, verkündet am Montag, den 8. Juni, das Ende des Montagsweckers. Hierbei verspricht er für Freitag einen Kommentar zu den Veränderungen bei Radio Darmstadt. Des weiteren wolle er seinen Freitagswecker mit mehr Engagement und Verbindlich­keit durchführen.

Der gute Vorsatz hält gerade einmal einen Monat. Am Freitag, 10. Juli, hören wir keinen Radiowecker, ebenso nicht am 17. Juli. Am 24. Juli verkündet er, dies sei sein letzter Radiowecker, zumal er am 31. Juli im Urlaub in Italien sei. Dennoch gibt es am 31. Juli noch einmal einen Radiowecker, gestaltet von Christian Knölker.

Ein Grund für dieses doch abrupte Ende zweier Morgen­sendungen scheint die veränderte berufliche Prioritäten­setzung des Redakteurs zu sein. Vielleicht befürchtet er aber auch bloß, daß ihm frühmorgens die von ihm herbei­halluzinierten Taliban vor dem Sendehaus auflauern.

»»  Siehe hierzu die Fortsetzung: Taliban am Steubenplatz.

Informations- und andere Lücken

Am 8. Juni erklärt uns Unterhaltungs­redakteur Michael Geisser, die Frankfurter Rundschau schließe ihr Regionalstudio. Ich will lieber nicht wissen, ob der Redakteur überhaupt weiß, worum es sich bei diesem Medium handelt. Wenig später kennt Kultur­redakteur Rüdiger Gieselmann einen „Platz des Friedens in Peking“. Welcher mag hier wohl gemeint sein?

Auf der Programmrats­sitzung am 8. Juni werden gleich reihenweise Sendeplätze einer einzelnen Redaktion an den Programmrat zurück­gegeben. Während normaler­weise die Redakteurinnen und Moderatoren der jeweiligen Redaktion für ihre Kolleginnen und Kollegen einspringen sollten, um die regelmäßig eintretenden Lücken durch qualifizierte Vertretungs­sendungen zu überbrücken, wird die einfachere Methode gewählt. Man und frau gibt den Sendeplatz einfach zurück. Sollen doch andere sehen, wie sie mit dem Problem klarkommen. Dies fällt dieser Redaktion umso leichter, als es sich um Sendeplätze handelt, die nicht im zu wieder­holenden Zeitfenster zwischen 17.00 und 23.00 Uhr liegen. Diese Rückgabe wird zu einigen Kapriolen im Programm führen, weil die jeweiligen Nahtstellen nicht ganz so einfach funktionieren wie gedacht. Bestes Beispiel ist: eine Konserve kann keine Konserve einlegen – und schwupps! haben wir ein Sendeloch.

Darmstadt unter Strom

In Vertretung der Vorstandsfrau Petra Schlesinger gibt Kulturredakteur Michael Schardt am 12. Juni seine Ansichten über das am selben Abend stattfindende Event Darmstadt unter Strom, das Lichtspiele mit einem Einkaufs­bummel bis Mitternacht verbindet, zum Besten.

„Auch schöne Grüße in die Darmstädter Innenstadt, wo heute Nacht, aber da mache ich jetzt nicht unbedingt Werbung für, weil ich [unverständlich] unsinnig halte, die Shopping Night stattfindet. Ist an sich'n Käse, daß da noch ein Energie­unternehmen dafür ist, die verdienen natürlich schön, weil schön viel Licht und Strahler und alles mögliche an sind. Also, eine der unsinnigsten Aktionen, da würde ich nicht unbedingt hingehen.“ [1]

In der Sache gebe ich ihm vollkommen Recht.

Marktplatz 2009Derlei Einsichten waren dem Michael Schardt im Jahr zuvor noch fremd, zumindest hielt er sich hiermit on air vornehm zurück. Denn 2008 beteiligte sich Radio Darmstadt an diesem ausgemachten Unsinn, vielleicht auch, weil der eine oder andere Geldschein (oder ein anderer geldwerter Vorteil) den Weg ins Sendehaus gefunden hat. Doch dieses Jahr scheint sich das Bedürfnis der Veranstalter, noch einmal eine technisch derart schlechte und moderativ unausgegorene Performance geboten zu bekommen, in engen Grenzen gehalten zu haben, weshalb kein vergeldetes Eigen­interesse mehr den Mund verkleben muß. Insofern unterscheidet sich Radio Darmstadt wenig von einer weit verbreiteten journalistischen Ethik, bei der kommerzielle Vorgaben den redaktionellen Inhalt bestimmen.

2008 war das noch anders

Ich schrieb im Juni 2008 hierzu in meiner Dokumentation:

„Radio Darmstadt wurde im Vorfeld angefragt, ob es die einschmeichelnden Klang­collagen übertragen könne, die in der Fußgänger­zone und in den Geschäften zu hören sein sollten. Sicherlich wird im Zuge der Verhandlungen auch über finanzielle Aspekte eines Sponsorings zugunsten des Träger­vereins von Radio Darmstadt gesprochen worden sein. Am 6. Juni 2008 würde sich also Darmstadts nicht­kommerzielles Lokalradio zum Dienstleister einer kommerziellen, verkaufs­fördernden Veranstaltung hergeben. Das hiermit verbundene und die Außendarstellung dominierende Sponsoring wirft einige rechtliche Probleme auf (§ 40 Absatz 3 HPRG). Dies gilt auch für die Überlassung des gesendeten Programms an Dritte (§ 7 Absatz 3 HPRG). Auch unabhängig von derart medien- und lizenz­rechtlichen Fragen stellt sich die Frage, ob Darmstadts nicht­kommerzielles Lokalradio sich auch zukünftig für beschäftigten­feindliche und unökologische kommerz­fördernde Events hergeben will.“

»»  Siehe hierzu auch meine Dokumentation Stromlinienförmiges Eventradio zu den Begebenheiten rund um das energie­geladene Einkaufsfest im Jahr 2008.

Taliban am Steubenplatz

In seinem Radiowecker am 12. Juni und in seiner eigenen zweistündigen Unterhaltungs­sendung „Bülent Spezial“ am 14. Juni geht Bülent Dogru auf die Geschehnisse rund um den Sender ein, die mehrfach den Darmstädter Blätterwald rauschen ließen. Er nennt zwar keine Namen, aber die sind den Zeitungs­leserinnen und Radiohörern ohnehin bekannt. Seine Darstellung gipfelt in einem bemerkenswerten Kriegsszenario, mit dem er den Topos der asymmetrischen Kriege aufgreift. Eine kleine, irregulär kämpfende Truppe, die er ausdrücklich mit den Taliban und den Sympathisanten von Al-Qaida im Irak vergleicht, verunsichere den übermächtigen Feind im Sendehaus von Radio Darmstadt. In seinem Text steckt nicht nur eine klare Feind­erklärung, sondern auch das keine Diskussion zulassende Stigma des Terrorismus. Selbst­verständlich liegt die Deutungs­hoheit und Definitions­macht bei Bülent Dogru (und seinen Kumpels im Sendehaus). Hintergrund dieser Albernheiten sind zwei Klagen von Norbert Büchner und Walter Kuhl gegen die Hausverbote, die der Trägerverein des Senders zwar mit blumigen Worten, aber ohne nähere Begründung ausgesprochen hat.

Bülent Dogru vergaß in seiner langatmigen Tirade jedoch zweierlei: Erstens – wenn für mich und meine Freundinnen und Freunde in der Dissent – Medienwerkstatt Darmstadt der terroristische Vergleich gewählt wird, dann steht Bülent Dogru mitsamt seiner Umgebung für das US-amerikanische Besatzungs­regime, sowohl in Afghanistan wie im Irak. Der Vergleich schmeichelt ihm nicht, denn die abscheulichen Methoden der US-Armee und der US-Geheimdienste sind allseits bekannt. Und zweitens – Al Qaida zieht nicht, wie ich beispiels­weise, vor Gericht, um Recht zu bekommen, sondern löst derartige Probleme auf eine ganz eigene Weise. Und da hat Bülent Dogru richtig Glück, daß sein Vergleich nicht nur unsinnig, sondern auch dumm ist, denn sonst würde er ja nicht mehr leben. Die Metaphorik seines Vergleichs zeigt insofern sehr deutlich die Geisteshaltung auf, mit der Menschen, die nicht zum Mainstream des Senders passen, abgekanzelt, verhöhnt und mit der Fratze des Terrorismus geradezu entmenschlicht werden.

Chefs suchen Fußvolk

Spielemoderator Nils Paeschke verkündet am 13. Juni „den hellen Wahnsinn“. In Zeiten hoher Arbeits­losigkeit vergeben die Chefs von In-Game einige spannende Jobs: „wir suchen noch massiv Leute“. Auf der (damaligen) Webseite zur Sendung erfahren wir Näheres. Gesucht werden Redakteure, Online-Redakteure und Spieletester. Gute Recht­schreibung scheint eine wichtige Einstellungs­voraussetzung zu sein, was ich nicht ganz verstehe. Werden doch Inhalte zur Sendung häufig gnadenlos von einschlägigen Internet­portalen abgekupfert. Ich kann mir nicht vorstellen, daß gute Rechtschreib­kenntnisse für das Vorlesen fremder Texte hilfreich sind, obwohl es durchaus vorkommt, daß die Herren Chefs zuweilen über die von ihnen vorgelesenen Texte stolpern, zumal wenn die Recht­schreibung dort zu wünschen übrig läßt.

Screenshot: Die VerkehrslageVielleicht benötigt „Chefredakteur“ Nils Paeschke aber auch nur einen Praktikanten, der ihn darauf hinweist, wann er allzu großen Blödsinn von sich gibt. Zwei Stunden nach seiner Spiele­sendung steigt er in seine elektronische Musiksendung, die DJ-Zone ein. Furchtbar wichtig zum Einstieg sind die mit dem passenden Piepston eingeleiteten Verkehrs­meldungen, deren erste den ganzen hanebüchenen Quark offenlegt:

„Um 23 Uhr und 4 Minuten haben wir folgende Meldungen für das Sendegebiet von Radio Darmstadt. Einmal auf die A5. Da gibt's 'ne Umleitung Kassel Richtung Frankfurt. Am Nordwest­kreuz Frankfurt ist die Verbindung zur A66 Richtung Wiesbaden wegen Bauarbeiten bis Montag früh 5 Uhr gesperrt. Die Umleitungs­empfehlung: Fahren Sie bis zum Westkreuz Frankfurt, von dort über die A648 zum Eschborner Dreieck und weiter über die A66 Richtung Wiesbaden.“

Seit wann gehört Frankfurt zum Sendegebiet? Nach der gültigen Sendelizenz ist für Radio Darmstadt das Stadtgebiet Darmstadt als Verbreitungs­gebiet vorgesehen; in Frankfurt gibt es das Schwesterradio Radio X. Die Wichtigtuer, die das „richtige Radio“, das sie seit ihrer Geburt unreflektiert aufgesaugt haben, imitieren müssen, benötigen natürlich Stoff für ihre Parodie. Nun gibt Darmstadt einfach samstag­nachts verkehrs­mäßig nichts her, weshalb jeder Käse vorgelesen wird, den die Verkehrs­leitzentrale herausgibt. Eine Darmstädterin wird garantiert, um in den Genuß dieser Verkehrs­meldung zu kommen, erst nach Kassel düsen, um von dort auf der empfohlenen Umleitungs­strecke nach Wiesbaden zu fahren. Wie sagte meine Mutter einst so richtig: „Ein bißchen Plem ist ja ganz niedlich, aber warum gleich maßlos übertreiben?“

Die zweite Meldung ist von ähnlichem Sinngehalt:

„Noch 'ne Meldung von der A60 [sic!]. Vorsicht auf der A66 Wiesbaden Richtung Frankfurt. Zwischen Eschborner Dreieck und Nordwest­kreuz Frankfurt in beiden Richtungen jeweils einspurige Verkehrs­führung wegen Bauarbeiten.“

Was denn nun? Wiesbaden Richtung Frankfurt oder in beiden Richtungen? – Die weiteren, ähnlich erhellenden Meldungen erspare ich uns.

Und für solch einen Unfug erhält der Sender pro Jahr eine finanzielle Förderung von etwas mehr als 70.000 Euro aus dem Rundfunk­gebühren­aufkommen.

Impuls für X

Zu Ende seiner Kinosendung „Movietime“ gerät Unterhaltungs­redakteur Peter Fritscher am 17. Juni ein wenig durcheinander. Vielleicht überwältigt vom Schwelgen in Kinobildern gibt er die traurige Nachricht durch, eine Stunde Impuls für X gehe nun dem Ende entgegen. Hatte er vergessen, daß er seine Sendung schon vor geraumer Zeit umbenannt hatte, nachdem sein Partner im Unfrieden von ihm gegangen war?

Anders durcheinander gerät das Programm in der folgenden Nacht und am darauf folgenden Tag. Am Mittwochabend um 21.00 Uhr erscheint keine und niemand zur Kultursendung Stimme der Architektur. Die soeben abgelaufene Sendung der Redaktion Alltag und Geschichte war zwangsweise auf CD vorproduziert. Hier tritt ein RadaR-typisches Phänomen auf: eine Konserve kann keine Konserve einlegen. Und schwupps! haben wir ein kleines Sendeloch, dem eine (im Prinzip) unendlich lange Strecke Dudelpop folgt, der vom Sendeloch-Erkennungs-Computer eingespielt wird. Auch heute funktioniert die hauseigene Trickschaltung: wenn der Vorrat an zufällig eingelesenen Musiktiteln abgearbeitet ist, endet der Dudelpop in einem Sendeloch, welches wiederum von der Dudelpop-Einspiel­maschine erkannt wird. Und dann gibt es noch mehr Dudelpop auf die Ohren. Diesmal neun Stunden lang bis zum folgenden Morgen kurz vor 6.

Das Durcheinander geht natürlich weiter. Um 12.00 Uhr müßte eigentlich die „Stimme der Architektur“ wiederholt werden, aber die war ja bekanntlich recht stumm. Weshalb einem kleinen Sendeloch erneuter Dudelpop folgt, was wiederum einer im Sendehaus anwesenden Person seltsam vorkam, woraufhin sie die Wiederholung des Vorabend­programms neu startete. Das steht zwar nicht so im Programmflyer und wurde am Morgen von Unterhaltungs­redakteur Christian Knölker im Radiowecker auch anders angekündigt, aber was soll's? Besser Wort als Dudelpop.

Ein Tip zum Mitlesen

Am 19. Juni vertritt Michael Schardt ein weiteres Mal seine Redaktions­kollegin Petra Schlesinger im KultTourKalender. Um das Programm ein wenig mit Inhalt anzureichern, wird passend zu einem Filmtip der Trailer zum Film Gran Torino eingespielt. Warum überrascht es mich nicht, wenn Michael Schardt im Anschluß eine Film­beschreibung gibt, die auf einschlägigen Webseiten [etwa hier] im Internet nachzulesen sind? Wird hier gar Promomaterial wiedergekäut, ohne dies kenntlich zu machen?

Ich fürchte, würde ich jeden Veranstaltungs­hinweis mittels einer Suchmaschine abgleichen, so könnte sich herausstellen, daß so mancher weiterer Tip aus nichts weiterem als nach­geplapperten kommerziellen Werbetexten besteht. Und das in einem nichtkommerziellen Lokalradio! Für diese Werbung wird der Sender nicht einmal bezahlt. Mangels eigener Recherche greift so manche Redakteurin und so mancher Moderator auf das ihnen vorgesetzte Futter zurück. Da werden Filme, Kulturevents und Konzerte lobgepriesen, nur weil es wörtlich so im Ankündigungs­text steht.

Bildzitat: Screenshot der Radio Darmstadt WebseiteBesser macht es an diesem Abend die Wissenschaftsredaktion. Das Team von B-Radar vermeidet jegliche Abkupferei, und das geht – ahnt ihr es schon? – am besten dadurch, daß einfach zwei Stunden lang nur Musik gespielt wird. Nein, nicht irgendwelche Hausmusik, sondern Techno irgendwo zwischen Minimal und Elektro, so die Ansage zur Sendung am 18. September. In beiden Sendungen war übrigens ein DJ Spock zu Gast und legte genau das nicht auf, was die Webseite von Radio Darmstadt als Inhalt der Sendung verspricht:

„Genau zwischen A-RaDaR (akademisches Radio) und C-Radar (Chaos Radio) ist die Sendung B-RaDaR: Netz und Vernetzung einzuordnen. Der Wissenschaftliche Anspruch liegt mehr im ‚A‘ – und das Chaos und die Annahme von Experten­wissen liegt mehr im ‚C‘ der Sendereihen A-,B- und C-RaDaR. Die Sendung ist bemüht die Informations­technologie (IT) und deren gesell­schaftliche Einflüsse für den Hörer in verständlicher Form wiederzugeben.“

Und damit es hier keine Mißverständnisse gibt, wird dieser Inhalt in einer Sprache verbreitet, die jede und jeder versteht: In rhythmisierend aneinander­geklebte, die message einhämmernde Beats.

Dieses intellektuell überaus anspruchsvolle Konzept soll nach dem Willen der „Wissenschafts­redaktion“ noch ausgebaut werden. Auf der Programmrats­sitzung am 10. August versucht die Redaktion, hierzu weiteren Sendeplatz zu akquirieren. Selbstverständlich ohne die betroffene Redaktion (Alltag und Geschichte) anzufragen, wird hier dreist ausprobiert, Wort durch Beat zu ersetzen. Geradezu erstaunlich mutet es dann an, wenn aus den Reihen des Programmrats dem Vertreter der Wissenschafts­redaktion empfohlen wird, den kommunikativen Weg zur intentional beklauten Redaktion einzuschlagen. Seither hat [bei Redaktions­schluß dieser Seite] keine und niemand mehr etwas hiervon gehört.

Stimmen aus dem Off

Am Samstag, 20. Juni, soll nach dem Radiowecker die Wiederholung des Vorabend­programms ertönen. Doch die selbst­gebastelte Technik spielt nicht mit, der verwendete Rechner stürzt mehrfach ab, weshalb wir eine nur mäßig interessante Performance sende­technischer Kunst­stückchen zu hören bekommen. Es scheinen sich sogar einige Herren Techniker im Sendehaus herumzutreiben, denn gegen 11.40 Uhr tönt es aus den heimischen Lautsprechern:

„Test, Test, Test, … kannst du mal den Sprecherraum abhören, ob …“

Vermutlich handelte es sich um eine unprogramm­gemäße technische Bastelsendung, die ganz entfernt an das Testbild der öffentlich-rechtlicher Fernseh­programme vergangener Tage erinnerte. Immerhin lief das Programm anschließend ohne weitere Störung, und das ist ja auch nicht zu verachten. Wobei ich mich schon frage, weshalb die versierten Techniker des Senders glauben, Vorhöre bei geöffnetem Regler betreiben zu können. Hat ihnen das Herr Gürkan in einem seiner Ausbildungs­seminare nicht vermittelt, daß man so Stimmen aus dem Off erzeugt?

Die um 23.00 Uhr eingespielten Nachrichten des Deutschlandfunks knisterten hingegen weiterhin vor sich hin.

Tags darauf hören wir um 15.00 Uhr eine weitere Übungseinheit, nämlich die gemeinsame Abschlußsendung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines sendereigenen dreitägigen Ausbildungs­seminars. Da von diesen Anfängerinnen und Anfängern keine Highlights erwartet werden dürfen, soll ein anderer Aspekt dieser Sendung beleuchtet werden, nämlich der Titel. Dieser ist so sinnlos wie manches bei Radio Darmstadt und kann als Ausdruck eines 2006 ins Sendehaus eingezogenen Schwarz-Weiß-Denkens betrachtet werden. Diese 2004 von einer fachlich kompetenten Arbeitsgruppe konzipierte Ausbildungs­einheit war einst verbunden mit einem qualitativ ausgerichteten Air Check und sollte unter Livebedingungen als Trockensendung durchgeführt werden. Daher trug die Sendung den passenden Titel „Trockenschwimmen“. Da seit 2006 im Sendehaus nichts mehr an Katharina Mann und Norbert Büchner erinnern darf, weshalb unter anderem ein sinnvoll gestaltetes und gut funktionierendes Sendestudio durch eine Sperrholz­schachtel Marke Eigenbau ersetzt wurde, wurde die Abschlußsendung ganz fantasievoll in „Nassschwimmen“ umbenannt. Mit diesem Namen entledigt sich der Sender symbolisch aller Widerhaken, die noch im alten Ausbildungs­konzept didaktisch gut verpackt vorhanden waren. Widerhaken stören ein Mainstream-Konzept mit abgelesenen Inhalten, wie es sich in den vergangenen drei Jahren etabliert hat.

Wie immer

Am 24. Juni findet in Darmstadt der Stadtlauf statt und die sport­begeisterte Jugendredaktion YoungPOWER ist – wie in den Jahren zuvor – mit einer Übertragungs­einheit live vor Ort. Allerdings gibt es da ein kleines Problem. Start und Ziel des Stadtlaufs wurden aus dem Innenhof des Carree auf den Luisenplatz verlegt, während die Sendeleitungen wie gehabt in die Centralstation führen.

Versteckt in der CentralstationDer Standort ist demnach ungünstig gewählt, um tatsächlich live vor Ort zu sein. Aber das macht nichts. Wenn wir schon von langen Ergebnislisten verschont bleiben und der aktuelle Gehalt der Beiträge sich in Grenzen hält, so hören wir doch ausgiebig das, was Radio Darmstadt am allerbesten kann, nämlich: Musik zu spielen. Zwar benötigt der Sender hierfür im Grunde keine Außen­übertragung, aber vielleicht wollen die Spielkinder ihre Technik einmal ausführen, um sich mit Kabeln, Computern, Geräten und Mikrofonen besser vertraut zu machen.

Wer nun glaubt, ich würde den Sender diffamieren, irrt gewaltig. So gestaltete sich die Liveübertragung vom Schloßgrabenfest am 30. Mai als mittleres Desaster. Sende­leitungen ließen sich aufgrund von WLAN-Problemen nicht schalten, mit über zwei Stunden Verspätung begann die Übertragung. Es kam noch dicker: eine Band wollte – so eine Info aus dem Sendestudio – partout nicht übertragen werden und Max Mutzke wurde mikrofonisch dermaßen hunds­miserabel zu Gehör gebracht, daß dies wahrhaft an Rufschädigung grenzte [2]. Auf der Programmrats­sitzung am 10. Juni fand einer der Sprecher der Musikredaktion zu einem vernichtenden Urteil: die Übertragung vom Schloß­grabenfest sei eine „Katastrophe“ gewesen. Dem kann ich als Hörer dieser Sendung nur aus vollem Herzen zustimmen.

Die Geschichte hat eine Pointe. Jugendredakteur Christian Franke fragt unvorsichtiger­weise seinen Redaktions­kollegen Johannes Lortz, ob denn alles geklappt habe. Dieser antwortet mit moderativ gespreizter Stimme:

„Wir arbeiten natürlich am Aufbau, ja? Und natürlich, ein bißchen Streß ist immer dabei, klar. Aber wir haben es rechtzeitig geschafft. Wie immer.“

Wie kurz doch so ein Gedächtnis ist. Aber vielleicht war Johannes Lortz beim Schloß­grabenfest nicht mit dabei und hat folglich vom Desaster nichts mitbekommen. Nichtsdesto­trotz: die Zuhörerinnen und Zuhörer an den Radiogeräten werden mit einer solchen Äußerung schlicht, naja, angelogen, oder?

Am 27. Juni wird in der Spielesendung In-Game aus den einschlägig bekannten Internet­portalen allvatar.com [beispiel] und heise.de [beispiel] vorgelesen. Dabei vermeldet Nils Paeschke im Brustton der Überzeugung, als hätte er sich das selbst ausgedacht: „Schön wie Blizzard auf die PTR Tester eingeht. Wir freuen uns schon richtig auf das Endergebnis dieser Testphase.“ Dabei ist alles nur geklaut, selbst die eigene Emphase. Ich übertreibe, aber so sehr nun auch wieder nicht, wenn ich sage: wie immer.

Und weil wir gerade dabei sind: die heutigen Verkehrs­meldungen, die zu Beginn der „DJ-Zone“ vorgetragen werden, betreffen das Stadtgebiet Wiesbaden. Warum nicht Berlin, München oder Buxtehude? Oder sie kommen gleich ganz aktuell und live (abgelesen) aus Krakau, Moskau, Tokio oder Barrancabermeja.

Artikel des Darmstädter EchoVom Weltraum in die Zeitung

Dem Spieleteam rund um Nils Paeschke und Björn Böhmelmann ist es gelungen, einen ganzseitigen Bericht über ihre „X-Weex“ im Darmstädter Echo unterzubringen. Echo-Redakteur Norbert Bartnik schrieb für die Sonntags-Ausgabe am 27. Juni über die mitunter erheiternden Versuche der Spieleshow, Aufmerksamkeit zu erheischen, mit einem leicht ironisierenden Unterton, der den Chefs der Sendung wohl verborgen geblieben ist. Norbert Bartnik fragte sich, und dies zu Recht, welch tieferer Sinn dahinter stecken mag, ein Computer­spiel, das von seinen visuellen Effekten lebt, auf bloße Geräusche reduziert ins Radio zu bringen. Bis voraussicht­lich Juni 2010 wird der Artikel Vom Studio in den Weltraum im Onlineangebot von Darmstadts Lokalzeitung nachzulesen sein. Die (damalige) Webseite zur Sendung vermeldet mit stolz­geschwellter Brust:

„CEO von In Game Nils Paeschke alias Nepharion zu dem Artikel:

‚Wir wussten das es einen Artikel über uns im Sonntagsecho geben würde. Jedoch hat sich keiner einen solch großen Artikel vorstellen können. Noch dazu fühlen wir uns mehr als geehrt mit Giga verglichen zu werden und auch sonst haben wir nicht mit soviel Lob gerechnet. Das Darmstädter Echo ist mit rund 200.000 Lesern die größte Tageszeitung Südhessens und wir hoffen das wir durch den Artikel noch Zuwachs im In-Game Team bekommen werden.‘“

Jeder Furz hat heutzutage seinen CEO und benötigt daher mediale Aufmerk­samkeit als Labsal. Gönnen wir den vielen Chefs der Spiele­sendung ihren Zeitungs­artikel und wünschen wir ihnen, daß sich bei ihnen auch Online­redakteure melden, die der deutschen Recht­schreibung einiger­maßen mächtig sind. [3]

Klassik meets Dudelpop

Am 28. Juni demoliert der Sendeloch-Erkennungs-Computer die Orgelsinfonie von Camille Saint-Saëns. Klassische Musik ist nun wahrlich keine Stärke des Senders und deshalb ist die Studio- und Sendetechnik ganz auf Techno, Mainstream und Dudelpop ausgerichtet. Wenn es dann ein Kulturredakteur wagt, mit einer vom Dynamikumfang her anspruchsvollen Aufnahme die limitierten Technikvorgaben zu sprengen, dann werden wir zu einer originellen Fassung des Themas „Rock meets Klassik“ eingeladen. Immerhin sechs Mal befand die Sendetechnik, daß klassische Musik ein Sendeloch ist, und spielte daher astreinen Dudelpop vom Feinsten ein. Solch ein anspruchs­volles Programm ist ja auch ohne drei Hits am Stück nicht auszuhalten!

Sehr hübsch ist es auch, wenn am späten Abend mangels Programm­vorgabe eine sechs Wochen alte Unterhaltungs­sendung wiederholt wird, in der auf den Eurovision Song Contest vom Abend zuvor eingegangen wird. Zum Glück handelt es sich um die Show von diesem Jahr, was bei Darmstadts Lokalsender nicht selbst­verständlich ist.

Auch am letzten Tag des Monats knistern die Nachrichten des Deutschlandfunks in der Spätausgabe um 23.00 Uhr. Man und frau muß das Technikteam von Radio Darmstadt nicht nur wegen seines Einfalls­reichtums bewundern, sondern auch für die Hartnäckig­keit, mit der Fehlerquellen souverän beibehalten werden.

Ausgefallene Sendungen

WochentagDatumZeitAusgefallene SendungRedaktionUrsacheErsatz
Montag1. Juni17–18Gegen das VergessenGegen das VergessenunbekanntWieder­holung der Maisendung
Montag1. Juni21–23Local HeroesMusikunbekanntandere Musik­sendung
Montag1. Juni23–24Local Heroes ExtendedMusikunbekanntStart der Wieder­holung vorgezogen
Donnerstag4. Juni19–20Amor a la vidaAuslandabgesetztModeration auf Italienisch
Donnerstag4. Juni21–23Journey Into SoundMusiktechnische ProblemeWieder­holung der Sendung vom 27. November 2004
Nacht Donnerstag auf Freitag4./5. Juni23–2C-RadarWissenschaftnicht erschienennach einem kurzen Sendeloch: Sendeloch-Dudelmusik
Freitag5. Juni2–6Wiederholung Folge des voran­gegangenen Sendungs­ausfallsSendeloch-Dudelmusik
Samstag6. Juni21–23Open HouseMusikNotsendung eingelegtWieder­holung der „Sondersendung“ von Combat Radio vom gestrigen Freitag
Sonntag7. Juni15–17Parathiro me theaAuslandnicht erschienen, keine KonserveMusik, dann Wdh. von „Combat Radio“
Freitag12. Juni19–20IndianapolisUnter­haltungnicht erschienen2. Sendestunde einer zwei­stündigen Sendung zu 70er Jahre Rock-Oldies
Montag15. Juni6–8RadioweckerUnter­haltungeingestelltWieder­holung läuft weiter
Mittwoch17. Juni21–23Stimme der ArchitekturKulturnicht erschienenSendeloch-Dudelmusik
Mittwoch auf Donnerstag17./18. Juni23–6Wieder­holung nicht gestartetSendeloch-Dudelmusik
Freitag19. Juni17–18KnackpunktLokalnicht erschienenWieder­holung Hörzeitung Feuilleton­teil
Samstag20. Juni9–ca. 12Wieder­holung mehrfacher Systemabsturzabwechsend Wieder­holung, Sendeloch, Dudelmusik; Ansage „Test, Test, Test, … kannst du mal den Sprechraum abhören, ob …“
Sonntag21. Juni13–15Una Domenica ItalianaAuslandunbekanntWieder­holung, nach Sendeloch italienische Musik (von CD?)
Montag22. Juni6–8RadioweckerUnter­haltungeingestelltWieder­holung läuft weiter
Montag22. Juni21–23nicht vergebenProgrammratProgrammrat fragenWdh. der Sonntags­sendungen von 17 bis 19 Uhr
Freitag26. Juni19–21Silkes und Korays WeltUnter­haltungnicht erschienen„Vinyl XL“ (Konserve ?)
Samstag27. Juni9–11LichtblickAuslandUrlaubWieder­holung
Sonntag28. Juni9–11Radara YakalananlarAuslandUrlaubSendeloch-Dudelmusik, ab 10 Uhr Türkisch
Sonntag28. Juni21–23nicht vergebenProgrammratProgrammrat fragenWdh. Musikus vom 17. Mai
Montag29. Juni6–8RadioweckerUnter­haltungeingestelltWieder­holung läuft weiter

 

ANMERKUNGEN

 

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»» [1]   Wiedergabe nach dem Höreindruck.

»» [2]   Ohnehin war es überraschend, daß Darmstadts Lokalsender direkt zu übertragen versuchte, da dies in den Jahren zuvor vom Veranstalter abgeblockt wurde. Ich vermute, es gibt hierzu einen Exklusiv­vertrag des Veranstalters mit dem Hessischen Rundfunk. Da stelle ich mir die Frage, ob Radio Darmstadt sich eine Hintertür erschlichen und ganz verschämt irgendwo an der Bühne ein kleines, unscheinbares Funkmikrofon luftig aufgehängt hat, um wenigstens in beschränkter Mono­qualität den Gesang von Max Mutzke zu erlauschen. Aber das sollen die Hausjuristen des Veranstalters und des HR unter sich ausmachen.

»» [3]   Damit wir uns nicht mißverstehen: mit den Fürzen sind nicht konkrete Personen gemeint, vielmehr handelt es sich hierbei um eine soziologische Aussage.


Sinn und Zweck dieser Dokumentation 

Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung („das Image“) ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]

Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]

In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Schmähung einzelner Personen oder gar des gesamten Radiosenders ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]

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Diese Seite wurde zuletzt am 12. Oktober 2012 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2009, 2012.
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