Kapital und Arbeit

 

 

SENDEMANUSKRIPT

 
Sendung :
Kapital und Arbeit
 
Redaktion :
Walter Kuhl
 
Moderation :
Walter Kuhl und Antje Trukenmüller
 
gesendet auf :
Radio Darmstadt
 
Redaktion :
Alltag und Geschichte
 
gesendet am :
Montag, 25. Mai 1998, 17.00-17.55 Uhr
 
wiederholt am :
Dienstag, 26. Mai 1998, 00.00-00.55 Uhr
Dienstag, 26. Mai 1998, 08.00-08.55 Uhr
Dienstag, 26. Mai 1998, 14.00-14.55 Uhr
 
 
Besprochene und benutzte Bücher :
  • Arbeitslosenprojekt TuWas : Leitfaden für Arbeitslose, Fachhochschulverlag
  • Werner Rittershofer : Lexikon Wirtschaft Arbeit Umwelt, Bund-Verlag
  • Richard Sennett : Der flexible Mensch, Berlin Verlag
 
 
URL dieser Seite : http://www.waltpolitik.powerbone.de/send199x/kv_kua11.htm
 
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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 : Einleitung
Kapitel 2 : Heulsusen als Hefe für Volkes Stimme
Kapitel 3 : Von Organdealern und Notopfern
Kapitel 4 : Zwischen Märchenstunde und Aufklärung
Kapitel 5 : Lexikalische Ideologieproduktion
Kapitel 6 : Nachrichten mitten aus dem Leben gegriffen
Kapitel 7 : Flexible Zombies
Kapitel 8 : Virtueller Daumenlutscher
Kapitel 9 : Schluß

 

Einleitung

Jingle Alltag und Geschichte

WK : Mich ereilt der Ruf: Mobil sein! Flexibel! Belastbar! Keine überzogenen Ansprüche, am besten gleich gar keine! Und fleißig Spargel Stechen gehen! Am Mikrofon begrüßt euch Walter Kuhl.

AT : Nach der Arbeit wird gefeiert. Wir preisen all jene, die uns mit Arbeit überhäufen und uns die Löhne kürzen. Hauptsache, wir spucken in die Hände und andere kassieren ab. Es lebe die freie Marktwirtschaft! Meint jedenfalls Antje Trukenmüller.

Geier Sturzflug : Bruttosozialprodukt

 

Heulsusen als Hefe für Volkes Stimme

AT : Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes sprach am 29. April:

WK : Wir können nicht akzeptieren, daß sich die Bauern für einen Hungerlohn abquälen.

AT : Er meinte damit die Auswirkungen der sogenannten Agenda 2000, einer neuen Agrarreform aus Brüssel.

WK : Keine Probleme hat er jedoch damit, andere für einen Hungerlohn auf den Äckern arbeiten zu lassen. Für 10 Mark 09 brutto dürfen bekanntlich Langzeitarbeitslose mit einer die Arbeitsmotivation fördernden Qualifizierungsmaßnahme der Arbeitsämter Bekanntschaft machen.

AT : Wer diese Arbeit verweigert, erhält eine Sperrzeit von 12 Wochen und darf aufs Sozialamt rennen.

WK : Vor einem Monat hatte ich schon deutlich gemacht, was von der Erntehilfe auf den Spargeläckern zu halten ist. Miese Entlohnung, Arbeitszeiten von frühmorgens bis in die Nacht, möglichst an 7 Tagen die Woche und ohne Urlaub. Und das Klo ist ein Bretterverschlag im Freien, ohne Wasser und Papier wohlgemerkt.

AT : Nun können die Bauern nichts dafür, wenn die Bundesregierung angeordnet hat, daß für die Erntehilfe 15 Prozent deutsche Langzeitarbeitslose eingestellt werden müssen. Aber für Löhne und Arbeitsbedingungen können sie schon etwas.

WK : Selbst nicht hungern wollen, aber andere ausbeuten ... nun ja, wir leben im 16., wenn auch letzten Jahr der Kohl-Regierung. Das Problem ist nur, daß sich unter Schröder nichts wesentlich ändern wird.

AT : Und überhaupt - diese Langzeitarbeitslosen. Faul sind sie. Behaupten jedenfalls die Bauern. Das Darmstädter Echo läßt Volkes Stimme im Gespräch mit einem Spargelbauern zu Wort kommen:

WK : Das Arbeitsamt habe sich bemüht,

heißt es dort,

"doch die Arbeitslosen wollen offenbar nicht". Von 50 arbeiteten gerade sechs die Saison durch. Und wenn sie kommen, bleiben sie oft unter Vorwänden zu Hause, melden sich krank oder haben was anderes vor. "Denen ist alles wichtiger als der Spargel",

zuckt der Bauer mit den Schultern.

Es falle ihm schwer zu verstehen, warum Langzeitarbeitslose nicht auf dem Feld arbeiten wollen, 70 Prozent der ausländischen Helfer aber Jahr für Jahr gern wiederkommen. [1]

AT : Nun, wenn Polen oder Kroatinnen unter diesen Bedingungen arbeiten, dann auch deshalb, weil sie mit dem in drei Monaten verdienten Geld eine Weile leben können. Aber von 1700 Mark brutto hier in Deutschland bei hohen Mieten zu leben, ist sicher keine Motivation, sich den Rücken kaputt zu machen und ein gesundheitsschädliches Bad im sonnigen Ozon zu suchen.

WK : Ich könnte es auch einfacher sagen: Bauern sind auch keine anderen Heulsusen als andere Arbeitgeber auch. Für die sind Arbeitnehmer immer zu langsam, zu faul, zu anspruchsvoll, weil's an den eigenen Profit geht. Wer andere zu derartigen Bedingungen ausbeutet, mit dem habe ich einfach kein Mitleid.

AT : Andere haben dieses Mitleid offensichtlich schon. Ein Meinungsforschungsinstitut will herausgefunden haben, daß 73 Prozent aller befragten Deutschen wollen, daß Arbeitslose zu Saisonarbeiten, etwa zum Spargelstechen, herangezogen werden. [2]

 

Von Organdealern und Notopfern

WK : Das glaube ich gerne, obwohl ich sonst nur der Statistik Glauben schenke, die ich selbst gefälscht habe. Ein Beispiel gefällig?

AT : Ja, du könntest auf den Luisenplatz gehen und die dort Eilenden und Verweilenden befragen: "Sind Sie für die Wiedereinführung der Todesstrafe?"

WK : Angesichts der Medienmache über Sexualmorde an Kindern erwarte ich eine qualifizierte Mehrheit von 73 Prozent. Glaubt ihr nicht?

AT : Am 28. März [1998] machte eine Initiative Sicherheit für Darmstadts Nachbarschaft auf dem Luisenplatz einen Infostand mit dem Slogan "Sicherheit ist kein Luxus". Mittels eines Fragebogens wollte die Initiative herausfinden, wie weit es mit dem gesunden Menschenverstand in dieser Stadt ist.

WK : Auf die Frage Ich finde den mittlerweile auch in Deutschland zunehmenden Organdiebstahl als ernsthafte Bedrohung antworteten 68% mit Ja.

AT : Die Zusatzfrage Soll die organisierte Organdealerei auf dem Luisenplatz durch rechtzeitiges und resolutes Handeln im Keim erstickt werden? befürworteten gar 86%.

WK : Selbst wenn einige der Befragten das Ganze als Satire durchschauten, bleibt das Ergebnis erschreckend. [3]

AT : Die Vorarbeit der darmstädter Polizei in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Echo zeigt hier ihre bedenklichen Früchte.

WK : Aber vielleicht sind einigen Deutschen ihre Denkorgane ja schon tatsächlich gestohlen worden.

AT : Statistik hin oder her - ich glaube schon, daß es realistisch ist, davon ausgehen zu müssen, daß brave deutsche Bürger andere selbst zu miserablen Bedingungen gerne arbeiten sehen. Die Bauern sind da etwas realistischer - das Echo zitiert einen mit den Worten:

WK : Das Arbeitsamt hatte mir 50 deutsche Arbeitslose zum Spargelstechen versprochen. Es kamen morgens um fünf Uhr 23 Leute im Bus. Um zehn Uhr waren noch vier Mann da. Nachmittags kam von denen gar keiner mehr.

AT : Außerdem würden die deutschen Erntehelfer auch zu langsam arbeiten. Sie schafften nur zwei statt der üblichen fünf bis sieben Kilo pro Stunde. [4]

WK : Ich hätte da einen einfachen Vorschlag: setzt die Löhne rauf, verschleißt nicht die Rücken eurer Erntehelferinnen und Erntehelfer, stellt genügend Leute ein und sorgt für vernünftige hygienische Bedingungen.

AT : Aber das sind dann doch wohl zu hohe Ansprüche an deutsche Arbeitgeber.

WK : Übrigens, mal nachgerechnet. Wenn der zitierte Bauer 50 deutsche Arbeitslose versprochen bekam und diese 15% aller seiner Erntehelferinnen und -helfer ausmachen, dann müßte er doch gleichzeitig ... mal rechnen ...

AT : Simpler Dreisatz ... Er beschäftigt dann 333 Leute auf seinen Äckern. Scheint mir kein kleiner Familienbetrieb zu sein. Sondern einer, der von der Ausbeutung anderer ganz gut leben können müßte.

WK : Gar dreist wird es jedenfalls, wenn eine von mir heißgeliebte Zeitung auf ihrer ersten Seite schreibt, daß in Niedersachsen mehrere Spargelbauern ihre Felder wieder umpflügen mußten, da sie nicht genügend deutsche Erntehelferinnen und -helfer zur Verfügung gehabt hätten. [5]

AT : Im Dieburger Lokalteil schreibt dieselbe Zeitung jedoch am selben Tag, daß zum Teil deswegen nicht mehr geerntet würde, weil der Spargel in Folge der warmen Witterung zu schnell aus der Erde schieße. Damit die Preise nicht ins Bodenlose fallen, ernte man eben lieber weniger. [6]

WK : Ob daran wirklich die fehlenden und angeblich faulen Arbeitslosen Schuld sind? - Jedenfalls scheint das Image der Spargelbauern schwer gelitten zu haben, wozu Helmut Angelbeck von der gewerkschaftsnahen Arbeitsloseninitiative GALIDA und Bastian Ripper von der DGB-Jugend nicht unerheblich beigetragen haben dürften.

AT : Nicht umsonst verstärkt seither das Darmstädter Echo sein Bemühen, die armen hungernden Bauern zu Wort kommen zu lassen. Ganze Seiten lang werden die Nöte geschildert. Die Nöte der Bauern wohlgemerkt, nicht die der Arbeitslosen.

 

Zwischen Märchenstunde und Aufklärung

WK : Nun behaupten ja das darmstädter Arbeitsamt genauso wie der hessische Innenminister Bökel, ein Erntehelfer könne locker auf 2000 Mark netto kommen. Das klingt echt gut, aber was ist dran?

AT : Der Lohn auf den Spargeläckern ist so niedrig, daß dies selbst das Arbeitsamt zugeben muß. Daher gibt es für jeden Arbeitstag mit mehr als sechs Stunden eine sogenannte Arbeitnehmerhilfe von 25 Mark netto, die aber erst nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses ausgezahlt wird. Bei Krankheit oder Regen gibt's allerdings nichts.

WK : Wenn ich also mal von einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 40 Stunden an 5 Tagen die Woche ausgehe, komme ich rein rechnerisch auf etwa 1700 Mark brutto plus die Arbeitnehmerhilfe von knapp 500 Mark netto.

AT : Abzüglich Steuern und Sozialversicherung können dabei einfach keine 2000 Mark netto herauskommen. Ohne Überstunden zu kloppen geht also nichts. Oder man erklärt allen Ernstes, daß der Nettolohn von 2000 Mark daher rühre, daß man Anfang nächsten Jahres über eine Einkommensteuererklärung Steuern zurückerstattet bekomme. [7]

WK : Wie ich schon sagte ... Organdiebstahl.

AT : Das Ganze beruht ohnehin auf einem Denkfehler.

WK : Die Arbeitnehmerhilfe soll nach der Gesetzesbegründung insbesondere jüngeren Arbeitslosenhilfebeziehern die Entscheidung für die Aufnahme einer vorübergehenden, niedriger entlohnten Beschäftigung erleichtern. In Wahrheit ist die Arbeitnehmerhilfe eine Arbeitgeberhilfe: eine Subvention solcher Branchen, die (angeblich) Hungerlöhne zahlen müssen oder gut an Hungerlöhnen verdienen. Wurden diese Hungerlöhne bisher ausländischen Saisonarbeitern zugemutet, so sollen sie jetzt für hiesige Arbeitslosenhilfe-Bezieher durch ein tägliches Zubrot von 25 Mark zumutbar gemacht werden. [8]

AT : Die Bundesregierung ist manchmal auch ehrlich:

WK : Es bestehe, so sagt sie,

[...] auf der Seite der inländischen Arbeitskräfte bei den teilweise naturbedingten Arbeitsbedingungen nur geringe Bereitschaft, die Saisonarbeiten anzunehmen. Vielfach sind die Bedingungen so, daß auch bei strenger Anwendung der Zumutbarkeitsbestimmungen arbeitslose Leistungsbezieher nicht gegen ihren Willen auf die Arbeitsplätze verwiesen werden können. [9]

AT : Noch interessanter ist etwas anderes: die Arbeitnehmerhilfe, die so eifrig dem Nettolohn zugeschlagen wird, gilt nicht als Lohnkostenzuschuß, sondern als Aufwandsentschädigung.

WK : Auch wenn das nach Haarspalterei riecht, sind die Konsequenzen erheblich: die Arbeitnehmerhilfe wird nur bei mindestens 6 Stunden Arbeit pro Tag gewährt und entfällt bei Urlaub, Krankheit und Krankengeld.

AT : Herber wird es, wenn durch die Saisonarbeit, die auch ein ganzes Jahr andauern kann, eine neue Anwartschaftszeit für Arbeitslosengeld erarbeitet wurde. Hier ist es dann sehr deutlich:

WK : Arbeitslosengeld wird nur für den tatsächlich gezahlten Lohn gewährt, nicht aber für den angeblich höheren Nettolohn inclusive Arbeitnehmerhilfe. Es ist sogar so:

AT : Die Höhe von Arbeitslosengeld bzw. Arbeitslosenhilfe wird durch das Leistungsentgelt der Saisonarbeiter begrenzt. Da Leistungsentgelt der Saisonarbeitslohn ohne die 25 Mark ist, liegt die Grenze sehr niedrig. Deshalb werden Leistungsempfänger, die mit höheren Arbeitslosengeld- bzw. Arbeitslosenhilfe-Bezügen in Saisonarbeit gedrängt worden sind, bei erneuter Arbeitslosigkeit mit Arbeitslosengeld- bzw. Arbeitslosenhilfe-Senkungen rechnen müssen. [10]

WK : Das frankfurter Arbeitslosenprojekt TuWas gibt seit Jahren einen Leitfaden für Arbeitslose heraus. Dieser Leitfaden ist kürzlich in der 15. Auflage erschienen und so ziemlich das Beste, was zum Thema verfügbar und vor allem in der Praxis nutzbar ist.

AT : Der Leitfaden für Arbeitslose unterscheidet sich von allen anderen Rechtsratgebern durch eins: er ist absolut parteiisch. Hier werden Arbeitslose mit allen Rechten, allen Schikanen und allen Tricks bekannt gemacht. Arbeitslose sollen hiermit in die Lage versetzt werden, sich erfolgreich gegen die Zumutungen des Arbeitsamtes zu wehren.

WK : Entsprechend heißen die Arbeitslosen in den zahlreichen Beispielen Elfriede Wehrmich und David Zunder.

AT : Und das, was wir soeben zum Thema Arbeitnehmerhilfe gesagt haben, stammt aus diesem Buch. Es ist auf dem neuesten Stand und eigentlich unentbehrlich für jede Arbeitslose und jeden Arbeitslosen. Auf knapp 480 Seiten wird ausführlich und vor allem alles andere als trocken so ziemlich alles abgedeckt, was Arbeitslosen so widerfahren kann.

WK : Der Leitfaden für Arbeitslose ist für 18 Mark unter folgender Anschrift erhältlich - wir wiederholen sie zum Schluß der Sendung -: Fachhochschulverlag, Limescorso 5, 60439 Frankfurt. In den 18 Mark sind 3 Mark Porto enthalten.

 

Lexikalische Ideologieproduktion

WK : Was ist eine Beitragsbemessungsgrenze?

AT : Und was ist kanionisches Recht?

WK : In einer erweiterten und aktualisierten Auflage ist im gewerkschaftlichen Bund-Verlag das Lexikon Wirtschaft Arbeit Umwelt erschienen. Auf 640 Seiten wird das Wirtschaftsleben unter einem gewerkschaftlich geprägten Blickwinkel dargestellt. Das ist auch durchaus sinnvoll.

AT : Nicht so ganz einsichtig ist, warum so mancher ideologische Blödsinn darin mitberücksichtigt wurde. Zum Stichwort Bevölkerungsexplosion heißt es dort beispielsweise:

WK : Ein Lösungsansatz zur Eindämmung der Bevölkerungsexplosion liegt in der Verbesserung der sozialen Bedingungen, in gezielten ökonomischen und bildungspolitischen Maßnahmen, die von den hochentwickelten Industrieländern unterstützt werden müssen, sowie in Maßnahmen zur Geburtenkontrolle. [11]

AT : Leben in Drittweltländern vielleicht zuviele Menschen, die uns hier unseren Spargel wegfuttern wollen? Oder ist es nicht so, daß für alle Menschen dieser Erde genügend produziert werden könnte? Daß alle zu essen hätten und menschenwürdig leben könnten? Wozu also Kontrolle?

WK : Eine solche Betrachtungsweise hat halt einen Schönheitsfehler: sie ist nicht profitabel. Hungern die Menschen, boomt die Getreidebörse in Chicago.

AT : Unkritisch ist auch der Artikel zum Internationalen Währungsfonds. Dort heißt es:

WK : In der Vergangenheit ist es mehrfach vorgekommen, daß durch strenge Auflagen des IWF und der Weltbank Mitgliedstaaten gezwungen wurden, ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik so zu ordnen, daß zu große Zahlungsbilanzdefizite beseitigt wurden. [12]

AT : Diese Auflagen führen regelmäßig zu Entlassungen und Hungerrevolten. Den jetzigen Protesten in Indonesien ging eben ein solches Abkommen mit dem IWF voraus.

WK : In anderen Artikeln werden dabei durchaus kritische Töne angeschlagen. Aber nur, wenn die Kritik von gewerkschaftlicher Seite herrührt. Ob dem Autor ein Verständnis von internationaler Solidarität fehlt?

AT : Nicht nur dieses. Unter dem Stichwort Treuhandanstalt kein Wort zur systematischen Ausplünderung der ehemaligen DDR. Ebenso unkritisch wird der Grüne Punkt vorgestellt. Hat nicht das Duale System Deutschland den Müll im Ausland einfach verbrennen lassen? [13]

WK : Das Lexikon Wirtschaft Arbeit Umwelt wurde von Werner Rittershofer zusammengestellt und ist in der 8. Auflage im Bund-Verlag erschienen. Es kostet 59 Mark.

AT : Wir können es leider nur eingeschränkt empfehlen.

 

Nachrichten mitten aus dem Leben gegriffen

WK : Wir kommen nun zu einem Nachrichtenüberblick.

AT : Darmstadt.
Berichten zufolge ist das darmstädter Arbeitsamt nicht in der Lage, Anträge auf Arbeitslosenhilfe zu bearbeiten. Arbeitslose werden darauf vertröstet, daß der Bescheid in den nächsten Tagen kommen werde. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen Monate.

WK : Das erinnert mich daran, was passierte, als vor einigen Jahren die interne Organisation umgestellt wurde. Anträge wurden drei Monate lang nicht bearbeitet, schriftliche Nachfragen nicht beantwortet. Nur persönliche und hartnäckige Intervention führte zum Erfolg. Wörtlich hieß es: "Wir bearbeiten Anträge nur auf Reklamation."

AT : Hannover.
Der Verursacher des verheerenden Zugunglücks vom vergangenen Dezember muß 12.250 Mark Strafe zahlen. Damals wurden bei einem Zugzusammenstoß 153 Menschen verletzt. Die Ermittlungen hätten ergeben, daß der Lokführer mehrere Haltesignale mißachtet habe. [14]

WK : Das ist typisch Kapitalismus. Da heißt es wieder menschliches Versagen. Dabei stellte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer im März zu Recht fest, daß die Bahn mit ihrem Stellenabbau die Sicherheit im Schienenverkehr gefährde. Wörtlich erklärte deren Vorsitzender: "Entweder wir lassen die Züge stehen, damit nichts passiert, oder es kommt zwangsläufig wegen Überbeansprachung der Lokführer zu Betriebsunfällen." [15]

AT : Kronberg.
Mit ohrenbetäubendem Lärm und dem Ruf "Streichen bei den Reichen, statt Sparen bei den Armen" weckten Arbeitslose und GewerkschafterInnen beim Arbeitslosen-Aktionstag am 8. Mai morgens um halb fünf die Bewohner der Parkstraße in Kronberg-Schönberg aus dem Schlaf. [16]

WK : Morgenstund' hat eben Gold im Mund. Wer damit Geld verdient, daß er andere des Anspruchsdenkens bezichtigt, wird zuweilen von der Realität unsanft aus dem Bett geholt.

AT : Köln.
Die Kassenärztliche Vereinigung will unnötige und unwirtschaftliche Leistungen per Gesetz streichen lassen. Das gelte für künstliche Befruchtung und die Behandlung von Drogenabhängigen mit Methadon. Die Selbstbeteiligung der Patienten solle erhöht werden. [17]

WK : Gesundheit ist eben auch nur ein Geschäft. Der Hippokratische Eid scheint wohl doch eher ein Meineid zu sein.

AT : Hofheim.
Zehn schwervermittelbare Arbeitslose sollen zwei Jahre lang den Unrat auf den Straßen und dem Bahnhof der Stadt beseitigen. Mit diesem Reinigungsprojekt könnten sie wieder im Arbeitsleben Fuß fassen und erhielten so bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sagte Hofheims Bürgermeister.

WK : Der Geschäftsführer des Trägervereins in Hofheim ergänzte, für die meisten Langzeitarbeitslosen sei es das Wichtigste, einfach wieder am gesellschaftlichen Prozeß des Arbeitens teilzuhaben. Zynismus scheint ein deutscher Volkssport zu sein. [18]

AT : Biblis.
Am 27. April starteten die GRÜNEN ihren Bundestagswahlkampf in der Riedhalle in Biblis. Gegen die GRÜNEN demonstrierten dort etwa 1000 Kernkraftbefürworter. Der Fraktionssprecher der GRÜNEN im Kreistag Bergstraße bezeichnete diese als "alkoholisierte Berufsdemonstranten". Die Gemeinde Biblis schickte den GRÜNEN nun eine Rechnung über 500 Mark zur Beseitigung von Schmierereien in der Riedhalle.

WK : Tatsächlich wurden die meisten dieser Demonstranten mit RWE-Bussen aus der gesamten Republik nach Biblis gebracht. Ob die Beschäftigten der Kernkraftwerke hierfür bezahlten Urlaub erhielten, ist nicht bekannt. Sicher ist, daß RWE die Fahrt bezahlte und das Bier zur Verfügung stellte. Tatsächlich konnte eine Ansammlung Drogensüchtiger beim Grölen beobachtet werden. Außerdem schnitten sie einige Lautsprecherkabel in der Halle durch. Daß nun die GRÜNEN die Schmierereien der RWE-Gefolgschaft zahlen sollen, ist bezeichnend. [19]

AT : Biblis.
Atomkraft ist sicher.

WK : So sicher, daß jahrelang verschwiegen wurde, daß Atommülltransporte Menschen und Umwelt verstrahlen. Angela Merkel hat die Atomlobby wirklich gut vertreten.

AT : Zürich.
Gegen Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren wurde im Schweizer Bergdorf Täsch eine abendliche Ausgangssperre verhängt. Es seien Papierkörbe in der Schule angezündet, geraucht und getrunken worden. Auf dem Schulhof seien Kondome gefunden worden, mit denen man Schabernack getrieben habe. [20]

WK : So weit sind wir zum Glück in Darmstadt noch nicht. Hier gibt es nur einen Oberbürgermeister, der per Gesichtskontrolle den Verkauf von Spraydosen an Jugendliche verbieten lassen will. Weil Kunst nur das ist, was mit Millionensubventionen gefördert werden kann. [21] Dazu paßt auch die nächste Meldung.

AT : Darmstadt.
Die Industrie- und Handelskammer will junge Menschen dazu ermutigen, den wichtigen Fragen des Lebens nachzugehen: Wer könnte meine Kenntnisse und Fähigkeiten am besten brauchen? Wo kann ich mich entfalten? Bin ich ein Kostenfaktor?

WK : Zugegeben. Die zugehörige Veranstaltung fand Ende Februar statt. Die IHK ließ einen Unternehmensberater folgenden schönen Satz sagen:

Die wirklich großen Führer der Wirtschaft waren auch immer Menschen, die jenseits des Tageserfolges den Gedanken hatten, die Welt weiterzuentwickeln, sie ein wenig besser, schöner und glücklicher zu machen. [22]

AT : Überall auf dieser Welt.
Sieben Millionen Kinder sterben jedes Jahr an den Folgen von Mangelernährung. 200 Millionen Kinder hungern. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF erklärte, das Problem sei sehr einfach zu lösen. Die Versorgung von Kindern mit den nötigen Vitaminen und Mineralien koste im Jahr nur ein paar Mark. Falsch oder schlecht ernährte Kinder gebe es auch Industriestaaten wie den USA. Ursache sei die sich ausbreitende Armut sowie Sparmaßnahmen im Sozialbereich.

WK : Wie war das noch: Ein wenig besser, schöner und glücklicher. Aber wahrscheinlich wird die Welt weder mit Vitaminen noch mit Mineralien weiterentwickelt. Wer große wirtschaftliche Visionen hat, gibt sich nicht mit solchem Popelkram ab. [23]

AT : Darmstadt.
Die grüne Dezernentin Daniela Wagner erklärte gegenüber dem Sonntag-Morgenmagazin laut seiner gestrigen Ausgabe, sie würde nicht als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl kandidieren wollen. Ausschlaggebend seien die Aktivitäten von Bastian Ripper, der die GRÜNEN permanent diskreditieren würde.

WK : Das Sonntag-Morgenmagazin ergänzte, daß Frau Wagner ursprünglich zur Kandidatur bereit war, aber aufgrund der innerparteilichen Turbulenzen um Bastian Ripper ihre Bereitschaft zurückzog. Uns liegt allerdings ein Protokoll von Februar vor, wonach Daniela Wagner schon damals nicht kandidieren mochte. Bastian Ripper kam aber erst diesen Monat erneut und auch innerparteilich in die Schlagzeilen. Sollte das Sonntag-Morgenmagazin gestern Frau Wagner richtig wiedergegeben haben, dann heißt dies, daß die darmstädter Schuldezernentin in aller Öffentlichkeit - lügt. [24]

AT : Weitere Nachrichten um 17 Uhr 55 im Originalton Darmstadt.

 

Flexible Zombies

AT : Von Richard Sennett stammt das jüngst erschienene Buch Der flexible Mensch. Er schreibt darin über die Kultur des neuen Kapitalismus.

WK : Mit dem Angriff auf starre Bürokratien und mit der Betonung des Risikos beansprucht der flexible Kapitalismus, den Menschen, die kurzfristige Arbeitsverhältnisse eingehen, statt der geraden Linie einer Laufbahn im alten Sinne zu folgen, mehr Freiheit zu geben, ihr Leben zu gestalten. In Wirklichkeit schafft das neue Regime neue Kontrollen, statt die alten Regeln einfach zu beseitigen - aber diese neuen Kontrollen sind schwerer zu durchschauen. [25]

AT : Richard Sennett ist US-amerikanischer Sozialwissenschaftler. Er versucht zu ergründen, wie sich die verändernden Arbeitsverhältnisse auf die Lebensgestaltung der abhängig arbeitenden Menschen auswirken.

WK : Wenn es heute heißt, Arbeitslose sollen das Risiko der Selbständigkeit zu ihrer Chance machen, dann klingt dies angesichts jährlich neuer Rekordkonkurszahlen absurd.

AT : Dennoch steckt eine Logik dahinter, die Sennett so charkterisiert:

WK : Der Imperativ, Risiken auf sich zu nehmen, hat sich in der modernen Gesellschaft ungeheuer erweitert. Riskantes zu tun, ist eine Charakterprobe geworden: das Entscheidende ist, die Anstrengung auf sich zu nehmen, den Sprung zu wagen, selbst wenn man weiß, daß die Erfolgschancen sehr gering sind. [26]

AT : Und weiter:

WK : Wenn alles Risiko-auf-sich-Nehmen eine Reise ins Unbekannte ist, so hat doch der Reisende gewöhnlich ein Ziel vor Augen. [...] Die moderne Kultur des Risikos weist die Eigenheit auf, schon das bloße Versäumen des Wechsels als Zeichen des Mißerfolgs zu werten. Stabilität erscheint fast als Lähmung. Das Ziel ist weniger wichtig als der Akt des Aufbruchs. [...] Wer sich nicht bewegt, ist draußen. [27]

AT : Nun wäre es zu einfach, den Kapitalismus der 90er Jahre als ziellosen Aufbruch hinzustellen. Das Ziel ist klar: größtmöglicher Gewinn mit möglichst geringem Einsatz. Je weniger Arbeiterinnen und Arbeiter daran beteiligt sind, umso besser. Weniger, die mehr arbeiten, während sich die Arbeit verdichtet, sie flexibler und undurchschaubarer wird.

WK : Wer da nicht mithalten kann, fliegt raus. Das gilt für Arbeitnehmer genauso wie für Firmen. Globalisierung ist letztlich ein Wettrennen aller nach undurchschaubaren Regeln. Gewonnen hat, wer übrig bleibt. Gesellschaftliche und ökologische Kosten, menschliche Schicksale spielen da keine Rolle.

AT : Kapitalismus ist eben eine asoziale Veranstaltung.

WK : Was aber auf jeden Fall auf der Strecke bleibt, sind traditionelle Vorstellungen von Zeit und Raum. Es gibt keine starren festgelegten Arbeitszeiten mehr; Flexibilität ist alles.

AT : Wie auf den Spargeläckern. Morgens um 6 ran bis mittags um 11. Weiter geht's um 3 Uhr nachmittags, wenn die Sonne den Spargel nicht mehr sticht, bis nachts um 10. Maximal 7 Tage die Woche. Wenn's regnet, fällt die Arbeit aus. Arbeit auf Abruf. Die Vision jedes wirklichen Führers der Wirtschaft.

WK : Aber auch die traditionellen räumlichen Firmenstrukturen lösen sich auf. Teilbereiche werden ausgelagert, an Subunternehmer vergeben, gar übers Internet weltweit gestreut. Es wäre aber übertrieben zu behaupten, Firemen könnten sich im globalen Wettkampf immer die besten Standorte aussuchen.

AT : Das ist eine Lüge, mit der die Arbeitenden dazu gebracht werden sollen, noch flexibler, noch belastbarer, noch weniger anspruchsvoll zu sein.

WK : Wie sich dies alles auf US-amerikanische Arbeiterinnen und Arbeiter auswirkt, auf ihr Leben und ihr Bewußtsein, das beschreibt Richard Sennett in seinem Buch Der flexible Mensch. Es ist ein Essay, keine tiefreichende Analyse. Dennoch nähert er sich auf 224 Seiten dem, was er die Kultur des neuen Kapitalismus nennt.

AT : Sein Schlußsatz ist jedoch pessimistisch, irgendwie hilflos, wenn auch der Situation angemessen:

WK : Ein Regime, das Menschen keinen tiefen Grund gibt, sich umeinander zu kümmern, kann seine Legitimation nicht lange aufrechterhalten. [28]

AT : Das Buch von Richard Sennett ist vor kurzem im Berlin Verlag erschienen.

 

Virtueller Daumenlutscher

WK : Doch kommen wir nun zum lustigen Teil des Nachmittags.

AT : Ehre, wem Ehre gebührt.

WK : Die Virtuelle Zitrone des Monats Mai für genialen Journalismus im geistigen Niemandsland erhält Klaus Staat, der Chef der Lokalredaktion des Darmstädter Echo.

AT : Wir können einfach nicht umhin, seine unnachahmliche Prosa zu bewundern. Nein, wirklich! Er war es doch, der vor anderthalb Wochen über die darmstädter GRÜNEN und ihren Versuch, Bastian Ripper mit Hilfe des Echo kaltzustellen, schrieb:

WK : Die Darmstädter Grünen haben sich mit Verbissenheit einen Rückfall in jene Anarcho-Zeit geleistet, in der die Demontage des eigenen Führungspersonals noch zum guten Ton gehörte.

AT : Na ja, Anstand und guter Ton scheinen nicht gerade zu seinen Stärken zu gehören. - Aber lies weiter.

WK : Doch so gründlich wie diesmal waren sie noch nie vorangegangen. Eine - wenn auch knappe - Fraktionsmehrheit aus Alt-Fundis und angejahrten politischen Daumenlutschern hat sich über das begründete Votum sämtlicher Mitglieder in sämtlichen Führungsgremien hinweggesetzt: über den Fraktionsvorstand, über den Kreisvorstand, über die Dezernenten im Magistrat.

AT : Ich wußte gar nicht, daß es die Dezernenten sind, die die Partei führen. Wer hat sie dazu ermächtigt?

WK : Na, wer wohl? Klaus Staat natürlich, der Gralshüter der darmstädter Demokratie.

AT : Ach so, deshalb folgte im selben Kommentar eine Märchenstunde. Über Bastian Rippers politische Leichen fabulierte er nämlich:

AT : Wo er auftrat, sprengte er Gemeinschaften, von der Oetinger Villa über den Streuobstwiesenverein und die BUND-Jugend bis zu den Stadtpiraten. Jetzt ist er dabei, die für solche Vorgänge auch besonders anfällige Stadtverordnetenfraktion der Grünen in ihre Einzelteile zu zerlegen.

AT : Als ich gestern da war, stand die Oetinger Villa noch.

WK : Du kennst doch die StadtpiratInnen. Hat Bastian die gesprengt?

AT : Nein, der ist doch von selbst gegangen. Die StadtpiratInnen sind quicklebendig wie eh und je. Das ärgert den Klaus Staat wohl besonders.

WK : Willst du damit sagen, daß der Mann in seinen Kommentaren lügt?

AT : Na ja, Lüge ist ein hartes Wort. Sagen wir, er schafft sich so seine eigene virtuelle Realität.

WK : Dann ist er ja der geeignete Kandidat für die Virtuelle Zitrone.

AT : Unbedingt. Keiner verkörpert und verbindet in dieser Stadt Hohlköpfigkeit mit Manipulation der Öffentlichkeit so gekonnt wie er.

WK : Aber dann haben andere ja gar keine Chance mehr, diesen begehrten Preis zu erhalten.

AT : Das stimmt. Du solltest ihn vielleicht zur Virtuellen Zitrone ehrenhalber ernennen.

WK : Ich werd's mir überlegen. - Jedenfalls verspreche ich hiermit hoch und heilig: Klaus Staat wird erstens kein Dauerabo auf die Virtuelle Zitrone erhalten und zweitens von mir nur noch als der postpubertäre Daumenlutscher aus der Holzhofallee bezeichnet werden.

AT : Zwei Monate Knochenarbeit auf den Spargeläckern wären auch nicht schlecht.

 

Schluß

WK : Zum Schluß der heutigen Folge von Kapital und Arbeit nenne ich noch einmal die Bezugsadresse des Leitfadens für Arbeitslose. Sie lautet: Fachhochschulverlag, Limescorso 5 in 60439 Frankfurt.

AT : Die heutige Sendung wurde gesponsert von der Notvereinigung hungernder Spargelbauern, dem Arbeitslosenprojekt TuWas, den wirklich großen Führern der Wirtschaft und dem postpubertären Daumenlutscher aus der Holzhofallee. Wir hören uns wieder am 29. Juni. Am Mikrofon ...

WK : ... Walter Kuhl ...

AT : ... und Antje Trukenmüller. Und zum Schluß noch von uns beiden ein lieber Gruß an Jovi.

 

 

ANMERKUNGEN

 

[1]   Reiner Trabold : "Die meisten bleiben nicht bei der Stange", in: Darmstädter Echo, 9. Mai 1998.
[2]   Dimap-Umfrage, nach: Darmstädter Wochenblatt, 10. Mai 1998
[3]   Vor allem dann, wenn man und frau berücksichtigt, daß diese Dumpfbackenstadt offiziell den Titel Wissenschaftsstadt Darmstadt trägt.
[4]   ap-Meldung Spargelbauern geben auf, nach: Darmstädter Echo, 19. Mai 1998
[5]   ebd.
[6]   Artikel Die Ernte ruht: Spargel schießt ins Kraut. Nach den heißen Tagen läßt ein Überangebot die Preise purzeln, Darmstädter Echo, 19. Mai 1998
[7]   Solch ein Unsinn ist selbstverständlich hochoffiziell abgesegnet und wird dementsprechend brühwarm im Darmstädter Echo wiedergekäut. Siehe hierzu auch meine Sendung zu Erntehilfe.
[8]   Arbeitslosenprojekt TuWas : Leitfaden für Arbeitslose, 15. Auflage 1998, Seite 345
[9]   ebd.
[10]  TuWas, Seite 348
[11]  Werner Rittershofer : Lexikon Wirtschaft Arbeit Umwelt, Seite 88
[12]  Rittershofer, Seite 289
[13]  dpa-Meldung Plastik zu Plastik? Eher nicht. Gesammelte Kunststoffabfälle werden zu einem großen Teil verbrannt - Minister Schäfer: Betrug am Verbraucher, in: Darmstädter Echo, 21. August 1995
[14]  dpa-Meldung Zugunglück: Geldstrafe für Lokführer, in: Darmstädter Echo, 14. Mai 1998
[15]  ap-Meldung Lokführer melden sich zu Wort. "Stellenabbau und Überstunden gefährden Sicherheit bei der Bahn, in: Darmstädter Echo, 27. März 1998
[16]  Annette Wittkopf : Trillerpfeifen um halb fünf. Aktionstag in Kronberg sollte die Reichen treffen, in: Frankfurter Rundschau, 9. Mai 1998
[17]  dpa-Meldung "Potenzpille nicht auf Krankenschein", in: Darmstädter Echo, 19. Mai 1998
[18]  Putzen als Rückkehr-Chance, in: Frankfurter Rundschau, 27. Februar 1998. Arbeitslose sorgen für Sauberkeit, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Februar 1998.
[19]  Jörg Feuck : Die Wut gegen "die da oben" auf Vollast gefahren, in: Frankfurter Rundschau, 29. April 1998. Hanns Mattes : Akustischer Zweikampf mit den Demonstranten, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. April 1998. Eigene Beobachtungen vor Ort.
[20]  Konrad Mrusek : Ausgangssperre für die Dorfjugend, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Februar 1998

[21]  Medien-Information Nr. 80449 der Wissenschaftsstadt Darmstadt: OB Benz ruft erneut gegen Farbschmierereien an Gebäuden auf. Dort heißt es u.a.:

In einer neuen Aktion wendet sich Oberbürgermeister Peter Benz jetzt an die einschlägigen Unternehmen, um den Versuch zu starten, den Verkauf von Spraydosen einzuschränken. Hierbei ist er auf den guten Willen der Geschäftsleitungen angewiesen, da ein Verbot gesetzlich nicht durchsetzbar ist. Benz: "Ich wünsche mir, daß alle Darmstädter Einzelhandelsgesellschaften, seien es Baumärkte, Tankstellen oder Farbenfachhandel bei dieser Akrion mitmachen und es den interessierten erschweren, Spraydosen zu kaufen."
[22]  Zur Kooperation bereit sein. Hinweise für junge Leute vor Eintritt ins Berufsleben, in: Darmstädter Echo, 25. Februar 1998
[23]  Sieben Millionen Kinder sterben jedes Jahr an den Folgen von Mangelernährung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Dezember 1997. ap-Meldung 200 Millionen Kinder hungern, in: Darmstädter Echo, 17. Dezember 1997.

[24]  Interview mit Daniela Wagner im Sonntag-Morgenmagazin [Ausgabe Darmstadt] vom 24. Mai 1998: »Als Kandidatin müßte ich die Scherben wegräumen«. Im Protokoll der Klausurtagung des erweiterten Kreisvorstandes am 14.02.98 heißt es unter TOP 8 wörtlich:

Wir halten eineN eigenen KandidatIn für erforderlich.
1. Wahl: Daniela W.
2. Wahl: Hans Jürgen [Braun]
Weitere Möglichkeiten: Klaus Feuchtinger oder Externe
Ein externer Kandidat muß frühzeitig benannt werden.
Daniela möchte nicht kandidieren, eine Idee für externe Bewerber gibt es nicht.
[25]  Richard Sennett : Der flexible Mensch, Seite 11
[26]  Sennett, Seite 120
[27]  Sennett, Seite 115
[28]  Sennett, Seite ??

 

 

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