Automobilausstellung Wilhelminenstraße

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Automobilausstellung Wilhelminenstraße
 
Redaktion und Moderation :
Walter Kuhl
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 27. April 1998, 17.00-17.55 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 28. April 1998, 00.00-00.55 Uhr
Dienstag, 28. April 1998, 08.00-08.55 Uhr
Dienstag, 28. April 1998, 14.00-14.55 Uhr
 
 
Playlist :
  • Whiskeytown : Theme For A Trucker
  • Janis Joplin : Mercedes Benz
  • Clash : Brand New Cadillac
  • Gianna Nannini : Autostrada
  • Rattles : Hot Wheels
  • Bob Dylan : From A Buick 6
  • Hazl O'Connor : Who Needs It
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/send199x/98_autom.htm
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Tageszeitung zwischen Erkenntnis und Kommerz
Kapitel 3 : Verkehrsbericht
Kapitel 4 : Gute Drogen, schlechte Drogen
Kapitel 5 : Schonfrist für lebensgefährdende Vollidioten
Kapitel 6 : Rasen als Dienstprivileg
Kapitel 7 : Sinnlose Verkehrsproduktion
Kapitel 8 : Beach Party statt Automobilausstellung
Kapitel 9 : Sinnvolle und sinnlose Alternativen
Kapitel 10 : Tempo für den Profit
Kapitel 11 : Schluß

 

Einleitung

Am 9. Mai ist es wieder soweit. In Darmstadts Fußgängerzone, genauer gesagt, in der Wilhelminenstraße, werden wieder etliche Automobile auf- und ausgestellt. Oberbürgermeister Peter Benz wird wie jedes Jahr salbungsvolle Worte finden, um den Automobilverkehr in seiner Eröffnungsrede zu rechtfertigen. Dieses Jahr findet diese Veranstaltung zum 20. Mal statt. Grund genug, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen.

Allerdings werde ich nicht die Inhaber der Autohäuser oder die Vorsitzende des Förderkreises Wilhelminenstraße zu Wort kommen lassen. Die haben ihre Lobby in anderen lokalen Medien. Statt dessen will ich in den nächsten 50 Minuten beleuchten, welche Bedeutung das Auto in dieser Gesellschaft hat. Vor allem will ich über die schädlichen bzw. tödlichen Folgen dieser Automobilgesellschaft reden.

Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, daß diese Automobilausstellung auf sehr viel Mißbilligung stößt. Vor einigen Jahren verteilten Mitglieder der BUND-Jugend (also der Jugendorganisation des Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland) Flugblätter gegen diese Feierlichkeiten. Viele Passantinnen und Passanten waren erst dann bereit, ein Flugblatt hierzu entgegenzunehmen, nachdem die Jugendlichen versichert hatten, sie seien gegen diese Ausstellung.

Die nun folgende Sendung ist also einseitig. Angesichts der Lobpreisung des Automobils in dieser Gesellschaft kann eine solche Sendung allerdings nur ein kleines Korrektiv darstellen. Notwendig ist es allemal. Am Mikrofon begrüßt Sie oder euch Walter Kuhl.

Whiskeytown : Theme For A Trucker

 

Tageszeitung zwischen Erkenntnis und Kommerz

Das Darmstädter Echo ist immer dabei, wenn es darum geht, den Automobilverkehr zu fördern. Regelmäßig gibt es Sonderseiten über das Neueste rund um's Automobil. Und natürlich jedesmal eine mehrseitige Sonderveröffentlichung über die anstehende Automobilausstellung in der Wilhelminenstraße. So ließ das Echo im letzten Jahr unseren Oberbürgermeister unwidersprochen über die Wichtigkeit des Automobils philosophieren. Peter Benz schrieb in seinem Grußwort:

Für viele begeisterte Automobilisten wird auch die 19. Darmstädter Automobilausstellung eine gute Gelegenheit sein, die Präsentation der neuesten Modelle zahlreicher Automobilhersteller im Zentrum der Darmstädter City wahrnehmen zu können. Diese Attraktion am ersten Maiwochenende in der Fußgängerzone "Wilhelminenstraße" ist ein jährlich stattfindendes Ereignis, das die Stadt sehr begrüßt. [1]

Was mir bislang niemand beantworten konnte, ist: Warum muß eine Automobilausstellung in einer Fußgängerzone stattfinden? Und daran schließt sich eine zweite Frage an: Sind die anvisierten Schaulustigen zu blöd oder zu faul, ein Autohaus aufzusuchen?

Aber es kommt noch doller. Dasselbe Darmstädter Echo, das sich der Förderung des Autowahns verschrieben hat, schreibt einen Monat nach der letzten Automobilausstellung in einem Kommentar:

Vier Tote in vier Tagen - gestorben auf Darmstadts Straßen. Das sind, um einen schrecklich überflüssigen Satz zu schreiben, vier zuviel. [...] Diese vier Toten - das ist unerträglich. Das tut nicht nur den Betroffenen, das tut uns allen weh. [2]

Und nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, ließ die nächste Sonderseite rund ums Automobil nicht lange auf sich warten. Von den zahlreichen Anzeigen der Autohäuser mal ganz zu schweigen. Geld stinkt halt nicht.

 

Verkehrsbericht

Vor kurzem veröffentlichte die darmstädter Polizei den Verkehrsbericht für 1997. Daraus lassen sich einige interessante Feststellungen ableiten.

Alkohol am Steuer gehört zu den wichtigsten Gründen für Verkehrsunfälle. Nach einem leider viel zu selten einsichtigen Urteil eines Amtsgerichts ist Alkohol bei der Begehung einer Straftat kein Fall für mildernde Umstände. Im Gegenteil. Wer sich betrinkt, weiß, was er oder was sie tut. Alkohol soll Hemmungen fallen lassen und deshalb sind alkoholisierte Männer im allgemeinen besonders eklig.

Und wer kennt das nicht: Einen Abend in der Kneipe und dann die Frage, ob man oder frau noch mit dem eigenen PKW nach Hause fahren kann. Im allgemeinen wird diese Frage einfach beantwortet: Er oder sie setzt sich ans Steuer.

Leider verfügt die Darmstädter Polizei über keine statistischen Angaben zu der durchaus interessanten Frage, wieviele Unfälle im Straßenverkehr im Anschluß an einen Kneipenbesuch stattgefunden haben. Ich denke, das Ergebnis wäre erschreckend.

Die Stadt Darmstadt hat sich dem allgemeinen reaktionären Trend angepaßt, nicht angepaßtes soziales Verhalten über eine Gefahrenabwehrverordnung mit einer Geldbuße belegen zu wollen. Der Entwurf scheiterte jedoch koalitionsintern am Widerspruch der GRÜNEN. Auch Horst Knechtel, der eine solche Verordnung ausgearbeitet hatte, sagte anschließend, er sei damit nicht sehr glücklich gewesen. Ob das das letzte Wort hierzu in Darmstadt war, bleibt abzuwarten. Law-and-order-Politiker sind in den meisten Parteien zu finden.

Bundesweit sind solche Verordnungen aber der letzte Schrei. Für unseren Zusammenhang interessant ist die geplante Regelung, den Konsum von Alkohol außerhalb konzessionierter Schankflächen zu verbieten. Ich behaupte einmal folgendes und ich denke, es ist auch leicht nachzuvollziehen: die Wahrscheinlichkeit, daß einer dieser Herumlungerer, die Alkohol in der Öffentlichkeit zu sich nehmen, sich anschließend in ein Auto setzt, dürfte vernachlässigbar gering sein.

Im Gegenzug dazu dürfte die Wahrscheinlichkeit, daß ein Kneipenbesucher, der sich anschließend an das Steuer seines PKW setzt, geradezu hoch sein. Die parkenden Fahrzeuge auf den Fahrradwegen dieser Stadt in den Abendstunden - zum Beispiel vor den Kneipen in der Lauteschlägerstraße - sprechen eine deutliche Sprache. Wo bleibt hier die Gefahrenabwehrverordnung? Hier besteht tatsächlich eine Gefahr für Leib und Leben.

Der jüngst veröffentlichte Verkehrsbericht der darmstädter Polizei belegt dies. Nach 152 Verkehrsunfällen im Stadtgebiet mußten im Jahr 1997 Blutentnahmen angeordnet und Führerscheine sichergestellt werden. Wieviele Kraftfahrerinnen und -fahrer von keiner Kontrolle behelligt wurden, kann sich wohl jede und jeder aufgrund eigener Lebenserfahrung selbst leicht ausrechnen.

Der Verkehrsbericht nennt auch hier eine Zahl: Ein Drittel aller Beteiligten an Verkehrsunfällen verschwand unerlaubt vom Unfallort. Von diesen ließ sich ebenfalls nur ein Drittel nachträglich ermitteln. Leider liegt auch hier keine Zahl vor, wieviele der gefaßten Unfallflüchtigen alkoholisiert waren. Der Polizei mache ich da gar keinen Vorwurf; sie ist schließlich nicht das Statistische Bundesamt.

Aber mit den Drogen ist das in dieser Gesellschaft überhaupt so eine Sache. Es gibt erlaubte, gar erwünschte Formen des Konsums derselben. Die Folgen werden dann ab und an in der Presse beklagt oder ganz nüchtern von der Polizei festgestellt. Ändern tut sich nichts daran.

Es ist allerdings dieselbe Polizei, die zuweilen mit geradezu martialischem Aufwand einen Drogenhandel in dieser Stadt zu unterbinden versucht, der ganz sicher keine Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang verursacht. Natürlich fehlen dann die Beamtinnen und Beamten bei der Verbrecherjagd auf den nächtlichen Straßen.

Untersuchungen belegen zudem, daß es keinen wesentlichen gesundheitsschädigenden Unterschied zwischen Tabak, Alkohol oder Heroin gibt. Warum Zigtausende an den Folgen des Tabakkonsums oder Alkoholismus pro Jahr sterben müssen, während die Zahl der Toten, die sogenannte harte Drogen zu sich genommen haben, vielleicht ein Zehntel davon beträgt, wissen wohl nur die Nutznießer einer derartigen Politik genau zu sagen.

Jährlich sterben knapp 10.000 Menschen auf Deutschlands Straßen. In anderthalb Wochen werden die Tatwaffen wieder öffentlich vorgeführt.

Janis Joplin : Mercedes Benz

 

Gute Drogen, schlechte Drogen

Zum Thema Drogen möchte ich noch eine kleine Anmerkung machen: Vor drei Jahren sollte in Darmstadt ein sogenanntes "Cannabis-Weekend" stattfinden. Das geplante Wochenende sollte dazu benutzt werden, gegen das Verbot des Haschisch-Konsums zu demonstrieren.

Haschisch ist eine im wesentlichen harmlose Droge, harmloser jedenfalls als Alkohol oder Nikotin. Das Verbot hat historische Gründe; gesundheitspolitisch ist es absoluter Nonsense.

Nach langen öffentlichen Auseinandersetzungen verbot der damals schon regierende Oberbürgermeister Peter Benz das geplante Wochenende. Das Wochenende fand dennoch statt. Damals zerbrach daran die erste rot-grüne Koalition in Darmstadt.

Eine Woche vor diesem Wochenende im Mai 1994 eröffnete Peter Benz die jährliche Automobilausstellung in der Wilhelminenstraße mit den Worten:

Wir wollen uns die Freude am Autofahren nicht vermiesen lassen.

Die Drogensucht hinterm Lenkrad hat seither, auch gefördert durch einen gewissen Michael Schumacher, weiteren Auftrieb erhalten.

 

Schonfrist für lebensgefährdende Vollidioten

Soweit zur Drogensucht in dieser Gesellschaft. Passend dazu leisteten sich die Ordnungsbehörden von Stadt und Landkreis einen ganz besonderen Aprilscherz. Um die Unfallzahlen auf der B26 (neu) zwischen Darmstadt und Dieburg zu reduzieren, soll die Geschwindigkeit auf 130 Kilometer pro Stunde reduziert werden. 200 Karambolagen pro Jahr sprechen da auch eine deutliche Sprache und gerast wird dort ohnehin. Ab 1. April gilt dort daher das Tempolimit.

Aber Autofahrer sind sensible und deshalb besonders zu hätschelnde Wesen. Der Bericht des Darmstädter Echo endet folgerichtig mit den Worten:

Die Polizei gewährt den Autofahrern eine Schonfrist von einigen Wochen zur Gewöhnung an die neue 130-Kilometer-Regelung. Anschließend wird die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung durch Radarmessung kontrolliert.

Während die darmstädter Polizei kein Pardon mit Drogenhändlern auf dem Luisenplatz kennt, genießen Autofahrerinnen und -fahrer besondere Privilegien. Sie dürfen weiter rasen und ihre Gefährte weiterhin ungebremst als gefährliche Waffen nutzen. Wo bleibt denn hier die Gefahrenabwehrverordnung? Knechtel, übernehmen Sie!

Da sind mir fast schon die Automobilfetischisten lieber, die nachts ihr Auto in der Garage parken und es, bevor es hell wird, vor der Garage zur Schau stellen. [...] Wenn es nicht so schwachsinnig wäre, eigentlich eine lobenswerte Aktion. Ein Auto, das nicht fährt, ist keine Gefahr für Leib und Leben.

Clash : Brand New Cadillac

 

Rasen als Dienstprivileg

Winfried Wolf hat in einem Aufsatz auf einen besonders verschwenderischen Aspekt der Autogesellschaft hingewiesen. Er schreibt:

Der Anteil der Dienstwagen an allen Pkw in den hochmodernisierten Autogesellschaften liegt bei mindestens 10% der gesamten real existierenden Pkw-Flotte. Aufgrund der höheren Fahrleistungen, die auch der privaten Nutzung geschuldet sind, entfallen weit mehr als 25% der insgesamt zurückgelegten Pkw-Kilometer auf Fahrten mit Dienstwagen.
Der Anteil von Dienstwagen beim Kauf aller Neuwagen liegt dann nochmals weit höher. In der BRD entfallen 34% aller Neuwagenkäufe auf Geschäftswagen, in Australien 45%, in Norwegen 45% und in Großbritannien sogar 63%. In den klassischen Ländern mit nationaler Autoindustrie werden im internationalen Durchschnitt gut ein Drittel der Käufe neuer Pkw von Firmen und Institutionen getätigt. Da Dienst- und Geschäftswagen um bis zu 50% teurer als die übrigen neu gekauften Pkw sind, muß davon ausgegangen werden, daß in den westlichen Autogesellschaften 50% des Umsatzes der Autoindustrie mit dem Kauf von Geschäftswagen gedeckt wird.
Damit hat die Autogesellschaft einen Mechanismus geschaffen, sich selbst zu reproduzieren. Umweltauflagen, verteuerter Kraftstoff, Autobahnvignetten oder massiv subventionierte öffentliche Verkehrsmittel - all das mag den privaten Pkw-Verkehr reduzieren, das Fahren mit Geschäftswagen wird dadurch kaum weniger attraktiv.

Winfried Wolf verweist in seinem Aufsatz auf weitere typische Merkmale dieser Dienstwagen-Gesellschaft:

Geschäftswagen tragen auch überproportional zu Luftverschmutzung und Aggression im Autoverkehr bei. Eine Untersuchung für Großbritannien ergab, daß Geschäftswagen "verantwortlich sind für mehr als 22% aller Kohlendioxid-Emissionen des Kfz-Verkehrs in Großbritannien, wovon wiederum 8,5% deren größeren Motoren und der größeren Zahl zurückgelegter Fahrzeugkilometer geschuldet sind".
In einer niederländischen Studie wurde festgehalten, daß Geschäftswagen, obgleich sie wesentlich teurer sind und über mehr Technik für Umweltschutz verfügen, je gefahrene Meile um 10% mehr Kohlendioxid als private Pkw emittieren.
Geschäftswagen-Fahrer steuern "ihre" Firmen-Pkw wesentlich aggressiver; sie sind für eine überproportional hohe Zahl von Toten und Verletzten verantwortlich. So liegt in Großbritannien die Unfallrate bei Geschäftswagen um 50% über derjenigen von "normalen" Pkw. [4]

Prominente Geschäftswagenfahrer werden hierfür auch noch belohnt. Otto Wiesheu etwa, Anfang der 80er Jahre Generalsekretär der CSU, fuhr 1983 nachts mit 1,75 Promille auf der Autobahn, rammte einen vor ihm fahrenden Fiat und tötete dessen Fahrer. Wiesheu erhielt als Strafe ein Jahr auf Bewährung, für zwei Jahre mußte er seinen Führerschein abliefern. Heute ist er Wirtschaftsminister in Bayern und damit auch für Verkehr zuständig.

Geschäftswagen werden von der Gesellschaft besonders subventioniert. Beim Kauf von Geschäftswagen entfällt die Mehrwertsteuer, die Kosten können von der Steuer abgesetzt werden und selbstverständlich können Geschäftswagen auch privat genutzt werden. Die Steuerverluste durch Geschäftswagen werden auf jährlich 7 bis 8 Milliarden Mark geschätzt. Über dieses soziale Schmarotzertum habe ich die Industriebosse bislang nicht klagen hören.

Unter der Überschrift Raser in Firmenwagen kaum zu fassen machte die Hessische Polizeirundschau 1996 aber auch auf ein anderes typisches Phänomen im Zusammenhang mit Geschäftswagen aufmerksam.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtfahrten und Mißachtung des Sicherheitsabstandes [...] wird das Tatfahrzeug mit Kennzeichen fotografisch festgehalten, in der Regel sind die Fahrer gut zu erkennen.
Nachdem die jeweilige Firma einen Anhörbogen der zuständigen [...] Verfolgungsbehörde unbeantwortet läßt, landet der Vorgang beim örtlich zuständigen Polizeirevier zur Fahrerermittlung.
Die Verjährungsfrist bei Verkehrsordnungswidrigkeiten beträgt drei Monate, erfahrungsgemäß bleiben der Polizeidienststelle nach Eingang des Vorgangs zur Fahrerermittlung noch ein bis vier Wochen Zeit [...].

Das zuständige Polizeirevier für den Bürokomplex Frankfurt-Niederrad hat hierüber eine Statistik erstellt. Die Bürostadt ist mit einer vergleichsweise hohen Anzahl von Ersuchen zur Fahrerermittlung konfrontiert. Das Ergebnis ist interessant: Privatpersonen konnten zu 80% ermittelt werden. Bei Firmenfahrzeugen, die firmenintern eindeutig einzelnen Fahrern, etwa im Kundendienst, zugeordnet werden, konnten Fahrerinnen und Fahrer sogar zu knapp 93% ermittelt werden. Bei sonstigen Geschäftsfahrzeugen betrug der Wert sage und schreibe 22%. Walter Hofmann von der frankfurter Polizei schreibt dazu:

Bei der Vereitelung von Fahrerermittlungen stehen hauptsächlich klein- bis mittelständische Unternehmen im Vordergrund, zum Beispiel Finanzmakler, GmbHs, Holdings, Wirtschaftsberatungen, Computer- und Software-[Firmen], Rechtsanwaltskanzleien. Die Firmenstrukturen sind häufig nicht zu überblicken, zum Teil sind auf einer Etage eines Bürohauses bis zu zwölf Firmen ansässig, die von einer einzigen Empfangssekretärin betreut werden.

Hinzu kämen die Fahrer von Fahrzeugen der Vorstandsebene bei Großunternehmen. Üblich seien verschiedene Strategien, Ermittlungsbeamte abzuwimmeln. Fahrer werden bei Lichtbildvorlagen einfach nicht wiedererkannt, Geschäftsführer verleugnet, Unterlagen darüber, wer welches Auto gefahren hat erst gar nicht geführt. Im Endeffekt bedeutet dies, daß diese Verkehrssünder im Regelfall ohne Strafe davonkommen.

Die Verjährungsfrist von drei Monaten wird also gezielt dazu genutzt, Raser oder Rüpel hinterm Steuer davonkommen zu lassen. Selbstverständlich gibt es keine Gesetzesinitiative, die Verjährungsfrist so zu verlängern, daß diese Fahrerinnen und Fahrer effektiv ermittelt werden können. Walter Hofmann zieht folgendes Fazit:

Es kann letztendlich davon ausgegangen werden, daß für einen bestimmten Personenkreis die deutschen Autobahnen inzwischen zu einem rechtsfreien Raum geworden sind, bzw. daß sich hinsichtlich der Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten mittlerweile eine Zweiklassengesellschaft von Kraftfahrern etabliert hat. [5]

Gianna Nannini : Autostrada

 

Sinnlose Verkehrsproduktion

Über ein wunderbares Beispiel für sinnlosen und überflüssigen Autoverkehr kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Vor einigen Jahren war ich als Auslieferungsfahrer für einen darmstädter Elektrogroßhandel im gesamten Rhein-Main-Gebiet unterwegs.

Morgens fuhr ich über Rüsselsheim nach Raunheim, von dort den Main entlang nach Frankfurt und wieder zurück nach Darmstadt. Das war die Abholtour. Ein- oder zweimal die Woche ging's statt dessen nach Mannheim und Heidelberg. Das heißt, ich suchte alle Lieferanten auf, von denen ich kurzfristig bestellte Elektroartikel abholte. Nach einer kurzen Mittagspause ging's dann wieder los. Diesmal war es die Liefertour. Das heißt, ich lieferte an Betriebe und Elektromeister Material aus. Von Darmstadt über die Dörfer nach Egelsbach, von dort auf die Autobahn nach Seligenstadt und über den Rodgau wieder zurück. Tag für Tag runde 300 Kilometer.

Es gibt in Darmstadt mehrere dieser Elektrogroßhändler. Alle fahren in etwa dieselbe Tour. Alle liefern kurzfristige Bestellungen aus. Ich habe es schon erlebt, daß ich für eine einzige Steckdose einen Umweg von 20 Kilometer fahren mußte. Der Kunde mußte ja gehalten werden. Dies ist eben auch Ausdruck kapitalistischer Konkurrenz.

Würden Bedarf und Lieferung geplant und nicht den Launen des Marktes überlassen, würde statt fünf nur ein Großhändler benötigt, der mit einem oder zwei Fahrzeugen effektiver dieselben oder mehr Kunden beliefern könnte. Fazit: jede Menge sinnloser Autoverkehr.

Einzelbetrieblich mag sich das rechnen, gesamtgesellschaft und ökologisch gesehen ist dieses Prinzip eine Katastrophe. Aber solange das Geschäft Gewinn abwirft, lassen sich die Folgen dieser Produktion auf andere abwälzen. Beim Auto ist das geradezu augenscheinlich. Die Toten im Straßenverkehr sind auch Ausdruck dieser Mentalität.

Regelmäßig ist im Darmstädter Echo von einer Kontrollaktion der Polizei zu lesen. LKWs werden angehalten, die Fahrtenschreiber auf Geschwindigkeit und Lenkzeiten überprüft. Genauso regelmäßig fallen hierbei manipulierte Tachoscheiben auf. Lenk- und Ruhezeiten werden nicht eingehalten. Den Fahrern hierbei Vorwürfe zu machen, wäre zu einfach. Ihnen bleibt nur die Wahl, arbeitslos zu werden oder sich dem gnadenlosen Konkurrenzdruck der Spediteure zu unterwerfen. Ausbeutbare oder - wie es in den Zeitungsannoncen immer so schön heißt - "belastbare" Fahrer gibt es ja genügend. Solcher Art Belastbarkeit gilt dann fast schon als Standortvorteil. Es sind also die Firmen, die von ihren Fahrern regelmäßig Gesetzesbrüche verlangen.

Das mit den Gesetzesbrüchen finde ich dabei nicht so schlimm. Entscheidender ist, daß diese Firmen ganz bewußt eine Gefährdung oder gar Tötung von Verkehrsteilnehmern in Kauf nehmen. Hauptsache, sie verdienen sich ihre goldene Nase damit. Zu dieser Logik gehört, daß die Fahrer hart bestraft werden und die Firmen im allgemeinen eine lächerliche Geldstrafe erhalten.

Rattles : Hot Wheels

 

Beach Party statt Automobilausstellung

Jedes Jahr protestieren einige Jugendliche in Zusammenarbeit mit der BUND-Jugend gegen die Automobilausstellung in der Wilhelminenstraße. In einem der letzten Jahre veranstalteten sie eine Beach-Party an der Ecke Wilhelminen- und Elisabethenstraße. Ihre Argumentation war einfach. Der Schadstoffausstoß zum Bau und Betrieb von Automobilen fördere den Treibhauseffekt. Die Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Und irgendwann verläuft die Nordseeküste bei Eberstadt. Und da kann frau und man dann Party feiern.

Rolf Born schrieb zum Thema Mobilität und Klimaschutz folgendes:

Ein Großteil unsrerer energieintensiven metallverarbeitenden Industrie und der Bauindustrie dient dem Verkehr. Allein die Herstellung eines PKW inclusive der Gewinnung aller Vorprodukte verursacht CO2-Emissionen von etwa 20 Tonnen. Dieser Wert steigt Jahr für Jahr durch den vermehrten Einsatz von Aluminiumteilen [...] und eine immer aufwendigere Bordelektronik. In einem modernen PKW ist mehr Rechenleistung installiert als in einem Personalcomputer.
Seit über 100 Jahren arbeiten Techniker und Ingenieure an der Weiterentwicklung des Verkehrsmittels Explosionsmotor plus stählernem Fahrzeug. Was sie dabei im Punkt Energieausnutzung auf die Beine gestellt haben, ist wahrlich nicht berauschend. Ein PKW-Motor heutiger Bauart bringt es auf eine Energieausnutzung von 12,5% [für] (Benzin) bzw. 13,8% [für] (Diesel). Die schlechte Energieausnutzung hat eine Ursache darin, daß unsere Fahrzeuge die Maximalgeschwindigkeiten, für die sie gebaut sind, nur sehr selten fahren können. Die meiste Zeit werden die Motoren im Teillastbetrieb betrieben, in dem sie besonders unwirtschaftlich arbeiten. Ein Tempolimit wäre auch ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaschutz [...].

Rolf Born macht weiterhin darauf aufmerksam, daß es gerade die Zeitökonomie ist, die diese unwirtschaftliche und umweltschädigende Form des Personentransports geradezu befördert. Im Kapitalismus zählt nur eins: möglichst viel Profit mit wenig Aufwand. Oder anders ausgedrückt: time is money. Uns bleibt einfach keine Zeit mehr, in Ruhe und ohne Streß ans Ziel zu gelangen. Ökonomisch gesehen, ist eine solche Einstellung der Ruhe und Muße unerwünscht. Alles muß schnell gehen. Hierzu gehört genauso die Entkopplung von Lebens- und Arbeitswelt. [6]

Der Schwachsinn, daß die einen in Frankfurt wohnen und in Darmstadt arbeiten, dafür die anderen in Darmstadt wohnen und in Frankfurt arbeiten, ist nur in einer kapitalistischen Marktwirtschaft möglich. Die gesellschaftlichen und ökologischen Kosten werden dabei immer abgewälzt. Umweltkosten tauchen in einer Konzernbilanz nicht auf. Diese Kosten müssen von anderen getragen werden.

Wer vom Standort Deutschland redet, redet nicht über diese Kosten. Die gehören einfach dazu. Der Lärm, der Gestank, die Zerstörung unserer Umwelt, aber auch unsere eigenen Gesundheit - all dies hat sehr viel mit der Automobilgesellschaft zu tun. Und die Automobilgesellschaft ist ein logisches und profitables Produkt einer auf Konkurrenz gegründeten Marktwirtschaft.

Und passend dazu nun folgender Programmhinweis:

Trailer zur Live-übertragung von der 1. Mai-Kundgebung

Bob Dylan : From A Buick 6

 

Sinnvolle und sinnlose Alternativen

Bündnis 90 / Die Grünen haben ihren Bundestagswahlkampf mit einem besonders gelungenen Beschluß eröffnet. Sie forderten, innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren den Benzinpreis auf 5 Mark pro Liter zu erhöhen. Typisch ist ein solcher Beschluß insofern, als er die Ungleichheit festschreibt und keine soziale Komponente enthält. Es zeigt sich wieder einmal, daß die grüne Klientel sich offensichtlich einen solchen Luxus leisten kann. Allerdings gibt es Millionen Menschen in diesem Land, die das nicht können.

Eigentlich sollte es doch umgekehrt laufen. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr wird so ausgebaut, daß die Benutzung eines eigenen PKW nicht länger notwendig ist. Dazu erforderlich sind eigentlich nur mehr Verbindungen, mehr eingesetzte Busse und Bahnen und - das ist das wesentliche - der Nulltarif. Nulltarif heißt, die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist umsonst.

Bei der Eröffnung der S-Bahn nach Darmstadt war es ja deutlich zu sehen. Die Möglichkeit, an einem Sonntag umsonst in den Süden Frankfurts zu fahren, ließ die Züge überquellen. Andere Städte haben schon längst die Erfahrung gemacht, daß neu oder wieder eröffnete Strecken besser angenommen werden als gedacht. In Karlsruhe mußte der Fahrplan nach der Eröffnung einer Stadtbahnstrecke innerhalb weniger Wochen radikal neu erstellt werden. Der Andrang übertraf alle Erwartungen.

Der Bedarf ist also da. Wir brauchen keine neuen Straßen, sondern ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz. Mit Nulltarif entfällt für die meisten Autofahrten jede Notwendigkeit. Und erst dann kann man hingehen und diejenigen, die immer noch meinen, ihr privates Fahrzeug benutzen zu müssen, dafür zur Kasse bitten. Vielleicht sollte man gleich damit anfangen, für Dienstfahrzeuge eine Sondersteuer zu erheben.

Und wer soll das bezahlen? Ich denke, das ist ganz einfach und dazu brauche ich nicht einmal Zahlen, nur ein bißchen gesunden Menschenverstand. Schon jetzt nehmen die Träger des öffentlichen Nahverkehrs allenfalls 50% der Kosten durch den Fahrkartenverkauf ein. Jede Straße, die nicht gebaut werden muß, finanziert den öffentlichen Personenverkehr. Und Straßen sind bekanntlich teuer.

Es gibt dafür auch ein schönes Beispiel. Hasselt ist eine Stadt in Belgien, etwa halb so groß wie Darmstadt. Dort wurde im Juli letzten Jahres der öffentliche Nahverkehr mit einem bürgerfreundlichen Angebot und Nulltarif eingeführt. Im ersten Monat fuhren acht Mal soviele Menschen wie im Vorjahresmonat. Das Experiment rechnet sich. Statt Umgehungsstraßen werden nun Grüngürtel angelegt. In Darmstadt läuft's umgekehrt. Für die überflüssige B3-Umgehung im Westen der Stadt werden Bäume abgeholzt.

Die einzigen, die damit unzufrieden sein werden, dürften die Automobil- und Ölkonzerne und ihre Lobby sein. In der Tat - sollte der öffentliche Personenverkehr in der BRD zum Nulltarif angeboten werden, hätten Mercedes-Benz, BMW und VW ein Problem. Aber dies sollte nun wirklich nicht unseres sein. Wer mutwillig Produkte herstellt, die umweltschädlich sind und eigentlich einen Waffen- statt eines Führerscheins benötigen, muß auch die Konsequenzen tragen.

 

Tempo für den Profit

Würde man nicht den Automobilverkehr fördern, wäre sowohl die im Bau befindliche B3-Umgehung westlich von Arheilgen, sondern erst recht die Nordostumgehung überflüssig. Bekannt ist, daß jede neu gebaute Straße neuen Autoverkehr anzieht. Mehr Autos, mehr Straßen, mehr Belastung für Menschen und Umwelt. Den Automobilkonzernen und den von ihnen gepuschten Politikern ist's egal. Hauptsache. der Rubel rollt.

Winfried Wolf schreibt in seinem schon erwähnten Aufsatz über die Dienstwagen-Gesellschaft:

Daß die Bestechung für den Endsieg des AutoWAHNS oft direkter erfolgte und erfolgt, kann dokumentiert werden. So wurde bekannt, daß der BMW-Konzern von einem Ministerpräsidenten "ab und an um ein Auto" gebeten wurde, was diesem dann jeweils "zur Verfügung gestellt" worden sei. Dabei sei, so der BMW-Konzern, "nicht nachvollziehbar" gewesen, ob die "überlassenen Fahrzeuge dienstlich oder privat" genutzt wurden.
[In diesem] Fall handelt es sich um Gaben des BMW-Konzerns aus dem Jahr 1993 für den bayerischen Ministerpräsidenten Streibl. Zu jenem Zeitpunkt plädierte der CSU-Arbeitskreis Umwelt für ein Tempolimit auf Autobahnen. BMW hatte dagegen heftig protestiert. Streibl übernahm die "überlassenen" Pkw und den BMW-Protest. Die CSU blieb bei Tempofreiheit. [4]

In diesem Zusammenhang wäre auch noch zu erwähnen, daß Vertreter der Automobil- und Mineralölwirtschaft im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG sitzen. Dort sorgen sie mit dafür, daß der öffentliche Nahverkehr systematisch demontiert wird. Zu wessen Gunsten, ist offensichtlich. [7]

Ich sagte gerade, daß die B3-Umgehung von Arheilgen überflüssig ist. Mir ist dabei durchaus bewußt, daß die Bewohnerinnen und Bewohner dieses darmstädter Stadtteils das aus Lärm- und Gestankgründen anders sehen. Aber anstatt neue teure Straßen zu bauen, die wieder neuen Verkehr anziehen, gäbe es doch auch eine ganz andere Lösung. Sie hat nur einen Nachteil: sie ist nicht automobilfreundlich. Es spräche doch nichts dagegen, an den westlichen, nördlichen, östlichen und südlichen Zufahrtsstraßen nach Darmstadt Parkflächen einzurichten. Von dort kann frau und man stau- und streßfrei mit der Straßenbahn nach Darmstadt fahren. Ein Parkplatz in Griesheim, einer auf dem Bosch-Gelände direkt am Darmstädter Kreuz, einer an der weiterstädter Stadtgrenze, einer zwischen Arheilgen und Wixhausen, einer am Ostbahnhof und einer in Eberstadt. Und von dort jeweils mit vorhandenen oder neu zu bauenden Straßenbahnen ins Zentrum der Stadt. Folgende sinnvolle Straßenbahnlinien würden den privaten Autoverkehr drastisch reduzieren:

Eine Straßenbahnlinie nach Weiterstadt und Gräfenhausen, eine nach Wixhausen, eine nach Kranichstein, eine über den Ostbahnhof auf vorhandenem Gleis nach Groß-Zimmern, eine nach Pfungstadt, eine über Alsbach hinaus nach Bensheim und eine über Griesheim hinaus nach Goddelau. Es wäre so einfach, wenn es gewollt wäre.

Wenn man es wirklich anpacken wollte und würde, hätten wir in Darmstadt innerhalb von zehn Jahren ein Straßenbahn-Netz, um das uns viele Städte beneiden würden. Die Bahnen und Busse wären voll und die Straßen leer. Zumal es dann möglich wäre, die Zufahrt über bestimmte Straßen ganz einfach zu sperren. Dann könnten die Menschen nicht nur in Arheilgen ruhiger schlafen.

Die Ausstellerinnen und Aussteller auf der Wilhelminenstraße würden allerdings laut aufheulen. Profit ade!

Und vielleicht würde dann die lächerliche Situation beendet werden, daß die Staus im Rhönring und in der Kasinostraße von Fahrzeugen verursacht werden, die von gerade einmal einer einzigen Person benutzt werden. In puncto Energiebilanz sind Pkw's absolut ineffizient.

 

Schluß

Zum Abschluß unserer Vorschau auf die Automobilausstellung in der Wilhelminenstraße, die am Wochenende vom 9. und 10. Mai stattfindet, noch einige Worte an die besonders asozialen Autofahrerinnen und -fahrer. Je mehr ich mit dem Fahrrad durch Darmstadt fahre, desto mehr habe ich den Eindruck, daß eine Führerscheinprüfung als Eignungstest zum Autofahren untauglich ist.

Autos, die aus Nebenstraßen kommen, ohne die auf der Hauptstraße fahrenden Radlerinnen und Radler wahrzunehmen, finde ich schon fast normal. Daß Radwege zu Parkplätzen umfunktioniert werden, leider auch. Letztens bin ich auf der Lauteschlägerstraße einer Frau begegnet, die in ihr auf dem Radweg geparktes Fahrzeug einstieg. Ich fragte sie, warum sie dort parken würde. Ihr war deutlich bewußt, daß sie dies tat. Sie gab zur Antwort: "Ja, wo soll ich denn sonst parken?" Meine Empfehlung ist, mitten auf der Straße. Aber wenn Autofahrerinnen und -fahrer eines sind, dann ist es dies: sie sind feige. Sie wissen genau, wie ihre Kolleginnen und Kollegen darauf reagieren, wenn sie als freie Bürgerinnen und Bürger im Straßenverkehr behindert werden. Also suchen sie sich Schwächere im Straßenverkehr aus.

Feige und asozial. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Am Mikrofon war Walter Kuhl.

Hazel O'Connor : Who Needs It

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Beilage im Darmstädter Echo vom 30. April 1997. Aber derartigen Stuß gibt unser Oberbürgermeister Jahr für Jahr von sich. Er ist offensichtlich bildungsresistent.
[2]   Kommentar von Klaus Honold im Darmstädter Echo vom 11. Juni 1997.
[3]   Kein Witz: Darmstädter Echo am 1. April 1998
[4]   Winfried Wolf : Dienstwagen-Gesellschaft. Auto-Wahn durch Geschäftswagen; in: SoZ Nr. 2, 23.1.1997, Seite 9
[5]   Walter Hofmann : Raser in Firmenwagen kaum zu fassen; in: Hessische Polizeirundschau 5/96, Seite 4-5
[6]   Rolf Born : Mobilität und Klimaschutz; in: umweltfairbund Südhessen, 2/97, Seite 10-13
[7]   Vergleiche hierzu meine Sendung Schienenklau

 

 

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Februar 2005 aktualisiert.
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©  Walter Kuhl 1998, 2003, 2005
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